Folge Nr: 192
B2P104 Amelie und Franziskus Seilern-Aspang – Hoch im Norden, tief im Wald
wie ein moderner Adel nun veredelt
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„Leit hoits zamm“ – Haindling
thx an Jürgen Buchner
„Power to the People“ – Junior Kelly
thx and Michael Lechleitner @ Irievibrations Records
… und ein bisserl selbst gesungen
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Transcript - B2P104 Amelie und Franziskus Seilern-Aspang – Hoch im Norden, tief im Wald
Franziskus: Das ist auch was man auf der BOKU gelernt hat. Was möchtest du mit deinem Wald?
Franziskus: Möchtest du einen englischen Garten haben? Möchtest du möglichst viel totes Holz haben?
Franziskus: Möchtest du möglichst gut wirtschaften?
Franziskus: Es gibt viele Arten, wie man einen Wald bewirtschaften kann.
Amelie: Wir können nur eine gewisse Anzahl von Rehen, Sauen und Hirschen schießen.
Amelie: Wollen auch gar nicht mehr entnehmen.
Amelie: Das heißt, das was reinkommt wird verarbeitet. Das heißt, wir kaufen nichts
Amelie: zu und wir sind daher kein Großunternehmer, der jetzt an große Supermarktketten
Amelie: verkauft. Könnten wir gar nicht, wollen wir auch gar nicht.
Franziskus: Ist es reich, weil ich einen Porsche fahre oder ist es reich,
Franziskus: dass ich jeden Tag in den Wald gehen kann?
Franziskus: Also in der Corona-Zeit waren wir sehr, sehr reich, weil ich habe meinen Arbeitsplatz
Franziskus: auf einem relativ großen Grundbesitz, den ich betreten durfte immer.
Amelie: Und der Fisch hat irgendwie für uns so stimmig auch gepasst,
Amelie: weil die Fische ja wirklich tanzen, wenn sie dann in den Netzen rausgeholt werden.
Franziskus: Jeden Unterschied machen. Der Jäger wird nur das Problem haben,
Franziskus: der Jäger ist den Bauern verpflichtet und der Jäger muss den Bauern schützen.
Franziskus: Der Jäger ist immer der Reibungspunkt zwischen Wild- und Nutztier.
Franziskus: Und nachdem der Wolf ein Wildtier ist und irgendwann einmal,
Franziskus: Mal, wenn das so weit ist, dass wir die Bauernaufstände wieder mal haben,
Franziskus: nach dem Dreißigjährigen Krieg, dass das wiederkommen wird, die Bauern alle
Franziskus: aufgeben, die österreichische Kulturlandschaft leiden wird darunter,
Franziskus: dann wird der Jäger wieder gefordert sein, das wieder gut zu machen.
Franziskus: Weil der Jäger ist der Einzige, der das gut machen kann.
Franziskus: Leute, halt's zusammen, sonst dauert's nicht mehr recht lang.
Music: Music
Franziskus: Auf einmal tut's einen kleinen Schäber an und dann kracht alles zusammen.
Willy: BauertothePeople, der Podcast für Perspektiven rund um Essen,
Willy: Menschen und Landwirtschaft.
Willy: Weil nur durchs Reden kommen die Leute.
Music: Music
Willy: In dieser Ausgabe des BauertothePeople-Podcasts war ich so weit nördlich,
Willy: wie man in Österreich nur in eine Stadt kommen kann.
Willy: Nämlich in Litschau im Waldviertel.
Willy: Und dort wohnen auf einem Schloss, das eigentlich eine Burg ist,
Willy: die Amelie und der Franziskus Seilern-Aspang.
Willy: Mit ihren vier Kindern und dem wirklich süßen Hund Sisu. Der Franziskus,
Willy: der ist quasi direkt von Lidschau, wenn man die Zeitspanne von ein paar hundert Jahren ausdehnt.
Willy: Die Amelie hat ihre Jugend in Hamburg verbraucht und ist dann über ein kleines
Willy: Domizil mitten im Wald, schließlich der Liebe wegen, beim Franziskus im Waldviertel
Willy: gelandet und geblieben.
Willy: Die Geschichte bis dahin erzählen wir quasi im ersten Teil dieses Podcasts.
Willy: Die beiden bewirtschaften zusammen mit ihrem Team rund 4000 Hektar Wald,
Willy: bejagen dort das Wild, befischen knapp 50 Teiche, in denen hauptsächlich Karpfen heranwachsen.
Willy: Den Großteil der Produkte verkaufen sie in der Direktvermarktung und sie veranstalten auch Tänze.
Willy: Tänze rund um ihre Produkte. Einen Rehtanz und einen Fischtanz hat es bereits
Willy: gegeben und nächstes Jahr folgt dann das erste Mal ein Keiler-Tanz.
Willy: Da kommen dann also lauter Vertriebler und tanzen miteinander.
Willy: Scherz, das sind natürlich die männlichen Wildschweine. Unter der Marke Schloss
Willy: Lidschau versuchen sie die Tradition des Handwerks, die Hochwertigkeit der eigenen
Willy: Produkte und die Besonderheiten der Region,
Willy: nämlich des Wallviertels, zu vereinen und damit neben dem Forst,
Willy: neben den Eiseneinnahmen des
Willy: Forstes, sukzessive weitere Vermarktungs- und Einnahmequellen aufzubauen.
Willy: So ein Schloss, eigentlich sind es ja zwei, ein Schloss und eine Burg und die
Willy: vielen, vielen Nebengebäude, die muss man ja auch erst einmal über die Jahre,
Willy: Jahrzehnte und Jahrhunderte in Schuss halten.
Willy: Ich freue mich auf jeden Fall sehr, dass die beiden im wahrsten Sinne des Wortes
Willy: ihre Tore geöffnet haben und mir in einem sehr offenen und auch sehr lustigen
Willy: Gespräch ihr Vertrauen geschenkt haben.
Willy: Man merkt schon, dass die beiden sich nicht immer ganz einig sind,
Willy: so wie sie da auf der Couch sitzen.
Willy: Ihr könnt es natürlich auf YouTube auch anschauen, aber gleichzeitig merkt man
Willy: auch, wie gern sich diese beiden Menschen haben.
Willy: Die zwei sind ein wirklich, wirklich lustiges Duo mit einer sehr,
Willy: sehr spannenden Geschichte mit Geschichte, mit viel Gegenwart und vor allem
Willy: auch viel, viel Zukunft.
Willy: Ja, euch viel Freude beim Reinhören und YouTube nicht vergessen auch manchmal beim Reinschauen.
Willy: Grüß euch, Franziskus ist noch ein bisschen am Arbeiten, damit hätte ich schon
Willy: quasi einen meiner heutigen Podcast-Gästinnen vorgestellt.
Willy: Franziskus von Ceylon Aspwang, neben seiner Frau, der Amelie von Ceylon Aspwang.
Willy: Ich bin heute hier, glaube ich, Franziskus, du schaust jetzt schon skeptisch.
Franziskus: Ich schaue skeptisch.
Willy: Du weißt schon, das geht alles auf Video auch, gell?
Franziskus: Ja, es ist auf Video, nur ist mein Mikrofon hinten am Rücken verrutscht.
Willy: Am Rücken. Wenigstens ist es gut, wenn es im Gesicht ist. Das ist das Wichtigste.
Willy: Hängt es noch?
Amelie: Ja, es hängt, oder? Hängt.
Franziskus: Hörst du mich?
Willy: Gut, super. Test, Test, Test.
Franziskus: Kann man. Kann man anfangen.
Willy: Nein, das ist ein guter Start. Wir starten mehr oder weniger immer leicht verhaltenskreativ
Willy: in dem Podcast. Ihr habt es dankenswerterweise heute wieder super mitspült.
Willy: Erstmal vielen Dank für die Einladung. an den einen der nördlichsten Punkte
Willy: Österreichs. Ist das richtig, oder? In Litschau sind wir da.
Franziskus: Die nördlichste Stadt Österreichs.
Willy: Die nördlichste Stadt Österreichs. Genau. Litschau ist eine Stadt?
Franziskus: Litschau ist eine Stadt. Ganz wichtig. Seit 800 Jahren oder 600 Jahren oder
Franziskus: so. Das sollte ich nicht wissen, aber,
Franziskus: nachdem ich schon die 800-Jahr-Feier und die 600-Jahr-Feier erlebt habe.
Willy: Die hast du erlebt, ja?
Franziskus: Ja, beide.
Willy: Sehr schön.
Franziskus: Und eins war auf jeden Fall Stadt Litschau.
Willy: Okay, also Stadt Litschau, nördlichste Stadt ganz Österreichs.
Willy: Es gibt da irgendwo auch den nördlichsten Punkt in ganz Österreich.
Willy: Also recht viel weiter und dann ist man gleich in Tschechien.
Willy: Genau. Da ist die Grenze. Wir sind heute im...
Willy: Auf Schloss Litschau? In der Burg Litschau.
Amelie: Es ist eigentlich eine Burg.
Willy: Aber ich sage Schloss dazu.
Amelie: Warum? Geht gleich los. Weil es im Volksmund Schloss Litschau genannt wird.
Amelie: Und das hat sich dann so eingebürgert. Und da, wo du jetzt bist,
Amelie: hier bei uns, ist das alte Schloss.
Amelie: Am Sofa, richtig. Ist das alte Schloss.
Amelie: Und es gibt auch das sogenannte neue Schloss. Das ist durch den Burggraben Abend hindurch drüben.
Amelie: Und da wohnen meine Schwiegereltern.
Willy: Die Schwiegereltern wohnen im neuen Schloss und ihr seid im alten Schloss.
Amelie: Genau, wir sind ins alte gezogen.
Willy: Okay. Weißt du, was schöner ist?
Amelie: Hier? Nein, es war einfach immer so.
Franziskus: Es war leer.
Amelie: Es war leer, ja. Und du sagst immer, es ist der einzige Vorteil,
Amelie: wenn man zwei Schlösser hat, dass es eben zwei Haushälte gibt und die Schwiegermutter
Amelie: und die Schwiegertochter keinen Anhaltspunkt haben, sich zu ärgern übereinander. Das ist schön.
Willy: Deswegen ist dieser Graben da zwischen dem alten und dem Schloss.
Franziskus: Die sind getrennt durch einen friedensstiftenden Graben.
Willy: Ein friedensstiftender Graben, das ist schön. Ich habe jetzt mal gleich die
Willy: erste Frage aufgelegt, die mir gar nicht gestellt hat bis jetzt.
Willy: Was ist der Unterschied zwischen einer Burg und einem Schloss?
Franziskus: Die Burg ist zur Verteidigung gebaut worden.
Willy: Um das Schloss zu verteidigen?
Franziskus: Nein, das Schloss kam ja viel später. Die Burg ist fast 1000 Jahre alt,
Franziskus: Also erwähnt worden um 1089 herum.
Franziskus: Und wurde als Feste gegenüber dem undurchdringlichen mystischen Böhmerwald an
Franziskus: der Grenze zu Österreich, oder damals, also Osterichie, oder wie es damals geheißen
Franziskus: hat, also diese Schurteitel her,
Franziskus: eben gebaut worden und war immer als Festung, als Verteidigungsposten.
Franziskus: Und das ist eben der nordöstlichste Verteidigungsposten.
Willy: Okay, vielleicht kurz aus Orientierung für unsere Hörerinnen und Hörer, was uns heute erwartet.
Willy: Wir haben quasi das Ganze eigentlich auf drei Gespräche jetzt aufgeteilt.
Willy: Heute sprechen wir mal über euch, wie ihr zu all dem gekommen seid,
Willy: was ihr hier macht. und ihr habt ja da einen sehr großen Teil Forst, also Wald.
Willy: Ihr macht es auch, ihr jagt auch, verkauft die Produkte und ein großer Teil ist Fischerei.
Willy: Wir schauen heute auf den Forst, auf den Wald und auf die Jagd ein bisschen
Willy: gemeinsam und auf die Vermarktung von eurer Produkte.
Willy: Ich komme im, also wenn das heute funktioniert und wir uns nachher immer noch mögen, komme ich...
Amelie: Das schauen wir dann.
Willy: Wenn das alles funktioniert, komme ich im Herbst wieder und dann schauen wir
Willy: uns ganz gezielt einfach die Fischereien, weil da habt ihr glaube ich an die
Willy: 50 Teiche oder ziemlich genau 50 Teiche,
Franziskus: Glaube ich, wo ihr ganz 50 Teiche.
Willy: Ja, hauptsächlich Karpfen fischt und das ist ein Thema für sich und das müssen
Willy: wir uns einfach getrennt anschauen und morgen habe ich dann noch ein Interview
Willy: mit eurer Försterin, der Romana,
Willy: über das Thema Wald und Klimawandel, weil das ist ein Thema,
Willy: weil es brisant ist, weil es wichtig war, genau.
Willy: Nur so als kurzer Überblick, was uns da erwartet und jetzt würde ich einfach
Willy: so wie immer einmal einsteigen, was jetzt bei euch passiert.
Willy: Wir dürfen jetzt nicht zu weit ausholen, weil die Historie ist ja bei beiden
Willy: wahrscheinlich jetzt sehr, sehr weit und sehr, sehr breit.
Willy: Wo kommt ihr her? Wie habt ihr euch da zusammengefunden? Und wie ist das alles entstanden?
Willy: Wer würde denn anfangen? Sonst triff ich ja die Entscheidung.
Amelie: Mach du die Entscheidung.
Willy: Okay, Franziskus, du fängst an.
Franziskus: Ich fang an. Ich hätte meiner Frau den Vortrag gelassen.
Willy: Du hättest ein bisschen schneller sein müssen.
Franziskus: Also Also ich habe vorher erwähnt, das Schloss ist fast 1000 Jahre alt,
Franziskus: also die Burg ist fast 1000 Jahre alt.
Franziskus: Die war landesunmittelbar, also ist als Lehen vergeben worden über mehrere Jahrhunderte.
Franziskus: War eine wichtige Festung in den Husitenkriegen, die 1425 waren,
Franziskus: wo der Jan Hus einen Religionskrieg angefangen
Franziskus: hat in Böhmen und das dann eben nach
Franziskus: österreich getragen hat in dem er in rabs
Franziskus: und und den klagen also den länder rein
Franziskus: und darum geplündert hat sich mehr oder weniger versorgt hat dass eine armee
Franziskus: damit versorgt hat und da ist blitzschau vorgekommen also ist dobersberg rabs
Franziskus: litscher sind angegriffen worden sind teilweise vernichtet worden litschert
Franziskus: überlebt litschert nur mal gebrannt und hat aber
Franziskus: sonst nicht einen großen Schaden davongetragen.
Franziskus: Das war der erste große Konflikt, der hier war. Deswegen ist auch Litschau als
Franziskus: Festung gegen das Böhmische Reich eben gebaut worden. Als Burg quasi.
Willy: Gibt es da noch einen Unterschied zwischen Burg und Festung?
Franziskus: Ja, das ist dann so wie als Teich und See. Also es wird ein Stausee.
Franziskus: Technische Unterscheidung.
Franziskus: Unterscheidungen, die kann ich dir jetzt nicht genau sagen, aber,
Franziskus: Und dann das zweite große Happening hier war der Dreißigjährige Krieg.
Willy: Ja, das war ein großes Happening.
Franziskus: Das war ein großes Happening. Da waren die Schweden in Litschau.
Franziskus: Da gibt es auch eine Sage. Die
Franziskus: Schweden sind ja frühzeitig aus dem Dreißigjährigen Krieg ausgeschieden.
Franziskus: Und das Ganze soll sich hier zugetragen haben. In Litschau gibt es eben einen großen Burgfried.
Franziskus: Einen, der sehr besonders ausschaut. Das ist ein runder Burgfried.
Franziskus: Was ist ein Burgfried? Ein Burgfried ist der Turm.
Amelie: Der große Turm bei uns.
Franziskus: Das nennt man Burgfried und ist ein Butterfassturm, weil er eine runde Form hat.
Willy: Ausschaut wie ein Butterfass.
Franziskus: Ausschaut wie ein Butterfass, eine runde Form hat. Und von dort aus soll das
Franziskus: Burgfräulein mit der Armbrust dem König von Schweden den gläuernden Löffel aus
Franziskus: der Hand geschossen haben. Beim Mittagessen.
Willy: Beim Mittagessen.
Franziskus: Und daraufhin hat der schwedische König dann gefunden, es ist eben,
Franziskus: wenn die Damen oder die Frauen schon so gut mit der Armbrust umgehen können,
Franziskus: lasst er das sein und geht wieder zurück nach Hause. Und tatsächlich sind zwei Dinge wahr davon.
Franziskus: Der dritte können wir uns streiten, aber das ist nicht unsere Aufgabe,
Franziskus: glaube ich. Also die Schweden waren tatsächlich hier in Litschau und sie sind
Franziskus: tatsächlich frühzeitig aus dem Krieg ausgeschieden.
Franziskus: Also sie haben den Dreißigjährigen Krieg nicht alle Dreißigjährige durchgehört,
Franziskus: sie sind frühzeitig weggegangen.
Franziskus: Und ob das jetzt der Grund war, dass das Burgfräulein so gut geschossen hat
Franziskus: oder nicht, dürfen wir glauben.
Willy: Und ob der Löffel auch wirklich Gold war, das wissen wir auch nicht genau.
Franziskus: Ja, das ist wahrscheinlich der größte Streitfaktor.
Franziskus: Es gibt genug Leute, die sich den suchen.
Willy: Irgendwer hat den Löffel abgegeben.
Willy: Seit wann ist deine Familie da? Wie heißt sie jetzt? Ceylan Aspang? Genau.
Willy: Wie hängt es zusammen und seit wann seid ihr quasi hier in Litschau da?
Franziskus: Also in Litschau hat es sehr, sehr viele verschiedene unterschiedliche Besitzer
Franziskus: gegeben oder Lähnnehmer gegeben, die in Litschau ihre Aufgabe gehabt haben.
Franziskus: Wir sind dann, also ursprünglich kommen wir, der erste Seilern kommt aus Heidelberg,
Franziskus: war dort ein Sohn einer Färberfamilie, also die Textile gefärbt haben.
Franziskus: und der hat dann angefangen beim Kurfürsten in Heidelberg seine Arbeit zu verrichten,
Franziskus: ist dann dort in Ungunst geraten,
Franziskus: war dort einige Zeit eingesperrt, ihm wurde es dann die Möglichkeit gegeben,
Franziskus: das Land oder möglichst weit weg zu gehen.
Franziskus: Das hat er angenommen, ist nach Wien gegangen, ist dann am Wiener Hof,
Franziskus: hat er dann wieder einen Job gefunden, hat sich dort bewährt.
Franziskus: Er war kinderlos, sein Neffe wurde dann adoptiert.
Franziskus: Der hat dann die pragmatische Sanktion verfasst. Die pragmatische Sanktion ist der letzte Wille,
Franziskus: gewesen vom Vater von Maria Theresia und in den letzten Willen hat er hineingeschrieben,
Franziskus: dass auch die weiblichen Nachkommen Kaiser werden dürfen.
Franziskus: Also aus der pragmatischen Sanktion geht davor, dass die Marie-Theresia Kaiserin werden kann.
Franziskus: Also ich sage dann immer salopp, wir waren die ersten Feministen in Österreich.
Franziskus: Okay. Und haben das abgeschlossen und können uns damit ausruhen auf dem.
Willy: Aber du hast jetzt gesagt, Heidelberg, Färberei,
Willy: Arbeiter oder wie man das damals benannt hat, wann ist der Adel dann gekommen
Willy: oder der Adel? Oder war das dann schon Arbeiten da?
Franziskus: Nein, nein, nein. Es gibt in Heiligenberg oder in Nachbaut von Heiligenberg
Franziskus: gibt es einen Stein und man hat dort dann,
Franziskus: wie er dann eben aufgestiegen ist und hat natürlich seine Herkunft verwischt,
Franziskus: weil das ist ja natürlich nicht, wenn man aus einer Arbeiterfamilie,
Franziskus: kommt, das hat man damals eben verschweigen wollen.
Franziskus: Und also man weiß es zwar, aber es ist möglichst gut verwischt worden,
Franziskus: die Herkunft, dass Friedrich Seilern aus einer Arbeiterfamilie gekommen ist,
Franziskus: wurde dann mit Hilfe, also im Adelsbrief, wurde das dann alles irgendwie verdeckt.
Willy: Fünf Minuten im Podcast kommt das erste Mal ins Rudern.
Franziskus: Können wir das rausschneiden?
Amelie: Kann man das vorschneiden?
Franziskus: Nein, aber es ist eben die Tatsache und es ist ja auch schön.
Franziskus: Ja, ich finde auch. Ich finde es gut.
Amelie: Dass du es sagst.
Franziskus: Man kann es ja ruhig so sagen, vielleicht bei 100 Jahren hat man es vertuscht
Franziskus: und hat nicht darüber reden wollen,
Franziskus: weil der Adel immer etwas Besseres sein soll, aber es ist es nicht.
Franziskus: Man hat sich eben durch die Arbeit oder durch den Fleiß und durch der Erfolg
Franziskus: hat man eben adellig werden können.
Franziskus: Manche haben schon noch auf sich gerissen.
Amelie: Es gab schon die und die, glaube ich.
Franziskus: Ja, also es gab Raubritter, die sich es halt dann geholt haben,
Franziskus: aber die gibt es heute noch.
Franziskus: Also Anerkennung oder nicht jeder, der das österreichische Verdienstkreuz bekommt,
Franziskus: hat sich es ehrlich erarbeitet.
Willy: Die Rahmenbedingungen haben sich geändert, die Leute sind die gleichen geblieben
Willy: auf gut Deutsch, oder? Absolut.
Franziskus: Also daher kommen wir und dann waren wir eben in Wien und waren dort und Sohn
Franziskus: von Maria Theresa, Josef II.
Franziskus: hat dann den Käufer von Litschau, das war der Sohn von Friedrich II.,
Franziskus: also von dem, der die pragmatische Sanktion verfasst hat, 1717. 17.
Franziskus: Der war auch dann im Geheimrat und im Außenministerium von Josef II.
Franziskus: Und der ist ihm nicht zu Gesicht gestanden.
Franziskus: Also er hat gefunden, dass seine kalten blauen Augen sind ihm unangenehm.
Franziskus: Und deswegen sollte er sich entfernen aus Wien. Also das ist die Überlegung.
Willy: Inhaltlich top argumentiert.
Franziskus: Auf jeden Fall hat er gefunden, Er soll sich auf gut Deutsch schleichen.
Willy: Richtung Litschau, oder?
Franziskus: Nein, das war nicht der Ding. Also da haben wir dann 1763 Litschau gekauft.
Willy: Wir sind schon fast in der Gegenwart.
Franziskus: Also 17 war die pragmatische Sanktion.
Franziskus: 1763 haben wir Litschau gekauft. 1764 haben wir unser Schloss in Wien,
Franziskus: also das ist das Schloss Alt Erler, in Wien verkauft.
Franziskus: Und dann seitdem sind wir da. 1764. war 1763.
Willy: Hier in Litscher?
Franziskus: Hier in Litscher.
Willy: Und das ist Ceylon, oder?
Franziskus: Das war Ceylon, ja. Und Aspang, Aspang ist ja ein Ort am Wechsel.
Willy: Aha. Das Aspang?
Franziskus: Das Aspang, neben der Autobahn, genau. Da gibt es eine Autobahnausfahrt Aspang.
Franziskus: Aspang hatte einen sogenannten Fideicomis, oder einen namensgebenden Charakter,
Franziskus: der besitzt dort, oder diese Herrschaft Aspang.
Franziskus: Und es gab eine Zeit, wo ein Doppelname gewollt war oder elegant war oder wie
Franziskus: man sagen würde, jetzt cool ist.
Willy: Heid auch wieder.
Franziskus: Heid auch wieder, ja. Also die Leute haben wieder vermehrt Doppelnamen.
Franziskus: Damals war es eben auch, da war der Graf Seilern weniger cool oder elegant wie Graf Seilern Aspern.
Franziskus: Und da hat man eben diesen Besitz Aspern gekauft, haben den,
Franziskus: glaube ich, zehn Jahre besessen.
Franziskus: haben uns den Namen behalten und Ausprang wieder verkauft.
Franziskus: Fertig.
Willy: So schaut es aus. Das heißt nach wie vor Ceylon Aspang.
Franziskus: Heißt nach wie vor Ceylon Aspang.
Willy: Ist auch wieder modern.
Franziskus: Das Vorn ist verschwunden.
Willy: Das ist wieder voll im Trend.
Franziskus: Genau. Nach dem Ersten Weltkrieg, ja.
Willy: Was war da los? Ich habe es eh ein bisschen recherchiert, aber es ist kleiner,
Willy: als du es sagst, weil ich habe die Hälfte schon wieder vergessen.
Willy: Aber seit 1919, glaube ich, gibt es irgendwie, darf man den Adelstitel nicht
Willy: mehr quasi tragen. Was war da los?
Franziskus: Ich darf dir nicht sagen, dass du mich Graf Ceylon von Aspang nennen musst.
Willy: Okay.
Franziskus: Auch wenn ich mich so fühle.
Franziskus: In der jetzigen Zeit kann man sich ja fühlen wie ein Hund oder eine Welpe.
Willy: Oder eine Katze.
Franziskus: Oder eine Frau. Nein,
Franziskus: es ist strafbar. Es ist strafbar sogar. Also wenn ich dir sage,
Franziskus: ich fühle mich so und ich möchte, dass du mich, meine Pronomen.
Amelie: Irgendetwas wie 20 Schilling oder so.
Franziskus: Das sind Kreuzer, also eine Kreuzerstrafe.
Willy: In Kreuze ist es, ne?
Franziskus: Das ist, glaube ich, nicht geändert.
Willy: Ich glaube, es ist sogar in der Verfassung niedergeschrieben worden.
Willy: Du darfst dich auch nicht mehr so nennen, oder? Du darfst dich auch nicht mehr Graf nennen, oder?
Franziskus: Ich darf mich nicht offiziell, aber es darf mich jeder so nennen.
Willy: Wenn er will.
Amelie: Wenn du willst, dann kannst du uns so nennen, aber wir werden niemanden auffordern, uns so zu nennen.
Willy: Ich habe ja wirklich, ich oute mir jetzt, ich habe versucht,
Willy: mich ein bisschen einzulesen in das Thema Thema Adel und das Thema Geschichte
Willy: war immer schon mal ein Negativsteckenpferd.
Willy: Also bald Jahreszahlen und Josef II., Friedrich III., 17, 14 Dinge und das vermischt
Willy: bei mir alles in eins. Ich habe es aufgegeben.
Willy: Ihr erklärt einfach das, was relevant ist und sagt, wo es dann genug ist.
Willy: Aber ihr seid jetzt quasi vom Adelstitel her Graf und Gräfin, oder? Genau.
Willy: Wo ist das jetzt ungefähr? Ist das so über dem Fürst knapp?
Willy: Oder kann man das in wenigen Worten erklären, wo das jetzt einzuordnen ist,
Willy: so quasi in der Adelsjurarchie?
Willy: Ist man da kurz vorm Kaiser oder eher...
Franziskus: Runter. Solides Mittelfeld. Nein, es gibt...
Amelie: Solides Mittelfeld.
Franziskus: Nein, es gibt drei Kategorien.
Willy: Drei.
Franziskus: Also es gibt den Roten, die Roten, die Grünen und die Grauen.
Willy: Die Grauen, okay.
Franziskus: Blau oder Blau, weiß ich jetzt nicht. Aber die Roten sind die Reichsunmittelbaren. König, Kaiser, Fürst.
Willy: Okay.
Franziskus: Prinz, Prinzessin und so. Und dann gibt es die Grafen und dann gibt es Baron, Freiherr.
Willy: Also Mittelfeld.
Amelie: Tja, solides Mittelfeld.
Willy: Mittelfeld okay aber um ein sollten graf und gräfin seil an aspern genau und
Willy: wundervoll wir sagen jetzt sagen wir jetzt in der gegenwart ist jetzt war man
Willy: jetzt quasi historisch ist versucht ein bisschen
Willy: einzuordnen den weg haben jetzt irgendwas wichtiges vergessen auf der seite
Willy: sei natürlich jetzt haben jetzt meist vergessen aber so für einen groben erste
Willy: einordnung fördern oder was brauchen wir uns teile
Franziskus: Können wir viele Sachen besprechen, aber das kommt zu weit.
Willy: Da braucht man dann einen eigenen Podcast dafür wahrscheinlich.
Franziskus: Kann man viel darüber besprechen. Aber im Grunde ist es das.
Franziskus: Also der Unterschied ist Graf und Gräfin, nicht Herr und Frau.
Franziskus: Also wenn du sagst Herr Graf, ist das falsch.
Franziskus: Das ist so wie wenn du sagst Macaroni-Nudel.
Franziskus: Das ist ein Doppelbezeichen.
Willy: Aber ich glaube, so dass ich verstehe, du bist der Erste. Hätte ich dich doch
Willy: damals in Geschichte gehabt, dann würde ich dich heute mehr verstehen.
Willy: Mein Blick geht jetzt weg von dir, Franziskus, rüber zur Amelie und woher kommst denn du?
Willy: Und dann schauen wir, wie sie euch kennengelernt haben.
Amelie: Ich bin halbe Deutsche.
Willy: Halbe Deutsche?
Amelie: Ja, halbe Hamburgerin. Ganz oben aus dem Norden. Deswegen fühle ich mich viel
Amelie: hier im Norden wahrscheinlich auch so wohl.
Willy: Vom Norden in den Norden.
Amelie: Ja, vom Norden in den Norden. Meine Mutter kommt aus dem Dreisental.
Willy: Aus dem Dreisental?
Amelie: Ja, also Lilienfelder Gegend. Und ich bin in Hamburg aufgewachsen, bis ich zehn war.
Amelie: Und dann, also ich habe noch zwei Schwestern und wir haben dort gelebt mit meinen
Amelie: Eltern. Und dann sind wir nach Österreich zurückgezogen.
Willy: Zurück?
Amelie: Ja, also sind wir sozusagen von meiner Mutter aus gesagt,
Amelie: sie möchte einfach wieder zurück nach Österreich und sie möchte auch näher an
Amelie: ihren Eltern sein und dann haben wir das gemacht und mein Vater hat dort seine
Amelie: Arbeit eben gekündigt und hat was eigenes dann in Wien aufgezogen.
