Folge Nr: 213

Interview – Auslandszivildienst

Tipps & Erfahrungen von einem aktiven Zivi - Auch was für dich?

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Über die Folge:

In diesem Interview-Spezial im Rahmen der „Glokalen Perspektiven“ von BauertothePeople spricht Willy mit dem Auslandszivildiener Anton Wolfsberger über dessen Erfahrungen. Neben dem klassischen Zivildienst, den man quasi zu Hause machen kann, gibt es auch unterschiedlichste Möglichkeiten, seinen Dienst im Ausland abzuleisten. Anton erzählt ein wenig über seine Suche, wie man sich bewirbt, und was man seiner Erfahrung nach alles beachten sollte. Er selbst ist in der Tropenstation La Gamba in Costa Rica gelandet. Dort habe ich ihn getroffen – quasi – eigentlich sind wir einkaufen gefahren …

INFOS ZUR FOLGE
Auslandszivildienst
www.auslandsdienst.at
Tropenstation La Gamba
www.lagamba.at


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Transcript - Interview – Auslandszivildienst

Willy: Das Bauer-to-the-People-Interview.

Willy: Aktuelle Themen, die uns alle betreffen.

Willy: Aus einer Welt, die uns bewegt.

Music: Music

Willy: Was wolltest du wissen?

Anton: Jetzt wären wir live. Was wolltest du wissen? Weil die Zuhörerschaft ist. Ja, genau.

Willy: Ob das Menschen 50 plus sind. Alte Leute hast es gesagt.

Willy: 50 plus. Du hast es deswegen gesagt, weil du warst, ich bin, oder?

Anton: Das ist richtig.

Willy: Hab das Ding Airbags?

Anton: Ich glaube nicht. Was ist eigentlich? Start mal.

Willy: Führerschein hast du, oder? Ein Österreich? Ja. Frage mal.

Anton: Wie wird das nochmal geführt? Wenn das jetzt Leute aus ländlichen Gebieten sind,

Anton: wird da oft mit sehr viel Dialekt gesprochen?

Anton: Für eine breitere Masse?

Willy: Es red jeder so wie er redet im Podcast. Mit Dialekt.

Willy: Also es ist die Vorarlberger, liebe Grüße, Martin Hager an dieser Stelle,

Willy: der hat da so geredet, wie er quasi von Haus auf seine Sprache gelernt hat, sozusagen.

Anton: Nein, weil es ist beides.

Willy: Quasi es beides.

Anton: Ich bin in Wien geboren und in Steyr, in Oberösterreich, sozialisiert.

Anton: Also de facto mit meinem Papa sprich ich Wienerisch, Hochdeutsch und daheim

Anton: in Oberösterreich sprich ich auch Dialekt.

Willy: Und jetzt redest du?

Anton: Circa so wie jetzt. Eine komische Mischung.

Willy: Achso, okay.

Anton: Aber das ist jetzt schon Oberösterreich.

Willy: Aber du stehst ja auf Sprache, deswegen hast du ja auch Spanisch gelernt.

Anton: Ja, immer nur am Lernen.

Willy: Ja, schon wieder die Vogelforscher sind das, die Ornithologen.

Anton: Ja, das sind Vogelmenschen, beziehungsweise Touristen aus dem Hotel.

Anton: Deswegen frage ich mich, ist es für die Zuhörerschaft passender,

Anton: wenn man sich einer Standardsprache angleicht, oder ist das ziemlich egal?

Willy: Also ich muss sagen, das ist sehr rücksichtsvoll von dir. Ich würde sagen,

Willy: du redest einfach so, wenn du der Schnabel gewachsen ist, du musst dir gar keinen anpassen.

Willy: Also wirklich, ganz, ganz entspannt. Ganz entspannt. Aber das entspannt, das liegt ja im Blut.

Willy: Grüß euch, liebe Leute, beim Power-to-the-Beep-Spezial-Interview hier im Auto.

Willy: Wo fahren wir gerade hin?

Anton: Wir fahren jetzt gerade auf Golfito.

Willy: Ja, und wir sind da auf Costa Rica. Auf Costa Rica, das ist ja keine Isl. In Costa Rica.

Anton: Super.

Willy: Und du bist da Anton?

Anton: Wolfsberger, ja.

Willy: Anton Wolfsberger.

Anton: Auch Anton Zivi, wie da am T-Shirt steht.

Willy: Da steht Zivi, genau. Und genau deswegen rede ich jetzt mit dir,

Willy: weil ich habe ja selber Zivildienst gemacht. Zivi steht für Zivildiener.

Willy: Und ich habe damals angereistelt beim Zivi Rotes Kreuz, wie so viele.

