B2P032 Christian Dürnberger – Moral, Ethik, Tiere und Philosophie

B2P032 Christian Dürnberger – Moral, Ethik, Tiere und Philosophie

Was ihr in dieser Folge hören könnt …

Was das eigentlich alles für uns bedeutet? Ob wir Tiere töten dürfen, um sie zu essen? Welchen moralischen Umgang wir ihnen schulden? Was genau Tierwohl ist? Wie wir über Landwirtschaft reden (können)? Und wer letztlich die Verantwortung trägt? Diese schweren Themen macht Christian Dürnberger mit uns leicht verdaulich.

Wir sprechen mit dem Philosophen Christian Dürnberger … Zitat Dürnberger: „Ich bin kein Philosoph“. Wir prüfen die Unterlagen, hinterfragen unsere Vorbereitung.

Dürnberger setzt fort. Philosophen hätten einen originellen Gedanken, der lange nachwirkt und da wolle er sich nicht einreihen. Er habe aber Philosophie studiert. Phu, wir sind beruhigt, doch richtig recherchiert.

Ob Herr Dürnberger sein Licht unter den Scheffel stellt oder doch den einen oder anderen originellen Gedanken für die Nachwelt hinterlässt, das müsst ihr beurteilen.

Wir haben jedoch versucht zusammen mit Christian (vulgo Herr Dürnberger) den Bogen von den grundlegenden Begriffen und der Theorie hinein in die angewandte Praxis zu spannen.

Wir reden viel über Begriffe wie Werte, Moral, Philosophie und Ethik und greifen dann ein paar spannende Themenfelder auf. Wie steht es beispielsweise um das Verhältnis zwischen Gesetz und öffentlicher Meinung oder wie kann ein öffentlicher Diskurs (mit und über Landwirtschaft) stattfinden.

Und natürlich haben wir uns über das Thema Ethik in der Tierhaltung unterhalten, speziell auch darüber, ob und woher wir als Menschen das Recht haben, Tiere letztlich zu töten.

Ein neue Perspektive rund um die Themen Essen, Menschen und Landwirtschaft und hoffentlich auch der eine oder andere Ahaa!-Moment der hängenbleibt.

ein paar Eindrücke …

weiterführende Infos uns Links …

weitere Links

Buch von Christian Dürnberger: “Ethik für die Landwirtschaft: Das philosophische Bauernjahr” (2020; selbst herausgegeben)

https://www.amazon.de/gp/product/B087SJWDKW/ref=dbs_a_def_rwt_bibl_vppi_i4

Foto - B2P032 Christian Dürnberger - Moral, Ethik, Tiere und Philosophie
Foto - B2P032 Christian Dürnberger - Moral, Ethik, Tiere und Philosophie

B2P031 Roland Soyka (Stuwer) – Ein Tiroler und das neue Wiener Beisl

B2P031 Roland Soyka (Stuwer) – Ein Tiroler und das neue Wiener Beisl

Was ihr in dieser Folge hören könnt …

„Ich bin als Kind gerne in die Kirche gegangen“, lacht Roland Soyka, um dann zu ergänzen, „weil ich wusste, dass es danach immer ins Gasthaus ging.”

Kurzversion: Ich bin als Kind schon gerne ins Gasthaus gegangen.

Daran hat sich bis heute nichts geändert. Nur dass er halt heute in sein eigenes Gasthaus gehen kann, besser gesagt in sein eigenes Wiener Beisl, wie er seine Melange aus Gasthaus und Restaurant im ehemals berühmt berüchtigten Stuwerviertel nennt. Die Vergangenheit des ehemaligen „Bauchstichbeisls“ kann man etwa erahnen, wenn Roland von den kugelsicheren Scheiben im mittlerweile renovierten Gastraum im Souterrain des Lokales spricht, wo wir auch den Podcast aufgezeichnet haben.

Nicht immer ist es die Familie, welche die Karriere der nächsten Generation prägt. Roland hatte weder gastronomische noch landwirtschaftliche Wurzeln, die ihm eine gastronomische Karriere näher legten. Erst über einen Eignungstest an der Schule ist Roland auf die Gastro gekommen und dann irgendwie hängen geblieben.

