B2P004 Susanne Karr - Verbundenheit | Perspektiven einer veganen Lebensweise
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Wilhelm Geiger
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Susanne Karr

4 Kommentare

  1. Avatar

    Danke für diesen Podcast als Beitrag zu einem wirklichen Dialog zwischen Bauern und Konsumenten!
    Ich selber bin überzeugte Flexitarierin. Was ich an Veganern dennoch schätze:
    1) In einer Gesellschaft, deren Fleischkonsum eindeutig viel zu hoch ist, leisten Veganer einen wichtigen Beitrag des Ausgleichs.
    2) Bis zum 2. Weltkrieg konnten sich Großstädte wie Wien teils noch selber versorgen. Es gab auch innerhalb der Stadtgrenzen zahlreiche Viehställe z.B. mit Schweinen, welche Lebensmittelabfälle verwerteten, die heute im Müll landen. Heute ist die Versorgung von bald 2 Millionen Menschen ohne jeden landwirtschaftlichen Bezug nur noch mit leistungsstarker Logistik und somit ohne industrielle Nahrungsmittelproduktion schwer machbar. Im Bereich der tierischen Produkte bedeutet dies oft Massentierhaltung. So ist eine vegane Lebensform als bewusste Antwort darauf sehr gut nachvollziehbar. Ich persönlich bin für eine Reduktion der Produktion tierischer Lebensmittel in Österreich hin auf ausschließlich flächengebundene Tierhaltung ohne Soja-Import aus dem Regenwald und der daraus erwachsenden Nitratverseuchung unseres Trinkwassers durch das Übermaß an Gülle.
    3) Mit ihren gut durchdachten Argumenten zwingen Veganer uns Nutztierhalter, unser Tun ebenso reflektiert zu begründen:
    Ich als Halterin von Fleischschafen möchte wie folgt antworten: Für mich ist Schlachten ein Memento mori, zu welchem immer wieder Selbstüberwindung gehört. Sobald der Versuchung zu destruktivem Schuldgefühl widerstanden worden ist, senkt sich eine heilige Atmosphäre des Schweigens herab. Ich vermittle dem Tier: “Auch mir wird einst der Tod zugemutet, um anderem Leben eine Chance zu geben.” So bleibe ich mit ihm solidarisch, auch wenn ich ihm das Leben nehme, das ich ihm zuvor ermöglicht habe. Fleisch unterstreicht die Transzendenz der Festtage, und man gönnt es dem, der sich körperlich für andere verausgabt. Es gehört nicht in den gewöhnlichen Alltag.

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  2. Avatar

    Hi Leute. Ich hab mir bis jetzt alle Pod-Casts angehört und finde euer Schaffen super.
    Bei diesem Gespräch sind mir 2 Fragen in den Sinn gekommen. Susanne verfolgt einen fuer mich sehr nachvollziehbaren Weg. Wo stehen in ihrer Gedankenwelt die Pflanzen? Wir Menschen können nicht wissen was im Inneren einer Pflanze vorgeht, da wir eine andere Art von Wesen sind. Tiere stehen uns näher, sie haben Augen, Ohren, usw. Wir meinen ihnen gegenüber emphatisch sein zu können. Es ist aber auch wissenschaftlich bewiesen, dass Pflanzen untereinander via dem Mykorrhiza-Pilz kommunizieren und so ein Sozialleben führen. Pflanzen sind auch Lebewesen die getötet werden müssen um Menschen zu ernähren. Also ist doch jede Art von Kultivierung auch Unterdrückung/Ausbeutung?
    Und wie steht der Bauer vom Bergerhof zu Susannes Weltbild?

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    • Wilhelm Geiger

      Hi Florian, cool, freut mich, dass du uns hörst!!! Sofern du ein paar Links / Quellen zu den wissenschaftlichen Erkenntnissen hast, stell sie gerne einfach dazu. Das Thema wird generell sehr kontrovers diskutiert und mit Susannes Perspektive haben wir jetzt mal angefangen. Ich hoffe, dass wir dieses “Spektrum” in der Zukunft noch um einige Gespräche erweitern können. Einen allgemeinen Konsens wird es zu diesem Thema – und vielen anderen Themen – ohnehin nie geben. Hoffe du bleibst uns auch weiterhin als Hörer erhalten 🙂
      lg & danke
      Willy

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    • Avatar

      Hallo Florian,
      Vielen Dank für Dein Feedback. Du sprichst eine spannende Frage an. In der Tat ist es für uns Menschen oft einfacher, Verbundenheit zu Tieren herzustellen als zu Pflanzen- obwohl es auch passionierte Gärtnerinnen gibt oder Menschen denen ihre Pflanzen in der Wohnung sehr nahestehen. Streng genommen ist es sicherlich debattierbar, ob man Pflanzen einfach „töten“ darf um sich zu ernähren. Es gibt ja auch Menschen, die nur Früchte/Nüsse etc., zu sich nehmen, um diesem Dilemma zu entgehen. Ob man diesen Weg einschlagen will bleibt jedem überlassen. Für mich bedeutet jedenfalls die Tatsache, dass auch Pflanzen lebendige Wesen sind, dass man ihnen mit Achtsamkeit begegnen soll. Und wie sie herangezogen werden spielt sicher eine Rolle. Der massenhafte Anbau, kombiniert mit Pestiziden ist – abgesehen von gesundheitlichen Argumenten – auch deswegen abzulehnen, weil er Pflanzen total unter dem Aspekt der Nützlichkeit sieht – wieder mal ein typischer Wesenszug des Anthropozentrismus.

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