Folge Nr: 280
Bauernprotest erklärt – Ernst Tschida
Was hinter den Forderungen der Landwirte vom 1. April wirklich steckt
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Über die Folge:
Ernst ist Biobauer aus Pamhagen im Seewinkel, bewirtschaftet Flächen in Österreich und Ungarn und ist gleichzeitig ÖVP-Gemeinderat, Kammerrat und Obmann des Vereins Bündnis Zukunft Landwirtschaft. Er ist also Teil des Systems und Teil des Widerstands dagegen. Und ja, das muss kein Widerspruch sein.
Ich wollte dieses Gespräch eigentlich knackig halten, so ein Stunderl war der Plan. In dieser Hinsicht habe ich völlig versagt. Aber die Materie ist so vielschichtig, dass sich jede Minute gelohnt hat. Wir reden darüber, warum die Herkunftskennzeichnung allein nicht reicht, wie ein Weizenpreis in Chicago oder Paris das Einkommen eines burgenländischen Bauern bestimmt, warum Photovoltaik-Anlagen und Blühwiesen inzwischen lukrativer sind als Getreideanbau und wieso die Inflation der letzten Jahre bei den Ausgleichszahlungen einfach nie angekommen ist.
Ernst nimmt uns auch mit nach Brüssel, wo er Tränengas in die Nase bekommen hat, nach Parndorf, wo die erste Demo mit 100 Traktoren startete, und auf die Wiener Ringstraße, wo am 1. April mehr als 200 Traktoren rollten. Es geht um die Frage, ob Landwirtschaft noch Teil der freien Marktwirtschaft sein kann oder ob wir sie ganz anders denken müssen. Eine einfache Antwort darauf gibt es nicht, aber nach diesem Gespräch versteht man besser, warum.
Viel Freude beim Reinhören!
00:00:00 Los gehts
Willys Einleitung zu Ernst Tschida und den Bauernprotesten vom 1. April
00:06:03 Wer ist Ernst Tschida?
Biobauer im Seewinkel, Betrieb in Österreich und Ungarn, Praktikum in Kanada
00:12:32 Bio aus Überzeugung
Warum der Betrieb seit 2000 biologisch arbeitet und wo die Grenzen liegen
00:21:24 Funktionär und Rebell
ÖVP-Gemeinderat organisiert überparteiliche Demo — ein Widerspruch?
00:31:09 Der Weg zur Demo
Von Brüssel mit Tränengas über Parndorf nach Wien mit 200 Traktoren
00:49:13 Vereinnahmung und Message
Wie eine überparteiliche Demo in Wien funktioniert — und was nicht klappt
01:00:24 Forderung 1: Herkunftskennzeichnung
Warum man wissen soll, was im Schnitzel und in der Wurst steckt
01:12:53 Das Puten-Paradoxon
Höhere Standards, weniger Wettbewerbsfähigkeit — das Dilemma am Beispiel
01:26:33 Forderung 3: Perspektiven und Inflation
Warum Ausgleichszahlungen nie an die Inflation angepasst wurden
01:46:39 Inputkosten und Weltmarkt
Pacht, Saatgut, Dünger, Diesel — wo das Geld hingeht und woher es kommt
02:06:03 Wie der Weizenpreis entsteht
Chicago, Paris, Rotterdam — und Russlands neue Rolle am Getreidemarkt
02:17:20 Photovoltaik vs. Acker
Wenn Blühwiesen und Solarpanele mehr bringen als Weizenanbau
02:42:04 Wer soll es richten?
Tourismusabgabe, Ernährungssouveränität und die ökosoziale Marktwirtschaft
Kurz-Bio Gast:
Ernst Tschida ist Biobauer aus Pamhagen im Seewinkel (Burgenland) und bewirtschaftet Ackerbau- und Holunderflächen in Österreich sowie einen Ackerbaubetrieb in Ungarn. Er ist ÖVP-Gemeinderat, Landwirtschaftskammer-Kammerrat und Obmann des Vereins Bündnis Zukunft Landwirtschaft, der am 1. April 2026 die Bauerndemonstration in Wien organisiert hat.
INFOS ZUR FOLGE
Ernst Tschida auf Instagram
www.instagram.com/ernsttschida
Ernst Tschida auf Facebook
www.facebook.com/p/Ernst-Tschida-100064252053811
Ernst Tschida auf LinkedIn
www.linkedin.com/in/ernst-tschida-0a78213b8
ORF-Bericht zur Bauerndemonstration (01.04.2026)
https://wien.orf.at/stories/3348333
Copa-Cogeca Website (EU-Bauernlobby)
www.copa-cogeca.eu
Folge - Die Ökosoziale Marktwirtschaft mit Josef Riegler
www.bauertothepeople.at/podcast/222
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„Leit hoits zamm“ – Haindling
thx an Jürgen Buchner
„Power to the People“ – Junior Kelly
thx and Michael Lechleitner @ Irievibrations Records
… und ein bisserl selbst gesungen
thx to me, my voice und eure Schmerzschwelle
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Transcript - Bauernprotest erklärt – Ernst Tschida
Ernst: Bei der EU-Pute ist vier Tiere, Österreich ist nur zwei Tiere, Bio ist nur ein Tier.
Ernst: Und dann sollen die österreichischen Puten-Züchter mithalten können mit ungarischem
Ernst: Putenfleisch, die das Doppelte in den Stall halten dürfen.
Ernst: Habe ich gesehen auch in der Verpackung, also immer alles so toll angeschrieben,
Ernst: in Herkunft zum Beispiel das eine Filet Ungarn, geschlachtet in Österreich,
Ernst: zugeschnitten oder filetiert in Holland. und landet in Österreich im Supermarkt.
Ernst: Die haben jetzt eine Blühwiese angepflanzt, weil sie sagen, da kriegen sie mehr,
Ernst: als wenn sie das um 600 Euro in den Bauern verpostet haben.
Ernst: Dann habe ich jedem Bauern gesagt und jeder, der da an der Demo war,
Ernst: bitte nehmt die Zettel mit, also die Zettel haben wir gehabt,
Ernst: schreibt auf die Zettel eurer Botschaft zum Ministerium, wo ihr gesagt habt,
Ernst: und pickt sie an den Baum.
Willy: Leute, halt's zusammen, sonst dauert's nicht mehr recht lang.
Willy: Auf einmal tut's einen gescheiten Schreiber und dann kraucht alles zusammen.
Willy: Grüß euch. Der Ernst Tschida, das ist der führende Kopf oder einer der führenden
Willy: Köpfe hinter den Bauernprotesten von 1. April 2026 in Wien.
Willy: Und diese Folge, das ist ein Versuch, besser zu verstehen, wofür und auch wogegen
Willy: die heimischen Bäuerinnen und Bauern da eigentlich demonstriert haben.
Willy: Und auch, um besser zu verstehen, wo und auch wie aus ihrer Sicht der Schuh drückt.
Willy: Und als Biobauer-Kammerat, ÖVP-Gemeinderat, Bauernbund-Funktionär und Obmann
Willy: des Vereins Bündnis Zukunft Landwirtschaft,
Willy: da ist der Ernst sowohl Teil des Systems als auch Teil des Widerstands gegen selbiges.
Willy: Und ja, das muss nicht notwendigerweise ein Widerspruch sein.
Willy: Auf jeden Fall ist der Ernst ein idealer Gesprächspartner, um dieses sehr komplexe
Willy: Thema ein bisschen zu dechiffrieren.
Willy: Wie gut uns das Ganze gelungen ist, das müsst ihr natürlich beurteilen.
Willy: Schreibt eure Gedanken dazu, Kritik und vor allem auch offene Fragen gerne in die Kommentare.
Willy: Und ja, ich wollte dieses Gespräch diesmal knackig anlegen, so ein Verstunderl
Willy: ungefähr haben wir vorgenommen.
Willy: In dieser Hinsicht muss ich sagen, habe ich völlig versagt.
Willy: Aber das ist auch das Schöne beim Podcast, nach uns kommt weder die Zeit im
Willy: Bild, die Tagesschau oder der Tatwort. Und es hat auch keiner gesagt,
Willy: dass man sich eine 3-Stunden-Folge in einem Wusch reinziehen muss.
Willy: Das geht zum Beispiel in drei leckeren Happen zu einer Stunde oder als Snacks für Zwischentur.
Willy: In diesem Sinne, guten Appetit und ich hoffe vor allem, dass wir mit diesem
Willy: Gespräch einen konstruktiven Beitrag zu einem besseren Verständnis und für ein
Willy: besseres Verstehen geleistet haben.
Willy: Viel Spaß beim Reinhören und drüben bei YouTube auch beim Reinschauen.
Willy: Ernst, bist du bereit?
Ernst: Ich bin bereit, ja. Das ist super. Normalerweise bin ich nicht so vorbereitet, aber...
Willy: Wirklich nicht? Nein, nein. Du darfst das sagen? Du sollst immer gut vorbereitet sein.
Willy: Aber ich nehme das als Kompliment, dass du dich auf diese Folge gut vorbereitet hast.
Ernst: Ich freue mich sehr für die Einladung.
Willy: Danke. Neue Folge, neues Glück habe ich mir aufgeschrieben, nämlich mir gegenüber
Willy: sitzt wieder mal ein Bauer.
Willy: Und ihm gegenüber sitzt wieder mal der People, Bauer to the People.
Willy: Und ich möchte heute wieder mal was besser verstehen. Und vielleicht zum Kontext,
Willy: wie wir zueinander gekommen sind.
Willy: Du bist der Mitorganisator der Demonstrationen, der Bauerndemonstrationen vom 1. April.
Willy: Und du hast mich damals eingeladen, ob ich nicht eine Rede auch halten möchte.
Willy: Und ich habe das damals halt abgelehnt, weil ich gesagt habe,
Willy: du, das ist nicht meine Bühne, meine Bühne ist hier.
Willy: Habe aber sehr, sehr viel darüber nachgedacht, über die Forderungen,
Willy: die ihr aufgestellt habt. und bin eigentlich zu dem Schluss gekommen,
Willy: ja, machen wir doch einmal Erfolge darüber, was sind denn jetzt eigentlich die
Willy: Forderungen der Bauern?
Willy: Dort werden sie wieder kolportiert, da wird wieder darüber geredet,
Willy: es gibt eine eigene Demonstration, aber Demonstration ist halt meistens ein
Willy: bisschen Stress und da werden Brandreden gehalten.
Willy: Und ich habe mir gedacht, nehmen wir uns doch einfach einmal die Zeit,
Willy: ich lade einen Bauern, in dem Fall dich, Ernst Gita, ein und reden wir einfach
Willy: einmal in einem entspannten Raum darüber, was denn jetzt genau diese Forderungen sind.
Willy: Und deswegen habe ich dich eingeladen und ich freue mich, dass wenigstens du
Willy: meiner Einleitung nachgekommen bist.
Willy: Und erste Frage, ich habe natürlich auch ein bisschen recherchiert und bin auf
Willy: deinem Facebook-Account gelandet.
Willy: Und dort steht, du bist Politiker. Warum steht da nicht Bauer?
Ernst: Es steht auch, dass ich Bauer bin. Also ich bin politisch engagiert und Bauer.
Ernst: Und mein Ziel ist eigentlich hauptsächlich, dass ich meine Anliegen auch als
Ernst: Bauer praktisch erreiche und deswegen bin ich politisch auch aktiv.
Willy: Okay, da werden wir noch drauf kommen.
Ernst: Ich möchte nochmal Danke sagen für die Einladung bei dir. Wir kennen uns schon
Ernst: ein bisschen länger sogar.
Willy: Wir haben schon telefoniert, nicht?
Ernst: Ja, vor zwei Jahren schon mal. Weil ich dir damals gesagt habe,
Ernst: ich würde gerne vielleicht auch ein Statement abgeben, wie es momentan ist in der Landwirtschaft.
Ernst: Da haben wir sehr lange telefoniert. Da haben wir so ein Gespräch einmal.
Ernst: Ist dann nicht zustande gekommen gleich. Ich habe ja in der Zwischenzeit halt eine Demo abgehalten.
Willy: Du hast halt gedacht, ich wollte ja nicht mit mir reden, dann mache ich halt
Willy: eine Demo. Genau. Entschuldigung, ich bin schuld. Cool, ja, danke.
Ernst: Ja, und jetzt sind wir da, ja. Nein, gefällt mir sehr.
Willy: Jetzt sind wir da, ja. Und damit man ein bisschen versteht, wir gehen dann nachher
Willy: natürlich ein auf die Forderungen der Demo.
Willy: Das Thema ist riesig. Also es gibt einen eigenen Podcast dazu,
Willy: Bauer to the People, der das Thema Landwirtschaft versucht einzufangen.
Willy: Das Ziel für heute ist es einfach, die aktuellen Forderungen aus der Fahner-Demo
Willy: ein bisschen besser zu verstehen und vor allem für Menschen,
Willy: die sich jetzt nicht täglich mit Landwirtschaft beschäftigen,
Willy: ein bisschen zu übersetzen und zu sagen, worum geht es da, was sind die konkreten
Willy: Forderungen, das einfach ein bisschen besser einzuordnen.
Willy: Damit man das aber verstehen kann, muss man wissen, wer du bist,
Willy: damit man das auch ein bisschen einordnen kann.
Willy: Deswegen ganz am Anfang, wer bist du und was machst du alles?
Ernst: Also mein Name ist Ernst Stieder, ich bin Landwirt aus dem Seewinkel,
Ernst: Burgenland, am östlichsten Rand von Österreich praktisch.
Willy: Fast schon Ungarn, oder?
Ernst: Ja, Blick sogar nach Ungarn. Ich bin das letzte Haus Richtung Ungarn,
Ernst: ein Kilometer bis zur Staatsgrenze.
Willy: Okay, das ist wirklich weit.
Ernst: Und ihr wisst auch, dass das Burgenland 1921 zu Österreich gekommen ist und
Ernst: da haben sie praktisch die Grenzen auch verschoben und das war auch so in unserem Ort.
Ernst: Die Grenze wurde dann gezogen mit dem Einserkanal, der was zur Entwässerung
Ernst: vom Neusiedlersee dient.
Ernst: Der Einserkanal. Also zur Steuerung, ja genau. Also der liegt direkt vor meinem Haus.
Ernst: Und dieser Einserkanal ist dann praktisch die neue Staatsgrenze geworden.
Ernst: Und früher war die Grenze von unserer Ortschaft ein bisschen weiter drinnen sogar.
Ernst: Und so ist es eigentlich dann gekommen, dass mein Großvater dann schon in Ungarn
Ernst: auch schon Flächen bewirtschaftet hat, von 1921 bis 1956 bis zur Revolution in Ungarn.
Ernst: Die haben wir dann verloren, diese Fläche, weil die Russen praktisch die Ungarn
Ernst: praktisch annektiert haben.
Ernst: Die wurde sehr sehr halt praktisch. Und die hat mein Vater aber 1989,
Ernst: 90 wieder zurückbekommen, die Fläche.
Ernst: Weil meine Oma praktisch noch im Grundbuch drin gestanden ist in Schopron, in Ödenburg.
Ernst: Und so war der Start auch in Ungarn. Und so sind wir eigentlich Landwirtschaftsland
Ernst: Betrieb, der ist in Österreich und in Ungarn.
Willy: Die beste österreichisch-ungarische Tradition macht die Landwirtschaft.
Willy: Welche Form der Landwirtschaft macht sie da?
Ernst: Wir machen zurzeit in Bamhagen habe ich einen Obstbaubetrieb,
Ernst: kann man sagen, mit Holunder.
Ernst: Holunderbeeren, Holunderblüten und auch Ackerbau. Und in Ungarn einen reinen Ackerbau zurzeit.
Ernst: Alles biologisch seit dem Jahr 2000, also 25 Jahren.
Ernst: Und ich bin Betriebsführer seit 2003, also praktisch schon seit 23 Jahren tätig
Ernst: in der Landwirtschaft, im Vollerwerb.
Ernst: Habe 2005 meine Schule erst abgeschlossen dann, also in Wieselburg.
Ernst: Hotel und zwei Jahre vorher schon einen Betrieb übernommen von der Mutter eigentlich,
Ernst: weil die in Pension gegangen ist.
Ernst: Und habe dazwischen noch ein Praktikum gemacht, auch in Kanada.
Ernst: Das ist recht kurz ausgefallen, aber einen sehr großen Betrieb und da habe ich
Ernst: das auch gesehen, wie es funktionieren kann, also im industriellen Maßstab kann man so sagen praktisch.
Ernst: Der hat 1300 Hektar alleine bewirtschaftet damals. Allein.
Ernst: Er hat aber zusätzlich noch zwei Praktikanten gehabt über das Jahr,
Ernst: der eine Praktikant von April bis Oktober und der zweite Praktikant war ich von Juli bis Oktober.
Ernst: Ich bin da rübergekommen und meine Arbeit war praktisch das Schwadmähen,
Ernst: weil die dann praktisch das Getreide vorher Schwadmähen, bevor sie es dreschen.
Ernst: Das heißt, man mäht das ab wie die Wiesen, lasst es liegen auf der Schwad und
Ernst: dann trischt man die Schwad trocken in der Sonne, also die Sonnenenergie.
Ernst: Und die zweite Arbeit war gewesen, das Gruppern mit einem Riesentrakter,
Ernst: mit drei Reifen nebeneinander und 13 Meter Grupper, was bei uns ja unvorstellbar ist.
Willy: Was ist Gruppern? Erklär es gut.
Ernst: Die Bodenbearbeitung nach dem Ernten. Also die Stoppeln, was da überbleiben,
Ernst: diese 10 cm Stoppeln, werden praktisch umgearbeitet, eingearbeitet und dann
Ernst: praktisch für die neue Saat, das Saatbeet vorbereitet, das Feld.
Willy: Okay, das hättest du machen sollen, aber das klingt bei dir so, ich bin dann mal weg.
Ernst: Genau, also ich war dann drüben und wir haben die Maschinen fertig gemacht für
Ernst: die Ernte und dann wie das Schwadmähn losgegangen ist, hat es kurz vorher ziemlich
Ernst: viel zum Regnen begonnen.
Ernst: In die Ernte rein praktisch. Und jetzt ist das Getreide und das ist nicht gut.
Ernst: Nein, ist das ganze Getreide praktisch stark vom Fusarium belastet worden. Also Pilze praktisch.
Ernst: Und so hat sich der Betriebsführer dazu entschieden, dass er gesagt hat,
Ernst: nein, wir müssen schauen, dass wir die Ernte schnell einbringen.
Ernst: Und hat das ganze Getreide praktisch am Stamm totgespritzt.
Ernst: Das heißt, mit Glyphosat wird praktisch die Ernte zur Reife gebracht.
Ernst: Also statt, dass wir es jetzt auf die Erde legen und durch Sonnenenergie trocknen,
Ernst: wird es praktisch durch den Tod,
Ernst: Totspritzung, das Getreide getrocknet am Stamm.
Willy: Und es trocknet dann auch schneller oder reift schneller ab?
Ernst: Genau, es reift dann schnell ab und am Stamm in der Luft trocknet die Erde auch
Ernst: schneller natürlich, als wie am Boden im Haufen.
Ernst: Und somit ist die Arbeit einmal weggefahren gewesen mit dem Schwadmähen.
Ernst: Ich habe damals die Pflanzenschutzspritze angefüllt. Damals war ich schon Bio.
Ernst: Und das war halt schon...
Willy: Du warst ja nicht da. Du warst eben was.
Ernst: Ja genau. Ich habe mir ein bisschen eine andere Perspektive geholt.
Ernst: Und damals habe ich schon gesehen, wie das funktioniert.
Ernst: Das ist für uns nach wie vor teilweise sehr unvorstellbare Dimension.
Ernst: Hoch konzentriert mit einer dänischen Spezialspritze, wo man praktisch sehr
Ernst: hoch konzentriert das Glyphosat reinbringt und dann ausbringt auf die Erde.
Ernst: Mit zwei Liter pro Hektar oder eineinhalb Liter pro Hektar.
Willy: Das ist nicht viel.
Ernst: Und habe ich in 2000 Liter Wasser gemischt und das auf 100 Hektar ausgebracht.
Ernst: Also man hat 260 Liter Brühe drin gehabt, also reines Konzentrat plus 2000 Liter,
Ernst: das ist sehr hoch konzentriert und die Technik kann das,
Ernst: Und das ist aber bei uns nicht Stand der Technik, also bei uns wird das nicht
Ernst: so verwendet, in der Form so hochkonzentriert.
Ernst: Das hat mir aber schon damals zum Denken gegeben. Und man dachte,
Ernst: okay, es ist möglich, wollen wir das?
Ernst: Und die zweite Arbeit war eigentlich das Gruppen. Und das Gruppen ist dann auch
Ernst: weggefallen, weil der Chef auch gesagt hat, praktisch, naja,
Ernst: das Stroh ist ja auch verpilzt,
Ernst: und das Grubbern, dann bleibt der Pilz im Boden und zündet mir die Felder besser an.
Ernst: Dann sind die Felder angezündet worden und somit ist das Grubbern auch weggefallen
Ernst: und somit war ich arbeitslos nach einem Monat.
Ernst: Hat er gesagt, tut mir leid, ich schicke dich wieder heim, weil ich habe keine
Ernst: Arbeit für dich auf 1300 Hektar Betrieb.
Willy: Ja, ob du trotzdem ein paar Erfahrungen mitgenommen hast.
Ernst: Ja, sicher, genau.
Willy: Also Bio als Überzeugung, es gibt ja, Bio war ja auch mal, ist irgendwann dann
Willy: auch ein finanzieller Anreiz waren.
Willy: Am Anfang waren es alles Überzeugung. Das waren die Idealisten,
Willy: die Punks damals früher.
Willy: Seid ihr, aus welchen Überlegungen heraus, seid ihr Bio-Wahn?
Ernst: Also damals war einer der Gründe unter anderem, wir kommen aus dem Obstbau-Bereich.
Ernst: Mein Bruder hat auch Obstbau gelernt. Der macht auch die Landwirtschaft nach
Ernst: wie vor zu Hause. Der ist im Weinbau tätig.
Willy: Heideboden, glaube ich. Den Namen kennt man irgendwie.
Ernst: Und der Heideboden ist bei uns auch und der Vasen. Und das sind die typischen
Ernst: Gebietsbezeichnungen.
Willy: Ja, da liegt es nicht schlecht.
Ernst: Und wie gesagt, meine Familie kommt eigentlich aus dem Weinbaubereich,
Ernst: der Ackerbau hat sich dann erst entwickelt, den was ich leite.
Ernst: Und der Ruder macht jetzt den Weinbau, der Obstbau hat sich leider aufgehört, den Apfellahnbau.
Ernst: Das war einer der Gründe, warum wir damals auf Bio umgestellt haben,
Ernst: weil wir sind im Trockengebiet bei uns im Burgenland.
Ernst: Trockengebiet hat Vorteile und Nachteile. Vorteil, du hast weniger Krankheitsdruck,
Ernst: also weniger Pilze, weniger...
Ernst: Naja, Insektizide schon, du hast schon Schädlinge auch sehr viel im Trockengebiet,
Ernst: die werden durch den Klimawandel mehr, muss man ehrlich sagen,
Ernst: durch das wärmere Klima.
Ernst: Aber die Pilze sind wesentlich weniger und das ist im Obstbaubereich eigentlich ein riesiger Vorteil.
Ernst: Das einzige Problem ist aber trotzdem die Niederschläge, die uns fehlen und
Ernst: dadurch haben wir auch nicht diese Erträge.
Willy: Licht und Schatten, ne?
Ernst: Genau. Was machst du daraus?
Ernst: Also wir haben dann im Obstbau, hat sich 1999 herausgestellt,
Ernst: die Produktion immer mehr, immer größer, immer schönere Äpfel.
Ernst: Die Sortierungen haben sich damals in der Steiermark extrem geändert.
Ernst: Die Äpfel sind sortiert worden mit Lasertechnik im Förderband praktisch und
Ernst: somit hat der Apfel makellos sein müssen. Der Computer kennt jeden Fehler am Laufband.
Ernst: Und das war beim Bio nicht ganz so.
Ernst: Und der Kunde im Bio-Geschäft war früher im Reformladen zu Hause und hat dort
Ernst: einen Bio-Apfel gekauft.
Ernst: Er hat gesagt, okay, der hat aber einen Schauffleck, der hat einen kleinen Makel, das nehme ich hin.
Ernst: Aber dadurch erkennt ich, dass er Bio-Apfel ist.
Ernst: Heute ist der Bio-Apfel im Supermarkt, kostet 20 Cent mehr als der konventionelle.
Ernst: Und der Kunde sagt, unter perfekter Beleuchtung, muss man sagen,
Ernst: im Supermarkt, der Kunde sagt, okay, der Bio-Apfel kostet 20 Cent mehr,
Ernst: dann muss er mindestens genauso makellos sein wie der konventionelle.
Ernst: in der Nebenebene. Und da haben wir jetzt das Problem.
Willy: Wir kommen quasi schon über deine Biografie ins Thema schon wieder ein bisschen rein.
Ernst: Was im Jahr 2000 praktisch noch funktioniert hat mit Bio-Apfelanbau im Seewinkel,
Ernst: weil erstens, wir haben nicht die Erträge, also wir haben circa nur ein Viertel,
Ernst: ein Drittel von der Erträge oder halbe Erträge wie in der Steiermark.
Ernst: Also wenn es man jetzt nicht künstlich bewässert, haben wir sowieso, aber nicht so sehr.
Ernst: Du kannst es nicht einmal so viel künstlich bewässern, dass du die Erträge wie
Ernst: in Südtirol oder in der Steiermark erzeugen kannst. Aber du hättest den Wettbewerbsvorteil,
Ernst: dass du weniger Pilzdruck hast.
Ernst: Das hat Anfang 2000er funktioniert, hat sich aber über die Jahre geändert,
Ernst: weil der Bio-Apfel im Supermarkt ist.
Ernst: Und somit hast du nicht mehr 80% oder 90% ausgebeutete schöne Äpfel,
Ernst: die du erntest vom Stamm, sondern plötzlich nur mehr 50% nach dem Fließband,
Ernst: nach der Kontrolle über den Laser.
Ernst: Und so mit sagst du, das spricht sich nicht mehr dafür, das geht sich einfach nicht mehr aus.
Ernst: Auch wenn du zuerst der Bio-Apfelbauer kriegt von dir 2,90 Euro,
Ernst: was er glaube ich momentan kostet im Geschäft, 1 Euro oder 1,20 Euro,
Ernst: geht sich das einfach momentan nicht aus.
Ernst: Und vor allem, also wenn du 50% Ausbeute hast und dann noch zusätzlich die hohen
Ernst: Erntekosten momentan, also Personalkosten, das ist auch ein der Hauptprobleme,
Ernst: was wir da momentan haben in der Landwirtschaft, also speziell im Gemüse- und im Obstbaubereich.
Ernst: die Inflation der letzten drei Jahre hauptsächlich.
Willy: Jetzt kommt er schon wieder. Bring it on, bring it on.
Ernst: Diese Kostensteigerungen im Personalbereich ist für Gemüse- und Obstbauproduktion
Ernst: in Österreich eine Katastrophe.
Willy: Da streckt man sich dann quasi mit dem, was man anbaut, einfach ein bisschen
Willy: nach der Decken, was geht, wo sind neue Erträge drinnen, wo kann ich entsprechend
Willy: wirtschaftlich noch arbeiten, oder? Wie groß ist denn eigentlich der Betrieb?
Willy: Kann man das irgendwo einordnen?
Ernst: Ja, lasst sich natürlich in Hektar und in Zahlen einordnen.
Willy: Ja, komm jetzt auf die Hektar.
Ernst: Also in Summe haben wir, in Österreich bewirtschafte ich momentan 37, 38 Hektar.
Ernst: Bin somit eigentlich ein Kleinbetrieb, sagt man bei uns.
Willy: Du bist der Kleiner,
Ernst: Ja. Ja, genau. Und in Ungarn bin ich genauso ein Kleinbetrieb, sage ich immer.
Willy: Knapp unterm Schnitt wie in Österreich, ja, in Ungarn auch.
Ernst: In Ungarn bewirtschaften wir 550 Hektar. Und somit, also knapp sind wir bei 600 Hektar in Summe.
Ernst: und in Ungarn bist du mit der Größe eigentlich auch Klarbetrieb,
Ernst: weil einfach die Strukturen eher Richtung 1000 bis 3000, 3000 gehen.
Willy: Es ist einfach topografisch, einfach eine andere Logik, es gibt nicht die Alpen
Willy: dort so wie bei uns und so, wo es den Schnitt ein bisschen abereißen von den Flächen.
Willy: Wie ist es eigentlich, weil ein Punkt von eurer Forderung ist Bürokratieabbau,
Willy: da kommt man dann eh explizit drauf, aber wie ist es, wenn man in zwei unterschiedliche Länder
Willy: wirtschaftet, du musst ja zwei Systeme, jetzt ist das heimische System schon
Willy: kompliziert, also für mich zumindest, für Außenstehende.
Willy: Jetzt hast du das Ungarische auch noch. Wie geht's dir denn?
Ernst: Grundsätzlich haben wir eine gemeinsame Agrarpolitik in Europa und ich bin auch
Ernst: ein großer Befürworter von der gemeinsamen Agrarpolitik.
Ernst: Natürlich hat das in den letzten 20 Jahren einen riesen Wandel,
Ernst: Und damals auch eine große Kritik, was ich verstehe damals.
Ernst: Im Jahr, wann sind die Ungarn dazukommen? 2003, 2004?
Ernst: Ich habe den grünen Bericht von 2003 auch da.
Willy: Natürlich, du hast alle Berichte gehört.
Ernst: Es hat damals natürlich eine große Kritik, die Osterweiterung.
Ernst: Das ist für mich verständlich gewesen für viele Betriebe.
Ernst: Jetzt stehen wir davor wieder eine Osterweiterung Richtung Ukraine.
Ernst: Und das ist halt schon einmal eine andere Hausnummer, ein anderes Agrarland.
Willy: Ja, da bist du dann mit den 500 von Ungarn bis dort wieder im Kleinstrukturierten.
Ernst: Also diesen Strukturwandel, was wir in Österreich oder die Landwirtschaft in
Ernst: den letzten Jahrzehnten mitmachen, ich glaube, das hat keine andere Branche.
Ernst: Also ja, schon, aber...
Willy: Speziell in Österreich oder meinst du Landwirtschaft in Europa?
Ernst: Weltweit. Also speziell bei uns, das
Ernst: hat halt den Grund auch mit dieser Marktkonzentration, was wir da haben.
Ernst: Also was in Österreich oder in Deutschland...
Willy: Was heißt Marktkonzentration?
Ernst: Marktkonzentration der einzelnen Lebensmittel-Einzelhandelskette.
Ernst: Also das sind in Österreich vier, kann man sagen.
Ernst: Und 90 Prozent aller Lebensmittel werden über diese Vier da gehandelt momentan.
Willy: Also ein Oligopol quasi, wie es auf volkswirtschaftlichen Astro.
Ernst: Ja, richtig. Wenn man da jetzt weltweit schaut, gibt es halt schon noch ich
Ernst: weiß nicht, du warst in Südamerika auch, diese Podcast, die ich da gehört habe,
Ernst: sehr spannend zugehört habe.
Ernst: Da sind eben schon noch Strukturen, wo man direkt beim Bauern mehr kauft,
Ernst: also beim Supermarkt, so um die Ecke.
Ernst: Also gibt es auch nicht so viele Supermärkte in jedem Dorf.
Willy: Ja, es sind einfach kaum nicht andere Strukturen. Das ist einfach Äpfel-Pirne.
Ernst: Genau, und so können dort halt auch die Kleinbetriebe, sage ich mal, noch leben.
Ernst: Mit zwei, drei Hektar. Und ich glaube, das ist eigentlich ein Riesenpunkt und ein Riesen...
Ernst: wo wir schauen müssen, dass wir die Kleinbetriebe weltweit erhalten zum sozialen
Ernst: Frieden, meiner Meinung nach.
Ernst: Auch in Rumänien und in Bulgarien gibt es diese Hauswirtschaften nach wie vor.
Ernst: So, wenn wir die alle auflösen.