Willy: Also ich habe mich für den Zivildienst und quasi gegen das Bundesjahr,

Willy: aber eher für den Zivildienst entschieden.

Willy: Ich habe damals aber nicht einmal gewusst, dass es so etwas gibt wie Auslandszivildienst.

Anton: Oder Zivilersatzdienst auch.

Willy: Zivilersatzdienst.

Anton: Ganz offiziell.

Willy: Du hast es aber gewusst.

Anton: Ja.

Willy: Und deswegen, in dem Fall, weil du gefragt hast wegen der Zuhörerschaft,

Willy: ich glaube das, was wir jetzt gerade machen, ist sowieso so eine Spezialfolge

Willy: und vielleicht auch für Social Media, vielleicht ist für die jungen Leute interessant,

Willy: die noch keinen Zivildienst gemacht haben.

Willy: Immer noch überlegen, Zivildienst oder zum Bundesheer gehen.

Willy: Es gibt neben den klassischen Zivildiensttätigkeiten, ich war dann im Seniorenheim,

Willy: dann gibt es Rotes Kreuz und noch ganz viele andere, die in Österreich sind,

Willy: die Möglichkeit ins Ausland zu gehen.

Willy: Wie bist du auf das gekommen und wie funktioniert das?

Anton: Ich bin über das gekommen, eigentlich über das Internet und man muss schon sagen,

Anton: mein Papa hat mich darauf aufmerksam gemacht, okay, diese Möglichkeiten gibt

Anton: es, informiere dich doch.

Willy: Also der Papa hat gesagt, du bist nicht über das Internet, sondern der Papa

Willy: hat geschaut, das gibt es, schau ins Internet. So ist es. Okay,

Willy: also du hast wen gehabt, hast du gesagt.

Anton: Ganz ehrlich dazu sagen.

Willy: Ja, also danke an den Papa eigentlich, der ist Und du bist jetzt verantwortlich

Willy: dafür, dass du jetzt in Costa Rica... Wo bist du jetzt eigentlich?

Anton: In La Gamba. Also La Gamba, Punta Arenas, Costa Rica, auf der Tropenstation.

Willy: Der Tropenstation, in den Tropen, wie es der Name schon sagt.

Anton: Genau.

Willy: Forschungsstation.

Anton: Biologische Forschungsstation.

Anton: Und unter anderem auch für Wiederbewaldung hier in der Region zuständig.

Willy: Da bin ich gestern aufgegrenzt. Aufgegrenzt? Ja, da war ich joggen.

Anton: Boah. Das schaffen wir nicht einmal mit dem Auto.

Willy: Lieber, das sage ich nur deswegen, dass die Leute es jetzt so hören,

Willy: wie zack sich das Auto da aufgetut. Du bist stärker als dieses Auto quasi.

Willy: Mittag, bei der Mittag-Hit, bin ich da gestern.

Willy: Ich war nicht sonderlich schnell, aber ich bin gerannt.

Willy: Also die Bewegung kam den Laufen gleich, sagen wir mal so. Aber das geht nicht,

Willy: es geht ja um die, wir schweifen hier ab.

Anton: Wir schweifen ab. Genau.

Willy: So war das dann. Der Papa hat es gesagt. Der Papa hat es gesagt.

Willy: Und was muss man dann dafür tun, damit man das dann auch wirklich kriegt?

Anton: Genau, dann schaut man da mal ins Internet.

Willy: Ja, wo?

Anton: Und dann gibt es da unter www.auslandsdienst.at Und der Verein Österreichischer

Anton: Auslandsdienst, der bietet einem diese Möglichkeit,

Anton: dass man seinen Zivildienst im Ausland leistet. Da gibt es ca.

Anton: 150 bis 200 Stellen weltweit.

Anton: Und das Ganze ist unterteilt in Gedenkdienst.

Anton: Das heißt, das ist meistens eine Arbeit in Museen oder Memorial Center,

Anton: die sich spezialieren auf Holocaust,

Anton: auf jüdische Gemeinschaften im Ausland und wie man dieser Erinnerungskultur

Anton: quasi teilhaben kann. Also man ist da aktiv Teil von dem.

Anton: Das ist wahrscheinlich mitunter das bekannteste und das, für was der Verein

Anton: auch irgendwie in weiteren Kreisen bekannt ist, was natürlich auch für Österreich sehr relevant ist.

Anton: Und dann gibt es Sozialdienst.

Anton: Das hier wäre Sozialdienst. Das ist meistens Arbeit mit Kindern,

Anton: mit Menschen in, kann man schon auch sagen, ärmeren Ländern oder Ländern,

Anton: wo halt soziale Hilfe geleistet werden muss.

