Folge Nr: 283
Fermentation: Vom Sauerkraut zum Bioreaktor – Martin Reich
Biologe Martin Reich über Mikroorganismen, Mykoprotein und die Frage, ob Braukessel Bauernhöfe ersetzen
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Über die Folge:
Martin Reich ist Biologe, Wissenschaftskommunikator und Autor des Buches "Revolution aus dem Mikrokosmos". Seit etwa zwei Jahren versuchen wir, ins Gespräch zu kommen. Jetzt hat es geklappt, und wir haben uns ausführlich Zeit genommen, dieses Thema von Grund auf zu durchleuchten.
Martin erklärt, warum Fermentation heute in drei Kategorien gedacht wird: die traditionelle, die wir alle kennen. Die Biomassefermentation, bei der Pilze in Bioreaktoren zu nahrhaftem Mykoprotein heranwachsen. Und die Präzisionsfermentation, bei der genetisch umprogrammierte Mikroorganismen gezielt bestimmte Stoffe produzieren, etwa Milchprotein ohne Kuh.
Wir reden darüber, warum Mikroorganismen so viel effizienter arbeiten als Nutztiere, warum China gerade massiv in Fermentationstechnologien investiert und Europa möglicherweise den Anschluss verliert. Wir sprechen über die Lage der Landwirtschaft, über die Frage, ob Braukessel Bauernhöfe ersetzen werden und warum Martin bei Atomkraft und Gentechnik Positionen vertritt, die in Österreich besonders anecken.
Das Gespräch ist lang, es ist inhaltlich dicht und es bewegt sich zwischen Naturwissenschaft, Geopolitik und der Frage, welches Menschenbild hinter unseren Ernährungsentscheidungen steckt. Eine Etappenstrategie oder die Kapitelmarken helfen beim Navigieren.
Viel Freude beim Reinhören!
00:00:00 Los gehts
Willy stellt Martin Reich und das Thema Fermentation vor
00:02:41 Wer ist Martin Reich?
Kindheit in Frankfurt, der Opa aus Österreich und die Grünen Rächer
00:16:01 Vom Biologen zum Bioökonomierat
Studium, Promotion in Groningen und der Einstieg in die Bioökonomie
00:36:15 Was ist Fermentation eigentlich?
Drei Formen der Fermentation: traditionell, Biomasse und Präzision
00:50:07 Fermentation als Kulturgut
Verwesung vs. Fermentation, betrunkene Tiere und die Rolle von Pasteur
00:58:03 Biomassefermentation und Mykoprotein
Wie aus Pilzen Fleischalternativen werden und was Quorn damit zu tun hat
01:15:04 Neue Proteine im Supermarkt
Revo Foods, Planted und die Frage nach der Identität neuer Produkte
01:28:17 Braukessel statt Bauernhof?
Was Fermentation für die Landwirtschaft bedeutet und wo es hakt
01:47:40 Atomkraft und Öko-Progressivismus
Warum Martin für Kernenergie und Gentechnik eintritt
02:01:08 Ernährungssouveränität und China
Europas Abhängigkeiten und warum China bei Fermentation voranprescht
02:16:18 Green Growth oder Degrowth?
Menschenbild, Pragmatismus und die Frage, ob Technologie uns retten kann
02:36:39 Gasfermentation erklärt
Wie Mikroorganismen neue Rohstoffe und Lebensmittel erzeugen können
02:43:13 Wer kontrolliert die Zukunft?
Patente, Kapital und die Frage, wem die Technologien von morgen gehören werden
02:56:05 Sprache zwischen Ehrlichkeit und Hype
Warum Begriffe Erwartungen prägen und wie man über Innovationen spricht, ohne zu übertreiben
Kurz-Bio Gast:
Martin Reich ist promovierter Biologe, Wissenschaftskommunikator und Autor des Buches "Revolution aus dem Mikrokosmos - Nachhaltige Ernährung durch Fermentation" (Residenz Verlag, 2024). Er war Referent beim Bioökonomierat der deutschen Bundesregierung und ist Mitgründer des Öko-Progressiven Netzwerks e.V. sowie der Initiative Progressive Agrarwende. Er lebt und arbeitet in Berlin.
INFOS ZUR FOLGE
Martin Reich (Website)
www.martins-mikrokosmos.de
Buch: Revolution aus dem Mikrokosmos (Residenz Verlag)
www.residenzverlag.com/buch/revolution-aus-dem-mikrokosmos
Martin Reich auf Instagram
www.instagram.com/martinreich5
Martin Reich auf LinkedIn
www.linkedin.com/in/martin-reich-67243bb5
Öko-Progressives Netzwerk e.V.
www.oekoprog.org
Progressive Agrarwende
www.progressive-agrarwende.org
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„Leit hoits zamm“ – Haindling
thx an Jürgen Buchner
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thx and Michael Lechleitner @ Irievibrations Records
… und ein bisserl selbst gesungen
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Viel Spaß beim Reinhören und Entdecken!
Transcript - Fermentation: Vom Sauerkraut zum Bioreaktor – Martin Reich
Martin: Die Landwirtschaft, die wir heute haben, wird ja immer gern so getan,
Martin: als wäre das ja auch schon ewig alles so, die war selbst ja auch eine Revolution.
Martin: Und dieser große Umbruch in der Landwirtschaft, der ist ja eigentlich schon passiert.
Martin: Also es wird ja jetzt manchmal so auch an die Wand gemalt, diese neuen Sachen,
Martin: oh Gott, jetzt bedroht das so unseren Status Quo.
Martin: Es arbeiten jetzt schon kaum noch Leute prozentual in der Landwirtschaft.
Martin: Du hast einen Mikroorganismus.
Martin: In den allermeisten Fällen programmierst du den genetisch um,
Martin: damit er entweder einen Stoff, den er normalerweise produziert,
Martin: noch effizienter produziert. Oder einen ganz neuen Stoff.
Martin: Entweder bringst du ein Gen ein in diesen Mikroorganismus, das dann eben dafür
Martin: verantwortlich ist, dass dieser eine Stoff produziert wird. Möglichst viel.
Martin: Und dann kam irgendwann jetzt eben diese Idee, dass man gesagt hat,
Martin: hey, wir können diese gleiche Technologie doch eigentlich nutzen,
Martin: um zum Beispiel Milchprotein zu produzieren, ohne Kuh.
Willy: Grüß euch. Ja, wer so wie ich beim Thema Fermentation hauptsächlich an Sauerkraut
Willy: denkt und wenn er oder sie dann ganz würdig ist, dann vielleicht noch Kimchi
Willy: oder Kombucha in den Ring wirft,
Willy: dem wird in dieser Folge buchstäblich das Hirn fermentiert.
Willy: Der Martin Reich, der als Autor des Buches Revolution aus dem Mikrokosmos,
Willy: des 2024 in der Reihe Leben auf Sicht im Residenzverlag erschienen ist.
Willy: Und in etwa so lange versuchen der Martin und ich schon ins Gespräch zu kommen.
Willy: Jetzt hat es geklappt und wir fahren endlich, was es mit Biomasse-Fermentation,
Willy: mit Präzisions- oder auch mit Gas-Fermentation alles auf sich hat und ob moderne
Willy: Bioreaktoren vielleicht sogar die landwirtschaftlichen Betriebe von morgen sind.
Willy: Ja, Revolution, Evolution oder gar Kooperation.
Willy: Ja, diese Geschichte, die wird gerade geschrieben und wie sie ausgeht,
Willy: das liegt in den Händen von vielen Akteurinnen und Akteuren und vermutlich auch
Willy: ein bisschen in unseren Händen.
Willy: Und ja, auch dieses Gespräch hat eine gewisse Länge.
Willy: Die Marathon-Hörerinnen unter euch, die wissen, was zu tun ist,
Willy: ansonsten würde ich eine Etappenstrategie empfehlen Oder ihr checkt einmal die
Willy: Kapitelmarken aus und hübscht dann einfach zu den Kapiteln in dieser Folge,
Willy: die euch interessieren.
Willy: Oder noch was, ihr stellt dieser und allen anderen Folgen von Bauer to the People
Willy: einfach die Fragen, die euch interessieren.
Willy: Dafür gibt es nämlich jetzt auf der Webseite zu jeder Folge ein eigenes kleines Chatfenster.
Willy: Probiert es unbedingt einmal aus.
Willy: So und jetzt viel Vergnügen bei den diversen zerebralen Fermentationsprozessen.
Willy: Vulgo, viel Spaß. Bäm, gern hören.