Ernst: Ich glaube, da gibt es, also ich weiß nicht, führen wir einen Mindestlohn jetzt
Ernst: ein für alle, oder wie gesagt, auch nicht Mindestlohn, Mindestsozialabsicherung.
Willy: Ja, Mindestsicherung.
Ernst: Ja, aber die muss ja da finanziert werden.
Willy: Danke, das gibt es mir Steilvorlage. Aber das klingt ja schon sehr politisch,
Willy: was du da sagst. Das sind fast politische Forderungen.
Willy: Und weil wir ja noch bei deiner Biografie sind, du bist ja nicht nur Landwirt,
Willy: ich habe es am Anfang gleich gefragt bei Facebook, da steht halt oben gleich Politiker.
Willy: Erzähl mal ein bisschen was von deiner, du bist ja bei der ÖVP,
Willy: du bist Kamerad in der Landwirtschaftskammer, nur dass ich mir das richtig sage,
Willy: du bist für die ÖVP im Gemeinderat in Bamhagen, bei dir daheim,
Willy: du bist in der Funktion, du bist auch beim Bauernbund.
Willy: Also warum ein politischer Mensch?
Willy: Wie bist du da zu dem gekommen?
Ernst: Wie bin ich dazu gekommen? Ich glaube, das liegt ein bisschen in die Gene auch.
Ernst: Also mein Opa war schon Bürgermeister, SPÖ-Bürgermeister in Bernhagen sogar.
Ernst: Und dann später eben bin ich eher in konservativer Lage oder momentan in der
Ernst: ÖVP tätig oder nicht tätig, sondern, nein, ich bin eigentlich Politiker bin
Ernst: ich in der Form eigentlich noch nicht. Ich bin Vertreter.
Ernst: Du bist politisch aktiver Mensch. Politisch aktiver Mensch, weil ich habe jetzt
Ernst: keinen Politiker gehalten.
Ernst: Ich bin ein Gemeinderat, bekommst natürlich ein Sitzungsgeld.
Ernst: Genauso kriegst du als Kamerad Anfahrtskosten und Sitzungsgeld.
Willy: Du bist funktionär.
Ernst: Funktionär, genau. Ich bin kein Politiker, danke. Ich habe mich politisch schon zwei,
Ernst: dreimal aufstellen lassen im Burgenland zur Landtagswahl, weil einfach die Strukturen
Ernst: im Burgenland ein bisschen eigenes Thema sind, sagen wir mal, politisches Thema.
Willy: Wir haben dann wieder eine eigene Podcast-Folge. Aber wart ihr in der Familie
Willy: immer schon eine politische Familie, weil du hast ein Thema organisiert,
Willy: macht nicht jeder jetzt so jeden Tag. Warum du?
Willy: Bist du der Erste oder bist du in einer langen Tradition politisch aktiver Vorfahren auch?
Ernst: Nein, Thema hat jetzt keiner noch organisiert in der Familie.
Willy: Ich schläge ein bisschen aus der Ort gerade.
Ernst: Nein, wir sind einfach politisch interessiert und warum organisieren wir Thema? Gute Frage.
Willy: Nämlich ein überparteiliches Thema, ne?
Ernst: Ja, das war immer ganz wichtig. Das war uns allen sehr wichtig und das ist ein
Ernst: eigenes Problem in der Landwirtschaft, auf das wir haben, muss man ehrlich sagen.
Ernst: Das sind unsere Hausaufgaben, die wir zum Erledigen haben, meiner Meinung nach.
Ernst: Ja, wir haben... Warum...
Willy: Wie sage ich es jetzt?
Ernst: Also warum machst du eine Demo? Eine Demo machst du dann, wenn du schon alles andere versucht hast.
Ernst: Das war der letzte Ding, was ich gesagt habe, das kann ich noch probieren.
Ernst: Also ich habe vor zwei, drei Jahren das thematisiert schon, dass es eigentlich
Ernst: bei uns im Osten mit den Preisen nicht mehr ausgeht, dass die Produktpreise
Ernst: einfach so verfallen sind.
Ernst: Und speziell mit Importen aus Drittstaaten,
Ernst: die was komplett unter den Substandards produzieren, wie wir.
Ernst: Also man hält ja immer Österreich immer so hoch. Österreich,
Ernst: wir sind Tierwohl, wir sind das.
Ernst: Also beim Herfahren auch wieder der Lebensmittel-Einzelhandel,
Ernst: der ist ja irrsinnig gern damit.
Willy: Der Feinkostladen in Europa, so wie die Leute, der triggert es.
Willy: Das ist ein politischer Jahr,
Ernst: Genau.
Willy: Keine Sorge, vorbereitet bin ich.
Ernst: Aber der Lebensmitteleinzelhandel wird mit Pferd und Tier und so weiter,
Ernst: das sind aber de facto zwei, drei Prozent, was ich da abspüle,
Ernst: also was da gehandelt wird, Pferd und Tier.
Ernst: Und das ist halt die Masse. Ich bin einfach billig.
Ernst: Produkte. Und dieses billige Produkt, umso mehr, was du einfühst,
Ernst: das Buch Substandards, umso mehr drückst du den anderen Preis.
Ernst: Und das siehst du jetzt wieder im Einzelhandel.
Ernst: Rindfleisch war sehr teuer die letzten Jahre.
Ernst: So, jetzt führt man wieder Freihandelsabkommen mit Mercosur ein,
Ernst: Freihandelsabkommen mit Ukraine, sag ich mal momentan.
Ernst: Australien. Australien, genau, danke. Und das sind die Probleme,
Ernst: die wir uns momentan sehr sauer aufstoßen.
Ernst: Wenn alle gleich produzieren würden, zum gleichen Mindestlohn,
Ernst: zum gleichen Tierwohlstandard.
Willy: Wenn die Welt ein großes Dorf würde.
Ernst: Genau, dann hätten wir, glaube ich, alle miteinander kein Problem.
Willy: Das ist, glaube ich, eines der strukturellen Grundprobleme, dass du es vorher
Willy: schon gesagt hast, Österreich, Ungarn, Ukraine, das ist ja da schon strukturelle
Willy: Unterschiede, wo man nicht einmal wertend reingehen muss, wo man sagt,
Willy: das sind einfach andere Grundvoraussetzungen.
Willy: Wir kommen auf diese Punkte eh noch. Wir sind quasi noch beim Übergang zu der Demo selber.
Willy: Das heißt, du bist
Willy: Als Funktionär, als ÖVP-Politik, Politik-Interessierter, sagen wir mal als Funktionär,
Willy: bist du quasi ein bisschen ein Teil jener
Willy: Entscheidungsträger und Funktionäre, gegen die ihr ja auch bei der Demo selber
Willy: auch demonstriert habt, oder?
Willy: Das ist so das Ding, jetzt grinst du, ich meine eh, du musst,
Willy: du musst durch, das muss ich dir fragen.
Willy: Demonstriert sich da nicht irgendwo so ein bisschen, er muss sein.
Ernst: Nein, das ist klar, ich stelle mit der Sache auch. und deswegen haben wir ganz
Ernst: gezielt, jetzt auch gesagt, überparteilich,
Ernst: der Kahn ist, so muss ich ehrlich sagen, das sage ich als Bauernbündler und
Ernst: ist mir wurscht, also vollkommen wurscht und das kann ich vollkommen rechtfertigen,
Ernst: der Kahn ist ein bisschen verfahren in unserer eigenen Branche.
Willy: Ihr habt doch immer ein Thema, für den Fall, dass du den immer haben.
Ernst: Und deswegen habe ich gesagt, ganz wichtig, überparteilich und wir sind nicht
Ernst: mehr viele Landwirte in Österreich. Wir sind von 1960 400.000 Betriebe,
Ernst: mittlerweile nur mehr 100.000.
Willy: Naja, zwölf mal pro Tag, haben wir es ausgerechnet einmal.
Ernst: Genau.
Willy: Das muss man sich einmal vorstellen.
Ernst: Und früher war das alles in einem, der Bauernbund ist die bäuerliche Vertretung in Österreich.
Willy: No questions, war so, ist so.
Ernst: Ist so, war noch wie vor, ja. Nur fühlen sich viele nicht mehr zu Hause beim
Ernst: Bauernbund, weil sie einfach, also praktizierende Landwirte,
Ernst: muss man ehrlich so zugeben, weil sie einfach so angefressen sind.
Ernst: Weil einfach die Darstellung der Preise und sie fühlen sich einfach nicht zufrieden.
Ernst: Also mit dieser Wertschöpfung, die wir in Österreich schaffen wollen,
Ernst: mit diesen hohen Standards, die wir immer gerne ausloben, aber nicht mehr beim
Ernst: Bauern ankommt das Geld.
Ernst: Und deswegen sind sehr viele ausgetreten vom Bauernbund, praktizierende Landwirte.
Ernst: Es hat sich verschiedene Vereine gegeben, die sie gegründet haben.
Willy: Merkt man dann nicht, wenn die Einheit dann nicht mehr so da ist,
Willy: auf einmal freundet es so ein bisschen aus.
Ernst: Genau.
Ernst: Und ich als Kamerad, also ich habe mich da hineinwählen lassen.
Ernst: Kamerad. Kamerad. Kamerad.
Ernst: Habe ich mich in das Amt hineinwählen lassen. Aus gutem Grund,
Ernst: weil ich gesagt habe, ich möchte da was bewegen.
Ernst: und da gibt es als einzelne Person kannst du ihn eher schwer aufstellen lassen
Ernst: dann nutzt du halt auch natürlich über parteiliche Strukturen.
Willy: Da gehst du in eine Liste, nicht? Genau. Gehst du mit einer Partei, wirst du dann auf.
Ernst: Und so bin ich da drin jetzt, als Kameradach und habe dort auch versucht,
Ernst: meine Positionen zu positionieren, also meine Ansichten und so weiter.
Ernst: Ist halt auch nicht immer einfach in einer Partei.
Ernst: Aber Ich denke, im Burgenland gelingt das schon recht gut. Wir sind eine recht
Ernst: kleine Kammer, muss man sagen, im Vergleich zu den Oberösterreich und Niederösterreich.
Ernst: Also wir sind ja, bei uns sind die meisten Bauern gestorben im Burgenland,
Ernst: auf gut Deutsch gesagt, die Betriebsschließungen, statistisch die letzten 20 Jahre.
Willy: Jetzt sind wir von Bauernsterben, nicht eigentlich, das ist ein Höfesterben.
Ernst: Höfesterben, ja.
Willy: Wie stehst du zu dem? Ich habe das immer wieder gefragt. Ich habe mir immer
Willy: gedacht, das ist so, wenn man sagt, Bauernsterben, ob sich Bauern da gestört
Willy: dran fühlen oder sowas, aber bis jetzt habe ich eigentlich schon gedacht, eigentlich nicht.
Ernst: Das passt schon so. Die Politik stößt sich zum Teil mehr dran.
Ernst: Das hört man halt nicht gerne. Aber es ist so. Diese Betriebsschließungen haben,
Ernst: Das habe ich schon vorher gesagt, bringt das einen sozialen Frieden.
Ernst: Ich sage, die Landwirtschaft bringt Wirtschaft am Land.
Ernst: Wir schaffen Werte am Land und nicht zentral in der Stadt.
Ernst: Also wir bringen Arbeitsplätze am Land.
Ernst: Wir bringen im Landhandel am Land Geld.
Ernst: Es wird auch politisch immer gerne gesagt, die Landwirtschaft bringt dir nur 2% des Bips.
Willy: Wenn du die Landwirtschaft nimmst, nur die Landwirtschaft, ohne die Forstwirtschaft,
Willy: dann habt ihr 2024, glaube ich, das erste Mal unter 1%. Da kommt man ja dann
Willy: provokant fragen, das ist auch ein Prozent, das findet man woanders auch,
Willy: da kommt man es eigentlich abschaffen.
Ernst: Ja, genau. Da habe ich gleich die Zahl.
Ernst: Das waren früher noch 6 Prozent, ich glaube sogar 1990.
Willy: Ja, aber du hast ganz weit zurückgeschossen, das war es viel mehr.
Ernst: Und jetzt ist es halt wirklich so niedrig, kann man sagen, 6,5 Milliarden habe
Ernst: ich da eine Zahl von der Landwirtschaftskammer selber.
Ernst: Wenn man aber dazu rechnet, den vorgelagerten Bereich, die was direkt von der
Ernst: Landwirtschaft profitieren, das sind nochmal 11 Milliarden.
Ernst: Und der nachgelagerte Bereich, also das ist aus der Lebensmittel Landwirtschaft
Ernst: und so weiter, das sind 67 Milliarden.
Ernst: 67 Milliarden. Also das ist praktisch nicht 1 Prozent, und das reden wir jetzt
Ernst: dann von 11, 12 oder vielleicht 20 Prozent von der Gesamtwirtschaft.
Ernst: Also was durch unsere Produkte schon ausgelöst wird. Und nicht durch Importe.
Ernst: Also die Importe, natürlich billige Importe,
Ernst: kannst du auch eine hohe Wertschöpfung im Land erzeugen, wenn du das veredelst.
Ernst: So macht es die verarbeitende Industrie. Aber dass man da die Landwirtschaft,
Ernst: die österreichische heimische Landwirtschaft so da hinten lässt,
Ernst: das kann nicht mehr lang gut funktionieren.
Ernst: Und das ist das Problem.
Willy: Eine Frage in die Richtung muss ich noch stellen, nämlich ein Standesvertreter,
Willy: ich weiß nicht, ist der Landwirtschaftsminister, der Standesvertreter, würdest du das so sehen?
Willy: Weil der Minister Totschnik, meine Anleitung an den Herrn Minister steht natürlich
Willy: nach wie vor in dem Podcast, ich hoffe, kommt zu mir auch einmal.
Willy: Ist auch bei eurer Thema, mitmarschiert nicht, aber war auch dort und hat gesagt,
Willy: die Forderungen, was ich habe, die sind völlig berechtigt.
Willy: Wenn der zuständige Minister Recht gibt, gegen wen habt ihr dann?
Ernst: Das ist von Haus aus irgendwie falsch angekommen.
Ernst: wir haben die Demo, also wie organisiert man die Demo? Also wie gesagt, zur Demo selbst.
Willy: Das ist die nächste Frage.
Ernst: Also ich habe als Kamerad praktisch versucht, dort zu intervenieren,
Ernst: dann habe ich eine Petition sogar eingereicht im EU, einen grauen Schuss,
Ernst: um die Missstände aufmerksam zu machen, auch ein rechtliches Mittel.
Ernst: Wir haben auch von der Kammer Resolutionen verabschiedet, auch ein rechtliches
Ernst: Mittel, mit Presse und, danke, Podcast zu sprechen, ist ganz wichtig,
Ernst: dass man da eben eine Lösung findet.
Ernst: darauf aufmerksam macht, auf die Probleme. Das haben wir alles gemacht.
Ernst: Jetzt ist die letzte Möglichkeit gewesen, eine Demo zu organisieren.
Ernst: Die erste Demo war in Bahndorf.
Ernst: Nein, die erste Demo war eigentlich schon in Brüssel, wo ich auch war, vor Weihnachten.
Willy: Das muss man in Brüssel.
Ernst: Mit ein paar Kollegen zum ersten Mal in Brüssel, dann demonstrieren.
Willy: Das ist gleich auf dem Index.
Ernst: War eine wahnsinnige Stimmung. Super. Es waren eigentlich zwei Demos, kann man fast sagen.
Ernst: Die eine war von der Copacoschega aus, also das ist der Verband,
Ernst: die bäuerliche Vertretung auf Europaebene, also der Bauernbund kann man sagen,
Ernst: oder die Landwirtschaftskammern, nicht der Bauernbund, sondern schon der Bauernbund
Ernst: und alle bäuerlichen Verbände, die was sich zugehört haben.
Ernst: Übergeordnete Vertretung praktisch, Lobbyverband praktisch, der Bauern in Europa,
Ernst: Copacoschega und der Genossenschaften.
Ernst: Und dort haben wir teilgenommen und gleichzeitig haben das aber dann die ganzen
Ernst: Bauern aus Belgien und Frankreich genutzt, sage ich mal, und haben gesagt,
Ernst: ja, wenn die Copacoschega jetzt ausruft zur Thema, dann fahren wir jetzt da auch wieder hin.
Ernst: Und die waren ja früher schon öfters in Brüssel drin und haben Radar gemacht, sage ich mal.
Willy: Stichwort Vereinnahmung.
Ernst: Ja. Und dort war es dann so, dass die schon am Vorabend hingefahren sind,
Ernst: die Bauern, die Jungen von den Belgiern und den Franzosen,
Ernst: haben die komplett die Innenstadt zugemacht und die Copacoschega hat dann ihr
Ernst: eigenes Thema eigentlich woanders starten müssen, dass sie überhaupt...
Ernst: marschieren kann.
Ernst: Demontiert nicht, weil es waren bei uns auch 15.000 Leute.
Ernst: Wir sind dann marschiert durch die Stadt, aber bis zum EU-Parlament ist man
Ernst: gar nicht mehr durchgekommen, weil das vollgestalt war, das komplette Innenviertel mit Traktoren.
Willy: Sind euch die Traktoren weg?
Ernst: Genau.
Willy: Kannst du nicht erfinden, oder?
Ernst: Viele Bauern sind dann trotzdem weitergegangen zwischen die Traktoren.
Ernst: bis zum Parlament und ich auch mit ein paar Kollegen.
Ernst: Und dort halt vor dem Parlament hat es halt schon abgespielt.
Ernst: Da waren Wasserwerfer natürlich von der Polizei, die, die das Druck gehalten
Ernst: haben, die Masse und Tränengas auch, also massivst.
Willy: Wie geht es darum, wenn wir das...
Ernst: Also wenn es das erste Mal Tränengas...
Willy: Inzwischen bin ich im Mond.
Ernst: Also wenn du da richtig einmal Tränengas in die Nasen kriegst,
Ernst: das hält es nicht lang aus. Ach, du hast es in die Nasen gekriegt? Ja, sicher.
Willy: Also es ist richtig abgekriegt,
Ernst: Ihr sagt. Ja, ja.
Willy: Um Gottes Willen.
Ernst: Also gleich um 11 Uhr, ich bin nämlich zuerst ins Hotel gefahren,
Ernst: Wir haben sich einen Roller geholt, einen Elektroroller durch Brüssel und haben
Ernst: uns ins Hotel eingeschickt. Einen Elektroroller? Ja, genau.
Ernst: Ich habe 200 Meter direkt neben einem Parlament das Hotel gewählt.
Ernst: Da habe ich mir gedacht, da bin ich gleich direkt dort. Hast du noch einen Platz gekriegt?
Ernst: Im Hotel schon, aber wie gesagt, zum Hinfahren. Also die Taxifahrer haben uns
Ernst: nicht mehr ins Hotel hingebracht, weil die Stadt war voller Traktoren.
Ernst: Deswegen meine Elektro-Rolle. Und dann bin ich um 11 Uhr Vormittag schon rausgegangen
Ernst: aus dem Hotel und sage mir, jetzt schaue ich kurz mein Juba-Lelemente an.
Ernst: Ich bin so 50 Meter nahe herangekommen und denke mir, warte,
Ernst: jetzt stehe ich allein da oben.
Ernst: Die Bauern stehen alle hinter mir, so 20 Meter hinter mir.
Willy: Was tut er?
Ernst: Ich drehe mich mal um und auf einmal schießt es wirklich Tränengas auf mich,
Ernst: zum Teil. Das klappt einmal.
Willy: Du warst gar nicht mehr plötzlich drinnen.
Ernst: Ja, ich war plötzlich drin. Muss ich dazu sagen, aber ich habe eine Montur auch,
Ernst: die haben wir auch in Wien gehabt, in Wien.
Ernst: Ich habe so einen speziellen Hut, der ist von der Wültzau praktisch, alles von der Wültzau.
Ernst: Also Wültzau Borsten, obendrauf Wültzau Hauer und Wültzau Leder.
Ernst: Siehst du, den habe ich heute nicht mitgenommen. Sehr fix.
Ernst: Ich bin nicht da zu demonstrieren.
Willy: Wir machen das halt entspannt, keine Frauen drehen.
Ernst: Und da haben sie wahrscheinlich gedacht, die Polizisten in Brüssel haben sich
Ernst: und dachte, ui, da kommt jetzt der, der was in Amerika das Kapitol gestürmt
Ernst: hat, vielleicht schießt wir auf den Namen.
Willy: Der mit dem Wikingal oder was es dann war.
Ernst: So habe ich Tränengas eigentlich wirklich direkt vor die Füße gerückt,
Ernst: also eine Patrone und dann haben wir gesagt, oh, und sofort gelaufen und retour.
Willy: Bis gerannt. Das tut man reflexartig, oder?
Ernst: Ja, ja. Dann sind wir zu einer anderen Demo wieder gegangen, zu Friedlicherem.
Ernst: Und später dann aber wieder haben wir es gesehen, wie wir vor dem Parlament waren.
Ernst: Also wir sind dann über Nacht geblieben in Brüssel, dass wir das in der Nacht
Ernst: auch sehen, weil man sich dachte, das wird sicher noch ziemlich heftig werden. War so.
Ernst: Am späten Nachmittag hat dann die Polizei die,
Ernst: Stadt praktisch räumen wollen, also die Bauern wieder wegbringen,
Ernst: haben dann praktisch mit Tränengas weiter gedrückt, in die Straßen rein,
Ernst: teilweise unter die Traktoren, dann sind die Traktoren auch weggefahren,
Ernst: weil es Angst gehabt haben, vor allem die Maschinen zum Brennen haben.
Ernst: Also wenn das komplett raucht, dann sind die Leute da wirklich weggelaufen,
Ernst: wir haben sie in ein Gasthaus verschanzt.
Willy: Wenigstens, immerhin.
Ernst: Und haben praktisch vom ersten Stock runtergeschaut und zugeschaut, ja, uh, was da abgeht.
Ernst: War ja recht spannend, ja. Aber halt schon tragisch auch, wenn du denkst,
Ernst: was sie mitteln, was da gegeneinander kämpft.
Willy: Das unterschätzt man oft, nicht?
Ernst: Also die Bauern waren auch nicht ganz friedlich, die haben ja andere Demonstrationskulturen.
Ernst: In Frankreich gibt es glaube ich eine Regelung dafür, dass sie das machen dürfen zum Teil.
Ernst: Mit brennenden Reifen, also die haben wirklich Reifenhaufen abgekippt,
Ernst: Altreifen, haben die anzunden auf die Straße und Asphalt ist kaputt geworden.
Ernst: Genauso Kühle verspritzt worden vor dem EU-Ratsgebäude. Das haben wir nicht
Ernst: gesehen, aber wir haben es gerochen.
Willy: Du hast schon inzwischen wieder was gerochen, wieder was gesehen nach dem Tränengas.
Ernst: Ja, genau.
Willy: Ah, super, jetzt kriegst du die erste Übersetzung nach Kühle.
Ernst: Wahnsinn, also irre.
Willy: Da gespürt man dann Demokratie.
Ernst: Ja.
Willy: Und Politik.
Ernst: Und die Bauern, da ist ja mit Gasmasken unterwegs, weil die waren schon vorbereitet
Ernst: oder vielleicht ein paar radikalere auch, die sich da vortraut haben,
Ernst: weil sie gewusst haben, die Polizei wird mit Tränengas antworten. Das ist ein Wahnsinn.
Willy: Hat das eigentlich was gebracht damals auch?
Ernst: Ja, muss man schon sagen, weil eigentlich hätte an dem Tag das EU-Rat, also die Regierungs-
Ernst: Leute waren ja dort praktisch, hätten damals schon abstimmen sollen,
Ernst: Einstimmung für das Mercosur-Abkommen.
Willy: Ein Ministerrat.
Ernst: Ministerrat. Ist dann aber nicht so schnell gekommen. Damals schon Mercosur?
Ernst: Ja, genau. Im Dezember, 18.
Ernst: Dezember. Das ist dann im Jänner oder was abgestimmt, oder im Februar.
Ernst: Wir haben dann im Jänner in Bahndorf nochmal eine Demo organisiert.
Willy: Inspiriert von Brüssel her.
Ernst: Genau, inspiriert aus Brüssel.
Willy: Mit den Güllefaseln unterwegs gewesen, Reifen haben sie brennt,
Ernst: Oder was? In Österreich sind wir ganz friedlich. Ich habe immer Vertrauen gehabt
Ernst: an die österreichischen Bauern und habe gesagt, bei uns, wir sind nicht so.
Ernst: Also es ist so. Ja, aber dann ist es ein bisschen Angst.
Ernst: Ein sicheres Organisator ist schon Angst. Und Verantwortung.
Ernst: Verantwortung, genau. Da kommen wir gleich zu dem Punkt. In Bannendorf war es
Ernst: so, ich organisierst eine Demo.
Ernst: Ich habe jetzt nicht viel Feuerthema-Erfahrung gehabt als Organisator, muss ich sagen.
Willy: Du bist ja quasi zum Praktikum nach Brüssel gefahren. Prisch wieder da.
Ernst: Also wir haben schon mal demonstriert, vor zwei Jahren vorher in Eisenstadt,
Ernst: vor unserem Bischofshof, weil da auch eine Pachtvergabe war.
Ernst: Ich habe ja einen Podcast.
Willy: Sogar dazu gemacht. Liebe Grüße Martin.
Ernst: Die Kirche ist einer der größten Verpächter. Und die haben da so ein Pachtmodell
Ernst: gehabt, wie auf Ebay, dass praktisch alle Felder gelistet wurden.
Willy: Die Ausschreibung, wer bebetet mehr.
Ernst: Genau, ja. Und dann noch Inflationsangepasst, die Pacht.
Ernst: und das habe ich als Kamerad auch schon gesagt, das geht nicht,
Ernst: das kannst du nicht so machen.
Ernst: Deswegen bin ich damals mit einem anderen Organisationsteam praktisch mit aufgestanden
Ernst: und habe da demonstriert mit denen.
Ernst: Aber organisiert habe ich es noch nicht selber richtig. Im Bahndorf war es dann
Ernst: so, dass sie organisiert haben, ich bin um die Mittwoche in der Früh aufgestanden,
Ernst: gut im Winter hat der Bauer ein bisschen mehr Zeit.
Ernst: Ich habe mir halt so meine YouTube-Videos von Landwirten angeschaut,
Ernst: was so ist in Deutschland auch, man informiert sich auch und da war einer halt,
Ernst: der was gesagt hat, ja, jetzt sollten wir eigentlich demonstrieren, jetzt oder nie.
Ernst: Und dann schreibe ich ein paar Kollegen an, am Mittwoch in der Früh und sage,
Ernst: wie schaut es aus, machen wir eine Demo.
Ernst: Und da haben sie jetzt zwei, drei dann zurückgemeldet, relativ schnell,
Ernst: und haben gesagt, ja, machen wir was. Okay, machen wir was. Samstag, drei Tage.
Ernst: Passt. Also wir haben innerhalb drei Tage eine Demo organisiert im Bahnhof.
Willy: Man soll die Sachen auch nicht immer zerdenken.
Ernst: Nein, nein, genau. Einfach schnell. Geht schon, machen wir es.
Ernst: 100 Traktoren und 300 Bauern. Und wir haben damals schon gesagt,
Ernst: ganz wichtig, unparteisch.
Ernst: Weil bei uns im Bezirk einfach auch schon sehr viel, sehr angefressen sind,
Ernst: eben die Lage, was passiert war die letzten Jahre jetzt mit diesen Importe, auch aus der Ukraine,
Ernst: wo sich eine Ministerin vor einen Waggon hinstellt und das Billiggetreide im
Ernst: Empfang nimmt aus der Ukraine. Das war ein Schlag ins Gesicht für uns.
Ernst: Und das haben wir gesagt, das müssen wir überparteiisch machen, ganz wichtig.
Ernst: Mir war ganz wichtig, dass man trotzdem diese Strukturen, die wir haben,
Ernst: diese politischen im Burgenland einladet zum Gespräch, damit sie auch Statement dazu abgeben.
Ernst: Das war unter anderem unsere Agrarlandesrätin Anja Heider-Wallner von den Grünen
Ernst: zurzeit und eben auch unseren Präsidenten von der Landwirtschaftskammer,
Ernst: Niki Belakowitsch, ehemaliger Präsident,
Ernst: ehemaliger Landwirtschaftsminister.
Willy: Da war ich sogar im Ministerium als Verwaltungspraktikant.
Ernst: Achso.
Willy: Berli haben sie immer gesagt, Freirat.
Ernst: Und die haben das auch angenommen. Innerhalb drei Tagen, dass sie da kommen
Ernst: und ein Statement abgeben auch dazu.
Ernst: Und mir war immer wichtig, dass ich die Jugend mit ans Boden habe.
Ernst: Also ich habe immer gesagt, ich möchte die Jugend sprechen lassen.
Ernst: Weil die Jugend ist die, die in 40 Jahren den Beruf noch ausführen soll.
Ernst: Den, was wir jetzt haben.
Ernst: Ich mache es jetzt 23 Jahre.
Willy: Nicht mehr Teil der Jugend. Was siehst du jetzt?
Ernst: Ja, so gerade am Übergang.
Willy: Ja, okay, passt.
Ernst: Also ich bin jetzt am Übergang und habe Verantwortung zum Tragen in meinem Alter, meiner Meinung nach.
Ernst: Ich habe eine Familie und muss schauen, dass ich das drüber bringe.
Ernst: 20 Jahre habe ich auch noch von mir oder 25.
Willy: Also gerade mittendrin. Transitionsphase.
Ernst: Und ich möchte aber die Jugend dazu sagen, dass sie aufsteht und wirklich auch
Ernst: sagt, so, jetzt brauchen wir Perspektive, weil so geht es nicht mehr weiter.
Ernst: Und das war im Bahndorf schon ganz wichtig, ich habe damals auch schon gesagt,
Ernst: die Landjugend soll bitte reden auf der Bühne und sonst eigentlich keiner.
Ernst: Und hab dann auch diese Verbände eben reden lassen, die, was wir,
Ernst: diese Strukturen, was wir haben, was ich gesagt habe, es gibt einen Bauernbund
Ernst: in Österreich, dann gibt es aber auch halt andere Gruppierungen auch schon,
Ernst: die, die sich nicht mehr zufrieden fühlen, da gibt es die unabhängigen Bauern, es gibt die AGÖ.
Willy: Es gibt dann... Jetzt kommen wir zum Thema wieder Einnahme und Messestandroll
Willy: und was weiß ich, was alles dazu angehört, nicht?
Ernst: Und da denken wir jetzt immer noch mal 100.000 Bauern und dann streiten wir
Ernst: sich noch in unterschiedlichen Bauernverbänden, nicht?
Ernst: Die sind die und die sind wir. Also das geht für mich gar nicht mehr.
Ernst: Und das ist mir ganz wichtig gewesen.
Ernst: Das im Bahndorf hat dann wirklich funktioniert. Wir waren begeistert.
Ernst: Warum im Bahndorf? Bahndorf ist eines der größten Einkaufszentren in ganz Österreich.
Ernst: Outlet-Center für jeden ein Begriff, glaube ich.
Willy: Fürsche Einkauf dort, glaube ich.
Ernst: Wir sind im goldenen Dreieck zu Hause praktisch. Im Neusittler Bezirk,
Ernst: sagt man. weil in unserer Region leben 6 Millionen Menschen.
Ernst: Wien, Bratislava, Budapest. Und deswegen funktioniert das dort auch so gut.
Ernst: Und dieser freie internationale Handel ist halt unser Tor im Auge und deswegen
Ernst: hat Banderv unser Exempel.
Ernst: Genau, unser Ziel ein bisschen. Und sind wir mitten durchs Outlet Center praktisch
Ernst: mit den Traktoren gerollt.
Willy: Ist inzwischen eine kleine Stadt, kann man schon fast sagen.
Ernst: Ja, aber die Straßen sind trotzdem alle noch öffentlich. Deswegen dürfen wir
Ernst: dort fahren mit den Traktoren.
Ernst: Die Einzigen, was sich immer eigentlich wirklich ein starker Gegenwind da erwartet.
Ernst: Vom Management ist nichts gekommen eigentlich. Ich habe schon fast Angst gehabt
Ernst: wegen rechtlichen Schritten und so, Dienstengang.
Ernst: Die BH hat das sehr ernst genommen. Die Polizei hat da einen Tag vorher noch
Ernst: einmal einberufen mit 10 Leuten und hat gesagt, naja, sie schaffen das schon.