Anton: Und eben auch so Umweltprojekte, was halt eigentlich beides jetzt auf die Tropenstation zutrifft.

Anton: Und dann gibt es noch einen Friedensdienst. Das ist ein bisschen was Eigenes,

Anton: aber da ist man dann auch in Organisationen, meistens in größeren Organisationen

Anton: tätig und stiftet quasi wirklich Frieden. Das kann man auch so sagen.

Anton: Das ist auch eine ganz eigene und spannende Arbeit.

Willy: Welche Organisationen sind das, wo dieser Friedensstier stattfindet?

Willy: Ist das gerade publikiert oder erklärt das? Und was denke ich da?

Anton: Nein, weder noch. Das sind eigene Peace-Center. Ich glaube, ich kenne da eins

Anton: irgendwo so Südostasien.

Anton: Aber da bin ich ehrlich gesagt nicht sicher.

Willy: Du hast dich auch für etwas anderes entschieden? Oder hast du dich da entscheiden

Willy: können oder ist dir das zuteilt worden?

Anton: Das, also ich habe mich entscheiden können und das war sehr einfach.

Anton: Ich war auf dieser Website und es war schon mal klar, okay, ich habe auf jeden

Anton: Fall großes Interesse an der spanischen Sprache.

Anton: Das heißt, ich will in meinem Outlandsdienst auf jeden Fall Spanisch sprechen müssen.

Willy: Du hast ja schon in der Schule Spanisch gelernt, vier, fünf Jahre lang oder materiert sogar.

Anton: Oder? Vier Jahre und schriftlich und mündlich materiert.

Willy: Ist das was Args, oder wie? Weil du das so betonst.

Anton: Nein, aber ich finde, da muss man schon herausheben. Das Interesse war da.

Willy: Ja, so oft ist man im Fernsehen, muss man auch sagen, für spätere Bewerbungen. Kann man angeben.

Anton: Mathematik zum Beispiel kann ich nicht angeben.

Willy: Okay. Das sollst du vielleicht nicht erwähnen, vielleicht, wenn man das dann

Willy: als Bewerbung später nutzt, dann sagt ich, das war es gut. Also Spanisch war es gut.

Anton: Genau.

Willy: Du hast geschaut, wo geht Spanisch, du wolltest es anwenden.

Anton: Wo geht Spanisch?

Willy: Ja, und stellen dann da die Projekte auf der Seite und dann kann ich das anklicken

Willy: und mitbewerben? Oder wie läuft dieser Bewerbungsprozess?

Anton: Man kann alle diese Einsatzstellen einsehen.

Anton: Und die waren dann so, okay, Truppenstation der Gamba, klingt extrem cool. Finde ich auch.

Willy: Klingt echt nicht schlecht, oder?

Anton: Das ist auch. Wie ich machen. Und dann war es eigentlich schon klar.

Anton: Ich habe da nicht lange noch mal da.

Anton: Ich habe die Möglichkeiten, wie man dort arbeiten kann, gleich vor Anfang auch

Anton: cool gefunden. Ich wusste, wie ich machen.

Anton: Und dieser Bewerbungsbesetzprozess läuft dann so ab. Ich habe Meisterneuinteressenz,

Anton: so heißt es, für grundsätzlich den Verein.

Anton: Und dann geht es darum, dass man ein paar Kontakte knüpft, also ein bisschen

Anton: mit den wichtigsten Leuten in Verbindung tritt.

Anton: Das heißt, es sind Leute im Verein, dass man die Struktur kennenlernt,

Anton: Abläufe und dass man sich auch gleich mit Leuten an der Einsatzstelle in Kontakt

Anton: setzt, damit man gleich ein bisschen erfährt,

Anton: wie die Arbeit dort wirklich ausschaut. Weil du bist wirklich aktiv dann von der ersten Hand.

Anton: Es ist obligatorisch, dass du bei allen Projekten mitkommst.

Willy: Nicht nur speziell da, sondern das ist so lauft, dass du jährungsprozessab.

Anton: So belauft, dass du diesen Prozessab. Genau. Und dann nach diesem kurzen ersten

Anton: Engagement, das sind meistens

Anton: zwei, drei Wochen vielleicht, machen wir eine Aufnahmekonferenz.

Willy: Konferenz klingt wütend.

Anton: Es klingt sehr wütend, aber das ist im Endeffekt wirklich so ein kleines erstes

Anton: Vorstellungsgespräch, wo du beweisen musst,

Anton: du weißt, wie der Verein aufgebaut ist, du hast dich mit der Wichtigkeit in

Anton: Kontakt gesetzt und du hast die nötige Motivation für die Einsatzstelle.

Willy: Aber es ist alles online natürlich, oder?