Das es letztlich ein Beisl in Wien wurde, verdanken die Wiener dem Umstand, dass Roland und seine Frau Gerhild nicht mit einem exzentrischen britischen Millionär ein Ressort auf einer indonesischen Insel eröffnet haben. Aber das ist eine andere Geschichte.

Wie es sich gehört, haben sich Roland und Gerhild beim Apres Ski in Tirol kennengelernt. Mit einem kleinen Umweg über Griechenland sind die beiden dann in Wien gelandet. Jahrelang lief Roland auf seinem Arbeitsweg am Lokal vorbei, bis er 2018 die Gelegenheit beim Schopf packte. In nur einem Monat wurde renoviert und eröffnet. Seit Tag 1 läuft es gut.

Auch die Zeit während Corona hat man gut überstanden. Auch wenn es nicht leicht war, am ersten Tag des Lock-Downs, einem Freitag, einem 13ten, alle Mitarbeiter zu entlassen. Mir ist nichts anderes übrig geblieben, meint Roland abgeklärt.

“Aber, wir konnten die Entwicklung schon erahnen, also habe ich alles an Take-Away-Geschirr zusammengekauft, was ich kriegen konnte und so hatten wir bereits ab Tag 1 ein Abhol-Service. Wir waren so ziemlich die ersten in Wien, die damit angefangen haben, das Geschäft ist sehr gut gelaufen. Auf diese Weise konnten wir mit einem kleinen Team weiterarbeiten”, meint Roland sichtlich stolz.

Im Podcast haben wir mit Roland über das Wirt-Sein gesprochen, über die Zusammenstellung der Speisekarte, Arbeitsbedingungen in der Gastronomie, Herkunftskennzeichnung, Lieferantenauswahl, Lebensmittelabfälle und noch ein paar andere Dinge.

Mit diesem Gespräch erweitern wir unsere Perspektiven entlang der Lebensmittel-Wertschöpfungskette um die Gastronomie. Wenn ihr einen Wirten kennenlernen und ein wenig in die Welt hinter dem schönen Essen und sprudelnden Getränken eintauchen möchtet, dann könnt ihr hier beginnen. Nutzt die Kapitelmarken auf der Website und in euren Apps, sofern die es ermöglichen. Wir werden jedenfalls weitere Perspektiven aus der Gastronomie einfangen und mit euch teilen. Wir sind schon gespannt, ich hoffe ihr auch. Mahlzeit!

 

ein paar Eindrücke …

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Kontakt

+43 660 60 10 369
[email protected]

Adresse

Stuwerstraße 47
1020 Wien

Foto - B2P031 Roland Soyka (Stuwer) - Ein Tiroler und das neue Wiener Beisl
Foto - B2P031 Roland Soyka (Stuwer) - Ein Tiroler und das neue Wiener Beisl

B2P030 Werner Magoschitz – Der Herr über den Spargel

B2P030 Werner Magoschitz – Der Herr über den Spargel

Was ihr in dieser Folge hören könnt …

Er hat uns getäuscht, was vorgemacht, bis zum Ende im Nebel stehen gelassen. Er, Werner Magoschitz, der Herr über sehr viel grünen, roten und vor allem weißen Spargel. Bis zum Schluss saß uns ein völlig entspannter, freundlich lächelnder Mann mittleren Alters gegenüber. Also waren wir auch entspannt. Theoretisch beginnt gerade die Spargelzeit, praktisch haben wir das auch bemerkt, als wir nach zwei Stunden mit dem Gespräch fertig waren. Er dürfte ab ca. Minute 2 oder 3 am Betrieb gefehlt haben.

Das erklärt auch, warum wir für diese Folge eher weniger Fotos gemacht haben. Danke an dieser Stelle an Werner und vor allem die Family im Hintergrund, das sie sich trotzdem die Zeit genommen haben.

Über den Spargel gibt es viel zu sagen. Wer alles wissen möchte, was uns Werner erzählt hat, muss in den Podcast reinhören. Kleiner Tipp: Nutzt die Kapitelmarken!!

