Von Wölfen, Blitzableitern und Blendgranaten

hochgeladen von Wilhelm Geiger

August 15, 2020

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6 Kommentare

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    Ich bin 100% einverstanden mit der Sichtweise von Christian Bachler. Herdenschutz ohne Wolfsabschuss funktioniert erst ab Herden von 600 Tieren, was sogar Wolfsschützer Kurt Kotrschal weiß. Österreichische Bauern haben aber im Durchschnitt nur 27 Schafe und Ziegen. Damit produziert man pro Jahr 700 kg Fleisch. Zwei Herdenschutzhunde fressen pro Jahr 800 kg Fleisch. Landwirtschaft ist aber dazu da, Lebensmittel zu produzieren und nicht Lebensmittel zu verbrauchen.
    Elektrozäune sind ein großes Geschäft: Vor 2 Jahren hieß es, 90 cm Höhe reicht. Letztes Jahr empfahl man schon 108 cm, heuer sind es mindestens 122 cm. Der Wolf springt 250 cm hoch …
    Der WWF ist eine Organisation ehemaliger Großwildjäger. Überall wo er Schutzzonen für Wildtiere schafft, werden die Tiere “jagdlich bewirtschaftet”, also der Bestand hoch gehalten und von Jagdtouristen viel Geld eingenommen. Im Ostafrika zertrampeln die Kaffernbüffel die Felder der hungernden Bevölkerung, In Kamerun werden die BAKA-Pygmäen mit Drohnen beschossen, damit sie nicht mehr jagen können. Und in den Alpen sollen die Bergbauern aufgeben, damit dann der WWF das Gebiet für lukrative Wolfsjagden nutzen kann. https://www.jagdreisen.de/beitrag/jagd-auf-wolfeEs findet nichts anderes statt als das Bauernlegen im 19. Jahrhundert, das Peter Rosegger in seinem Roman “Jakob der Letzte” beschrieben hat: Die Industriellen brachten die Bergbauern zur Aufgabe, um dort dem Jagdvergnügen frönen zu können. Bitte Christian Bachler, decke das auf!

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      Hallo Wilhelm, ich werde das Angebot, eine Artikel zu schreiben, gerne annehmen, aber erst in ein paar Wochen, weil ich jetzt keine Zeit habe.

      Hier meine Quellen zu den Zahlen:
      Die 600 Tiere pro Herde, damit Herdenschutz sich lohnt, schlägt Prof. Kotrschal vor: “Auf den Hochalmen gäbe es zum Beispiel die Möglichkeit, statt kleiner Herden mit 70 Tieren große Herden mit bis zu 600 Tieren zu halten – mit Herdenschutzhunden und einem Hirten. In Rumänien wird das traditionell so gemacht, die Schweiz führt es gerade wieder ein.” https://www.tips.at/nachrichten/gmunden/land-leute/514817-wir-muessen-mit-dem-wolf-leben-die-frage-ist-wie
      Die Zahl von durchschnittlich 27 Schafen und Ziegen pro Betrieb stammt aus einem kostenpflichtigen Dokument der Statistik Austria, das ich hier nicht veröffentlichen darf. Schafe werden oft nebenher gehalten, um in einer klein strukturierten Agrarlandschaft wenig produktive Restflächen zu bewirtschaften, auch in Tallagen.
      700 kg Fleisch sind eine Schätzung von mir. Den Fleischbedarf eines Hundes kann man googlen, z.B. hier: https://www.barfland.ch/de/barfrechner Herdenschutzhunde sind große schwere Hunde, die etwa 70 kg wiegen, sich sehr viel bewegen müssen und auch bei kaltem Wetter draußen sind.
      Laut neuesten Forschungsergebnissen halten Zäune von 85 bis 105 cm Höhe Wölfe nicht ab: https://www.topagrar.com/management-und-politik/news/forscher-raten-beim-wolfsschutz-zu-hoeheren-zaeunen-9585145.html “Auf Grundlage ihrer Erfahrungen empfehlen sie Elektrozäune mit einer Höhe zwischen 115 cm und 145 cm” Sollen also Bauern ihre alten Zäune jetzt wegwerfen (ein Titan/Plastik – Gemisch, schwer recyclebar!) und neue kaufen?
      In der folgenden Broschüre wird für ein Wolfsgehege eine Zaunhöhe von 200 cm vorgeschlagen, zusätzlich Elektrozaun von 1 m Höhe: https://cdn.website-editor.net/8f2e07212ff94a0ead510dc90fe191d9/files/uploaded/Zoo_Tierpark_Broschuere_150319.pdf
      Ich finde jetzt den richtigen Link nicht, aber ich habe in Erinnerung, dass in Deutschland 280 cm vorgeschrieben sind, Wie hoch ein Wolf springen kann, zeigt eine kurze Sequenz im folgenden Film: https://www.youtube.com/watch?v=cltlviMtBMA