Willy: Ja, meine Lieben, das hier, diesen Mann, den ihr hört, den jungen Mann aus Deutschland,
Willy: aus Berlin, glaube ich, oder?
Martin: Oder woher kommst du? Ursprünglich aus Frankfurt. Aus Frankfurt?
Martin: In Hessen, genau. Also ein bisschen näher. In Hesse?
Martin: Genau, in Hessen. Dann haben wir lange in Ostfriesland gewohnt.
Willy: Ach, da war ich gerade auf Podcast-Resse. Ja, ja, ja.
Martin: Auch schön. Anders schön. Und dann Berlin jetzt seit fast zehn Jahren.
Willy: Ja, es gibt sehr, sehr viele unterschiedliche Kulturen, Dialekte,
Willy: Sprachen und so in Deutschland. Also Deutschland ist groß. Größer aus Österreich, habe ich gehört.
Martin: Ja, ein bisschen. Aber ihr habt auch viele Unterschiede.
Willy: Aber bei uns versteht man manche nicht mehr. Bei euch versteht man eigentlich fast jeden Dialekt.
Willy: Bei uns wird es schwierig teilweise. Das ist herausfordernd. Auch für euch, ja?
Willy: Je weiter du in den Westen fährst, desto kompliziert du wird. Martin, Martin Reich.
Willy: Einstiegsfrage. Du hast das Buch geschrieben, Revolution aus dem Mikrokosmos.
Willy: Und das Vorwärter zu hat der Urs Nigli geschrieben. Warum? Gerade der Urs Nigli.
Martin: Warum? Also es bestand ein Kontakt da, glaube ich auch einfach,
Martin: über den Herausgeber Thomas Weber. Biorama. Genau, Biorama.
Martin: Aber es passt auch total, weil Urs Nigli ein Brückenbauer ist.
Martin: Also er ist ja jemand, der ist ein Öko-Papst mehr oder weniger,
Martin: also kommt aus der Bio-Branche. War schon im Podcast hier bei uns.
Martin: War auch schon im Podcast. Und...
Martin: Ja, ist aber immer quasi, der interessiert so aus seinem Silo,
Martin: aus seinem Bio-Öko-Silo da heraus irgendwie zu denken, was ja nicht alle machen, bekannterweise.
Martin: Und ja, hat auch eine Affinität eben auch zu diesen Biotechnologie-Themen zumindest, sich das anzugucken.
Martin: Auch in der Pflanzenzüchtung, darüber haben wir auch schon mal ein bisschen mit ihm Kontakt gehabt.
Martin: Genau, und der hatte ja auch in derselben Reihe auch kurz vorher ein Buch veröffentlicht.
Martin: Es war sogar das Buch vor mir oder zwei Bücher vorher.
Willy: Die Reihe heißt Leben auf Sicht.
Martin: Genau, Leben auf Sicht.
Willy: Lieber Thomas.
Martin: Ja, genau, mach mal ein schönes Product Placement, bin ich nicht so gut drin.
Martin: Genau, es passt total und ich war froh, dass nicht jetzt jemand,
Martin: wo es total naheliegend ist, also wo jeder denkt, naja klar,
Martin: irgendjemand, der was mit Fermentation macht oder irgendeine Biotechnologin
Martin: oder so, sondern jemand, der eben so aus der Landwirtschaft kommt und dann noch
Martin: besser aus dem Ökolandbau.
Martin: Also es war schon, reibt dann natürlich ein bisschen mehr und macht es noch
Martin: ein bisschen spannender.
Willy: Der Urs reibt sich ein bisschen mit der bestehenden, sage ich mal,
Willy: Biobewegung und beschreibt dort auch die Limitationen.
Willy: Er hat ja damals auch gesagt, das Beste, was der Bio-Bewegung passiert ist,
Willy: war die Bio-Verordnung und das Schlimmste, also sinngemäß, war die Bio-Verordnung.
Willy: Genau, weil sie dann einfach nichts mehr bewegt hat.
Willy: Und er schreibt auch im Vorwort, dort wo er mit seinem Buch aufhört,
Willy: also mit seinem letzten Buch, Alle satt hat das geheißen, dort fängst du mit
Willy: deinem Buch an, weil er liefert noch keine Lösung, wie man mit dem Flächenproblem umgeht.
Willy: Und da erzählst du dann auch ein bisschen mit dem anderen, aber ich würde ihm
Willy: gar nicht zu sehr weit vorgreifen, bevor wir da jetzt rein starten,
Willy: quasi in das Thema der Fermentation und wo genau die Revolution oder die Revolutionen liegen bei dem Thema.
Willy: Gehen wir ein bisschen auf die, lernen wir dich ein bisschen kennen,
Willy: wie wir es immer machen, wir brauchen zu den Bippen, wir wollen ja wissen,
Willy: wer uns da informiert. Ja.
Willy: Wir haben schon gehört, du bist in Hessen, in Frankfurt aufgewachsen.
Willy: Jetzt kriege ich endlich immer Hessen und Frankfurt zusammen.
Willy: Wir haben mich gefragt, wo Frankfurt ist. Ich habe gesagt, in Deutschland, aber das ist in Hessen.
Martin: Ja, genau.
Willy: Das ist nicht so bekannt.
Martin: Das Bundesland ist nicht so bekannt.
Willy: Ah, ja, das ist die Zuordnung. Ich glaube, das liegt eher an mir.
Martin: Meinst du?
Willy: Ja, ja, ja. Weiß nicht.
Martin: Also wir haben auch nicht so vielleicht so bekannte Geschichten irgendwie da.
Martin: Außer dem Apfelwein und solchen guten fermentierten Sachen. Und Frankfurt, die Stadt natürlich.
Willy: Und die Frankfurter, die was in Wien Frankfurter heißen und in den,
Willy: glaube ich, Wiener Würstel irgendwo.
Martin: Ja, gegrillte Frankfurter hatte ich gesehen hier in Graz, also stand draußen,
Martin: also hier ist dann eher Frankfurter.
Willy: Wie geht es dir dabei, wenn du es liest.
Martin: Gekriegte Frankfurt? Ich habe mich kurz erschreckt, aber dann habe ich es gemerkt.
Willy: Du beschreib ein bisschen deine Kindheit.
Martin: Ja, wir sind aufgewachsen, also ich habe zwei Brüder noch, wir sind aufgewachsen
Martin: am Stadtrand von Frankfurt und
Martin: Größtenteils, also wir haben vorher noch woanders gewohnt, aber dann sind wir
Martin: an den Stadtrand, Neubaugebiet, noch viele Baustellen, wo wir drauf spielen
Martin: konnten und so. Damals hat man ja noch draußen gespielt.
Willy: Noch nicht der Speckgüttel gewesen, oder?
Martin: Nee, genau, nicht der Speckgüttel, also nicht so weit draußen.
Martin: Es war so wirklich noch Stadt, aber am Rand.
Martin: Genau, und was mich geprägt hat, unter anderem, ist eben mein Opa,
Willy: Würde ich sagen. Ja, das schreibst du auch. Auf deiner Webseite,
Willy: glaube ich, habe ich es gelesen, der Opa. Das Buch hast du aber den Eltern gewidmet.
Martin: Ja, natürlich. Das soll auch meine Eltern nicht übergehen. Ja, natürlich.
Martin: Aber weil es aus mehreren Gründen Bezug hat. Also mein Opa war Österreicher.
Martin: Also das ist so einmal das, warum es irgendwie vielleicht auch ein bisschen interessant ist.
Martin: Und hat mich an dieses Naturthema rangebracht. Also mit dem sind wir viel gewandert.
Martin: Früher, wir waren ganz oft in Österreich, weil der lange noch seine Mutter gepflegt hat.
Martin: In Österreich. Und da waren wir in Niederösterreich erstmal oft Lunds am See.
Martin: Ich habe gestern jemanden getroffen, der es tatsächlich kannte.
Martin: Und aber spät auch Tirol, die ganzen Klassiker wo sie die Deutschen sich viel
Martin: auch rumtreiben und genau und dann halt lange nicht mehr oder längere Zeit nicht
Martin: mehr, wenn man die Oper nicht mehr konnte
Martin: und jetzt dann halt wieder durch das Buch, durch den Verlag deswegen liebe ich
Martin: das total, jetzt wieder hierher zu fahren
Martin: Genau. Ja, über die Kindheit sonst. Ja, ich würde sagen, relativ behütet so.
Martin: Man hat mehr draußen gespielt, hatten wir schon. Ich habe immer viel früher
Martin: schon für diese ganzen Umweltthemen interessiert.
Martin: Das rekapituliere ich jetzt auch erst alles immer so ein bisschen.