Ernst: Es ist kein super Einkaufssamstag, es war Einkaufssamstag, aber es werden doch 70.000 Leute erwartet.
Willy: Es gibt ja auch Demonstrationsrecht in dem Sinne Wenn du immer Rücksicht nimmst
Willy: auf alles was ist gibt es immer 100 Gründe warum man nicht demonstration,
Willy: deswegen gibt es ja auch Rechts auf
Ernst: Demonstrationen Richtig und das ist ganz wichtig Wenn man alle rechtlichen Mittel
Ernst: schon so ausgeschöpft hat ist die Demo halt das letzte Mittel was man machen
Ernst: kann um auf die Probleme aufmerksam zu machen So und jetzt waren wir im Band auf,
Ernst: Und das hat eigentlich sehr toll funktioniert. Das einzige Geschäft,
Ernst: was sich beschwert hat, war mein Lieblingsgeschäft, wo ich meine Hosen kaufe.
Ernst: Aber mit dem habe ich mich dann auch sehr gut abgetauscht.
Willy: Hast du noch ein paar Hosen gekauft? Ja, genau.
Ernst: Nein, es hat gut funktioniert. Ich glaube, eine Stunde war vielleicht im Morgenverkehr
Ernst: ein bisschen ein Problem.
Ernst: Aber sonst hat die Polizei das wunderbar geregelt.
Ernst: Aber trotzdem ist das Medial, hat das schon sehr gut aufgeschlagen bei uns im
Ernst: Osten, in die regionalen Medien.
Willy: Man hat davon gehört, aber es ist halt dann, wenn du dann dort bist,
Willy: es gibt ein Programm und ein Demo-Grund, ist ja in Wien dann genauso gewesen
Willy: und dann ist halt die Frage, ausgangsweise war ja die Frage mit dem Minister,
Willy: aber wegen wen demonstriert man dann und welcher Message kommt dann am Ende
Willy: vom Tag dann durch und wird transportiert?
Willy: Wie schafft man das und wie kann man mit sowas umgehen und das regulieren?
Ernst: Ja, wie schafft man das? Das war in Banndorf Leuchternau.
Ernst: Wien haben wir vor Hause ausgesucht, das ist eine andere Nummer.
Ernst: und ich habe auch gewusst, du kannst nicht nach Wien irgendwas organisieren,
Ernst: überparteilich dann auch noch wie macht man das am besten,
Ernst: deswegen habe ich da auch schon meine Füller vorgestreckt nach Niederösterreich und habe gesagt, ja,
Ernst: zu unseren eigenen Bauernbündlern ja wie du seht, da war ich jetzt im Bahndorf
Ernst: und das sind die Probleme, auf die wir aufmerksam gemacht haben und kann sein,
Ernst: dass das aber noch weiter geht habe ich damals schon gesagt, gleich nach Bahndorf,
Ernst: und das sind eh Punkte, die wir auch Ja, eben thematisieren im Bauernbund immer
Ernst: wieder, gesagt ja, genau, das ist endlich,
Ernst: aber jetzt ist Zeit, dass wir endlich einmal aufmerksam machen.
Ernst: Und dann war es dann so, dass wir im März dann gesagt haben,
Ernst: so jetzt ist aber Zeit, jetzt fahren wir nach Wien.
Ernst: Und haben wir dann, hab das mit Anlauf praktisch schon angekündigt,
Ernst: zwei Wochen vorher, auch schon in Wien, dass wir die Demo organisieren.
Ernst: Und habe aber gesagt, das würde ich jetzt sicher nicht mehr privat organisieren.
Ernst: Weil, wie du sagst, Haftung und so weiter.
Ernst: Du weißt nicht, was passiert und da kommen doch Leute von überall.
Ernst: Das sind nicht nur Bauern aus dem Bezirk, die was kennst, sondern das ist ja schon wirklich...
Willy: Ja, das ist eine andere Qualität von Veranstaltungen. Du kennst die Leute nicht mehr alle persönlich.
Ernst: Genau, was passiert dann wirklich und die Unzufriedenheit ist sehr groß.
Ernst: Passieren sich ja Ausschreitungen wie in Brüssel.
Ernst: passt nicht, das Organisator. Deswegen habe ich gesagt, okay,
Ernst: müssen wir einen Verein gründen. Deswegen haben wir Bündnis Zukunft Landwirtschaft getründet.
Willy: Wo du Abmann bist.
Ernst: Genau. Wo ich eben einen Vorstand habe.
Ernst: Dann haben sich viele gefragt, wer ist das BZL? Ist das eine Abschaltung von der BZÖ?
Willy: Ja, der BZÖ wieder, ja.
Ernst: Ein Wahnsinn.
Willy: Kommunikation ist es auch, ja.
Ernst: Ich habe wirklich einen Namen, alleine einen Namen zu finden für Bündnis Zukunft Landwirtschaft.
Ernst: War so schwierig, weil es so viele Vereine schon gibt, die sich für Herkunftsgenzeichnungen
Ernst: oder verschiedene Sachen einsetzen in Österreich für die Landwirtschaft.
Willy: Zukunft steckt auch ganz oft irgendwo drinnen.
Ernst: Genau, dass du einen Namen findest, den es aber noch nicht gibt.
Ernst: Also, und den hat es dann nicht gegeben.
Willy: Aber die Bibel war auch schon besetzt, nicht?
Ernst: Ja, genau.
Ernst: Und dann hat es trotzdem nach der Demo angegeben, der hat es mir angerufen.
Ernst: Und ja, er ist der Abmann von Zukunftslandwirtschaft.
Ernst: Ich sage, er kriegt dauernd E-Mails rein, über die Demo, ob er meinen Namen
Ernst: weitergeben kann. Natürlich, habe ich gesagt.
Ernst: Aber es war keine Absicht. Das ist einfach so passiert.
Ernst: Wir haben halt auch einen Vereinsnamen gebraucht, weil wir halt gesagt haben,
Ernst: allein als Ernst Tschida wäre ich das nicht mehr organisieren.
Willy: Ja, ja, klar.
Ernst: Und so haben wir halt den Verein, Demo-Verein praktisch gegründet, muss man ehrlich sagen.
Ernst: Wir haben schon Pläne, dass wir das anders ausbauen, den Verein.
Ernst: Aber momentan ist er als Verein der, was die Probleme aufzeigt.
Willy: Satz grundsätzlich, also wie ist euch jetzt gegangen mit Vereinnahmung auf der
Willy: Dinge. Habt ihr eure Message, hast du von deinem Gefühl, habt ihr eure Message durchgebracht?
Willy: Ist das dann dort gelandet, wo es hat landen sollen?
Willy: Wie ist es euch da gegangen?
Ernst: Wir haben es schon gebracht, dass wir unsere Message weiterbringen, würde ich sagen.
Ernst: Natürlich, Vereinnahmung ist sehr schwierig und das habe ich von Hause aus gewusst.
Willy: Ist ein Teil davon wahrscheinlich, oder? Ja.
Ernst: Meine größte Angst war natürlich, es hat schon Demos gegeben in Wien,
Ernst: Traktoren-Demos, du wirst dann immer gleich entweder ins rechte Eck abgeschoben
Ernst: oder irgendwo, das sind die Rechtsradikalen und das und das.
Ernst: Das war mir am wichtigsten, dass wir da mal abgeschottet werden.
Ernst: Deswegen haben wir eigentlich versucht, teilweise Umweltorganisationen mit an
Ernst: Bord zu holen, die wir angeschrieben haben.
Willy: Um die Offenheit zu zeigen.
Ernst: Dass wir miteinander für eine zukunftsfähige Landwirtschaft in Österreich einstehen,
Ernst: ist zwar gelungen zum Teil, manche waren halt einfach skeptisch,
Ernst: waren alle sehr ängstlich. Also alle haben Angst gehabt eigentlich vor der Demo.
Ernst: Weil einfach, also die Bauern selber und die Politiker, die Bauernvertreter,
Ernst: alle haben Angst gehabt vor der Demo, weil alle eben die Bilder von Brüssel im Kopf haben.
Willy: Ja.
Ernst: Und alle wissen eigentlich... Du auch? Ja. Du auch Angst gehabt?
Ernst: Nein, nein. Eigentlich nicht, weil
Ernst: ich habe gewusst, ich kann mich auf die österreichischen Bauern verlassen.
Ernst: Ich habe gewusst auf meine Kollegen, ich kenne es und ich weiß,
Ernst: dass die Unzufriedenheit da ist, aber wir sind nicht so, dass wir wirklich jetzt
Ernst: da Raffen zum Brennen...
Willy: Also mit so Aktionismus im Endeffekt.
Ernst: Es war ein gewisser Aktionismus geplant, es ist ein Aktionismus von uns auch
Ernst: organisiert worden, absichtlich.
Ernst: Ich hätte eigentlich damit gerechnet, dass wirklich ein Fuhr Kartoffeln vor
Ernst: dem Parlament abkippt wird.
Willy: Also Kartoffeln, aber keine Pähnartenkartoffeln, keine, die du den Ding einschmelzen.
Willy: Die haben es gerade renoviert, bitte.
Ernst: Aber die Kartoffeln kosten halt momentan nichts in Österreich.
Ernst: Und da hat mich dann auch ein Angericht gesagt, nein, nimm Kartoffeln mit.
Ernst: sage ich, ja, nimm mit bitte eine Kiste.
Ernst: Sagt er, mit einer Kiste kommt er nicht, er hat nur so einen Dreierksanhänger, einen großen.
Ernst: Ich sage erst, ich weiß nicht, ob das so gut ist, also wir wollen das schon
Ernst: ein gutes Bild vermitteln.
Ernst: Und es hat auch unser Bauernpräsident damals dann gesagt, nein bitte,
Ernst: gibt es keine Kartoffeln ab, weil das wird so ein schlechtes Bild.
Ernst: Es ist ja so, wie wenn man einen Mist praktisch ablade.
Ernst: Der Mist kostet mehr, als die Kartoffeln mittlerweile. Das ist ein höherer und
Ernst: dünger Wert. Also warum nicht Kartoffeln abkippen?
Ernst: Also das wird politisch nicht gern gesehen. Und wir sind ja nicht mit den großen
Ernst: Traktoren gekommen in die Stadt.
Ernst: Wir haben keine kleinen Traktoren mehr. Das ist das Problem, was wir haben.
Ernst: Weil einfach Strukturveränderung, vor allem bei uns im Osten,
Ernst: wenn mittlerweile ein Betriebsführer, ein Alleiniger, 150 Hektar alleine bewirtschaften
Ernst: muss auf seinen großen Traktor.
Ernst: Dann brauchst du einen großen Traktor, damit du das bearbeiten kannst.
Willy: Drei kleine Höfen, dann nix. Du kannst nur auf einen gleichzeitig sitzen.
Willy: Solange es nicht von selber vorne tragt. Das ist noch ein Schritt weiter.
Ernst: Das kommt in den nächsten Schritt.
Ernst: Ja, und so war es, also Angst, dass das sehr vereinnahmt wird,
Ernst: oder platziert wird, falsch platziert wird die Demo, das war meine größte Angst.
Ernst: Vereinnahmung war auch eine Angst, habe ich aber das Sommer so geplant eben,
Ernst: dass wir deswegen alle eingeladen haben.
Ernst: Also wir haben die AGO eingeladen, wir haben die Bauernbühne eingeladen,
Ernst: wir haben alle eingeladen und da habe ich auch das mal gesagt,
Ernst: ihr dürft solch nicht auf der Bühne sprechen.
Ernst: Ihr könnt aber alle mit euren Fahnen kommen, lasst die Fahnen wehen,
Ernst: alle Bauernvertretungen, aber ihr dürft solch nicht reden, habe ich gesagt.
Ernst: Und es hat sehr wer angemeldet oder gefragt, ob sie sprechen dürfen auf der Bühne.
Ernst: Sag ich, nein, geht nicht, du bist auch positioniert politisch oder du bist
Ernst: verbrannt. Es hat auch Personen gegeben, die verbrannt sind.
Ernst: Es gibt ja sehr viele, die sich einsetzen in der Landwirtschaft, auch oppositionell.
Willy: Aber wann ist man verbrennt eigentlich?
Ernst: Wann ist man verbrennt, ja. Ich bin es dann auch wahrscheinlich irgendwann jetzt einmal...
Ernst: Ich weiß nicht, das ist... Wenn man halt vielleicht manches Mal,
Ernst: Wortwahl trifft, was man will beleidigt in der Öffentlichkeit.
Ernst: Und das ist nicht gut. Den Spagat musst du finden, dass du immer diplomatisch bleibst.
Willy: Kommunikation in der Öffentlichkeit ist was anderes wie quasi im kleinen Kreis oder...
Ernst: Genau.
Willy: Das ist eine eigene Kompetenz die man entwickeln muss
Ernst: Also das ist der Punkt wo du sagen musst da sind schon viel gescheitert und
Ernst: das wird bei uns bei der Demo jetzt auch passieren können also wenn die Bauern
Ernst: da jetzt wenn die schlecht abholen es ist.
Willy: Keiner verbrennt bei der Demo
Ernst: Meiner Meinung ist keiner verbrennt worden durch die Demo wie siehst du das?
Willy: Ich habe jetzt nicht den Eindruck gehabt, dass es aus ganzer Mensch,
Willy: es war kein Skandal-Demo in der Wahrnehmung.
Willy: Es war eine friedliche Demo, die Zahlen auf Seiten der Presse,
Willy: wie viele waren denn da, kommt drauf an, wenn du fragst,
Willy: zwischen 200 und 500 Traktoren, zwischen 500 und 2000 Leuten,
Willy: also du findest alle Nummern, aber das ist normal, das ist halt Kommunikation.
Willy: das ist halt Kommunikation sagen wir es so aber Skandal war keiner da es war
Willy: ein bisschen eine Diskutiererei, wer jetzt was gesagt hat und wer das jetzt
Willy: eigentlich diskutiert hat das habe ich übergenommen da sind wir
Ernst: Jetzt bei der.
Willy: Vereinnahmung wenn du es mir so fragst wer hat es jetzt eigentlich organisiert
Willy: von den Medien her hast du sehr viel Minister aus der Gesehner in den Medien
Willy: etc war das eh geplant war das okay Ja,
Ernst: Es war geplant. Da sind wir jetzt schon beim nächsten Punkt wieder.
Ernst: Wer hat es angesprochen gefühlt für unsere Demo?
Ernst: Die Demo hat gelautet, mit dem Bauern scherzt man nicht. Am 1. April.
Willy: Das Datum war so...
Ernst: Manche glauben ja noch, wie wir am Anfang glauben.
Willy: War das überhaupt eine Demo?
Ernst: Das April-Scherz.
Willy: Wir sind nicht gekommen, weil sie geglaubt haben, es war ein Schmäh.
Ernst: Genau.
Ernst: Und das zweite Punkt war, vom Stubenring bis zum Parlament. Stubenring 1.
Ernst: Stubenring 1 ist ja nicht nur das Landwirtschaftsministerium.
Ernst: Gibt es das Sozialministerium und das Wirtschaftsministerium.
Willy: Also haben es ein Cluster gibt es dort.
Ernst: Genau, ja. Alle in einem Gebäude drin. Und bis zum Parlament, also Nationalrat.
Ernst: Der Einzige, was Sie angesprochen gefühlt haben, war das Landwirtschaftsministerium.
Ernst: Das war de facto nicht der Fall gewesen. Es war das Sozialministerium genauso
Ernst: und das Wirtschaftsministerium auch angesprochen.
Willy: Weil natürlich viele Ministerien für die Herkunftsgenzeichnung und so weiter.
Ernst: Genau, für die Herkunftsgenzeichnung ist hauptsächlich das Wirtschaftsministerium
Ernst: und das Sozialministerium zuständig. Das Sozialministerium für Gesundheits-
Ernst: und Lebensmittelsicherheit.
Ernst: Und das Wirtschaftsministerium halt auch, weil halt einfach Freihandel und so weiter.
Willy: Hängt alles zusammen, nicht?
Ernst: Ja, also was uns da praktisch in den letzten Monaten aufgedruckt ist worden
Ernst: mit diesen ganzen Freihandelsabkommen, das geht doch nicht bitte.
Ernst: Also man braucht ein Angebot für die Landwirtschaft, für die heimische.
Ernst: Das habe ich auch dem Wirtschaftsminister geschrieben, nachher dann nach der
Ernst: Demo habe ich gesagt, bitte, was ist Ihr Angebot an uns, Herr Wirtschaftsminister,
Ernst: an die Landwirte, dass wir weiterarbeiten können in Österreich.
Ernst: Er hat mich auf das Landwirtschaftsministerium verwiesen.
Willy: Ja, das ist so ein bisschen die Frage, die sich, ich hab's mal zum Schluss dann
Willy: aufgeschrieben, man kann's jetzt stellen, das ist, er stimmt euch ja eh zu.
Ernst: Wer stimmt uns der Landwirtschaft nicht?
Willy: Ja, er steht hinter den Forderungen, die Frage ist, wenn's er nicht richten kann dann, oder
Willy: Wer?
Ernst: Der Landwirtschaftsminister hat sich eben sehr angesprochen gefühlt auf die
Ernst: Demo. Also wie gesagt, das war zwei Wochen vorher im Anlauf die Demo.
Ernst: Sie haben mich dann kontaktiert und haben gesagt, sie möchten einen Termin mit uns.
Ernst: Wir haben deswegen Mittwoch war die Demo und am Freitag bei ihm in Wien am Freitag
Ernst: vorher einen Termin wahrgenommen.
Ernst: Also wir haben den abgesprochen und den Termin haben wir da gefunden.
Ernst: Der war sehr konstruktiv, muss man ehrlich sagen. Ich war schon einmal über
Ernst: den Minister und eine seiner ersten Fragen war damals am Freitag auch,
Ernst: der Landwirtschaftsminister hat gefragt, wer war schon einmal da?
Ernst: Ich sage, ich, Herr Minister, vor zwei Jahren eigentlich aus dem selben Grund. Ja wirklich?
Willy: Ich war auch schon einmal dort, aber dann hat er doch keine Zeit gehabt, leider.
Ernst: Und jetzt sind wir halt auf der Straße.
Willy: Vielleicht sind wir jetzt auch. Ja, guter Tipp, danke, danke.
Ernst: Und der Herr Minister hat uns schon sehr wahrgenommen. Und diese Punkte auch sehr ernst genommen.
Ernst: Aber er hat auch gesagt, eben uns am Freitag schon, also er hat eigentlich gesagt,
Ernst: er ist am Mittwoch nicht da, weil er hat mit Schweden,
Ernst: ein wichtiges Treffen, was er wegen dieser Entfaltungsverordnung,
Ernst: was da geschaffen ist, mit den Schweden gemeinsam, und das ist an einer Schuldigkeit.
Ernst: Aber wirklich, wenn er am Mittwoch noch mal den Flug umgebucht muss,
Ernst: oder umgebucht, weil die Thema...
Willy: Also da muss ich doch hin, oder?
Ernst: Ja, genau, weil wirklich die Thema in unserem großen Ausmaß war dann,
Ernst: und da muss ich dort sein.
Ernst: und hat das auch wahrgenommen. Und wir haben vorhause gesagt,
Ernst: es darf kein politischer Verfahren sprechen oder keine Partei,
Ernst: aber natürlich die Minister dürfen sich rechtfertigen.
Ernst: Also jetzt dürfen Minister, wenn sie kommen, dürfen sie auf die Bühne.
Ernst: Und er hat das wahrgenommen.
Ernst: Wirtschaftsminister und Sozialministerin leider nicht.
Willy: Kleine Seitenhebe.
Ernst: Genau. Der Landwirtschaftsminister hat auch gesagt am Freitag zu uns,
Ernst: er versteht unseren Unmut. warum wir da sind.
Ernst: Und er findet es auch richtig und er unterstützt auch diese Forderungen.
Ernst: Und er hat auch gesagt, er schafft es eben auch nicht wirklich mehr,
Ernst: da voranzukommen. Also insofern braucht es anscheinend eher einen Druck von der Straße auch.
Ernst: Weil einfach die Landwirtschaft anscheinend gesamtgesellschaftlich oder in der
Ernst: Regierung momentan nicht den Schellenwert mehr hat.
Willy: Das ist ja halt auch europäische Materie. Die Landwirtschaft ist halt sehr viel...
Willy: Die Frage ist halt, ob man auf der nationalen Ebene recht weit kommt,
Willy: weil selbst wenn der Minister nach Brüssel fährt oder nach Straßburg,
Willy: da tust du auch wieder Abstimmungen und da müssen halt auch wieder Mehrheiten
Willy: und teilweise einstimmig entschieden werden.
Ernst: Aber ich frage mich da langsam, was soll man noch machen, damit man wirklich jetzt gehört wird.
Willy: Das ist so ein bisschen die Zwickmühle, über die wir reden oder in dem wir dann
Willy: quasi im Gespräch wahrscheinlich immer wieder ein bisschen kommen können.
Willy: Zur Demo selber, gibt es noch irgendwas, was du zur Demo selber noch sagen möchtest?
Willy: Also zur Organisation, zur Umsetzung, weil ich würde jetzt dann gerne zu den Punkten.
Willy: Drei zentrale Punkte und dann Preise noch ein bisschen als vierten Punkt auf die Punkte eingehen.
Willy: Gibt es zudem noch irgendwas, was du sagst, das sollte man unbedingt noch nennen?
Ernst: Also die drei Vordrungen kann ich noch kurz...
Willy: Nein, auf die kann man sowieso.
Ernst: Organisatorisch, ja. Es war einfach dann ein großer Bauernmarkt,
Ernst: das Ganze, kann man sagen, in der Innenstadt.
Ernst: Ohne Stammeln. Ja, aber auf die Traktoren. Die Bauern haben die Karotten,
Ernst: die Kartoffeln mitgebracht, haben sie aber nicht auf der Straße ausgeleert,
Ernst: sondern haben sie einfach verteilt unter den Konsumenten und das ist einfach
Ernst: irrsinnig gut angekommen.
Ernst: Wir haben Apfelsaft ausgeschenkt, Traumsaft, wir haben Würstchen gemacht,
Ernst: für uns selber oder wer was wollen hat, gegen eine freie Spende,
Ernst: ein bisschen was, damit man sich finanziert, das Ganze.
Ernst: Und Aktionismus hat man sehr wohl auch gemacht.
Ernst: Welchen Aktionismus, also bevor wir jetzt da, wir als Demoteam,
Ernst: Organisationsteam was verschütten, haben wir gesagt,
Ernst: müssen wir das künstlerisch lösen. Und da war ein Mann aus Amstetten,
Ernst: der da politisch ein bisschen aktiv ist, der hat eine riesige Schachfigur geschnitzt
Ernst: gehabt, das 5,50 Meter hoch.
Willy: Echt so für den?
Ernst: Die hat er schon vor zwei Jahren gemacht. Also den König, Schachkönig und drunter
Ernst: den geknechteten Bauern praktisch, der was aber den König auch zu Fall bringen
Ernst: kann, wenn er sich aufbeugt praktisch.
Ernst: Die haben wir vor das Ministerium gestellt und auch von mir ein Kunstwerk,
Ernst: ein alter abgeschnittener Baum, der was praktisch ohne Äste mehr war,
Ernst: also nur die groben Verzweigungen da waren, der Rest ist alles abgekappt praktisch, nur mehr der Stamm da.
Ernst: In einen Traktorreifen aufgestellt und dann habe ich jedem Bauern gesagt und
Ernst: jeder, der was da an der Demo war, bitte nehmt Zettel mit, also die Zettel haben wir gehabt,
Ernst: schreibt auf die Zettel eurer Botschaft aus dem Ministerium,
Ernst: was ihr habt und pickt an den Baum.
Ernst: Genau, das war der Protest, also der,
Ernst: Wie sagt man? Ja, also ein Marnbaum, aber ein Klagebaum.
Willy: Ein Klagebaum.
Ernst: Ich habe gesagt, ja...
Willy: Man postet sich jetzt schwierig am Baum.
Ernst: Ja, wir haben so eine Reißnäge drauf gehabt.
Willy: Ich bin schon wieder erlöst.
Ernst: Ich habe gesagt, ja Herr Minister, wir stellen einen Baum auf da jetzt vor das Ministerium.
Ernst: Und das ist der Klagebaum. Also bitte, liebe Bauern, schreibt euch eure Botschaften
Ernst: da drauf, was ihr ins Ministerium habt. Und die kriegen sie auch nochmal zurückgeschickt.
Willy: Ja gut, steht der noch?
Ernst: Wir haben einen, ja, da hast du ein bisschen,
Ernst: Problemchen gegeben mit, da gibt es einen eigenen Sicherheitsbeauftragten von
Ernst: der Ministerin, der ist gleich komplett ausgezuckt und hat gesagt,
Ernst: da sind schon drei Traktoren da und sowas, um elf Uhr Vormittag,
Ernst: haben eins die Demo begonnen,
Ernst: sage ich, wir kommen eh erst um eins, die drei brauchen wir halt nur wegen der Bühne und so.
Ernst: Das war nicht angemeldet, sage ich, ja, wir lassen sie eh Zeit, wir kommen eh.
Ernst: Also dann sind wir ein bisschen langsamer durch die Stadt gefahren und haben
Ernst: eigentlich sehr viel Staus schon in Wien selber zusammengebracht,
Ernst: weil einfach die Traktoren langsam dann bis zum Ring gefahren sind.
Ernst: Und ja, das war cool. Also die Bauern, denen hat das getaugt,
Ernst: dass da auch selber aktiv sein wollen wieder.
Ernst: Und dieser Zusammenhalt, den Spirit, den haben wir schon in den Bahnhof gespürt,
Ernst: dass die jungen Bauern einfach viel motiviert waren, dass sie einfach gesagt
Ernst: haben, da ist wieder ein Zusammenhalt da. Ja,
Ernst: Und das haben wir gewusst, das schaffen wir in Wien wieder. Und die niederösterreichischen
Ernst: Bauern, die, die da das erste Mal zum Teil dabei waren, aus Karl Neuburg und
Ernst: so weiter, die haben auch gesagt, die sind nachher heimgefahren.
Ernst: Also sind alle happy gekommen und sind noch zufrieden nachher heimgefahren.
Willy: Aber habt ihr den Baum jetzt wieder mitgenommen?
Ernst: Den Baum haben wir wieder um
Ernst: sieben Uhr auf Nacht wegeholt, weil der Sicherheitsbeauftragte gesagt hat.
Ernst: Der Sicherheitsbeauftragte? Nein, sonst muss er die Anzeige der Polizei übergeben
Ernst: und die Polizei muss die Feuerwehr verständigen und das kostet alles dann ein Schweinegeld noch.
Ernst: und mein Fahrer, der, was den aufgestellt hat, der war ja lustig,
Ernst: der hat ein bisschen Streitigkeiten gehabt mit dem Sicherheitsbeauftragten.
Ernst: Und der Sicherheitsbeauftragte habe ich später noch telefoniert um fünf Uhr
Ernst: Abend und gesagt, nein, aber sagen Sie einem Fahrer bitte, der soll sich bitte
Ernst: normal verständigen. Also nicht so.
Willy: Hat er schon Angst gehabt ein bisschen.
Ernst: Ja. Also das war, das Diplomatische ist halt in Wien schon wichtig.
Ernst: Bei uns Bauern ist das Diplomatische jetzt ein bisschen grob.
Willy: Aber im Moment habt ihr es mitgenommen, weil die Post-its habt ihr es ja noch
Willy: da lassen. Genau. Schauen wir auf die Forderungen.
Willy: Ich habe diesen, im Prinzip, das ist der Forderungssetz, aber ich habe auch
Willy: einen Zettel. Du hast mehr.
Willy: Mit Lebensmittelproduzenten, die unsere Versorgungssicherheit garantieren,
Willy: scherzt man nicht. Das hast du gesagt, da sind drei Forderungen drauf.
Willy: Starten wir mal mit der ersten, nämlich die verpflichtende, klare
Willy: Herkunftskennzeichnung, dass ich es rausbringe. Seit 2023 gibt es die verpflichtete
Willy: Herkunftskennzeichnung, das Wort macht mich fertig,
Willy: in Großküchen für Fleisch, Milch, Eier, im Restaurant, also in der Gastronomie,
Willy: klassischen Gastronomie gibt es es noch nicht, bei verarbeiteten Lebensmitteln
Willy: im Supermarkt ist es noch nicht,
Willy: Großhandel ist auch ein Thema.
Willy: Was ist eure Forderung? Was müsste sich ändern, dass die Herkunftskennzeichnung
Willy: entsprechend greift? Was ist da der Forderung?
Ernst: Ich sage es immer ein bisschen einfach ausgedrückt, weil es nicht wurscht ist, was in der Wurst ist.
Willy: Nein, das ist schon...
Ernst: Check. Nein.
Ernst: Und Gastronomie-Kennzeichnung ist deshalb sehr wichtig, meines Erachtens,
Ernst: weil einfach der Kunde sich auch erwartet, wenn er ein Wiener Schnitzel isst.
Ernst: Dass er zumindest ein österreichisches Schnitzel drin ist. Ein österreichisches
Ernst: Kalbschnitzel, meiner Meinung nach sogar.
Willy: Ja, also ganz traditionell dann.
Ernst: Genau, hat ja einen traditionellen Preis in Wien, sage ich mal.
Willy: Traditionell Wuchen, ja.
Ernst: Und da kann es nicht sein, dass das auf einen Kilopreis, sage ich mal,
Ernst: von drei, vier Euro Unterschied das ausmacht.
Willy: Zwischen heimischem Kalbfleisch und was du dann es kriegst.
Ernst: Ist aber de facto so, ja. Gastronomie nutzt es. Aber es hat auch einen zweiten
Ernst: Grund und da sind wir jetzt wieder beim Strukturproblem.
Ernst: wir können das gar nicht erzeugen in Österreich, dieses Kalbfleisch,
Ernst: das was da meistens auf dem Teller landet, weil der Kunde möchte ein komplett
Ernst: weißes Kalbfleisch-Schnitzel.
Ernst: Ein Milchkalb. Ein Milchkalb, ja. Und das Milchkalbschnitzel ist halt praktisch
Ernst: eine Qualfzucht, kann man fast sagen, weil das wird nur mit Milchaustauscher
Ernst: gefüttert, damit ein Eisenmangel entsteht beim Kalb.
Ernst: Und dadurch, durch diesen Eisenmangel, wird das Fleisch hellweiß.
Ernst: Und wenn...
Willy: Man kriegt diesen Geschmack auch ein bisschen. Durch die Laktose,
Willy: glaube ich, irgendwie kriegst du diesen...
Ernst: Also ich glaube nicht, der Geschmack ist kein großer Unterschied.
Ernst: Eher beim Geschmack ist da der Unterschied, dass das österreichische Kalbsfleisch-Schnitzel,
Ernst: das, was dann grauer ist, weil das hat mehr Eisen, weil es Gras gefüttert wurde
Ernst: praktisch, das hat einfach mehr Inhaltsstoffe.
Ernst: Also dadurch schmeckt das anders, weil es einfach erdiger oder mehr...
Willy: Eben, über die Ernährung.
Ernst: Mehr Nährstoffe, als wäre das weiße Kalbschnittsring. Und da ist das Problem.
Willy: Was würde jetzt eine Herkunftskennzeichnung aus deiner Sicht ändern?
Willy: Ist das jetzt nur für Kalbfleisch?
Willy: Wo würdet ihr die fordern? Für welche Produkte würdet ihr die fordern?
Ernst: Wir fordern für alle Hauptzutaten eigentlich am Teller. Das heißt,
Ernst: in der Gastronomie die Hauptzutaten.
Ernst: Wenn es ein vegetarisches Gericht ist, dann müsste das Gemüse auch dementsprechend
Ernst: gekennzeichnet sein. Also das ist der Mehl und Zahne, von wo der ist,
Ernst: gefüllter Mehl und Zahne.
Ernst: Oder wenn wir bei der Pizzeria sind, woher kommt das Mehl von der Pizza,
Ernst: vom Pizzateig? Das ist die Hauptzutat.
Willy: Also im Prinzip, ich stelle es mir jetzt nochmal vor, im...
Willy: Bei der Tutortenlisten oder auf der Speisekarte bei jedem Punkt dann das dazuschreiben?