Amelie: und wir sind aufs Land gezogen, in die Nähe von Hollerbrunn, in ein Haus.
Amelie: In ein Haus? Ja. Grinst du?
Amelie: Ja, es ist ein Jagdschloss von der Maria Theresia. Du hast es selbst verroten,
Willy: Du grinst ein bisschen.
Amelie: Du weißt das eh schon, du wirst mich sicher drauf ansprechen.
Amelie: Ich sage Haus, weil es für uns ein Haus war. Es ist genauso wie für meine Kinder
Amelie: oder für unsere Kinder ist diese Burg hier unser Haus. Es ist halt unser Zuhause.
Amelie: Deswegen sind wir in dieses Haus gezogen und dort hatten wir echt ein herrliches
Amelie: Leben als Kinder, weil wir hatten zwei Pferde und sind in Hollerbrunn ins Gymnasium
Amelie: und Volksschule gegangen.
Willy: Das ist ja nicht so lange her. Wann war das jetzt, Jetzt war mir bloß so historisch,
Willy: sage ich schon, ein bisschen einordnen.
Amelie: Also ich habe 2007, da habe ich maturiert. Ja. Genau, also davor halt.
Amelie: Und ich bin in der zweiten Klasse Gymnasium, bin ich nach Holabrunn gekommen
Amelie: und habe da noch sehr gedeutschelt.
Willy: Ja, wie geht es einem denn so, wenn man jetzt so andere Klischees auch bedient
Willy: und sagt, wie geht es dir denn als Hamburgerin, als Deutsche,
Willy: wenn du so in Österreich ankommst mit deutschem Akzent in dieser… Ja,
Amelie: Also, es ging eigentlich recht gut, muss ich sagen.
Amelie: Also, sie haben es mir recht schnell ausgeboxt, meinen deutschen Akzent,
Amelie: und damit hat es sich dann gehabt.
Amelie: Aber, also, ich glaube, es war gut, dass ich so jung war, weil ich dadurch einfach
Amelie: auch, da passt man sich ja auch viel schneller an, wenn man ein Kind ist, glaube ich.
Amelie: und ich habe mich sehr schnell gut eingelebt und hatte sehr,
Amelie: sehr nette Freunde und ja, im Endeffekt war es eben ein sehr
Amelie: Sehr, sehr ländliches Leben. Mein Vater hat dann einen Jagdschein gemacht und
Amelie: meine Mutter und wir dann mit 16 haben auch alle den Jagdschein gemacht.
Amelie: Und haben dann so die ersten Bezüge dann auch zu Wald und zum Wild und eben
Amelie: zu einem Landleben bekommen.
Amelie: Und nachdem eben dieses Haus, wo wir aufgewachsen sind, mitten im Wald ist,
Amelie: da ist einfach vier Kilometer drumherum einfach gar nichts.
Willy: Es ist wirklich im Wald.
Amelie: Es ist wirklich mitten im Wald, ja. Also es ist wirklich mitten im Wald.
Amelie: ist das jetzt für mich dann auch jetzt nicht so schlimm, dass ich jetzt hier
Amelie: sozusagen mitten am Land irgendwo am Ende der Welt in Österreich bin,
Amelie: weil ich kenne es halt auch so und ich liebe es so.
Amelie: Und dann natürlich bin ich irgendwann in meiner Sturm-und-Rang-Phase wollte
Amelie: ich natürlich dann schon nach Wien und dann wollte ich ausgehen und das haben
Amelie: wir auch alles gemacht und dann habe ich studiert in Wien.
Willy: Was hast du studiert?
Amelie: Also Wirtschaft. Wirtschaft? Betriebswirtschaft Betriebswirtschaft,
Amelie: weil ich hatte echt überhaupt keine Ahnung, was ich machen möchte. Also null.
Amelie: Ich ärgere mich auch im Nachhinein, dass ich mich nicht mehr damit beschäftigt
Amelie: habe, was es eigentlich alles gibt.
Amelie: Aber bei diesen ganzen Studienmessen, wo man da hinfahrt in der achten Klasse
Amelie: Gymnasium, ich meine, ich habe mich halt nicht interessiert.
Amelie: Es war halt auch blöd. Also gut, da habe ich Betriebswirtschaft studiert und
Amelie: dann habe ich das fertig gemacht, dann war ich in einer großen Wirtschaftsprüfungskanzlei,
Amelie: habe dort zwei Jahre gearbeitet,
Amelie: war auch nicht meins und dann hat die Liebe mich hierher gezogen und dafür bin
Amelie: ich jetzt eben so dankbar, dass ich jetzt eigentlich vor drei Jahren,
Amelie: wie wir jetzt angefangen haben, diese Marke aufzubauen, Schloss Litschau, da jetzt…
Amelie: kennenlernen durfte, was ich wirklich gern mache und was ich auch,
Amelie: glaube ich, ganz gut mache.
Amelie: Und das ist irgendwie so schön zu sehen, wenn man dann auf das draufkommt,
Amelie: wofür man eigentlich da ist.
Willy: Das ist immer gut. Ich habe 42 Jahre gebraucht, bis ich zufällig Podcaster geworden
Willy: bin, mehr oder weniger, und würde jetzt nie wieder etwas anderes in meinem Leben
Willy: machen. Die Suche kann ewig dauern.
Amelie: Nein, es ist auch nie zu spät dafür.
Willy: Auf wem sagst du das?
Willy: Aber das heißt, um nochmal zurückzuschauen, Deutschland, das heißt du kommst
Willy: auch aus einem Adelshaus?
Amelie: Nein.
Willy: Nein? Nein.
Amelie: Nicht? Komme ich nicht.
Willy: Okay. Natürlich habe ich recherchiert, dass das Hennys oder was habe ich recherchiert?
Willy: Brandis. Brandis, was ist das?
Amelie: Das ist jetzt ein bisschen kompliziert. Es gibt eine Grafenfamilie Brandis.
Willy: Ja, schade. Es gibt die Grafenfamilie Brandis,
Amelie: Die gekommen aus Südtirol. Aber mit denen haben wir eigentlich nichts zu tun.
Amelie: Wir waren irgendwann mal eine Familie, das war vor Jahrhunderten und dann haben wir uns getrennt.
Franziskus: Also 800 Jahre noch.
Willy: Du hast da 10.000 irgendwann angefangen.
Franziskus: Nein, aber hier meine Familie ist erst 1.600 irgendwas. Also 18.000.
Franziskus: Die haben sich getrennt vor 800 Jahren.
Willy: Das ist wirklich weit her.
Amelie: Das ist wirklich lang her und unser Zweig ist dann nach Deutschland gegangen
Amelie: und hat dann den titel abgegeben und deswegen sind wir es nicht
Willy: Okay wie war es in deutschland war das irgendwie im hinterkopf in das kind war
Willy: das war das thema dass man quasi entfernt von einem vater abstand und wie ist
Willy: es dann quasi so überhaupt nicht überhaupt kein thema gewesen
Willy: Ihr seid dann zurück und mitten in dieses Jagdschloss, wo Maria-Therese das gezeigt hat, oder?
Willy: A, wie seid ihr dort hingekommen? Und B, habt ihr damals schon in Hamburg diesen
Willy: Naturbezug auch schon irgendwo gehabt, so im Hinterkopf oder wart ihr einfach
Willy: komplette Hamburger Stadtkinder?
Willy: Und ist es dann später erst gekommen, dieser Naturbezug, Wald, Wild, Jagd etc.?
Amelie: Also meine Mutter kommt aus einer industriellen Familie im Preisental,
Amelie: die haben eine große Gießerei gehabt früher.
Amelie: das heißt, Naturbezug kommt sicher von ihrer Seite Richtung Wald,
Amelie: sie waren auch immer Jäger über Generationen,
Amelie: Naturbezug von meinem Vater ist eher Richtung Segeln, Meer und so,
Amelie: also ich würde das eher so Richtung meine Mutter polen.
Amelie: Was hast du gefragt? Das war so die erste Frage.
Willy: Ja, woher dieser...
Amelie: Also, wie wir dazu gekommen sind.
Willy: Ja, weil ich sage es ja quasi im Jagdschloss, du hast dann selber gesagt,
Willy: dann anfangen mit der Jagd, Kinder, rund umgeben von Wald.
Willy: Du brauchst mehr Naturbezug, weil wenn du den dann nicht hast,
Amelie: Dann bist du sowieso verkehrt.
Willy: Aber war das in Hamburg auch schon ein bisschen?
Amelie: Nein, da war ich ja auch noch, weißt du, da war ich noch, ich meine,
Amelie: da war ich eben noch so klein.
Amelie: Was machst du dann als Kleinkind? Da gehst du halt in die Pfützen springen und
Amelie: dann tust du wieder nach Hause gehen und was basteln.
Amelie: Also da hat meine Mutter schon immer geschaut, dass wir viel draußen sind.
Amelie: Aber wir haben in einer Stadt gewohnt, also wie das da halt ist.
Amelie: Es war jetzt nicht dieser krasse Kontrast, den wir ja dann schon hatten,
Amelie: dass wir wirklich in the middle of nowhere irgendwo sind.
Willy: Okay. Das heißt, wenn ich jetzt noch einmal auf dieses Adelsthema runterbringe,
Willy: Franziskus, du warst von Anfang an, dir war bewusst, du kommst aus einer Adelsfamilie.
Willy: Bei dir war es gar nicht so. Das heißt, du bist in guten Verhältnissen groß
Willy: geworden, aber dieses Thema Adel ist bei dir überhaupt nie gewesen am Anfang, oder?
Amelie: Nicht wirklich, nein.
Willy: Okay. Wann hast du, Franziska, gemerkt, dass du eher in einer,
Willy: sage ich mal, außergewöhnlichen Familie groß wirst?
Franziskus: In der Kindergarten. Schon?
Willy: Woran merkt man das?
Franziskus: Das merkt man an dem, wie du von
Franziskus: deinen Kindergärten-Mitschülern behandelt wirst, was da für Themen sind.
Franziskus: Wenn man hier in unserem Haus wohnt, sieht nicht jeder aus seinem Fenster unser
Franziskus: Haus, aber der Großteil der Stadt kann das Haus auch vom Berg oben,
Franziskus: den Burgen, diesen riesen Burgfried sehen.
Franziskus: Also es war für die Kinder im Kindergarten, die haben alle gewusst, wo ich zu Hause bin.
Franziskus: Und auch am Land ist Graf noch immer bei vielen noch drinnen.
Franziskus: Also das ist ja noch nicht so lang her, also 1919 ist ja noch nicht lang her.
Franziskus: Da haben sich noch die Großeltern von den Schülern erinnern können an die Zeit oder kurz danach.
Franziskus: zu geschichten geben und geschichten geben eben bei
Franziskus: der herrschaft oder beim grafen und und so und
Franziskus: und und das haben viele leute eben bei uns im betrieb gearbeitet und da gibt
Franziskus: es immer einen bezug dazu und dann ist natürlich im kindergarten haben die kinder
Franziskus: dann so fragen gestellt hat die man als kind fragt wenn man in einer burg wohnt
Franziskus: ob meine eltern am thron sitzen und wie das dann isst und hauptsache Krone zu Hause.
Willy: Wie ist das als Kind? Wie geht man damit um?
Franziskus: Jeder anders. Es gibt sicher viele, die darunter leiden.
Franziskus: Ich habe nie darunter gelitten. Ich habe immer nette Mitschüler gehabt,
Franziskus: die mich nicht psychisch sehr belastet haben.
Franziskus: Natürlich ist man immer wieder in Extremsituationen gehänselt worden damit oder
Franziskus: haben sie probiert, sich lustig zu machen drüber oder so.
Franziskus: Aber es ist hier in Litschau immer noch ein großer Respekt gegenüber jedem.
Franziskus: Auch, dass ich vielleicht in der Klasse einer der Stärkeren war oder in der
Franziskus: Gruppe der Stärkeren war, hat das vielleicht auch geholfen.
Franziskus: Weil am Land hat man dann doch einige Sachen auch mit der Faust oder mit dem
Franziskus: Spitzkasten geregelt, unter den Burschen, aber es war einfach,
Franziskus: es war die Schulzeit hier im Kindergarten, in der Volksschule,
Franziskus: war einfach für mich einfach immer leicht.
Franziskus: Ich habe immer Freunde gehabt, ich habe sie bis heute, verstehe ich mich mit
Franziskus: ihnen gut, man kommt aus einer anderen Welt.
Franziskus: Aus einer anderen Welt, weil auch im Adler man kennt die anderen Familien,
Franziskus: man trifft sich mit denen, man kann es immer so vergleichen wie in einer Verbindung
Franziskus: oder in einem Verein oder so.
Franziskus: Ein Netzwerk. Ein Netzwerk untereinander. Also man hat Freunde auf der ganzen
Franziskus: Welt, man kennt Leute auf der ganzen Welt, man kennt andere und man trifft sich mit ihnen.
Franziskus: Und dann hat man seine Schulfreunde. Also das ist der Unterschied gewesen vielleicht
Franziskus: mit den in meiner Klasse, dass ich meine Klassenfreunde gehabt habe und dann
Franziskus: sehr viel Familie und Freunde in dem Kreis.
Willy: Und die waren eher getrennt dann immer? Das waren immer zwei getrennte Freundeskreise
Willy: gewesen oder sind die dann hin und wieder mal zusammengewachsen?
Franziskus: Es sind zusammengewachsen. Es ist nie ganz leicht, weil dazwischen immer so,
Franziskus: man wächst anders auf und es gibt Spannungen dazwischen.
Franziskus: es ist die mit das mischen funktioniert nicht
Franziskus: immer also es funktioniert bei einigen bei
Franziskus: eigen funktioniert auf der seite nicht und dann auf der anderen seite nicht
Franziskus: aber aber es ist im grunde jeder hat auch meine freunde hat seine freunde im
Franziskus: schul in den schul beiden schulfreunden aber das mischen ist immer schwierig
Franziskus: aber damit kommt man gut klar und und man kann das wenn man es trennen kann.
Franziskus: Wenn man so aufwächst, dann trennt man das auch. Ja, dann Stress, oder?
Willy: Es ist doppelt so viel Freundeskreis am zweiten, den man nicht mehr bringen muss.
Franziskus: Nein, man hat trotzdem nur seine besten Freunde. Also ich glaube nicht,
Franziskus: dass Leute erst zehn beste Freunde haben können.
Willy: Ich glaube, dass zehn schon viel sind.
Franziskus: Zwei. Ich glaube auch zehn. Du hast zwei, drei beste Freunde und die wirst du dein Leben lang haben.
Franziskus: Oder es kann auch sein, dass du dich irgendwo eränderst und dann findest du neue beste Freunde.
Franziskus: Wenn du jetzt von Hamburg nach Österreich gehst, dann werden die besten Freunde
Franziskus: in Hamburg von der Amelie jetzt nicht mehr die besten Freunde sein.
Franziskus: Die hat sich dann in Hollerbrunn neue Freunde gefunden.
Franziskus: Und dann neuer Lebensabschnitt findest du wieder die besten Freunde.
Franziskus: Aber trotzdem wird immer ein Kern, ein bester Freund wird immer gleich bleiben.
Willy: Apropos neue beste Freunde finden. Irgendwie habt ihr zwei Echnungen gefunden.
Willy: Wo habt ihr euch kennengelernt?
Franziskus: Ja, das hat eine Zeit lang gedauert. Also gedauert. Wieso? Ich habe die Amelie kennengelernt.
Amelie: Muss ich dazu sagen, dass er acht Jahre älter ist wie ich.
Franziskus: Ich habe die Amelie kennengelernt bei ihrer Hauswarming-Party.
Willy: Auf YouTube kommen wir immer so ein bisschen in die Augen schauen,
Willy: wie sie schaut, wie er schaut. Also schaut am YouTube-Kanal auf,
Willy: ob wir das Buch unter Holz haben.
Franziskus: Spätestens. Wir haben uns bei der Hauswarming-Party kennengelernt. Da war ich 18.
Willy: Bei welcher Party? Haus?
Franziskus: Hauswarming-Party. Also mehr oder weniger. Sie ist nach Wien gegangen studieren
Franziskus: mit 18 und hat eine WG gehabt mit damals der Schwester meiner damaligen Freundin.
Willy: Ah, da ist der erste Connex.
Franziskus: Da ist der erste Connex.
Willy: Vorher gab es keinen.
Amelie: Nein.
Willy: Okay, die WG.
Amelie: Naja, es gab den Connex, ich habe deine Schwester gekannt schon von früher.
Amelie: Ja, aber … Aber wir zwei haben uns nicht gekannt, nein.
Franziskus: Also die Freunde von der Amelie sind dann die kleinen Geschwister der Freunde
Franziskus: meiner kleinen Geschwister.
Amelie: Es ist sehr kompliziert.
Willy: Okay, ja, machen Sie weiter.
Franziskus: Okay. Also es hat acht Jahre Unterschied, hat in der Zeit, wenn du 20,
Franziskus: 25 bist, also wenn ich 20 bin mit einem 12-jährigen Mädel, hast du nicht viel im Hut. Ja, natürlich.
Franziskus: Und wenn du dann 25, 26 bist, 16-jährige Mädel, ja.
Franziskus: Also da habe ich nicht viel am Hut gehabt, oder wir miteinander nicht viel,
Franziskus: Berührungspunkte. Und dann war das, dann hat es fünf Jahre war Pause nach dieser Hauswohnungen-Party.
Franziskus: Ich habe aber immer schon, also damals schon, den Facebook-Kontakt von der Amelie
Franziskus: immer auf der Seite gehabt und habe mehr oder weniger beobachtet, was sie so macht.
Franziskus: Und dann fünf Jahre später haben wir uns wieder getroffen.
Franziskus: Da hast du mich dann zum Grill eingeladen, einen Tag später wieder ausgeladen.
Amelie: Ja, das war mir eigentlich voll peinlich.
Willy: Die Ausladung oder dass dem eingeladen wird?
Franziskus: Nein, weil ich bin der einzige Mann oder Bursch gewesen, der zugesagt gehabt
Franziskus: hat und es waren sonst nur Mädchen gewesen.
Amelie: Es war irgendwie total strange, die Einladung. Und dann haben irgendwie die
Amelie: paar Burschen, das war irgendwie so gelaufen, dass die dann abgesagt haben und
Amelie: dann wäre er der einzige Mann gewesen.
Willy: Und warum hast du ihn eingeladen?
Amelie: Ja, weil ich fand ihn ja auch schon nett.
Willy: Also du hast ihn, nicht nur er hat es quasi auf der Seite gekauft, sondern du auch.
Amelie: Nein, ich auch, ja.
Willy: Ach, das hat so lange gebraucht, bis sich dann irgendwer mal reingeladen hat.
Amelie: Ich glaube, es ist schon alles richtig. Es hat so sein müssen.
Amelie: Ja, es hat so sein sollen.
Amelie: Und dann habe ich dich ausgeladen und dann haben wir uns wieder gesehen, was, 2011.
Amelie: Und dann ging es eigentlich recht schnell.
Franziskus: Da war noch ein Jahr, zwei Jahre dazwischen. Ein Jahr? Ja.
Willy: Bisschen schnell, also ein Jahr dazwischen.
Franziskus: Zwischen der Ausleitung.
Willy: Zwischen der Ausleitung. Und was war dann? Dann haben wir uns
Amelie: Im Volksgarten beim Ausgehen um vier in der Früh wieder gesehen.
Willy: Um vier in der Früh? Ja.
Franziskus: Ich wollte gehen.
Willy: Du wolltest gehen?
Franziskus: Ich wollte gehen und dann kam sie und.
Willy: Hat dir den Weg versperrt.
Franziskus: Und dann war ich am Ausgang, sie war gerade am Eingang, mehr oder weniger beim
Franziskus: Türsteher und dann habe ich doch wieder umgedreht.
Franziskus: Und habe nur gefragt, ob sie noch ihren Freund hat.
Willy: Wirklich direkt? Ja. Also du hast gar nicht herumgeiert? Nein.
Franziskus: Und dann hat sie gesagt, nein. Und dann habe ich gesagt, gut,
Franziskus: dann können wir ja tanzen gehen. Und dann, ja.
Franziskus: Haben wir nicht lang gedanzt auf der Tanzfläche.
Amelie: Ja, und dann hatten wir so ein paar herrliche Dates in Wien.
Amelie: Und dann war das irgendwie ausgemacht.
Amelie: War so eine ausgemachte Geschichte. Und dann waren wir ein Jahr zusammen,
Amelie: nach einem Jahr haben wir uns verlobt und nach einem Jahr geheiratet.
Amelie: Und jetzt sind wir da.
Willy: Naja, irgendwie habe ich so, glaube ich, vier kleine Kinder unterschlagen.
Willy: Ja, das machen wir auch noch.
Amelie: Genau, 2014 haben wir geheiratet und dann sind ab 2015 bis 2019 vier Kinder gekommen.
Willy: Okay.
Amelie: Und die sind wahnsinnig süß und auch sehr, sehr liebe Kinder und stressen mich wahnsinnig manchmal.
Amelie: Aber wir sind natürlich dankbar, dass wir sie haben, ist klar.
Willy: Ich habe heute schon angemerkt im Vorgespräch, wie man so entspannt ausschauen
Willy: kann bei vier sehr hübschen, süßen, liebendwürdigen, lauten,
Willy: kleinen Kindern. Und faszinierend.
Willy: Also ich staune immer.
Franziskus: Aber du nicht. Im Kindergarten haben sie meine Frau auch gefragt,
Franziskus: warum unsere Kinder so laut sind.
Amelie: Ob das darin liegt, weil wir so viele Räume haben.
Willy: Also damit man sich weiterrufen muss, meinst du?
Franziskus: Nein, es gibt einfach vier Kinder, die alle gleichzeitig was sagen wollen und
Franziskus: der Lauteste wird gehört.
Amelie: Aber das ist interessant, weil man hört es echt irgendwann nicht mehr.
Amelie: Dieses ganze Geschrei einfach nicht mehr. Man stellt sie auf Durchzug und man
Amelie: filtert sich das raus, was wirklich wichtig ist.
Willy: Ah, so selektives Hören. Dicke Stereo, glaube ich, sagt man in Bitska.
Amelie: Ja, es ist eigentlich so wie meine dritte, mit der war ich jetzt gerade beim
Amelie: Ohrenarzt. Du hast nur gesagt,
Willy: Ich habe die gern.
Amelie: Ja, ich habe wirklich gedacht, dass sie schlecht hört. Es ist ein exzellentes
Amelie: Gehör. Es interessiert sie einfach nicht, was ich sage.
Willy: Das ist ein Dilemma.
Amelie: Ja, es ist einfach echt wahnsinnig anstrengend.
Willy: Aber du hast nur ein paar Jahre zu lernen, damit umzugehen.
Amelie: Ja, aber man sagt, man hört dann immer, es ist nur eine Phase,
Amelie: weißt du, man geht von einer Phase in die nächste, so das sage ich mir halt.
Willy: 2014 habt ihr geheiratet? Ja.
Willy: Was mich jetzt irgendwie interessiert, das haben wir aufgeschrieben,
Willy: das ist so, wenn man jung ist, gehen wir nochmal ein bisschen in eurer Jugend
Willy: zurück, speziell Franziskus jetzt in deine. Ja.
Willy: Wie frei warst du damals in der Jugend in deiner Entscheidung zu sagen,
Willy: was will ich denn einmal werden?
Willy: Also hättest du sagen können, ich werde Koch zum Beispiel, ich werde Koch und
Willy: dann lerne ich Koch und mache eine Karriere als Koch.
Willy: Oder war dein Weg damals schon bis zu einem gewissen Grad vorbestimmt?
Franziskus: Also meine Mutter hat immer mit meinem Vater sehr streng geredet,
Franziskus: dass sie nicht will, dass einer von uns, also ich habe ja auch drei Geschwister,
Franziskus: will, dass das mehr oder weniger so dieses Vorbestimmt der älteste Sohn erbt.
Willy: Das kennt man ein bisschen von Hofübergaben, Schlossübergaben,
Willy: Hofübergaben, Burgübergaben. Das ist auch eine Hofübergabe.
Franziskus: Das ist auch ein Hof. Das ist ein landwirtschaftlicher Betrieb.
Franziskus: Aber es war, so wie weit ich es jetzt von meinen Geschwistern auch gehört habe,
Franziskus: es war von uns allen Vieren immer klar,
Franziskus: dass ich irgendwann einmal hier das übernehme.
Franziskus: Für mich hat sich die Frage nicht gestellt, und ich habe nicht eine Einschränkung
Franziskus: verspürt, dass ich mir jetzt nicht aussuchen kann, Koch zu werden.
Franziskus: Weil das war es einfach nicht. Es war einfach für mich immer klar,
Franziskus: dass ich das hier übernehme.
Franziskus: Unausgesprochen von unserem Vater.
Franziskus: Aber ich war auch immer der Einzige, der jetzt, wenn mein Vater in den Wald
Franziskus: gefahren ist oder auf die Jacke gefahren ist, nicht der Einzige,
Franziskus: aber der am schnellsten gesagt hat, ich möchte mitkommen.
Franziskus: Mein Bruder ein bisschen weniger. Mein Bruder war auch dabei,
Franziskus: aber aber es vielleicht hat er das unbewusst mehr
Franziskus: zurück gesteckt haben weil er wusste dass
Franziskus: das dass ich hier sein werde und dass das mein zuhause sein
Franziskus: wird und er irgendwann einmal woanders hingeht und was anderes macht in seinem
Franziskus: leben ist der älteste wurde ich bin der älteste ich habe eine ältere schwester
Franziskus: aber ich bin da ich bin der zweite also eine schwester dann komme ich da kommen
Franziskus: kleiner bruder und dann am schluss meiner schwester und und aber für die alle war das irgendwie klar.
Franziskus: Und es gibt auch jetzt im Nachhinein nicht wirklich unterdrückte Feindschaften
Franziskus: oder irgendwas da irgendwo.
Franziskus: Wenn Alkohol im Spiel ist, kann man jetzt rauskommen, dass sie das jetzt nicht
Franziskus: bekommen haben und ich übervorteilt worden wäre.
Franziskus: Es ist einerseits eine Einschränkung, wenn man sie als Einschränkung sieht.
Franziskus: Es ist aber auch eine riesige Bereicherung, so etwas Tolles geschenkt zu bekommen.
Franziskus: Andererseits ist es eine riesige Verantwortung, dass wir das jetzt seit so vielen
Franziskus: hunderten Jahren haben. Also seit 260 Jahren sind wir da.
Franziskus: Rechnerisch neun, zehn Generationen. Ich will nicht die letzte Generation sein.
Willy: Man kriegt so einen Druck mit, oder?
Amelie: Das ist schon auch eine Bürde.
Willy: Ich habe mir die Frage aufgeschrieben, empfindet ihr euch als reich?
Willy: Auf der einen Seite, man sieht das Schloss etc., aber es gibt ja auch Arbeit
Willy: wahrscheinlich, das Ganze zu erhalten.
Willy: Die Tradition, die man dann mit übertragen kriegt in der Zeit.
Franziskus: Die Frage ist, was ist reich? Ist es reich, weil ich einen Porsche fahre?
Franziskus: oder ist es reich, dass ich jeden Tag in den Wald gehen kann.
Franziskus: Also in der Corona-Zeit waren wir sehr, sehr reich, weil ich habe meinen Arbeitsplatz
Franziskus: auf einem relativ großen Grundbesitz, den ich betreten durfte immer.
Franziskus: Und wenn ich jetzt mir denke, dass ich in Wien in einer Wohnung eingesperrt
Franziskus: bin, aber meine Yacht in Monaco nicht betreten darf, dann bin ich nicht reich.
Franziskus: Auch wenn ich die dritte Yacht und die vierte Yacht und meine sieben Ferraris
Franziskus: im Garage aber nicht rausfahren darf und in der Wohnung eingeschmiert bin,
Franziskus: bin ich ein sehr armer Kerl.
Franziskus: Aber wenn ich ein Landwirt sein kann und in der Zeit rausgehen kann,
Franziskus: dann war ich sehr reich. Also es kommt immer auf die Situation drauf an.
Amelie: Und auch auf den Blickwinkel, was für dich selber reich bedeutet.
Amelie: Also für uns ist es zum Beispiel, wir sind unglaublich dankbar für die große Familie, die wir haben.
Amelie: Also, ich meine, wir haben vorher kurz darüber geredet, du bist jetzt gerade
Amelie: hier, wir haben alle Familie Seilern ist gerade bei uns hier in Litschau.
Amelie: Aus der ganzen Welt? Aus der ganzen Welt, ja, aus Amerika, Griechenland, Spanien.
Amelie: Das ist, der Familiensitz der Seilerns ist Litschau und es ist so schön,
Amelie: dass dieser Familiensinn so stark ausgeprägt ist, dass dass die jedes Jahr wieder
Amelie: hierher kommen und dann ist man zwei Wochen zusammen und
Amelie: Natürlich ist das auch anstrengend, aber es ist einfach auch mehr schön,
Amelie: weil man jeden Abend zusammenkommt irgendwo und sich einfach freut, zusammen zu sein.
Amelie: Da fühlen wir uns auch sehr reich und auch, dass unsere Kinder so aufwachsen dürfen.
Amelie: Die fühlen sich ja unglaublich aufgefangen und geborgen.
Amelie: Die sind ja in einem riesen Pool an Menschen, die sie die ganze Zeit abbusseln
Amelie: und sie liebhaben und sie umarmen. Ich meine, das ist so schön.
Amelie: Das freut mich einfach für sie.
Willy: Das ist wiederum der Vorteil von dem Netzwerk, was du vorher gesagt hast,
Willy: das ist einfach ein Freundeskreis, der einfach wirklich nicht nur von innen
Willy: heraus stabilisiert wird, sondern einfach ein gewisser Druck von außen,
Willy: sage ich jetzt mit Anführungszeichen Druck, das was einen verbindet.
Willy: Ja. Das mit dem, mit dem man dann immer wieder zusammenkommt.
Franziskus: Ja. Das ist eben ein Reichtum, der eben nicht käuflich ist. Ja.
Franziskus: Diesen Reichtum kannst du dir nicht, auch wenn du noch so viele Milliarden hast, nicht kaufen.