Martin: Das ist witzig, wie man dann so merkt. Ich habe eigentlich zum Beispiel immer
Martin: so Comics gezeichnet, die ganze Zeit lang.
Martin: Die hießen die Grünen Rächer.
Willy: Die Grünen Rächer, ja, das habe ich irgendwo gelesen. Ich glaube,
Willy: ich stelle die auf der Website. Ach, Tatsache, da liest es jemand.
Willy: Ja, ja, ja. Arzt-Fallette.
Martin: Ich habe auch überlegt, das nochmal rauszukramen, weil ich habe die Sachen teilweise noch.
Martin: Ich habe das nochmal einzuscannen oder so. Das sieht grauselig aus.
Martin: Ich kann nicht gut zeichnen. Aber habe ich dann gemerkt, irgendwie lustig,
Martin: dass man da schon so ein bisschen so aktivistisch war ich da eher.
Martin: Dann habe ich auch mal so an die Tür, bei meiner Zimmertür immer so Sachen gehängt,
Martin: wie da gab es dann die Wahl, gerade Bundestagswahl oder so und da waren so auf
Martin: dem Spiegel quasi so Joschka Fischer und die anderen irgendwie drauf und dann
Martin: habe ich irgendwie, sollten die Leute markieren, wen sie denn wählen und so.
Martin: Und dann, wo ich gemerkt habe, das ist irgendwie nicht so, wie ich es mag,
Martin: habe ich ein paar Striche mehr bei Joschka Fischer gemacht und so Geschichten.
Martin: Lustig, was man früher schon so gemacht hat.
Willy: Was hat dein grüner Recher alles gerecht? Für was ist er eingestanden damals?
Martin: Umweltzerstörung und so Sachen, also ein bisschen so Cap'n Planet mäßig wahrscheinlich inspiriert,
Willy: Also Was hat dir mehr inspiriert, so die Rettung der Umwelt oder das Superhelden-Dasein?
Martin: Ja, bestimmt so die Kombination, ich weiß gar nicht, aber ich glaube es war
Martin: keine, wie sagt man, alter Ego von mir, ich glaube es war schon
Martin: eine eigene Figur, aber ja, der hat dann die Tiere gerettet und so und es gab
Martin: irgendwelche Gegner von dem, das
Martin: war irgendwie so Mafia-artige Leute mit Sonnenbrillen, die irgendwie alles
Martin: zugemüllt haben oder so und der hat dann dagegen gekämpft, ich muss echt nochmal rauskramen
Willy: Kriegt dann Wert mit der Zeit aber dieses Umweltthema vom Opa kommen wir wirklich
Willy: oder woher kommt das es prägt dich ja bis heute und es zieht sich ja durch deswegen
Willy: sollte man dem Ganzen vielleicht ein bisschen Zeit geben.
Martin: Ja total gut, also es ist bestimmt eine Kombination also ja,
Martin: durch den Opa sind wir viel rausgekommen haben viel über die Natur auch so geredet
Martin: dann habe ich viele so Naturbücher immer gehabt einmal diese Was ist Was Geschichten also schon diese
Martin: fast schon ein bisschen wissenschaftlichen Bücher über die Natur und dann, ach genau,
Martin: das war auch noch was, ich habe irgendwann von meiner Mutter,
Martin: glaube ich, so ein Doppelalbum, dieses History Album von Michael Jackson geschenkt
Martin: bekommen und erstmal konnte ich gar nichts damit anfangen,
Willy: Bestimmt ein, zwei, drei Jahre.
Martin: Aber dann war ich eine Zeit lang, weil ich mich voll abgefahren da drauf,
Martin: seit ich dann einen Earth Song gesehen hatte.
Martin: Ja, das war auch noch so eine Sache.
Martin: Das war auch noch so, also dieses Ganze, schon auch dieser Schmerz,
Martin: okay, es wird alles kaputt gemacht und so.
Martin: Und als Kind treibt dann das dann irgendwie auch schon um.
Martin: Würde mich auch interessieren, wie das bei Kindern heute ist.
Martin: Tendenziell vielleicht sogar noch schlimmer. Also und eigentlich, ja, genau.
Martin: Aber damals quasi auch noch keine Lösungen gesehen, so richtig,
Martin: außer jetzt irgendwelche Leute, die die Müll wegräumen, aber so gesehen,
Martin: oh Gott, ja, wie schlimm.
Willy: Aber du hast das Problem erkannt. Durch die Wanderung ein bisschen mit dem Großvort,
Willy: durch das in der Natur sein.
Martin: Und vielleicht auch noch, ich habe relativ, wir haben als Kinder viel Fernsehen
Martin: geguckt, viel von der Glotze gegangen.
Martin: Und ich habe tatsächlich in den Mittagspausen schon als relativ kleines Kind,
Martin: das sagt mir meine Mutter auch immer, haben wir immer Mittagsmagazin,
Martin: das ist so eine Mischung aus Nachrichtensendungen und Boulevard, glaube ich,
Martin: also da gab es immer so drei Sachen hintereinander, Mittagsmagazin,
Martin: Tagesthemen und noch irgendwas.
Martin: Ich habe da die Sachen auch geguckt und vielleicht auch deswegen schon irgendwelche
Martin: Sachen mitbekommen, die vielleicht Kinder nicht mitbekommen sollten.
Willy: Wie alt war ich da?
Martin: Also wir waren noch in der ersten Wohnung in Braunheim, das heißt es war teilweise
Martin: auch noch am Anfang der Grundschule.
Willy: Jahrgang bist du 84, glaube ich, wenn du es gelesen hast. Ist das richtig?
Willy: Ja. Ich darf das fragen, ich bin älter. Noch älter.
Willy: Noch älter. Ich weiß nicht, ob ich jetzt abbrechen sollte. Raus hier.
Willy: Ich bin 80er Jahrgang. Prost, hey. Warte mal.
Willy: Ich sage so jetzt nur in die Kamera, Brauer to the people. Das erste,
Willy: gegärte, fermentierte Gebräu, wenn man so will, oder? Wenn man halt drüber reden will.
Martin: Ja, also auf jeden Fall die alkoholische Gärung.
Martin: Das hatten wir gestern tatsächlich auch die Frage bei diesem Kongress.
Martin: Wie lange gibt es Bier und wie lange gibt es Wein?
Willy: War zuerst Bier oder Brot? Die große Frage.
Martin: Die Leute haben mich wichtige Fragen zu dem Thema. Was ist jetzt 9.000 Jahre,
Martin: was ist jetzt 11.000? Das ist jetzt vielleicht auch nicht immer das Allerwichtigste.
Martin: Aber das treibt die Leute halt eben um, natürlich das Essen und das Trinken.
Martin: Und man muss sich bei den Sachen überlegen, war das überhaupt schon Bier,
Martin: war das überhaupt schon Wein? Also das ist natürlich weit von dem entfernt.
Martin: Nicht von unserer Vorstellung heute.
Willy: Früher war der Teig, das aufgeweichte Getreide, war gleichzeitig der Teig und
Willy: der Gärbottich fürs Bier.
Willy: Das war ja auch der Klasse. Das hat alles gelebt.
Willy: Das hat alles gelebt und überlebt.
Willy: Bleiben wir noch ein bisschen bei deiner Biografie. Was warst du für Schüler?
Martin: Extrem anstrengender, glaube ich. Also weil, ähm, also ohne mir jetzt,
Martin: also ich war schon so ein bisschen Schlaubischlumpf mäßig, glaube ich schon.
Willy: Streber oder Schlaubischlumpf?
Martin: Ja, nee, eben nicht. Also genau, Streber eher so, dass es mir dann erstmal zugefallen
Martin: ist, gerade am Anfang so.
Martin: Und dann deswegen hast du halt dann, was du dann nicht lernst, ist halt, äh,
Martin: Die Disziplin dann trotzdem nicht halt hinzusetzen und Sachen zu lernen,
Martin: wenn das erstmal die ganze Zeit nicht muss.
Martin: Und ich glaube, dann kriegst du als Kind auch ein bisschen so eine Arroganz
Martin: schnell oder so und gehst in Lehren natürlich ordentlich auf den Keks.
Willy: Aber ich bin neidisch.
Martin: Ja, ich bin neidisch.
Willy: Ja, schon ein bisschen drauf aufs Leichtlernen.
Martin: Aber es hat sich später dann teilweise auch gerecht. Also es gab dann später
Martin: auch Sachen, die du nicht so einfach irgendwie erschließt.
Martin: Und dann hatte ich das einfach nicht kultiviert, weißt du. Und mich dann hinzusetzen und gut zu lernen.