Anton: Das ist alles online, das funktioniert über Zoom.

Willy: Nach Costa Rica geflogen für Bewerbungsstelle.

Anton: Auf keinen Fall, das Büro ist ja auch in Wien, das sowieso nicht.

Anton: Und dann ist man wirklich offiziell Bewerber bzw. Kandidat für das Erstelle.

Anton: Dann gilt es nur noch, dass du dich im Verein engagierst. Das heißt,

Anton: du wirst irgendeine kleine Arbeit übernehmen.

Anton: Es gibt ein Filmteam, es gibt ein Social Media Team, es gibt ein Sozialdienstreferat,

Anton: wo du dir wirklich für den Sozialdienst an sich einsetzt.

Willy: Also für den übergeordneten Verein auch noch eine Funktion übernimmst.

Anton: Genau.

Anton: Dann machst du das und im Endeffekt kommt es nur noch darauf an,

Anton: wie viele andere Leute auch an diese Stelle wollen. Bei der Tropenstation,

Anton: speziell ist es jetzt so, die Tropenstation ist sehr gefragt.

Anton: Das wollen jedes Jahr mindestens fünf Leute machen.

Anton: Die Frage ist dann, wer hat der meisten Motivation, bzw. wer ist am besten qualifiziert.

Anton: Jeder durchläuft diesen Prozess.

Anton: Und alle, die dann wirklich Kandidaten sind,

Anton: engagieren sich, bereiten sich vor. und entweder es bleiben dann sowieso nur

Anton: die zwei Leute, die das dann tatsächlich übernehmen

Anton: und übernehmen dann diesen Dienst oder es ist unklar und das muss noch extra geregelt werden.

Willy: Wer trifft die Entscheidung?

Anton: Bei einer Tropenstation ist es nicht so einfach.

Anton: Normalerweise geht das alles über den Verein. Das heißt,

Anton: in einer Situation, in der es drei oder vier Leute, die das unbedingt wollen,

Anton: gibt es dann eine eigene Konferenz, wo jeder sie präsentiert und wo dann evaluiert

Anton: wird, wer das bekommt. Also kann es kommen.

Anton: Meistens ist es aber nicht so, weil sie wollen, dass man sich das untereinander ausmacht.

Anton: Das heißt, dass man sagt, okay, sprecht euch untereinander ab.

Anton: Vielleicht kann man so auf eine friedliche Lösung kommen, auf eine einfache Lösung.

Willy: Friedliche Lösung?

Anton: Damit man sich jetzt nicht aktiv drum streiten muss. Ja, ist ja auch...

Willy: Wer hat sich nicht für den Ring geschickt.

Anton: Ist ja für alle.

Willy: Macht es euch aus.

Anton: Das Ende geht für jetzt.

Anton: Bei der Station ist es so, der Verein muss entzenden, aber koordiniert wird

Anton: das ja von Anton und Werner.

Anton: Wie alle, die das nicht wissen, Anton Weissnofer und Werner Huber,

Anton: die zwei Professoren an der Uni Wien und verantwortlich für die Truppenstation hier in La Gamba.

Anton: und grundsätzlich ist der Hauptverantwortliche für den Zivillienst der Werner.

Anton: Das heißt, es wird verlangt, dass man sich, nachdem man sich im Verein beworben

Anton: hat, mit dem Werner in Kontakt setzt, mit dem Werner sich einmal brieft und

Anton: sagt, hallo, ich bin der Anton, ich spreche schon Spanisch.

Willy: Also du sagst, ola, dann in dem Fall im besten.

Anton: Genau. Ich habe einen Führerschein, bin schon ein bisschen Auto gefahren in

Anton: Österreich Und ja, das ist jetzt nichts Kompliziertes.

Willy: Also, Autofahren muss man kennen, wie man sieht, die Straßen,

Willy: da sind alles andere befestigt.

Anton: Ja, vielleicht eine kurze Anekdote. Ich habe meinen Führerschein rechtzeitig

Anton: begonnen, aber war am Anfang, das war nicht ganz so einfach, für so,

Anton: speziell für Feinmotorik habe ich so ein Händchen und dann hat das braucht und

Anton: es ist darauf hinaus gelaufen dass immer führerschein prüfung drei wochen vor

Anton: entsendung gemacht hat das heißt nur an alternativ termin

Anton: offen gehabt das hätte kein führerschein kommt war blöd gewesen jetzt wäre es

Anton: ja blöd gewesen das heißt es hat passen jetzt habe ich nicht das hat dann auch

Anton: passt aber ich habe einfach nicht diese fahrpraxis gehabt die man vielleicht

Anton: haben sollte das hat jetzt gut so lang gepasst man sieht wir sind sicher in diesem Auto.