Willy: Der ist ja unabhängig von, ob
Willy: du jetzt in einer Wohnung bist oder in einem Schloss oder sonst irgendwas.
Amelie: Das ist vollkommen egal.
Franziskus: Das ist der andere Faktor. Der andere Faktor war eben, in gewissen Zeiten bist
Franziskus: du als Landwirt extrem reich.
Franziskus: Du kannst dir das Land gestalten, das ist ein Kulturland, das jahrhundertelang
Franziskus: bewirtschaftet worden ist.
Franziskus: Du hörst von außen, dass Österreich ein Land ist, wo die Leute gerne hinkommen.
Franziskus: Warum? Weil wir als Landwirte oder die Landwirte in Österreich das so gestaltet haben.
Franziskus: Und das ist auch eine Art von Reichtum.
Franziskus: Das, was du dir kaufen kannst, die Yacht in Monaco, das hat nichts mit Reichtum zu tun.
Franziskus: Das befriedigt dich kurz und im nächsten Moment steht neben dir eine größere
Franziskus: Yacht, die drei Meter länger ist und du fühlst dich schon wieder bemitleidigst
Franziskus: dich selber, weil der Nachbar eine größere Yacht hat.
Willy: In vielen sozialwissenschaftlichen Studien nach und nach gewesen war,
Willy: es geht nicht um das absolute Reich, sondern um das absolute,
Willy: sondern immer um das Relative.
Willy: Du rennst ja dann immer an dem nächsten Größeren oder so.
Franziskus: Und das ist eben Familie und sozialer Reichtum.
Franziskus: Das ist eben das Schönste. Und das ist eben auch unsere Idee.
Franziskus: zu schauen, dass die Familie wieder herkommt oder gern wieder herkommt und gern
Franziskus: zusammen ist. Und das ist eigentlich unsere Hauptaufgabe hier in Litschau.
Amelie: Aber man muss trotzdem sagen, und das beantwortet in einer anderen Sicht deine Frage,
Amelie: man würde glauben, dass wir reich sind, weil sozusagen ein relativ großer Wald ist und die Burg.
Amelie: Das ist natürlich jetzt in allen Anlagen, wo das Geld drinnen steckt,
Amelie: dass du die ja nicht einfach rausnehmen kannst und auch gar nicht willst.
Amelie: Was natürlich trotzdem für uns wichtig ist, ist, dass wir ein Geld verdienen,
Amelie: weil wenn hier jetzt das Dach kaputt ist, dann muss das jetzt gezahlt werden.
Amelie: Und da können wir jetzt nicht ein Waldstück verkaufen. Das heißt,
Amelie: das ist auch ein Grund, warum wir zum Beispiel diese Marke Schloss Litscher
Amelie: gegründet haben, um einfach verschiedene Standbeine
Amelie: innerhalb unseres Betriebs aufzubauen und dann an verschiedenen Stellen Geld
Amelie: zu verdienen, um auch diese Burg erhalten zu können.
Willy: Das war ja ein bisschen auch so das Ziel der Frage, weil natürlich der innere
Willy: Reichtum, das ist ein Thema für sich, das kann jeder finden,
Willy: egal woher er kommt oder sie.
Willy: Was man natürlich von außen sieht und von weit her, von meiner Erfahrung,
Willy: ist natürlich ein Schloss, ist natürlich die Vorstellung von Menschen,
Willy: die jetzt nicht auf einem Schloss aufgewachsen sind, das muss grandios sein
Willy: auf so einem Schloss. Und es ist ja auch schön.
Willy: Aber es ist nicht nur schön.
Amelie: Nein, und ich glaube, es ist natürlich...
Willy: Das Nein war sehr authentisch.
Amelie: Ja, nein, ich finde, man sollte das ganz offen ansprechen.
Amelie: Ich werde sehr, sehr oft vor dem Tor angesprochen von Besuchern,
Amelie: die die Burg anschauen wollen und die mich dann fragen,
Amelie: ach, das ist ja ein Märchen und das muss doch so unglaublich sein,
Amelie: hier drinnen zu wohnen und und dann sage ich mir ja es ist absolut wunderschön
Amelie: und und wir sind dankbar dass wir dass wir das machen dürfen aber und das ist
Amelie: halt genauso wichtig es ist auch nicht nur lustig es ist einfach nicht nur lustig und was
Willy: Ist das lustige zum beispiel was ist zum Beispiel lustig am Schluss.
Amelie: Also, wenn du jetzt das Schloss sagst, ja, nein, für mich ist das Riesenprivileg,
Amelie: dass wir jetzt zusammen hier wohnen und damit meine ich jetzt nicht nur das
Amelie: Schloss, sondern damit meine ich den ganzen Betrieb,
Amelie: dass wir die Möglichkeit haben, unser Umfeld mitzugestalten und das finde ich
Amelie: so eine Riesenbereicherung
Amelie: für uns selber und hoffentlich dann auch für die Region oder für die anderen
Amelie: Menschen, die um uns herum leben, aber wir wollen beide gerne irgendwie
Amelie: schöpferisch tätig sein, wenn du so möchtest. Wir wollen einfach gerne mitgestalten
Amelie: und wir haben das Riesenprivileg, dass wir das können.
Willy: Und was ist dann, weil du gesagt hast, was ist lustig an so einem Schlauchhaus,
Willy: ist jetzt eher nicht so lustig.
Willy: Du hast irgendwann, Franziskus, gesagt, die Baustelle gibt es seit tausend Jahren.
Franziskus: Ja, das habe ich in einem,
Franziskus: Film gesagt. Die Baustelle gibt es seit tausend Jahren. Absolut,
Franziskus: also vor tausend Jahren hat die Burg vollkommen anders ausgeschaut.
Franziskus: Im 17. Jahrhundert hat sie vollkommen anders ausgeschaut. Da gab es den Ost- und den Westpalast.
Franziskus: Der Ostpalast war nur acht Meter niedriger als der Turm und jetzt ist der Turm
Franziskus: 20 Meter höher als der höchste Dachgiebel.
Willy: Der Turm ist aber immer gleich groß geblieben.
Franziskus: Der Turm ist gleich groß geblieben. Den Turm werden wir auch in Zukunft nicht wirklich verändern.
Franziskus: Die Burg hat sich immer verändert und wird sich wahrscheinlich immer verändern
Franziskus: müssen, weil erstens, solange jemand drin wohnen kann, darf,
Franziskus: das ist ja auch nicht mehr selbstverständlich.
Franziskus: Also es ist ja, man tut gern Käseglocken über historische Dinge drüber und man
Franziskus: sagt, das muss jetzt erhalten bleiben.
Franziskus: Und das Erhalten sollte man dynamisch verstehen.
Franziskus: Also wenn man in so einem Haus leben will, dann möchte man auch eine Heizung drin haben.
Franziskus: Man möchte auch fließendes Wasser haben, warmes Wasser haben.
Willy: Amelie, stimmst du zu?
Amelie: Ich stimme absolut zu.
Franziskus: Also, wie mein Vater ja aufgewachsen ist, gab es ein Badezimmer im Haus.
Willy: Eines.
Franziskus: Eines. Es gab kein warmes Wasser, das hat man am Ofen gemacht.
Amelie: Es gab eine Badewanne und da sind alle… Es
Franziskus: Sind alle in eine Badewanne gegangen. Ja, nacheinander.
Franziskus: Und jetzt einmal Rohre in so ein Haus einzubauen oder elektrische Leitungen,
Franziskus: das hat mein Vater alles mitbekommen, wie das gekommen ist. Das gab es ja vorher nicht.
Franziskus: Und es war nach dem Zweiten Weltkrieg, ist halt dieses Haus dann langsam modernisiert worden.
Franziskus: Und das ist halt alles natürlich mit einer Käseklocke ziemlich schwierig zu machen.
Willy: Käseklocke heißt Denkmalschutz auch? oder?
Franziskus: Ja, ich denke mal Schutz, aber es gibt viele Käseklocken.
Franziskus: Das ist ein eigenes Thema. Man kann überall, man muss die Haltung und die Gestaltung
Franziskus: und alles in diesem Haus, das Haus lebt, wird immer leben.
Franziskus: Natürlich wollen wir nicht einen Glaspalast daraus machen oder das Ding verschandeln
Franziskus: und sagen, wir reißen jetzt den Turm ab, weil aus den Steinen könnten wir was anderes machen.
Willy: Aber da sind wir wieder bei dem Thema, was wir vorher gehabt haben.
Willy: und das kenne ich auch von vielen Höfen, die sagen, okay, es gibt jetzt diesen
Willy: Hof seit 400 Jahren oder teilweise noch länger.
Willy: Ich will nicht der Letzte sein, der den Hof bewirtschaftet. Ich will nicht der
Willy: sein, der das Erbe oder die Tradition der am Ende steht von irgendeiner Tradition.
Willy: Die Hütten ist riesig und es ist das alte Schloss, das neue Schloss.
Willy: Es gibt nebenbei noch das Gesindehaus, quasi wie es früher geheißen hat,
Willy: wo die Angestellten auch jetzt wohnen können.
Willy: Das muss ja alles erhalten.
Franziskus: Es gibt die Forsthäuser, die Hegerhäuser, es gibt den Meierhof,
Franziskus: also es gibt sehr viele Gebäude, die da dran hängen.
Willy: Ist das schön? Ich stelle mir das stressig vor, weil das muss ja alles erhalten werden.
Willy: Ich tue mir daheim schon mit meiner 70 Quadratmeter Wohnung schwarz immer Staubsaugen
Willy: und schaue, dass das Zeug nicht auseinanderfällt. Wie geht man damit um, wenn es so viel ist?
Amelie: Ja, ich glaube, man muss da jetzt schon sagen, wir haben ein Riesenglück,
Amelie: dass wir ja einen Betrieb haben mit super tollen Leuten, die uns unterstützen bei dem Ganzen.
Willy: Was ist das für ein Betrieb?
Amelie: Der Forstbetrieb, weil das Hauptstandbein ist der Forst.
Willy: Bis wir ein bisschen da übergegangen sind in den Dingen.
Amelie: Aber ich finde es schon sehr wichtig, da jetzt zu erwähnen, dass wir wirklich
Amelie: ja ein unglaublicher, also wir sind ein Familienbetrieb und was finde ich einzigartig
Amelie: bei unserem Betrieb ist, ist, dass alle, die in unserem Betrieb sind,
Amelie: das sind zwölf Personen, die bei uns arbeiten,
Amelie: alle können eigentlich alles machen und alle machen auch irgendwie alles,
Amelie: was halt gerade so ansteht.
Amelie: Also der eine, der jetzt normalerweise im Forst arbeitet, der arbeitet nicht
Amelie: nur im Forst, sondern der fährt genauso mit mir zur hohen Jagd und verkauft
Amelie: dort Leberkässemmeln, wenn es notwendig ist.
Franziskus: Oder beim Redanz putzt das Klo.
Amelie: Oder putzt das Klo. Jeder packt an und jeder ist für den anderen da und ich
Amelie: glaube, das ist sehr, sehr wichtig in dem Ganzen.
Willy: Ich schreibe auf, jeder putzt das Klo.
Amelie: Ja, aber im Extremfall.
Amelie: Ja, wir haben einen unglaublich tollen Forstverwalter, der unsere rechte Hand
Amelie: ist und uns unglaublich gut unterstützt. Wer heißt der? Der Elvier.
Willy: Elvier. Beschreibt es jetzt einmal, jetzt haben wir sehr, sehr lange auch geredet,
Willy: wie es hier zusammenkommt, ein bisschen den Adel kennengelernt und die Verhältnisse.
Willy: Was ist das jetzt für ein Betrieb? Also es gibt jetzt die Schleser,
Willy: okay, gut, aber ihr habt viel Wald, also hauptsächlich Forstbetrieb.
Willy: Da drinnen sind Teiche und da drinnen ist Wild, glaube ich, oder?
Franziskus: Und ein bisschen Landwirtschaft.
Willy: Und ein bisschen Landwirtschaft. Beschreibt es einmal so, dass man einen Überblick
Willy: kriegt, so größenmäßig, flächenmäßig.
Amelie: Die Teiche muss man...
Franziskus: Also der Forstbetrieb sind 4000 Hektar Wald.
Franziskus: 4000 Hektar Wald, ja. Das ist für österreichische Verhältnisse ein sehr großer Forstbetrieb.
Franziskus: Bei Weitem nicht der größte, aber auf jeden Fall so groß, dass man die zwei
Franziskus: Schlösser erhalten kann.
Willy: Ein gutes Mittelmaß.
Franziskus: Solides Mittelmaß.
Franziskus: Da sind wir flächenmäßig die Top 3, 4 größte Teichwirte-Bewirtschafter in Österreich.
Willy: Ah, okay.
Franziskus: Und dann haben wir eine sehr kleine Landwirtschaft, die noch übrig geblieben ist.
Franziskus: Klein übrig geblieben heißt, die Landwirtschaft war mal viel, viel größer vor 1919.
Willy: Okay.
Franziskus: Aber dann nach der Bodenreform ist es eben an die bewirtschafteten Bauernfamilien
Franziskus: die Landwirtschaft übergeben worden im Grunde in der Bodenreform.
Willy: Und was ist jetzt noch übrig?
Franziskus: Jetzt sind noch 20 Hektar Landwirtschaft übrig.
Willy: Wo was gemacht wird?
Franziskus: Da produzieren wir das Futter für die Fische.
Willy: Ah.
Franziskus: Das aber erst seit zwei Jahren.
Willy: Futter für die Fische.
Franziskus: Das war vorher verpachtet, ebenso wie die Fischerei war verpachtet. Das ist ja grandios.
Willy: Weil normalerweise hast du, wenn du ein Schwein im Betrieb hast oder sowas,
Willy: das ist ja auch so ein Aha-Moment gewesen für mich, der keine Ahnung gehabt
Willy: hat von Landwirtschaft.
Willy: Er hat gesagt, ja gut, ein Landwirt braucht ja Flächen, mit das Futter produzieren.
Willy: Genau so kaufst du halt alles zu.
Willy: Ah, deswegen vor der Ocker etc.
Willy: Das erste Mal, dass ich mir denke, okay, das geht mit Fisch eigentlich ja.
Willy: Aber was baut man denn für die Fische auf einem Ocker?
Franziskus: Also der Karpfen ist ja ein Planktonfresser im Grund.
Franziskus: Krebstierchen, Zooplankton, Phytoplankton frisst er und nimmt das vom Boden
Franziskus: auf und auch im Wasser auf.
Franziskus: Nachdem wir aber Fischzüchter sind, wollen
Franziskus: wir mehr was verkaufen und deswegen
Franziskus: sind mehr fische im teich treten wie sie natürlich vorkommen
Franziskus: würden also natürlich wieder der kopf gar nicht vorkommen weil er erst aus china
Franziskus: importiert worden ist irgendwann im jahre schnee der waco polo oder wie auch
Franziskus: immer also das ist das glaube ich weiß man gar nicht mehr genau wie der nach
Franziskus: österreich und europa gekommen ist haben So wie die Papaya wahrscheinlich.
Franziskus: Und also es sind mehr Fische drinnen, wie das die natürliche Reproduktion an
Franziskus: Futter für den Karpfen im Teich drin sein wird. Deswegen füttern wir zu.
Franziskus: Wir füttern zu mit Getreide.
Franziskus: Und schauen aber, dass der Fisch trotzdem noch mindestens 50% Naturnahrung frisst.
Franziskus: Warum braucht er die Naturnahrung? Um Omega-3-Fette zu bilden.
Willy: Also das ist was den Fischen gesund und auch irgendwo begehrenswert quasi.
Franziskus: Also nicht intensiv Vollgas den Fisch füttern und uns möglichst viel produzieren,
Franziskus: sondern wir produzieren am Hektar ungefähr 300 Kilo Fisch.
Franziskus: Also ein Hektar ist 10.000 Quadratmeter und auf den 10.000 Quadratmetern schwimmen
Franziskus: dann eben 300 Kilo Fischwachsender im Jahr zu.
Franziskus: Also es sind ungefähr 250 Fische im Durchschnitt, die da auf dem Hektar rumschwimmen,
Franziskus: auf den zwei Fußballfeldern.
Franziskus: Also wenn sie sich nicht sehen wollen, dann sehen sie sich nicht.
Willy: Also es ist keine Massenfischhaltung jetzt quasi in dem Sinne?
Willy: Nein. Amelie lacht. Nein.
Franziskus: Nein, das ist keine Massentierproduktion. Diese Teiche im Waldviertel sind auch
Franziskus: wieder fast 900 Jahre alt, wie die ersten Teiche gebaut worden sind.
Franziskus: Und eben um das Land urbar zu machen,
Franziskus: Flächen, die für die Landwirtschaft nicht optimal waren, hat man eben dann Teiche
Franziskus: gemacht, weil der Boden eben dafür
Franziskus: optimal ist, weil es eben eine wasserundurchlässige Schicht gibt drinnen.
Franziskus: Vielmehr damals im Weinviertel und in Tschechien. Im Waldviertel,
Franziskus: Waldviertel war eine relativ unbedeutende Deichwirtschaft.
Franziskus: Weinviertel war viel größer.
Franziskus: Tschechien, Südböhmen, also unsere Nachbarn hier.
Franziskus: Die Treber- und Asseenplatte, das heißt auch Tschechski-Kanada.
Franziskus: Also wenn man mit dem Flugzeug drüber fliegt, schaut das aus,
Franziskus: als würde man über Schweden oder Kanada fliegen.
Willy: Aha, Schweden waren ja auch schon mal da, hast du gesagt.
Franziskus: Genau, Schweden waren eh schon hier. und also deswegen wurde das eben das Land
Franziskus: urwer gemacht, weil hier oben relativ wenig Landwirtschaft ist, weil es zu kalt ist.
Willy: Amelie, du hast schon gesagt, beim Thema Fisch geht eher quasi richtig ab dann.
Willy: Ich verweise daher auf den Podcast, den wir dann aufnehmen, sobald das Gespräch heute noch gut läuft.
Willy: Da gehen wir dann total aufs Detail. Aber was ich jetzt einfach spannend gefunden
Willy: habe, ist einfach ich habe so eine 20 Hektar Landwirtschaft und die geht im
Willy: prinzip zum großteil oder hauptsächlich oder ganz ganz ganz in die
Franziskus: Müssen was zu kaufen also ganz ganz schaffen wir.
Willy: Haben okay
Franziskus: Wir haben hier,
Franziskus: Keinen großen Ernteertrag, also nicht vergleichbar mit dem österreichischen
Franziskus: Durchschnitt hierher oben.
Franziskus: Arme Böden und so. Aber das ist die Fischerei, die besprechen wir später,
Franziskus: aber im Grunde die Forstwirtschaft, das ist unser Standbein,
Franziskus: von dem wir leben, von dem Litschau immer gelebt hat.
Franziskus: Also es gibt Zahlen aus dem 16. Jahrhundert, da ist die Verteilung zwischen
Franziskus: Forstwirtschaft und Teichwirtschaft genau gleich, wie sie heutzutage ist, im Prozentsatz.
Franziskus: Also es hat sich da nichts geändert in den letzten 500 Jahren.
Amelie: Nein, es hat sich jetzt halt vor drei Jahren geändert, dass wir auch einfach
Amelie: mehr in die Vermarktung gegangen sind.
Amelie: Genau. Das Gute war natürlich in der Forstwirtschaft, dass du eigentlich vermarktungstechnisch
Amelie: ja nichts machen musst. Oder? oder?
Franziskus: Es ist sehr schwierig, es ist ähnlich wie der Landwirtschaft.
Willy: Ja, bitte.
Franziskus: Du kannst gehen.
Willy: Danke, es gibt uns einen guten Wein am Tisch. Vielen Dank. Prost.
Willy: So, darf ich mich mal anstoßen? Bitte, dann befragt euch wieder weiter gegenseitig. Ja, bitte.
Amelie: Ich weiß nicht, vielleicht wurde ganz am Anfang vermarktungstechnisch was gemacht,
Amelie: dass sozusagen der Betrieb Litschau einen Namen gekriegt hat für die forstwirtschaft
Amelie: und dann ist es war sein selbstläufer
Franziskus: Ja also früher hat man mehr mehr verarbeitet also mittlerweile gibt es ja eine
Franziskus: oligarchie industrie früher war in litscher waren fünf sägewerke als.
Willy: Mast mit oligarchie
Franziskus: Also es gibt einige wenige große sägewerke in österreich die kaufen mehr oder
Franziskus: weniger das gesamte holz es gibt sehr wenige kleine, die noch übrig sind.
Franziskus: In den 50er Jahren gab es fünf Sägewerke in Litscher. Das gibt es gar keins mehr.
Franziskus: Also früher wurde das alles in der Region gemacht. Da gab es einen Köhler,
Franziskus: der hat die Holzkohle für die Litschau gemacht.
Franziskus: Dann gab es ein Sägewerk, dann gab es eine Strickerei, dann gab es einen,
Franziskus: wie heißt noch einmal der, der die Kutschen baut?
Franziskus: Kutscher? Nein, Kutscher ist der, der die Kutsche fährt.
Amelie: Ein Wagner?
Franziskus: Wagner. Ein Wagner. Es gibt einen Kutscher und einen Wagner.
Willy: Der das immer gemacht hat.
Franziskus: Im Grunde waren in den 50er Jahren oder davor, also bis zu den 50er Jahren,
Franziskus: waren die meisten Orte autark.
Willy: Ja, haben sie selbst versorgt.
Franziskus: Haben sie selbst versorgt, haben eigentlich alle selbst gemacht.
Amelie: Das ist eigentlich genau das, was ja alle wollen jetzt.
Franziskus: Wo wir jetzt wieder zurück, wollen wieder zurück dorthin. Alle wollen das,
Franziskus: ja. Wir wollen wieder die Wertschöpfung am Ort und Stelle haben.
Franziskus: Warum hat ein Fernsehsender so eine große Kraft,
Franziskus: mit dem alten Handwerke wieder vorzustellen und die Tradition herzuzeigen und
Franziskus: Trachtenvereine und regionale Produkte?
Franziskus: Das hat ja eine irrsinnige Reichweite auf gewissen Fernsehsendern.
Willy: Ja, aber es ist nicht eine gewisse Romantik, einfach auch, weil da springen
Willy: wir einfach gleich weg vom ersten Thema zum letzten Thema, nämlich die Vermarktung,
Willy: Amelie, für die du ja im Prinzip zuständig bist und die du ja übernommen hast.
Willy: Es ist zwar schön, dieses traditionelle Handwerk in den Vordergrund und das
Willy: funktioniert ja im Fernsehen ganz gut und ich bin mir auch sicher,
Willy: wenn ich dazu einen Podcast mache,
Willy: wie man mit der Hand nur jenes Produkt gemacht hat, nur wie funktioniert das
Willy: dann im Markt? Also wie bringe ich das in den Markt rein?
Willy: Das kann ich nur machen, so quasi à la Manufaktur, so kleine Mengen für wenige
Willy: Menschen und das funktioniert dann als isoliertes Businessmodell,
Willy: aber ist das wirklich so eine Renaissance von dem Handwerk und kann das wirklich funktionieren?
Amelie: Wir sind ja sowieso limitiert in unserer Masse, die wir haben.
Amelie: Weil wir verarbeiten nur unser Wild aus unserem Wald und den Fisch aus unserer Teichwirtschaft.
Amelie: Das heißt, das ist limitiert.
Amelie: Irgendwann, wir können nur eine gewisse Anzahl von Rehen, Sauen und Hirschen
Amelie: schießen, wollen auch gar nicht mehr entnehmen.
Amelie: Das heißt, das, was reinkommt, wird verarbeitet. Das heißt, wir kaufen nichts
Amelie: zu und wir sind daher kein Großunternehmer, der jetzt an große Supermarktketten
Amelie: verkauft, könnten wir gar nicht, wollen wir auch gar nicht.
Amelie: Dadurch haben wir die Möglichkeit, wirklich auf der höchsten Qualitätsschiene
Amelie: mit unserem Fleischer die Sachen zu verarbeiten.
Amelie: Aber natürlich reicht das jetzt nicht, um sozusagen über die Runden zu kommen
Amelie: und da jetzt ein Business draus zu machen.
Amelie: Deswegen haben wir eben gesagt, wir brauchen mehrere Standbeine,
Amelie: damit wir aus verschiedenen Quellen Geld generieren können, damit sich das dann
Amelie: irgendwann auch auszahlt, weil sonst machst du es ja nicht.
Amelie: Wenn das im Endeffekt dann eine Minus- oder Nullgeschichte ist,
Amelie: dann wirst du es dann vielleicht ein paar Jahre machen, weil es einfach lustig
Amelie: ist und dann wirst du sagen, es zahlt sich einfach nicht aus,
Amelie: wenn der Aufwand zu groß ist.
Amelie: Deswegen haben wir eben angefangen, kulinarische Events zu starten,
Amelie: zum Beispiel, die eben super gut angenommen werden.
Amelie: Die Tänze. Die Tänze, genau, was uns sehr, sehr freut, was auch gut für die Region ist.
Amelie: Also es liegt uns beiden einfach auch im Herzen, dadurch, dass wir jetzt so wohnen, wie wir wohnen,
Amelie: auch unseren Beitrag dazu zu leisten, dass wir die Region weiterentwickeln können,
Amelie: wie das ja auch schon die Vorväter vor uns gemacht haben.
Amelie: Und deswegen ist es einfach auch unser Auftrag, dass wir da weitermachen.
Amelie: Abgesehen davon ist es einfach lustig, neue Sachen zu kreieren.
Amelie: Und wir haben uns das halt jetzt auf die kulinarische Weise gemacht.
Amelie: Das kann man natürlich in verschiedenen Weisen machen.
Amelie: Wir haben es jetzt, wollen es auf die kulinarische Weise machen.
Willy: Okay, wir haben jetzt ein bisschen so einen Ausflug gemacht in das,
Willy: was jetzt quasi im Gespräch nachher noch kommt. Wir waren in der Forstwirtschaft,
Willy: du hast jetzt von verschiedenen Standbeinen gesprochen.
Willy: Einfach jetzt wirklich nur in Stichworten aufgezählt und vielleicht einfach
Willy: nur mal in Stichworten aufgezählt, was sind jetzt die Standbeine?
Amelie: Also die Forstwirtschaft, die Teichwirtschaft, Vermietung von Häusern,
Amelie: die kulinarischen Tänze, unsere Produkte.
Amelie: Ja, habe ich was vergessen?
Franziskus: In Zukunft Energie.
Amelie: Energie.
Willy: Energie wäre das Thema. Okay, das schreiben wir groß dazu, über das reden wir nachher noch.
Willy: Wenn Sie das jetzt quasi so ein bisschen bündeln, sind die ungefähr gleich groß, diese Säulen?
Willy: Gibt es da eine, die dominiert die Forstwirtschaft?
Amelie: Forst dominiert total, ja, ja.
Willy: Okay, das heißt, Forst ist wirtschaftlich gesehen das wichtigste Unternehmen.
Willy: Und was versucht sie dann, auf den Forst gehen wir dann gleich ein,
Willy: was versucht sie dann über die Kulinarik zu machen?
Willy: Also ist die überhaupt notwendig oder ist das eher so die Seele?
Amelie: Genau, also die erste Frage, die man sich stellen muss, ist wahrscheinlich,
Amelie: Hauptstandbein, was ist sozusagen wichtig?
Amelie: Rede ich jetzt nur vom finanziellen Aspekt? Ja, ja.
Willy: Oder
Amelie: Rede ich von
Willy: Den… Ist auf jeden Fall doch nicht unwichtig.
Amelie: Absolut, absolut. Aber wenn du eben etwas hast, was sozusagen finanziell passt
Amelie: und dich absichert, dann kann man sagen, okay, was ist noch wichtig für eine
Amelie: Region und wie kann ich die weiterentwickeln und wie kann ich eine…
Amelie: den Blickwinkel auf diese unglaubliche Region und auf die Natur und auf das,
Amelie: was es zu bieten hat, lenken.
Franziskus: Die aber dann auch etwas finanziell beitragen soll.
Amelie: Natürlich.
Willy: Das soll kostendeckend sein, was du tatsächlich machst.
Franziskus: Es ist nicht Charity. Nein, sicher. Es soll auch kein Hobby sein, das Geld kostet.
Amelie: Nein.
Willy: Kann es ja auch sein. Es ist ja genauso legitim zu sagen, ich gebe das jetzt
Willy: weiter und investiere in das.
Willy: Aber es wird... Verdiener müssen aber kein Geld, aber ihr spielt das als Business Case.
Franziskus: Aber das wirst du nicht langfristig halten können. Also das wäre dann ein Hobby
Franziskus: von der Amelie und mir vielleicht, aber nicht mehr von unseren Kindern vielleicht.
Franziskus: Also es ist schon das Ziel, dass wir, wenn wir diese Marke jetzt gründen und
Franziskus: unser Wildbrett verarbeiten und Tänze machen und da mehr oder weniger in den
Franziskus: Tourismus auch hineingehen,
Franziskus: dass das ein längerfristiges Projekt sein wird.
Franziskus: Der Tourismus ändert sich immer wieder, aber das soll schon ein Geld verdienen.
Franziskus: Und auch wenn man ein Geld verdient, dann macht es einen längerfristigen Spaß,
Franziskus: dann hast du einen Erfolg oder ein Feedback, indem du sagst,
Franziskus: okay, ich kann ein Geld verdienen.
Franziskus: Wenn das ganze Geld kostet, dann kann es irgendwann mal sein,
Franziskus: dass es dir mühsam wird und dass du dann das Ganze vernachlässigst.
Franziskus: Das sieht man ja oft bei Vereinen, die jetzt anfangen.
Franziskus: Die Ersten, die den Verein gründen, sind irrsinnig engagiert und irgendwann
Franziskus: verlauft das Ganze im Sand und Ich glaube.
Willy: Da kann fast jeder Zweite, der beim Verein ist, kann irgendwie ein Lied davon
Willy: singen, was du jetzt gerade gesagt hast.
Franziskus: Das ist eben, das ist so ein Verein eben zu halten und weiterzubringen,
Franziskus: ist sehr schön, braucht wahnsinnig viel Gemeinschaft und wahnsinnig viel Arbeit dahinter.
Franziskus: Und diese Arbeit muss halt irgendwo auch Früchte tragen und diese Früchte,
Franziskus: ob sie jetzt finanziell sind, was wahrscheinlich die einfachste Erfolgs,
Franziskus: Statistik hieß. Ja.