Willy: Du hast Lernen nicht gelernt.
Martin: Ja, ja, genau. Und dann war das so, ich hatte teilweise auch gar nicht zu Hause
Martin: den, Computer und alles.
Martin: Ich hatte überhaupt keinen richtigen Lerntisch und so weiter mehr.
Martin: Das soll jetzt nicht so klingen, als hätten meine Eltern mich vernachlässigt.
Martin: Die haben wahrscheinlich auch immer gesagt, gut, läuft ja. Oder natürlich gesagt, lernen und so.
Martin: Ja, also lief gut. Lief gut, lief gut.
Martin: Eine typische Geschichte war, gleich am Anfang in der Grundschule habe ich mich
Martin: auch dann direkt mit der Lehrerin angelegt, weil dann wird die Buchstaben gelernt.
Martin: Und ja, ich konnte dann halt schon lesen und das erste war der Buchstabe und
Martin: ich habe gesagt, M, es heißt M,
Martin: nein, es heißt M, aber das waren ja pädagogische, ich glaube,
Martin: das macht man heute auch noch so, nein, es ist M und es ging wie fünfmal hin
Martin: und her und hat meine Eltern einbestellt und gesagt, oder ich habe glaube ich
Martin: sogar gesagt, angeblich hätte ich gesagt, sie würde lügen. Oh Gott.
Martin: Was ich dann aber auch dementiert habe, ich erinnere mich nicht mehr so richtig,
Martin: aber es war gleich am Anfang
Martin: schwierig, später habe ich mit der Lehrerin eigentlich ziemlich gut dann verstanden,
Martin: weil die Geduld hatte und so und dann ist sie bei irgendwann wieder gegangen
Martin: und dann hat es mit der nächsten auch gleich wieder angefangen zu kriseln,
Martin: weil irgendwas, war schon ein böser Klugscheißer, glaube ich.
Willy: Böser Klugscheißer, okay. Stärken in welchen Fächern?
Willy: In der Kulturwissenschaft schon oder Sprache?
Martin: Tatsächlich, ja, das war immer schon. Das war dann auch noch im Gymnasium am
Martin: Anfang auch gleich leider wieder so ein Selbstläufer.
Martin: Also zumindestens das, wie sagt man, so die Rechtschreibung und so.
Martin: Und ich hatte gleich am Anfang im Gymnasium auch so einen eher Oldschool-Lehrer,
Martin: der das dann ganz toll fand.
Martin: Also da war jetzt mündliche Beteiligung und alles jetzt nicht so wichtige,
Martin: aber die Dekate waren komplett fehlerfrei und so. Und dann war der total angetan.
Martin: Da war ich dann mit dem sein Ding und dann habe ich immer Einzug gehabt.
Martin: Später war das aber auch nicht mehr so, wo es dann eher darum ging,
Martin: okay, du musst schon mit interpretieren und halt nicht nur rumquatschen und
Martin: mit den anderen Quatsch machen, sondern wirklich dich beteiligen.
Martin: Das wurde dann eher schwieriger.
Martin: Aber genau, Deutsch, Biologie dann auch einfach aus Interesse.
Martin: Mathe nur eine Zeit lang. Also Mathe wurde dann auch echt schwierig.
Martin: Da habe ich heute noch so Träume von, wo ich mich auch frage,
Martin: warum, weil es ist jetzt nicht so, dass das irgendwie relevant wäre noch für mich.
Martin: Aber dieses nix gelernt und dann, oh Gott, Arbeit kommt oder Hausaufgaben, gar nichts verstanden.
Martin: Also gerade so zum Ende hin, so ab 9. oder 10. Klasse wurde das.
Martin: Und wie beschäftigt mich das noch? Ich weiß gar nicht.
Willy: Ich habe bis 35 Albträume von meiner Kochlehre gehabt. Aber es ist manchmal seltsam.
Martin: Was man so danach verarbeitet, weil ich habe jetzt nicht das Gefühl objektiv,
Martin: dass mich das jetzt total belasten würde.
Willy: Ja, du weißt das selber doch nicht. Woher willst du das selbst wissen, was dich belastet?
Willy: Aber war irgendwas in dieser Zeit dann prägend dabei, dass du sagst,
Willy: weil du hast ja dann studiert. Was hast du studiert? Biologie.
Willy: Was hat dich dorthin eingetrieben. Also war da irgendwas Prägendes dabei oder
Willy: was war letztlich der ausschlaggebende Grund, dass du dich für die Biologie entschieden hast?
Martin: Das war schon so ein bisschen meine Idee schon länger gewesen, dass ich das halt mache.
Martin: Weil mich das eben einmal mit der ganzen Umwelt und sowas so interessiert hat.
Martin: Also ich hätte auch eher gedacht, ich gehe in die Ökologie.
Martin: Das war so erstmal meine Eingebung und dann habe ich auch so in der Oberstufe
Martin: gemerkt, da war auch ein Lehrer, mit dem ich echt gut zurecht kam und da habe
Martin: ich auch die anderen Sachen, Genetik und sowas, fand ich auch irgendwie gut.
Martin: Und da habe ich das immer schon so, und ich war eigentlich eher nicht sehr entscheidungsfreudig,
Martin: ehrlich gesagt, so nach dem Abi.
Martin: Das war so dieses typische, ich will auch eigentlich nicht woanders hingehen.
Martin: Und dann war halt Biologie auch noch so, in Frankfurt hatte ich keinen besonders
Martin: hohen NC und es ist in Frankfurt, ich musste nicht wegziehen und so weiter.
Martin: Und dann war, das hat sich das ehrlich gesagt so ergeben. Es war jetzt nicht
Martin: so wie, ich weiß genau, was ich machen will.
Martin: Es war sogar so, ich war am Ende relativ gut in Politikwissenschaften gewesen.
Martin: Auch mit einem Lehrer, mit dem ich da sehr gut zurechtkram.
Willy: Das ist ja quasi dein zweites Standbein heute auch ein bisschen,
Willy: oder? Ja. Die Politik zumindest, nicht die Wissenschaft davon.
Martin: Ja, also ich überlege immer, also das interessiert mich immer noch sehr und
Martin: es hat mich damals wirklich, da fing das so an mit den neuen Kriegen, hieß das damals,
Martin: also mit dem ganzen Terrorismus war dann, 9-11 war das schon ein,
Martin: zwei Jahre her dann und das war unglaublich spannend und dann auch die Arbeit
Martin: am Ende darüber und dann Herfried Münkler und so gelesen und das hat wirklich auch so gefunkt,
Martin: also mit dem Lehrer auch zusammen und der war glaube ich auch ein bisschen enttäuscht,
Martin: der hat mich dann beim Abiball, also da habt ihr auch so einen
Martin: Maturaball, also quasi diese Fete dann und da waren die Lehrer ja auch irgendwie
Martin: dabei oder manche und der hat dann sich nochmal so hingesetzt und hat mich gefragt und was
Martin: machst du jetzt, wo willst du da Politikwissenschaften studieren,
Martin: soll ich dich da vernetzen, weil der war auch gut und ich hab dann gesagt,
Martin: ich studiere Biologie und da hat er gesagt, ja da kann ich dir nicht helfen
Martin: oder irgendwie so und das war die letzten Worte, die wir gewechselt hatten
Willy: Och Gott ist sowas trauriges, Ende einer Beziehung Ja.
Martin: Ich hab ihn nochmal irgendwann später getroffen, aber das war hab ich dann auch
Martin: so gemerkt, also da hat's mir dann auch noch mal kurz ... Aber das war für mich
Martin: so fremd einfach, dass Biologie hat sich schon so gesetzt und mir war auch schon diese ...
Martin: Ein bisschen so diese naturwissenschaftliche Denke, so in Diskussionen mit anderen,
Martin: in der Oberstufe habe ich schon eher gemerkt, ich war schon eher so auf der
Martin: rationalen Seite und mich hat das
Martin: sozialwissenschaftliche Tendenziell ein bisschen angenervt in der Zeit.
Martin: Also das war ja auch damals schon so ein bisschen so, wer hatte so welche Einstellungen
Martin: und ich war schon eher so auf der rationalen Seite.
Martin: Also ich habe schon so etwas zu Naturwissenschaften, das ist schon eher das, wo ich mich mehr sehe.
Willy: Sagst du jetzt zum Soziologen oder zum Sozioökonom, dann wird das andere eher angehört.
Martin: Geschwaffe, nee.
Willy: Ich kann mit Unsicherheit einfach umgehen, mit Unschärfen.