Willy: Schönen wir das? Noch. Das ist schön, man tut das so. Aber ja,

Willy: ich fühle mich relativ sicher.

Anton: Danke, das freue ich mich sehr.

Willy: Airbags haben wir ja auch.

Anton: So ist es.

Willy: Also, so ist das geil. Dann bist du ausgewählt worden, hast du dich durchgesetzt

Willy: oder waren bei euch eh zwei dann?

Anton: Es war nicht ganz klar. Es waren, also ich habe mich dann im Jänner mit meinem

Anton: damaligen Zivi-Kollegen, mit dem Werner, das hat gut gepasst.

Anton: Wir haben es sowieso angemessen präsentiert und das war allen recht.

Anton: Aber es hat schon immer auch noch andere Bewerber gegeben, wo es nicht ganz

Anton: klar war, wollen die jetzt die Stöhe, engagieren sie die wirklich?

Anton: Es hat eigentlich niemanden gegeben, der sich genauso engagiert hat,

Anton: wie wir zwei. Von dem her war es dann eh Also

Willy: Im Endeffekt habt ihr zwar mehr.

Anton: Oder weniger leichtes Spiel für uns, aber der Prozess war schon ein bisschen langwierig,

Willy: Kann ich schon sagen. Genau. Von der Idee, du machst das, also von dem Zeitpunkt,

Willy: wo du in den Computer geschaut hast, bis zur Zusage, wie lange hat das dauert?

Willy: Mit wie viel Zeit muss man rechnen, aus deiner Sicht, wenn das jetzt irgendein

Willy: anderer junger Mensch überlegt?

Anton: Für mich war es über ein Jahr. Sag's was ist. Also ich habe mich sehr früh beworben.

Anton: Schon im Jänner des Vorjahres war mein Erstkontakt.

Anton: Und fix gewusst habe ich es wirklich erst ein Jahr später.

Willy: Also man soll sich rechtzeitig darüber Gedanken machen, wenn man das machen will?

Anton: Rechtzeitig Gedanken machen, früh genug im Verein melden und engagieren,

Anton: dann auch irgendwann mit dem Werner in Kontakt treten, sich vorstellen.

Willy: Oder mit der Organisation, wenn man sich für etwas anderes entscheidet, wahrscheinlich.

Anton: Genau, natürlich.

Willy: Braucht man irgendwelche sonstigen speziellen Voraussetzungen,

Willy: wenn man das machen will?

Anton: Naja, es ist, man muss schon sagen, es ist natürlich unterschiedlich für alles.

Anton: Ich kann nicht für alle Einsatzstellen sprechen.

Willy: Sprachkenntnisse, wenn man zum Beispiel.

Anton: Noch Spanien will. Für viele Einsatzstellen genügen natürlich auch Englischkenntnisse.

Anton: Also, das kann man schon sagen für jeden Auslandsdienst,

Anton: schon ein gewisses Maß an Selbstständigkeit und ein bisschen diesen Mut,

Anton: dass man jetzt wirklich für eine längere Zeit ins Ausland geht und dort ganz was Neues macht.

Anton: Also weil ich glaube nicht, dass man das schon kennt, was da für uns zukommt

Anton: und da sollte man sich einfach ein bisschen vorbereiten.

Willy: Längere Zeit hast du jetzt gesagt, wie lange ist der Auslandszivildienst?

Anton: Der Auslandszivildienst ist grundsätzlich zehn Monate lang.

Anton: Normaler Zivildienst in Österreich wären ja neun Monate. Im Ausland sind zehn

Anton: Monate vorgesehen und wieder speziell an der Station sind es zwölf Monate.

Anton: Das macht Sinn, weil es der Station wichtig ist, dass es einen nahtlosen Übergang

Anton: gibt von Zivildiener zu Zivildiener, weil ihr jetzt in dem Jahr,

Anton: wo ich in der Station bin,

Anton: sicher aber Sachen vielleicht verbessern werdet oder kennenlernen werdet.

Anton: Und diese Sachen sollen nicht verloren gehen. Man soll ja nicht wieder bei Null

Anton: anfangen müssen, wenn man da so einen Zivildienst beginnt.

Willy: Das heißt, du überschneidest dich auch ein bisschen und du gibst dann einfach

Willy: das Ganze weiter, das ist die Idee.

Anton: Genau, es ist vorgesehen, dass immer im August wieder begonnen wird,

Anton: so wie ich es gemacht habe.

Anton: Und dass quasi die ersten zwei Wochen vom August ich den neuen Zivildiener oder

Anton: Zivildienerin, gibt es ja auch, Freiwillige werde ich es dann einführen.