Franziskus: Oder ob es die, die du woanders herholst, die viel, viel schwieriger ist und
Franziskus: viel, viel aufwendiger ist, das dann eben durchzuhalten.
Franziskus: Und deswegen, das, was wir machen, ist schon so, dass wir ganz langfristig gedacht,
Franziskus: also unser Ziel ist es mehr oder weniger, dass wir diese große Säule vom Forstbetrieb schmälern.
Willy: Relativ.
Franziskus: Relativ gesehen. Das heißt, dass wir irgendwann einmal sagen,
Franziskus: wir müssen keinen Baum im Wald umschneiden, um unsere Stromrechnung zu zahlen.
Franziskus: Oder um unsere Fixkosten in den zwei großen Häusern und und und.
Willy: Ist der Waldbestand, ich sage jetzt mal, über die letzten 100 Jahre sukzessive
Willy: kleiner geworden, um das, was da ist, zu erhalten?
Willy: Funktioniert schon? Also jetzt schon eigentlich?
Franziskus: Also das ist ja auch rechtlich gar nicht möglich in Österreich.
Willy: Geht nicht?
Franziskus: Nein, in Österreich musst du eine nachhaltige Forstwirtschaft betreiben.
Franziskus: Du kannst nicht Raubbau betreiben.
Willy: Nein, nein, nein, aber man kann ja ein Stück Wald verkaufen.
Franziskus: Ach so.
Willy: Das habe ich nicht gemeint, den Wald umschlägen.
Franziskus: Ja, nein, es ist kleiner geworden. Der Wald ist kleiner geworden,
Franziskus: das hat aber einen anderen Grund gehabt.
Franziskus: Das hätte ich vielleicht ganz am Anfang hingehört, wo wir herkommen, was wir hier machen.
Franziskus: Weil mein Großvater hatte einen zweiten Betrieb in Tschechien,
Franziskus: das eigentlich sein Haupt zu hause war es war der
Franziskus: größere betrieb da auch viel
Franziskus: besserer boden war bessere landwirtschaft hatte und einen
Franziskus: sehr viel ertragreicheren wald und von dort wurde er vertrieben nach dem zweiten
Franziskus: weltkrieg und dann ist er eben nach litschau gekommen nachdem wir zurückgekommen
Franziskus: haben also das haus zurückbekommen haben von den russen weil die russinnen waren
Franziskus: hier und haben eigentlich alles,
Franziskus: was Holz war, verheizt und die Kachelöfen, die da drin waren,
Franziskus: wie du siehst im Hintergrund vielleicht, da ist ein Kachelofen,
Franziskus: der besteht aus drei Kachelöfen.
Franziskus: Man sieht leichte Farbunterschiede drin.
Willy: Ich schaue jetzt verdutzt auf den...
Willy: Die Dreifaltigkeit des Kachelofens.
Franziskus: Aber die sind zerschossen worden von den Russen, die hier waren.
Franziskus: Das war eigentlich alles kaputt. Mit dem Haus, wie wir es 1947 zurückbekommen haben.
Willy: Also alles zum Renovieren. Genau.
Franziskus: Und die große Angst von meinem Großvater damals war, dass mit Österreich das
Franziskus: Gleiche passiert wie mit Deutschland.
Franziskus: Dass eben die Donau, also damals die Grenze von Russland, also Russland zu den
Franziskus: anderen vier Besetzungsmächten, die Grenze wird. Und mehr oder weniger ein Ostösterreich,
Franziskus: so wie in Ostdeutschland entsteht.
Franziskus: Und deswegen hat mein Großvater einen Teil von unserem Wald verkauft damals
Franziskus: und hat in der Steiermark, in Salzburg, in Industrie investiert.
Franziskus: und hat dort eben gesagt, dass wenn er das zweite Mal sein Zuhause verliert,
Franziskus: also das erste Mal eben 1945 sein Zuhause verloren hat und dann eben noch einmal
Franziskus: in den 50er Jahren sein Zuhause verliert, dann eben trotzdem noch etwas übrig ist.
Franziskus: Und deswegen haben wir einen Teil von unserem Wald verkauft.
Franziskus: Okay. Und es ist trotzdem noch immer groß.
Willy: Ihr habt gelesen, die Waldgrenze ist gleichzeitig auch die Landesgrenze, also die Staatsgrenze.
Willy: Die Frage habe ich mir vorhin schon vergessen, aber die möchte ich unbedingt stellen.
Willy: Wie ist es denn, wenn man so wirklich am Aderwelt, am schönen Aderwelt natürlich,
Willy: da im Waldviertel, Waldvierteltourismus gesagt hat, aufwächst direkt neben einem eisernen Vorhang?
Franziskus: War spannend früher als Kind. Hat man immer, wenn es dunkel geworden ist und
Franziskus: wir in der Nähe vom Eisernen Vorhang waren, hat man immer geschaut,
Franziskus: ob man die Suchscheinwerfer sieht von den tschechischen Soldaten.
Franziskus: Es war wahnsinnig spannend, in der Nähe dort spazieren zu gehen,
Franziskus: weil man wird vielleicht von einem tschechischen Soldaten mitgenommen und verhaftet.
Franziskus: Man hatte immer eine Sichtweite, aber als Kind war es immer wahnsinnig aufregend.
Willy: Aufregend oder gruselig? Hat man sich gefiercht? da? Oder wie war das?
Franziskus: Ja, also war beides drinnen. Also es war so, was Verbotenes machen,
Franziskus: so halt über den verbotenen Zaun drüber schauen und die Rapunzeln im Nachbargarten zu sehen oder so.
Willy: Aber ihr habt ja damals den Wald auch schon bewirtschaftet, ne?
Willy: Das heißt, ihr habt eigentlich den Wald bewirtschaftet bis direkt zur Grenze, oder?
Franziskus: Genau. Also es war noch...
Willy: Das muss ja auch die schrägste Waldbewirtschaftung in Österreich gewesen sein.
Willy: Oder ich sage schräg im Sinne von vor allem nicht ganz friktionsfrei auch, oder?
Franziskus: Also da gibt es einige Geschichten. Also viele von den Forstarbeitern oder Leute,
Franziskus: die im Wald gearbeitet haben, haben geschmuggelt auch, haben Zigaretten,
Franziskus: mit Zigaretten gehandelt. Also meistens.
Franziskus: Die Tschechischen haben mit Zigaretten bezahlt, dass sie dann etwas Westliches bekommen.
Franziskus: Also da haben sie sich schon so hin und her. Und es war natürlich immer spannend,
Franziskus: weil da die Patrouillen gegangen sind, dann waren Türme aufgestellt,
Franziskus: mit eben den Suchscheinwerfern,
Franziskus: wo die Grenze kontrolliert worden ist, weil unsere Grenze keine natürliche Grenze
Franziskus: ist, sondern eine Grenze, die quer durch den Wald geht.
Franziskus: Eine politische Grenze. Die ist gezogen worden mit dem Stift bei den Friedensverträgen.
Franziskus: Und das ist ein Grund, warum das so ist, weil mein Urgroßvater hatte einen Freund
Franziskus: bei den Friedensverträgen von Saint-Germain.
Franziskus: Das war ein Graf Velcour, der bei den Friedensverträgen eben zuständig war für
Franziskus: die Grenzziehung und hat gemerkt,
Franziskus: dass er bei der Grenzziehung direkt an den Besitz von seinem Freund die Grenze
Franziskus: zieht und hat meinem Urgroßvater ein Telegramm geschrieben und hat geschrieben,
Franziskus: willst du deinen Besitz in der Tschechoslowakei oder in Österreich haben?
Franziskus: Weil das kann ich jetzt entscheiden. Und mein Urgroßvater hat gesagt,
Franziskus: ich habe einen, also bei einem großen Besitz in der Tschechoslowakei,
Franziskus: in Mähern, das ist bei Slin in der Nähe, ich hätte gern den anderen aus politischen
Franziskus: Gründen oder aus Gründen der Diversifikation,
Franziskus: wie das so schön heißt, gern im anderen Land.
Franziskus: und deswegen geht die Grenze direkt durch den Wald und ist unsere Besitzgrenze.
Franziskus: Auf der einen Seite ist Habsburg Franz Ferdinand, ein Thronfolger,
Franziskus: mit Klum und auf der anderen Seite sind wir.
Willy: Das heißt, wenn man bei euch durch den Wald geht, dann ist man sich gar nicht
Willy: bewusst, weil wenn ich jetzt einfach Schwammerl suchen gehe,
Willy: dass ich da, was da für Geschichte eigentlich auf diesem Klum und was da...
Franziskus: Und da war eben, deswegen war war die sehr bewacht, diese Grenze,
Franziskus: weil sie eben nicht durch einen Fluss oder einen Bergrücken oder sonst ein typisch
Franziskus: natürliche Grenzen gezogen worden sind,
Franziskus: sondern da war eben eine freigeschnittene Fläche, dann war der Stacheldrahtzaun,
Franziskus: mehrfach war,
Franziskus: dann hat es immer geheißen, es ist vermint dazwischen, aber trotzdem hat man
Franziskus: sich irgendwo getroffen mit den anderen und hat dann dort gibt es eben Geschichten,
Franziskus: wo sie hier geschmuggelt haben und,
Franziskus: Hefte mit leicht bekleideten Mädchen gegen Zigaretten getauscht haben oder,
Franziskus: irgendwelche Grundnahrungsmittel und so Sachen.
Willy: Ist man sich da bewusst, wenn man da jetzt so, ich werde es ja hin und wieder
Willy: auch noch in den Wald gehen, zum Schwammelsuchen und was man halt sonst so im Wald so tut, arbeiten,
Willy: ist man sich da nicht mehr bewusst, traut man das irgendwie mit?
Willy: Diese Geschichte, denkt man daran, wenn man durchgeht?
Willy: Wenn man das quasi so unmittelbar betrifft oder ist es dann einfach nur ein Wald?
Amelie: Also du vielleicht noch.
Willy: Oder ich mal.
Amelie: Du wahrscheinlich mehr wie ich, nachdem ich ja hier nicht aufgewachsen bin.
Willy: Mitgehangen, mitgefangen.
Amelie: Ja, aber ich denke jetzt nicht so drüber nach, weißt du. Wenn ich mit den Kindern
Amelie: gehe, denke ich eher drüber nach, ist der Wolf in unserer Nähe oder nicht.
Amelie: Als dass ich jetzt drüber nachdenke. Haben wir mal aufgeschrieben,
Willy: Ob der Wolf, ja.
Amelie: Als ob jetzt, also.
Franziskus: Es gibt am Schlossberg eine Kurve, eine 180-Grad-Kurve, da steht ein Mat,
Franziskus: alle mit der Mutter Gottes. Drinnen wird meine Urgroßmutter aufgestellt.
Franziskus: als Dank, dass wir Litschau und die richtet sich auch nach Westen,
Franziskus: dort wo wir den Osten haben.
Franziskus: Und da ist immer, wenn man vorbeigefahren ist, hat man gesagt, danke für Litschau.
Franziskus: Danke, dass wir Litschau haben. Sonst wäre eben die Grenze in Braunau gewesen,
Franziskus: also an der Braunau, das ist ein Braunau-Einfluss. Braunau ist woanders.
Franziskus: Das wäre eben ein paar Ortschaften weiter östlich gewesen.
Willy: Okay.
Franziskus: Und bei uns ist es ja so, wir haben im Norden und im Westen den Osten.
Willy: Wir haben im
Franziskus: Westen den Osten und im Osten den Westen.
Willy: Für jeden, der jetzt noch dabei ist, was du jetzt gesagt hast.
Willy: Für jeden, der nicht ausgestiegen ist.
Willy: Klingt logisch auf jeden Fall. Du hast jetzt gerade den Wolf angesprochen.
Willy: Das ist jetzt eh nur ein Randthema heute. Aber habt ihr den Wolf im Waldviertel?
Amelie: Ist er da? Ja. Derzeit ist er nicht da. Doch. Ist er da?
Amelie: Es zieht immer wieder durch. Wir haben auf jeden Fall welche da.
Willy: Machst du dir wirklich Gedanken, wenn du mit den Kindern im Wolf bist?
Willy: Ist das, was du formuliert hast?
Amelie: Wenn ich weiß, dass ein Wolf gerade in unserer Nähe ist, ja.
Amelie: Wenn ich weiß, dass er gerade oder wenn es gesagt wird, es ist keiner bekannt,
Amelie: wir haben keinen gesehen, dann nein.
Amelie: Aber wenn ich weiß, es ist gerade vor ein paar Tagen einer durchgezogen dort,
Amelie: wo wir gehen, dann irgendwie schon.
Willy: Ist es ein Roma-Thema? Also landwirtschaftlich gesehen ist es,
Willy: Tirol hört man es jetzt gerade wieder, die Risse jetzt im Sommer auf die Alm, etc.
Willy: Ist es im Waldviertel so landwirtschaftlich, forstwirtschaftlich Thema?
Franziskus: Landwirtschaftlich viel weniger, weil wir es im Landwirtschaftlich traditionell
Franziskus: wenige Weidetiere haben.
Franziskus: Das hat einen Grund, das hat mit dem Boden zu tun. Der Boden ist,
Franziskus: sagen wir, labil, also wenn da jetzt die Rinder, die großen Schweinrinder drüber,
Franziskus: den Boden relativ schnell durchtreten und die Bodenverdichtung ist hier ein viel größeres Problem,
Franziskus: wie auf den schweren Böden in der Steiermark, Salzburg, Land,
Franziskus: in Tirol.
Franziskus: Deswegen sind hier traditionell die Viecher im Stall.
Franziskus: Das muss sich jetzt ändern und dann werden wir sehen was passiert.
Franziskus: Aber derzeit ist es eben, nachdem sehr wenige Tiere draußen sind.
Willy: Muss sich ändern wegen?
Franziskus: Aus der biolandwirtschaftlichen Gesetzgebung.
Franziskus: Die Kuh, das Schaf muss so und so lange auf auf der Weide gehalten werden.
Franziskus: Das wird hier ein Problem werden. Die Tiere werden sich reduzieren,
Franziskus: weil die landwirtschaftlichen Böden das nicht so aushalten.
Franziskus: Ist so, muss man so hinnehmen, wie es ist. Ob es gut oder schlecht ist,
Franziskus: kann man sich lang drüber streiten. Das ist nicht das Thema.
Franziskus: Aber dann wird der Wolf natürlich auch viel mehr Platz.
Franziskus: dann wird der Wolf viel mehr zum Thema werden. Er ist mehr im Thema, wo ist er im Wald?
Willy: Stichwort Wolf, das kommt daher.
Amelie: Stammt auch irgendwann mal.
Willy: Kurz vorstellen bitte.
Franziskus: Siehst du, unsere zweijährige Hündin.
Willy: Die Fruchtbarame ist gerade.
Franziskus: Die Fruchtbarame ist nicht gestreichelt wird.
Willy: Ach du Arme, da komme ich streichelte.
Amelie: Komm, geh zum Willi.
Willy: Ich kann fragen und streicheln.
Franziskus: Der ist suspekt, oder? Komm her zu mir.
Willy: Ja, so ist gut. Komm, schieß zu mir.
Franziskus: Dann wird er vielleicht mehr das Problem werden. Also in Groß-Gerungs.
Franziskus: und dem Harbachgebiet, da gibt es viel mehr Wolfrüste, da sind viel Schafe unterwegs.
Franziskus: Da ist das Thema viel brisanter als jetzt hier, weil wir hier es ist wild.
Franziskus: Für das Wild wird der Wolf nie einen großen Impact machen, auch wenn es diese
Franziskus: ominösen 500 Stück in Österreich gibt.
Willy: Gibt es eine Zahl, die das sagt?
Franziskus: Da gibt es eine Zahl, das wäre da das, was Österreich vertragen soll.
Willy: Achso, 500 Wölfe.
Franziskus: 500 Wölfe sollen Österreich vertragen können. Bezweifle ich.
Franziskus: Für den Jäger macht das keinen großen Unterschied. Das werden ungefähr 3% des
Franziskus: jährlichen Abschusses.
Franziskus: Jährlich, was wir als Jäger in ganz Österreich bejagen, wenn der Wolf nur wild
Franziskus: fressen würde, keine Haustiere und keine Nutztiere, dann wäre das 3% vom jährlichen
Franziskus: Abschuss, den wir tätigen.
Franziskus: Also für den Jäger wird das nie einen Unterschied machen.
Franziskus: Der Jäger wird nur das Problem haben, dass der Jäger ist den Bauern verpflichtet
Franziskus: und der Jäger muss den Bauern schützen von den Wildtieren.
Franziskus: Also der Jäger ist immer der Reibungspunkt zwischen Wild und Nutztier.
Franziskus: Und nachdem der Wolf ein Wildtier ist und irgendwann einmal,
Franziskus: wenn das so weit ist, dass wir die Bauernaufstände wieder einmal haben, nach dem 30.
Franziskus: gegen Krieg, dass das wiederkommen wird, die Bauern alle aufgeben,
Franziskus: die österreichische Kulturlandschaft leiden wird darunter, dann wird der Jäger
Franziskus: wieder gefordert sein, das wieder gut zu machen.
Franziskus: Weil der Jäger ist der Einzige, der das gut machen kann.
Willy: Sollte der Wolf das so auf die Spitze treiben?
Franziskus: Sollte der Wolf eben dann, und
Franziskus: dann gibt es nur den Abschuss und wie die meisten Jäger, also die sind,
Franziskus: ist bei den Jägern ziemlich einheitlich, auf den wolf muss geschossen werden
Franziskus: um den wolf eben zu lernen dass der.
Willy: Mensch oder
Franziskus: Die nähe des menschen kein guter platz ist und dann werden die probleme auch weniger werden.
Willy: Schauen wir noch
Willy: mal auf die auf die forstwäsche also wolf sagst du ist jetzt führt für das bild
Willy: an sich nicht so das thema weil konnte sagen es sowieso soll er im wild jagen
Willy: waren quasi das buffet Fee daneben steht und das so quasi eingezäunt zum Bedienen
Willy: da ist. Und das ist ein bisschen das...
Willy: Brauchst du Wasser, ne?
Franziskus: Ja, bitte. Das gibt es.
Amelie: Oder Wein. Oder irgendeinen Wein.
Franziskus: Passt auch. Wein ist besser als Hustensaft.
Willy: Das wird schon. Aber schauen wir jetzt auf die Forstwirtschaft.
Willy: Womit verdient man in der Forstwirtschaft Geld? Also was sind die wirtschaftlichen
Willy: Grundsätze, Grundsätze sage ich jetzt in der Forstwirtschaft,
Willy: also offensichtlich mit Holz, ne?
Franziskus: Ja.
Willy: Aber vielleicht, wenn man es jetzt noch eine Stufe differenzierter erklärt,
Willy: wie kann man in der Forstwirtschaft Geld verdienen?
Franziskus: In der Forstwirtschaft Geld verdienen ist es im Grunde wir verkaufen Blochholz.
Franziskus: Also das heißt, einen Baum in 3 oder 4 Meter, 5 Meter oder 12 Meter lange Stücke
Franziskus: zu schnitten und mit dem LKW abtransportiert zum Sägewerk. Ganz banal.
Franziskus: Damit verdient man sein Geld. Da gibt es verschiedene Holz-, also Baumarten,
Franziskus: Qualitätsunterschiede und aus dem macht sich dann ein Holzpreismix,
Franziskus: den man eben im Betrieb hat. Das heißt, was habe ich im Bezug?
Franziskus: Ich habe den Wald, die verschiedenen Baumarten und ich habe eine Inventur,
Franziskus: so wie ich in jedem anderen Geschäftsding eine Inventur mache.
Franziskus: Also ob ich jetzt im Supermarkt bin und dort weiß, wie viele Päckchen Zucker
Franziskus: ich habe, im Regal stehen und im Lager, dann weiß ich, wann ich was nachbestellen muss.
Franziskus: Also das ist eine Inventur. Ich weiß, wie viel Holz in meinem Wald steht,
Franziskus: welcher Baumart meinungslos ist und ich weiß, wie viel jedes Jahr dazukommt.
Franziskus: Und dann weiß ich auch baumartenbezogen, wie viel dazukommt.
Franziskus: Und dann kann ich das abschöpfen, was dazukommt.
Franziskus: Sehr ähnlich wie ich im Stall das, was nachkommt, also die Jungen mehr oder weniger,
Franziskus: weiß ich, wie viel ich dann im nächsten, dass ich einen gleichen Bestand an
Franziskus: Nutztieren im Stall habe, werde ich immer schauen, dass ich das wegverkaufe,
Franziskus: schlachte, verarbeite, wie auch immer. Und das ist im Wald nicht anders.
Franziskus: Da ist natürlich im Wald, kann ich nicht jeden einzelnen Baum zählen und abmessen.
Willy: Wie wird geschätzt?
Franziskus: Das ist statistisch. Es wird eine statistische Inventur gemacht.
Franziskus: Also das gibt es ja im Wald.
Franziskus: Also es gibt zwar ein Verfahren, das seit Jahrzehnten, fast Jahrhunderten schon
Franziskus: bewährt ist. Wie heißt das?
Willy: Wie heißt das am laufenden?
Franziskus: Ja, das ist also die, jetzt magst du mich zu schnell dafür.
Willy: Wir reichen jetzt nach.
Franziskus: Wir reichen jetzt nach. Es wird mit permanenten Stichpunkten oder temporären Stichpunkten gibt es.
Franziskus: dann machst du mit einem Zählkreis, also im Grund mit einem Winkel,
Franziskus: drehst du dich einmal im Kreis.
Franziskus: Also im Grund kannst du das ganz parallel machen mit dem Daumen.
Franziskus: Du streckst deine Hand aus und jeder Baum, der vom Daumen nicht verdeckt wird,
Franziskus: sondern der breiter ist als dein Daumen, den zählst du.
Franziskus: Und misst du, misst die Höhe und das alle paar Jahre und so kannst du den Zuwachs davon wissen.
Franziskus: Also das ist der Winkel, der von deinem Daumen auf dein Auge geht.
Franziskus: Also wenn du mit einem Auge schaust, wenn der Baum breiter ist wie dein Daumen, dann misst du ihn mit.
Franziskus: Und so hast du eine Verteilung von schwachen und stärkeren Bäumen und kannst
Franziskus: deswegen dann schließen auf deinen Wald.
Franziskus: Und das ist die Winkelzählprobe, wie sie heißt.
Franziskus: Und damit ist dann statistisch das Hochrechnen auf deine Fläche und weißt,
Franziskus: was du wachst im Jahr. Ja, und das ist noch, machen wir es halt ähm,
Franziskus: 90 Jahren jetzt, alle 10 Jahre, also die neunte Stichprobe haben wir gemacht
Franziskus: und das hat einen ziemlich kleinen Fehler mittlerweile und kann ziemlich genau
Franziskus: sagen, was wir umschneiden können,
Franziskus: damit wir es dann immer noch, meine Enkel oder Urenkel, genau das gleiche umschneiden
Franziskus: können oder vielleicht sind sie dann noch genauer und können das noch genauer abschätzen.
Willy: Für die ganzen 4000 Hektar Wald habt ihr jetzt quasi eine Stichprobe,
Willy: ihr wisst in welchem Anteil, was ist das für ein Wald, also was wächst da?
Willy: Also österreichweit ist ja die Fichte ganz, ganz, ganz dominant als Baumart. Ja. Bei euch auch.
Willy: Warum ist gerade die Fichte so dominant und die kommt jetzt ein bisschen unter
Willy: Druck, was wir vielleicht im Interview dann zum Thema Klimawandel auch noch
Willy: behandeln werden. Warum ist die Fichte so dominant?
Franziskus: Ist ein dankbarer Baum.
Amelie: Oder?
Franziskus: Es ist der Brotbaum. Es ist der Baum der Bauindustrie.
Franziskus: Im Grunde wird alles mit der Fichte gebaut.
Franziskus: Es ist ein sehr, sagen wir, unser Klima sehr angepasster Baum.
Willy: Noch?
Franziskus: Dort, wo wir die großen Schäden gehabt haben, in den Tieflagen,
Franziskus: hat er auch nie hingehört, also wir haben immer gewusst, dass er nicht hinpasst.
Franziskus: Er ist dort gewachsen, er hat dort mehrere Generationen überlebt und irgendwann
Franziskus: kam das Unvermeidliche, dass er unter 500 Meter Seehöhe auch stirbt.
Franziskus: Wir sind hier über 500 Meter Seehöhe, also noch sind wir im Fichten-Optimum,
Franziskus: also die Fichte hat hier… Es.
Willy: Wandert nach oben
Franziskus: Langsam. Es wandert nach oben, es wird wärmer, es werden sich die Waldbestände
Franziskus: verändern, wie groß wissen wir nicht.
Franziskus: Wie viel, wissen wir nicht. Dass es wärmer wird, das wissen wir alle.
Franziskus: Wie groß, wie wirklich, wie sehr es sich verändern wird, können wir nicht abschätzen.
Franziskus: Das werden wir in den nächsten Generationen alles sehen und werden uns dann darauf einstellen.
Franziskus: So wie es sich immer verändert hat. Es war hier mal Tundra.
Franziskus: Es gab hier nie eine Eiszeit im Waldviertel. Im Waldviertel war immer eisfrei.
Franziskus: oder so weit wir es zurückverfolgen können oder wissen, war es immer eisfrei.
Willy: Also Perma-Eis, also Dauereis.
Franziskus: Ja, also die große Vergletscherung der Eiszeiten gab es hier nicht,
Franziskus: das war ein nicht unterer Gebiet hier.
Franziskus: Deswegen haben wir auch sehr arme und sehr alte Böden und viele Moore,
Franziskus: die hier sind. Das kommt alles aus der Zeit.
Franziskus: Wir hatten auch eine kalte Wüste bei uns im Wald und dann kam der Wald wieder zurück.
Franziskus: Und dann wird es jetzt immer wärmer werden,
Franziskus: der Wald wird wieder zurück und dann wird es immer wieder kälter werden,
Franziskus: der wald wird sich wieder wieder zu tun da werden das werden wir menschen nicht
Franziskus: verändern groß wir verändern es in welchem ausmaß wissen wir das nicht.
Willy: Welche arbeiten freunden über sie haben jetzt sagt die ab 4.000 hektar wald
Willy: was wir arbeiten fallen da also was was muss ich mir wie jemand wie ich der
Willy: keine ahnung hat von forstwirtschaft was muss man dort und wie viele leid braucht dafür
Franziskus: Es gibt ein tolles sprichwort dass sich der graf schlaft und der wald wächst,
Franziskus: nein was wir machen also wir im grunde muss man keinen baum pflanzen um einen
Franziskus: wald zu haben wir pflanzen bäume aber das hat meistens also früher hat es andere
Franziskus: gründe jetzt hat es mehr also die nicht ganz andere Gründe, aber es hat immer,
Franziskus: jetzt nennen wir es anders.
Franziskus: Also mein Großvater hat eine Million Bäume im Jahr gesetzt in den 50er Jahren.
Willy: Eine Million?
Franziskus: Eine Million. Jetzt sind wir runden auf 2000.
Franziskus: bäume pro jahr die wir setzen was hat sich verändert mein großvater hat also
Franziskus: in der zeit waren also es gab die glasindustrie hier oben die energie.
Franziskus: Deswegen hat der mensch anthropogen den wald hier sehr stark verändert dann
Franziskus: gab es oder brennholz für die klasse damit ist das ganze laubholz was hier war mal weggekommen,
Franziskus: weil die für die damaligen Öfen ein gutes Brennwerk gehabt haben.
Franziskus: Das Fichtenholz war das wertvolle Bauholz, das hat man weniger für das Brennholz
Franziskus: verwendet, obwohl wahrscheinlich auch Fichtenholz einen sehr guten Brennwert
Franziskus: hat, weil es heißer verbrennt, weil es hart drin ist, aber nicht so lange brennt.
Franziskus: Das verbrennt schneller, also du brauchst viel mehr Holz, wenn du mit Fichtenholz heizen würdest.
Franziskus: Also hat man gesagt, man setzt kein Brennholz, sondern man setzt eben den wertvollen
Franziskus: Brotbaum, den wir wir fürs Bauen brauchen.
Franziskus: Damit hat sich der Wald eben verändert. Durch diese großen Kahlschläge ist die Kiefer dazugekommen.
Franziskus: Die Litschau-Kiefer ist berühmt. Jeder, der Forstwirtschaft studiert,
Franziskus: hört was über die Litschau-Kiefer.
Franziskus: Da steht ein Teil von Venedig drauf. Also es wurde nach Venedig verkauft.
Franziskus: Die Venedig steht auf Eichen und auf Kiefern. Und die Kiefer kommt auch nicht
Franziskus: nur, aber auch aus Litschau.
Franziskus: Deswegen gehen wir jedes Jahr auf den Karneval dort. Wir sind eingeladen,
Franziskus: weil wir eben Träger von Venedig sind. Nein, gar nicht.
Franziskus: Wir tragen den Venediger auf unseren Schultern.
Franziskus: Das wissen die Venediger nicht. Müssen wir ihnen erzählen.
Willy: Venediger. Jede Venedigerin. Venedigerin. Deswegen hast du es gemacht.
Franziskus: Also so hat sich der Wald entwickelt. Was machen wir im Wald?
Franziskus: Mein Großvater hat einen Waldumbau vorgehabt. Er wollte Laubholz wieder zurück reinbringen.
Franziskus: Was jetzt sehr der Zeit nach ist. Deswegen wurden sehr, sehr viele Buchen gesetzt.
Franziskus: damals hatte man aber zu wenig noch Verständnis oder Wissen gehabt über die
Franziskus: Baumartenherkünfte also von wo soll ich den Baum nehmen also ich soll jetzt nicht an den Baum aus,
Franziskus: 400 Kilometer Entfernung mit herbringen. Ich soll nicht aus verschiedenen Höhenlagen
Franziskus: Bäume nehmen, sondern ich soll angepasste Baumarten und die Klimastufe nehmen.
Franziskus: Das heißt, jetzt verändern sich die Höhenlagen vielleicht etwas,
Franziskus: aber im Grunde ist, du sollst maximal 200 Meter Seehöhe.
Willy: Also ähnliche Bäume aus der ähnlichen Region mehr oder weniger.