Ernst: Einfach die Herkunftskennzeichnung von, also beim Fleisch ist es dann klar.
Ernst: Also Fleisch, Fisch und bei Kartoffelgerichten, die Kartoffel halt dann nicht.
Ernst: Kartoffel aus dem Punkt, aus dem Land.
Willy: Und habt ihr die Hoffnung, dass, ich denke jetzt nämlich ein bisschen an Bahndorf
Willy: vielleicht wieder, nicht?
Ernst: Ja.
Willy: Dass angenommen sämtliche Lebensmittel in Österreich, in der Gastronomie,
Willy: im Einzelhandel, im Großhandel, überall, sind gekennzeichnet.
Willy: Utopisch so gekennzeichnet, dass jeder Konsument das so vorzieht,
Willy: wo das herkommt. Also nicht nur, ob es aus Österreich kommt,
Willy: sondern ob es woanders herkommt.
Willy: Jetzt gibt es sowas wie diesen Citizen-Consumer-Gap. Also wo man sagt,
Willy: okay, wenn du die Leute fragst, wie wichtig ist euch dir wohl,
Willy: sagen 5 in 1 Prozent, die sind uns total wichtig.
Willy: Und dann schaust, wie viel Tierwohlprodukte werden gekauft.
Willy: Teilweise weit unter 10%. Glaubt ihr wirklich, dass diese Transparenz, sollte sie dann da sein?
Willy: Diese Kennzeichnung. Dass die wirklich zu einem Kaufverhaltensänderung bei Konsumentinnen
Willy: führt, dass sie das irgendwie relevant auswirkt?
Ernst: Relevant schon. Ob es uns hilft, dass es unser Einkommensproblem sichert,
Ernst: glaube ich persönlich nicht.
Ernst: Also nicht in dem Ausmaß. Und glaube ich, fühle ich meine Berufskollegen nicht.
Ernst: Sie haben früher gesagt, die Herkunftskennzeichnung ist ihnen nicht der wichtigste Punkt.
Ernst: Soge ich es und so eigentlich auch nicht immer, aber es ist ein Mittel zum Zweck. Ein Teil davon.
Ernst: Und das Problem ist, dass wir erfüllen das alles. Wir haben ja praktisch die
Ernst: Kennzeichnung bis zur Metro-Kasse und dann hört es auf. Das kann es nicht sein.
Ernst: Wir erfüllen alle Großhandel.
Ernst: Wir haben praktisch das regionale Produkt oder die Kartoffeln und das Fleisch
Ernst: ist bis zur Kasse gekennzeichnet, das Frischfleisch zumindest.
Ernst: Und dann hört es auf. Das funktioniert nicht. Und genauso in der Wurst.
Ernst: Also wenn jetzt die Salami praktisch das Frischfleisch kommt aus da und da einer,
Ernst: wird dann verarbeitet in Österreich bei einem österreichischen Verarbeiter und
Ernst: dann kommt es im Darm hinten wieder raus.
Ernst: Kunstdarm oder Darm. Und dann steht keine Herkunftskennzeichnung mehr drauf.
Ernst: Ja, das ist nicht in Ordnung meiner Meinung nach.
Willy: Ja, ich frage mich halt nur, es ist immer so, bei Maßnahmen ist es immer so,
Willy: Wirkung und was muss man dafür auch machen?
Willy: Es kommt natürlich viel Kritik aus der Gastronomie, dass man das nicht machen will.
Willy: Im Prinzip, da ist dann die Bühne gegeneinander, also Wirtschaftsbund dann wieder
Willy: gegen Bauernbund, also da hast du dann quasi das Problem wieder im Haus, nicht? Ja.
Willy: Wie hast du das Spruch? Allein mir fehlt der Glaube. Ich sitze ja im zweiten
Willy: Punkt von euren Forderungen. Es geht ja um Bürokratieabbau.
Willy: Gleichzeitig würde man ja mit der Herkunftskennzeichnung, würde ich meinen,
Willy: baut man sich ja eigentlich wieder Bürokratie auf.
Willy: Wenn du es ausweist, musst du es natürlich auch kontrollieren.
Willy: Das heißt, du hast dann wieder Bürokratie in der Gastronomie,
Willy: du hast dann wieder die Bürokratie zusätzlich im Großhandel etc.
Willy: Da kommt dann auch wieder so ein Decken mit.
Ernst: Ja, aber ich habe es ja gerade erklärt, wir haben ja schon diese Bürokratie.
Ernst: Wir leisten die ganze Arbeit.
Ernst: Dann können wir es bei uns auch streichen oder wie.
Willy: Ja, das ist die Frage.
Ernst: Also wir haben, wie gesagt, von 400.000 Betrieben haben wir jetzt nur mehr 100.000
Ernst: Betriebe und in der Verwaltung und so weiter. In der Landwirtschaft sind es nicht weniger.
Ernst: Die, was das alles kontrollieren, wird das alles obszolent machen.
Ernst: Das wäre dann nicht mehr notwendig.
Ernst: was den Weg geben wir als wirklich dann in Zukunft und ich glaube schon,
Ernst: dass die Herkunftsgrenzechnung, wir haben in Österreich so tolle Wege eingeschlagen
Ernst: mit dir wohl und verschiedene,
Ernst: der Konsument möchte es möchte eigentlich keiner also,
Ernst: keiner nicht, aber du weißt, Vollspaltenbloden ist also ein Thema,
Ernst: das was einfach selbst unserem Landeshauptmann in Verfassungsgerichtshof praktisch eingebracht ist worden,
Ernst: und das ist auch schlagend worden.
Ernst: Und da denke ich mir, wir erfüllen immer mehr Auflagen, die Landwirte in Österreich. Puten zum Beispiel.
Ernst: Puten finde ich das Paradebeispiel, das eben nicht funktioniert.
Willy: Gibt es nicht so viel in Österreich?
Ernst: Immer mehr Standards bei uns Auflagen für die Bauern und dann sterben die Betriebe weg.
Ernst: Puten zum Beispiel hat in Österreich,
Ernst: dürfen maximal 40 Kilogramm pro Quadratmeter Fleisch im Stahl sein.
Ernst: Das heißt zwei Tiere. Beim Bio sind es nur 20. Das heißt eine Pute pro Quadratmeter in Österreich.
Ernst: Auf EU-Ebene ist die Höhe EU, also EU-Markt, wir reden jetzt von einer gemeinsamen
Ernst: Agrarpolitik. Wir reden nicht von Friedstaaten.
Willy: Sondern wir reden jetzt innerhalb der Agrarpolitik.
Ernst: Das sind 80 Kilo, das sind vier Tiere. Vier Puten pro Quadratmeter.
Ernst: Also EU-Pute ist vier Tiere, Österreich ist nur zwei Tiere, Bio ist nur ein Tier.
Ernst: Und dann sollen die österreichischen Putenzüchter mithalten können mit mit ungarischem
Ernst: Putenfleisch, die das Doppelte in den Stall halten dürfen. Das geht eben nicht.
Willy: Also es gibt einen gemeinsamen EU-Standard, den wir beschlossen haben.
Willy: Man darf ja, die Standards sind Mindeststandards, also das heißt,
Willy: du darfst immer überbieten und darfst nur nicht runtergehen. Genau.
Ernst: Und jetzt überbieten wir das in Österreich und was passiert?
Willy: Das ist eine nationale Geschichte, nur dass man es einmal klar sagt.
Willy: Diese Zusatzstandards, alles was über EU geht, ist ein nationaler Zusatzweg.
Willy: Nicht ein anderer Weg, sondern ein Zusatzweg. Genau.
Ernst: Und jetzt können wir, also jeder möchte dieses Tier wollen, möchte möglichst
Ernst: wenig Tiere im Stall haben, aber dann wird es nicht gekauft.
Ernst: Weil es auch mehr kostet. Es funktioniert so nicht mehr.
Willy: Wer will es dann eigentlich?
Ernst: Bewusste Konsument.
Willy: Der Bürger will es nicht, der Konsument kauft es ja nicht. Das ist ja dieser Citizen Consumer.
Ernst: Der Konsument kauft es nicht, weil er es teilweise nicht weiß.
Ernst: Weil, wie sollst du praktisch im Gasthaus sehen, woher das Buttenfleisch jetzt kommt?
Willy: Eben, und das ist meine Frage. Ich verstehe ja voll und ganz,
Willy: wenn ihr das produzieren müsst zu diesem Standard, dann verstehe ich total den
Willy: Anspruch, dass man sagt, dann will ich auch, dass die Leute das wissen.
Ernst: Richtig.
Willy: Verstehe ich völlig.
Ernst: Dass du mindestens die Wahl hast. Also ich bin ja auch Konsument.
Ernst: Ich bin ja Landwirt und Konsument.
Willy: Ja, wir haben alle verschiedene Kinder. Drei mehr am Tag. Mindestens.
Willy: Ja, mindestens. Das ist halt bei mir.
Ernst: Und ich möchte es wissen, woher das kommt. Und somit, dass ich dann zumindest
Ernst: die Entscheidung habe, im Gasthaus oder irgendwo, was ich nehme.
Willy: Und da ist eben meine Frage und die kritische Frage, und ich diskutiere das
Willy: ständig, ich höre ja immer so, jede Konsumentscheidung ist der Wahlauftrag für
Willy: ein nachhaltigeres Produktionssystem.
Ernst: Aber wenn du das nicht weißt?
Willy: Selbst wenn du das weißt, ob wir da von unseren Konsumentinnen und Konsumenten,
Willy: die wir auch selber sind,
Willy: nicht zu viel erwarten, weil wenn jetzt diese Butter so gut sie ist und so Tierwohl
Willy: und alles, das Doppelte oder das Dreifache kostet,
Willy: Ich bin mir nicht sicher, ob selbst mit einem schlechten gewissen Kauf ist dann nicht.
Willy: Aber ob ich es dann mit einem guten gewissen Kauf, es gibt Zahlen,
Willy: die halt da irgendwo so ein bisschen so vor dem Kauf nicht entgegensprechen.
Ernst: Dann kann man es den österreichischen Bauern nicht aufladen und sagen,
Ernst: du darfst aber nur jetzt zwei Tiere halten pro Stall.
Ernst: Also das ist eben der Zwiespalt, was wir da halt sagen. Das ist dieser Zwiespalt.
Willy: Wir werden ihn nicht auflösen heute. Es geht eher darum, ein Verständnis zu
Willy: schaffen, wo da die Probleme liegen.
Ernst: So wie ich es auch vorher erklärt habe, also wie in Kanada praktisch wo aufs
Ernst: Getreide, aufs Korn Glyphosphat gespritzt wird, auf die fertige Erde.
Ernst: Das ist was bei uns verboten ist. Das dürfen wir in Europa hier nicht verwenden, so in der Form.
Willy: Das wäre Ehrenbeleidigung.
Ernst: Genau. Also dieses Glyphosphat ist ein Werkzeug, was zum Töten von Unkraut nochmal verwendet wird.
Ernst: Was bei uns auch verwendet wird, auch die Eisenbahn, die ÖBB.
Willy: Du musst dir ausdringen sogar für die Schiene. Deswegen wuchs da nichts auf
Willy: die Schiene. Das muss man auch mal so.
Ernst: Und in der Landwirtschaft ist es auch so, dass das vor der Aussaat praktisch
Ernst: verwendet wird, damit das Feld klar ist, sauber, damit eben der Mais und die
Ernst: Sonnenblume dann ohne Konkurrenz praktisch wachsen kann.
Ernst: Das kommt nicht in Kontakt mit direkten Lebensmitteln. Im Vergleich weltweit
Ernst: aber schon, weil halt einfach direkt auf die Ära draufgespritzt wird. Das ist falsch bei uns.
Ernst: Und das haben wir jetzt wieder den Zwist, dass wir sagen, okay,
Ernst: bei uns dürfen wir das Getreide so produzieren, die dürfen das so auch verwenden. Und das ist nicht fair.
Ernst: Und das ist beim Tier so, das ist beim Getreide so. Was gibt es noch für Möglichkeiten?
Willy: Natürlich, wo es nicht so ist.
Ernst: Nein, Südamerika. Deswegen jetzt Mercosur.
Ernst: Ich liebe die Mercosur-Staaten. Wir haben ja auch Bärmädchen sogar gehabt aus
Ernst: Argentinien vor kurzem erst.
Ernst: Die essen sehr für Rindfleisch.
Willy: Sagt man so über die.
Ernst: Sie auch. Und ich grille auch sehr gerne. Und sie hat immer gesagt,
Ernst: nein, Asado ist bei ihr halt so toll in Argentinien. Aber bei mir ist es noch besser.
Ernst: Weil einfach, bei uns schmeckt es einfach wirklich so gut, sagt es.
Ernst: Das Fleisch auch, so wie man es...
Willy: Also bestätigt von Argentinien.
Ernst: Ja, genau. Bei ihnen wird einfach mit Wachstumshormonen praktisch das Fleisch behandelt.
Ernst: Also das wird in der Fütterung zugeben.
Ernst: Somit nimmt das Tier mehr zu pro Tag und somit sind es viel wettbewerbsfähiger.
Ernst: Und jetzt war ich eben kurz wieder im Einzelhandel drin und im großen Gastronomiehandel
Ernst: und da siehst du, die Rindfleischpreise waren letztes Jahr sehr hoch.
Ernst: Jetzt ist, durch diese Freihandelsabkommen kommt das Filet günstiger rein.
Ernst: Das Filet kostet jetzt wieder Rindfilet 45 Euro, circa.
Ernst: Aus Brasilien, aus Argentinien. Das österreichische muss jetzt auch wieder 45
Ernst: kosten. 43 teilweise in Aktion.
Ernst: Das ungarische habe ich auch gesehen, auch 45.
Ernst: Und man muss aber den ökologischen Wert da sehen. Das wird aus Brasilien und
Ernst: Argentinien daher geliefert. Dann sagen einige, das schmeckt besser.
Ernst: Ja, warum schmeckt es besser? weil das drei Monate im Schiffscontainer Zeit hat gerade zum Reifen.
Ernst: Bei uns hat keiner die Zeit, dass er das Fleisch reifen lässt.
Ernst: Das ist ganz wichtig in dem Prozess.
Ernst: Und kostet auch Geld. Kostet auch Geld, genau. Lagerung, Reifung kostet auch Geld.
Ernst: Und tut das jetzt Mittel des Zwecks. Also muss gelagert werden im Container Zeit lang. Ja, ja, ja.
Ernst: Und den habe ich gesehen auch in der Verpackung, ist ja immer alles so toll angeschrieben.
Ernst: Herkunft zum Beispiel, das eine Filet Ungarn, geschlachtet in Österreich,
Ernst: zugeschnitten oder filetiert in Holland und landet in Österreich im Supermarkt.
Willy: Touristisches.
Ernst: Wahnsinn. Also wollen wir das wirklich so in Zukunft haben oder ist es nicht
Ernst: besser, dass man einfach schaut, wieder diese regionale Wertschöpfung.
Willy: Da kommen wir wieder in dieses Kernproblem drin, wo man im Endeffekt wahrscheinlich
Willy: die Landwirtschaft mitten drinnen steckt.
Willy: Wenn es jetzt die Leute fragt, wer sagt denn, ich wüte es?
Willy: Wenig wahrscheinlich, oder vielleicht sagen ein paar, es ist einer wurscht eigentlich.
Willy: Aber grundsätzlich wollen dann wahrscheinlich weniger. Die Frage ist halt,
Willy: ob es dann, wenn es das zeigt, dann nebeneinander vor dir liegt,
Willy: ob es jetzt in der Gastro, im Einzelhandel oder wo auch immer,
Willy: ob du erstens mal die Kaufkraft hast überhaupt, dass du das überhaupt kaufen kannst dauerhaft
Willy: Ob du nicht irgendwann einmal sagst, das ist wurscht oder das geht nicht,
Willy: ich kann mir das nicht leisten etc. Das ist das Dilemma, glaube ich,
Willy: das, was wir heute auch nicht auflösen werden in dieser ganzen Geschichte.
Ernst: Nein, Essen ist immer sehr politisch.
Ernst: Ist es so. Und wir kriegen jetzt zum 1. Juli eine Steuersenkung teilweise auf
Ernst: manche Lebensmittel. Auf 5%.
Willy: Ja, das ist... Du kannst jetzt unsere Erinnerungen komplett verwirren.
Ernst: Das ist große Sozialpolitik. Da ist das Hemmelschonis.
Ernst: Das ist große Sozialpolitik, ja, eigentlich. Da geht es echt um viel Geld eigentlich,
Ernst: ich weiß nicht, wie viele Millionen, 200, 300 Millionen im österreichischen
Ernst: Budget, glaube ich. Wirklich? Ja, glaube schon, was das ausmacht.
Ernst: Spüren jetzt der Konsument nicht wirklich, ob jetzt das Semmel 5 oder 10 Prozent ausmacht.
Ernst: Also wenn jetzt der Semmel kostet 40 Cent ungefähr, glaube ich, momentan aktuell.
Willy: Gut, davon muss ich kauf, das ist Kaus. Welche kostet? 1 Euro, 5 Euro, 5 Euro, 4 Euro.
Ernst: Wenn man die Steuersenkung da jetzt von 10, rechnen wir mit 50 Cent, 50 Cent Gebäck.
Ernst: Steuersenkung von 10 auf 5 Prozent sind es dann 5 Cent, was weniger kostet.
Ernst: Macht schon was aus dann.
Ernst: Diese 5 Cent sind mehr, als was dem Landwirt bleiben.
Ernst: Der Landwirt bleibt bei der Semmel circa 2 bis 3 Cent momentan.
Ernst: Und da denke ich mir, wenn wir zumindest diese 2-3 Cent wieder hätten,
Ernst: dann wird das uns komplett helfen.
Ernst: Und wir würden das spüren, aber den Konsumenten hilft es nur bedingt.
Ernst: Und so zum Beispiel hat die ganze Lebensmittel-Inzelhandel eine riesige Verwaltung,
Ernst: müssen die Systeme umspülen.
Ernst: Also wir haben dann noch einen zusätzlichen Steuersatz jetzt.
Ernst: Das perverseste System, das perverseste Beispiel habe ich eigentlich,
Ernst: Leberkäse habe ich noch.
Ernst: Fleisch haben sie nicht gesenkt auf 5%. Der Leberkäse bleibt bei 10% und das
Ernst: einmal bei 5%. Wie du es das praktisch,
Ernst: zu verrechnen. Also da zerbrechen sich manche echt ins Kopf drüber und kostet
Ernst: viel Geld jetzt im Einzelhandel das System so zu bauen, dass das durchführbar ist.
Willy: Also
Willy: was genau stört dich dran? Also dass es, dass es, dass man mit Steuersätzen
Willy: herumschanklieren, dass es so ein Budget ist.
Ernst: Es wird im Budget mit Millionen herumkaut, sozialpolitisch, was im Endeffekt
Ernst: der Konsument dann gar nicht so sehr spürt.
Ernst: Vor allem nicht die, die, was sie nicht so leisten können, wie du sagst,
Ernst: weil die billigen Produkte macht es nicht so viel aus, aber beim Spargel werden
Ernst: auch die Prozente gesenkt von 10 auf 5.
Ernst: Der Spargel kostet 14 Euro, sind 1,40 Euro, sind 70 Cent, was du da einsperrst.
Ernst: Wie viele Leute kaufen einen Spargel?
Ernst: Das ist schon eher die obere Schicht, sagen wir mal. Also profitiert fast die
Ernst: obere Schicht mehr von der Steuersägenung wie die U-Klose.
Willy: Der heimische ist so teuer, da gibt es ja hin und wieder den günstigen.
Willy: Aber was würdest du ja als Gegensatz Wir sind eigentlich noch bei der Herkunftskennzeichnung.
Ernst: Ist der österreichischen Bevölkerung wert, dass sie die österreichische Landwirtschaft
Ernst: weiter finanziert und bezahlt? Fair dafür.
Willy: Der wäre verantwortlich dafür.
Ernst: Die gesamte Gesellschaft.
Willy: Die Konsumentinnen und Konsumenten.
Ernst: Und die Regierung, die natürlich die Macht hat, das zu verändern.
Ernst: Und auch die Wirtschaft. Die nehme ich jetzt auch gleich ins Wort.
Ernst: Die Wirtschaft, also das ist der Hauptangriffspunkt, muss ich jetzt ehrlich sagen.
Ernst: Jeder redet von Feinkonstladen Österreich und von der heimischen Tourismus,
Ernst: was ganz viel Geld ins Land bringt, ausländisches Geld.
Ernst: Und dann ist der Tourismus nicht in der Lage, dass man die Almen dementsprechend
Ernst: querfinanziert, die die Pflege übernehmen von den ganzen Tiroler Bergen.
Ernst: Du gehörst dementsprechend bezahlt.
Ernst: Also, dass man diese Landschaftserhaltung, die wir haben in Österreich,
Ernst: diese Kleinstrukturiertheit,
Ernst: und die löst sich immer mehr auf bei uns im Osten, das habe ich eh schon vorher
Ernst: erklärt, wo wir 150 Hektar schon brauchen mittlerweile, dass du das bewirtschaften
Ernst: kannst, brauchen wir bald 250 wahrscheinlich im Burgenland, dass du davon leben kannst.
Ernst: Wollen wir das in Tirol auch zusammenbringen? Wie machen wir das dann genau? Über die Berge?
Willy: Das wäre die Querfinanzierung, also eine Tourismusabgabe für die Landwirtschaft, meinst du?
Willy: Gibt es sowas?
Ernst: Nein.
Willy: Gibt es nicht?
Ernst: Nein.
Willy: Noch nicht. Also ich versuche das Ganze ein bisschen einzufangen,
Willy: für die Hörerinnen, dass wir nicht zu sehr ins Detail kommen.
Willy: Herkunftskennzeichnung, hast du das jetzt bewusst an deinem Punkt gesagt,
Willy: weil du sagst, okay, bei der Herkunft muss man nicht nur sagen,
Willy: wo das Produkt herkommt, sondern was die Landwirtschaft generell noch im Land leistet.
Willy: Gefällt es für dich unter diesem Punkt Herkunftskennzeichnung oder Herkunftsbewusstmachung?
Ernst: Die Herkunftskennzeichnung ist reiner Mittel zum Zweck. Das ist,
Ernst: was ich vorher gesagt habe, dass man einen Teil dieser Mehrkosten wieder spielen kann.
Willy: Also Bewusstseinsbildungsmaßnahmen für die heimische Landwirtschaft. Und das ist zu wenig.
Willy: Momentan sollte eigentlich durch alle Bereiche durchzogen werden.
Willy: Weil ihr macht es schon, die anderen sind auch da so quasi.
Willy: Dass wir den Punkt sagen, das ist die Forderung. Wir haben ein bisschen darüber
Willy: diskutiert, wie könnte man das sehen.
Willy: Du hast jetzt andere Punkte angesagt, wie zum Beispiel die Querfinanzierung,
Willy: generell die Finanzierung, da sind wir jetzt quasi über das Beispiel mit Neva
Willy: Kassemme hingekommen, da sind wir ja dann eher bei dem anderen Punkt Perspektiven
Willy: für die Landwirtschaft.
Willy: Das ist etwas unter diesem Punkt, unter dem Forderungspunkt 3 eigentlich,
Willy: jetzt haben wir den zweiten mit dem Bürokratieabbau kurz übersprungen,
Willy: da steht dann drinnen im Endeffekt die ökosozialen Leistungen der Landwirtschaft.
Willy: Das ist glaube ich das, was der Punkt heißt, ohne eine Aufwertung,
Willy: oder das ist eine Forderung in dem Punkt, ohne eine Aufwertung der ökosozialen
Willy: Leistungen, ohne Inflationsabgeltungen sind Investitionen für die Zukunft nicht finanzierbar.
Willy: Jetzt konzentrieren wir uns mal auf diese ökosozialen Leistungen.
Willy: Ich glaube, dass ich da mit dem... Was ist das überhaupt? Immer ein bisschen
Willy: beschrieben hast du das schon. Und wie sollten die E-Bilden abgegolten werden?
Ernst: Ja, das wurde damals von Herrn Riegler eben...
Willy: Ja, ich habe da nicht gesessen, aber war schon im Podcast. Josef Riegler,
Willy: ökosoziale Marktwirtschaft.
Ernst: Genau, von daher kommt das...
Ernst: Österreich der Vorreiter eben und ich glaube, das ist das richtige Modell,
Ernst: das was wir brauchen, die ökosoziale Landwirtschaft in Österreich.
Ernst: Das muss bezahlt werden.
Ernst: Wie es bezahlt wird, das ist eine Möglichkeit, wie ich vorher gesagt habe,
Ernst: über den Tourismus oder andere Möglichkeiten.
Ernst: Wir haben in den letzten Jahren und speziell in den letzten drei Jahren extreme
Ernst: inflationäre Steigerungen gehabt.
Ernst: Die Inflation war Seit Kriegsbeginn, also Kriegsbeginn nicht,
Ernst: aber sagen wir seit Einfall der Russen in der Ukraine Februar 2022 bis heute sind es 27,4%.
Ernst: Diese 27,4% das ist normal eine Inflation, also das ist jetzt in dreieinhalb
Ernst: Jahren, vier Jahren, die du normal in zehn Jahren oder in 15 Jahren machst, diese Entwicklung.
Ernst: Diese Entwicklung kann man so in der Landwirtschaft jetzt nicht mehr wegstecken.
Ernst: Früher ist es gegangen, über zehn Jahre, durch wirtschaftliches Wachstum,
Ernst: das was ich vorher gesagt habe, die Betriebe werden größer,
Ernst: mehr Tiere in Steuern, also Stahlbau, also mehr pro Quadratmeter,
Ernst: aber Stahlbau, die Betriebe investieren immer mehr und sind größer geworden,
Ernst: verdrängen damit die Kleinbetriebe.
Willy: Nächste Statistik.
Ernst: Und das ist das Problem, wo wir jetzt angelangt sind, dieser Wachstum,
Ernst: den gibt es nicht mehr, bei uns in Österreich zumindest nicht wirklich.
Ernst: Also der wird nicht mehr kommen und wird aber gesamtlandwirtschaftlich nicht mehr kommen.
Ernst: Dazu habe ich uns jetzt wieder ökosoziale Marktwirtschaft.
Ernst: Eines der wichtigsten Foren, was da herausgekommen ist, ist die Wintertagung jedes Jahr.
Willy: Vom ökosozialen Forum, die Windtagung.
Ernst: Genau, ja. Und da gibt es immer wieder tolle Vorträge, wo ich auch öfters teilnehme.
Ernst: Und da hat ein Professor von der Uni Göttingen vorgetragen, dass diese Quelle
Ernst: des Wachstums in der Landwirtschaft eigentlich jetzt erreicht ist.
Ernst: Das ist nicht mehr möglich.
Ernst: Der Wachstum ist jetzt sowohl in der Züchtung von der Pflanze her nicht mehr möglich.
Ernst: Das war in den letzten 30, 40 Jahren irrsinniger Fortschritt.
Ernst: Wir haben höhere Erträge zusammengebracht durch neuere Züchtungen.
Ernst: Wir haben einen technischen Fortschritt gehabt, dass die Maschinen eben,
Ernst: wie soll man sagen, mit verschiedenen elektronischen Helferlein ausgerüstet
Ernst: wurden, größer wurden die Maschinen.
Ernst: Das ist auch nicht mehr möglich, weil wir haben in Österreich eine Straßenverkehrsordnung,
Ernst: die sagt, drei Meter hoch, vier Meter hoch und maximal 18 Meter lang.
Ernst: Also das müssen wir einhalten. In Amerika haben sie teilweise Straßen und in
Ernst: Kanada drei Meter Asphalt und daneben nur drei Meter Schotter.
Ernst: dann kannst du mir einen 6 Meter breiten Traktor vor.
Ernst: Das ist bei uns nicht möglich. Wird nie möglich sein. Somit ist in Europa die
Ernst: Quelle des Wachstums in der Größe auch eingeschränkt.
Willy: Zumindest in Österreich.
Ernst: Und eben der züchterische Fortschritt ist eingeschränkt. Sicher technisch wird
Ernst: sich noch ein bisschen was rausholen lassen.
Ernst: Aber Faktum ist, wir sind jetzt an dem Punkt angelangt, wo man ganz dringend diesen,
Ernst: Inflationsausgleich brauchen im Preis.
Willy: Also wir kommen immer, im Endeffekt es dreht sich dann doch,
Willy: aber an der drei Punkte draufstehen.
Willy: Bürokratieabbau können wir ewig reden, Herkunftskennzeichnung können wir ewig reden.
Willy: Das sind so die Pain-Points, wo man viel jammern kann, aber wenn du das riechst, nicht so viel.
Willy: Der Preis ist das Thema, oder? Wir kommen immer wieder auf den Preis und die Inflation.
Ernst: Nicht nur der Preis, weil der Preis wird bestimmt durch, wir haben in,
Ernst: also der Preis der landwirtschaftlichen Produkte wird an den Börsen gemacht. Das ist so.
Ernst: Getreide sind zwei Börsen weltweit zuständig, Chicago und Paris.
Willy: Wir sprechen jetzt mal vom Ackerbau.
Ernst: Und dort werden die Preise gemacht durch Käufer, Verkäufer, weltweite zwei Börsen.
Willy: Frankreich und Chicago. Also Lausanne, glaube ich.
Ernst: Das sind die zwei Größen. Und,
Ernst: Dort werden die Preise gemacht und es gibt dann natürlich Fleischbörsen auch noch.
Ernst: Das ist ein regionaler, kleiner Schlachthöfen. Die Schweinebörse.
Willy: Genau, ja. Das ist auch schon da gesessen.
Ernst: Der Punkt ist das, das können wir jetzt nicht inflationsmäßig anpassen, die Preise.
Willy: Das ist ja genau das Ding, wo du denkst, wo willst du dich denn die Inflation holen?
Willy: Also ihr seid ja sowohl bei den Input-Seiten, Preisnehmer und bei den Output-Seiten.
Ernst: Bei der Börse oder bei internationalem Freihandel wird immer nach unten gedrückt.
Ernst: Du musst Kosten einsparen.
Ernst: Kosten einsparen ist immer. Kosten können wir nicht mehr einsparen,
Ernst: so wie du sagst teilweise.
Ernst: Wir sind auf der einen Seite abhängig von Einkauf. Saatgut, Dünger wird immer...
Ernst: Dünger wird auch Kandel, dann der Börse.
Ernst: Rohölpreis. Also bestimmt Rohölpreis, den Düngerpreis.
Willy: Die koppelt dann den Rohölpreis.
Ernst: Saatgutpreis bestimmen die Konzerne, die immer weniger werden.
Ernst: Und da ist wieder ein Punkt, wo ich ein bisschen kritisch eingestellt bin,
Ernst: gegenüber Gentechnik-Saatgut, weil da machen wir sich wieder abhängiger, wir die Landwirte.
Willy: Zumindest, wenn die Technik und die Patente...
Ernst: Weil das geschützte Patente sind. Und deswegen bin ich da sehr kritisch eingestellt diesbezüglich.
Willy: In Österreich sind wir da sehr, sehr kritisch.
Ernst: Vermehrung des eigenen Saatguts ist schon ein sehr wichtiger Punkt.
Ernst: das, was wir sehr halten müssen.
Willy: Da sind so viele Themen drin, das habe ich vorher gemeint, wir müssen aufpassen,
Willy: dass wir da ein Ding, weil die Hybridsorten, von denen du sprichst,
Willy: das sind die, die du nicht selber vermehren kannst.
Ernst: In zwei Inzuchtlinien, die gekreuzt werden, sind Hybridsorten.
Willy: Normalerweise denkst du, ich produziere mein Saatgut selber,
Willy: aus der Ernte vom Jahr nehme ich mein Saatgut und das mit dem ernte wieder.
Willy: Der Mechanismus ist da ausgeschlossen.
Ernst: Aber der historische Fortschritt der letzten Jahrzehnte war ihm auch gut und
Ernst: wichtig, damit wir höhere Erträge haben, damit wir auch diese Versorgungssicherheit
Ernst: klarstellen auf der Welt, den Auftrag erfüllen, aber der ist jetzt auch irgendwo
Ernst: angelangt, der Wachstum.