Martin: Ja, genau, genau. Du wolltest es aber genau wissen. Ich wollte es genau wissen
Martin: und das gucke ich mir erst mal an.
Willy: Ja, du hast studiert und dann auch promoviert. Was hast du dann schon gewusst,
Willy: in welche Richtung du dich entwickeln wirst oder warst du dann noch quasi in der Findephase?
Willy: Oder ab wann hat es dich gehabt?
Martin: Genau, Biologie ist unglaublich breit. Das ist echt so ein Ding.
Martin: Also das weiß ich auch nicht. Das ist einerseits irgendwie schön,
Martin: andererseits stellst dich auch wieder vor so Probleme, weil du musst schon wieder
Martin: irgendwie selbst überlegen, in welche Richtung gehst du.
Martin: Und ich habe es am Anfang eher auch durch Ausschlussverfahren gemacht.
Martin: Ich habe zum Beispiel gemerkt, Tiere ist irgendwie nix. Da haben wir irgendwelche Versuche gehabt.
Willy: Tiere ausgeschlossen.
Martin: Ja, und ich sage, nee, mit Tieren mache ich nix. Also einmal wäre die Tiere
Martin: ein bisschen leidtun auch, weil man dann sagt, man muss sich auch gar nicht
Martin: mit dieser ganzen ethischen Frage auseinandersetzen, indem man die einfach gar
Martin: nicht, sich dem gar nicht aussetzt, mit diesen Tierversuchen.
Martin: Aber wir hatten auch, ich habe auch einfach gemerkt, ich finde das irgendwie,
Martin: ich fand es teilweise irgendwie unwissenschaftlich, was wir da zumindest in
Martin: diesen Praktika gemacht hatten.
Martin: Irgendwelche Fische, die wir da irgendwo aus dem Becken raus,
Martin: ich weiß noch, ein Kumpel und ich sollten die dann, sollten den Fisch holen,
Martin: den Arm, mit dem wir dann gemessen haben, wie oft der atmet,
Martin: glaube ich, war das, mit Sauerstoffsättigung im Wasser.
Martin: Und ich weiß noch, der hat den erst fallen lassen. Dann, oh Gott,
Martin: hol ich den Fisch auf, dann haben wir den hochgebracht quasi zum Praktikum.
Martin: Dann wurde der in eine Röhre getartet. Dann haben wir diesen gestressten Fisch da irgendwie gemessen.
Martin: Er sagt, irgendwie finde ich das komisch. Ich weiß zwar jetzt nicht das eine
Martin: ausschlaggebende Erlebnis, aber so eins von denen, deswegen Tiere ausgeschlossen.
Willy: Eins, das du erinnerst, ne?
Martin: Eins, das ich mir erinnert, Tiere ausgeschlossen. Da habe ich gemerkt,
Martin: so das Laborarbeiten, ja, aber dieses ganz
Martin: Ganz hochreine Arbeiten liegt mir auch nicht so. Oh Gott, ja.
Martin: Das wieder nicht. Im Mikrobiopraktikum, oh Gott, das hätte ich nicht anfassen sollen.
Martin: Das hat auch nicht so geklappt. Da habe ich auch weg. Und da habe ich irgendwann
Martin: gemerkt, Pflanzen, da gab es auch wieder einen Professor, wo die Gruppe mir
Martin: gefallen hat. Das Thema hat mir gefallen.
Martin: Und das war so eine Mischung aus mehreren Sachen. Also Pflanzen fand ich erstmal
Martin: irgendwie angenehm, mit denen zu arbeiten.
Willy: Laufen nicht weg.
Martin: Laufen nicht weg. Und du hast das Gefühl, da kannst du auch was rausfinden,
Martin: weil es ist irgendwie vergleichbar und so weiter.
Martin: Und die haben da so eine Mischung gemacht. Physiologie, bisschen Genetik dabei.
Martin: Aber halt auch nicht nur dieses Genetik, das hat mich irgendwie auch nicht so
Martin: angesprochen, war mir irgendwie dann zu nur Computer und Labor.
Willy: Zu spezialisiert schon wieder.
Martin: Zu spezialisiert.
Willy: Ja, Generalist. Ja, wir kommen auf dem Punkt, hast du auf der Webster stehen.
Martin: Du hast recht, ja genau, das ist eigentlich auch schon so ein bisschen,
Martin: genau. Es war dann auch wieder so, ich konnte mich auf nichts so richtig festlegen
Martin: und das Pflanzende Physiologie war sowas dazwischen, da war so von allen ein bisschen.
Martin: Es war auch, genau, Ökophysiologie war das sogar der Pflanzen,
Martin: also das war schon so quasi aus dem Kontext der Ökologie, also das ging um Trockenstress,
Martin: ja. Da ging es quasi darum, okay, Pflanzen
Martin: gibt, also wir haben ja Trockenstress, wenn sie zu wenig Wasser haben.
Martin: Und dann hatten wir, hatte die Gruppe auch in Kooperation teilweise, glaube ich, mit
Martin: Was ist mit afrikanischen Gruppen? Auf jeden Fall hatten die Gräser aus Afrika,
Martin: also Hirsengräser, und die dann eben verglichen mit europäischen.
Martin: Da ging es dann quasi schon so
Martin: von der ökologischen Frage her oder landwirtschaftlichen Frage dann auch.
Martin: Also wie kann man das dann in Nutzpflanzen, wie kann man das verstehen,
Martin: warum manche beim Trockenstress halt wachsen und manche nicht.
Martin: Dann aber runter bis auch mal irgendwie Genexpressionen gemessen oder sowas.
Martin: Also du hast die ganze... Genau, genau. Da habe ich das irgendwie cool.
Willy: Das war dann generalistisch genug für dich, oder? Weil du schreibst das ja auf
Willy: deiner Website. Also wirklich, wer dich kennenlernen will, brauchst du nur dein
Willy: Übermich auf der Webseite lesen.
Martin: Ja, ich muss mal mal, ja, ja.
Willy: Dann stehst du mir immer viel Arbeit rein in das Übermich und dann liest du es nie. Ja, genau.
Martin: Ich bin total überrumpelt, dass du das gelesen hast.
Willy: Das und das Impressum muss man
Willy: immer lesen, finde ich. Dann war es mir eigentlich meistens schon sehr.
Martin: Sehr viel. Wolltest du mich abmahnen oder so?
Willy: Ja, ja, ja. Noch nicht. Noch ist alles gut. Okay, das heißt,
Willy: worüber ist es dann gegangen in deiner Promotion, dass sie es rausbringen?
Martin: Das hat sich dann angeschlossen. Also es war so, dass ich dann doch irgendwann
Martin: gemerkt habe, okay, also dann ein bisschen mehr Selbstbewusstsein gehabt,
Martin: irgendwie will ich dann doch nochmal woanders hin, als nur Frankfurt.
Willy: Zu speziell.
Martin: Ja, also dann, oder doch, naja, weißt du, ich war auch schon so ein bisschen
Martin: der, am Ende der Schule auch so der Zocker zu Hause und so, also dieses,
Martin: ich war dann noch nicht so wie, oh, jetzt muss ich überall hin und in die anderen Länder.
Martin: Das war schon so ein bisschen noch so, auch viel ist vielleicht nicht getraut oder so.
Martin: Und dann aber so zum, Mitte, Ende des Studiums sind, haben wir gesagt,
Martin: okay, wir müssen mal irgendwas machen und dann waren wir mal in Ecuador mit
Martin: einer Kommilitonin zusammen in einer Gruppe in so einem Dschungelcamp,
Martin: also in so einem ökologischen Praktikum hieß das, es war im Endeffekt,
Martin: ja, waren wir da mitten im Regenwald und haben mit
Martin: Amis und Neuseeländern und Iren und noch irgendwelchen anderen Nationen zusammen
Martin: so ein bisschen getan, als würden wir den Regenwald aufforsten.
Martin: Aber das war eine tolle, war toll.
Willy: Du schreibst doch davon, dass das ja wesentlich irgendwie wichtiger war für die Regenwerte.
Martin: Das war total interessant, weil genau auch nochmal so kulturell,
Martin: also wir haben dann auch wirklich so, da war dann auch ein Dorf mit Einheimischen,
Martin: teilweise noch Indigenen und sowas, war richtig spannend zu sehen.
Martin: Also auch so die, glaube ich, Limits von so Projekten, also von so Entwicklungshilfe,
Martin: was es im Prinzip auch war und womit wir eigentlich auch hingegangen sind mit
Martin: dem Anspruch, nein, wir wollen auch wirklich sowas machen.