So lange auch dieses Gespräch wieder war, so kurz ist im Vergleich dazu die Geschichte des Spargels in Österreich. Klar, Spargel gibt es schon lange, früher wurde dieser in sehr geringen Mengen angebaut. Tontöpfe hielten den Spargel weiß. Erst in den 80er Jahren begann der allmähliche „Aufstieg“ des Spargels. Zuerst in der Gastronomie, später dann im Supermarkt. Werner Magoschitz und seine Mutter waren von Anfang an dabei. Mit 500 Pflanzen, die man von einem Nachbarn bekam, begann man zu experimentieren. Jahrzehnte später ist das Marchfeld „die“ Spargelregion Österreichs und die Familie Magoschitz der größte Spargelbauer des Landes. Aktuell wird auf ca. 100 Hektar Spargel angebaut.

Ohne die Mitarbeiter aus den Nachbarländern gäbe es keinen Spargel in Österreich, zumindest nicht in diesen Mengen, bestätigt auch Werner Magoschitz. Die Arbeit ist hart, die Löhne vergleichsweise gering. Unmöglich hier ausreichend heimische Mitarbeiter zu bekommen. Durch die verhältnismäßig kurze Saison von ca. 60 Tagen ergeben sich große Herausforderungen, auch hinsichtlich der Unterkünfte. Die Skandale, die hier bzgl. der Unterkünfte aufgedeckt wurden, waren völlig gerechtfertigt. Hier gab es klare Verfehlungen, so Magoschitz, der auch lange der Obmann des Vereins „Genuss Region Marchfeldspargel g.g.A.“ war.

Während der Spargelsaison, speziell bei guten Wetterbedingungen, wächst der Spargel bis zu 5 Zentimeter pro Tag. Pro Hektar müssen täglich 5km Bahnen abgegangen werden. Bei 100 Hektar macht das täglich 500km Spargel, die gestochen oder geschnitten werden müssen. Folien bedecken die Dämme, in denen der weiße Spargel nach oben strebt. Auch die Folien müssen einmal täglich aufgedeckt, dann wieder zugedeckt werden. Ohne Folien müsste man täglich 2 x gehen. Die ökologischen Nachteile sind Werner bewusst, er betont aber auch die Vorteile. An den biologisch abbaubaren Lösungen wird zwar geforscht, diese hätten sich bisher jedoch nicht bewährt. 800 Arbeitsstunden pro Hektar rechnet er für die 60 Tage der Ernte, das sind zwei Monate Vollgas. Kämen nicht jedes Jahr erfahrene Mitarbeiter, die die Arbeit und den Betrieb schon lange kennen, wäre die Arbeit nicht machbar. Werners Ruhe erscheint uns nachträglich immer rätselhafter.

Es gibt so viel zu lernen über den Spargel, was natürlich angesichts unterschiedlicher Wissensstände eine höchst relative Aussage ist. Dennoch, wir haben viel gelernt. Sogar der Melange, ihres Zeichens Agrarwissenschaftlerin, war das eine oder andere Ahaa!-Erlebnis anzusehen.

Letztlich zu erwähnen ist eine kürzlich von uns gegangene, höchst individuelle Größe des Marchfeldes, die auch an der Erfolgsgeschichte des Spargels wesentlich beteiligt war, Gerhard Boucek: Legenden-umwitterter Gründer und Betreiber des nicht weniger legendären Marchfelderhofes. Es sei nicht zuletzt seinem gastronomisch-kreativen Geschick zu verdanken, dass das Marchfeld und der Spargel heute voneinander nicht mehr zu trennen sind, so Magoschitz sinngemäß.

So, schon wieder zu viel geschrieben. Wer mehr wissen will, muss reinhören! Wir üben uns jetzt in der Entspannung …

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Adresse

Kirchengasse 1
A-2304 Mannsdorf/Donau

Foto - B2P030 Werner Magoschitz - Der Herr über den Spargel

Die Zukunft essen: der Ernährungssektor

Die Zukunft essen: der Ernährungssektor

In wenigen Worten

Die Landwirtschaft und der Ernährungssektor fliegen in der Klimadiskussion sehr oft unter dem Radar. Erst in letzter Zeit wird diskutiert, dass global rund 32% der von Menschen verursachten Treibhausgasemissionen auf diesen Bereich entfallen. 26% gehen auf das Konto von Lebensmittelproduktion und -konsum, die verbleibenden 5%punkte werden durch nicht für den Verzehr gedachte Outputs (z.B. Biotreibstoffe) bzw. die Abholzung von Wäldern verursacht.