Ernst: Der einzige Wachstum wäre noch die Gentechnik veränderndes Saatgut,
Ernst: wo man sagt, okay, da ist noch eine Möglichkeit drin, dass man noch höhere Erträge
Ernst: erzielt oder absichert.
Ernst: Ja, aber wie gesagt, da macht man sich auch wieder eine gewisse Abhängigkeit
Ernst: als Landwirt, garantiert.
Ernst: Und auf der anderen Seite sind wir Preisnehmer vom Verkauf. Das ist der einzige,
Ernst: wo man eine inflationäre Anpassung machen kann und das ist,
Ernst: Dort in Europa haben wir seit 1995 Österreich ist zur EU gekommen,
Ernst: diese Ausgleichszahlungen.
Ernst: Damals haben es halt Ausgleichszahlungen gekostet.
Ernst: Heutzutage heißt es Förderungen. Grob gesagt, die Bank kriegen eh so viele Förderungen.
Willy: Das Fördersystem ist wieder ein eigener Podcast. Ein eigener Podcast.
Willy: Zwei Säulen grob, Flächenförderung und Zusatzförderung für Umweltleistungen. Genau.
Ernst: Und die wurden aber eigentlich nie angepasst in der Inflation.
Willy: Das ist das Spannende an dieser Geschichte, weil mir sind da ein bisschen die
Willy: Augen aufgegangen, das ist ja im Prinzip ein Teil des Lohns, wenn man so will.
Willy: Man hat irgendwie erkannt, okay, wir sind Struktur, das haben wir ja gesagt,
Willy: andere Länder haben, auch wenn man Richtung Ukraine schaut, oder Richtung Argentinien
Willy: und sonst was, die können viel günstiger produzieren.
Willy: Von welchen Gründen auch immer, wie in Österreich.
Willy: Deswegen braucht es diese Ausgleichszahlungen, damit ihr quasi auf euch ein
Willy: Geld kommt, auf euren Lohn, wenn man so will.
Ernst: Das ist ein bisschen vergessen worden über die Jahre. Es ist halt gesagt worden,
Ernst: okay, ihr kriegt so viel Geld, wie es pauschal immer gesagt worden.
Ernst: Wir wollen aber dafür Leistungen. Und wir wollen noch mehr Leistungen und noch
Ernst: mehr Leistungen. Wir haben immer mehr mitgesprochen, weil es doch ein Riesenbudget ist.
Ernst: Es war früher in der EU, fast 50% des EU-Budgets war für Agrargelder.
Ernst: Mittlerweile sind es nur mehr knapp unter 30.
Ernst: Und ab 2028 droht nochmal eine Kürzung, dass man dann unter 25 oder bei 20 Prozent,
Ernst: wo wir das ganze EU-Budget für Agrarmitteleben aufwenden.
Ernst: Und somit, wo ist unsere Inflation praktisch?
Ernst: Und dann haben wir zusätzlich immer mehr mitgesprochen, weil es ein großer Budgetbosten
Ernst: ist. Da haben sie gesagt, ja, dann wollen wir mehr Umweltauflagen haben.
Ernst: Das heißt, wir müssen immer mehr.
Ernst: Dinge einhalten, die was, sage ich mal, die Natur, die Ökologie, Rebhühner,
Ernst: der Rebhühnerbestand ist zurückgegangen, somit müssen wir schauen,
Ernst: dass wir wieder die Rebhühner im Feld praktisch, die Feldlärche und so weiter,
Ernst: wieder herbringen werden.
Ernst: Dann gibt es Entwicklungen, dass man eben plötzlich Geld bekommt,
Ernst: dass man nie mal das Getreide striegelt im Frühjahr, damit man diese Nester
Ernst: schützt, der Rebhineu oder der Feldlöcher. Hört sich alles toll an.
Ernst: Das Problem ist nur, uns gehen die Werkzeuge dann aus langsam.
Ernst: Wir erzeugen eigentlich nur mehr was für die Ökologie und die eigentliche Produktion,
Ernst: also den Weizen zu produzieren, geht immer mehr ins Hintertreffen.
Willy: Und das ist dann auch die Bürokratie wieder, weil alles, was du machst,
Willy: musst du dann auch entsprechend wieder dokumentieren, bei einer Kontrolle nachweisen,
Willy: auch wenn es gut gemacht ist.
Ernst: Und das sind nicht mehr Ausgleichszahlungen, sondern es sind eben diese ÖPOL-Zahlungen,
Ernst: was gibt ein Teil davon in Österreich.
Ernst: Diese ÖPOL-Zahlungen werden so bezahlt, dass sie sagen, es darf nichts am Betrieb
Ernst: überbleiben von den Geldern beim Betrieb, sondern das sind Zahlungen,
Ernst: die du bekommst dafür, dass du diese Leistung erbringst.
Ernst: Also die Leistung, dass du eben die Feldleiche wieder da hast.
Ernst: Auf guter Deutsch gesagt.
Ernst: Das Problem ist nur, das wird auch immer alles teurer.
Ernst: die Erhaltung der Fettelärche. Das würde aber keiner zahlen,
Ernst: diese Inflationsanpassung. Also diese Maßnahmen.
Ernst: Wir haben Saatgut, teilweise müssen wir Begrünungssaatgut ausbringen,
Ernst: das was auch immer teurer wird.
Willy: Also nicht landwirtschaftliches Saatgut, sondern Wiederherstellung von Flächen.
Ernst: Genau. Und da kriegst du einen fixen Satz und der wird auch nicht angepasst.
Ernst: Also insofern rechnet sie das irgendwann nicht.
Ernst: Ein ganz konkretes Beispiel bei mir im Bezirk war so, wir haben früher,
Ernst: der Neusiedler Bezirk hat ein bisschen ein Problem mit Nitrat im Grundwasser.
Ernst: Grundwasserschutzgebiet, also ein Nationalpark und so weiter.
Ernst: das Führer geben 75 Euro pro Hektar pro Hektar, damit man Bodenuntersuchungen
Ernst: macht und damit man eben die Schickstoffeintragung reduziert und so weiter.
Willy: Was dann zum Nitrat im Grundwasser führen würde? Oder in den Flüssen und so weiter.
Ernst: Seit der letzten GAP wurde das gekürzt für konventionelle Betriebe auf 50 Euro
Ernst: und für Biobetriebe nur auf 25 Euro pro Hektar von 75.
Ernst: Und ich habe dann gesagt, okay, für die 25 Euro mache ich es gleich gar nicht mehr.
Ernst: Das zahlt sich für mich als Betriebsführer gar nicht mehr. Ich muss dann Vorlagenkontrolle,
Ernst: also ich muss Kurse besuchen, 10 Stunden in die 5 Jahre.
Ernst: Ich muss die Aufzeichnungen führen, ich muss Bodenuntersuchungen machen.
Ernst: Das kostet mir mehr, als was es mir bringt dann für die 25 Euro.
Ernst: Und dann mache ich es einfach nicht mehr.
Willy: Und dann rechnest du dann halt auch, das kostet nichts.
Ernst: Und damit bezügt man eigentlich das Gegenteil von dem, was man eigentlich geplant
Ernst: hat von der Politik. und gleichzeitig ist auch Begrünungsaatgut, also,
Ernst: Der Konsument erklärt oder sieht so und sagt, naja, jetzt wollen sie mehr Geld
Ernst: bauen und gleichzeitig weniger Bürokratie. Das spießt sie.
Ernst: Nein, das spießt sie nicht, weil der Konsument versteht gar nicht mehr,
Ernst: wie hoch bei uns die Bürokratie ist mittlerweile.
Ernst: Dass wir Begrünungen zu einem gewissen Zeitpunkt bis 15.
Ernst: August aussehen müssen und die müssen stehen bis 15. Februar.
Willy: Auch wenn das Viertel unter Wasser steht. Genau. Wo es gar nicht geht,
Willy: theoretisch, dass es ausforscht.
Ernst: Und wir werden mittlerweile überwacht über einen Satelliten.
Ernst: Unsere Flächen werden alle sieben Tage oder 14 Tage überwacht.
Willy: Kommen wir ja auch positiv. Das ist jetzt modernisiert.
Ernst: Genau, modernisieren. Das soll uns eine Erleichterung bringen.
Ernst: Wir haben auch eine App, wo wir jetzt praktisch Fotos hochladen können.
Willy: Greift was Handy.
Ernst: Kontrolliert werden. Und wenn es nicht so ist, praktisch können wir es mit dem
Ernst: Handy fotografieren und hineinschicken
Ernst: in die App und dann sollte es uns rechtfertigen. Es ist eh so.
Ernst: Problem ist nur, dass die Meldung meistens später kommt.
Ernst: Und so passiert es, dass zum Beispiel...
Willy: Wie später? Also die Titan kommt bei einem Satellit und die Weltankunft bei Post, oder was?
Ernst: Genau, ja. Also ein Betrieb hat mir vor der Demo da angerufen und gesagt,
Ernst: du, er hat jetzt eine Kürzung von diesen öffentlichen Geldern,
Ernst: von diesen Öpol-Zahlungen von zweieinhalbtausend Euro,
Ernst: weil der Satellit hat die Begrünung nicht gesehen im Winter,
Ernst: im Jänner bei ihm am Feld.
Willy: Wer es draufgeschrieben hat oder irgendwas,
Ernst: Oder? Nein, die messen das über eine Chlorophyll-Messung. Also wie grün das
Ernst: Feld ist praktisch. Wenn das Feld grün ist, dann ist eine Begrünung drauf.
Ernst: Aber wenn es nicht ganz grün ist, dann ist es ein Fehler geworden.
Willy: Es gibt eine gewisse Unschärfe drinnen.
Ernst: Und er hat dann eine Verständigung gekriegt, Mitte Februar, einen Hinweis,
Ernst: dass das nicht stimmt. Er soll das fotografieren.
Ernst: Er hat gesagt, er war jetzt genau vor drei, vier Tagen umgebrochen.
Ernst: Also sie steht jetzt immer dort.
Ernst: Er kann es nicht einmal mehr beweisen, dass es da war, die Begrünung. Blöd, ne?
Ernst: Somit muss es zahlen, die Strafe, ja.
Ernst: Obwohl es gestanden ist im ganzen Winter. Die ist drei, vier Monate auf dem
Ernst: Feld gestanden, die Begrünung.
Willy: Ich höre solche Sachen total oft. Was ich nicht verstehe, ist,
Willy: dass es da nicht einfach irgendwelche Mechanismen gibt, dass man mit dem umgeht.
Willy: Das höre ich immer wieder, dass man da mit Strafen beinahe durchfährt.
Ernst: Wir sind im Trockengebiet eben bei uns in Österreich, in Osten,
Ernst: wo eben diese Begrünungen teilweise im Spätherbst nicht mehr richtig keimen.
Ernst: Du baust wirklich ein teures Saatgut an und dann keimt es nicht oder verbrennt
Ernst: der Keimling, weil es so trocken ist, so heiß. im Boden.
Ernst: Oder eine Wicke zum Beispiel. Eine Wicke ist eine ganz tolle Frucht in der Begrünung,
Ernst: ist für meinen Betrieb auch ganz wichtig.
Ernst: Die Wicke hat oberirdisch ein Drittel Blattmasse und unterirdisch in die Wurzeln zwei Drittel.
Ernst: Bringt Stickstoff im Boden rein, aus der Luft.
Ernst: Die geht aber im Winter, im Herbst ziehst du sie noch am Feld,
Ernst: im Winter zieht sie die Blätter so zusammen, dass du praktisch kein Grün mehr hast am Feld.
Ernst: Das glaubst du, wo ist denn die jetzt für ihn verschieden? Und dann kommt die
Ernst: März aber wieder, Schön, dann blüht es so richtig auf.
Ernst: Nur im Kontrollzeitraum im Februar, wenn der Satellit rüberfliegt,
Ernst: zieht er die Wiki nicht noch.
Ernst: Und du als Landwirt musst dich rechtfertigen, warum dein Feld nicht genug klarer Gefühl hat.
Willy: Da ist so ein bisschen die Landwirtschaft und die Bürokratie,
Willy: ich will niemandem etwas Böses unterstören.
Willy: Das ist sicher auch keine böse Intention, aber das ist so ein bisschen entkoppelt.
Willy: Man misst das so und wenn dann so Messfehler drinnen sind, dann gibt es keinen
Willy: Mechanismus, der das irgendwie kompensieren kann.
Ernst: Die Verwaltung sagt, wir müssen es ja irgendwie kontrollieren.
Ernst: Oder wir müssen irgendwie einen terminischen Rahmen.
Willy: Ja, das ist ja das. Den Herkunftskontext musst du auch kontrollieren,
Willy: sonst kann jeder sagen, was er will.
Ernst: Aber es ist praktisch nicht, manches ist praktisch halt nicht wirklich durchführbar oder schwer.
Willy: Du schreibst ja bei dem Punkt, ich satze ja für Kontrolle, aber gegen Schikanen.
Ernst: Genau.
Willy: Du siehst schon ein, dass es kontrolliert werden muss. Es muss ein Bio auch
Willy: kontrollieren. Du musst gar nicht sagen, es ist Bio. Du wüsst ja auch,
Willy: dass es kontrolliert wird.
Willy: Wo fängt die Schikane an? Das sind Schikanen, oder?
Ernst: Genau.
Willy: Hast du noch etwas?
Ernst: Eine Kontrolle ist sehr gut, damit man immer einen Mehrwert erzielen kann.
Ernst: Und diesen Mehrwert wollen wir durch diese Kontrollen erzielen.
Ernst: Mehrwert durch diese verschiedenen Güten, die Siegel, was wir haben in Österreich.
Ernst: Mehrwert durch Bio-Siegel, wie du es vorher gesagt hast. Brauchen wir noch mehr Siegel? Nein.
Ernst: Es gibt genug Reden mittlerweile. Man braucht das Rad.
Willy: Die Frage hat mir in den Raum geworfen.
Ernst: Es braucht nur Wiedererkennung wieder, dass dieses Siegel eben der Konsument
Ernst: da versteht und nicht mit Auflagen überladen ist, was dem Konsumenten gar nichts
Ernst: mehr bringt, was ich vorher gesagt habe.
Ernst: Welchen Konsument stört das, ob die Begrünung jetzt da im Februar sichtbar war oder nicht?
Ernst: Und den Bauern ist das ein Einkommensverlust, ein riesiger, wo ich sage,
Ernst: diese ÖPOL-Zahlungen, die früher Ausgleichszahlungen waren, hat sich immer mehr
Ernst: in diese Mehrwertzahlungen verlagert praktisch.
Ernst: Wir sollen noch zusätzliche Leistungen erbringen.
Willy: Aber ich verstehe es ja so, diese Messung muss ich machen, weil wenn du das
Willy: nicht machst, kommst du dir ja theoretisch wurscht, du kriegst ja auch Geld
Willy: dafür, dass du diese Begrünung machst.
Willy: Du kannst das Geld erholen, und wenn du das nicht machst, hast du Geld gekriegt
Willy: für etwas, wo du das Geld gespart hast, weil du es nicht gemacht hast.
Willy: Das heißt, messen muss es, weil sonst der Mensch ist halt, so wie ich da sagen,
Willy: wenn ich es nicht kontrolliere, sollte der eine oder andere vielleicht in Versuchung
Willy: kommen, es vielleicht so zu machen.
Willy: Also ich muss es kontrollieren. Aber wenn ich mit einem System drauf war,
Willy: das offensichtlich für diesen Einsatz nicht geeignet oder noch nicht geeignet ist,
Ernst: Dann müsste doch mehr persönliche Kontroll halt dann nochmal stattfinden.
Ernst: Oder dann müsste halt jemand rausfahren und das kontrollieren.
Ernst: Eben, im Handy, ja. Mittlerweile muss ich die Arbeit auch noch machen.
Ernst: mich selber kontrollieren.
Ernst: Also, verstehst du mich? Auf der einen Seite ist die Verwaltung immer mehr und
Ernst: das Personal wird ja nicht weniger in der Verwaltung.
Ernst: Und gleichzeitig muss ich jetzt selber auch noch als Verwalter mehr eigenen
Ernst: Kontrolleur dastehen. Das geht zu weit.
Willy: Und das ist einfach, ist es, wie hoch ist der Anteil an Verwaltung, den du hast im Betrieb?
Willy: Was du sagen kannst, dann du arbeitest. Ist das schon so unangenehm viel oder ist es...
Ernst: Also ich habe es. Also ich muss jetzt sagen, in meinem österreichischen Betrieb
Ernst: ist es jetzt nicht so großweilig ein Kleinbetrieb.
Ernst: Und da hilft ja auch die Landwirtschaftskammer sehr viel. Und deswegen bin ich
Ernst: auch Verteidiger der Landwirtschaftskammer, weil eben die Landwirtschaftskammer
Ernst: schon dann einen Dienst erweisen, sage ich mal.
Willy: Beratend oder?
Ernst: Beratend und auch eben in der Antragstellung helfen, der was schon einen großen
Ernst: Wert hat für die österreichische Landwirte.
Ernst: Wenn ich das in Ungarn sehe, gibt es zwei Landwirtschaftskammern,
Ernst: die was das zum Teil machen, aber fehlt ihnen das Personal.
Ernst: Da habe ich eine eigene Firma, die was das macht, die was ich bezahle dafür,
Ernst: dass sie mir die Anträge macht.
Ernst: Das kostet echt viel Geld. Also da ist da eine Landwirtschaftskammerbeitrag. Kleinigkeit dagegen.
Ernst: Und das nächste ist, zusätzlich habe ich dann die Bürokraft angestellt.
Ernst: wie man das noch macht zusätzlich, weil ich möchte mich damit echt gar nicht
Ernst: mehr damit beschäftigen.
Ernst: Also das Einzige ist die Biokontrolle, die mache ich auch.
Ernst: Also draußen am Feld, ja, also was praktisch ist.
Ernst: Aber die diese Verwaltung in Papierkrieg wie gesagt, also bei meinem Betrieb
Ernst: mit 500, 600 Hektar verschlingt mehr als eine halbe die Arbeitskraft.
Ernst: Also mehr als 20 Stunden in der Woche. Und das ist schon irre irgendeine.
Willy: Nur für die Verwaltung?
Ernst: Also Buchhaltung und Verwaltung.
Willy: Jetzt haben wir die Bürokratie auch noch ein bisschen mitgenommen.
Willy: Mir ist der Preis jetzt noch mal wichtig, dass man das versteht.
Willy: Du bist natürlich in deiner Barbel, für dich ist das klar, wie der Markt funktioniert.
Willy: Aber vielleicht können wir das noch einmal ein bisschen erklären.
Willy: Schauen wir erst auf die Input-Seiten.
Willy: Also was du als Landwirtschaft, Ackerbaubetrieb, eine Frage zwischendurch.
Willy: Wenn du jetzt hier sitzt und für die Landwirtschaft sprichst.
Willy: Die Frage ist auch wichtig, muss ich jetzt einbauen.
Willy: Für welche Teile der Landwirtschaft sprichst du und für welche vielleicht auch nicht?
Willy: Oder welche Teile sind von diesen Forderungen, die da drinnen sind und von den
Willy: Problemen stärker betroffen? Welche vielleicht ein bisschen weniger?
Willy: Damit wir das vielleicht auch ein bisschen einordnen können.
Ernst: Viele haben unsere Forderungen nicht gleich verstanden, was ich vorher gesagt
Ernst: habe, aber auch die Ministerien haben nicht gleich gewusst, wer ist wirklich der entsprechende.
Ernst: Und auch die Landwirte selber haben gesagt, es sind keine konkreten Forderungen,
Ernst: es müssen konkreter werden.
Ernst: Sagen wir, wir sind deswegen so unkonkret, damit wir möglichst viele abholen.
Willy: So mit in der Unschärfe finden sich dann alle wieder. Genau.
Ernst: Und gleichzeitig findet sich da wirklich jeder drin wieder und versteht das.
Willy: Also ihr versucht, um das zu sagen, ihr versucht für die Landwirtinnen und Landwirte
Willy: in Österreich zu sprechen.
Ernst: Genau, richtig.
Willy: Das ist eure Zielgruppe oder eure Mandanten, wenn man so will. Okay, gut.
Ernst: Und deswegen auch eine klare Herkunftskennzeichnung, eine österreichische Herkunftskennzeichnung,
Ernst: weil viele haben mir dann gesagt, eine europäische Herkunftskennzeichnung,
Ernst: willst du europäische oder österreichische? weil ich bin ja in Ungarn tätiger Betrieb.
Ernst: Ich möchte eine österreichische Herkunftsgrenze. Von mir soll auch Ungarn draufstehen,
Ernst: mir ist das vollkommen wurscht.
Willy: Das ist deutsch-ungarische.
Ernst: Grundsätzlich haben wir eine gemeinsame Agrarpolitik in Europa.
Ernst: obwohl es beim Tierwohl sehr wohl Unterschiede gibt und auch in Pflanzenschutzmittelanwendungen.
Ernst: Diese gehört einfach standardisiert mehr noch.
Ernst: Aber es ist ganz wichtig, eine österreichische Herkunftsgrenze zu erinnern,
Ernst: damit eben der Konsument zumindest weiß, okay, ich kann regional unterstützen, wenn ich es weiß.
Willy: Ja, okay. Jetzt zum Preis.
Willy: Ich glaube, das zentrale Ding, wo dann viele vielleicht noch nicht wissen,
Willy: wie speziell in dem Fall jetzt Ackerbau, was betrifft ja dich dann persönlich auch aus Betrieb,
Willy: was sind die Inputkosten, also die Betriebsmittel, was du brauchst,
Willy: damit du überhaupt produzieren kannst, woher kommen die,
Willy: wie entwickeln sie da die Preise, also jetzt vielleicht nicht so einmal überblicksmäßig,
Willy: zwischendrin ist ja euer Produkt, das ihr produziert und dann ganz wichtig auch,
Willy: wie wird dieses Produkt, wie könnt ihr dieses Produkt verkaufen und wo kommt der Preis?
Willy: Wir haben es eh vorher schon ein bisschen angedeutet, ich glaube,
Willy: wir sollten das noch einmal exemplarisch für Nicht-Landwirte einfach noch einmal erklären.
Ernst: Ja, zur Förderung muss ich nochmal, oder zur Ausgleichszahlung nochmal.
Ernst: Also wie gesagt, ein Schlüssel ist davon, dass man bei doch,
Ernst: man muss sagen, praktisch die Hälfte unseres Gewinns, oder Einkommens,
Ernst: 20% des Gesamtumsatzes sind, im Ackerbau speziell, von den Ausgleichszahlungen,
Ernst: also von diesen öffentlichen Zahlungen, nicht nur Ausgleichszahlungen,
Ernst: sondern die Öpolgelder sind auch drin.
Ernst: Also deswegen, das ist verzwickt alles. und deswegen allein von diesen öffentlichen
Ernst: Geldern und das sind 50% oder 51% von den Bundesmitteln von Österreich und der
Ernst: Rest ist EU, aber EU-Gelder sind ja praktisch auch von Österreich mitfinanziert.
Ernst: Von diesen zumindest 51% von diesen öffentlichen Geldern würde ich gerne dieses
Ernst: 27,4% Inflationsausgleich haben, der letzten vier Jahre.
Ernst: Plus in Zukunft natürlich jedes Jahr die Anpassung.
Willy: Jetzt bist du wieder bei der Inflation.
Ernst: Das ist das eine Punkt. Und das ist ein Punkt, den ich, was du sagst,
Ernst: jetzt kosten pro Hektar, das wird ja auch einkalkuliert bei uns auch pro Hektar, bei den Betrieben.
Ernst: Das bekomme ich an Ausgleichszahlungen pro Hektar und dann baut sich das alles auf.
Ernst: Was kann ich dann zahlen für die anderen Sachen und was kostet mir das Endprodukt?
Ernst: Es ist der Hektar Land, sobald du nicht gegerbt hast oder übernommen hast den
Ernst: Betrieb, muss dafür ein Pachtschilling natürlich sein. Da beginnst du einmal an.
Ernst: Das heißt, du musst Pacht bezahlen pro Hektar. Die Betriebe werden immer größer,
Ernst: damit sie wirtschaftlich überleben. Das heißt, du musst immer mehr pachten.
Willy: Also Pachtpreise ist auch ein großer Input, also Kostenbestandteil.
Ernst: Viele Betriebe und so wie man früher gesagt hat, die klassischen landwirtschaftlichen
Ernst: Betriebe haben vielleicht keinen Pacht bezahlen müssen und im Westen Österreichs nach wie vor nicht,
Ernst: teilweise viele nicht, weil sie einen eigenen Grund haben und kleinere Strukturen
Ernst: sind. Bei uns im Osten haben wir mit dem Ackerbau,
Ernst: immer mehr wachsen, wachsen, wachsen müssen. So, jetzt haben wir mittlerweile
Ernst: bei uns im Bezirk Betriebe, also ein Kollege von mir, der war so ein Protest,
Ernst: der Mietorganisator war, das passt ja auch.
Ernst: Gutes Beispiel, der hat arbeitet auf einem Betrieb, die haben 400 Hektar in
Ernst: Bewirtschaftung, um 20 Hektar Ackerland eingeladen.
Ernst: Das heißt, 5%.
Willy: Ja, weiß man, mit welchem Betrieb irgendwann einmal gestartet worden ist und
Willy: wie sich die Struktur auch verändert hat, dass wir da jetzt 400 überbleiben, oder 300 zusätzlich.
Ernst: Und diese 380 Hektar, die musst du praktisch bezahlen.
Ernst: Du musst aber eigentlich einen eigenen Pachtgrund, einen eigenen Grund musst
Ernst: du eigentlich auch bezahlen am Pacht.
Ernst: Solltest du auch mit einkalkulieren. Viele tun das eh nicht mehr,
Ernst: weil es nicht mehr ausgeht.
Ernst: Aber wenn du für ein eigenes Feld praktisch, müsstest du ja einen Pachtschilling, Pachtzins ansetzen.
Ernst: Der wird zwar auch im grünen Betrieb zum Teil festgehalten.
Ernst: Der ist aber offiziell, reden wir da von 300, 400 Euro, aber Faktum ist,
Ernst: der ist auch der Marktwirtschaft unterlegen und der liegt teilweise schon 500,
Ernst: 600 Euro, teilweise wenn Kunstlagen sind und wenn Kartoffeln angebaut werden,
Ernst: der braucht die Flächen, werden über tausende Euro auch bezahlt.
Willy: Also wir halten fest, damit wir da auch weiter in die anderen Punkte kommen.
Willy: Boden ist ein limitierender Faktor.
Ernst: Genau, wird immer weniger.
Willy: Auch spekuliert zum Teil, was damals das mit der Diözese gesagt hat,
Willy: mit Eisenstadt, die quasi das ausgeschrieben haben, also dort steigen Preise.
Willy: Also dort steigt einmal der Preis. Passt.
Willy: Was sind noch für wichtige Inputfaktoren bei dir zum Betrieb?
Willy: Machen Sie es bei dir fest. Oder in dem Ackerbau.
Ernst: Also der Bacht, ja. Das nächste ist das Saatgut. Also das Saatgut habe ich auch
Ernst: vorher schon gesprochen. ähm,
Ernst: Kommt von wenigen Firmen, Konzernen. Früher waren das auch immer viel mehr Saatgut,
Ernst: Saatgutveredler, Saatgut, wie heißt es, Produzent,
Ernst: Saatgutvermehrer.
Ernst: Saatgutvermehrer, danke.
Willy: Super Wort. Genau. Saatgutvermehrer.
Ernst: Aber Saatgutzüchter gibt es immer weniger weltweit. Und entsteht ein Monopol, ein gewisses.
Ernst: Und du hast durch das Wachsen oder Weichen auch dort natürlich,
Ernst: also immer mehr Züchtung, immer bessere Züchtung, wo früher Mais vielleicht
Ernst: 3.000, 4.000 Kilo erzielt hat,
Ernst: war es vor 10 Jahren im konditionellen Bereich,
Ernst: waren es vor 10 Jahren schon 10.000 Kilo pro Hektar, heute erzielen es teilweise
Ernst: 16.000, 17.000, 20.000 Kilo pro Hektar.
Ernst: Also das sind hochgezüchtete Sorten durch Hybridzüchtung, Inzuchtlinienkreuzung.
Ernst: kannst du jetzt baust du lieber dieses hochgezüchtete,
Ernst: Maissaat gut an um 300 Euro oder 250 Euro pro Hektar oder baust du lieber einen
Ernst: Nachbau an, den was du in einer alten,
Ernst: wie heißt die Sorte eine rote Mais-Sorte habe ich vermehre die auch zum Teil
Ernst: selber schon die letzten Jahre,
Ernst: ein roter Siebenbürger heißt der bringt maximal also dreieinhalb Tausend Kilo.
Ernst: Aber den kannst du dreschen und kannst wieder in die Erden stecken und wachst.
Willy: Aber das geht sich nicht mehr aus, weil er den auch Trag nicht bringt.
Willy: Das geht nicht aus, oder wie?
Ernst: Dann habe ich zwar einen eigenen Markt dafür geschaffen, nach Berlin geliefert,
Ernst: Tatiya Produzenten, die was Tatiya draus machen, aus dem Mais,
Ernst: weil der einen ganz anderen Geschmack gibt.
Ernst: Hat eine tolle Farbe, einen schwarzen Mais, einen mexikanischen Mais auch.
Ernst: der bringt noch weniger, der bringt 2.500 Kilo und dann sagst du halt,
Ernst: du brauchst dafür einen 4-fachen, 5-fachen Preis.
Willy: Irgendwann ist die Nische voll für das.
Ernst: Irgendwann ist es halt voll, ja.
Willy: Also du kommst nicht aus, also wir haben uns da quasi in Abhängigkeit gebracht,
Willy: wo wir können zwar selbst schon werden, aber die Hybrid-Sorten oder die,
Willy: was du zukaufst, die sind so effizient inzwischen, aber in privaten Händen,
Willy: dass du im Prinzip, wenn du auf den Weltmarkt lieferst und dann kommen wir dann
Willy: hin auf die Output-Seite, eigentlich gar in der Auskunfts-Werste Menge nicht zusammenbringst.
Willy: Das ist die nächste Abhängigkeit. Und da bist du halt von der Preispolitik der
Willy: Unternehmen Weltmarktpreis auch wieder abhängig. Wird auch wieder im Weltmarkt gehandelt.
Willy: Ganz wichtig. Okay, Saatgut. Das ist gut. Wir gehen jetzt jetzt so durch,
Willy: dass wir da ein Spiel kriegen.
Ernst: Saatgut ist das eine. Dann hast du
Ernst: natürlich im konventionellen Bereich Mineraldünger, den du was zukaufst.
Ernst: Der, was momentan eben Krise in im Nahen Osten, also im Mittleren Osten.
Willy: Die Straße von Hormusk, genau. Wir haben das auch mal gesagt, Tom, jetzt.
Ernst: Mineraldünger wird hauptsächlich erzeugt, eben auch durch Mineralöl.
Ernst: Und Stickstoff auch aus der Luft gewonnen, mit hoher Energie,
Ernst: Haber-Bosch-Verfahren.
Willy: Erdgas ist auch dabei irgendwo.
Ernst: Erdgas und so weiter. Das ist sehr energieabhängig.
Ernst: Wenn jetzt die Energiepreise für das steigt, dann steigen natürlich halt die Düngerpreise.
Ernst: Und das ist gerade massiv in der Landwirtschaft.
Ernst: Wird sich aber weltweit am Agrarmarkt auswirken, weil wir in Europa doch noch
Ernst: relativ gute Böden haben.
Ernst: und eine relativ gute Versorgung in den Böden großteils haben.
Ernst: Aber die Randgebiete, die sind immer mehr geworden in den letzten Jahrzehnten weltweit.
Ernst: Also wir müssen immer mehr Randgebiete erschließen, damit wir die Produktion
Ernst: noch erzeugen, was die Welt braucht.
Ernst: Die Bevölkerung wird immer mehr. Die muss ernährt werden.
Ernst: Und diese Randgebiete sind immer mehr geworden. also Regenwaldabholzung und
Ernst: Russlanderweiterung, also in den Norden hin, wo früher nie Weizen gewachsen
Ernst: ist, wird jetzt Weizen angebaut.