Anton: Also zwei Wochen Einführung sind vorgesehen.

Willy: Die Frage, die sich auch jedem interessieren wird, gerade in jungen Jahren,

Willy: ist später natürlich auch, Was verdient man denn als Auslandszivillener?

Anton: Das ist wiederum unterschiedlich. Das kommt darauf an, in welches Land man geht.

Anton: Es gibt verschiedene Förderklassen, die habe ich natürlich nicht auswendig im Kopf, ist ja klar.

Anton: Da wird man auch informiert im Zuge der Vorbereitung. Natürlich,

Anton: wenn ich jetzt irgendwo Richtung Indien oder in Länder gehe,

Anton: wo höhere Wohnkosten sind, in New York zum Beispiel,

Anton: muss ich mir ja, wenn ich ja vielleicht keine Unterkunft gestellt bekommen,

Anton: muss ich Miete bezahlen, da kriege ich eine höhere Förderung pro Monat.

Anton: Vom Auslandsdienst direkt.

Anton: Geht natürlich über das Ministerium geregelt, aber...

Willy: Okay, das heißt, das ist ja auch abhängig vom Land, vom dortigen Lebenshaltungsplatz

Willy: und kann man dort nachschauen.

Willy: Welche Fragen würdest du sagen, sind jetzt noch offen, wo du sagst,

Willy: das war mir am Anfang so etwas Wichtiges sollten wir unbedingt noch wissen,

Willy: bevor man sich dafür entscheidet.

Willy: Welche Tipps würdest du den Leuten, die das jetzt gehört haben,

Willy: am besten noch mitgeben?

Anton: Ich glaube, es ist wichtig, sie zur Genüge zu informieren, was für Tätigkeiten

Anton: man dann auch ausübt, also auf was genau man sich einlässt. Das heißt,

Anton: ich werde viel kommunizieren und organisieren müssen. Dann muss man sich vielleicht

Anton: auf das einstellen, ich muss auf neue Leute zukommen, ich muss mich selber organisieren

Anton: können und das dann auch für andere Leute oder für Organisationen machen.

Anton: Vielleicht erfordert meine Einsatzstelle sehr viel körperliche Arbeit.

Anton: Dann muss ich mich darauf einstellen, dass ich jeden Tag viel körperliche Arbeit

Anton: leisten muss und dass mir das nicht so anstrengend wird.

Anton: Wie ist das Klima und die Lebenssituation in dem Land, wo ich hingehe?

Anton: Wenn ich jetzt nach Costa Rica gehe, es ist sehr feucht, es ist sehr heiß.

Anton: Auf das muss ich mich einstellen.

Willy: Es ist schwierig aber zu wissen, oder? Das ist im Vorfeld, weil man kriegt es

Willy: gesagt, aber es ist dann, wenn man da ist.

Anton: Das ist eben das...

Anton: Das ist die Idee hinter den MentorInnen. Ja, dass das möglichst gut eingestellt wird.

Anton: Die Leute, die aktuell im Ausland sind, vermitteln dann quasi diese Informationen,

Anton: diese Fragen können sie beantworten.

Anton: Natürlich funktioniert das dann immer perfekt. Also viele Sachen habe ich sicher

Anton: auch erst im Ausland gelernt.

Anton: Aber grundsätzlich ist das die Idee. Und natürlich ist es schwierig,

Anton: so viel wie möglich informieren.

Anton: Vielleicht versuchen wirklich, wenn man kann, mit Leuten aus dem Land schon in Kontakt zu treten.

Willy: Wenn man das machen will, kann man sich da auch an dich wenden?

Anton: Auf jeden Fall. Das passiert jetzt gerade in diesem Moment schon.

Willy: Leute, das müssen wir kurz ein bisschen konzentrieren, da sind ein paar Leute.

Anton: Genau, da ist viel los. Genau, alles passiert schon.

Anton: Leute im 2025er-Jahrgang, die Interesse haben,

Anton: haben Zivil-Dienst an der Station, die sich melden und ich erzähle, wie es gerade so ist.

Anton: Genau. Was banales hier in Kostrick gewesen ist, man isst sehr viel Reis.

Anton: Auf das kann man sich nicht wirklich einstellen, aber solche Sachen muss man nicht wissen.

Willy: Es wirkt jetzt vielleicht in dem so ein bisschen nebensächlich,

Willy: man isst so viel Reis. Aber ich habe es jetzt auch gemerkt, seitdem ich da bin,

Willy: es sind so viele kleine Details, die dann eigentlich den Unterschied machen,

Willy: ob du es dann ausrollst oder nicht.

Willy: Und vielleicht nicht gar die großen Sachen. Und für das gibt es einfach diese Übergabe-Phasen.