Mehr als 50% der ernährungsbedingten Treibhausgase durch Tierhaltung

Tierhaltung ist für einen großen Anteil der Emissionen und des Ressourcenverbrauchs verantwortlich. Die Produktion von Fleisch, Eiern, Fisch und Milch beansprucht rund 83% der landwirtschaftlich genutzten Flächen und verursacht 56 bis 58% der Treibhausgasemissionen – also mehr als die Hälfte des gesamten Sektors. Erstaunlicherweise werden aber nur 37% des Proteins und 18% aller Kalorien durch Produkte aus Tierhaltung zur Verfügung gestellt.

Der hohe Anteil an tierischen Produkten – insbesondere Fleisch – ist nicht nur in der Produktion umwelt- und klimaschädlich, sondern auch im Konsum problematisch. Würde man global den Konsum von Fleisch auf die empfohlenen „Grenzwerte“, die so etwas wie einen Minimalkonsens unter Ernährungsexperten darstellen, reduzieren, dann sinken nicht nur krankheitsbedingte Kosten (Behandlungs- und Pflegekosten, Produktivitätsrückgang), sondern es steigt auch die Lebenserwartung. Allerdings müsste dafür der Fleischkonsum um 56% sinken, der Verzehr von Früchten und Gemüse um 25% steigen und insgesamt um 15% weniger Kalorien aufgenommen werden. Die positiven Effekte auf die Gesundheit und das Gesundheitssystem sind bei Diäten die ganz auf Fleisch verzichten noch höher (3,0% des BIP im Jahr 2050) und am höchsten, wenn man gänzlich auf tierische Produkte verzichtet (3,3% des BIP).

 

Klimaziele nicht erreichbar mit den gegenwärtigen Ernährungstrends

Der Planet ist weit von diesem Szenario entfernt: Forscher der Universität Oxford zeigen, dass bei Fortschreibung der gegenwärtigen Ernährungstrends, der Treibhausgasausstoß aus diesem Bereich bis 2050 um 51% steigen wird (im Vergleich zur Periode 2005/2007). Auch mit der Einhaltung der durch den Minimalkonsens vorgegebenen „Grenzwerte“ bei der Ernährung ist der angestrebte maximale Temperaturanstieg von 2% nicht machbar. Lediglich eine rein pflanzliche Ernährung rückt dieses Szenario in den Möglichkeitsraum. Bei allen anderen Ernährungsstilen muss in den anderen Bereichen kompensiert werden, damit man die Klimaziele erreichen könnte.

 

19% des EU-Budgets für Tierhaltung; 8% für Forschung und Innovation

Die negativen Effekte von tierischen Lebensmitteln werden zunehmend wahrgenommen. So war die Empörung beachtlich, als publik wurde, dass die EU rund 60 Mio. Euro für Marketing zur Erhöhung des Fleischkonsums zur Verfügung stellt. Diese Marketingaktion ist vom Volumen her vernachlässigbar, wenn man einen Blick auf die Förderungen, die im Rahmen der gemeinsamen europäischen Agrarpolitik ausgeschüttet werden, wirft. Greenpeace schätzt, dass €28.5 bis €32.6 Milliarden pro Jahr in die Tierhaltung und -verwertung fließen. Das sind rund 18% – 20% des gesamten(!) EU Budgets. Zum Vergleich: In das europäische Rahmenprogramm für Forschung und Innovation gingen weniger als 8% der Mittel.

 

Green Deal: Grün oder strukturkonservierend?

Obwohl die Europäische Kommission in ihren Ausführungen zum Green Deal zum Ausdruck bringt, dass die negativen Umweltwirkungen der Landwirtschaft und des Ernährungssektors wahrgenommen werden, glaubt die Kommission, dass durch „…das Inverkehrbringen nachhaltiger und innovativer Futtermittelzusatzstoffe…“ ein ausreichender Beitrag zur Abschwächung der negativen Wirkungen von Tierhaltung auf Klimawandel geleistet wird. Wie hoch der Lösungsbeitrag dieser Maßnahme ist, wird nicht dargestellt. Klar ist, dass damit eine kleine Intervention, mit der die gegenwärtigen Praktiken und Lebensgewohnheiten unverändert fortgesetzt werden können, als Lösung für ein großes Problem präsentiert wird. An den negativen Auswirkungen auf Gesundheit, Landverbrauch und Biodiversität ändert sich dadurch nichts.