Ernst: Und da habe ich auch eine ganz tolle Statistik von,
Ernst: Vom Frühjahr habe ich selber auch nicht gewusst. Russland war zum Beispiel in
Ernst: den 90er Jahren der Hauptabnehmer von deutschen Weizen.
Ernst: Weil die haben sich selber nicht ernähren können. In den 90ern noch.
Willy: Okay.
Ernst: Und jetzt, Russland ist von Importeur zum einer der größten Exporteure.
Ernst: Und man muss sich das auch auf der Zunge gehen lassen. Man glaubt,
Ernst: Weizen wächst ja überall. Nein, Weizen wächst nicht überall.
Ernst: Es gibt eigentlich nur fünf oder sechs Länder.
Willy: Er wächst überall, aber er wächst nicht überall so, dass es sich auszüht,
Willy: dass du einen Namen baust. Das muss man sagen.
Ernst: Also Europa, also jetzt als Einland, Europa, Ukraine, Russland,
Ernst: Australien, Amerika und Kanada. Das sind die einzigen Länder, wo der Weizen wächst.
Willy: Das sind die Länder, die es mir immer härter nennen.
Ernst: Die restlichen 170 Länder in der Welt, die müssen alle importieren.
Ernst: Den Weizen. Und das ist die knallharte Realität.
Willy: Wir müssen importieren deswegen, weil die Produktionskosten für den Weizen im
Willy: eigenen Land höher wären, wenn sie es am Weltmarkt zu den Weltmarktpreisen kaufen würden.
Willy: Wo wir dann immer wieder bei der Frage sind, geht es um einen Preis in der Landwirtschaft
Willy: oder dass wir das Zeug im Land haben.
Ernst: Die Preisfindung, haben wir gesagt, wird zwar an der Börse gemacht,
Ernst: aber wo wird da, welcher Preis ist das dann? Ab Hafen.
Ernst: Hafen Rotterdam, ja. Und wenn du jetzt von Wien nach Rotterdam musst,
Ernst: dann musst du den Transport dann runterrechnen.
Ernst: Also eigentlich sollte es ja umgekehrt sein.
Ernst: Es ist nur umgekehrt in die Länder, wo es praktisch die, die was importieren
Ernst: müssen, dort wird dann der Transport noch aufgerechnet.
Ernst: Also ins Landinnere. Bei uns wird immer noch Exportpreis praktisch bezahlt, ne.
Willy: Also sprich, Hafen Rotterdam.
Ernst: Das ist der Preis. Dort ist praktisch international Handel. Dort wird der Preis
Ernst: gemacht. An der Börse zwar.
Willy: Aber... Jetzt sind wir schon beim Preis. Wir waren noch beim Dünger.
Willy: Das ist mein Job, dass ich da schaue.
Willy: Okay, Dünger, rohstoffintensiv, gleichzeitig, was ich jetzt gelesen habe,
Willy: gibt es jetzt auf EU-Ebene so ein C-BAM oder Carbon Border Adjustment Mechanism,
Willy: wo es jetzt quasi dann sogar noch ein Klimazoll, so ein Klimazoll für Dünger,
Willy: der ist jetzt eh ausgesetzt oder auf ein Prozent oder sowas reduziert,
Willy: dass man quasi den CO2 den CO2
Willy: Ausstoß, der da entsteht, quasi kompensiert.
Ernst: Ja, das machen wir aber nur in Europa, bei einem freien Welthandel.
Willy: Weil man in Europa, ja genau, Europa hat einfach das CO2-Regime,
Willy: das wir in Europa haben, wir wollen klimaneutral werden.
Willy: Das heißt, wenn im Ausland etwas günstig produziert wird, weil CO2 wird bei
Willy: Dünger, beim Import in die EU quasi obendrauf geschlagen, wobei das jetzt auf
Willy: unbestimmte Zeit zumindest für Dünger auf 1% oder sowas reduziert ist.
Willy: Aber sowas gibt es ja dann natürlich auch nicht.
Willy: Also es ist etwas, was halt noch einmal zusätzlich auf den Preis druckt.
Ernst: Ja, bei uns in Europa.
Willy: In Europa, ja klar. Wir sprechen ja noch von Inputkosten und wo die Kosten ein bisschen herkommen.
Ernst: Ja, aber gleichzeitig wird dann Importer Soja aus Brasilien genauso wieder billiger
Ernst: sein wie die Soja in Europa zum Rutschen.
Willy: Das sollte dann noch kommen.
Ernst: Das ist das Problem, was wir haben. Ganz ein einfaches Beispiel Dünger jetzt.
Ernst: Handstoff ist ein Dünger. Aber Handstoff ist auch ein Zusatz,
Ernst: was wir in den Traktoren auch brauchen mittlerweile.
Ernst: damit wir die Abgasreinigung von den Motoren hinbringen. Also die LKWs haben
Ernst: das ja verbaut, also alle Dieselfahrten, Dieselautos ja auch,
Ernst: haben diese Harnstoff-Add-Blue-Geschichte.
Ernst: Diese Technik kostet allein bei unseren Traktoren 10.000 Euro,
Ernst: nur die Technik einmal, Mehrpreis, und zusätzlich noch den Harnstoff,
Ernst: den du halt dazugeben musst.
Ernst: Das sind fast bis zu 10% des Dieselverbrauchs. und unsere großen Traktoren brauchen
Ernst: teilweise 500 Liter Diesel pro Tag.
Ernst: Dann kannst du 10% AdBlue, sind nur 50 Liter AdBlue dazu tanken.
Willy: 10%?
Ernst: 10% und diese 50 Liter AdBlue haben vor zwei Jahren, wie es Handstoff so teuer war.
Willy: AdBlue klingt einfach cooler.
Ernst: Genau, hat AdBlue 61 gekostet. 61 x 50 bis bei 70, 80 Euro pro Tag.
Ernst: Für Heimstoffkosten, für einen Traktor, damit er saubere Luft aussehen lässt, auf guter,
Ernst: Können wir zahlen. Warum? Aber die Ukraine oder Südamerika Mercosur-Staaten haben das nicht.
Ernst: Die verkaufen Traktoren ohne diese AdBlue-Technik.
Ernst: Die werden in einem eigenen Werk produziert.
Ernst: Billiger. Und gleichzeitig haben sie auch nicht diese Kosten pro Tag.
Ernst: Und natürlich auch günstiger Diesel auch noch wahrscheinlich.
Ernst: Wie bei uns. Bei uns ist es ja hoch besteuert auch der Diesel.
Ernst: Somit ist da ein extremer Wettbewerbsnachteil eigentlich.
Ernst: Und zusätzlich sorgen wir dafür, dass unsere Luft sauberer ist in Europa und
Ernst: dort unten ist es wurscht.
Ernst: Und dann gleichzeitig importieren wir aber wieder von dort. Das ist nicht fair.
Ernst: Das ist nicht auf einer Augenhöhe.
Ernst: Und somit, was wollen wir jetzt? Wollen wir jetzt genau den selben Standard
Ernst: haben mit dieser Dünge Besteuerung praktisch in Europa?
Ernst: Ist genauso, wir wollen Tierwohl mehr in Europa und in Österreich und dann wollen
Ernst: wir aber nicht dafür bezahlen.
Ernst: Und genauso ist das da jetzt auch wieder.
Ernst: Also da kommt wieder die europäische Landwirtschaft ins Hintertreff mit dieser Strategie.
Ernst: Wenn, dann brauchst du eine gesamtheitliche Lösung.
Willy: Das ist genau das Dilemma, wo man dann von der Weltmeister weiß,
Willy: weil auf der einen Seite die Inbo-Kosten, deswegen bin ich ja auf die ein bisschen.
Willy: Gut, die Bacht, die haben wir selber im Land.
Willy: Saatgut schon immer. Dünger ist sowieso schwerst abhängig von draußen.
Willy: Diesel, wie es jetzt auch, war mir jetzt eh schon mal mit dem Treibstoffkosten
Willy: etc. Das heißt, da haben wir
Willy: zunehmende Kosten. Bei der Produktion, wenn es darum geht, wie wird das produziert,
Willy: haben wir im Vergleich zu Drittstaaten, zu großen, wenn wir jetzt beim Weizen
Willy: sind, zu wirklich großen Ländern,
Willy: strukturelle Nachteile, topografische, also nicht so große Vögel,
Willy: nicht Economist, wie es geht,
Willy: Wettbewerbsnachteile auf Basis von anderen Produktionsbilden.
Willy: Du hast gesagt, AdBlue hört es so, das leppert sie.
Ernst: Im Summe.
Willy: Und im Summe können dann im Prinzip diese Länder, ohne es jetzt zu werten,
Willy: zu deutlich günstigeren Kosten relativ ähnliche Qualitäten oder gleiche Qualitäten
Willy: am Rohstoff produzieren.
Ernst: Ja, gleiche Qualitäten auf jeden Fall, weil es gibt ja internationale Standards.
Ernst: Also Börse, Börsepreise sind natürlich ein gewisser Standard,
Ernst: das musst du einhalten, qualitative Standards. hast.
Ernst: Wie gesagt, Rückstände ist eine andere Sache. Das haben wir vorher diskutiert.
Ernst: Aber es gibt gewisse Richtlinien, die musst du halt einhalten und dadurch ist das schon sehr wohl.
Willy: Jetzt kommen wir vielleicht unter der Prämisse, weil ich bin immer noch dabei,
Willy: dass das heute ein Übersetzungs-Podcast sein sollte, damit man das mal versteht.
Willy: Produzierst du dein Weizen bei dir, ich sage jetzt mal, im Burgenland oder in
Willy: Ungarn, aber bleiben wir vielleicht in Österreich. Wie Und
Willy: Wo verkaufst du denn? Wo lieferst du denn hin?
Willy: Wenn du es jetzt nicht selber verarbeitest, Direktvermarktung oder einen schwarzen
Willy: Weizen nach Berlin fährst oder sonst was, sondern du machst einen normalen Weizen,
Willy: sagen wir einfach mal pauschalen normaler Weizen.
Willy: Wo führst du denn hin und von wem kriegst du deine Kohle?
Ernst: Man hat in den letzten Jahren immer mehr diese Direktvermarktung propagiert in Österreich.
Ernst: ist toll, kann man machen aber gleichzeitig haben wir die Betriebe so sehr wachsen
Ernst: lassen müssen dass diese Direktvermarktung eigentlich,
Ernst: speziell bei uns und sagen wir, sie wirklich spezialisieren müssen in manchen
Ernst: Bereichen nicht mehr möglich ist,
Ernst: also das heißt, ich habe einen 150 Hektar Betrieb den was ich alleine machen
Ernst: muss am Traktor draußen den kann ich nicht nur immer jede die Hamfern und Nebenbein
Ernst: noch was verkaufen oder so.
Willy: Wo ist denn 150 Hektar die Hände direkt vermarkten?
Ernst: Das ist das Nächste. Es geht jetzt nur mal um die Zeit, Zeitfenster zu machen.
Ernst: Es gibt zwar einige gute Betriebe, die das nebenbei auch machen,
Ernst: die fahren auch am Wochenmarkt und verkaufen dort nebenbei auch Gemüse noch.
Ernst: Die machen praktisch einen großen Ackerbaubetrieb und machen noch ein bisschen
Ernst: Gemüse dazu und fahren zum Wochenmarkt.
Ernst: Aber die Ackerkulturen, die man produziert, die kann man nicht nur zusätzlich
Ernst: auch noch mitverkaufen mit deren Ausmaß, weil produziert, sagen wir mal, 150 Hektar Betrieb.
Ernst: Konditionell rechnen wir mit einem Ertrag von 6 Tonnen vielleicht.
Ernst: Das sind fast 1000 Tonnen.
Willy: In der Direktvermarktung, im Hofladen.
Ernst: 1000 Tonnen bei 1000 Kilo. Das heißt, man ist ein Million Packerl Weizen verkaufen.
Willy: Unrealistisch. Also zu glauben, wieso macht es denn nicht Direktvermarktung?
Willy: Den Markt gibt es einfach nicht.
Ernst: Dadurch nennt man sich Händler. Händlerpartner. Das ist schon immer so gewesen.
Ernst: In Österreich ist natürlich auch ein Reifersen entstanden, ein Reifersenlagerhaus
Ernst: und so weiter, die das Getreide kaufen und dann vermitteln praktisch.
Willy: Das heißt, was heißt das? Du erntest, du hast es dann quasi im Hänger und mit
Willy: dem Hänger fährst du quasi, der Lagerhaus ist die Sammelstelle.
Ernst: In den meisten Fall, viele fahren in ein Silo, also Lagerhaus oder private Händler
Ernst: gibt es ja auch und kippen das dort ab.
Ernst: und dort wird das gelagert. Einige haben sich auch selber Lagerungen gebaut
Ernst: und lagern das halt weil, speziell wenn ich jetzt Kanada oder Amerika hernehme,
Ernst: die Farmer haben dort alle eigene Silos.
Willy: Ja, eben aus dem Grund.
Ernst: Es hat aber nicht den Grund, dass sie jetzt sagen, damit sie besser jonglieren
Ernst: können am Markt, sondern eher, weil sie die Menge gar nicht wegbringen gleich
Ernst: auf einen Silo, weil so viele Silo gibt es gar nicht.
Ernst: Bei uns gibt es aber diese Strukturen, bei uns gibt es diese Lagerhäuser,
Ernst: die diese Volumen auffangen können.
Ernst: und lagern können auch. Und dann kannst du als Landwirt dann entscheiden,
Ernst: wie vermarktest du das Getrein.
Ernst: Entweder du gibst es ab und sagst, gib es mir her, das Geld sofort.
Ernst: Oder du kannst auch Modelle wählen, wo du sagst, du möchtest spekulieren ein bisschen auf der Börse.
Ernst: Du lässt es dabei in Silo und verkaufst es dann erst später.
Ernst: Du zahlst dann praktisch eine Lagergebühr an das Lagerstelle.
Willy: In der Hoffnung, dass der Preis jetzt aktuell... Du könntest das Geld sofort
Willy: haben. Also du kannst mit dem Weizen... Weizen?
Ernst: Sofort, ja, so mal innerhalb sechs Wochen.
Willy: Also sofort. Weißt du da an dem Tag, wo du das ablieferst, was du kriegst dafür?
Ernst: Nein.
Ernst: Du kannst vorher schon machen. Es gibt auch Kontrakte, was du vorher schließen
Ernst: kannst. Du kannst ein Vorkontrakt schließen, Vorkontrakt Ernte.
Ernst: Ist eher in Deutschland ein gängigeres Modell.
Ernst: Bei einigen Landwirten, auch in Osteuropa, bei den größeren Betrieben.
Ernst: Die wollen sich einfach ein bisschen absichern. Ich würde sagen,
Ernst: 30-40% verkaufe ich vor der Ernte.
Ernst: das wäre auch sicher ernten, sage ich mal.
Willy: Also an Teilverkauf. Genau.
Ernst: An der Börse praktisch auch schon.
Willy: Das habe ich, das weiß ich, mit dem kann ich jetzt schon kalkulieren.
Ernst: Wenn jetzt eine Missernte ist, kann es sein, dass du diese 100 Prozent,
Ernst: was du im Land nicht erntest.
Ernst: Und dann musst du es aber trotzdem liefern und kann es sein,
Ernst: dass du eine Ware zukaufen musst zum Kollegen.
Ernst: Die Preise steigen, das könnte ein riesen Minusgeschäft sein.
Ernst: Also es wird keiner über 100 Prozent, oder keiner wird 100 Prozent seiner Ernte
Ernst: vor der Ernte verkaufen.
Willy: Zu riskant.
Ernst: Zu riskant.
Willy: Aber eine Spekulierei ist es, oder?
Ernst: Eine Spekulierei, für die größeren Betriebe auf jeden Fall. Der Biobereich ist
Ernst: ein bisschen anders geregelt.
Willy: Machen wir es nicht kompliziert.
Ernst: Nein, aber es ist ein konditioneller Markt. Da kann man sehr wohl als Landwirt
Ernst: selber an der Börse praktisch etwas spekulieren.
Ernst: Aber wie gesagt, keine großen Spielräume sind da nicht gegeben.
Willy: Also du bist abhängig im Endeffekt. Genau, und das Lagerhaus ist ja dann wieder,
Willy: weil du gesagt hast, in Paris oder in Chicago. Ist es Paris oder ist es Lausanne?
Willy: In Frankreich auf jeden Fall. In Spanien. Frankreich und USA.
Willy: Und das verkauft sich an die quasi weiter. Das ist ja so ein Zwischenhändler sozusagen.
Willy: Und die sind ja auch wieder abhängig in dem, was sie weitergeben von diesen Weltmarktpreisen.
Willy: Genau. Wo dann, um den Bogen ein bisschen zu schließen.
Ernst: Das einzige Problem, wo ich sehe, an diesen Börsen wird mehr gehandelt,
Ernst: als was wirklich gehandelt wird. Um das X-Fache. Das ist das Bewerse.
Willy: Es wird spekuliert.
Ernst: Und das finde ich, da sollte man halt in der Regel irgendwie versuchen,
Ernst: politisch einzuschieben.
Willy: Ich bin mir jetzt nicht sicher, jetzt sind wir vielleicht wieder bei dem Punkt, wo man sagt,
Willy: Minister Dotschnik stimmt euch zu und ist bei euch, bin mir jetzt nicht sicher,
Willy: ob der Minister Dotschnik einen Einfluss drauf hat, wie die Börsen funktionieren
Willy: jetzt bei dem Ding und ob die Kontrakten,
Willy: das ist weit über den Kompetenzen wahrscheinlich oder die Möglichkeit.
Willy: schon. Da kannst du irgendwas machen.
Ernst: Aber gesellschaftspolitisch, meine ich, da müsste man, finde ich,
Ernst: eine andere Lösung finden.
Willy: Aber nur, dass wir bei dem Punkt bleiben. Das heißt, du bist ein Gewalt.
Willy: Dieser Preis, wo das Lagerhaus im Prinzip dann die österreichische Ernte verkauft,
Willy: handelt, ist der gleiche Markt,
Willy: wo Russland hinliefert, wo die Ukraine hinliefert, wo Kanada hinliefert,
Willy: wo diese Mengen zu ganz anderen Produktionskosten landen.
Ernst: Das ist also bei Landers zu sehen. Wie gesagt, wir haben die Börse in Frankreich
Ernst: und wir haben die Börse in Chicago.
Ernst: das sind zwei internationale Börsen die Russen,
Ernst: die Ukrainer und auch die Chinesen die handeln das anders die handeln ja nicht
Ernst: an die Börse sie kaufen schon auch irgendwie über die Börse auch aber sie handeln
Ernst: eigentlich, sie kaufen ganze Schiffe oder verkaufen ganze Schiffe also sind nicht börslich?
Ernst: nein, nicht richtig wenn man jetzt so Algerien hernimmt die was Weizen brauchen,
Ernst: die kaufen die kaufen schon an der Börse auch, aber momentan ist es so,
Ernst: ich habe es vorher gesagt, Russland hat die Export extrem erhöht.
Ernst: Also die haben die Zäune jetzt da.
Ernst: 2024 2025 hat Russland und Ukraine gemeinsam 220 Millionen Tonnen erzeugt.
Ernst: Das ist 70% mehr als wie vor 12 Jahren vorher.
Ernst: Also früher waren es 130 Millionen Tonnen, jetzt 220 Millionen Tonnen.
Ernst: und den Export waren früher 30 Millionen Tonnen und heute sind es 100 Millionen
Ernst: Tonnen, was sie exportieren.
Ernst: Das sind eine Steigerung um 230 Prozent, also das innerhalb 12 oder 13 Jahre.
Ernst: Und diese 100 Millionen Tonnen, die schlagen am internationalen Markt auf.
Willy: Indirekt natürlich auch wieder auf der Börse, weil die Menge natürlich dauert.
Ernst: Es ist aber nur so, und jetzt wird es.
Willy: Kompliziert oder?
Ernst: Einfach erklärt, ja. Das wird nicht über die Börse gehandelt,
Ernst: sondern die schauen sich die Preise an. Okay, so wird es gehandelt an der Börse.
Ernst: Chicago oder Frankreich. Und wir haben dann die Russen und die Ukrainer momentan,
Ernst: die verkaufen ganze Schiffsladungen.
Ernst: Ein Schiff voll Weizen hat 80.000 Tonnen. Und dieses Schiff...
Willy: 80.000 Tonnen.
Ernst: 80.000 Tonnen, ja. Was ist das für eine Zahl?
Willy: Ja, das ist jetzt 220 Millionen Tonnen. Irgendwann steigst du raus.
Ernst: Wenn wir jetzt guten Weizen, guter Qualität, sind wir 8 Tonnen im Hektar in Österreich.
Ernst: In Oberösterreich, bei uns im Osten nicht ganz, eher trocken.
Ernst: Aber sind wir 8 Tonnen, das sind bei 80.000 sind 10.000 Hektar.
Willy: 10.000 Hektar?
Ernst: 10.000 Hektar in ein Schiff. Und die gehen dann von St.
Ernst: Petersburg nach oder, nein, nicht St. Petersburg, an Donbass.
Willy: Von Hafen zu Hafen.
Ernst: Von Schwarzmeer praktisch, meistens geht dann schon Schwarzmeer weg,
Ernst: von Schwarzmeer nach Algerien.
Ernst: Und die fahren so einen Preis, dass sie sagen, okay, das Schiff geht um 10 Euro
Ernst: pro Tonne günstiger als der Preis.
Ernst: Und deswegen verkaufen die momentan. Die Ukraine und die Russen verkaufen und
Ernst: wir bleiben auf voller Läger.
Willy: Du bist natürlich maximal politisch dann drinnen. Genau. Du bist moralisch dann
Willy: verhaftet, weil da geht es dann natürlich um Finanzierung, Verteidigung und,
Willy: und, und, und, und gleichzeitig ziehen diese 10 Euro, wo sie drunter gehen und
Willy: sagen wir jetzt mal wahrscheinlich 10 Euro, ziehen natürlich den anderen Preis mit.
Ernst: Genau.
Willy: Und das ist genau der Preis, wohin dann
Willy: Wo sie hinliefern, Kanada dann über den Weltmarkt, Börsepreis,
Willy: wer auch immer jetzt wo genau hinliefert oder so.
Willy: Nur, dass wir es mal verstanden haben, grob den Mechanismus dahinter.
Willy: Und da sind jetzt die österreichischen Bauern, die deutschen Bauern,
Willy: die europäischen Bauern.
Willy: Erstens mal in Europa unterschiedlich, hast du schon erklärt.
Willy: Und dann haben wir in Österreich, wenn ich es richtig verstehe,
Willy: die höchsten Standards, die alle mit so Zitzelweis auf die Kosten einzahlen.
Willy: Und diese Kosten sind sehr, sehr hoch auf der Input-Seite, also Kosten-Seite,
Willy: was du halt brauchst und misproduzierst und gleichzeitig geht der Weltmarktpreis,
Willy: wo du verkaufen hast, weil du bist ja wieder Preisnehmer.
Willy: Du bist auf der Kosten-Seite Preisnehmer, du bist auf der Ausgabenseite Preisnehmer
Willy: und in der Spahn bist du drinnen. Und du kannst eigentlich,
Ernst: Kannst du nicht reagieren drauf.
Willy: Du kannst nur agieren.
Ernst: Agieren und die Kosten senken. Und da sind wir dann jetzt beim nächsten Punkt,
Ernst: dass wenn Kosten senken nicht mehr geht, dann musst du die Produktion zum Teil einstellen.
Ernst: Und da ist ackerbaulich so möglich, also eine Milchkuh kannst du nicht abtrauen von heute auf morgen.
Ernst: Jeder Industrielle wird die Fabrik dann momentan stillstellen oder Kurzarbeit gehen.
Ernst: Du stößt die Kuh auf Kurzarbeit,
Ernst: Ja, du kannst das ein bisschen weniger füttern, weniger Kraftfutter eine Zeit
Ernst: lang, aber das machst du auch nicht von heute auf morgen, das musst du langsam
Ernst: angewöhnen und dann musst du wieder hochfahren. Und...
Ernst: Oder du kannst Kühe schlachten, wenn du weniger drin hast, aber den Stall musst du trotzdem zahlen.
Willy: Kosten und laufen weiter.
Ernst: Und beim Ackerbau ist es so, bei uns in der Region, und das sehe ich immer wieder,
Ernst: und jetzt Zitat von Hubert von Galsam, brennen tut es gut, wo ich sage,
Ernst: die Ackerbauproduktpreise, die waren immer irgendwie gekoppelt an die Energiepreise.
Ernst: Das haben in die 1999 99, wie die Grünen in Deutschland waren,
Ernst: haben ja massiv fast forciert diese Biogas-Geschichten.
Ernst: Biogasanlagen entstanden und jetzt sagt man die Vermeißung von Deutschland,
Ernst: weil es so viel Silomais-Anbau, das waren überall, damit man Energie erzeugt.
Ernst: Ja, es ist halt eine Quelle oder eine Möglichkeit, damit du eben in der Landwirtschaft
Ernst: wieder Geld reinbringst.
Ernst: Und das hat halbwegs noch...
Willy: Überproduktion, das ist dann so quasi Überproduktion, nur was tue ich jetzt
Willy: mit dem? Keiner tut es gut.
Willy: Biogas war eine Option, dass ich Energie erzeugte, die haben wir gebraucht,
Willy: also da war kein Ausweg aus der Geschichte.
Ernst: Und das hat noch halbwegs korreliert, würde ich sagen. Es hat ein paar Jahre
Ernst: gegeben, wo man immer gesagt hat, da geht die Biogasanlagen zu einer Konkurrenz
Ernst: gegen die Lebensmittelproduktion. Ein bisschen.
Ernst: War aber nicht so tragisch, meiner Meinung nach. Was wir jetzt,
Ernst: aber den Punkt, was wir jetzt gerade erreichen, ist, die Energie ist wesentlich
Ernst: teurer noch geworden und jetzt können wir mit den Lebensmittelpreisen können
Ernst: mit den Energiepreisen nicht mehr mit.
Ernst: Das heißt...
Willy: Da merke ich Biogasanlagen wieder, oder wie?
Ernst: Nein, die Biogasanlagen kommen auch nicht mehr mit. Das ist das Perverse.
Ernst: Am hocheffizientesten ist momentan die Photovoltaikanlagen auf den Feldern.
Willy: AKPV.
Ernst: Genau, und die werden immer mehr bei uns im Bezirk. Das ist wirklich eine Flächenkonkurrenz.
Willy: Extrem. Gibt es denn nicht diese
Willy: hohen A, wo du drunter noch was machen kannst? Oder ist das ein Mütter?
Ernst: Ich sag's dir ehrlich, es wird
Ernst: deswegen gemacht, weil es anders gar nicht mehr genehmigt wird werden.
Willy: Okay.
Ernst: Es wird, also jeder, der so eine Anlage sieht und bitte schaut es euch an,
Ernst: der weiß eigentlich, was da wirklich im Nord drunter wachsen kann unter der Agri-BV.
Ernst: Also es funktioniert wahrscheinlich im Obstbereich, also da bin ich mir ziemlich sicher.
Willy: Da hast du gar einen Vorteil, ne?
Ernst: Ja, weil der Apfel darf nicht zu viel Sonne kriegen und so weiter, da bringt es einen Sinn.
Willy: Der Apfel fällt nicht weit vom Solarpanel. PV-Panel, ja.
Ernst: Aber, dass man jetzt sagt, man baut da 12 Meter da die Panelle auseinander und
Ernst: da bewirtschaftet sechs Meter dazwischen Getreide oder Weizen,
Ernst: das funktioniert nicht, weil erstens, du kannst da die Panelle drehen,
Ernst: weil du musst da auch alle drehen können, damit die Maschinen nicht durchfahren können,
Ernst: aber da ist es so, dass du dann Staub erzeugst beim Dreschen zum Beispiel und
Ernst: der Staub landet dann wieder auf die Panelle.
Ernst: Dann musst du die Felder drunter bewirtschaften.
Willy: Gucken ist da, regnet dort auch nicht, das haben wir ganz selber auch nicht.
Ernst: Ja, es regnet schon auf die Panelle, aber das fällt dann am falschen Punkt vielleicht.
Ernst: Und so summarum ist, diese Agrar-BV-Anlagen erzielst du momentan einen Pacht
Ernst: von 4, 5, 6.000 Euro pro Hektar.
Ernst: Und wir können aber nur 600 Euro Pacht bezahlen pro Hektar für Lebensmittelproduktion.
Ernst: Das ist extreme Konkurrenz.
Willy: Also steckt dann wieder quasi Lebensmittelreise Konkurrenz, also da wird es
Willy: dann wieder extrem. Aber man muss was machen. Also du kannst nicht
Willy: Was muss man? Wenn du mit den Lebensmitteln mit den Preisen nicht mitkommst,
Willy: dann willst du dir keine höchste Agrarpaneele oder nicht, ist mir wurscht,
Willy: aber ich verdiene nur mit dir noch was.
Ernst: Genau, ich verstehe jeden Grundeignumer, jeden Landwirt, der sagt,
Ernst: bitte stütz mal hin die Paneele, weil so bleibt mir was über.
Ernst: Und ich verstehe jeden, der was dann hergeht, bevor ich dann 50% Steuer bezahle für diese Paneele,
Ernst: diese Pachteinnahmen auf gut Deutsch gesagt, musst du eine Gewinnsteuer abliefern,
Ernst: 50%, bevor du das tust, gibst du lieber auf der Ausgebenseite dann wieder mehr für Bacht aus.
Ernst: Somit treibst du die Bachtpreise in der ganzen Region wieder.
Willy: Das heißt, wenn ich dann irgendwann mal wieder Druck wie auf Lebensmittel,
Willy: wenn man drauf, ich brauche halt doch Lebensmittel, weil so ein Paneel kann
Willy: ich jetzt nicht essen, nicht einmal mit Honig und Butter drauf,
Willy: dann sind die Bachtpreise so hoch, dass ich dort nie wieder...
Ernst: Nein, nein, nein, es ist aktuell schon. Ein Landwirt verbrachte 20 Hektar für
Ernst: Agri-PV. Kriegt dafür...
Ernst: Das ist jetzt Milchmädchenrechnung. 20 Hektar mal 5000 Euro sind 100.000 Euro.
Ernst: Bevor er 50.000 Euro dafür einen Finanzminister gibt, braucht er dann lieber
Ernst: andere 20 Hektar als Kompensationsflächen und treibt somit die Pachtpreise.
Ernst: Das ist das Perverse.
Willy: Ach gut.
Ernst: Und nicht nur das, sondern auch, das war bei den Windrädern schon so bei uns,
Ernst: jetzt ist es mit der BV-Panelle so.
Ernst: Also Energiepreise bestimmen eigentlich normal den Lebensmittelbereich.
Ernst: Das war bei, was ich gesagt habe, mit Biogas so.
Ernst: oder eben Hackschnitzel ist auch immer Energiepreis so in etwa aber das ist
Ernst: jetzt komplett entkoppelt also die
Ernst: Lebensmittelpreise können mit den Energiepreisen nicht mehr mithalten ja.
Willy: Weil man kann halt auch Energie nicht essen,
Ernst: Nicht direkt und das ist gefährlich.
Willy: Das ist jetzt ein unerwarteter Punkt, mit dem habe ich nicht gerechnet,
Willy: auf den habe ich mir Nüsse vorbereitet.
Willy: Ich habe nur ein bisschen mitgekriegt bei dieser ganzen Diskussion,
Willy: da habe ich mit einem Schweinebauer geredet.
Willy: Der hat damals gesagt, 30, 40 Jahre oder sowas hat man mit einer Arbeitskraft,
Willy: was er sich, 300, 400, 500 Schweine machen können oder sowas.
Willy: Und jetzt kannst du mit der gleichen Arbeitskraft ein Vielfaches an den Tieren.
Willy: Er verdient zwar am Schwein selber weniger, viel weniger, aber er macht es halt
Willy: durch die Menge weg und verdient heute im Prinzip das Gleiche,
Willy: nur halt mit ein paar tausend Schweinen und ein paar hundert.
Willy: Und da ist auch diese Logik irgendwo drinnen, diese Wachsen- oder Weichen-Logik.
Ernst: Es ist aber so, ich habe mir auch die Zahlen nochmal angeschaut vom Grünen-Bericht
Ernst: 2003-2024 jetzt, das sind 20 Jahre dazwischen.