Martin: Und die ersten paar Wochen waren wir dann ein bisschen frustriert,
Martin: dass da eigentlich so viel zu machen nicht ist.
Willy: Wer war frustriert? Der Europäer, der gekommen ist und aus der europäischen
Willy: Perspektive die Grenzen gesehen hat?
Martin: Ja, ganz genau. Also du gemerkt hast, erstmal so, wie läuft das hier ja so gar
Martin: nicht? Und so wie es auf der Homepage verkauft wird.
Martin: Also wir waren echt vorbereitet. Okay, wir legen dann voll los.
Martin: Da gibt es irgendwie Kooperation mit den Einheimischen. Und da wird dann Fake gemacht.
Martin: Und ein botanischer Garten. Und dann bist du da hingekommen.
Martin: Dann botanischer Garten. Was ist mal so eingeteilt für die Sachen?
Martin: Gehst du da hin? Also gab es irgendwie eine halb kaputte Schaufel und irgendwie
Martin: eine Schubkarre und wir waren zu viert und da haben wir gesagt,
Martin: was sollen wir hier machen? Ja, so das Laub wegräumen.
Martin: Dann haben wir einen Tag so ein bisschen das Laub wegräumt. Wenn es einen Tropfen
Martin: geregnet hat, haben wir gar nichts gemacht. Da war immer... Drankeo haben sich
Martin: alle in die Längematten gelegt.
Martin: Aber nach einer Woche waren wir auch akklimatisiert und dann haben wir echt
Martin: Spaß gehabt. Das war total okay.
Willy: Ja, man groovte dann ein.
Martin: Und dann war ich nochmal in Schweden und dann habe ich dem Professor halt gesagt,
Martin: ich würde gerne ein Diplom machen.
Martin: Damals war es noch Diplom bei dir in der Gruppe, aber ich würde gerne irgendwie
Martin: mit eine Kollaboration, irgendwie Ausland und so.
Martin: Und dann hat er gesagt, ich hatte früher mal eine Verbindung zu Holland,
Martin: also in Kroningen, in Kroningen,
Martin: Also hat er selbst, ich weiß jetzt gar nicht mehr, was er da gemacht hatte,
Martin: auf jeden Fall hat er da auch mal geforscht.
Martin: Und auch total, die kannten ihn auch alle befreundet, aber ewig lang keinen
Martin: Kontakt gehabt. Und hat dann quasi durch mich oder das zum Anlass genommen,
Martin: diesen Kontakt wieder zu reaktivieren.
Willy: Das war ein wichtiger Punkt in deinem Leben.
Martin: Glaube ich, dieser Kontakt. Das war witzig. Und dann hat er gesagt,
Martin: komm, in Holland. Und ich dachte erst, naja, Niederlande, okay.
Martin: Ich habe mir jetzt mehr sowas vorgestellt, irgendwie Afrika,
Martin: Regenwald, irgendwie so.
Willy: Oder Niederlande. Oder auch cool, Niederlande.
Martin: Okay.
Willy: Niederlande, ja, kann man machen.
Martin: Und das war aber total klasse, weil das, genau. Genau, dann war ich fürs Diplom
Martin: schon in so einer Kooperation ein paar Wochen da.
Martin: Total warmherzig, alles willkommen, hab da auch direkt jemanden quasi als Freund
Martin: gefunden, den technischen Assistenten da, den Martin, und hab dann bei dem gewohnt
Martin: und bin dann halt für die Promotion auch drin und hab gesagt, okay das ist cool.
Martin: Die haben dann irgendwann eine Stelle gehabt über so ein EU-Netzwerk-Stipendium
Martin: und haben quasi gesagt, wir haben was frei, willst du kommen?
Martin: Dann hab ich gesagt, ja mach ich.
Martin: Das noch kurz, bevor das da war, also es war schon klar, dass ich da hin will,
Martin: es war noch nicht ganz klar, wann ist das Geld da, wann ist dieses Projekt da,
Martin: habe ich das mit meiner damaligen Freundin, heute Frau, besprochen.
Martin: Dann haben wir gesagt, da holen wir da was.
Martin: Holen wir was auch für sie, gucken wir mal, ziehen wir zusammen da hin,
Martin: sind dann irgendwie auf Google Maps oder so, ja doch, war schon Google Maps, denke ich,
Martin: mal geguckt, okay, Niederlande und wir haben für sie halt gedacht,
Martin: naja, das ist nicht weit von der Grenze weg und weil sie Sozialpedagogin ist
Martin: und der Beruf sehr sprachabhängig ist, also mit Kindern mit artistischen Spektrum
Martin: arbeitet sie und da müsstest du Niederländisch lernen. Kannst du mit Englisch nicht machen.
Martin: Und dann haben wir gesagt, gucken wir mal, ist noch nicht so weit weg von der
Martin: Grenze. Reingezoomt, reingezoomt.
Martin: Erst noch Oldenburg, Münster, aber dann gehst du weiter rein,
Martin: weiter rein. Gar nichts.
Martin: Ist hier überhaupt noch was? Und dann haben wir Lea, Emden und so,
Martin: diese kleinen Städte da gefunden, die wir noch nicht kannten.
Martin: Und dann hat sie innerhalb von ganz kurzer Zeit einen Job gefunden,
Martin: noch bevor ich, bevor Mainz quasi fix war. Dann ist sie allein,
Martin: musste sie schon alleine nach Ostfriesland.
Martin: Hoch und dann, ich glaube, es hat noch fast ein halbes Jahr gedauert oder so.
Martin: Also sie sagt immer länger als ich. Ich glaube, es war ein halbes Jahr sogar,
Martin: dass sie schon oben war. Und dann bin ich erst nachgekommen nach Ostfriesland.
Martin: Okay. Ja, und dann waren wir dann Ostfriesland. Ich bin nach Groningen rüber.
Martin: Jetzt schweife ich ab, aber wir haben, genau. Und da habe ich dann immer noch
Martin: mit Pflanzen gearbeitet.
Martin: Immer noch Ökophysiologie im weiteren Sinne. Also wir haben immer noch vom ökologischen
Martin: oder Umweltkontext quasi bis hin auf die genetische Ebene gearbeitet.
Martin: Dann aber eher mit so Klimawandelfragen.
Martin: Da ging es darum, erhöhtes CO2, also CO2 steigt in der Luft.
Martin: Und was hat das für Auswirkungen auf den Stoffwechsel der Pflanzen?
Martin: Speziell jetzt Nährstoffaufnahme. Also es war noch viel spezieller,
Martin: aber so mal grob. und also wie nehmen die Pflanzen quasi die Nährstoffe anders
Martin: auf, wenn CO2 erhöht ist in der Klimakammerung gehabt.
Martin: Das heißt, wir haben immer eine quasi gehabt, wo hohes CO2 ist.
Martin: Wie es vielleicht auch in ein paar Jahren, ein paar Jahrzehnten,
Martin: ich weiß nicht, ich habe die Zahlen nicht mehr so parat, wann aber irgendwann
Martin: so sein wird und quasi eins, wie es heute ist und dann haben wir halt geguckt,
Martin: was passiert da so allerlei gemessen und ja.
Willy: Das sind ja alles Dinge, wenn man das so zusammennimmt und darüber nachdenkt,
Willy: das steht ja alles auch in deinem Buch, da geht es ja auch um den Vergleich
Willy: von unterschiedlichen landwirtschaftlichen Systemen oder von Fermentation und
Willy: allem, was damit zusammenhängt, mit klassischer Landwirtschaft etc.
Willy: Das sind alles Themen, die führen dich da ja dorthin, wo du heute bist, oder?
Willy: Wenn man so will. Wann hat dich die Fermentation gecatcht?
Martin: Also ganz bewusst tatsächlich dann so während meiner Arbeit für den Biokonomierat.
Martin: Also ich bin nach der Promotion raus aus dem Akademischen, hatte nochmal so
Martin: einen Versuch mit einem Postdoc-Antrag, der dann nicht durchging und sowas.
Willy: Also Akademie war dann auch nicht dein. War dann wieder zu speziell oder wie?
Martin: Ja, tatsächlich.
Willy: Ja, aber da musste, oder?
Martin: Wer kennt vielleicht Muster? Es war tatsächlich so, also meine Doktorarbeit
Martin: ist auch am Ende relativ übergreifend allgemein gewesen.
Martin: Das habe ich damals schon gemerkt für viele so ein bisschen,
Martin: es ist eigentlich vielleicht nicht so ganz, wie es sein sollte.
Martin: Also manche von diesen Kapiteln waren auch sehr detailliert,
Martin: aber ich wollte das Ganze irgendwie einbetten in eine größere Idee und es ist
Martin: auch schon eher dann so buchartig. Und ja.