 

Zu wenig Flächen für Renaturierung, Bio-Landwirtschaft und Aufforstung

Damit werden im Rahmen der gemeinsamen Agrarpolitik Strukturen gestützt, die es unmöglich machen, die unterschriebenen und über den geplanten Green Deal umzusetzenden Emissionsziele zu erreichen, die die Lebenserwartung der EuropäerInnen senken, die ernährungsbedingte Krankheiten hochhalten und gleichzeitig massiv die Biodiversität gefährden. Eine Fortsetzung der gegenwärtigen Agrarpolitik bedeutet auch, dass aufgrund des übergroßen Landverbrauchs der Massentierhaltung (83% der landwirtschaftlich genutzten Flächen) Land zur Speicherung von CO2, zur Umstellung auf biologischen Landbau und zur Wiederherstellung von Ökosystemen fehlt. Zur Illustration: Durch einen globalen Verzicht auf tierische Produkte würde Agrarland in der Größe Afrikas für diese Nutzungen frei werden.

Kurzum: Klima- und umweltschädliche sowie gesundheitsgefährdende Produkte und Lebensstile werden durch Agrarsubventionen gefördert, anstatt dass die von der Gesellschaft schon jetzt zu tragenden Kosten nach dem Verursacherprinzip auf diese Produkte aufgeschlagen werden. Die Alternative dazu ist eine grundsätzliche Neuorientierung der Agrarpolitik auf europäischer Ebene, die ausschließlich den Ausstieg und nicht die Produktion von tierischen Nahrungsmitteln fördert, die biologische Landwirtschaft und CO2-Speicherung priorisiert und Biodiversität wieder herstellt. Natürlich bleibt auch die Versorgungssicherheit ein Hauptziel. Gleichzeitig muss die Bevölkerung aufgeklärt werden und das Innovationspotential bei pflanzenbasierten Lebensmitteln gehoben werden. Wenn das nicht passiert, essen vielen von uns wortwörtlich die Zukunft von allen – manche verdienen auch noch daran.

 

Quellen:

 

Daniel Boffey, EU spending tens of millions of euros a year to promote meat eating, Guardian, 14.2.2020, https://www.theguardian.com/environment/2020/feb/14/eu-spending-tens-of-millions-of-euros-a-year-to-promote-meat-eating

Europäische Kommission, Der Europäische Grüne Deal, Brüssel, den 11.12.2019 COM(2019) 640 final, https://eur-lex.europa.eu/resource.html?uri=cellar:b828d165-1c22-11ea-8c1f-01aa75ed71a1.0021.02/DOC_1&format=PDF

Europäische Kommission, „Vom Hof auf den Tisch“ – eine Strategie für ein faires, gesundes und umweltfreundliches Lebensmittelsystem, COM(2020) 381 final, Brüssel, 2020, https://eur-lex.europa.eu/legal-content/EN/TXT/?qid=1590404602495&uri=CELEX%3A52020DC0381

Greenpeace, Feeding the Problem: Folgen der Europäischen Agrarpolitik, 2019, https://www.greenpeace.de/presse/publikationen/feeding-problem

J. Poore, T. Nemecek, Reducing food’s environmental impacts through producers and consumers, Science 01 Jun 2018, Vol. 360, Issue 6392, https://science.sciencemag.org/content/360/6392/987

Springmann, M.. Charles, H., Godfray, J., Rayner, M., Scarborough, P., Analysis and valuation of the health and climate change co-benefits of dietary change, PNAS, 2016, https://www.pnas.org/content/pnas/early/2016/03/16/1523119113.full.pdf


Foto Credit:
Hartmut Kiewert “Bus Stop”

 

B2P029 Georg Doppler – Von blonden Rindern, Direktvermarktung und Sozialen Medien

B2P029 Georg Doppler – Von blonden Rindern, Direktvermarktung und Sozialen Medien

Was ihr in dieser Folge hören könnt …

Gut, vom Weltraum aus kann man den Hof von Georg Doppler vielleicht nicht sehen, aber vom Zug aus. Groß ist er trotzdem. Und er steht schon lange da. 1300 irgendwas wird der Hof das erstmal urkundlich erwähnt. Seit 1700 irgendwas im Besitz der Familie Doppler, damals quasi noch in Bayern.