Ernst: Da habe ich gesehen, Irgendeine Fädelungsbetriebe, Fädelungsbetriebe heißt Schweinezüchter
Ernst: und auch die Milchbetriebe, die haben höhere Umsätze gemacht.
Ernst: Jetzt habe ich mir gedacht, wie ist das zustande gekommen? Natürlich durch Wachstum,
Ernst: durch landwirtschaftliche, sie haben die Ställe vergrößert.
Ernst: Du hast gesagt, dass von Durchschnitt 300 Schweine hat jetzt der Durchschnitt
Ernst: der Schweinezüchter 450 Schweine. Plötzlich, ja, 20 Jahre später.
Ernst: Die Rinder auch ungefähr in dem Ausmaß plus 30.
Ernst: 30, 50 Prozent. Aber auch die Preise sind dort gestiegen.
Ernst: Die haben die letzten 20 Jahre schon höhere Preise bekommen.
Ernst: Muss man aber auch sagen, die Mahlinfaltion und so weiter.
Ernst: Und sie haben aber trotzdem noch immer günstigere Futtermittel bekommen.
Ernst: Diese Futtermittelpreise sind bei uns, also Getreide ist immer fast gleich geblieben.
Ernst: Einmal 2023 2022 hat es auch hochgegeben. Wegen der Ukraine.
Ernst: Du wirst da nicht in Bord kommen.
Ernst: Jetzt ist wieder komplett unten die Preise. Das heißt, sie können momentan günstige
Ernst: Futtermittel kaufen, veredeln hier in Österreich.
Willy: Weil es dort solche Zölle, in diesem Sinne, wie es es dann Dünger gibt, nicht gibt.
Ernst: Nicht gibt, ja. Es kommt ja extrem viel Soja aus Südamerika daher,
Ernst: in unser Schwein, in Österreich.
Ernst: Und weil das günstig ist, dadurch kann man noch immer günstiges Fleisch produzieren.
Ernst: Sagen wir mal in großem Ganzen. Das ist schon gestiegen, aber zum Teil günstig noch immer.
Ernst: Das hat mir ein Schweinezüchter geschrieben und angerufen vor ein paar Tagen,
Ernst: der hat gesagt, das ist nicht finanzierbar, dass man jetzt ein GVO-freies Soja hat.
Ernst: praktisch Schwein züchter, sage ich, warum nicht? Da reden wir von 10 Cent pro Kilo mehr Fleisch.
Ernst: Das nimmt die Gesellschaft nicht an. Das weißt du nicht.
Ernst: Das müsste die Politik dementsprechend die Rahmenbedingungen schaffen,
Ernst: dann werden wir sehen, ob sie es kaufen oder nicht. Aber ich denke schon,
Ernst: dass es sehr wohl geht, dass diese 10 Cent möglich werden.
Ernst: Also da fällt mir der Zusammenhalt, dass man sagt, okay, und deswegen habe ich
Ernst: auch die Demo so aufgerufen,
Ernst: alle gemeinsam bitte, jetzt stellen wir alle gemeinsam auf, weil wir Ackerbauern
Ernst: seit vier Jahren wirklich komplett unter Produktionsniveau produzieren.
Ernst: Und ich habe mir da die Zahlen jetzt auch noch einmal angeschaut.
Ernst: Also die Förderungen, also die Betriebe wachsen bei uns immer mehr im Osten
Ernst: und dadurch kriegen wir auch mehr Ausgleichszahlungen, Förderungen pro Hektar,
Ernst: weil wir haben immer mehr Fläche.
Ernst: Aber das geht ja eigentlich in Pacht weiter, das Geld. Das Geld wird durchgereicht.
Ernst: Das Risiko wird immer höher.
Ernst: Und das ist eigentlich einer der Hauptkritikpunkte, was ich gehabt habe.
Ernst: Du brauchst immer mehr Kapital, immer mehr Risiko, damit du einen Mindestlohn,
Ernst: erzeugst, also für dich selbst.
Ernst: Und da sind wir momentan auf einem Punkt in der Landenschaft,
Ernst: du brauchst 600.000 Euro Kapital, damit du einen Mindestlohn erzeugst,
Ernst: also für dich erwirtschaftest.
Ernst: 600.000 Euro, das sind eh alle Bauernreich.
Ernst: 600.000 Euro, würde ich nicht die 600.000 Euro als Problem sehen,
Ernst: sondern die Verzinsung von die 600.000 Euro.
Ernst: Wenn die 5% Verzinsung ist, dann reden wir von 30.000 Euro Zinsen pro Jahr.
Ernst: Du musst die 30.000 Euro Zinsen erwirtschaften pro Jahr.
Ernst: Das ist das Problem, was wir jetzt gerade haben.
Willy: Ich verstehe, ich weiß, du hast das Beispiel drinnen, ich habe mir so durchgedacht,
Willy: ich verstehe es zwar noch immer nicht, weil du sagst, 600.000 für Arbeitskraftinvestitionskosten.
Willy: Jetzt ist es so, wenn ich eine Firma auf die grüne Wiese baue, kostet mir die,
Willy: Du hast halt auch da drin ein Unternehmen, 400.000 glaube ich.
Willy: Ich muss einen Grund kaufen, ich muss Leid anstellen, ich muss einen Kredit aufnehmen etc.
Willy: In der Landwirtschaft ist es ja so, dass du im Prinzip Grund und Boden meistens
Willy: fair abkriegst. Wenigstens ein Querensteiger,
Ernst: Das habe ich eben vorher erklärt. Bei uns im Osten sind die Betriebe schon so
Ernst: gewachsen, wenn du 20 Hektar in meinem Eigenland hast. Du musst ja alles pachten.
Ernst: Also du hast riesig viel Pacht. Du musst das praktisch pachten.
Willy: Und das ist quasi das Unternehmen, das du dir... Genau.
Ernst: Also du musst immer mehr.
Willy: Also du bist schon mehr Unternehmer wie quasi klassischer Landwirt sondern im
Willy: Prinzip kaufst du ein Unternehmensamt
Willy: Unternehmensanteil in Form von Pachtanteilen kannst du so sagen du bist gesund
Willy: in einer Größe einsteigst in der Landwirtschaft, dass du von den immer kleineren
Willy: Grenzerträgen die du pro Produktionseinheit hast überhaupt geben kannst das
Willy: ist das, was der Fischler gesagt hat, oder?
Ernst: Ja genau, die Aussage So mit 50 Hektar.
Willy: Ja, aber das hast du selber irgendwo gesagt auch, oder? Wenn du glaubst,
Willy: heute, das war so die Aussage,
Willy: ein komplettes Einkommen für ein ganzes Jahr, von einem 50 Hektar Betrieb zu
Willy: arbeiten, hat für 30 Tage Arbeit, im Sinne von, du kannst dir davon nicht ein
Willy: Einkommen für ein ganzes Jahr erwarten.
Ernst: Naja, aber im Umkehrschluss heißt
Ernst: das ja, Fischler, muss man auch nochmal sagen. Das ist ein Tag zu essen.
Willy: Wie er das gesagt hat.
Ernst: Sag ich nochmal zurück. Im Umkehrschluss sagt er dazu, Man braucht 600 Hektar
Ernst: in Österreich, damit man zwölf Monate Arbeit hat.
Willy: 600?
Ernst: Naja, wenn er 50 Hektar 30 Monate Arbeit hat, äh 30 Tage Arbeit hat.
Willy: Achso 600, ja.
Ernst: Dann brauchst du 600 Hektar, das heißt so wie mein Betrieb jetzt vielleicht,
Ernst: müsste ich alleine bewirtschaften.
Ernst: Das heißt, ich habe aber momentan 4,5 Arbeitskräfte zusätzlich noch im Betrieb.
Willy: Also ja, du bist mit der Aussage grundsätzlich nicht einverstanden,
Willy: weil es rechnerisch absolut nicht ausgeht.
Ernst: Es geht sehr aus in Amerika, in Kanada, wo die Strukturen da sind,
Ernst: wo du eben mit Glyphosphat Vollgas drüber fährst, und nicht diese Produktionsstandardshalle
Ernst: einhalten musst. Keine Richtlinie.
Willy: Genau, dann geht das.
Ernst: Ich habe gestern erst einen Podcast gehört von einem kanadischen Farmer,
Ernst: der was gesagt hat, also der ist ein Auswandter Deutscher, der hat einen 2700
Ernst: Hektarbetrieb drüben, das ist also eher der Standardbetrieb da drüben.
Ernst: Er sagt, der möchte auf 3700 Hektar werden, weil das kann eine Lane über Wochen sorgt.
Ernst: Also er macht das auch nicht alleine, aber über Lane überwachen.
Ernst: Größer möchte er auch nicht werden. Da macht er das und er kalkuliert 75 Euro
Ernst: pro Hektar bleiben im Überbau jedes Jahr. 75 Euro.
Willy: Pro Hektar?
Ernst: Pro Hektar. Das ist die Benchmark, die er anzielt.
Ernst: Das heißt, ihm bleiben von den 3000 Hektar 200.000 Euro im Jahr.
Willy: Naja, für eine Person,
Ernst: Du kannst es ja nicht mitzuhören mit den Preisen. Aber kann man in Österreich
Ernst: solche Betriebe jetzt aufbauen?
Willy: Nein. Da stehst du natürlich irgendwo dann nochmal an.
Ernst: Genau, das ist der Punkt jetzt.
Willy: Ja, aber was schon stimmt in dieser Aussage, ist ja das, was zum Beispiel der
Willy: Schweineveredler gesagt hat, etc.
Willy: Mit der Anzahl von den Schweinen von früher konnte der Heizefamilien nicht mehr
Willy: ernähren. Das heißt, er hat wachsen müssen.
Willy: Mit der Erträge, ich habe nämlich auch Zahlen dabei, ich habe meine Zählung
Willy: nur da digital oder so, das ist im Prinzip ja eh das, was mich so geschreckt hat.
Willy: Das sind deutsche Zahlen, weil der grüne Bericht gibt es scheinbar nicht her.
Willy: Die Arbeitslöhne, Brotpreis und
Willy: Brotweizenpreis haben wir angeschaut in Deutschland seit die 1950er Jahre.
Willy: Du hast damals gekriegt, 1950 65 Cent für die Stundarbeit. Also umgerechnet.
Willy: Damals waren es nicht Cent.
Willy: Das Brot hat gekostet, das Kilo 26 Cent.
Willy: Und für den Brot-Weizenpreis hast du gekriegt 17 Cent.
Willy: Das heißt, ein großer Anteil von dem, was du quasi im Brot an Meldring gehabt
Willy: hast, ist damals bei den Bäuerinnen und Bauern gelandet.
Willy: Heute ist es so, der Arbeitslohn ist heute im Schnitt 17 Euro 2023 gezahlt.
Willy: Das Brot kostet im Schnitt, also Rocken-Mischbrot haben sie da genommen,
Willy: 4 Euro. Also ich ist gestiegen, um...
Willy: Ich bin schlecht jetzt in Mathe oder sowas, aber viele, viele Prozent.
Willy: Vorher waren es 26 Cent, jetzt sind es 4 Euro.
Willy: Und die 0,17 Cent, was damals waren vom Brotweizenpreis, sind heute 0,23 Cent.
Willy: Das ist genau das. Ich habe mir das nie angeschaut. Und da bin ich dann auch
Willy: ein bisschen ins Grieven gekommen. Ich bin vor Weihnachten,
Ernst: Habe ich einen Männerbackkurs gemacht.
Willy: An was für einem Ding?
Ernst: Männerbackkurs. Ein Männerbackkurs.
Willy: Männer lernen backen. Kriegst endlich gebacken.
Ernst: Bei uns in einer Bäckerei in einer Größe gegeben in Neusettlernsee.
Ernst: War wunderbar und ich kenne den Bäcker ein bisschen social privat und der hat mir gesagt,
Ernst: wir waren sehr viele Landwirte da, und wir haben gesagt, ja,
Ernst: was macht jetzt der Mehlpreis aus für dich bei dem Brot?
Ernst: Oder was kaufst du gerade den Mehl ein? Was sollst du fürs Mehl?
Ernst: Er sagte, er weiß gar nicht.
Ernst: Das interessiert ihn eigentlich gar nicht, was es dann kostet,
Ernst: einen langjährigen Lieferanten.
Ernst: Aber es sind unter 10% vom Brotpreis. ist der Mehlpreis. Das Hauptproblem sind
Ernst: die Energiekosten, der Gaspreis und die Personalkosten. Punkt.
Ernst: Und somit ist ihm der Mehlpreis egal. Als Bäcker. Das war schon eine heftige Aussage.
Willy: Es ist insofern spannend, also ich bitte jetzt gar nicht Lobbyist der Landwirtschaft
Willy: werden, aber ich habe das jetzt irgendwie ein bisschen nachrecherchiert,
Willy: diese Themen, und habe mir, weil du geschrieben hast, vom Inflationsangepasst.
Willy: Und jetzt sind wir eigentlich beim Kernthema, weil das ist irgendwie so dieses
Willy: Ding, wo würdest du denn so Inflation herkriegen?
Willy: Und du denkst aber, okay, produzieren das Mehl, oder der Müller produziert das
Willy: Mehl, sondern du produzierst den Weizen.
Willy: Der Müller kann auf seine Lohnkosten draufschlagen, weil seine Mitarbeiter,
Willy: die Löhne werden ja angepasst.
Willy: Der Bäcker, die Semmen, habe ich gesagt, Brotpreis 26 Cent auf 4,18 Euro.
Willy: Ist ja auch die Inflation mit aufgegangen.
Ernst: Er kann es weitergeben als direkte Vermögen.
Willy: Sie können es weitergeben. Und
Willy: Bei der Landwirtschaft ist es tatsächlich so, dass die Kosten im Prinzip oder
Willy: die Erlöse, die ihr gekriegt habt für eure Arbeit, was ja dann der Lohn ist.
Willy: Ich bin auch Unternehmer, Medienförderung ist auch nicht, ich habe ja noch nie
Willy: gehört bei der Medienförderung, dass da irgendwo eine Inflationsanpassung drin
Willy: ist. Das streichen sie eher noch.
Willy: Wir hucken eh ein bisschen in der gleichen Visere drin. Von daher kann ich es
Willy: von meiner Seite noch ein bisschen argumentieren.
Willy: Da ist nirgends eine Inflationsanpassung drin.
Willy: Wenn ich es nur über den Markt machen kann, geht nicht. Landwirtschaft funktioniert
Willy: nicht über dem Markt, weil der Weltmarkt ist ja wesentlich günstiger in der
Willy: Lebensmittelproduktion wie mir. Wir können da nicht mithalten mit dem Weltmarkt.
Ernst: Naja, es geht auf Kosten von Boden und Tier.
Ernst: Also man muss die Kosten immer nach unten drücken. Das heißt,
Ernst: wir müssen die Böden noch mehr ausbeuten.
Willy: Ja, aber die sind auch irgendwann gar. Ja.
Ernst: Also Regenwald und in der Taiga in Russland, in Nordrussland irgendwo.
Willy: Ja, wir renationieren, ja. Genau. Also es ist ja, also es sind so Gegenläufe,
Willy: es ist so ein krasser Widerspruch. Und du kriegst diese und dann habe ich mir
Willy: angestellt, ja wo kommt denn jetzt diese Inflationsanpassung her?
Willy: Entschuldigung für das Co-Referat, aber irgendwie muss ich es,
Willy: ich versuche es zu erklären.
Willy: Zumindest habe ich das Gefühl gehabt, ich habe es ein bisschen verstanden.
Willy: Und dort wusste ich das Geld hohe in Kunst.
Willy: Also über die Inflation, wo der
Willy: Kaufkraftverlust ja da ist in der Landwirtschaft. Das war die Förderung.
Willy: Die ist aber nie anpasst worden. Also bei der Förderung gibt es auch,
Willy: also bei der Agrarförderung, gibt es auch keine... Ist sie auch mal anpasst worden?
Ernst: Ja, aber nur einmalig und nicht nächstes Jahr wieder 2024. Einmal hat es in
Ernst: Österreich auch anpassen.
Willy: Dort ist nicht viel, also nicht nix, aber nicht viel. Und wo denn es, wo noch? Also wo kommt
Willy: das Geld herkommen? Also wir könnten es beim Preis draufschlagen.
Ernst: Wie gesagt, man hat sich auf den wirtschaftlichen Wachstum verlassen in den
Ernst: letzten Jahren. Das stellen wir jetzt an. Diese Quelle des Wachstums gibt es nicht mehr.
Willy: Du hast immer mehr produzieren müssen, weil du für die Einheit immer weniger
Willy: gekriegt hast. Es sinkt eine Grenzerlöse, wenn du das auf kompliziert sagst.
Willy: Aber irgendwann, wenn du gar keinen Grenzerlös mehr hast, weil die Kosten höchst
Willy: sind wie die Erlöse, dann hast du da ein Problem.
Ernst: Und das ist jetzt passiert mit dieser hohen Inflation in den letzten Jahren.
Willy: Und dort steige ich logisch wieder aus. Das eine ist, ich finde es,
Willy: wenn man so sagt, irgendwo auch ungerecht, wenn die Inflation überall anpasst
Willy: wird, also überall die Preise steigen.
Willy: Nur halt bei Bohren nicht, weil was sollen die machen? Also das geht nicht,
Willy: verstehe ich nicht. Also muss man vielleicht irgendwie erklären.
Ernst: Das ist eben ein gesellschaftliches Problem, meiner Meinung nach.
Willy: Wäre es toll. Gleichzeitig ist es natürlich so, Lebensmittelpreise sind mega
Willy: sensibel und wir haben in Österreich schon, ich glaube, fast die höchsten Lebensmittelpreise
Willy: im Europa-Vergleich oder so. Aber das kommt
Ernst: Eben nicht von der Landwirtschaft, das ist der Punkt.
Willy: Ja, aber du kannst auch nicht sagen, okay, dann heben wir doch eine Steuer für
Willy: die Landwirtschaft ein, dass man quasi die Inflation jetzt irgendwie beim Brotpreis
Willy: zum Beispiel, hauen wir doch auf das Semmerl unten auf diese 6 Cent,
Willy: was kriegst du fürs Kilo beim Semmerl, hauen wir halt da eine Steuheit drauf,
Willy: dann steigen die Lebensmittelpreise wieder.
Willy: Und dann hast du natürlich einen Brot schon wieder auf der anderen Seite.
Willy: Also, wo willst du was machen?
Ernst: Also diese 5% Steuersenkung, was da jetzt im Juli kommt. Also ich bin gespannt,
Ernst: wie das der Konsument aufnimmt.
Ernst: Bin ich wirklich gespannt. Aber wenn diese 5% direkt an die österreichische
Ernst: Landwirtschaft gehen würde, da wären wir wirklich wieder vorne dabei.
Ernst: Die österreichische Landwirtschaft.
Ernst: Dass sie zumindest da eine...
Willy: Die 200-300 Millionen Euro, die würden die Landwirtschaft retten?
Ernst: Nicht retten alle, aber wir wären... Also das sind, wahrscheinlich würde man
Ernst: eher 600 Millionen brauchen.
Willy: Damit was passiert?
Ernst: Damit man die österreichische Landwirtschaft momentan in der Krise,
Ernst: wo wir sein, wieder finanzieren können, so wie sie vor fünf Jahren war. Ja, aber haben.
Willy: Wir jetzt eine Krise oder haben wir eine strukturelles, weil eine Krise ist
Willy: eine Krise, die kommt, die geht, Krise.
Willy: Oder haben wir ein strukturelles Problem?
Ernst: Ein strukturelles Problem haben wir eigentlich. Weil das Bauernscherben geht
Ernst: nach wie vor aber weiter ist jetzt nochmal ein richtiger Turbot drin jetzt.
Ernst: Und so wie ich es gesagt habe, wollen wir nur reine Produzenten sein in Österreich.
Ernst: Dann werden wir halt diese Strukturen auch noch kriegen. Dann muss man aber
Ernst: offen kommunizieren dann auch in Österreich und agrarpolitisch dementsprechend
Ernst: sich auch positionieren und sagen, okay, wir kriegen auch die 3000 Hektar Betriebe
Ernst: da her jetzt in Sevinkel und in Ostösterreich.
Willy: Ja, weil sinkt eine Grenzerlöse?
Ernst: Genau.
Willy: Muss größer werden, du kannst ja gar nicht. Wachsen oder weichen?
Ernst: Wachsen oder weichen. Das wird in Tirol aber nicht gehen, muss man offen werden,
Ernst: ehrlich sagen. Also so einen großen Stall kannst du da nicht hinstellen,
Ernst: glaube ich, im Toll, weil du musst ja auch die Gülle dann ausbringen und irgendwo
Ernst: hin und so weiter. Also das wird ein Problem werden.
Ernst: Und deswegen bin ich der Meinung, dass das zum Teil querfinanziert muss werden
Ernst: von Tourismus und so weiter.
Willy: Sagen wir wieder bei den ökosozialen Dienstleistungen.
Ernst: Und ja, und eigentlich wollen wir die Strukturen in Ostösterreich auch nicht haben, weil wir sind,
Ernst: also speziell in unserer Ortschaft, wir haben 600 Grundeigentümer von 3000 Hektar.
Ernst: Unsere Ortschaft hat 3000 Hektar und das sind 600 Grundeigentümer.
Willy: Wir reden jetzt aber von der Gesamtfläche mit Wohnungen und allem.
Ernst: Nein, Ankerland rundherum. Nein, 600? Ja, mit der Ortschaft schon.
Willy: Okay, da kommen wir, wenn wir es dividieren, auf 3-4 Hektar oder sowas pro.
Ernst: Genau, ja. Und da war bei uns speziell immer diese Realteilung.
Ernst: Das heißt, die Ecker sind immer geviertelt worden.
Willy: Achso, ja, mit jedem mit dem Aufteil und so.
Ernst: So haben wir diese Strukturen, diese schmalen Streifen, 9 Meter breit,
Ernst: die Maschine ist 6 Meter breit.
Ernst: Also komplett 5. Wahnsinn, ja, zum Bewirtschaften.
Ernst: Und gleichzeitig aber ideal für die Fauna und Flora.
Willy: Da bist du doch so schön klein strukturiert.
Ernst: Genau, und wollen wir das jetzt erhalten oder wollen wir es nicht erhalten? Das ist der Punkt.
Willy: Ja, aber muss das so deppert sein? Also das eine ist ja quasi durch rechtliche
Willy: Strukturen, also Erbe etc. ist das so zerflicklich.
Willy: Ist das jetzt ökologisch auch ideal?
Ernst: Ökologisch ist das ideal für das Wild und für alles. Also super, ja.
Ernst: Und man muss ja sogar, es gibt ja auch eine Regelung für das,
Ernst: Grundstücke wie fünf Hektar müssen jetzt eine Biodiversitätsfläche,
Ernst: eine Blühwiese auch haben.
Willy: Wurscht, ob es eine Landwirtschaft ist.
Ernst: Nein, jede Landschaftsfläche. Also 1500 Quadratmeter, glaube ich,
Ernst: müssen mindestens sein, also pro 5 Hektar muss ein Streifen Blühwiese sein.
Willy: Berühmten Blühstreifen. Genau.
Ernst: Bei unseren Strukturen in Burgenland, was ich gesagt habe, da ist ja eh alle
Ernst: 9 Meter eine andere Kultur.
Ernst: Dort musst du das auch machen. Warum? Wir haben eh eine Biodiversität momentan schon gegeben.
Ernst: Und müssen wir eigentlich jetzt nochmal zusätzlich eine Biodiversität machen.
Ernst: Jetzt ist es aber schon so gekommen, dass die Betriebe gesagt haben,
Ernst: okay, es rechnet sich eh nicht mehr die Produktion von Weizen.
Ernst: Du kannst aber Biodiversitätsflächen machen, kriegst du fast 1000 Euro pro Hektar,
Ernst: Ausgleichszahlungen, wenn du das optimale alles auszuholst.
Ernst: Ist besser wie Weizen, weil Weizen trieche dann nur 4 oder 5 Tonnen,
Ernst: was zur Zeit 200 Euro kostet, sind 800 Euro, was dann lukrieren kannst,
Ernst: sag ich mal auf gut Deutsch.
Willy: Das Zubrot zur Biodiversitätsfläche, oder wie?
Ernst: Nein, nein, wenn du das nur Weizen anbaust. Wir produzieren 4 Tonnen Weizen
Ernst: im Trockengebiet vielleicht.
Ernst: Mit 200 Euro haben wir einen Umsatz von 800 Euro. Verstehst du?
Ernst: Dann hast du die ganzen Kosten. Saatgut, Anbau, Düngung und so weiter.
Ernst: Das musst du alles abziehen.
Ernst: Oder du baust einfach eine Blühwiese an, die vielleicht 300 Euro kostet,
Ernst: weil es eine spezielle Blühmischung ist. Kostet Saatgut 300 Euro.
Ernst: Das kannst du dann aber mehrjährig verwenden. Das heißt, du baust einmal an
Ernst: und kannst fünf Jahre lang nur Blühwiese stilllegen praktisch.
Willy: Gibt es die Obergrenze auch, da könntest du alles verblühwiesen.
Ernst: Maximal 20% der Betriebsfläche. Und jetzt gibt es eben viele Betriebe bei uns
Ernst: im Bezirk, die was absichtlich schon 20% stillgelegt haben, also Blühwiesen gemacht haben.
Willy: Das ist ja das Ziel von der Sache eigentlich. Also Ziel erreicht, ne?
Ernst: Ja. Das Problem ist nur, jetzt sind wir wieder beim nächsten Punkt,
Ernst: Betriebe sind immer größer geworden, müssen Flächen zubachten.
Ernst: Die Betriebsführer, die von Landwirtschaft leben, die Feuerwerbsbetriebe,
Ernst: sondern wirklich absichtlich Feuerwerbsbetriebe, die, die sich mit Passion machen,
Ernst: die Maschinen haben, damit sie diese Flächen bewirtschaften.
Willy: Die Minderheit der Betriebe.
Ernst: Die müssen normal was außerwirtschaften, nicht von Blühwiesen leben.
Willy: Blühwiesen, jetzt hast du es gehört.
Ernst: Und und die Verpächter kommen jetzt aber auf die Idee teilweise.
Ernst: Die Grundeigentümer, die 600 in unserer Ortschaft, sind einige,
Ernst: die was da in Wien arbeiten und gutes Einkommen haben.
Willy: Nicht ident mit landwirtschaftlichen Betrieben, sondern Eigentümer.
Ernst: Ja, genau. Die haben zwar noch einen Traktor, einen kleinen,
Ernst: stehen zu Hause in der Halle, der was gepflegt und gehäckt wird von Opernern
Ernst: mit vielleicht 60, 70 PS,
Ernst: was du aber de facto keine wirkliche Arbeit mehr leisten kannst,
Ernst: außer dass du am Sonntag eine Runde spazieren, fährst ins Gasthaus vielleicht.
Ernst: Die haben jetzt eine Blühwiese angepflanzt, weil sie sagen, da kriegst du mehr,
Ernst: als wenn du dir um 600 Euro in Bauern verbrachst.
Willy: Also du musst nicht agrarischer Landwirt sein,
Ernst: Um Blühwiesen. Du bist neben der Erwerbslandwirt.
Willy: Nebenerwerbs Blühwiesenland wird.
Ernst: Ja, genau.
Willy: Das heißt, das Streichen, die verbrochen die Fläche gar nicht mehr, sondern...
Ernst: Die werden immer mehr.
Willy: Aber was ist Eigentum? Das heißt, da du das aus Sicherheit kannst du als Eigentum
Willy: plus die Rendite durch die Blühfläche.
Willy: Das macht überhaupt... Jetzt versuche ich gerade wieder nachzudenken,
Willy: ob das in irgendeiner Welt einen Sinn macht oder außerhalb von der...
Ernst: Naja, Rautler. Die Politik macht die Rahmenbedingungen und das ist das Problem jetzt momentan.
Ernst: Jetzt haben wir auf der einen Seite. Also speziell bei unserem Bezirk haben wir.
Willy: Ist das einfach Einzelfälle oder sowas?
Ernst: Nein, nein, das ist schon so.
Willy: Okay.
Ernst: Ganz Europa auch. Ein Problem. In
Ernst: ganz Europa nicht, aber bei uns wird die Strukturen zumindest so gegeben.
Ernst: In anderen Ländern, wo größere Eigentumsverhältnisse sind, da ist es anders.
Ernst: Schießt, wo hast du mehr Eigentumsverhältnisse?
Willy: Ich versuche noch gerade das zu überlegen. Es ist aus konfligierenden Interessen natürlich.
Ernst: Genau, und das ist der Punkt, wo wir jetzt in unserem Bezirk gerade das Problem
Ernst: haben mit Pachtflächen.
Ernst: Also du sollst auf der anderen Seite immer größer und größer werden, wachsen.
Willy: Weil es sonst noch nicht leisten kannst. Genau. Das haben wir festgestellt. So halbwegs wird es so.
Ernst: Jetzt hast du auf der anderen Seite die Photovoltaikflächen,
Ernst: die was viel Pacht zeigt.
Willy: Die, was die Pachtpreise räumen, weil die Energiekosten hier wie die Lebensmittelkosten sind.
Ernst: Dann hast du die Blüwiesen, die was da 1.000 Euro kriegst. Dann hast du noch
Ernst: ein Nationalpark, die was ausweiten.
Willy: Die Flächen fallen weg, weil die kalten sich, dadurch steigt der Preis von den
Willy: restlichen Flächen wahrscheinlich wieder.
Ernst: Ja, dann steigt man Nationalpark, die auch Flächenausweitungen machen,
Ernst: was auch zum Teil Sinn macht.
Ernst: Teilweise auf Sumpfgebiete, weil sie sagen, sie wollen renaturieren und so weiter.
Willy: Renaturierungsverordnung.
Ernst: Gibt es auch wieder extra mehr Geld. Also man lebt eigentlich bald bei uns im
Ernst: Bezirk von Stilllegung.
Willy: Dass es besser rentabel ist. Ökonomisch, kurzfristig.
Ernst: Das ist Wahnsinn. Also für einen Bauern ist das Wahnsinn. Also für einen Praktizierenden,
Ernst: der was eigentlich sagt, der möchte von seiner Arbeit leben können,
Ernst: ist das eigentlich ein Wahnsinn.
Willy: Mhm.
Willy: So, jetzt sagen wir die Lösung.
Willy: Wer soll es richten? Ja. Naja, weil es ist Dilemma, weil ich habe es ja auch
Willy: ein bisschen diskutiert im Vorfeld und so, weil ich mich damit beschäftigt habe.
Willy: Weil im Prinzip viele sagen, viele demonstrieren, nicht jetzt ihr oder so,
Willy: sondern viele sagen, der Minister muss richten oder so was.
Willy: Aber auch ein Minister, dann schaut die Welt ganz...
Willy: Wer ist denn da wirklich verantwortlich?
Ernst: Die gesamte Regierung. meiner Meinung nach.
Willy: Ja, aber was soll der tun?
Ernst: Eine Perspektive? Also es gibt einen Mindestlohn in Österreich zum Beispiel.
Ernst: Und der ist teilweise die Landwirte jetzt schon unter den Mindestlohn.
Ernst: Also das Einkommen der...
Willy: Unter Medianeinkommen.
Ernst: Genau, ja. Und vor allem auch der Durchschnitt hier. Und dann gibt es aber halt
Ernst: manche Bereiche, die was noch weiter drunter sind.
Ernst: Das war von 2002. 2022.
Ernst: Dann ist es schon höhere Löhne. gehabt jetzt die Mutter-Kuh-Betriebe,
Ernst: aber der hat dann schon noch so 45 gehabt im Jahr 2022.
Ernst: Das ist Wahnsinn. Der fragt mich.
Ernst: Es sagt dir jeder, wir sind schon ein Unternehmer, wir wollen ein Unternehmer
Ernst: bleiben, aber irgendwo, wir haben eben sehr viel öffentliche Gelder an die Einnahmenseite,
Ernst: die waren halt, insofern sind wir nicht komplett autonome Unternehmer.
Ernst: Und insofern brauchen wir dementsprechend auch jetzt eine Anpassung.
Willy: Ja, aber das ist ja wieder das Problem. Ich verstehe ja, dass man sagt,
Willy: okay, wir müssen das ausgleichen.