Martin: Und während ich so gesucht habe nach so Postdoc-Geschichten und sowas,
Martin: hatte ich einmal ein Gespräch mit einem Professor,
Martin: der mir dann gesagt hat, es ist halt so, man muss, du musst gucken,
Martin: dass du in fünf Jahren oder so bekannt bist für Protein XY oder für irgendein, also.
Willy: Mega speziell.
Martin: Ganz speziell. Also, okay, damit die Leute wissen, das und das,
Martin: ah, das ist der eine Experte für das.
Martin: Und weil es halt so viele Wissenschaftler für alles gibt und so viel ist es
Martin: halt inzwischen sehr kleinteilig. Das heißt, du wirst dich immer weiter spezialisieren müssen.
Martin: Und ich habe gemerkt, dass mir das extrem widerstrebt, weil ich gemerkt habe,
Martin: es war ja da schon so, das meiste, was ich da gemacht habe, konnte ich mir zum
Martin: Beispiel meiner Familie kaum begreiflich machen.
Martin: Also auf dem Level, was ich gerade erzählt habe, schon, aber vielmehr halt auch,
Martin: es wird dann schnell speziell und wenn du da diesem Pfad
Martin: weitergehst, dann können irgendwann andere Biologinnen und Biologen dich ja
Martin: auch nicht mehr verstehen, also Biologie ist ein weiteres Feld,
Martin: das heißt, es wird immer enger und das ist mir dann, dafür schwätze ich zu gerne
Martin: oder erzähle zu gerne Leuten irgendwas, aber das ist irgendwie nicht so ganz, was mich dann antreibt.
Martin: Und ich habe dann auch genau rückblickend gemerkt, ich entfliehe dem auch immer,
Martin: statt mich dann vielleicht auch noch mehr auf die Promotionsarbeit zu konzentrieren.
Martin: Ich habe auch mal Seitensachen gemacht. Dann hatten wir so eine Gruppe von Studios
Martin: mit, denen haben wir irgendwie, genau, so Sidequests. Dann lassen wir lieber das machen.
Martin: Deswegen war ich vielleicht auch im WoW, auch nicht so erfolgreich.
Willy: Bist du ein Sidequest-Dude, oder?
Martin: Ja, ja, ja. Lieber geangelt in World of Warcraft als irgendwie.
Martin: Nee, und rückblickend alles total gut.
Martin: Was hilft mir jetzt vieles davon? im Lebenslauf, deswegen hat es sich ganz gut
Martin: ergeben, aber wenn man in der Wissenschaft bleibt, muss man schon,
Martin: das ist auch ein anderer Mindset und ich finde es auch total sinnvoll und das, ähm,
Martin: dann soll der Platz auch frei sein für Leute, die das so gut machen.
Willy: Also raus aus Akademie und dann rein in den Bioökonomie.
Martin: Bioökonomie, was mir nichts gesagt hat. Ich habe dann auch echt eine ganze Zeit
Martin: lang gesucht danach erstmal so.
Willy: Ich weiß ja nicht, was es ist, aber ich habe danach gesucht.
Martin: Nee, die haben mich dann angerufen. Ich wusste überhaupt nicht mehr,
Martin: von was die sprechen. Jetzt kann ich es ja erzählen.
Martin: Ich weiß gar nicht mehr, wer mich damals kontaktiert hat von der Firma,
Martin: wo ich dann gearbeitet habe.
Martin: Ich habe nur währenddessen, weiß ich noch, hektisch rausgesucht,
Martin: den Ordner mit den Bewerbungen. Was war das? Damit ich irgendwie während dem
Martin: Gespräch nicht total doof da stehe.
Willy: Biocom war das, oder?
Martin: Biocom, genau, die Firma. Und Biokonomierat und die haben einen Referenten gesucht,
Martin: ein wissenschaftlicher Referent für eben Bioökonomie, was mir dann noch nicht viel gesagt hatte.
Willy: Aber wir machen mal Referente für das.
Martin: Aber, genau. Biologie ist halt wirklich, von Taxifahren bis,
Martin: also das ist von bis echt viel, was möglich ist.
Martin: Und Fermentation ist eben ein Teil von dieser ganzen Bioökonomie.
Martin: Also es ging gleich am Anfang darum, CRISPR, also diese ganze Pflanzenzüchtungsgeschichte kam damals.
Willy: Das gezielte Ein- und Ausschalten von einzelnen gegebenen.
Martin: Genau, was ja auch gerade sehr aktuell ist, was ja in der EU gerade noch in
Martin: der Schwebe ist, aber jetzt bald eingetütet, was da jetzt neu reguliert wird.
Martin: Und das andere war alternative Proteine, also Ernährung der Zukunft.
Martin: Und da war Fermentation 1 und das war erstmal gar nicht so offensichtlich,
Martin: weil da waren die Insekten, Insekten, Algen, was haben wir noch?
Willy: Insekten und Laborfleisch.
Martin: Pflanzen, Laborfleisch und Fermentation War auch schon so, aber noch nicht.
Martin: Und das kam aber dann immer mehr.
Martin: Dann kamen so die ersten, die gesagt haben, okay, wir wollen irgendwie Kuhmilch
Martin: da ohne Kuh machen und so.
Martin: Und dann fing das so an. Und dann hat mich das sehr fasziniert,
Martin: weil ich das natürlich ...
Martin: Also das klingt total abgefahren erstmal, also total interessant.
Martin: Und dann haben wir immer mehr auch die so gecovert. Der Grüne Recher, der Grüne Recher kommt,
Willy: He's back.
Martin: Und ja, also da fing das an. Es war dann so 2018, 19, denke ich mal so.
Martin: Dann hatten wir irgendwann mal, wir haben auch bioekonomie.de gemacht fürs Forschungsministerium,
Martin: das war ein anderer Auftrag.
Martin: Und das war wirklich eher so Kommunikation für die Öffentlichkeit.
Martin: Es haben Videos gemacht und so, und dann haben wir irgendwann ein Video gemacht.
Willy: Das war im öffentlichen Auftrag, was ihr da gemacht habt.
Martin: Ja, ja, genau, es waren öffentliche Aufträge, auch das für den Biognomierat.
Martin: Und dann hatten wir irgendwann Raphael Wohlgesinger, der bei Formo,
Martin: der Formo gegründet hat.
Martin: Das hieß damals noch Legendary und die machen Milchprotein aus mit unprogrammierten Mikroorganismen.
Martin: Und das war so, glaube ich, die erste Firma, die ich dann so auf dem Schirm
Martin: hatte. Und da sind auch inspirierende Leute dann oft, die so Startups gründen.
Willy: Und da ging es dann los.
Martin: Ja, ja, das ist schon irgendwie eine coole Sache.
Willy: Das heißt, du hast quasi die Zukunft da kennengelernt. Also Bioekonomie ist
Willy: im Prinzip alles aus Bio, Biotechnologie, was so zukunftsweisende Potenziale,
Willy: wie du gesagt hast, Insekten, Pilze wahrscheinlich, oder?
Martin: Ja, also es gibt verschiedene...
Martin: Definition von Bioökonomie. Ja, wenn du es quasi als Sektor irgendwie,
Martin: es ist eigentlich auch Landwirtschaft, Forstwirtschaft, alles,
Martin: aber ich würde auch eher so mit deiner Definition mitgehen. Was gut zu dir, ne?
Martin: Ja, es ist von allem ein bisschen, aber ich denke so, eigentlich ist schon auch
Martin: gemeint quasi genau dieser Innovationsaspekt.
Willy: Future Food.
Martin: Genau, Biotechnologie, nicht immer Biotechnologie, aber zumindest irgendwie
Martin: wissenschaftgetriebene Innovation Richtung Nachhaltigkeit.
Martin: Also das ist dann das, was Bioökonomie ist, genau.
Willy: Okay, dann da ist dann quasi, wenn ich jetzt so versuche, mit meinen Worten
Willy: oder du hast eine solide biologische Ausbildung gehabt.
Willy: Ja, gewann das so. Eine politische Ader, die da eigentlich schon wieder zueinander gefunden haben.
Willy: Das heißt, nachträglich dürfte dann der Lehrer auch gejubelt haben, oder?
Willy: Wenn er gesagt hat, der dich eigentlich in der Politikwissenschaft gesehen hat,
Willy: jetzt hast du ihn wieder gestreift. War es das überhaupt?
Martin: Ich weiß es nicht. Ich traue mich fast nicht nachzurecherchieren,
Martin: weil ehrlich gesagt sind schon einige unserer Lehrer gestorben.