Der sprachlich wenig geübte Österreicher muss sich erst ein wenig auf die Besonderheiten des örtlichen Sprachgebrauchs eingrooven. So befinden wir uns nämlich nur der Schrift nach in einem Ort namens Waizenkirchen. In Wirklichkeit sind wir aber in “Woazaküra” (oder so ähnlich). Jetzt tönt auch der Vulgoname des Hofes wieder harmonisch mit: Moaz Poazham. Wer wissen will, was da heißt, der muss in den Podcast reinhören.

Georg Doppler züchtet gemeinsam mit seiner Frau Astrid Rinder, genau gesagt Blonde d’Aquitaine. Eigentlich ein reiner Marktfruchtbetrieb (i.e. Ackerbau) haben sie 1998 mit den Rindern begonnen. Dem gingen alle möglichen Versuche voraus, das richtige Setup für den Hof zu finden.

Wer in den Podcast reinhört, erfährt einiges über Rinderrassen und worum es bei der Zucht geht.

Auch auf das Thema Behornung, das wir in der Folge mit Markus und Olga Voglauer (Folge 20) schon mal besprochen haben, geht Georg ein. Wir lernen: Die Unterscheidung zwischen “hornlos” und “enthornt” ist wesentlich. Georgs Rinder kommen (bis auf ganz wenige Ausnahmen) ohne Hörner zur Welt. Eine nachträgliche Enthornung ist in diesem Fall gar nicht notwendig. Ein Eigenschaft der Züchtung, an der man seit mittlerweile 20 Jahren arbeitet, so Georg, sichtlich stolz.

Georg ist aber nicht “nur” Bauer. Ähnlich wie unser verhaltensauffälliger Kollege aus der Krakau sagt auch Georg seine Meinung, nimmt Stellung. Er überlegt lange, wägt ab. Er ist ein sehr politischer Mensch, war schon in vielen Verbänden aktiv, hat vieles mitgegründet, ist aber auch aus vielem wieder ausgestiegen. Ein bisserl kommt er uns vor wie die woazaküra´sche Variante von Hans Söllner. Mit dem ist er übrigens auch schon ein bisserl zusammengekracht. Eine Aussprache steht aus, da Hons kommt irgendwann zum Georg.

Hans Söllner und Til Schwaiger hat er öffentlich kritisiert und schon Reichweite erzielt. Sein Mittel der Wahl: Instagram, Facebook und ja, Tik Tok.
Als er einer postfaktischen Gruppe juveniler Tik-Tok-Influencer im Rahmen der Kulikitaka-Challenge das Attest “gehirnambutierte Vollpfosten” auf deren eigener Plattform ausstellt, geht er viral, wie es so schön heißt. Bis Australien wird darüber berichtet. An einem Tag waren bis zu drei Fernsehteams am Moaz Poazham in Woazaküra. Nicht ganz ungeplant, wie wir im Gespräch erfahren.

Und überhaupt sprechen wir ausführlich über Kommunikation, Soziale Medien und Öffentlichkeit. Georg teilt hier seine Erfahrungen und Herangehensweisen, die auch für andere durchaus wertvoll sein könnten.

Und ja, es gibt auch Schwein, Hühner, Pferde eine quirlige, kleine Hof-Fee namens Josefa, noch zwei erwachsene Töchter (Lea und Hannah), Sohnemann Jakob, einen schwarzen Kuschelhund namens Fanta und einen Hofladen mit eigenen Produkten und Produkten aus der Region. Und ja, die eingangs schon erwähnte Bäuerin Astrid, die für Georgs Frisur verantwortlich ist.

ein paar Eindrücke …

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Adresse

Parzham 5
4730 Waizenkirchen

Foto - B2P029 Georg Doppler - Von blonden Rindern, Direktvermarktung und Sozialen Medien
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