Willy: Ausgleichen kann es in Österreich schon, indem ich Förderungen gebe,
Willy: indem ich Steuern einmache, was auch immer.
Willy: Wir können es aus unserem Budget, unserem Budget, aus einem nationalen Budget finanzieren.
Willy: Das Problem ist, wie lange kann das nationale Budget, das scheinbar eh schon
Willy: aus allen Lächeln pfeift, wie lange kannst du
Willy: internationale Probleme, wo wir quasi am Hebel selber nichts tun können,
Willy: national übers Budget finanzieren, weil irgendwann sprengst du das Budget,
Willy: also oder? Ja. Das ist doch das Ding,
Ernst: Weil... Aber dann muss man halt auch offen, ehrlich kommunizieren,
Ernst: was ich auch gesagt habe, agrarpolitisch, okay, wir müssen weiterhin mithalten,
Ernst: international, das heißt, dann können wir sich aber nicht weiter immer noch
Ernst: mehr regulieren selber.
Willy: Also das ist ein bisschen, man ist ja ein Schlamassel ein bisschen.
Ernst: Das ist, was ich gesagt habe, das Beispiel mit den Puten vorher,
Ernst: und so weiter. Also das ist überall so.
Ernst: Und dann müssen wir die Märkte öffnen und sagen, okay, überlassen wir das jetzt
Ernst: selber an. Ich bin deswegen ein Biobauer geworden.
Ernst: Auf der einen Seite habe ich gesagt, mit Apfelbeispiel, aber hauptsächlich darum,
Ernst: weil die Märkte eben noch kleiner waren.
Ernst: Du hast praktisch, der Markt ist kleiner. Du bist nicht an der Börse oder so.
Willy: Jetzt bist du selber das System.
Ernst: Genau.
Willy: 900 haben aufgehört letztes Jahr. Ich glaube, ist die Zahl, oder?
Willy: Neue Biobetriebe haben nicht aufgehört. also entweder Bio zurückgelegt,
Willy: machen konventionell oder haben aufgehört. Da hat es auch
Ernst: Ein Problem gegeben wegen der EU-Weideverordnung, weil sie gesagt haben,
Ernst: Biobetriebe müssen eine Weide nehmen und Steu haben.
Willy: Arrotiert was? Direkt?
Ernst: Was?
Willy: Also arrotierte Flächen, oder wie?
Ernst: Genau, das gibt es teilweise nicht. Dass du den Auslauf hast?
Ernst: Bei uns teilweise, ein Biobauer-Kollege bei mir in der Nachbarart,
Ernst: der hat deswegen die Biobetriebe zurückgelegen müssen, weil er ihn steuert mitten
Ernst: im Ort hat. und wir haben jetzt eben, bei uns sind die Orte zusammengelumpft, also in Ortschaft.
Willy: Ja, das ist ja auch wieder zunehmende
Willy: Siedlungsdichten etc. führen ja auch wieder zu gewissen Problemen.
Ernst: Also wir haben keinen Bauernhof wie auf der Bergsaus, sondern wir haben halt eben Orten.
Willy: Da passt die Welt nicht mehr zur Verordnung.
Ernst: Genau.
Ernst: Ja, und deswegen sind einige ausgestiegen und natürlich auch ein wenig finanziell,
Ernst: hat es auch Einschnitte gegeben, weil im Jahr 2022 alles so teuer geworden ist
Ernst: praktisch und da sind die Lebensmittelpreise auch gleich gestiegen also für den Bauern,
Ernst: also für manche Betriebe war das ja doch ein sehr gutes Jahr im Getreidebereich
Ernst: auch da ist der Weizen dann plötzlich von 200 auf 400 gestiegen und,
Ernst: Das hast du dann gesagt, okay, das sind jetzt einmal Preismittel, die können wir leben.
Ernst: Dann gehen wir in die Zukunft planen. Ein Jahr drauf ist es wieder komplett
Ernst: zusammengefallen, aber wie der Weizen, der konventionelle Weizen da plötzlich
Ernst: auf 400 Euro war, dann ist das Brot viel teurer geworden.
Ernst: Also das hat sich in der Wertschöpfungskette alles weitergetragen.
Ernst: Und dann hat der Konsument, der bewusste Konsument, gesagt, wir werden die Bio-Lebensmittelpreise
Ernst: zu teuer, weil die Bio-Lebensmittelpreise gar nicht so viel gestiegen sind.
Ernst: Selbst der bewusste Konsument. Obwohl es wirklich, wenn du das genau angeschaut
Ernst: hast, ist der Biopreis gar nicht so viel gestiegen.
Ernst: Es hat mir selber ein Abnehmer gesagt, ein größerer, Sonnenblumenöl, das war da so teuer.
Ernst: Also Ukraine hat praktisch keine Sonnenblumen geliefert 2022 so schnell,
Ernst: die Versorgung hat da nicht geklappt.
Ernst: Da ist das Sonnenblumenöl dann so teuer gewesen.
Ernst: Ich weiß nicht, ob du dich da erinnern kannst, also Frittieren war da wirklich teuer.
Willy: Ich habe in der Zeit wenig frittiert, deswegen.
Ernst: Und die Sonnenblumen Bio-Sonnenblumen waren vorher auch schon relativ teuer.
Ernst: Es ist immer teuer gehandelt worden, waren wir so 600, 700 Euro die Tonne und
Ernst: dann waren wir im 21er glaube ich auf 800 Euro und dann ist 22 gekommen und dann hätte eigentlich,
Ernst: wenn du das so umrechnest, hätte da die Bio-Sonnenblume 1500 Euro die Tonne kosten müssen,
Ernst: so ungefähr zum Ölpreis, was im Geschäft gezahlt ist, waren ungefähr.
Ernst: Nur als grobe Richtwert.
Ernst: Und dann hat mir mein Aufkäufer gesagt, Herr Gitter, wir müssen es schon verstehen,
Ernst: wir können die Preise jetzt nicht so viel anheben, weil sonst wird das Bio Sonnenblumenöl
Ernst: einfach ausgelistet aus dem Supermarkt, weil es sich einfach keiner kauft dann mehr.
Ernst: Und damit haben wir sich dann geeinigt und haben gesagt, okay,
Ernst: steigen wir auf 900 Euro die Tonne und ich war auch zufrieden,
Ernst: weil mit 900 Euro kann ich schon produzieren, so ist es nicht.
Ernst: Auch mit Inflation und so weiter und da habe ich gesagt, 900 Euro bin ich auch
Ernst: noch zufrieden, da brauchen wir nicht reden. Ich muss nicht über drüber Preise jetzt sagen.
Ernst: Das Problem war aber dann das Jahr drauf. Dann hat die Ukraine geliefert,
Ernst: die Märkte sind komplett geöffnet worden und der Preis ist von 900 auf 360 gefallen. Und also,
Ernst: Das ist jetzt nicht, wie sagt man, ein Minus 60%, sondern das ist unter Gestehungskosten.
Ernst: Also ich habe selber in dem Jahr wirklich ein wunderschönes Sonnenblumenfeld
Ernst: gehabt mit idealem Ertrag und habe dann auf 50 Hektar 7000 Euro Erspartes drauflegen müssen.
Willy: Gut, das kann man sagen, das ist unternehmerisches Risiko, wenn es nicht zum
Willy: strukturellen Problem wird, dass im Endeffekt die Kosten immer so weit wachsen, dass im Prinzip...
Willy: Erstens mal, hat der Bauer genauso das Recht wie ein Unternehmer oder wie jeder
Willy: andere, dass er nicht nur von seinem Produkt leben kann, sondern dass er eine
Willy: gescheite Gewinne macht und reich wird davon?
Ernst: Ich glaube, reich werden, ja.
Willy: Naja, weil es so ist, wir reden jetzt immer so von Grenzerträgen und ein bisschen was verdienen.
Willy: Kann man in der Landwirtschaft noch reich werden?
Willy: Oder hat man, oder ist da diese Wahrnehmung so, du darfst das Bauer eigentlich
Willy: gar nichts mehr verdienen, weil wir wollen das Leben, wenn du an deinem Bereich
Willy: hast, so auf der Zeit. Weißt du, was ich meine?
Ernst: Kennst du das schon mehr? Warum können die Bauern nicht schwimmen?
Willy: Weil so.
Ernst: Ja, weil sie immer so machen.
Willy: Ja, das was.
Ernst: Nein. Ja. Was macht der Bauer, wenn er Geld verdient?
Ernst: Dann kauft sie, er gibt das Geld wieder aus in Maschinen teilweise, Landmaschinen.
Willy: Ob man es braucht, oder ob man es weiß, weil es schön ist. Das Klischee vom
Willy: großen Traktor habe ich schon noch nicht gehört.
Ernst: Der Nachbarn, dann musst du noch legen. Das stimmt auch ein bisschen.
Ernst: Ja, schon zum Teil. Ist so, ja. Wir vertiefen jetzt.
Ernst: Ist aber auch geschuldet, wie gesagt, den Strukturwandel muss ich immer größere
Ernst: Maschinen und so weiter kaufen.
Ernst: Und das Nächste ist halt natürlich, man versucht den Betrieb eben zu vergrößern
Ernst: mit dem, dass du Flächen zukaufst.
Willy: Ich habe gerade gedacht, wie er es wieder lachen wird.
Ernst: Das Problem ist aber das, das ist nicht mehr finanzierbar jetzt.
Ernst: Den Punkt haben wir jetzt erreicht, wo du sagst, jeder, der was einen Betrieb
Ernst: vergrößert, also jetzt sagen wir, alle Industrie oder Handels,
Ernst: der hat jetzt eine Fabrikshalle und der möchte dann eine zweite Fabrikshalle dann eben stellen.
Ernst: Bei uns ist es aber jetzt aber nicht mehr möglich, weil du kannst nicht von,
Ernst: Weizenpreis mit 200 Euro die Tonne,
Ernst: wo du, sage ich mal, 1000 Euro Umsatz machst pro Hektar, grob gesagt jetzt,
Ernst: oder 1200 Euro, ist ja wurscht,
Ernst: kannst du nicht mehr einen Acker finanzieren, der was 70.000 Euro kostet in Hektar.
Ernst: Du musstest 70 Jahre lang in vollem Umsatz, was du von der Fläche außerwirtschaftest,
Ernst: Ohne, dass du jetzt die Kosten deckst, müsstest du 70 Jahre arbeiten,
Ernst: damit du die Völker zahlst.
Willy: Also ist das Wachsen oder Weichen einfach jetzt nur noch Weichen geworden? Genau.
Ernst: Und Flächen werden mittlerweile nur mehr von denen gekauft, weil immer mehr
Ernst: Kapital von außerhalb der Landwirtschaft in die Landwirtschaft hineinkommt.
Ernst: Also in den Bereich der Landwirtschaft.
Ernst: Das heißt, wer kauft die Äcker zurzeit?
Willy: Das sind Investoren.
Ernst: Das sind Investoren, ja. Und andere, die was vielleicht gut verdienen momentan
Ernst: oder verdient haben die letzten Jahre.
Willy: So meine zentrale Frage, die was ich immer wieder einbringe in die Gespräche
Willy: und immer wieder sage, ob man, das ist so meine abschließende Frage jetzt an
Willy: die, weil jetzt haben wir es ein bisschen verstanden, wie schaut denn dann eine
Willy: zukunftsfähige Landwirtschaft in Österreich aus?
Willy: Meine These oder was ich immer in den Raum wirfe, ist es nicht irgendwie notwendig?
Willy: Grund- und Bodenspekulation, Lebensmittelpreise können gar nicht mehr mithalten, abhängig dann vom
Willy: Drittstaaten etc., Müssen wir Landwirtschaft nicht ganz anders denken und die
Willy: einmal vom Markt nehmen und sagen, wir produzieren, was immer die Kosten sind,
Willy: wir produzieren das im Land, weil es ist ein Lebensmittel, weil wir an den Grenzen
Willy: zu sind und wir können nichts mehr produzieren im Extremfall.
Willy: Wo soll ich mir das denn herkriegen?
Willy: Also wir brauchen das ja, so Ernährungssouveränität, Stichwort.
Ernst: Da sind wir eben wieder bei der Herkunftsgrenze.
Willy: Nein, ich weiß nicht, ob es die Kennzeichnung ist, sondern von der Struktur
Willy: her, ob es die Herkunftssicherung ist.
Willy: Ja, ich. Ja, aber hat eine Landwirtschaft in dem Sinne, weil es heißt ja Landwirtschaft
Willy: und es ist auch in diesen drei Sektoren drin oder vier oder fünf Sektoren drin,
Willy: die Dienstleistung, Industrie, Landwirtschaft, bla bla bla, wo du eh nochmal
Willy: bei einem Prozent bist jetzt.
Willy: Ist die Landwirtschaft wirklich Teil dieser Wirtschaft oder müssen wir die Landwirtschaft
Willy: anders denken? Müssen wir wirklich am Weltmarkt handeln?
Ernst: Also ich denke, wir müssen es anders denken und deswegen haben wir vorher auch
Ernst: über die ökosoziale Marktwirtschaft gesprochen, oder Landwirtschaft.
Ernst: Und deswegen, das ist ein Punkt, denen muss man Platz geben.
Ernst: Und das ist, glaube ich, wir als gesamte Gesellschaft müssen das schaffen,
Ernst: dass man da eine Lösung anbietet, der österreichischen Landwirtschaft, dass wir gemeinsam.
Willy: Wer in Österreich, noch einmal, es gibt keine Antwort auf die Frage,
Willy: die sich da jetzt stellt, deswegen stelle ich es trotzdem.
Willy: Aber wer in Österreich soll es bitte richten oder wo?
Ernst: Ich habe Beispiele genannt. Ein Beispiel ist der Tourismusbeinhard.
Ernst: Da kommt viel Geld vom Ausland rein.
Willy: Da müssen wir aber in der Landwirtschaft anders denken.
Ernst: Da wird eine Ortstaxe, teilweise sind die Ortstaxen, die Ortstaxen um 100% gesteigert
Ernst: worden. von 2 Euro auf 4 Euro pro Nacht.
Willy: Aber der Tourismus würde sagen, wir können die Preise nicht noch weiterhägen,
Willy: dann bleiben die Gäste aus.
Ernst: Ja, aber...
Ernst: Wie viel Prozent des Bips macht der Tourismus aus?
Ernst: Beinhard, wie viel Prozent des Bips macht der Tourismus heute aus und wie viel
Ernst: Prozent des Bips macht die Landwirtschaft aus? Das ist eine Prüfungsfrage.
Ernst: Und der Tourismus, da kann es ja wohl...
Ernst: Wenn wir 1 Euro von der Ortsteaxe wahrscheinlich umstrukturieren, sag ich mal, Beinhard.
Willy: Das hätten wir in der Hand, das hätten wir national in der Hand.
Willy: Aber dafür braucht es ein gewisses Umdenken vom landwirtschaftlichen Betrieb
Willy: von einem reinen Lebensmittelproduzenten hin zu einem Gemeinwohlbetrieb eigentlich, wenn man so will.
Willy: Der war halt eine Umweltsystemdienstleistung in Kultur.
Ernst: Das haben wir ja schon die letzten 35 Jahre.
Willy: Haben wir das?
Ernst: Mit Öffnung oder mit der EU-Regulierung und diesen gemeinsamen Agrarpolitik
Ernst: und Regulierungen und Umweltauflagen, die wir jedes Jahr immer mehr aufdoktriniert bekommen haben.
Willy: Zweite Säule.
Ernst: Es ist schön und gut, wenn wir Gütesiegel machen und so weiter,
Ernst: die wir selber bezahlen.
Ernst: Also wir haben vor drei Jahren das arme Gütesiegel für Getreide eingeführt bekommen.
Willy: Eingeführt bekommen, ja. Schön gesagt.
Ernst: Wir zahlen dafür in Osten Österreichs 5 Euro pro Hektar. pro Hektar für Marketing.
Willy: 5 Euro pro Hektar? Ja.
Ernst: Das heißt, wenn du jetzt einen 100-Hektar-Betrieb hast, pro Jahr 500 Euro für
Ernst: Getreidewerbung in Österreich.
Willy: Ich hätte gerne 1 Euro pro Hektar Bower-to-the-people-Podcast-Förderung.
Willy: Bitte. Kannst du dich nochmal bitte einbauen.
Ernst: Und also wenn du jetzt mit diese 5 Euro, dementsprechend wird Werbung gemacht. Wo sind wir jetzt?
Willy: Naja, wer soll es richten und ob man ein Umdenken braucht, ob man Landwirtschaft
Willy: nicht nur als Rohstoffproduzenten sehen sollte, sondern ob es da einfach ein
Willy: bisschen um... Und du hast das irgendwie dann mit einem Armagüter-Siegel argumentiert.
Ernst: Wir bringen eben diesen Mehrwert, also wir bezahlen dieses Siegel und wir selber,
Ernst: wir Landwirte bezahlen den Siegel und dann ist das ein Mehrwert und den bekommen
Ernst: wir aber in unserem Produkt noch nicht. refundiert.
Willy: Ja, im Produkt nicht, aber was wir diskutieren mit dem Tourismus etc.
Willy: ist also, okay, wir erkennen an, wir sind bei der Produktpreise,
Willy: stemmen wir irgendwie an.
Willy: Das Geld ist zwar da, weil wir sind ja nicht reine Lebensmittelproduzenten als
Willy: Landwirtinnen und Landwirte, das ist ein Teil unserer Tätigkeit,
Willy: aber wir machen ja Naturraumpflege, das ist ja wichtig für den Tourismus,
Willy: das ist wichtig für die Bildung, das geht und und und.
Ernst: Freiwillige Feuerwehren werden meistens von Bauern bestellt,
Ernst: die was kultureller Gesellschaftssachen.
Ernst: Also wer bleibt zurück am Land? Das ist noch immer der Bauer, der was da dem...
Willy: Es ist eigentlich ein Umlagesystem. Und da ist meine Frage...
Willy: ist das Selbstverständnis, weil ich habe einmal einen Podcast gehabt mit Alois
Willy: Wohlfahrt, der hat gesagt, der hat mit seinem Ding, der hat die erste Glasfaser-Kabel
Willy: im Allgäu gehabt, der Deutscher,
Willy: und hat aus dem Schweinsteuer als erstes ein Datenzentrum gemacht,
Willy: und nachher, wie das mit dem Datenzentrum nicht mehr dauert,
Willy: hat er eine Tagesbetreuungsstätte für Senioren gemacht.
Willy: Der hat gesagt, okay, der hat die Viecher auch, und der Sohn macht die Landwirtschaft,
Willy: und so weiter und so fort.
Willy: Aber er denkt halt, Landwirtschaft nicht als reine Lebensmittelproduktionseinheit, sondern
Willy: Ja. Unternehmerisch?
Ernst: Ja, so sehen das auch nach wie vor, glaube ich, in der Politik viele.
Ernst: Wie? Das sehe ich falsch.
Willy: Lebensmittelproduzent meinst du jetzt?
Ernst: Nein, man soll praktisch nicht nur von der Lebensmittelproduktion leben,
Ernst: sondern auch von dem Hab- und Gutsort.
Ernst: Also wenn ich sage, wir haben ein Eigentum, die Landwirte haben ja Eigentum.
Willy: Ich spüre Widerstand ein bisschen gegen diese Sichtweise.
Ernst: Das wird immer wieder gern gesehen, wir sind ja alle Millionäre.
Ernst: Wir sind de facto Millionäre, weil wenn du zwar heute auf morgen den Betrieb
Ernst: verkaufst, bist du Millionär. Also wenn wir da von 70.000 Euro pro Hektar reden
Ernst: mittlerweile, was bei uns bezahlt wird.
Ernst: Ich habe jetzt 9 Hektar Eigenfläche in Österreich, das sind 630.000 Euro,
Ernst: wenn ich das von heute auf morgen verkaufen will. Will das?
Willy: Nein.
Ernst: Es gibt Betriebe mit 100 Hektar Eigentum bei uns im Bezirk. Das sind dann 7
Ernst: Millionen Euro theoretisch.
Ernst: Da gibt es ja weiter an die nächste Generation. Der ist so wie der,
Ernst: was Außerwirtschaften draus.
Ernst: Die Politik vermeidet das sehr stark, dass man da halt natürlich eine gewisse
Ernst: Besteuerung macht vielleicht.
Ernst: Erbschaftssteuer ist immer so ein Punkt.
Willy: Reiß nicht jetzt zum Schluss die großen Bunken an.
Ernst: Das ist nicht finanzierbar aus der Landwirtschaft.
Willy: Das ist ein Umlagesystem.
Ernst: Umlagesystem, ja. Und wenn man genauso jetzt, sag ich noch was,
Ernst: kennst du die steirische Fruchtfolge?
Willy: Die was?
Ernst: Die steirische Fruchtfolge.
Willy: Ja, die steirische Fruchtfolge, nix nicht, nein.
Ernst: Also normal wird ja sehr viel Mais angebaut in der Steiermark und du sagst ja Worts dazu.
Ernst: Die steirische Verschlussfolge geht so,
Ernst: Schodergruhe, Mülldeponie, Hausplatz. Also das heißt, den Acker verwerten bis zum Schluss.
Ernst: Also bist du praktisch sicher. Die Landwirtschaft wird immer weniger.
Ernst: In den letzten 12, 14 Jahren haben wir in Österreich durch Verbauungen so viel
Ernst: Agrarfläche verloren, wie das ganze Burgenland hat. Alle warten auf die Umwidmung.
Ernst: 110.000 Hektar oder 112.000 Hektar verbaut worden, wo natürlich der Landwirt
Ernst: profitiert und dann sich wieder einen großen, neuen Traktor kauft und dann andere
Ernst: Nachbarn soll da wieder nachbeziehen.
Willy: Er erhöht natürlich den Druck auf die Flächen, die da sind.
Ernst: Also das ist ein Kreis, den wir schon in den Griff kriegen müssen.
Ernst: Und da braucht es jetzt eine Lösung, wo ich sage, das sind außerordentliche
Ernst: Einkünfte der Landwirtschaft und das ist auch wieder ein Problem im grünen Bericht meiner Meinung nach.
Ernst: Es wird immer dargestellt, wir kriegen ja immer mehr, also prozentuell steigt
Ernst: es über die Jahre, laut Zahlen, aber wenn du die Zahlen genauer anschaust zum grünen Bericht,
Ernst: diese Sondereinnahmen oder sonstige Einkünfte, die werden immer mehr und auch
Ernst: die Nebenerwerbslandwirte, die werden ja auch immer mehr, also die Nebeneinkünfte aus...
Willy: Du bist eigentlich Nebenerwerbsland, also...
Ernst: Die steigen prozentuell, also die Inflation und die sonstigen Einkünfte steigen,
Ernst: Aber aus dem Produkt die Einkünfte steigen nicht.
Ernst: Und die, die wirklich nur von der Landwirtschaft leben, die haben das Problem.
Willy: Ja, aber da haben wir keinen Hebel. Auf die Produkte, glaube ich,
Willy: selber haben wir keinen Hebel, außer du sagst, durch die Herkunftsgrenzeichung
Willy: würde sich der Konsumenten schief zu wechseln.
Ernst: Und inflationäre Anpassung der Mittel, genau, die, was da vom Bund kommen.
Willy: Ja, aber die Frage, was ich spannend finde zum Nachdenken, jetzt auch für mich
Willy: und vielleicht auch wieder draußen für die Leute zuhören, ist, erstens mit
Willy: Begreifen sich, meine Frage an dich eher, begreifen sich Landwirte schon als
Willy: Ökosystemdienstleistung, also wirklich so von ihrer Identität her,
Willy: dass sie sagen, wir sind Kulturraum bewirtschaftet, etc.
Willy: Nicht nur gesagt, weil sie jetzt alle sagen, sondern ist das im Selbstverständnis schon drinnen? Ja.
Willy: Oder ist man im Selbstverständnis auch immer noch eher so ein Rohstoffproduzent?
Ernst: Es gibt überall sicher welche, die was Hardcore vorne, brauchen wir nicht reden.
Ernst: Aber die werden immer weniger, bin mir ziemlich sicher.
Ernst: und die meisten sehen das große Ganze in gemeinsam.
Ernst: Und politisch? Vielleicht ist es seit der Lanze brechen für die Biobauern, aber ich bin auch...
Ernst: Biostria hat das eben drin auch. Wir im Bezirk, im Neusetler Bezirk haben mittlerweile
Ernst: 50% der gesamten Fläche ist Bio-Ackerbau.
Ernst: Und da ist eine Grundregel einfach, dass du sagst, die Biodiversität wird allein schon durch diese,
Ernst: mit dem, dass man eben keinen künstlichen Dünger und keinen künstlichen Pflanzenschutz
Ernst: ausbringen, ist eigentlich das schon eine Biodiversitätssteigerung, eine massive, ja.
Ernst: Und das wird ein bisschen verkannt.
Willy: Okay, also du sagst, ja, Landwirte und Landwirte begreifen sich schon mehr als
Willy: nur Rohstoffproduzenten.
Willy: Und da reden wir einfach von den Zusatzdienstleistungen, die du bringst.
Willy: Das ist nun gar nicht Wohlfahrt mit Datenzentren und sonst irgendwas.
Willy: Das ist dann noch eine optionale Geschichte.
Willy: Begreift euch die Politik schon? Also natürlich über die Fördertöpfe ist es
Willy: irgendwo strukturell, irgendwo drinnen, dass es anerkannt ist.
Willy: aber du sagst zum Beispiel Tourismus ich hoffe nicht, dass mir jetzt die Touristiker
Willy: wieder tögeln oder sowas, aber wann das natürlich so zusammenhängt und wir das anerkennen
Willy: sollte das wahrscheinlich dann vermutlich, wird das schon anerkannt?
Willy: Gibt es schon Bestrebungen diese Leistungen und den Nutzen, der dadurch auch
Willy: entsteht für andere Branchen, das irgendwie so ein bisschen intern zu verrechnen?
Ernst: Von Seiten Tourismus und auch nicht direkt, also nur wenn es.
Willy: Spricht jetzt mal zum Tourismus oder so?
Ernst: Ja, nur wenn du da eben regionale Produkte halt eben natürlich im Frühstücksbuffet
Ernst: und so weiter servierst und das einmal wieder wäre eine Herkunftsgenzeichnung auch ganz toll.
Willy: Na gut, dort wird es eh ausgezeichnet im Großen und Ganzen,
Ernst: Oder? Naja, im Großen und Ganzen.
Willy: Also, in traditionellen touristischen Betrieben so quasi die Butter aus Österreich
Willy: oder wie sagst du, da ist auch noch immer so?
Ernst: Genau, die Butter vom Bauern nehmen an und der Rest ist eigentlich...
Willy: Also du meinst, ein paar Lockvögel-Angebote mit einem Fahnerl drauf und dann… Zwei,
Ernst: Drei Prozent Pferd und Tier, was ich vorher vom Einzelhandel gesagt habe,
Ernst: genau so ist es im Tourismus.
Willy: Da ist es auch. Also da braucht es dann eigentlich so zwischen den Sektoren,
Willy: hucken alle im gleichen Boot, das heißt jetzt in dem Fall Österreich,
Willy: bräuchte es einfach so ein bisschen…
Ernst: Gegenseitige Anerkennung, Wertschätzung.
Willy: Ja, und ich verstehe es natürlich, dass das strukturell schwierig ist,
Willy: dass wer was hergeben muss oder sonst irgendwas, aber wenn man das anerkennt,
Willy: dass es Dienstleistungen sind,
Ernst: Dann sollten wir es langfristig sehen. Langfristige Planung und eine langfristige Perspektive für alle.
Ernst: Und wie ich vorher gesagt habe, da werden teilweise Ortsdachsen Vollgas erhöht
Ernst: und da denken wir, okay, eine Ortsdachse sollte da eigentlich auch zum Beispiel
Ernst: eben für das, dass die Landschaft erhält, das da gelten. Warum nicht?
Ernst: und früher war das speziell im Ort geregelt, dass die Ortstags,
Ernst: ich weiß nicht, bei uns im Burgenland halt in die Gemeinden war,
Ernst: das ist auch wieder zentralisiert ins Land gekommen, also das entscheidet jetzt
Ernst: der Landeshauptmann auf Gottes Gott, wo die Ortstags hingehen und das ist halt.
Willy: Ich bin froh, dass man hier zum Schluss zumindest einmal, jetzt die Touristiker
Willy: werden wir jetzt tögeln,
Ernst: Entschuldigung. Ja, ich bin für ein Tögelzerm.
Willy: Es war seine Idee, ich habe nur drüber nachgedacht.
Ernst: Also ich bin für einen runden Tisch immer offen für solche Gespräche.
Ernst: Mit den Touristikern, ich fürchte mich nicht.
Willy: Es wäre schön, wenn wir zumindest einen Dialog oder Lösungsoptionen aufgezeigt
Willy: haben, wie das gehen könnte, weil ich habe geglaubt, das wird ja komplett einfach
Willy: nur frustrierend zum Schluss, weil du sagst, okay, eigentlich kann ich überhaupt nichts tun.
Willy: Aber weil ich mir gedacht habe, das Problem liegt alles irgendwo so außerhalb
Willy: von Österreich und teilweise außerhalb von Europa.
Ernst: Die Agrarpolitik entsteht in Europa.
Willy: Ist ja so, aber es gibt tatsächlich so, zumindest wenn man es jetzt in der Richtung
Willy: denkt, wie es ist, was du sagst, auch innerhalb von Österreich nach Hebeln,
Willy: wo man vielleicht sinnvoll arbeiten kann.
Willy: Müssen andere entscheiden, werden jetzt vielleicht einige schimpfen,
Willy: aber schauen wir mal. Haben wir noch irgendwas...
Willy: Ich sehe so viele Zirreln bei dir. Haben wir irgendwas Wichtiges vergessen,
Willy: das was jetzt nicht einen neuen gerade aufreißt, das was du noch sagen willst,
Willy: weil sonst würde ich sagen, nein, ich schaue auf die Zirreln,
Willy: nein, ich mache Schluss.
Ernst: Nein.
Willy: Wir haben lang geredet, drei Stunden sind es worden, ich habe mir gedacht,
Willy: wir machen es in einer Stunde, aber ich glaube, es war fast ein bisschen notwendig
Willy: zu verstehen, warum geht man protestieren? Woher kommt das?
Willy: Ich hoffe nämlich gerade viele Leute, die sich nicht auskennen.
Willy: Es war trotzdem wieder viel Zäun und kompliziert und Zusammenhänge.
Ernst: Wir wollen von der Politik gehört werden und ich glaube, wir sind ein bisschen gehört worden.
Willy: Vom Populus hat es halt gehört worden, von den Menschen, sage ich mal,
Willy: vom Gegenstand der Politik.
Ernst: Und ich glaube, das ist ganz wichtig.
Ernst: Das ist ein Instrument, also diese Demonstration ist ein demokratisches Instrument
Ernst: und das haben wir genutzt jetzt.
Ernst: Und vielleicht war es nicht das letzte Mal. Das sage ich aber auch dazu.
Ernst: Liebe Grüße an die Touristiker.
Willy: Wir schließen mit, man könnte jetzt sagen, mit einer Drohung oder ich sage, nehmen wir das Angebot.
Ernst: Nein, es ist wirklich, das muss man einfach verstehen.
Ernst: Es war eine Möglichkeit und ich glaube, die Landwirte haben das wertgeschätzt
Ernst: und sie würden gerne nochmal gehen.
Ernst: Aber es braucht halt eine Organisation dazu.
Willy: Okay, wenn du sagst, es war wahrscheinlich oder vielleicht nicht das letzte
Willy: Mal, dass man sich gesehen hat da jetzt quasi auf der Straße,
Willy: dann ist es vielleicht auch nicht das letzte Mal, dass wir uns heute gesehen
Willy: haben, dass wir dann drüber reden und wir müssen ganz ein bisschen erklären.
Willy: Danke, dass du dir Zeit genommen hast, viel Zeit genommen hast.
Willy: Ich habe viel gelernt, ich hoffe die Zuhörerinnen und Zuschauerinnen auf YouTube
Willy: natürlich dann auch und jetzt trinken wir einen Kaffee noch.
Ernst: Passt, machen wir ja.
Willy: Danke für deine Zeit. Ich sage danke. Ciao.