Franziskus: Genau, deswegen haben wir in Österreich auch diese Regionen. und uns so etwas machen.
Franziskus: Wie das mit dem Klimawandel dann weitergeht, ob wir jetzt aus dem Südkaukasus
Franziskus: Bäume hier her setzen werden, weil wir damit rechnen, dass das Klima bald so
Franziskus: sein wird wie im Südkaukasus,
Franziskus: oder ob es sich dazwischen irgendwas sein wird,
Franziskus: da weiß ich zu wenig.
Franziskus: Ich bin immer einer, der sagt, der Mensch hat so viel Schlechtes gebracht mit
Franziskus: mit Pflanzen oder Neophyten, wie wir sie nennen, die er von irgendwo nach irgendwo gebracht hat.
Franziskus: Und das alles so aus dem Gleichgewicht gebracht,
Franziskus: dass wir eben nicht Boxen der Pandora öffnen sollen, sondern man kann im Land
Franziskus: mit angepassten Baumarten und der Baum, der seine Kinder mehr oder weniger direkt
Franziskus: selber pflanzt, durch Samenabwurf,
Franziskus: ist der bessere angepasste Baum.
Willy: Das waren die, was man unter invasive Arten teilweise hört, oder so.
Willy: Ich habe vor kurzem Douglasia irgendwann mal gehört, dass das versucht wird,
Willy: dass das so ein neuer Baum ist, der versucht wird aufzubauen,
Willy: der aber eher kritisch betrachtet wird.
Franziskus: Douglasia wird,
Franziskus: kritisch und nicht kritisch betrachtet.
Willy: Also es gibt Pro und Kon.
Franziskus: Es gibt die Leute, die sagen, die Douglasia ist ein amerikanischer Baumart,
Franziskus: was sie ist. Und andere sagen, die war schon vor der Eiszeit hier.
Franziskus: Und wir tun sie nur wieder besiedeln.
Willy: Die waren da zwischendrin einmal
Franziskus: Die ist nur durch die Eiszeit ausgestorben. In Europa sind tatsächlich durch
Franziskus: die Eiszeit sehr viele Baumarten ausgestorben, was in Amerika nicht der Fall
Franziskus: ist. Das liegt an der Geografie.
Franziskus: In Europa sind alle Gebirgszüge Ost-West, also Pyrenäen, Alpen, Kaukasus.
Franziskus: Ja, sind alle Ost-West und haben eine Barriere nach Süden, also die Pyrenäen
Franziskus: haben eine Eisbarriere gemacht für alle Pflanzen, die in Frankreich waren,
Franziskus: nach Süden auf die Iberische Halbinsel.
Franziskus: Die Alpen nach Italien die Barriere gemacht, der Karkassus nach Griechenland hinunter.
Franziskus: Also alle Pflanzen, die oben nördlich waren, sind angestanden am Eis und sind
Franziskus: nicht drüber gekommen. In Amerika gibt es zwei große Gebirgszüge,
Franziskus: die Appalachen und die Rocky Mountains, die sind im Nord-Süd.
Franziskus: Die Bäume haben sich zurückziehen können, aber in Europa nicht.
Franziskus: Und so kommt man eben dann durch Pollenfunde drauf, dass eben Pflanzen, die es hier gegeben hat,
Franziskus: die es nicht mehr gibt und so ist die Argumentation, dass wir die Ethoklasie
Franziskus: wieder einführen in Europa und da gibt es Leute,
Franziskus: die das streiten, Leute, die das befürworten und da streiten sich verschiedene Wissenschaftler.
Willy: Und nachdem wir so gerne streiten, wird auch dieser Streit noch weiter fortgeführt werden.
Willy: Aber es ist immer spannend, je nachdem wie lange man die historische Zeitspanne
Willy: anlegt, gibt es gewisse Probleme und das gibt es einfach nicht,
Willy: weil sie einfach nie bestanden haben.
Willy: Aber wir waren ja im Prinzip ein bisschen auch bei den Tätigkeiten und bei den
Willy: Aufwänden, was man halt hat, wenn man jetzt einen Forstbetrieb hat.
Willy: Das heißt, man kann entweder nicht pflanzen und den Wald sich selbst überlassen.
Willy: Man kann ihn unterstützen dabei. Oder ihn unterstützen.
Willy: welchen weg geht ihr und was sind so die tätigkeiten die was
Willy: jetzt wirklich so damit aber jemand normal wie der von außen kommt und jetzt
Willy: krieg jetzt auf einmal 100 hektar weit das was mit interessiert was muss jetzt
Willy: morgen machen was ist meine tätigkeit im nächsten jahr was dann so meine schritte
Willy: die was machen muss muss und dann ist noch die frage was kann ich machen also
Franziskus: Was ich machen muss ist auf jeden fall weil die hygiene weil die kinder hat eben Schädlinge nicht,
Franziskus: exponentiell sich ausbreiten zu lassen. Also das ist so wahrscheinlich das,
Franziskus: was ich machen muss im Wald.
Franziskus: Das heißt, wenn ich jetzt bei der Fichte, ist es gerade eben der Fall,
Franziskus: es kann irgendwann einmal ein neuer Schädling kommen oder es ist jetzt eine
Franziskus: Raupe, die jetzt extrem überhand nimmt, bei der Kiefer in Südtirol oder woanders,
Franziskus: wo man eben das bei anderen, hier in Österreich ist derzeit das Wichtigste die Fichte.
Franziskus: Wenn eine Fichte offensichtlich krank und schwach wird oder schwächelt,
Franziskus: so gut man das selbst beurteilen kann, oder abstirbt durch den Käfer,
Franziskus: der Käfer ist meistens das Zünglein an der Waage, der sie dann zum Absterben bringt.
Willy: Du sprichst meistens vom Borkenkäfer, oder?
Franziskus: Borkenkäfer. Ein vorgeschwächter Baum, der den Käfer befeuert.
Franziskus: Dann muss ich schauen, dass ich diesen Baum mit den Käfern drinnen möglichst
Franziskus: schnell rauslasse und nicht ihn sich vermehren lasse und dann,
Franziskus: dass er dann über Hand nimmt. Okay. Das ist weitergegeben.
Willy: Also Shedlings-Monitoring und Managing.
Franziskus: Und dann ist es immer die Frage, ist das,
Franziskus: das ist auch was man auf der buch gelernt hat was möchtest du mit deinem wald
Franziskus: möchtest du einen englischen garten haben,
Franziskus: möchtest du möglichst viel totes holz haben möchtest du möglichst gut wirtschaften
Franziskus: möchtest du also es gibt viele arten wie man im wald bewirtschaften kann du
Franziskus: kannst deinen parklandschaft draus machen und im englischen park wandeln oder
Franziskus: kurzweil treiben oder was auch immer.
Willy: Die Erholungsfunktion des Waldes nutzen.
Franziskus: Genau. Du kannst ihn als Erholungswald nutzen. Du kannst ihn als Nutzwald nutzen,
Franziskus: das heißt, ihn wirtschaftlich optimieren in der Gesetzgebung.
Franziskus: Das heißt, ich möchte möglichst viel Geld verdienen mit dem Wald,
Franziskus: aber das ist nachhaltig.
Franziskus: Dann optimierst du ihn in die Richtung. Oder ich möchte ihn möglichst extrem viel Biodiversität.
Franziskus: Das heißt, ich muss nicht von dem
Franziskus: Wald leben, aber ich möchte extrem viele verschiedene Arten im Wald haben.
Franziskus: Ich möchte viel Totholz drin haben. Ich möchte einen Urwald draus machen.
Willy: Wer würde das? Also ich frage jetzt bewusst provokant, ich gehe mal davon aus,
Willy: außer von Natura 2000 Gebieten, Nationalparks etc., wo wahrscheinlich das im
Willy: Vordergrund steht, wird das die meiste Nutzung des Waldes an ökonomischen Nutzen haupt oder nicht?
Franziskus: Nein, also ich würde sagen, es sind,
Franziskus: 30% vom Wald ist von Waldbesitzern, die nicht in der Nähe vom Wald leben.
Willy: Okay.
Franziskus: Also Kleinwald in Österreich ist sehr oft besessen von Leuten,
Franziskus: die gar nicht in der Nähe wohnen.
Franziskus: Also sagen wir, es ist hier im Waldviertel ein Stück Wald, das gehört einem
Franziskus: Menschen, der aber in Wien lebt und einen ganz anderen Schatz hat.
Willy: Ein Hektar oder so.
Franziskus: Hektar, fünf Hektar, auch mehr manchmal.
Franziskus: die auch teilweise gar nicht wissen, wo ihr Wald ist oder sehr selten dort sind.
Franziskus: Der wird seinen Wald nicht wirtschaftlich bewirtschaften können.
Franziskus: Oder er gibt ihn jemandem anderen.
Franziskus: Und auch du wirst deinen Garten anders bewirtschaften, wie ich meinen Garten bewirtschafte.
Willy: Aber gibt es da Regeln? Da kann ich auf meinen Wald, da habe ich im Waldviertel
Willy: im Selbstüberlassen sagen, da geht keiner rein, da passiert nichts.
Franziskus: Selbstüberlassen kann sein, dass du eine Anzeige bekommst, weil du eben die
Franziskus: Waldhygiene nicht beachtest. und deswegen deinen Nachbarn weniger Schaden zufügst,
Franziskus: weil du deinen Wald auffressen lässt vom Käfer und er einen wirtschaftlichen Schaden hat.
Willy: Aha, also da kann ich auch schon.
Franziskus: Ja, du hast Rahmenbedingungen und in den Rahmenbedingungen kannst du dich frei bewegen.
Willy: Aber wenn du sagst, weil da gibt es Leute, die wissen nicht mehr,
Willy: wo ihr Wald ist, wie können sie sich dann um die Waldgesundheit kümmern?
Franziskus: Meistens wird das dann eben an eine Waldbewirtschaftungsarbeit gehandelt.
Willy: Ah, die können einfach eine Rechnung, da ist dann okay.
Franziskus: Und der sagt ja, es sind so viele wirtschaftliche Dinge. Kümmern sie sich dann
Franziskus: eben eine WWG, eine Waldwirtschaftsgemeinschaft oder eine AGE.
Franziskus: In Tirol sind die meisten,
Franziskus: Waldwirtschaftsgemeinschaften.
Willy: Aber der wird aber nicht bewirtschaftet?
Franziskus: Der wird dann schon bewirtschaftet. Der wird dann bewirtschaftet,
Franziskus: so wie diese Waldwirtschaftsgemeinschaft das Konzept hat.
Franziskus: Jeder hat sein eigenes Konzept, aber innerhalb der Rahmenbedingungen,
Franziskus: der gesetzlichen Rahmenbedingungen.
Franziskus: Die Biodiversität vorschreibt, die Waldhygiene vorschreibt, die Raubbau verbietet,
Franziskus: die viele Regeln hat. Okay.
Franziskus: Es gibt nur ein Beispiel, wie viele Regeln gibt es.
Franziskus: Ein Beispiel, 2019 hatten wir acht Verordnungen von der Europäischen Union,
Franziskus: die den Wald betroffen haben.
Franziskus: 2024 sind es 59. Okay.
Franziskus: Verordnungen.
Willy: 59.
Franziskus: Die deine Tätigkeit und meine Tätigkeit beeinflussen.
Willy: Die muss man kennen dann quasi.
Franziskus: Das wäre nicht schlecht, wenn du sie kennst. Aber 2019 waren es erst 8.
Willy: Ja, also es geht auch schnell.
Franziskus: Das ist 51 in 5 Jahren dazugekommen.
Willy: Exponentielles Wachstum quasi.
Franziskus: Das ist exponentielles Wachstum. Das ist eben auch diese überbordende Beamtenschaft,
Franziskus: was auch die Bauernsache macht.
Franziskus: Ich verstehe jeden Bauer, der auf die Straße fährt mit seinem Traktor und Gülle
Franziskus: vor das Europäische Parlament auslehrt.
Willy: Du hast natürlich keinen Aufruf, sondern nur eine analytische Betrachtung, ist ganz klar.
Willy: Aber 59 Verordnungen, die mich jetzt mit meinem Hektarwald oder 4000 Hektarwald
Willy: betreffen, ist jetzt selbst für mich, der versucht auch neutral zu bleiben,
Willy: doch, würde ich sagen, eher viel.
Franziskus: Ja. Sehr viel, ja. Ja, es ist, es wird auch die Bürokratie, jeder Bauer,
Franziskus: wenn man ihn fragt, und jeder Kulturlandbewirtschafter, ob es jetzt ein Jäger, ein Fischer, ein,
Franziskus: Landwirt, ein Forstwirt oder sonst noch was ist, wird einem eins sagen,
Franziskus: dass es Bürokratie ist, eine Katastrophe. Okay, okay.
Willy: Und euer Wald ist jetzt aber ein Ökonom, ein Nutzwald, oder?
Franziskus: Absolut.
Willy: Ist ein Nutzwald, ja?
Franziskus: Ja.
Willy: Okay, und was muss ich da noch machen? also zusätzlich an andere holz einschlag
Willy: natürlich also holz rausholen die schädlingsmonitoring also waldhygiene
Franziskus: Was kommt dazu im grund
Franziskus: ist es so dass du fangst beim kleinen wald an ist langsam zum
Franziskus: großen ich vergleiche immer den wald oder den
Franziskus: boden wie diesen tisch den wir jetzt vor uns haben haben
Franziskus: der tisch der tisch der tisch ist der
Franziskus: boden da ist jetzt wohl mit voll mit essen dieser tisch
Franziskus: ist ein kleiner tisch leider nein dieser nicht
Franziskus: kommt davon wie groß
Franziskus: der tisch ist und wie viel essen drauf ist wie viel wie viele mäuler bringe
Franziskus: ich satt kleine kinder können viel mehr um den tisch essen wie erwachsene kleine
Franziskus: bäume kann ich viel mehr auf dem quadratmeter boden haben wie große bäume das
Franziskus: heißt ich bin ich den wald wirtschaftlich optimal nutzen will so dass ich dann
Franziskus: einen guten Ertrag habe und die Stabilität vom Wald erhalten will,
Franziskus: dann reduziere ich die Stammzahl,
Franziskus: also reduziere ich die Individuen langsam, schrittweise.
Franziskus: Am besten jedes Jahr einen Baum rausnehmen oder so. Also oft und wenig eingreifen
Franziskus: ist besser als selten und stark eingreifen.
Franziskus: Das ist immer ein Schock dabei, wenn ich jetzt plötzlich da aufreiße und quasi
Franziskus: viele Bäume schneide und es
Franziskus: bleibt einer übrig, der scheint die Sonne auf ihn und das ist ein Stress.
Franziskus: Also oft wenig eingreifen ist gut und so, dass immer genug zum Essen am Tisch ist.
Willy: Eine kontinuierliche Arbeit.
Franziskus: Ich kann Neugeborene, die brauchen auch so und so viel Brei da vorne auf dem
Franziskus: Tisch, kann ich mehr versorgen wie dann 8-, 9-Jährige.
Franziskus: Wie dann 14-, 15-Jährige.
Franziskus: Da muss ich immer, das bleibt immer gleich, der Boden hat immer gleich viel
Franziskus: Essen, weil die Nährstoffe im Boden oder die Bonität, wie man sie nennt,
Franziskus: also das, was der Boden an Biomasse wachsen lassen kann, bleibt immer gleich.
Franziskus: Oder sollte im besten Fall immer gleich bleiben.
Franziskus: Und deswegen muss ich auch immer wenige Individuen dort haben, um dann optimal für mich,
Franziskus: als Waldbewirtschafter und die Stabilität auch, das gehört dazu,
Franziskus: Den Wald stabil zu halten, das heißt, wenn wenige Bäume wachsen,
Franziskus: sind sie stabiler, wie wenn sie ganz eng aneinander stehen,
Franziskus: dann wachsen sie immer zum Licht, werden dünn, lang und hoch und sind in einem
Franziskus: Windfall oder bei schwerem Schnee dann anfälliger kaputt zu gehen.
Willy: Also ich sehe schon, es ist ein unendlich komplexes Thema, dass du so einen
Willy: Wald musst du eigentlich permanent beobachten, damit du den für deinen gewünschten
Willy: Nutzen entsprichst, damit die Bäume dann auch nicht zu dünn wachsen oder nicht
Willy: zu dick wachsen, nicht und und und und und.
Willy: Das heißt, es ist eigentlich eine sehr, sehr komplexe Materie,
Willy: mit der man sich da beschäftigt, oder so ein Wald.
Franziskus: Ja, weil wir ja die Natur verändern zu einem Kulturland.
Franziskus: Die Natur kann das selber auch,
Franziskus: aber Aber wir Menschen haben zu viele Befindlichkeiten, damit umzugehen.
Franziskus: Wenn die Natur jetzt sagt, okay, so wie in Kanada das passiert ist,
Franziskus: in den 90er Jahren ist eine Fläche von Frankreich abgestorben.
Franziskus: Wenn das hier passieren würde, wäre … Ja.
Willy: Fläche wie Frankreich würde dann …
Franziskus: Würde mehrere … Aber wenn in Europa eine Fläche von Frankreich Wald abstirbt … Das kriegt man mit.
Franziskus: In Kanada ist das relativ egal.
Franziskus: Weil für den Wald ist das jetzt kein Problem.
Franziskus: Für uns, wir haben eine Befindlichkeit. Wir haben ein Problem damit.
Franziskus: Das heißt, der Mensch muss so stark eingreifen in die Natur,
Franziskus: um die Natur intakt zu halten, weil er sie nutzt, dass er eben alles managen muss rundherum.
Franziskus: Und da zählt alles dazu. Da zählt eben das Tier,
Franziskus: Der Wald, die Pflanzen, verschiedene Pflanzen, ob es jetzt krautige Pflanzen
Franziskus: sind, ob es jetzt holzige Pflanzen sind, ob es jetzt Insekten sind oder ob es
Franziskus: jetzt Tiere sind, Rehe oder Großraubtiere oder Vögel.
Franziskus: Zum Wenden musst du das Ganze mitmanagen. Du darfst nicht nur dir eine Kirsche rausnehmen.
Franziskus: Oder du darfst nicht nur, wenn eine Spargelplatte am Tisch steht,
Franziskus: nur die Spitzen abschneiden und sagen den anderen, das andere ist hier.
Willy: Kulinarisch vergleiche, wer mehr Sägeschlangen sind, der Hunger kommt schon wieder.
Franziskus: Nein, aber kulinarisch können die Leute am ehesten nachvollziehen.
Franziskus: Wenn ich sage, es ist ein Tisch zum Essen da und wenn ich jetzt hier eine Platte,
Franziskus: einen Korb mit Brot habe, mit fünf Semmeln und drei Fischen,
Franziskus: dann wäre ich nicht tausende Leute,
Franziskus: satt kriegen davon, außer es ist der Jesus da, der die Bergpredigt haltet und
Franziskus: diese Fische und Brote vermehrt.
Franziskus: Aber in der Realität, also wir Menschen können das nicht.
Franziskus: Das heißt, diese fünf Brote zwei Fische müssen auf so viele Individuen verteilt
Franziskus: werden, wie wir das können.
Franziskus: Und der Mensch kann das eben nur so und genauso ist es in der Gesamtheit. Du musst alles managen.
Franziskus: Du kannst nicht nur sagen, der Frosch muss jetzt geschützt werden und alles andere ist mir egal.
Franziskus: Oder ich muss jetzt auf einer Alm einen zwei Meter hohen Zaun bauen,
Franziskus: damit der Wolf nicht drüber springt, aber jetzt kann das Raufußrohr nicht mehr.
Franziskus: Es kann der Hirsch, das Reh, die Gams, das Steinwild, kann diese Alm jetzt auch
Franziskus: nicht mehr behandeln, aber nur, weil ich den einen Wolf berücksichtige.
Amelie: Das ist ein eigenes Podcast-Thema, glaube ich.
Franziskus: Deswegen, ich muss die ganze Kultur sehr unglaublich.
Willy: Das hilft dann quasi auf die nächste Frage, die ich mitgehabt habe,
Willy: nämlich, sind alle für erster Jäger die Antwort ja, weil es einfach in dem Fall
Willy: so ein komplexes Ökosystem ist, wo du nicht nur quasi die Natur
Willy: managt, sondern auch die tierwelt miteinander mit denken oder
Franziskus: Aber eben wie du sagst natur ja nein natur ist es nicht es ist kulturland danke ist der.
Willy: Waldkultur der natur
Franziskus: Kulturland ist eine kulturlandschaft es gibt es gibt in österreich kein naturwald
Franziskus: gibt es es gibt ja ist recht kerator wie geht nur es gibt gewiss,
Franziskus: Es gibt geduldete Bäume. Jeder Baum in Österreich ist entweder geduldet oder
Franziskus: gepflanzt, auch wenn es ein Urwald heißt.
Franziskus: Aber wie lang muss der Wald Urwald sein?
Franziskus: Da muss mehrere Baumgenerationen Urwald sein, dass da menschliche Spuren verwischt werden.
Franziskus: Und das gibt es in Österreich nicht.
Willy: Ich blicke jetzt ein bisschen auch Richtung Vertrieb, Marketing und Kommunikation.
Willy: Wie schwer ist es denn in dem ganzen System den Wald unterzubringen?
Willy: Also ihr verkauft die Wildprodukte, ihr verkauft den Fisch, ihr macht die Fischtänze,
Willy: ihr macht den Rehtanz oder den Wildtanz.
Amelie: Ja, ich habe mich ja total auf die Kulinarik eigentlich geworfen.
Amelie: Deswegen forstwirtschaftlich hast du jetzt ja auch gemerkt, ich meine,
Amelie: ich war jetzt recht stumm, habe ich echt im Gegensatz zu meinem Mann echt überhaupt keine Ahnung.
Willy: Ja, aber die Kommunikation hätte man doch, das ist doch der Wald,
Amelie: Waldbaden, die Fantik. Ja, wer weiß, was sich alles noch entwickelt, würde ich sagen.
Amelie: Stück für Stück. Also ich habe mich jetzt mal darauf geworfen,
Amelie: dass wir alles, was bei uns geschossen wird und aus den Teichen geerntet wird,
Amelie: dass wir das so vermarkten, dass eine größere Wertschätzung diesen Lebensmitteln
Amelie: gegenüber gebracht wird.
Amelie: Und dass eben der Blickwinkel auch das Mehrverständnis ist von den Menschen
Amelie: gegenüber der Arbeit, die dahinter steckt.
Amelie: Die Menschen, die damit verbunden sind, was die alles leisten.
Amelie: Deswegen machen wir zum Beispiel auch diese Tänze, wo es mir eben einfach ganz
Amelie: wichtig ist, dass der Kreislauf des Lebensmittels genau erklärt wird.
Amelie: und die Menschen, was die alles machen, damit das Lebensmittel dann in dieser
Amelie: Qualität eben auf dem Teller liegt, wie sie es dann bei einem dieser Tänze dann
Amelie: genießen können, in einem Sechs-Gänge-Menü von Köchen dort gekocht,
Amelie: weil es viele einfach nicht wissen.
Amelie: Und das dann auch eine gewisse Preisrechtfertigung ist, weil wir natürlich teurer
Amelie: sind wie ein Rotwild-Ragout, was aus Neuseeland importiert wird.
Amelie: was vollkommen absurd ist, aber das ist billiger.
Willy: Nämlich, dass es teurer ist oder dass es heimlich wild teurer ist.
Amelie: Unsere ist teurer als das aus Neuseeland, was völlig pervers ist, aber es ist so.
Amelie: Und deswegen muss man einfach erklären, was alles dahinter ist und wie wichtig
Amelie: uns auch manche Werte sind, dass die eingehalten werden.
Amelie: Und es ist schön zu sehen, dass die Menschen, die zu diesen Tänzen kommen,
Amelie: dass sie das wirklich wertschätzen, bereit sind, auch das Geld dafür auszugeben,
Amelie: weil auch so eine Karte ihr Geld kostet.
Amelie: Und dann auch immer wieder kommen, weil es sie interessiert und das dann eben auch wertschätzen.
Franziskus: Der beste Kunde ist der, der wiederkommt.
Amelie: Genau. Der beste Kunde ist der wiederkehrende Kunde.
Amelie: Also das ist uns ganz wichtig. Und wie es dann weitergeht, was wir da im Wald
Amelie: noch draus machen, mal schauen.
Willy: Ich sehe nur, ich habe es gerade erst angefangen. Genau, du sagst es,
Willy: du hast es gerade erst angefangen.
Willy: 2021 habt ihr mit dem Anfang, was war denn da davor?
Willy: Im Mai 2014 habt ihr geheiratet, aber was war davor?
Willy: Was habt ihr da mit dem Wild gemacht? Ihr habt ja 4.000 Hektar Wald,
Willy: ich schätze mal, da ist ein bisschen ein Wild drinnen.
Willy: Was war mit dem bis dahin?
Amelie: Das Wild wurde an einen Wildbretthändler abgegeben. Der Wildbretthändler kauft
Amelie: das Wild in der Decke und sammelt sozusagen das ganze Wild.
Willy: Also in der Decke heißt, einfach nur mit Fell entnommen, einfach nur die Kärme raus.
Amelie: Genau, aber noch im Fell. und der liefert das dann an verschiedene Fleischer
Amelie: und da werden dann halt gewisse...
Willy: Also ein Zwischenhändler eigentlich.
Amelie: Ein Zwischenhändler, genau. Und das wurde einfach, das ist natürlich sozusagen
Amelie: die easiest way out, weil du einfach ja dich um nichts kümmern musst,
Amelie: du rufst den an, der holt es dir ab in einem Kühlwagen.
Amelie: Total verständlich, auch wenn du sozusagen da jetzt nicht mehr investieren möchtest,
Amelie: um das Ganze zu einer Marke zu machen, sondern du sagst, du hast das Bild,
Amelie: du willst nicht, dass es jetzt...
Amelie: Ist ja auch nicht schlecht, aber du kannst nicht alles selber essen,
Amelie: du hast zu viel, dann gibst du es einem Wipperteller, die Hygienekette passt,
Amelie: werden auch sicher gute Würste gemacht und das ist...
Willy: Aber du weißt halt nicht mehr, wo das hingeht dann, oder?
Amelie: Du weißt nicht mehr, wo es hingeht, richtig. Und die Teiche waren auch verpachtelt
Amelie: davor und das war das eben.
Amelie: Und eben 2015 hast du Schlossfischerei gegründet mit Markus, oder?
Amelie: Genau. Und da hat es dann begonnen, dass eben der Franziskus gesagt hat,
Amelie: er möchte auch einfach wissen, wie das mit der Fischerei eigentlich so passiert.
Amelie: Und wenn du etwas verpachtet hast, dann kümmert sich ja der Pächter auch nie
Amelie: so gut um diese… Das heißt,
Willy: Ihr habt das alles wieder zurückgeholt.
Amelie: Genau, alles wieder zurück in den Eigentum und auch die Bearbeitung zurück,
Amelie: dass man selber alles macht, weil man sich dann einfach auch viel besser um alles kümmert.
Franziskus: Das sind so Wellenbewegungen gewesen. Aber man hat früher alles selber bewirtschaftet.
Franziskus: Dann hat man gesagt, okay, sehr kopflastig, der Betrieb.
Franziskus: Wir müssen die Betriebe, die im Minus sind und die so gewachsen sind, also mit viel Personal.
Franziskus: Früher hatten wir 400 Leute im Betrieb in den 50er Jahren und es ist einfach
Franziskus: alles teurer geworden, gerade nach dem Weltkrieg und so.
Franziskus: Das heißt, die Lohnkosten sind gestiegen, der Sozialstaat ist entstanden, langsam.
Franziskus: Langsam, man hat diese Leute nicht rausgeschmissen, sondern man hat einfach
Franziskus: gesagt, es wird immer mehr Personal für weniger Geld, die Globalisierung ist gekommen,
Franziskus: die Produkte waren nicht mehr das wert.
Franziskus: Man hat dann abgestoßen und dann haben eben die Betriebe, die das gepachtet
Franziskus: haben, haben das dann viel neu aufbauen können und viel wirtschaftlicher bewirtschaften können.
Franziskus: Und man hat eben nicht das Ganze von selbst gereinigt, diese Krisen,
Franziskus: die da entstanden sind, sondern man hat das eben durch Verpachtung gemacht.
Franziskus: Und dann geht die Welle wieder zurück und wir als Generation haben gesagt,
Franziskus: wir nehmen diese Sachen wieder zurück und wir wirtschaften das selber und bauen das wieder klein auf,
Franziskus: bis es dann vielleicht wieder bei meinem Sohn oder unserem Enkel wieder kopflastig
Franziskus: wirkt und man muss es wieder reinigen.
Franziskus: Wirtschaft reinigt sich ja auch immer wieder selber Also.
Willy: Die Ausdifferenzierungszeit so nach und nach dass man die Wertschöpfungskette
Willy: in ihre Glieder unterteilt und jeder spezialisiert und jetzt merkt man seit
Willy: Corona mit der Direktvermarktung viele holen sich die Wertschöpfung jetzt wieder auf den Betrieb zurück
Willy: Was ich oft aber höre mit diesem Ding ist man unterschätzt dann sehr sehr oft
Willy: die Arbeit die man sich wieder auf den Betrieb holt
Franziskus: Ja das haben wir auch gelernt,
Franziskus: Man kann sich das nicht abschätzen. Man merkt das selber, was es wirklich heißt,
Franziskus: wenn man das selber macht.
Amelie: Wir haben es nicht gewusst und wir haben auch ein bisschen romantisch,
Amelie: blauäugig uns da hineingeworfen, weil wir beide vom Typ auch so sind,
Amelie: dass wir es eher so sagen, das machen wir jetzt.
Willy: War es notwendig, dass du es nicht gewusst hättest, wenn du es gemacht hättest,
Willy: wenn du es gewusst hättest? Du weißt, wie es mit einem hergeht? Schon auch.
Amelie: Wir scheuen uns jetzt beide nicht vor Arbeit.
Amelie: Aber ich glaube, es ist natürlich, ich meine, diese ersten drei Jahre waren
Amelie: wirklich ein Try and Error, weil wir ja auch beide nicht, also jetzt gerade,
Amelie: wenn ich jetzt nur an die Vermarktung, also an die Verarbeitung unten denke,
Amelie: wir sind keine Fleischer, wir haben keine Ahnung von jetzt,
Amelie: wir sind jetzt nicht, wir kommen jetzt nicht aus einer Fleischerfamilie und
Amelie: wir sagen, wir machen jetzt die besten Milchspezialitäten, wir haben beide einfach null Ahnung.