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    Ich möchte euch noch ein paar Recherche-Links zum Thema Wölfe und Jagdtourismus schicken:

    Klaus Hackländer ist Berater des WWF und befürwortet die Bewirtschaftung von Wildtieren im Rahmen des Jagdtourismus: https://www.youtube.com/watch?v=GTEX88YkvnM&t=989s : ab Minute 22
    Jagdtouristen bringen nun einmal viermal so viel Geld wie alle anderen Touristen.
    Das dürfte auch in Österreich gelten: https://www.jagdreisen.at/laender/jagen-in-oesterreich/

    Der Beschuss von Ureinwohnern in Kamerun mit Billigung des WWF ging durch die Medien. Angela Merkel bestellte den hoch subventionierten WWF zum Gespräch ein. Dann hat man nichts mehr gehört.
    https://www.survivalinternational.de/indigene/baka-messok-dja

    Der Roman “Jakob der Letzte” wurde in den 1970er Jahren von Axel Corti verfilmt.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Jakob_der_Letzte
    Die Industriellen des 19. Jahrhunderts in der Obersteiermark vertrieben die Bergbauern zwecks eigenen Jagdvergnügens.

    Der unlängst verstorbene populäre deutsche Wolfsschützer Ulrich Wotschikowsky war Jäger und Jagdtourist:
    https://www.youtube.com/watch?v=a8AkgTiGDv8&t=1277s

    Im folgenden Video philosophiert er über eine Bejagung des Wolfes, sobald der günstige Erhaltungszustand der Population erreicht ist. Er lehnt Bejagung zum Schutz der Nutztiere ab, in den Alpen hauptsächlich deshalb, weil die Politik nun einmal anders entschieden hat. Aber er befürwortet die Trophäenjagd, weil Trophäenjäger ja nicht an der Ausrottung des Wolfes interessiert sind. Die EU möge dann das Gesetz entsprechend ändern!
    https://www.youtube.com/watch?v=PtCHCXqT-Hg&t=19s : ab Minute 24

    Wotschikowsky spricht sich in diesem Video auch gegen kleine Schafhalterbetriebe aus. Nur Großbetriebe mit mehreren hundert Schafen sollen mit Herdenschutz weiterbestehen: Minute 28
    Dieselbe Forderung nach großen Herden wird in Österreich auch von Dr. Kurt Kotrschal erhoben: “Auf den Almen wird der Elektrozaun nicht gerade die beste Lösung sein, da wird man nicht drum herum kommen, große Herden zu bilden und auf die Behirtung mit Hunden zu setzen.”

    In Russland lacht man darüber, dass in Westeuropa der Abschuss eines Wolfes bestraft wird: https://huntgrad.com/de/news/1885/
    Ebenso wie Ulrich Wotschikowsky und Ulf Lindroth weiß man dort schon, dass die Trophäenjagd auf den Wolf in einigen Jahren eröffnet werden wird.

    In früheren Jahrhunderten hatten die Adeligen die Hand auf der Wolfsjagd. Auch ihnen ging es dabei nicht um den Schutz der Bauern, sondern um die Trophäen. Erst wenn der Zehent empfindlich zurück ging, war den Bauern erlaubt, sich durch Abschüsse selber zu schützen: https://www.almwirtschaft.com/images/stories/neuigkeiten/2017/der_alm_und_bergbauer_PDFs/Woelfe_und_Wolfsjagden_in_Tirol.pdf
    Erst im 19. Jahrhundert, als die Versorgung der wachsenden Bevölkerung mit Nahrungsmitteln nicht mehr sicher war, wurden die Bauern von der Leibeigenschaft befreit und der Wolf ausgerottet.

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    • Wilhelm Geiger

      Hallo Elisabeth,
      vielen Dank für deine Nachricht und die anschaulichen Hintergrundinfos. Woher hast du die Zahlen aus deinem ersten Absatz? Ist eine sehr interessante Perspektive und super, dass du es mit Links unterlegt und so sachlich formuliert hast. Uns ist es leider nicht möglich, diesem Thema im Detail nachzugehen, da wir mit unseren Aufgaben schon sehr sehr gut eingedeckt sind, um nicht zusagen schon hinterherhinken. Ich möchte dich aber einladen, einen Artikel auf unserer Website zu veröffentlichen. Wir haben hierzu eigens die Rubrik “Geschichten von Euch” ins Leben gerufen – https://www.bauertothepeople.at/von_euch/ – in der Platz für andere und neue Perspektiven ist. Wichtig ist hier, dass die Artikel in erster Linie wertschätzend bzw. sachlich geschrieben und die darin erhobenen Argumente belegbar sind.
      lg aus Wien und der Krakau,
      Willy und Christian

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