Willy: Wie lange hast du jetzt noch?

Anton: Ich bin jetzt, wenn es mich nicht täuscht, schon im sechsten Monat.

Anton: Das heißt, ich bin jetzt ziemlich genau bei der Halbzeit. Ich werde noch bis

Anton: Mitte, Ende August da bleiben und habe jetzt quasi noch die Hälfte von meinem Dienst vor mir.

Willy: Was hast du gelernt, was du ohne diesen Ausgangs-Sivil-Dienst jetzt definitiv

Willy: nicht mitgenommen hast?

Anton: Das ist eine gute Frage, um zu reflektieren.

Anton: Ich glaube auf jeden Fall ein gewisses Maß an Kommunikation und Organisation,

Anton: weil hier in der Station ja schon eine von meinen Hauptaufgaben ist,

Anton: Sachen zu organisieren und ganz viel mit den Leuten zu sprechen.

Anton: Das heißt, ein konkretes Beispiel bei dir, du hast ein Taxi braucht auf die

Anton: Finca zu einem Kakaobauern und dann muss ich quasi im Büro Bescheid geben,

Anton: hey, wir brauchen eine Taxiförmung, bitte organisiert das.

Anton: Ist nicht viel Aufwand, aber das muss ich am Schirm haben, oder?

Willy: Und das Bindemittel?

Anton: Ich bin Bindemittel und vor allem Übersetzer.

Anton: Das hilft der Station schon wirklich, dass jemand übersetzen kann.

Anton: das dann organisiert. Oder es ist an der Station grundsätzlich so,

Anton: wenn irgendwer was braucht, da kommt er zu mir und fragt, hey Anton,

Anton: kannst du mir das aufsperren? Hey Anton, wo kriege ich denn das?

Anton: Hey Anton, kannst du mir das kurz übersetzen?

Anton: Und dann, das sind auch Sachen, die kann man gar nicht so gut irgendwo niederschreiben,

Anton: weil es oft banale Sachen sind.

Anton: Hey Anton, im Büro brauchen die Wäscheliste, wo eintragen wird,

Anton: der und der hat an dem und dem Tag so und so viel Kilo zur Wäscherei gebracht.

Anton: Das ist jetzt nichts Besonderes, aber das sind so Sachen, die über den Tag anfallen

Anton: und das füllt dann schon auch den Arbeitstag.

Willy: Wirst du es wieder machen?

Anton: Das geht es.

Willy: Den Zivildienst?

Anton: Auf jeden Fall.

Willy: Gerade speziell Auslandszivildienst?

Anton: Speziell Auslandszivildienst, weil ich schon glaube, es ist so ziemlich die

Anton: beste Möglichkeit, wie man dieses Jahr, was man sowieso machen muss, nutzen kann.

Anton: Und man hat auf jeden Fall viele Freiheiten. Es ist das erste Mal,

Anton: dass man allein irgendwo wirklich wohnt und lebt.

Willy: Das ist das Meer da.

Anton: Das ist das Meer.

Willy: Wie bedeutet das jetzt? Was ist das Golf?

Anton: Golf von Dulce.

Willy: Der Golf von Dulce. Also ein kleiner Benefit, wenn man so einen Ausland so will.

Willy: Es kann sein, dass da auch ein Meer ist. Da ist so ein Strahlen und solche Sachen.

Willy: Aber das soll bitte nicht, also ich schaue jetzt ganz böse in die Kamera,

Willy: das soll bitte nicht der primäre Grund für eure Entscheidung für die Bewerbung sein.

Willy: Das sind halt auch angenehme Nebeneffekte, was man...

Anton: Auf jeden Fall. Das ist, also eine ganz neue Kultur, ein neues Leben,

Anton: neue Leute, das ist schon extrem spannend. Ja, sicher.

Anton: Und was ich auch jetzt öfters gefragt worden bin, von Leuten,

Anton: die sich interessieren,

Anton: wie das ist, wenn man Heimweh hat, wie das ist, wenn man gerade nicht so gut läuft.

Anton: Und das ist natürlich nicht so leicht zu beantworten, so ganz generell.

Anton: Aber ich finde, man muss wissen, was man selber für ein Typ ist.

Anton: Also wenn man sehr anfällig ist für Heimweh und für zu Hause vermissen,

Anton: okay, da müssen wir jetzt rein.

Willy: Also du bist ein ganzes Jahr weg, oder?

Anton: So ist es.

Willy: Ja.

Anton: So, jetzt müssen wir da kurz pausieren, nehm ich an. Okay, wie machen wir das?

Anton: Da können wir den Park einfach mal dort,

Willy: Wo du parken müsst.