Willy: Wart ihr Fischer? Du warst auch kein Fischer. Das heißt, es war alles im Prinzip
Willy: abgegeben an fähige Menschen.
Willy: Und jetzt habt ihr es einfach teilweise auch wieder zurückgeholt.
Willy: Natürlich immer noch mit Unterstützung von einem Team.
Willy: Aber ihr habt euch selber die Fähigkeit nachher angeeignet jetzt wieder, oder?
Franziskus: Absolut.
Amelie: Ja, und auch viel durch Fehler. Ich bin ja ein riesen Freund vom Fehlermachen.
Franziskus: Das Fehler von anderen lernt man ja nicht.
Amelie: Ja, meine Kinder, das war eben wie meine Tochter, meine Tochter ist irgendwann
Amelie: nach Hause gekommen von der Schule und war irgendwie ein bisschen traurig,
Amelie: weil sie irgendwie zu viele Fehler gemacht hat bei irgendeiner Ansage.
Amelie: und ich habe gesagt, gratuliere.
Amelie: Und sie war so, wieso gratuliere?
Amelie: Ich sage, perfekt, diesen Fehler machst du nie wieder. Und die Erfahrung,
Amelie: ich meine, wir haben so viele Fehler gemacht in diesen drei Jahren.
Willy: Also das sollte jetzt für einen blöd sein, weil ich weiß, dass ich bei meiner
Willy: Teile Rechtschreibfehler immer wieder gemacht habe.
Amelie: Das stimmt.
Willy: Schlechtes Beispiel.
Amelie: Das stimmt, ich meine, ich bin auch ganz
Franziskus: Aber du hast trotzdem was daraus gelernt?
Willy: Ja, dass ich damit leben kann.
Franziskus: Du bist kein Journalist geworden.
Amelie: Ich bin kein Journalist geworden,
Willy: Zumindest nicht auf Podcast, Audio.
Franziskus: Du schreibst nichts, du erzählst nichts. Ich habe ja mal ein Vortrag geschrieben leider.
Willy: Gibt es ein Lektorat für sowas? Fehler kommen mit der Ausgleich.
Franziskus: Ich habe meine deutsche Matura auch mündlich gemacht.
Willy: Sehr gut.
Amelie: Aber ich glaube, es ist einfach wichtig Fehler zu machen.
Amelie: Und aus diesen Fehlern lernt man und da haben wir einfach wahnsinnig viel gelernt.
Willy: Was war dein Impuls damals für die Entscheidung, dass du sagst,
Willy: okay, wir machen, oft hat man eine Idee im Kopf und sagt, das wäre total schön.
Amelie: Ja, das hatten wir eben immer schon. Also eigentlich seit wir geheiratet haben,
Amelie: haben wir gesagt, wir wollen irgendwie mehr machen.
Willy: Also dauert einfach.
Amelie: Aus dem Betrieb oder eben auch vor allem eben, wir essen beide gerne.
Amelie: Das war irgendwie gut. Weißt du, das war irgendwie so auf der Hand.
Franziskus: Ja, das ist auf der Hand. Wer isst schlechtes Essen gern? Ja.
Franziskus: Es gibt viele Menschen, wo man den Eindruck hat, dass sie hauptsächlich Nahrungsaufnahme haben.
Franziskus: Preis-Leistung xxLarge. Das war ein Riesendeller für wenig Geld.
Franziskus: Das gibt es immer noch als Kriterium.
Franziskus: Und bei uns war das das Kriterium nicht.
Franziskus: Wir haben gern gut gegessen. Und wenn es was gekostet hat, dann hat es auch
Franziskus: was gekostet, weil es einfach gutes Essen ist. Da fröhlich was kosten.
Amelie: Weil die Wertschätzung auch da ist.
Franziskus: Wertschätzung ist da ja und dann haben wir uns eigentlich immer gesagt im grund
Franziskus: haben wir das beste ja da wir verkaufen nur alles den bildbrett händler und
Franziskus: da hin und wieder wenn ein stück der wildbrett händler nicht genommen hat dann
Franziskus: haben wir selber gegessen und.
Amelie: Dann hat sich das
Franziskus: Ganze dass wir selber gehabt haben wir haben im grunde dass das wildbrett händler
Franziskus: nicht genommen hat die qualität passt nicht das hat er selber gehabt die fische
Franziskus: die gestorben sind haben wir selber übergegessen. Ja.
Amelie: Und dann hat es sich eigentlich dynamisch entwickelt, weil am Anfang haben uns
Amelie: viele gesagt, also ihr braucht euch das eigentlich gar nicht anfangen,
Amelie: weil natürlich das Kommerzialisieren von wild schwierig ist,
Amelie: weil du es ja nicht wirklich planen kannst.
Amelie: Du weißt eben nie wirklich, wann du was drinnen hängen hast,
Amelie: weil du kannst mal drei Tage nichts haben und dann hast du auf einmal 15 Stück
Amelie: drinnen hängen. Wer weiß das schon genau?
Amelie: Und das heißt, alles, was so danach kommt, die ganze Wertschöpfungskette muss
Amelie: sich flexibel anpassen und der Tierarzt muss dann kommen, wenn man ihn hat anruft
Amelie: und kann nicht jeden Dienstag und Donnerstag, wenn Schlachttag ist,
Amelie: kommen, weil das ist eben beim Wild nicht.
Amelie: Also das ist so ein Faktor, diese Flexibilität, die es schwierig macht.
Amelie: Und dann sind wir halt standortmäßig ja wirklich am ADW und zu jedem Ballungszentrum
Amelie: fahren wir zwei Stunden.
Willy: Das bedeutet wirklich überall weithin,
Amelie: Gell? Wir haben es echt überall einfach weithin. Genau in der Mitte zwischen Wien und Prag.
Amelie: Und da haben dann viele gesagt, das brauchst du dir gar nicht antun.
Amelie: Und ich habe eben auch am Anfang gedacht, dass ich eben auf die Märkte fahren
Amelie: muss und in die Geschäfte nach Wien und Salzburg und wir müssen raus mit den Produkten.
Amelie: Und diese Strategie hat sich dynamisch verändert in den letzten Jahren oder
Amelie: im letzten Jahr eigentlich erst, wo wir draufgekommen sind.
Amelie: sind, erstens ist der Aufwand so riesig und ich habe ja vier kleine Kinder,
Amelie: kann jetzt nicht jedes Wochenende will ich halt auch einfach nicht irgendwo auf einem Markt stehen,
Amelie: weil und ich verpasse die Kinder, also ich sehe die Kinder dann einfach nicht
Amelie: und wer passt auf die Kinder auf und so.
Amelie: Also ich sage, das will ich nicht, abgesehen davon, dass diese Märkte sich jetzt
Amelie: finanziell auch einfach nicht, also das war eine Nullgeschichte,
Amelie: bringt dann auch nichts.
Amelie: Und dann haben wir gesehen, dass wir ja das Schönste vor unserer Nase haben,
Amelie: eben diese unberührte Kulturlandschaft im Waldviertel.
Franziskus: Das ist das Liebste, du sagst unberührte Kulturlandschaft.
Amelie: Berührte Kulturlandschaft?
Franziskus: Naja, Kulturlandschaft ist von Menschen verändert. Also sie muss berührt sein,
Franziskus: sonst wäre sie keine Kulturlandschaft.
Amelie: Also du hast mir das letzte Mal gesagt, sie heißt unberührte Kulturlandschaft.
Amelie: Also nicht. Berührte Kulturlandschaft.
Willy: Ich kann jetzt mit dem Meister auf YouTube solche Spiele an,
Willy: schaue solche Blicke an. Hahaha.
Willy: Es ist dynamisch.
Amelie: Okay, also das besprechen wir. Ob jetzt berührt oder unberührt.
Franziskus: Bei Definition ist Kulturlandschaft für Menschen verändert.
Willy: Dingsdag geht auch mit Erwachsenen.
Franziskus: Aber unberührte Kulturlandschaft klingt so ein bisschen wie unberührte Natur.
Amelie: Was ist es jetzt? Eine berührte Kulturlandschaft.
Franziskus: Es ist eine sehr naturnahe Kulturlandschaft.
Amelie: Eine naturnahe, also Also die Natur, jetzt habe ich meinen Faden verloren.
Amelie: Nein, ihr habt sie zurückgezogen.
Franziskus: Das ist auf jeden Fall nicht Natur.
Amelie: Nein, das habe ich gleich gesagt.
Amelie: Es ist keine Natur. Diese naturnahe Kulturlandschaft, die wir hier haben.
Willy: Und sie lieben sich doch. Ja.
Amelie: Ich gebe euch ein Fuss.
Franziskus: Ausnahmsweise.
Amelie: Das ist das, warum die Menschen zu uns kommen. Weil es einfach so prachtvoll
Amelie: ist. Und das ist das, was wir den Menschen bieten können.
Amelie: Und deswegen wollen wir diese naturnahe Kulturlandschaft in Verbindung mit einer
Amelie: guten Kulinarik auf höchster Qualität einfach den Menschen hier bieten.
Willy: Das heißt, ihr habt die ganze Vermarktung des Produktverkaufens woanders mehr
Willy: oder weniger fast eingestellt, weil wir haben uns ja in Wien einmal getroffen,
Willy: bei der Hofburg, bei einem Markt, das heißt nicht überall, aber in Großteilen, oder? Ja.
Willy: Und habt ihr gesagt, okay, ihr kombiniert das da vor Ort mit Urlaub oder mit
Willy: Erlebnis plus Produkt, oder wie?
Amelie: Genau, genau. Also wir haben auch einen Hofladen, der hat es immer Samstag von 9 bis 12 geöffnet.
Willy: Aber in Litschau. In Litschau. Also wenn ich dort hin will, muss ich aus Wien gesehen werden.
Amelie: Ja, wir sind in Wien schon vertreten.
Willy: Aber mit Partnern.
Franziskus: Wir forcieren es nicht.
Amelie: Aber limitiert in Delikatessengeschäften. Wir forcieren es nicht.
Amelie: Und hier natürlich in den Hof.
Willy: Warum nicht? Wegen der Menge?
Amelie: Nein, weil die Menge, die sie abnehmen, jetzt nicht wahnsinnig groß ist.
Amelie: Und natürlich, dass es eben schon eine riesige Fahrerei ist.
Amelie: Also, wenn ich nach Wien fahre, dann machen wir das natürlich gerne und dann
Amelie: nehme ich auch was mit. Aber ich bin früher
Amelie: nicht un- sondern ineffizient nach Wien gefahren und das möchte ich jetzt eigentlich nicht.
Willy: So eine gewisse Naivität am Anfang hast du?
Amelie: Ja, natürlich, weil ich es ja auch nicht wusste. Ich bin eben zwei Jahre in
Amelie: den Klinkenputzen gegangen.
Amelie: Und jetzt muss man wirklich sagen, müssen wir das eigentlich nicht,
Amelie: weil die Leute kommen jetzt schon zu uns und die richtigen Leute und die richtigen
Amelie: Partnerschaften ergeben sich jetzt schon so langsam.
Amelie: das macht echt Spaß.
Willy: Versendet ihr auch? Oder habt ihr es auch? Wir sind jetzt gerade dabei,
Amelie: Das aufzubauen.
Willy: Also doch, das geht nicht von der Logistik her, macht es dann wieder.
Amelie: Also was wir versenden, sind unsere Aktien.
Willy: Stichwort Aktien.
Amelie: Genau, Stichwort Aktien. Das ist doch Aktiengesellschaft. Also doch, alles auf Geld aus.
Amelie: Nein, wir verkaufen in unserem Webshop Reh, Wildschwein und Karpfen Aktien.
Amelie: Das heißt, du investierst in unser Leben des Wild oder in den den lebenden Fisch
Amelie: im Teich und bekommst dann im Herbst des Folgejahres die Ausschüttung dieser
Amelie: Aktie in Form von frischem Wildbrett oder frischem Filet.
Willy: Darf ich da kritisch nachfragen? Bitte. Ich kenne das von so einer Art von Patenschaften
Willy: bei Nutztieren, wo du quasi mit dem Geld, das du jetzt gibst,
Willy: quasi den Lebens, das Futter etc.
Willy: des Nutztiers vorfinanzierst, damit du es nachher kriegst.
Willy: Beim Wildtier, also speziell bei Karpfen, bei Teichwirtschaft,
Willy: verstehe ich es, geht es mir noch eher ein. Aber wie ist es beim Wildtier?
Willy: Das ist ja sowieso da, oder?
Amelie: Ja, aber dieses Geld, was ich jetzt schon von dir kriege, kann ich reinvestieren
Amelie: in andere Projekte oder überhaupt in unser Unternehmen, um das weiterzuentwickeln.
Amelie: Also das geht jetzt nicht direkt in das Heu, was wir vielleicht im Winter vielleicht
Amelie: einmal dem Reh füttern, sondern es geht direkt in unser Unternehmen und wird
Amelie: dort halt reinvestiert.
Franziskus: Im Grunde ist es ja, wie setzt sich zusammen das Kilo Fleisch,
Franziskus: Rehwild oder Wildschwein.
Franziskus: Beim Nutztier ist es klar, es sind Energiekosten im Stall, Futterkosten und
Franziskus: was kostet der Bauer die Stunde oder so setzt sich das zusammen.
Franziskus: Da habe ich auf einer kleinen Fläche, ich habe meine Regelmäßigkeit drinnen,
Franziskus: ich kann mehr oder weniger den Tierarzt ein paar Monate vorher vorplanen.
Franziskus: Das ist alles, Schema F ist jetzt zu übertrieben gesagt, aber im Gegensatz zu Wild ist es Schema F.
Franziskus: Da habe ich einen Plan, so wie du gesagt hast, was passiert im Wald.
Franziskus: Ich kann dir sagen, was bei den kleinen Bäumen passiert, bis zu den großen Bäumen
Franziskus: ungefähr, dass man dann immer so ein bisschen variiert, ist klar.
Franziskus: Aber bei den Nutztieren ist es ähnlich oder bei der Landwirtschaft.
Franziskus: Beim Wildtier ist es ganz anders. Ich habe die Jäger, ich habe eine Verarbeitung,
Franziskus: die Verarbeitung muss anders aufgebaut sein wie beim Nutztier,
Franziskus: weil ich unregelmäßig bin,
Franziskus: weil es kann verschiedene Wildarten zur gleichen Zeit kommen.
Franziskus: Ob es jetzt am Abend ist, in der Früh, zu Mittag, jederzeit, sieben Tage die Woche.
Franziskus: Und deswegen muss ich aber auch den Tierarzt das haben, diese ganze Flexibilität,
Franziskus: die wir vorher angesprochen haben und dann die Verarbeitung und dann ist es eine sehr kleine,
Franziskus: Sache, weil wir nicht zukaufen, weil wir nur unser eigenes Wild machen und es
Franziskus: ist ein irrsinnig hoher Aufwand.
Franziskus: Im Gegensatz zu Nutztieren ist der Aufwand unvergleichlich höher,
Franziskus: weil du die Flexibilität brauchst und nie weißt, was genau passiert.
Franziskus: Daraus setzt sich dieser preis zusammen und daraus setzt sich der preis für
Franziskus: den vom kilo fleisch zusammen und die aktie ist ein fondant sie sind also eine
Franziskus: aktie sind dreieinhalb kilo fleisch die du dann im vorjahr bekommst du dich
Franziskus: und im grunde ist es ein marketing gag gewesen eine idee was könnte man interessant
Franziskus: machen wie könnte man das ganze wie.
Amelie: Kann man eine direkt
Franziskus: Vermarktung direkt vermarktung neue neue wege gehen und das wäre eben diese Aktie.
Franziskus: Die Aktie kannst du sehr schön in ein Kuvert verpacken, kannst du jemandem verschenken.
Franziskus: Zu Weihnachten deswegen ist es meistens kurz, also vor Weihnachten werden diese
Franziskus: Aktien freigeschaltet.
Franziskus: Dann kann man die Aktie jetzt verschenken, zum Beispiel die Mutter,
Franziskus: dass ihre Tochter, die in Wien studiert, mehr oder weniger geschenkt hat,
Franziskus: dass sie dann kriegt sie dieses Fleisch und dann muss sie damit was Gesundes kochen.
Franziskus: Oder was nicht McDonalds oder nicht ungesundes Essen oder Convenience Food oder
Franziskus: Oder für eine Ahnung, die Backerlnudeln oder sonstiges.
Amelie: Aber im Endeffekt läuft es eben so ab, dass du dann eben im Herbst des Folgejahres
Amelie: dann die Ausschüttung dieser Aktie bekommst, Küchen fertig zugeputzt,
Amelie: vakuumiert, in kleinen Portionen vakuumiert, damit du es auch gut einfrieren
Amelie: kannst, vor die Haustür geliefert.
Amelie: Oder eben an die Adresse geliefert, an die du es haben möchtest.
Willy: Vom Aktionär oder Aktionärin. Wie wird es angenommen?
Amelie: Sehr gut, ja.
Willy: Welche Fragen treten auf? Rückfragen von Kunden?
Amelie: Keine Rückfragen. Was für Rückfragen meinst du?
Willy: Also eben zur Aktie etc., was macht ihr, wie Hintergründe etc.?
Willy: Die Leute interessieren sich ja dann wahrscheinlich dafür.
Willy: Das ist ja der Hin und Weg, dass quasi die Kundenbeziehung stärker aufbaut.
Amelie: Ja, sie fragen mich eigentlich nur, ob wir nicht auch Rezepte dazu haben,
Amelie: weil das ist natürlich schon auch das, was uns auffällt, ist diese gewisse Scheu
Amelie: und Angst in Bezug auf das Kochen, gut mit dem Karpfen sowieso, aber auch mit dem Wild.
Willy: Ich habe mir das jedes Mal gedacht, wie Sie es gesagt haben,
Willy: mit diesen Rezepten, ich habe das immer für blöd gefunden, aber scheinbar funktioniert
Willy: das wirklich, wenn du deinen Boxen, seien es jetzt Gemüseboxen, Rezepte dazulegst.
Willy: Ich habe das immer für doof gefunden, aber das dürfte tatsächlich funktionieren.
Amelie: Ja, wir haben es bis jetzt nicht geschafft.
Willy: Weglernte Kochbände, was willst du mit einem Rezept?
Amelie: Du bist auch Koch, oder?
Willy: Ja, aber gerade deswegen koche ich halt quasi ohne, deswegen habe ich immer
Willy: einen blinden Fleck da gehabt.
Willy: Deswegen habe ich da nicht drüber nachdenken können, weil ich denke,
Willy: ja, ich weiß schon, was ich damit tue.
Amelie: Das habe ich
Willy: Jetzt nicht koch gelernt. Nämlich die meisten haben nicht koch gelernt. Ah ja, klar, Rezept.
Amelie: Und gerade beim Wild ist irgendwie so eine Barriere da, dass man denkt,
Amelie: das muss man irgendwie ganz speziell behandeln. Das stimmt ja nicht.
Amelie: Man muss es behandeln wie jedes andere Fleisch auch.
Amelie: Es ist vielleicht sogar etwas einfach magerer wie ein anderes Fleisch.
Amelie: Im Großen und Ganzen ist es das Gleiche.
Franziskus: Nur nicht ein zweites Mal töten.
Amelie: Nur nicht ein zweites Mal töten, indem man es einfach tot kocht.
Amelie: Genau. So wie der Rehrücken früher, der dann schon so körnig war.
Willy: Aber so richtig schon fräselt und so, weil es so trocken war.
Amelie: Ich meine, dann vergeht es einem.
Franziskus: Ja gut, aber das war notwendig früher.
Amelie: Weil da waren natürlich die Hygienemaßnahmen nicht so, wie sie heute sind.
Amelie: Heute kannst du ein Fleisch...
Franziskus: Du wärst schon in Listerien gestorben, wenn du ein Fleisch, ein Rehrücken tatagegessen hättest.
Willy: Oder überhaupt da da. Das sind wieder die Zusammenhänge.
Willy: Da kommt man nicht so pauschal vor, denn die haben es alle nicht kochen können.
Willy: Das hat eine Funktion damals auch gehabt.
Amelie: Ja, damit man nicht stirbt.
Willy: Die Kompensation von Hygiene halt.
Amelie: Damit man nicht stirbt.
Willy: Marketing formuliert es gleich natürlich viel drastischer. Das ist ja extrem. Ich stirb. Ja.
Amelie: Aber jetzt zum Beispiel bei unserem ersten Reh-Tanz, den wir hatten im Mai,
Amelie: wurde ein Reh-Tatar serviert.
Amelie: Und das war köstlichst.
Amelie: Und jetzt geht das eben. Weil wir so strenge Eigenkontrollen machen,
Amelie: weil wir so streng auf die Hygiene schauen und auf alles, auf die Kühlkette
Amelie: sowieso, dass das eben jetzt möglich ist. Früher war es halt schlecht.
Willy: Erklär mal das mit diesen Tänzen. Ihr seid jetzt nicht die Ersten und wahrscheinlich
Willy: auch nicht die Letzten, die jetzt einen Tanz machen.
Willy: Woher kommt dieses Wort Tanz? Weil ich denke jetzt zum Beispiel an den Sautanz von Max Stiegl.
Willy: Gibt es woanders auch? Ihr macht einen Fischtanz, einen Rehtanz.
Willy: Woher kommt dieses Wort Tanz oder was hat das für einen Hintergrund?
Amelie: Also den Sautanz, den gibt es ja schon sehr, sehr lange.
Amelie: Auch noch weit vor Max Stiegl. Ja, klar. Er hat es natürlich sehr bekannt gemacht.
Amelie: Der Sautanz war deswegen, weil es gab immer die Dorf-Sau in einem Dorf,
Amelie: die dort irgendwie gelebt hat.
Willy: Nicht falsch verstehen jetzt, bitte.
Amelie: Nein, es ist wirklich eine Restmüllverwertung. Nein, nicht Restmüll, Biomüllverwertung.
Amelie: Und die war dann einfach eine richtig fette, schöne Sau. Und irgendwann wurde die halt geschlachtet.
Amelie: Und da ist dann das ganze Dorf zusammengekommen. und das wurde ein Fest.
Amelie: Da wurde dann auch getanzt und dann gab es eine Musi und da wurde dieses Schwein
Amelie: von vorn bis hinten verwertet.
Amelie: Und deswegen ist es ein Tanz gewesen, weil auch getanzt wurde.
Willy: Ein Fest war das.
Amelie: Und wir haben uns das schon abgeschaut, dass diesen Namen, also wir sind jetzt
Amelie: auch nicht so gescheit, dass wir jetzt alles selbst erfinden.
Amelie: Es war sich viel abgeschaut.
Amelie: Und der Fischstanz, Und da hat irgendwie für uns so stimmig auch gepasst,
Amelie: weil die Fische ja wirklich tanzen, wenn sie dann in den Netzen rausgeholt werden,
Amelie: dann tanzen sie und wir schaffen jetzt noch nicht eine vollkommene Nose-to-Tail-Verwertung
Amelie: unserer Produkte oder unserer Lebensmittel, aber wir sind schon relativ nah dran.
Amelie: Und auch das, was dem Max Stiegel so wichtig ist oder was damals sozusagen ganz
Amelie: normal war, dass man einfach alles,
Amelie: dass man erklärt, das Lebensmittel eine gewisse Wichtigkeit und Wertschätzung
Amelie: gegenüberbringt, das ist uns halt wichtig und deswegen ist irgendwie dieser Name entstanden.
Amelie: Und so Fischtansräte gibt es glaube ich so.
Amelie: Noch nicht, dass ich wüsste.
Willy: Da ist ja in dem Kontext, wie du es jetzt erklärt hast, der natürlich auch schlüssig,
Willy: das Nose-to-Tail-Prinzip ist ja ganz zentral, glaube ich auch, zusammen mit der
Willy: Wertschätzung für das Produkt an sich.
Willy: Woran scheitert es beim Wild, beim Fisch nach Nose-to-Tail-Verwertung?
Amelie: Naja, es ist einfach ein zusätzlicher Aufwand.
Amelie: Oft braucht man, wenn man sagt, man möchte das und das jetzt mal versuchen,
Amelie: braucht man vielleicht zusätzliche Maschinen, dann braucht man wieder ein zusätzliches
Amelie: das, dann hat der wieder gar keine Zeit.
Amelie: Also das ist halt auch das Problem bei so einem kleinen Betrieb,
Amelie: wo jeder sehr eingebunden ist in sehr viele verschiedene Aufgaben,
Amelie: dass oft einfach die Zeit nicht da ist.
Franziskus: Ja, auf einmal. Ich möchte jetzt die Karpfenleber verarbeiten.
Franziskus: Das heißt, wenn ich jetzt den Fisch ausnehme, wenn du den Fisch ausnimmst, nimmst du den Fisch aus.
Franziskus: Fertig. Jetzt hol da die Kapfenleber raus von mehreren hundert Kilo Fischen,
Franziskus: die du ausnimmst. Das wird ausgenommen, das wird filetiert.
Franziskus: Das ist ein Ding. Und dann zu zitieren, die Kapfenleber herausnehmen,
Franziskus: die Kapfenleber wieder gesondert zu verarbeiten,
Franziskus: brauchst du einen oder zwei Menschen mehr, die das verarbeiten.
Willy: Das ist wieder ein Kostenthema.
Franziskus: Das ist ein hoher Aufwand. Und dann, was machst du draus? Aus der Kapfenleber.
Franziskus: Das heißt, das wird jetzt mal entwickelt. Okay, man könnte das und das machen.
Franziskus: Und das ist auch eine Sache, wir wollen aus vielen verschiedenen Dingen beim
Franziskus: Kapfen etwas kreieren, etwas machen.
Franziskus: Wir können aus der Kapfenleber das machen.
Franziskus: Wir können aus den Fischrogen Kaviar machen, geräucherte Kaviar machen, Bottega machen.
Franziskus: Wir können einen aus.
Willy: Also das Potenzial ist unendlich. Das ist die Potenziale.
Franziskus: Ich habe es einmal angefangen. Man muss jetzt einmal schauen,
Franziskus: dass man die Leute findet, diese kreativen Köpfe und gesagt,
Franziskus: was kannst du aus diesen Dingen alles machen?
Franziskus: Und dann musst du dir Gedanken machen, wie bringe ich das dann auf den Markt?
Willy: Das ist, ich würde sagen, kreative Köpfe gibt es genug. Und ich selber habe auch Ideen am Tag 17.
Willy: Das Schwierige war nie die Idee haben, sondern sie dann am Endeffekt umzusetzen
Willy: und vor allem das Ganze dann wirtschaftlich zu machen.
Willy: Ist es wirtschaftlich? Sind die Fischtänze wirtschaftlich?
Amelie: Ja.
Willy: Geht das?
Willy: Was kostet man so ein Ticket für einen Fischstanz zum Beispiel?
Amelie: 240 Euro.
Willy: Die Frage, die ich ganz oft, also nicht nur bei euch, sondern generell viel
Willy: oft im Podcast habe, ist natürlich,
Willy: auf der einen Seite geht es um die Wertschätzung für die Lebensmittel,
Willy: auf der anderen Seite schaffen wir es dann oft nicht, weil eben,
Willy: ihr erklärt es ja selber, die Kosten so hoch sind, du brauchst für das einen
Willy: Spezialisten, da musst du auf die Hygiene schauen, das muss man auch hin und her.
Willy: es bleibt dann am Ende vom Tag ganz, ganz oft ein sehr, sehr exklusives Nischenprogramm
Willy: für Menschen, die es sich leisten können
Willy: und vielleicht dann auch noch leisten wollen oder so, aber man erreicht ja wieder
Willy: immer nur so eh die Nische, die man eh schon hat, so ein bisschen.
Willy: Von der Nische für die Nische, aber wie schafft man es denn mit solchen Initiativen,
Willy: dass man ins allgemeine Bewusstsein mehr reinkommt?
Amelie: Das würde ich jetzt gar nicht so sehen.
Willy: Ich verzeihe natürlich.
Amelie: Natürlich, verzeih mir.
Amelie: Also ja, natürlich kommen die Foodies hierher, die bereit sind,
Amelie: das Geld für sowas auszugeben, weil sie einfach auch gern essen wollen.
Amelie: Dann kennen sie vielleicht im besten Fall auch noch der Koch,
Amelie: der dann bei uns kocht oder den Winzer und dann sind sie schon dabei.
Amelie: Aber wir haben sehr wohl...
Amelie: Da fallen mir jetzt wirklich gleich einmal zehn Leute ein, die das normalerweise
Amelie: nicht machen würden, das Geld nicht ausgeben würden.
Amelie: Die kommen hier aus der Umgebung, die das einfach interessiert und die da jetzt
Amelie: reingerutscht sind dadurch.
Amelie: Die waren jetzt dabei, die fanden das wahnsinnig spannend und haben gesagt,
Amelie: das habe ich selber nicht gewusst und so.
Amelie: Und die sind sicher dadurch animiert worden, vielleicht auch,
Amelie: weil sie uns kennen oder wie auch immer. aber ich glaube schon dass du dass
Amelie: du sehr wohl durch andere zugänge die leute dazu animieren kannst ja aber auch
Franziskus: Wenn du jetzt denkst der österreichische fisch ist am 17 jänner aufgegessen.
Amelie: Am siebten.
Franziskus: Ah, siebzehnten. Ich glaube, siebzehnten, ja.
Willy: Die österreichische Selbstverstärkungskraft ist bei drei Prozent.
Amelie: Sechs Komma irgendwas, ja.
Franziskus: Also, kannst du gar nicht alle erreichen.
Franziskus: Es gibt es gar nicht, das Produkt. Genauso ist es bei der Jagd. Also, es hat ein,
Franziskus: Jägermeister, Salzburger Landesjägermeister, Salzburg-Landesjägermeister wurde
Franziskus: gefragt, warum er jetzt das Wildbrett nicht pusht.
Franziskus: Oder nicht jetzt, dass das sein Hauptaugenmerk ist.
Franziskus: Weil er gesagt hat, weil wir es gar nicht haben.
Franziskus: Es ist gar nicht da.
