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B2P014 Micha Beiglböck (nahgenuss) – Der entspannte Verbinder


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Wilhelm Geiger
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Bianca Blasl
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Micha Beiglböck

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Mit seiner Plattform Nahgenuss (www.nahgenuss.at) bringt Micha Beiglböck ProduzentInnen und KonsumentInnen seit mittlerweile fünf Jahren zusammen. Die Idee: Es werden Fleischpakete verkauft, nicht nur Einzelteile und geschlachtet wird erst, wenn das Tier verkauft wurde.

Mit Micha haben wir mit dem tiefenentspanntesten Jungunternehmer gesprochen, den wir bisher kennengelernt haben. Von seinem täglich wechselnden Schreibtisch in einem Grazer Gemeinschaftsbüro vulgo Co-Working-Space schupft Micha seine Plattform als One-Man-Show und das noch, wie er meint, zu völlig vernünftigen Arbeitszeiten.

Eigentlich hat Micha Philosophie und Rechtswissenschaft studiert und seine erste Karriere auch in einer Wiener Kanzlei gestartet. Obwohl die Juristerei eigentlich ganz lustig war und dieser Weg wohl auch ein erfülltes Leben geboten hätte, wollte Micha doch etwas anderes, wie er sagt. Und so hat es ihn und seinen Bruder Lukas letztlich in Richtung Landwirtschaft getrieben.

Ein wichtiger Aspekt für den Weg in Richtung Nahgenuss dürfte wohl die elterliche Praxis gewesen sein, sich beim Bauern des Vertrauens immer wieder ein halbes Schwein nach Hause zu holen und dieses nach und nach zu verarbeiten. Geprägt wurde er sicher auch von seinen Eltern, beides studierte Theologen, welche ihm den Willen zum Gestalten bereits in die Wiege legten, immer verbunden mit dem Anspruch, Dinge auch zum Besseren zu wenden.

Am vorläufigen Ende stand dann Nahgenuss. Am Anfang waren es viele Gespräche mit LandwirtInnen und viel Überzeugungsarbeit, die zu leisten war. Schließlich haben sich dann vier Betriebe aus Mitleid entschlossen, die Idee zu unterstützen, lacht Micha. Der Anfang war geschafft. Nach und nach kamen dann weitere Betriebe hinzu. Michas Aufgabe war und ist es, die Plattform und die Prozesse so einfach wie möglich zu gestalten, damit es seinen Kunden am Anfang der Wertschöpfungskette leicht gemacht wird, ihre Produkte an die Kunden am Ende der Wertschöpfungskette zu verkaufen. Daneben sind eine gute Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation wesentliche Erfolgsfaktoren. Beides dürfte bisher gut gelungen sein, denn die Plattform wächst.

Die Grundidee war, dass man keine Einzelteile verkauft, da es für die Landwirt sehr schwierige war, dass ganze Tier zu vermarkten. Es werden nur die „Gustostückerl“ verkauft und die weniger bekannten Teile waren schwer absetzbar. Mit dem Schritt, gemischte Fleischpakete zu verkaufen, war es den Bäuerinnen und Bauern nun möglich, dass ganze Tier im Prinzip schon vor der Schlachtung zu verkaufen und somit höhere Erträge und eine bessere Planbarkeit zu erreichen. War die Skepsis anfangs noch groß, hat sich nach und nach jedoch gezeigt, dass dieser Weg funktioniert, der sog. „Proof of Concept“ war gelungen.

Während Corona kam nun mit dem Wein ein weiteres „Grundnahrungsmittel“ ins Sortiment, wobei der Fokus von Nahgenuss ganz klar auf Fleisch liegt und laut Micha auch gar nicht beabsichtigt ist, das Sortiment großartig zu erweitern. Er und seine Kunden sind mit dem aktuellen Angebot sehr zufrieden.

weiterführende Links:

Nahgenuss
https://www.nahgenuss.at

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