Willy: Wir fahren jetzt zum Supermarkt. Eine deiner Tätigkeiten ist es auch einzukaufen,

Willy: Bestellungen aufzunehmen, zu parken.

Anton: Das wird immer besser, das ist auch etwas, was man lernt.

Willy: Ja, ich renne schon wieder. Das ist auch da, als würden wir fahren.

Willy: Das Wichtigste, lass zu, das müssen wir jetzt aushalten.

Willy: Weil sonst, ich kann aufmachen. Weil der Ding ist zu laut jetzt.

Willy: Also was wir jetzt noch klären müssen, bevor wir dann weitermachen,

Willy: oder bevor wir weiterfahren, ist das, was du gesagt hast, mit dem Ausland, mit dem Heimweh.

Willy: Wie geht man damit um? Es muss ein Bewusstsein, man fährt fort,

Willy: man kommt ein ganzes Jahr im Normalfall nicht heim.

Willy: In sein Zimmer, ins Bett zu den Eltern.

Anton: Ich glaube, es ist wichtig zu wissen, okay, bin ich jetzt super anfällig auf

Anton: ein Heimweh oder ist mir das eher egal?

Anton: Vielleicht hat man schon Erfahrung, vielleicht nicht.

Anton: Und ich meine, es ist circa so vielleicht einmal im Monat.

Willy: So 50-50.

Anton: Manchmal ist es mehr, manchmal ist es weniger. Aber ich weiß,

Anton: okay, jetzt ist es so, das ist nicht so schlimm und dann hat man das einmal kurz.

Anton: Also mich persönlich stört es dann nicht weiter oder länger.

Anton: Jetzt war es so, die Familie war zu Besuch, also im Urlaub, am Atom gefahren

Anton: durch Costa Rica und an der Station.

Willy: Extra für die so gelegt, wahrscheinlich den Urlaub, oder? Ja.

Willy: Trave Familie. Ja, total cool. Credits an die Family. Ja.

Anton: Und ja, natürlich war das blöd, wie die weg war.

Anton: Natürlich war das kurz traurig, so ein zwei Tage, unangenehm,

Anton: aber dann es wieder Wenn man voll anfällig ist, dann

Anton: Entweder man lernt, während dem Auslandsdienst damit umzugehen oder was ist schon vorher.

Anton: Dann telefoniert man vielleicht öfters oder vielleicht auch manchmal nicht so

Anton: oft. Das ist eben, dass es das nicht verstärkt.

Anton: Aber ich telefoniere normal auch circa einmal in der Woche, einmal in zwei Wochen noch daheim.

Anton: Wie geht's, was passiert gerade? Hey, ich mache gerade das. Hey,

Anton: das ist gerade voll blöd.

Anton: Das ist gerade voll cool. Einfach so ein bisschen austauschen und dann passt das.

Willy: Das soll ja ein Bewusstsein. Das heißt, man sollte wirklich unter starken Heimweh

Willy: leiden, dann sollte man sich das sehr, sehr gut überlegen.

Anton: Oder man legt seinen Auslandsdienst einfach ein bisschen näher an Österreich jetzt in dem Fall.

Willy: Wo man nach Hause kommen könnte.

Anton: Ein Freund von mir ist zum Beispiel in Italien, in Prato.

Willy: Es ist schwierig, ob es so eine Clique oder wie, so eine Auslandsdienst-Clique oder wie.

Anton: Ein bisschen schon.

Willy: Hat der Papa alle informiert oder?

Anton: Nein, die sind selber draufgekommen. Die sind selber draufgekommen.

Anton: Ja, meine Papa nicht braucht es.

Anton: Shoutout Jonas Weissenhofer.

Willy: Shoutout, man merkt heute die Jugend im Auto.

Anton: Okay, genau. Und dann kann man halt super easy von Prato nach Österreich aufgefahren,

Anton: wenn es ist für den Urlaub.

Willy: Okay, okay. Was haben wir jetzt noch vergessen? Was unbedingt noch raus muss,

Willy: bevor wir jetzt heimgehen und wir müssen uns dann als Kunde noch einholen.

Anton: Bevor wir das jetzt beenden. Sie gut informieren, sich gut vorbereiten,

Anton: viel mit den Leuten in Kontakt sein und dann wirklich die Zeit,

Anton: die man im Ausland verbringt, total genießen und nicht irgendwie in der Zukunft

Anton: leben, sondern Vollgas im Hier und Jetzt und dann das Beste draus machen.

Willy: Jo, weise Worte zum Schluss. Ja, ja. Ja, ja, ja.

Willy: Also, Daumen hoch, Daumen runter für Auslandsbildungs. Eindeutiges Daumen hoch,

Willy: oder? Cool, danke. Servus.

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