Franziskus: Davon ist so wenig in Österreich vorhanden, dass wir eben, wenn wir das ausrechnen
Franziskus: würden, das Wildbrett ist auch aufgegessen in wenigen Wochen.
Willy: Das ist wenig.
Franziskus: Wir haben nicht so viel davon und wir können auch nicht mehr machen.
Willy: Es gibt einen Nachfrageüberschuss, quasi ein Angebots… Ja,
Franziskus: Es gibt einfach, sagen wir, es gibt ein knappes Angebot.
Franziskus: Und die Nachfrage ist, ja, dann wird die Nachfrage gestillt mit Produkten,
Franziskus: die wir eigentlich gar nicht haben wollen, wie das neuländische Wildpump.
Willy: Warum kommt bitte, ihr seid ja Experten, wir müssen sich ja mit dem quasi auseinandersetzen,
Willy: warum zum Henker kommt Neuseeland?
Willy: Also Neuseeland ist jetzt so geografisch gesehen nicht ganz ums Eck.
Franziskus: Nein, das ist das Weiteste, was du machen sollst.
Amelie: Eigentlich so ganz weit weg.
Willy: Warum ist das neuseeländische Wild bei uns günstiger als wenn ich jetzt von euch ans hole?
Amelie: Weil es dort Farmwild ist und du das natürlich viel besser kontrolliert den
Amelie: Abschuss machen kannst.
Willy: Ja, aber es ist um die halbe Welt zu füllen.
Franziskus: Es ist eine Nutztierhaltung dort, es ist kein Wild.
Amelie: Das Farmwild dann.
Willy: Das macht einen riesen Preisunterschied aus.
Franziskus: In Neuseeland hat es immer geheißen, wenn du nach Neuseeland fährst,
Franziskus: fährst, fährst du durch und du siehst, es gibt in einer Stunde Autofahren mehr
Franziskus: Schafe wie Menschen auf der ganzen Insel oder auf zwei Inseln.
Franziskus: Also hauptsächlich sind es zwei Hauptinseln, aber mittlerweile ist es so,
Franziskus: du fährst durch und siehst eigentlich nur Wild.
Franziskus: Ein gezäuntes Wild, wie in Weidegebieten, wo die Kuhherden sind.
Franziskus: So ist dort das Rotwild unterwegs.
Franziskus: Das heißt, dort...
Amelie: Gibt denen ja auch nicht schlecht dort, ja?
Franziskus: Nein, das ist so, wie wenn bei uns eine Kuhweide ist.
Franziskus: Das hat nichts mit Wild zu tun.
Willy: Die haben halt die Rehe domestiziert.
Amelie: Die werden jetzt nicht dorthin gehen, um zu streichen, glaube ich.
Amelie: aber sie sind halt eingezäunt in einem großen Bereich und es ist einfach absurd.
Amelie: Das Absurde ist der Transport und der Preisunterschied zu unserem Wild. Das ist absurd.
Willy: Wie geht es einem da eigentlich? Waren wir wirklich mit einem nordseeländischen
Willy: Steht sie im Konkurrenz?
Amelie: Wir stehen in keiner Konkurrenz, weil wir ja noch so klein sind,
Amelie: dass wir unser Wild gut anbringen.
Willy: Apropos klein, wie steht es denn bei euch mit Wachstum?
Willy: Also wo sind die Grenzen eures Wachstums? Was könntet ihr verarbeiten?
Willy: Verarbeitet ihr schon alles? Oder gebt ihr noch sehr, sehr viel an den Wildbretthändler?
Amelie: Nein, wir geben eigentlich nichts mehr an den Wildbretthändler.
Willy: Das heißt, ihr verarbeitet alles und bringt alles weiter? Das heißt,
Willy: ihr seid eigentlich fertig?
Amelie: Ja, wir könnten noch einen größeren Abschluss machen.
Franziskus: Ja, man kann den Abschluss ausreizen und das nutzen, was was wirklich da ist.
Franziskus: Also es ist so, wir nutzen sicher nicht das, was wir nutzen könnten.
Amelie: Ja, wir könnten ja schießen.
Franziskus: Wir könnten die Jagd optimieren, sagen wir so.
Willy: Das hast du ja schön gesagt.
Franziskus: Wir könnten es optimieren, das, was wir ernten, könnten wir optimieren.
Franziskus: In der naturnahen Kulturlandschaft.
Willy: Im Grunde ist es so,
Franziskus: Der Jäger kann Wild nicht ausrotten.
Franziskus: Also hat es noch nie geschafft. Wird es auch nie schaffen.
Franziskus: Es hat noch nie ein Jäger ein Wild ausgerottet.
Franziskus: Das ist sehr kontrovers, wenn du das sagst, aber im Grunde ist es immer gemacht
Franziskus: worden durch die Bevölkerung, also durch harte Maßnahmen, ob das jetzt mit Fallen,
Franziskus: mit Gift, mit sonstigen Sachen passiert.
Franziskus: Aber der Jäger hat nie ein Wild ausgerottet auf der ganzen Welt.
Willy: Das soll heißen, ihr könntet noch mehr ernten, sagt man wirklich ernten? Wild ernten? Nein.
Willy: Oder Wild schon jagen? Oder Fische ernten?
Franziskus: Fische ernten. Du kannst Lorbeeren ernten, du kannst alles ernten.
Franziskus: Im Grunde ist es, wenn ich das Gesamte sehe, ernte ich genauso das Wild wie das Holz.
Franziskus: Das ist halt in einem anderen Kontext. Aber im Grunde ist es, das Wort hat das nichts.
Willy: Ich kenne jetzt einige Menschen, die behaupten würden, dass Ernte mehr so ein
Willy: Wort ist und man ein bisschen von dem Faktum, dass da ein Tier,
Willy: ein Lebewesen sterben muss, quasi so ein bisschen hinwegbeuscht.
Willy: Gut, jetzt fangen wir da wieder an. We don't go down this road today. Nein.
Franziskus: Das ist schon wieder eine menschliche Befindlichkeit. Am Ende des Tages redest
Franziskus: du da über eine menschliche Befindlichkeit.
Franziskus: Solange du dem Lebewesen, ob es ein Baum oder ein Tier ist, den nötigen Respekt
Franziskus: oder den Respekt, den du es verdient entgegenbringst, kannst du auch ernten sagen.
Willy: Okay. Amelie, was bedeutet Tierwohl für dich?
Amelie: Tierwohl?
Willy: Ja, was bedeutet Tierwohl? Weil wir jetzt gerade dran sind, dass mir die Frage
Willy: so eingefallen ist. Amelie.
Amelie: Tierwohl bedeutet für mich, dass ich das Lebensmittel Lebewesen respektiere
Amelie: in seinem Umfeld, wo es wohnt, wo es lebt
Amelie: und dass ich auch nach dem Tod respektvoll mit diesem Lebensmittel weiter umgehe und dass ich
Amelie: ich meine das ist ja dann immer so kontrovers mit den Jägern und den Tierschützern
Amelie: und oft sind da ja so ein paar
Amelie: Gegenmeinungen, obwohl ich hatte noch nie eine unangenehme Begegnung mit jemandem,
Amelie: der mich jetzt angefeindet hätte, weil wir Tiere töten
Amelie: Aber wir als Jäger sehen uns absolut als einer der größten Naturschützer oder Tierwohlschützer.
Franziskus: Die größte Naturschutzorganisation der Welt und älteste.
Amelie: Ja, weil wir versuchen, das Leid der Tiere so gering wie möglich zu halten.
Amelie: Was tun wir zum Beispiel in unserem Betrieb?
Amelie: Unsere Jäger gehen regelmäßig auf den Schießstand, um ihre Waffe einzuschießen
Amelie: und auch zu schauen, dass der Schuss präzise angebracht wird.
Willy: Ins Leben geht, oder wie sagst du, oder? Ins Leben?
Amelie: Also du meinst seinen Blattschuss, genau.
Franziskus: Leben ist meistens das Herz gemeint damit.
Amelie: Damit das dann einfach auch passt und damit das Tier einfach so wenig wie möglich
Amelie: leiden muss. Weil das ist natürlich das, was wir überhaupt nicht wollen.
Amelie: Und wir entnehmen nur das aus dem Wald, was wir entnehmen müssen,
Amelie: damit es nicht zu einem Ungleichgewicht kommt.
Willy: Gut zu Punkt jetzt, weil ich vorher gefragt habe, wie weit können sie denn hier
Willy: wachsen aus Betrieb? Das ist jetzt wieder so ein bisschen zurück zu der ursprünglichen Frage.
Willy: Was macht es, wenn man es jetzt erfolgreich sagt? Ihr habt jetzt den Fischtanz
Willy: oder den Wild- der Rehtanz.
Willy: Geht wie Sau. Also es gibt auch den Sautanz bei, der Wildsau wahrscheinlich, oder?
Amelie: Keilertanz.
Willy: Keilertanz, ja.
Willy: Was ist, wenn es wirklich gut geht und die Leute fragen nach?
Willy: Und die Leute möchten mehr von euren Wildprodukten haben.
Willy: Ist dann aus? So Dante Jollisch, als Exklusivität als Verkaufsargument?
Willy: oder habt ihr Möglichkeiten zu wachsen?
Franziskus: Wir machen nicht einen Kehrtag mit 1000 Leuten Verköstigung mit Wildtats.
Willy: Ja, aber hättet ihr Potenzial irgendwie zu wachsen? Oder gibt es da eigentlich
Willy: eine natürliche Oberkränze?
Amelie: Maximal unter Umständen, dass man das vielleicht so heran hat,
Amelie: dass man innerhalb des Waldviertels zukauft.
Willy: Ja.
Amelie: Aber eigentlich nicht.
Franziskus: Wir können auch wachsen, weil das Wild wird mehr.
Amelie: Genau.
Franziskus: Also das Wild wird nicht weniger, es wird mehr. Wir schießen jedes Jahr mehr
Franziskus: Rotwild, also das sind Hirsche.
Franziskus: Schießen wir seit 2008, haben wir den ersten Hirsch geschossen,
Franziskus: wir sind jetzt auf über 40 Stück und es wird mehr.
Amelie: Und dann ist es mir lieber, wir machen einen stimmigen Kreislauf und Konzept
Amelie: unseres ganzen Betriebes und
Amelie: machen mehr Betriebsführungen, noch mehr irgendwie Fokus auf die Tänze,
Amelie: als dass wir jetzt einfach uns vergageln und wild irgendwo zukaufen und dann an Qualität verlieren.
Willy: Weil die Autorität da wieder verlieren ein bisschen,
Amelie: Oder? Genau, das möchte ich nicht.
Willy: Das heißt, ihr lebt es einfach mit einer eigentlichen, natürlichen Obergrenze.
Amelie: Ja. Und deswegen, es kostet, wenn es ausverkauft ist, es ist ausverkauft und so ist es.
Amelie: Und dann, deswegen ist es mir einfach wichtig, deswegen sind auch diese verschiedenen
Amelie: Standbeine so wichtig, dass man die von Anfang an aufbaut.
Amelie: Dass man eben jetzt nicht, weil es war von Anfang an klar, dass wir nicht ewig
Amelie: wachsen können. Geht einfach nicht.
Franziskus: Ein Wirtshaus kann auch nicht ewig wachsen. Es hat die Größe,
Franziskus: ob ich jetzt das Schweizerhaus bin, die Luftburg zum Beispiel,
Franziskus: die wie viele tausend Essen macht,
Franziskus: aber der wächst auch nicht auf 5000 Plätze jetzt. und der hat tausend Plätze.
Franziskus: Oder wie viele Plätze er hat.
Willy: Viele, aber wenn der Ding unterbaut ist, irgendwann ist es vorbei.
Franziskus: Genau, also der hat auch seine Obergrenze.
Franziskus: Jedes Wirtshaus hat seine Obergrenze. Sie wachsen vielleicht ein bisschen,
Franziskus: sie optimieren ihre Tischauslastung und so werden wir das auch machen.
Amelie: Du kannst einfach dich in der Qualität und in der Handhabung besser.
Franziskus: Und wir werden auch unsere Jagd optimieren und sagen, okay, wir können noch
Franziskus: Wir können noch ein paar mehr Rehe schießen.
Franziskus: Dass wir aber nächstes Jahr immer noch welche haben.
Willy: Ja, ich könnte es ja nicht. Wenn es zu viel macht, dann schneidet es sich ja quasi ins eigene...
Franziskus: Genau. Das heißt, wir wollen einen gesunden Wildstand haben,
Franziskus: der einerseits für den Wald gut ist, andererseits ist es so,
Franziskus: dass wir nächstes Jahr auch noch eine Reh-Wildsalami oder eine Wildschwein-Salami
Franziskus: oder eine Hirschwurst oder einen Hirsch-Tanz oder einen Reh-Tanz. oder einen Wald-Tanz.
Franziskus: Ja, und nur Wald essen, also Heidelbeeren und Rebiseln.
Willy: Ich glaube, da steckt was drin. Ich glaube, wir haben heute was aufgemacht,
Willy: ein Thema, das vielleicht sogar noch was hat.
Amelie: Also nächstes Jahr wird es den Keiler-Tanz geben und den Hirsch-Tanz wird es
Amelie: dann im Jahr drauf geben.
Willy: Es wird nicht getanzt.
Franziskus: Also wir wollen im Endeffekt auf die vier Tänze kommen.
Amelie: Ja, das ist einmal fix. Und was sich dann noch...
Franziskus: Den Heidelberg-Tanz machen oder so.
Willy: Also es ist eigentlich ein sehr innovatives Projekt mit Open End eigentlich, oder?
Amelie: Ja, ja. Mondblütentanz würde ich gerne mal machen.
Willy: Mondblütentanz?
Amelie: Ja, nur wir haben leider kein Mondfeld hier, deswegen wird es so schwierig.
Willy: Ach so, ja, das kann ja noch alles kommen. Eben. 20 Hektar, also ein Hektar
Willy: könnte ich zumindest mal vom Mondfeld effizieren oder so.
Amelie: Orkholdentanz.
Willy: Okay, nein, lassen wir es jetzt.
Amelie: Lassen wir es jetzt.
Franziskus: Es gibt viele Möglichkeiten. Aber im Grunde ist es so, wir wollen es auf jeden
Franziskus: Fall nächstes Jahr, Jäger wird nächstes Jahr auch Jäger sein wollen.
Franziskus: Es gibt keine wenige Jäger, die sagen, ich mache heuer alles,
Franziskus: nächstes Jahr dann tue ich mir einen neuen Job.
Franziskus: Deswegen ist der Jäger eben der, der seinen Job nicht verlieren will,
Franziskus: weil er alles totgeschossen hat.
Franziskus: Und das ist bei uns ähnlich. Also ich möchte auch nächstes Jahr noch Wald haben
Franziskus: und ich schneide nicht heuer alles um.
Franziskus: Und dann sagt der kommt schon irgendwie in drei Generationen,
Franziskus: kann mein Urenkel wieder den Baum umschneiden.
Franziskus: Genauso wenig wollen wir alles totschießen. was auch gar nicht möglich ist.
Franziskus: In der jetzigen Zeit nicht möglich ist. Früher hat man eben wirklich Tiere ausrotten können.
Franziskus: Möglich ist es sicher. Also ich kann mit Drohnen und mit was weiß ich was alles,
Franziskus: kann ich wirklich wahrscheinlich viel anrichten.
Franziskus: Aber unter den jetzigen moralischen, gesetzlichen Bedingungen,
Franziskus: die wir derzeit haben, werden wir das nicht machen.
Franziskus: Und will auch kein Jäger, weil jeder Jäger seine Leidenschaft weitermachen will.
Franziskus: und und und und so werden wir unser unser unser
Franziskus: business machen es hat eine obergrenze ich würde
Franziskus: sagen bis auf den elmas hat jeder mensch seine obergrenze vielleicht vielleicht
Franziskus: wird er sich auch irgendwann finden wenn jetzt ein maß dann ein autohandel aufmacht
Franziskus: oder so aber haben aber jeder mensch hat und unsere obergrenze ist halt das
Franziskus: was wir haben und unseren besitz der ist es ist eh groß und,
Franziskus: daraus machen wir das Beste.
Willy: Ihr habt ja gesagt, Schloss Litschau ist die Marke. Ihr habt es ja bewusst Schloss
Willy: Litschau genommen und nicht Litschauer Forstbetriebe oder Litschauer
Willy: Genussmanufaktur, sondern ihr habt es ja, der Begriff ist so sehr generisch und offen.
Willy: Inkludiert ja nicht nur Lebensmittel oder Landwirtschaft oder so,
Amelie: Sondern offen für alles, eben auch die Vermietung von den Forsthäusern,
Amelie: eben vielleicht die Energie
Willy: Genau, danke, dass du das jetzt noch angesprochen hast. Sehr gerne.
Amelie: Sehr gerne für mich.
Franziskus: Das kann ich dir noch erzählen.
Willy: Ich bin wahnsinnig unfreundlich,
Amelie: Weil mein Mann weiß so wahnsinnig viel und er redet dann so gern und dann ist
Amelie: das halt manchmal auch so lang.
Willy: Ja, ich komme ja wieder. Du kriegst eh noch eine Chance, dass du das redest.
Willy: Aber Energie kommt jetzt quasi in diese Marke.
Willy: Nein, ich frage mich immer, weil du dann sagst, okay, zu Energie sagt er dann
Willy: wieder. Ich frage mich, der Wald ist zum Kommunizieren ein Riesenthema,
Willy: das extrem viel atmosphärisch erträgt.
Willy: Energie ist ein Thema, das total wichtig ist.
Willy: Energie heißt in eurem Fall Wind oder Wald, Biomasse oder Solar?
Franziskus: Also Photovoltaik und Biomasse.
Willy: Ich habe da unten auf der Burg auch schon welche gesehen. Photovoltaik zählen. Und was war das zweite?
Franziskus: Wald und Biomasse. Biomasse, ja. Naja, es ist, nachdem ja unsere Idee ist,
Franziskus: dass wir diversifizieren wollen das Ganze.
Franziskus: Es gibt ja, wie ich vorhin gesagt habe, verschiedene Holzqualitäten.
Franziskus: Also einerseits das Holz, mit dem du Möbel oder Häuser baust.
Franziskus: Schlaßholz, ne? Dann gibt es die minderen Qualitäten, also dann nennst du es,
Franziskus: ob es jetzt Schleifholz ist oder Papierindustrieholz ist und dann Energieholz.
Franziskus: Oder das sind die schlechtesten Qualitäten, die du nicht mehr für die Papierindustrie
Franziskus: verwenden kannst und aber trotzdem aus waldhygienischen Gesichtspunkten aus
Franziskus: dem Wald rausnehmen musst. Ja.
Franziskus: Was du nicht aus dem Wald rausnehmen solltest, sind Äste und Zweige und Nadeln.
Willy: Damit die wieder Biomasse bilden.
Franziskus: Das sind die, die den Nährstoffkreislauf erhalten. Wenn ich den Stamm rausnehme
Franziskus: bis zu einem gewissen Durchmesser, dann tue ich dem Boden nichts Böses.
Franziskus: Aber wenn ich die Äste und Zweige, Blätter und so wie früher die Streunutzung
Franziskus: war, wo man eben den oberen Waldboden abgetragen hat und das als einstreuenden Stellen verwendet hat.
Willy: Teilweise sogar die Äste ausgeschnitten. habe ich letztens gelernt,
Willy: also im historischen Buch hat man bei den Bäumen... Schneidl. Schneidl.
Franziskus: Hat man aber geschnitten.
Willy: Gewisse Teile und das aus Einstreu genommen, weil es einfach verfügbar war. Genau.
Franziskus: Einstreu und das hat das Dünger dann wieder auf die Felder aufgebracht und dem
Franziskus: Wald eben einen extremen Raubbau veranschuldet.
Franziskus: Bei dem Stammholz ist das nicht der Fall. Und dieses Stammholz,
Franziskus: eben was da als Energieholz ist, ist etwas, was in diesem Portfolio an,
Franziskus: wenn der ganze Baum jetzt vorderliegt, in Stücke geschnitten,
Franziskus: dass der Teil, der ein Minusgeschäft ist.
Franziskus: Ich muss ihn aus dem Wald schaffen, aus
Franziskus: Hygienegründen, um die Schädlinge zurückzuhalten, aber es ist ein Minus.
Willy: Warum hat man das früher, um das Thema jetzt auch nicht zu lang zu machen,
Willy: aber ist es jetzt ein Thema, das macht man jetzt so aus der Notwendigkeit von
Willy: Energieengpässen, Gastematik etc.
Willy: heraus, weil Energiepreise sich verändert haben, oder macht man das,
Willy: macht es das nur ihr jetzt quasi, oder wo ist es jetzt so ein Zeitphänomen,
Willy: dass man den Wald waltet es wieder stärker als Energieressource in uns.
Franziskus: Nein, also wir nutzen den Wald ja viel weniger als Energieressource wie früher.
Willy: Ja, wie habt ihr gesagt, ihr macht jetzt mehr wieder. Neue, diversifizierte Säule ist Energie.
Franziskus: Ja, aber vor dem Weltkrieg, oder sagen wir so, im 13. Jahrhundert hat es so wenig Wald gegeben.
Willy: Wie lange mache ich jetzt die Zeitspanne auf, um die Frage zu erklären?
Franziskus: Im 13. Jahrhundert war so wenig Wald in Europa, wie es nie gegeben hat.
Franziskus: Das war die waldfreieste Zeit Europas. Im 17.
Franziskus: Jahrhundert wurde die Wildbach- und Lawinenverbauung gegründet aus großen Naturkatastrophen
Franziskus: heraus, weil das Zillertal, das Bad Gasteinertal, viele Täler in Österreich
Franziskus: waldfrei waren oder baumfrei waren.
Franziskus: Riesige Lawinen, Murenabgänge und die Wildbach- und Lawinenverbauung ist dann
Franziskus: durchgegründet worden, 1780. Wahrscheinlich falsches Datum, aber,
Franziskus: 1848 wahrscheinlich. Das ist ein Datum, was meistens passt.
Willy: Ein kleiner Schmäh am Rande.
Franziskus: Das ist alles passiert. Die Zeitung ist gegründet worden. Also, viele Sachen.
Franziskus: Damals eben war anthropogen, also der Mensch hat extrem viel Brennholz gebraucht.
Franziskus: Wien war ein Brennholzmoloch, das musste gefüttert werden.
Franziskus: Da ist der Schwarzenbergkanal über die europäische Wasserscheide ein Kanal gebaut worden.
Franziskus: Das ist ein Weltwunder gewesen damals, damit Wien genug Brennholz bekommt.
Franziskus: Österreich, Europa wurde entwaldet
Franziskus: durch die großen Städte, weil so viel Brennholz gebraucht worden ist.
Franziskus: Dann wurde eben Öl gefunden und Gas und Brennholz hat keinen mehr interessiert.
Franziskus: Es waren nur wenige am Land, die dann einen Kamin verwendet haben.
Franziskus: In der Stadt hat kein Mensch mehr ein Holz gebraucht, weil das alles umgestellt
Franziskus: worden ist. War für die Städte gut, für die Lufthansa.
Franziskus: Damit ist das Brennholz zurückgegangen. Das Brennholz hat keinen Wert mehr gehabt.
Franziskus: Dann kam eben diese ersten Hackschnitzelheizungen, wie da mehr Holzbiomasse verwendet worden ist.
Franziskus: Also ich kann mich noch erinnern, wie das Wort Energieholz erfunden worden ist.
Franziskus: Das ist in den 90er Jahren, Ende 90er Jahre gekommen erst.
Willy: Ja, mit steigenden Ölpreisen und sukzessivem langsam steigenden alternativen
Willy: Preisen ist das Thema Holz einfach aus fossiler,
Willy: fossiler sage ich, also wieder erneuerbarer Energieträger mit einem Nullsummenspiel
Willy: im Endeffekt CO2-technisch einfach wieder attraktiver geworden.
Willy: Genau. Bis in die Gegenwart.
Franziskus: Genau. Und jetzt ist es dann soweit.
Franziskus: Ich habe mich die letzten sieben, acht Jahre interessiert für eine neue Technologie,
Franziskus: die eigentlich eine uralte Technologie ist.
Franziskus: Also das ist die Pyrolyse.
Franziskus: Es ist eine Art von Holzverbrennung ohne Sauerstoff.
Franziskus: Deswegen heißt es Pyrolyse und nicht Verbrennung, also es ist keine Verbrennung.
Franziskus: Im Grunde ist es eine Durchlaufkölerei. Also ich produziere Holzkohle,
Franziskus: ohne dass ich Schadstoffe produziere oder eine Kühlerei, da ist immer sehr viel Rauch dabei.
Franziskus: Diesen Rauch, dieses Gas verbrenne ich, erzeuge Wärme.
Franziskus: Diese Wärme speise ich ein in das Nahwärmenetz in Lidschau zum Beispiel.
Willy: Das hält jetzt hier auf dem Ort und das ist eure Strategie quasi?
Franziskus: Ich nehme dieses Energieholz, was ein Minusgeschäft ist, und veredle es zu einem
Franziskus: neuen Stoff, und das ist Kohle und Wärme.
Franziskus: Und diese Kohle ist ein irrsinnig wertvoller Stoff.
Franziskus: Also wenn ich jetzt, kann ich verwenden von Futter, Pharmazie, also Kohletabletten.
Franziskus: Ich kann es für die Landwirtschaft verwenden, weil sie einen sehr hohen Wasserspeicherkapazität
Franziskus: hat, sehr viele Nährstoffe speichern kann.
Franziskus: Im Grunde schaut es aus wie ein Naturschwamm, unter dem Mikroskop.
Franziskus: Ich kann also benutztiere Gesünder machen, ich kann es in die Bauindustrie,
Franziskus: ich kann es in die Stahlindustrie Also sehr umfassend.
Franziskus: Also ich kann Asphalt damit CO2-neutral machen, ich kann Beton mit einem kleineren
Franziskus: CO2-Fußabdruck machen, der Beton hat bessere Eigenschaften.
Franziskus: Ich kann die Kühe, wenn die Kühe in Kohle zum Futter dazubekommen,
Franziskus: kommen, tun sie bis zu 60% weniger Methan ausstoßen, also ich mache die Kuh
Franziskus: grüner, die Gülle von den Kühen stinkt nicht mehr,
Franziskus: ist also ein höherer Nährstoffwert für den Boden,
Franziskus: die Kohle ist bis zu mehrere Tausend Jahre stabil im Boden, wie geht denn die Liste jetzt?
Willy: Haben wir
Amelie: Ich habe gesagt, bitte, dann frag halt.
Willy: Also, nein, ich sehe gerade, das
Willy: ist ein Thema für, das ist wirklich ein umfassendes Thema, oder? Genau.
Franziskus: Es ist einer der, die einzige CCS, also CCS Carbon Capture and Storage,
Franziskus: wirtschaftliche CCS-Methode, die derzeit am Markt ist.
Willy: Okay, passt. Also ich kann, da kann ich, im Winter, wenn es zum heißen ist,
Willy: komme ich zum VTS-Thema vor, ich komme nur für den Fisch.
Franziskus: Nächstes Jahr um die Zeit fangen wir schon an, drehen wir die Anlage auf. Also sie ist im Bau.
Amelie: Dann kommst du nächstes Jahr.
Franziskus: Also sie ist noch nicht fertig.
Willy: Okay, dann kann ich einen Öffnungs-Podcast machen, wo du erklärst, wie das funktioniert.
Franziskus: Ja, und sie ist in Österreich die erste. Es gibt Anlagen in Österreich.
Willy: Die sind nicht die ersten.
Franziskus: Sie sind nicht die ersten. In Europa werden über 100.000 Tonnen produziert schon.
Franziskus: Wir werden mit 700 Tonnen also einen kleinen Prozentsatz mehr machen damit,
Franziskus: aber wir sind nicht die allerersten, aber wir sind, sagen wir,
Franziskus: bei den sehr früh dabei und das ist die erste,
Franziskus: solches Konzept, also dieses, wie wir es machen, hat es noch in Österreich keiner gemacht.
Willy: Und das traugt, wer ist Träger, du? Wir.
Franziskus: Wir mit dem Heizwerk, der jetzige Heizwerkbetreiber in Litschau.
Willy: Ah, regionale Energiekooperation. Genau. Da komme ich wieder über das machen
Willy: wir Dinge. Jetzt würde es natürlich den Raum entspringen, deswegen schaue ich
Willy: da jetzt ein bisschen drauf.
Willy: Ich würde gerne mit euch, obwohl es jetzt eigentlich so mitten im Zukunftsthema
Willy: sind, also wir sind ja quasi Tradition, Gegenwart und Zukunft ist ja bei euch
Willy: alles unter einem Turm quasi sozusagen.
Amelie: Ja, das hast du jetzt schön gesagt.
Willy: Hin und wieder versuche ich, dass ich mich durch schöne Sachen in Szene setze,
Willy: weil sonst nimmt mich überhaupt keiner wahr.
Willy: Aber es geht ja auch nicht um mich, es geht ja um die Gästinnen und Gäste bei
Willy: uns im Podcast, um deren Geschichten, dass ich schon rede.
Willy: Ich habe irgendwann einmal das Schloss übernommen, die Burg
Willy: den Wald, alles. Inzwischen gibt es vier potenzielle Erbinnen und Erben oder
Willy: Übernehmerinnen und Übernehmer.
Willy: Du hast gesagt, bei dir hat sich relativ schnell herauskristallisiert,
Willy: dass du der Interessierteste bist.
Willy: Kristallisiert sich bei euch schon etwas heraus oder was würde ihr gerne mal übergeben?
Amelie: Kann man noch nicht so sagen,
Franziskus: Glaube ich. Im Grunde ist, wir wollen keinen... Wir fangen ja erst gerade an.
Franziskus: Wird schon übergeben, nein.
Franziskus: Im Grunde ist es so, dass wir keinen der Kinder mehr oder weniger trimmen wollen
Franziskus: auf einen Erben, mehr oder weniger belasten wollen damit.
Franziskus: So wie das bei meinen Eltern, also meine Eltern wollten das genauso machen,
Franziskus: das ist nicht ganz gelungen.
Franziskus: Unterbewusst ist es immer durchgekommen.
Amelie: Aber sie haben es sehr smooth und sehr sanft gut gemacht.
Franziskus: Gut gemacht. Ja, also es war so, dass es nicht belastend war für mich,
Franziskus: es war nicht für meine Geschwister belastend, soweit ich das beurteilen kann.
Franziskus: Wir versuchen das mit unseren Kindern genauso zu machen.
Franziskus: Smooth. Sagen wir so, ich bin die, oder wir sind die neunte Generation,
Franziskus: achte, zehnte Generation, ich weiß es nicht genau, man könnte es nachzählen, das ist nicht gemacht.
Willy: So zwischen sieben und zehn.
Franziskus: Ja, von dem ältesten Sohn in einer Reihe.
Franziskus: Es wäre lustig, vielleicht das zu brechen. Why not? Why not?
Franziskus: Oder es macht einfach die nächste Generation.
Willy: Geil, ja. Entweder machen wir es oder auch nicht. Wir schauen mal. Okay, du nixst.
Amelie: Ich nicke zustimmend. Ehrlich gesagt, werden wir sehen. Jetzt machen wir mal.
Willy: Du fühlst dich noch zu jung für diese Frage, oder wie? Da kommt noch eine nach.
Willy: Die fühlst du wahrscheinlich noch viel jünger. Aber die kommt dann bald.
Amelie: Ich dachte, wir haben es jetzt.
Willy: Ja, wir fliegen jetzt in die Zielgerade ein. Wann seid ihr mit dem Umbau fertig?
Franziskus: Tausend Jahre.
Willy: Die Zeit kommt nicht unbedingt.
Amelie: Da können wir jetzt noch lachen drüber. Next question.
Franziskus: Zum Beispiel ein Beispiel. Die Golden Gate Bridge.
Willy: Ja.
Willy: Die Golden Gate Bridge.
Franziskus: Die Golden Gate Bridge wird gestrichen, seitdem sie gebaut wird.
Willy: Und wenn es vorhin fertig ist, dann können sie hinten wieder aufhören.
Willy: Das ist wie bei mir, da haben wir einen Staubsauger.
Amelie: Genau, so ist es auch bei uns.
Franziskus: So ist es auch mit der Baustelle.
Willy: Also jetzt kann ich es verstehen.
Franziskus: Du kannst das Schloss mit der Golden Gate Bridge verkleiden.
Willy: Mit der Golden
Amelie: Gate Bridge hast du es jetzt. Ja, mit dem Staubsauger.
Franziskus: Ja, mit dieser Denkerpose.
Willy: Ja, ich habe nur versucht, das quasi umzulegen.
Franziskus: Ganz intelligente.
Willy: Was sind die nächsten großen Pläne dabei? Am Betrieb, am... Und das ist die Frage,
Amelie: Wo ich mich jetzt viel zu jung fühle.
Willy: Nein, nein, nein, überhaupt nicht.
Amelie: Ach so, es kommt noch. Was sind die großen Pläne? Also ich glaube,
Amelie: bei dir wirklich die Pyrolyse.
Franziskus: Die erste Tonne Kohle verkaufen.
Amelie: Ja, stimmt. Wie beim Zahnarzt, richtig.
Franziskus: Ja, aber wenn du einen Ofen kaufst, also ein Backrohr, dann gibt es da sehr
Franziskus: oft jetzt schon eine Pyrolyse-Funktion.
Amelie: Ja, selbstreinigend. Ah, daher kommt das,
Willy: Vom Backrohr. Ah, das war das. Aber es klingt irgendwie so nach Zahnarzt, oder?
Amelie: Absolut, es klingt nach Zahnarzt,
Willy: Ja. Sorry an die Zahnärzte, aber das klingt zu…
Amelie: Dann haben wir noch so ein, zwei Projekte, die noch nicht ganz spruchreif sind, werden wir sehen.
Franziskus: Super, da ist noch viel in den Köpfen drin.
Amelie: Ja, und wir wollen einfach das, was wir jetzt angefangen haben,
Amelie: mehr noch in die Tiefe gehen, das qualitativ auf stabilere Füße stellen,
Amelie: dass das dann auch wirklich läuft.
Amelie: Weil eben, das hat mir eben eine Mitarbeiterin einmal gesagt,
Amelie: es ist besser, du entzündest drei Lagerfeuer, anstatt zehn Kerzen anzuzünden.
Amelie: Also ich tendiere immer dazu, meine Ideen gleich umzusetzen, die ich habe.
Amelie: es bringt nur nichts, wenn dann zu viele Ideen so halb irgendwie darin plätschern,
Amelie: sondern deswegen, ich möchte jetzt mal das, was wir jetzt und die Marke, Gott sei Dank,
Amelie: wird ja sehr gut angenommen und hat sich bis jetzt gut entwickelt und damit
Amelie: das auch so bleibt, auf dieser Qualität muss das jetzt noch mehr in die Tiefe
Amelie: gehen. Muss noch auf stabileren Füßen stehen.
Franziskus: Die Marke ist auch in Richtungen gegangen, die wir uns vor drei Jahren gar nicht ausgedacht haben.
Amelie: Es hat sich eben dynamisch total, ja.
Franziskus: Es hat gestartet mit der Bildbrettverarbeitung, unsere eigenes Bildverarbeiten
Franziskus: und geht jetzt in eine touristisch-regionale Richtung,
Franziskus: wo jetzt dann nächstes Jahr der Kochcampus zu uns kommt.
Willy: Wo wir uns ja kennengelernt haben.
Franziskus: Genau. Und eben mit Spitzengastronomie und die Regionalität,
Franziskus: das Ganze, das heißt, dass die regionalen, also wenn jetzt die regionalen Köche,
Franziskus: die regionalen Wirtshäuser,
Franziskus: die regionalen Produzenten von Lebensmitteln mit uns oder mit dem,
Franziskus: was wir da eingeschlagen haben, mit unserer Marke mit profitieren können,
Franziskus: dann profitieren wir dann nach wie da.
Franziskus: Also wenn die Region kulinarisch weiter weiterkommt, wird unsere Marke auch
Franziskus: davon profitieren. Und in diese Richtung geht das jetzt.
Franziskus: Also scheint es sich zu drehen. Und das ist eben auch was, das ist irrsinnig
Franziskus: spannend macht das Ganze.
Willy: Frage Amelie aus der Kommunikationssicht oder Markensicht da ein bisschen.
Willy: Wie wichtig ist die Region für euch und wie wichtig seid ihr für die Region?
Amelie: Sehr wichtig. Also die Region ist sehr wichtig für uns.
Amelie: Es liegt mir wahnsinnig am Herzen, den kulinarischen Blickwinkel auf die Region zu lenken.
Willy: Ja, die Region gibt euch quasi vor, was die Region kann und ihr schafft es quasi
Willy: dann zu zeigen, was die Region ausmacht.
Amelie: Genau.
Franziskus: Das, was die Region kann.
Amelie: Das hast du so was von auf den Punkt gebracht jetzt.
Willy: Hättest du mir das schon sagen können.
Amelie: Ja, wir haben es jetzt.
Willy: Brauchen wir ihn noch?
Franziskus: Nein. Die Region zeigt nicht das, was sie kann.
Amelie: Die Region zeigt es einem eben.
Franziskus: Sie zeigt es eben noch nicht, was sie kann. Weil sie sind so gute Produkte.
Franziskus: Und sie könnte so, da könnte so viel mehr draus werden.
Franziskus: Man muss sich auch immer überlegen, wenn man jetzt hier lebt,
Franziskus: Wen will man hier begrüßen?
Franziskus: Wir wollen nicht ein Massentourismusland werden.
Willy: Es ist ein naturnahes Kulturland.
Franziskus: Ja, so ungefähr.
Franziskus: Nein, wir wollen das, was das Waldviertel ist, was es auch sagt,
Franziskus: es ist Erholung, Ruhe und dann Hochgenuss.
Franziskus: Und das, den Hochgenuss, also einfach kulinarisch, einfach den Erholungssuchenden,
Franziskus: der Ruhe und Erholung sucht, auch noch sagen können, und dafür fahre ich extra her.
Willy: Und melodisch nicht schlecht.
Amelie: Und aber auch verbunden mit einer Wissensvermittlung. Also ich glaube, das gehört auch dazu.
Franziskus: Ja, Bildungsauftrag ist ja bei jedem Kultur- und Bildungsbewirtschafteter,
Franziskus: der hat einen gewissen Bildungsauftrag, den Leuten, den Menschen zu erklären, warum wir das so machen.
Willy: Erholung, Ruhe, Hochgenuss mit einem gewissen Wissensfluss.
Franziskus: Jetzt hast du es erst vorgebracht.
Amelie: Ich glaube, das ist besprachlos.
Willy: Die allerwichtigste Frage, die ich mir heute aufgeschrieben habe,
Willy: kann es sein, dass ich bei Kleinradischen vorbeigefahren bin?
Franziskus: Großradischen gibt es auch.
Amelie: Kleinradischen, Großradischen.
Willy: Das heißt Radischen, aber man schreibt es wie Radischen,
Franziskus: Oder?
Willy: Ich habe es Kleinradischen und ein Großradischenteich. Ich war fast in der Kurve
Willy: gerade ausgefahren, weil ich gesagt habe, ich habe es gerade irgendwie...
Willy: Geil. Also liebe Grüße an ein Kleinradischenteich,
Amelie: Ein Großradischenteich. Da ist auch ein Teich bei uns, der Großradischenteich.
Amelie: Wir haben den Großradischenteich gewirtschaftet.
Willy: Da könnte man mal einen Radischentanz machen.
Franziskus: Unser größter Teich.
Amelie: Ein Radischentanz. So, jetzt hätten wir es.
Willy: Ich sehe gleich, hier fühlen wir aus Innovationslabor, der Robben.
Willy: Und ich habe mich gerade selbst eingeladen.
Amelie: Zum Radischentanz.
Willy: Ja, aber bevor es jetzt endgültig fahrt wird.
Amelie: Ich bin gespannt, wie viele noch nacheinander schlafen.
Franziskus: Aber Kleinradischen und Großradischen sind relativ weit auseinander.
Willy: Erstens, ich glaube, kann man unseren Podcast ja auf viele Etappen anhören.
Willy: Man muss ja nicht alles auf einmal anhören. Das tut eh keiner. Hin und wieder.
Willy: Aber ich denke schon, dass das durchaus spannend war. Mir hat es gefallen. Aber Abschluss.
Willy: also in einer utopischen welt in der er alles machen können was ihr wollt meine
Willy: lieben was würdet ihr an unserem lebensmittelsystem ändern wenn ihr könntet
Amelie: An unserem lebensmittelsystem
Willy: Getrennt voneinander befragt das ist jeder von einer kennzauber gemeinsame antwort
Willy: geben mittels dass man sich einig wird.
Willy: Ich kann das halt nicht. Das ist nichts.
Willy: Das kann aber, das sagt es halt nicht.
Amelie: Nein?
Willy: Nein.
Amelie: Okay. Was würde ich ändern an unser Lebensmittelsystem? Ähm,
Franziskus: Darf ich eine Antwort?
Amelie: Bitte.
Franziskus: Also ich würde gern, wenn dann den Bauern den Expertenstatus und die Freiheit
Franziskus: zurückgeben, die er haben sollte.
Willy: Und der wäre?
Franziskus: Der wäre Bürokratieabbau, Förderabbau Das ist voll gut jetzt.
Franziskus: Und einfach den Preis bezahlen, den er bekommen muss dafür.
Amelie: Ja, das finde ich echt sehr gut formuliert jetzt.
Willy: Jetzt zum Abschluss des Podcasts totale Einigkeit.
Amelie: Ja, absolut.
Willy: Ach schön, du hast fast glasige Augen, weil du so gut findest, oder?
Amelie: Nein, es ist mir schon so gut in den Augen.
Franziskus: Weniger Staat, mehr Individuum. Ja.
Willy: Gut, diese Antwort habe ich auch schon ein paar Mal gehört. Es dürfte wirklich
Willy: ein großer Wunsch sein der Menschen.
Willy: Aber immer bei der utopischen Frage, komischerweise.
Franziskus: Ja, weil wir Realisten sind. Ja, leider.
Franziskus: Und Machtabgabe ist immer schwierig.
Franziskus: Kompetenzabgabe. Europa ist kompetent für die Form der Gurke und das wollen sie nicht hergeben.
Willy: Ah ja, mit der haben sie sich kommunikativer beschäftigt.
Franziskus: Es gibt wahrscheinlich einen eigenen Abgeordneten, der die Gurkenform beauftragt
Franziskus: und der will nicht den Job verlieren.
Willy: Das wäre total cool, wenn der auf kleinen Radieschen kommt.
Willy: Entschuldigung, da hat er teil müssen. Ich habe jetzt die Frage für den Kühlschrank
Willy: wieder mal aufgeschrieben, aber in dem Fall wir wieder über Bord werfen.
Willy: Was steht denn getrennt voneinander befragt ganz, ganz oben auf eurer Bucketlist?
Amelie: Was wir machen wollen?
Willy: Bucketlist. Also, ja.
Amelie: Ich möchte nach Japan. Das steht bei mir ganz oben.
Willy: Schön. Prätese, gute, kurze Antwort. So, nimm da ein Beispiel.
Franziskus: Ja, also Japan sage ich jetzt nicht.
Amelie: Wollte er nämlich auch sagen.
Franziskus: Ja, das ist unser nächster Traum. Wirklich? Warum Japan? Kulinarische Reise.
Amelie: Kulinarisch.
Franziskus: Ja, warum?
Amelie: Weil das natürlich für uns ganz interessant ist, weil die ganz viel mit Fisch auch machen,
Amelie: und die super coole Techniken machen mit dem Fisch und man sich überlegen könnte,
Amelie: ob man das nicht vielleicht unter Umständen dann auch hierher bringen könnte.
Amelie: Vielleicht entstehen dann neue Sachen, die man auch für unseren Betrieb irgendwie nutzen könnte.
Franziskus: Alles, was der Japaner macht, ist sogar der, der die Klos reinigt,
Franziskus: hat eine Würde dabei oder macht das würdevoll.
Franziskus: Und das ist, ich meine, allein das, wenn du dort auf einen Bauernhof gehst,
Franziskus: Schaut das nicht so aus wie bei uns. Also das ist, da ist, also allein dieses,
Franziskus: dieses, sehr, für uns sehr Fremde, ist wahnsinnig interessant.
Willy: Dieser Perfektionismus, der da, oder?
Franziskus: Dieser ungefassbare Perfektionismus. In jeder Form, die sie es machen.
Franziskus: Wenn sie einen Fisch schlachten, wenn sie einen, wahrscheinlich,
Franziskus: wenn sie das Gras mit der Sense mähen. Ja.
Franziskus: Wenn er Tee macht. Wir hauen das Teesackerl ins Wasser.
Willy: Aber darf ich da was einwenden? Ich finde das auf Netflix immer extrem gut,
Willy: diese Perfektion und dann lernst
Willy: du sieben Jahre Reiskochen oder sonst irgendwas. Also ich hätte Angst.
Amelie: Ja, ich finde es auch voll anstrengend.
Willy: Ich finde irgendwo auch total bedrohlich, das wirkt auch so zwanghaft und auf
Willy: der einen Seite faszinierend und gleichzeitig bedrohlich, oder?
Amelie: Ja, absolut. Und ich bin auch, also ich persönlich bin überhaupt nicht perfektionistisch veranlagt.
Amelie: Also nämlich so gar nicht. Das ist natürlich irgendwie auch mühsam,
Amelie: weil was hat deine Mutter gesagt?
Amelie: Sie hat gehofft durch die Hochzeit, dass du ein bisschen mehr deine Sachen zusammen hast.
Amelie: Dann hast du jemanden geheiratet, der genauso wenig perfektionistisch ist.
Franziskus: Ich habe schon gedacht, ich heirate Norddeutsch.
Willy: Ja, aber die war auch eine Zeit lang dort.
Franziskus: Ja, eh, zu kurz.
Willy: Da hat sie im Wald voll komplett weg von der Welt.
Franziskus: Sie ist weniger perfektionistisch geworden und ich habe eigentlich gedacht,
Franziskus: dass ich davon profitiere, von diesem norddeutschen...
Willy: Also jetzt hast du es zweimal nicht perfektionistisch, aber mathematisch gesehen von Zinhon, oder?
Amelie: Multiplikativ ja ich würde auch sagen es funktioniert ganz gut das
Franziskus: Plus und plus und.
Willy: Minus ich finde gut also außer vielleicht bei naturlernen aber sonst deswegen
Franziskus: Deswegen interessiert uns wahrscheinlich dieses perfektionistische haben als
Franziskus: zu sehen nicht also wir werden wahrscheinlich beide nicht in japan leben wollen
Franziskus: aber aber juristisch das anzuschauen was dass wir sagen, okay,
Franziskus: wo wir vielleicht einen Schritt gerne beide darauf zugehen würden, etwas mehr davon,
Franziskus: aber deswegen interessiert uns Japan so.
Amelie: Und abgesehen davon, es ist immer gut und deswegen habe ich zum Beispiel auch den Kochcampus so gern,
Amelie: weil man da mit so vielen verschiedenen interessanten Leuten zusammenkommt und
Amelie: dann verschiedene Betriebe sieht und das ist glaube ich ganz, ganz wichtig, dass man
Amelie: die verschiedenen Sichtweisen sich anschaut und dann ein bisschen in einen Schritt
Amelie: zurückgeht und dann seinen Betrieb nochmal von einer anderen Perspektive anschaut. Sehr schön.
Amelie: Weil irgendwann wird man betriebsblind und also jedes Mal, wenn ich von einem
Amelie: Kochcampus zurückkomme, bin ich ganz durcheinander.
Amelie: Ja, absolut. Ganz
Amelie: bewehlt, weil ich mir denke, okay, wow, also gut, da müssen wir jetzt noch einiges.
Willy: Das muss man dann mal wieder vertauen. Aber das ist teilweise auch belastend, diese vielen Ideen.
Willy: Man hat echt das Gefühl, dass du willst das umsetzen. und du aber gelernt hast
Willy: mit zunehmendem Alter, das betrifft dich jetzt vielleicht nicht so sehr wie
Willy: mich, aber dass man das nicht kann.
Willy: Also man muss sich dann relativ schnell von Ideen trennen.
Amelie: Ja, das muss man auch lernen.
Willy: Das ist irgendwie ein total fieser Prozess, den man da durchmacht.
Willy: Aber ja, apropos trennen.
Willy: Wenn ihr euch irgendwann einmal von dieser Welt am Ende, ganz weit in der Zukunft
Willy: natürlich, trennen solltet, diese Welt verlassen werdet, was soll bleiben?
Willy: Was soll man sich an euch erinnern? Also an jeden von euch.
Franziskus: Glückliche, selbstbewusste Kinder von uns. Also glücklich, nicht selbstbewusst.
Amelie: Naja, an die Kinder an uns an uns erinnern, ja dass wir mit Leidenschaft Authentizität
Amelie: und Liebe diese Verantwortung wahrgenommen haben und versucht haben
Amelie: die Region um uns herum oder das um uns herum schöpferisch zu gestalten und
Amelie: ja, findest du das war jetzt zu viel?
Franziskus: Ja, nein, also Ich habe eben gesagt, dass unsere Kinder nicht sagen,
Franziskus: alles, was die gemacht haben, machen wir jetzt anders.
Amelie: Ja, gut, das werden wir dann sehen.
Franziskus: Aber ja, im Grunde, wenn wir das so gemacht haben...
Amelie: Im Grunde ist es dann auch wurscht, wenn sie das sagen, weil wir sozusagen im
Amelie: Einklang mit uns selber, weil wir davon überzeugt sind, das getan zu haben,
Amelie: was sich jetzt in dem Moment richtig anfühlt, nicht nur für uns,
Amelie: sondern auch für die Umgebung.
Amelie: Und wenn das für sie dann anders ist, dann ist das für sie anders.
Amelie: Das wäre natürlich schade, wenn sie dann alles abreißen.
Willy: Abreißen? Nein, sie werden es wieder umbauen oder weiter renovieren.
Amelie: Die werden dann den Turm pink ansprayen.
Willy: Genau.
Franziskus: Also im Grunde ist es...
Franziskus: Unsere Idee ist ja, das Haus so weiterzuführen, dass das Haus es verdient.
Franziskus: Und wenn unsere Kinder das ähnlich hoffentlich machen, dann werden sie das in
Franziskus: einer ähnlichen Weise machen.
Amelie: Der Spirit.
Franziskus: Das ist einfach das, was... Weil diese eigene Befindlichkeit hat ja nichts verloren
Franziskus: in so einem Betrieb, der seit zehn, acht Generationen, seit 260 Jahren in einer Familie ist,
Franziskus: hat ja nichts mit eigener Befindlichkeit zu tun. Das kann ich nicht...
Franziskus: Du bist ein Verwalter von dem Ganzen und du musst die Zwillen von dem Ganzen weitertragen.
Franziskus: Und die Verantwortung über eine viel größere und viel längere Zeit haben wir
Franziskus: jetzt sagen, ich mache das und hinter mir die Sinnflut.
Willy: Die Frage hat man am Anfang gestellt, wie schwierig ist es, wenn man in so einer
Willy: schweren Tradition steht und wie sehr kann man dann auch individuell sich ausprägen.
Willy: Das war ja die Frage nach der Übernahme auch ein bisschen.
Willy: Hast du das aussuchen können? Wie frei warst du in deiner Entscheidung im Endeffekt?
Willy: Das ist jetzt wieder so ein bisschen so eine Antwort.
Willy: Man steht ein bisschen im Schatten
Willy: der Historie und dessen, das da ist und dient dem ein bisschen, oder?
Amelie: Absolut. Aber nicht nur. Das finde ich nicht nur.
Franziskus: Nein, aber es kommt immer darauf an, ob du es so empfindest oder nicht.
Franziskus: Empfindest du das Dienen als erfüllend? Ja.
Franziskus: Genauso wie du sagst, ich diene einem höheren Wesen oder in einer religiösen Sicht.
Franziskus: Die Erfüllung, du erfüllst deine Erfüllung und dein Seelenheil dadurch.
Franziskus: Wenn du jetzt deinen Götzen, dein Handy nimmst oder dein, weiß ich was,
Franziskus: Taylor Swift oder jetzt, keine Ahnung was.
Willy: Ich weiß nicht, ob du mir umsägt.
Franziskus: Dann wirst du nie glücklich werden. Oder wenn du nur das Glück suchst,
Franziskus: wenn du glaubst, ein Glück zu erreichen zu haben, bist du wieder unglücklich,
Franziskus: weil du das nächste brauchst.
Franziskus: Das heißt, diese Götzen anbeten, die da die Israeliten in der Wüste gemacht
Franziskus: haben, das macht die Welt gerade.
Franziskus: Und im Grunde, du findest nur durch Dienen die Erfüllung. Und das ist hier was sehr ähnliches.
Franziskus: Deswegen ist es kein Korsett, sondern es ist etwas Wunderschönes.
Willy: Aha.
Franziskus: Und dieses Selbstverwirklichen, wenn du kein Ziel vor Augen hast,
Franziskus: wohin dein Leben geht, dann weißt du auch nicht, wie du dich selbst verwirklichen kannst.
Franziskus: Ohne Richtung, ohne Guidelines wirst du dich nicht, weißt du nicht,
Franziskus: wenn du auseinanderklaffst das Ganze, dann wirst du dich selbst verirren.
Franziskus: irgendwo und wirst eben nur etwas ständig hinten nachjagen oder dich selbst
Franziskus: versklaven, ob es jetzt ein Handy ist oder Medien oder ein Erbe oder Mainstream
Franziskus: Medien oder weißt du, keine Ahnung.
Willy: Ich verstehe, glaube ich, was du machst, Amelie. Du hast am Anfang widersprochen,
Willy: hast zwischendrin genickt.
Amelie: Du, ich...
Willy: Das ist philosophisch. Was? Das ist philosophisch. Ja.
Willy: Da müsst ihr jetzt alle durch, die was dazu sagen, aber ich finde das eigentlich gerade interessant.
Amelie: Nein, ich bin absolut auch deiner Meinung.
Amelie: Aber ich sehe das Ganze nicht so kritisch, weil ich bin sehr viel positiver
Amelie: eingestimmt, was das angeht, weil ich sehr wohl finde, dass man sich selbst verwirklichen kann.
Amelie: Da ist nichts Schlimmes dabei. Und manchmal entwickelt sich das auch erst.
Amelie: Manchmal habe ich den Drang, mich zu verwirklichen und der Weg nimmt einen dynamischen,
Amelie: vielleicht weiß ich noch nicht genau, wo es hingeht, aber es entwickelt sich dynamisch.
Franziskus: Sicher, aber du brauchst eben eine Führung und eine Richtung, die du hast.
Amelie: Ja, Vertrauen in sich selbst haben und ich weiß nicht, ich sehe das Ganze sehr,
Amelie: und das ist das, was mir zum Beispiel ganz wichtig ist, auch für unsere Kinder.
Amelie: Ich möchte, dass unsere Kinder etwas finden, was sie von ganzem Herzen gern finden.
Amelie: selber tun. Wo sie dann merken, es ist jetzt nicht saumüßig,
Amelie: wenn sie jetzt in die Arbeit gehen muss.
Amelie: Entschuldigung, jetzt habe ich Sau gesagt. Ja, Sautanz.
Franziskus: Sautanz habe ich auch gesagt.
Amelie: Scheiße.
Franziskus: Du kannst sie rausschneiden.
Willy: Mist, der hat Scheiße gesagt. Entschuldigung.
Franziskus: Deine Scheiße schneidest du ja raus.
Willy: Nein, bitte. Alles gut.
Amelie: Sondern, was habe ich jetzt gesagt?
Willy: Du hast mich komplett rausgebracht.
Amelie: Ich finde es rauchlos. Es ist nicht saumühsam,
Franziskus: Dass du...
Amelie: Also ja, sondern, dass Arbeit Spaß machen kann, dass es einen erfüllen kann
Amelie: und dass jeder von uns einen, also
Amelie: apropos philosophisch, aber du hast ja gesagt, das ist in Ordnung,
Amelie: jeder von uns hat einen Auftrag hier auf dieser Welt und davon bin ich überzeugt
Amelie: und deswegen müssen wir unsere Umgebung gestalten und mitmachen.
Willy: Einen konkreten Auftrag oder jeder hat einen Auftrag? jeder muss finden ich
Amelie: Habe ihn erst vor
Willy: 42 42 42 ist
Franziskus: Die zahl des lebens.
Willy: Ja das habe ich doch die galaxie aber ich bin eher dieser dieser dieser dieser
Willy: wie wie will all birth to tears Roboter da, da gibt es ja diesen einen,
Willy: der glaubt, dass die Welt immer untergeht.
Franziskus: Genau.
Willy: Das hätte ich heute einfach sogar angehabt.
Amelie: Apropos, ich bin wahnsinnig positiv eingestimmt, gell?
Willy: Ja, wirklich?
Amelie: Bist du nicht positiv eingestimmt im Leben gegenüber?
Willy: Das kommt immer drauf an, aber wir haben eh nur ein bisschen an Wein.
Willy: Können wir nochmal drüber reden. Ganz zum Abschluss.
Willy: Ein Zitat, einen Spruch oder einen Witz, mit dem ihr
Willy: mir zu Hause schickt, ihr habt es geschafft, ihr habt es überstanden,
Willy: sagt noch irgendwas, was euch wirklich wichtig ist oder was total lustig findest
Willy: oder sonst was. Jeder für sich, wir sagen gemeinsam.
Amelie: Ich höre es immer so auf die Schnelle. Auf die Schnelle beim 3-Stunden-Podcast.
Amelie: Habe ich ja nicht gewusst, dass am Ende so eine Mordsfrage kommt.
Amelie: Hätte ich mich darauf vorbereitet.
Willy: Unglaubliche Frage. Ein Witz, ein Spruch oder ein Zitat, das dir wichtig ist.
Franziskus: Ich finde die menschheit nimmt sich zu wichtig derzeit in unserem einfluss.
Amelie: Ich glaube, nein, so fangen wir nicht an.
Willy: Nochmal zurück.
Franziskus: Ich bin beim Karpfentag, Wirtschaft.
Amelie: Nein, gebt den Menschen ein Glas Wein, gebt ihnen eine gemütliche Runde,
Amelie: wo sie zusammensitzen können und gebt ihnen irgendwelchen kulinarischen Hochgenuss und ich glaube, dann
Amelie: ist schon alles wieder in Ordnung.
Willy: Hast du jetzt gerade euch einen Tanz in den Abschluss.
Franziskus: Nein, kommt zum Fisch.
Willy: Nein, so lasse ich dich nicht.
Amelie: Nein, das wollte ich so nicht sagen. Ich wollte es jetzt falsch.
Amelie: Das musst du halt jetzt rausschneiden.
Willy: Ja, klar, schneide ich alles raus.
Amelie: Oh Gott, wenn er das jetzt rausschneidet,
Franziskus: Dann kommt er nicht mehr.
Willy: Ich komme nicht mehr.
Amelie: Du wolltest im November kommen.
Willy: Deswegen komme ich auch nicht mehr.
Franziskus: Das, was du beim Karpfenteichwirtschaft gesagt hast. Dein Fazit.
Amelie: Was hab ich da gesagt?
Franziskus: Positiv.
Willy: Echt jetzt?
Amelie: Ja, es fährt, gell?
Willy: Nein, ich find's nicht fahrt, ich find's unterhaltsam.
Amelie: Ja, ich glaube, es wär schön, wenn's ein bisschen positiver ist alles.
Amelie: Wenn man die positiven, tollen Projekte sieht, die derzeit in Österreich stattfinden
Amelie: und nicht immer auf das Negative schaut, sondern ein bisschen mehr die positiven,
Amelie: tollen, innovativen Leute vor den Vorhang holt und sich an denen aufhängt.
Amelie: und nicht an den negativen Beispielen.
Willy: Das ist sehr positiv jetzt. Damit sage ich danke.
Willy: Ich hänge zwar immer nur ein bisschen bei kleinen Radieschen,
Willy: aber ansonsten vielen Dank.
Willy: Wir haben jetzt noch eine halbe Flasche Wein, weil wir es noch nicht getrunken
Willy: haben. Die trinken wir noch aus. Die trinken wir jetzt noch aus.
Willy: Dann gehe ich nach Hause. Ich sage vielen Dank an euch. Einen kleinen Applaus
Willy: und geführt euch zu Hause.
Music: Music