Martin: Wir waren relativ alte und ich habe die Schule, die sind auch alle nicht mehr
Martin: da. Also wir haben jetzt, mein Neffe geht tatsächlich auf die Schule, auf dieselbe.
Martin: Und da haben wir nochmal so geguckt, da gab es ein Foto vom Kollegium und da
Martin: haben wir eine Einzige, die damals eine junge Lehrerin war, die ist noch da
Martin: und der Rest ist alle weg.
Willy: Alle schon weg, oder zumindest in Pension, oder in Rente.
Martin: Das müssen wir nochmal recherchieren, ja.
Willy: Aber gut, aber es ist irgendwie alles zusammengekommen, oder?
Willy: Die Zukunft, also dieses Progressive, das was vielleicht der grüne Recher auch
Willy: ein bisschen ausgemacht hat, oder?
Willy: Das Retten, die Biologie, die Handwerkzeuge notwendig ist, um dieses Thema auch
Willy: wirklich zu verstehen, oder?
Willy: Und dann die Fermentation, die sich bei dir so nach und nach rausentwickelt
Willy: hat, als die spannendste aller dieser bioökonomischen Ideen, oder?
Willy: Was hat dich daran so fasziniert? Fermentiert würde ich schon sagen.
Martin: Was hat dich so sehr fermentiert?
Martin: Hält man dann eigentlich auch besser. Eigentlich müsste man sich vielleicht fermentieren.
Willy: Ich bringe mich hier keine blöden Ideen hier.
Martin: Vielleicht auch wieder passend, weil das Faszinierende an Fermentation ist ja
Martin: eigentlich, dass es so...
Martin: Vieles verschieden. Das ist auch, also man kann es ja auch gar nicht in einem
Martin: Satz zusammenfassen. Also Fermentation macht ja so vieles.
Willy: Wir nehmen uns Zeit. Ja, wir nehmen uns Zeit.
Martin: Das ist prima, weil nicht mal nur Ernährung, also ja, also Fermentation ist
Martin: ja dann sehr, also im breiten Sinne
Martin: ist Fermentation ja die Produktion von irgendetwas mit Mikroorganismen.
Martin: Es gibt ein bisschen engere Definitionen so aus der Biologie,
Martin: also gerade Biologinnen und Biologen, die sind oft da so, was soll das?
Martin: Fermentation ist eine ganz bestimmte Art von Stoffwechsel. Aber gerade so bei
Martin: Ernährung und dann noch mehr bei Bioökonomie hat sich das eigentlich inzwischen
Martin: so ergeben, dass man sagt, das ist fast alles.
Martin: Also immer wenn du mit Mikroorganismen irgendetwas produzierst.
Martin: Und das ist natürlich vieles.
Martin: Das kann Sprit sein, Material oder was zu essen. Vieles, was in der Bioökonomie in großen Tranks...
Willy: Vieles, in dem man gar nicht denkt, was eigentlich Produkt von Fermentation ist.
Willy: Für mich war das Fermentation ja auch immer so ein bisschen so ein fremdes Ding.
Willy: Und ich habe eigentlich immer nur an Einmachgläser gedacht und Sauerkraut.
Willy: Deswegen steht Sauerkraut heute da.
Willy: Und solche Themen. Aber wenn man sich dann einmal recherchiert,
Willy: in ein Buch reinliest und einfach wow.
Willy: Der Kern ist im Endeffekt ja, wie du sagst, die Mikroorganismen.
Willy: Also es geht um Einzeller, oder? Ja.
Willy: Und Pilze. Also irgendwie, welche Akteure sind denn da beteiligt?
Willy: Wer gehört denn da dazu quasi von den Akteuren und wer nicht?
Willy: Kann man das irgendwie definieren?
Martin: Einzeller auf jeden Fall. Genau, es sind alles Einzeller. Und es gibt auch einzellige Pilze.
Martin: Biologie ist halt eben echt schwierig. Also auch gerade wegen der Definition.
Martin: Also es gibt eigentlich keine, all diese Definitionen sind Behilfsmittel,
Martin: mit dem du irgendwie versuchst, diese Vielfalt und diesen Kontinuum,
Martin: eigentlich bei fast allen Sachen in der Biologie, das sind eigentlich keine
Martin: Kategorien meistens, sondern wirklich, es geht ineinander über.
Martin: Deswegen, also Fermentation ist schon mal eine Hilfe, dass man sagt,
Martin: Mikroorganismen machen da was.
Martin: Und dann sind es Einzeller, genau. Sobald das jetzt irgendwelche mikroskopischen
Martin: Tiere oder Pflanzen sind, spricht man da nicht mehr von Fermentation.
Martin: Sondern es sind immer Einzeller. Und es gibt eben auch einzellige Pilze, Hefe zum Beispiel.
Willy: Und die haben alle einen Stoffwechsel. Also es wird etwas verstoffwechselt.
Martin: Es geht was rein, es geht was raus. Und es gibt ein paar Nebenprodukte.
Martin: Das ist im Prinzip, also eigentlich, es gibt dann tatsächlich doch noch auch
Martin: sowas wie Milchsäuregärung im menschlichen Körper zum Beispiel.
Martin: Also es ist selbst da dann auch nicht ganz konsequent. Und wenn wir jetzt bei
Martin: Fermentation in der Anwendung sprechen, sind es immer Einzeller.
Martin: Aber so Gärungsprozesse passieren auch in Körpern von Mehrzellern zum Beispiel.
Willy: Wir gehen zwar tief rein, aber nicht zu tief, weil da verlieren wir wieder.
Willy: Was ich versuche, ist ja, das Thema ein bisschen auch zu übersetzen.
Willy: Weil du sagst Mikroorganismen. Wir nehmen dieses Wort Mikroben.
Willy: Ist ja Sem-Sem. Das ist dasselbe Wort, siehst du. Also könntest du sagen,
Willy: jetzt hat er von Mikroben geredet, dann wieder von Mikroorganismen.
Willy: Ist eigentlich das Gleiche. oder dasselbe, weiß nicht, wie man es richtig sagt, wie,
Willy: was sind Mikroorganismen? Beschreib einfach mal, was sind Mikroorganismen,
Willy: was sind nicht Mikroorganismen? Sind die einfach nur klar oder was ist ein Mikroorganismen?
Martin: Da fängt es auch schon wieder an, genau, also Mikroorganismen sind schon alle,
Martin: die mikroskopisch klein sind. Das ist auch eine vage Definition,
Martin: aber da gehören auch so Sachen wie...
Willy: Oder bin ich als Podcaster quasi jetzt hier sitzend mit dem Mikro auch ein Mikroorganismus?
Willy: Da haben wir eigentlich noch vorbereitet heute. Jetzt hätten wir es fast vergessen.
Willy: Hätte mich so geärgert.
Martin: Ja, wie Brauer to the People. Guck, hast du mir auch schon einen weggenommen.
Willy: Ja, das ist mein unnützes Talent, sind schlechte Wortwitze.
Martin: Genau, trink auch mal was, sonst sieht das komisch aus. Aber genau,
Martin: Mikroorganismen sind tatsächlich, das habe ich auch, glaube ich,
Martin: im Buch irgendwie dann auch versucht auszuräumen oder habe es hoffentlich ausgeräumt,
Martin: das ist alles, was mikroskopisch klein ist. Und da gehören auch mehr Zähler dazu.
Martin: Da gibt es die Bärtierchen und diese ganzen, diese Tadigraden und sowas.
Martin: Also da gibt es vieles. und ähm,
Martin: Und die anderen sind quasi Einzähler. Also Einzähler sind auch Mikroorganismen
Martin: und Einzähler sind die, die die Fermentation machen. Das ist quasi so. Also es ist alles...
Willy: Also ist eigentlich... Weil du schreibst die Revolution aus dem Mikrokosmos.
Willy: Also Mikroorganismus ist eigentlich gar nicht der richtige Begriff. Man muss sagen.
Martin: Revolution aus Teilen eines Mikro...
Willy: Von Teilen eines Mikro... Genau, und da sind wir wieder in der Wissenschaft,
Willy: aber dann kann man das Buch wieder nicht verkaufen, weil es keiner mehr liest, oder?
Martin: Ja, es ist natürlich trotzdem eine Revolution aus dem Mikrokosmos.
Martin: Aber auch beim Titel haben wir viel überlegt Habe ich
Willy: Schon gehört du hast ja mit dem Podcast auch ein bisschen erzählt Ja.
Martin: Es ist auch nicht easy Was war der erste
Willy: Vorschlag von dir?
Martin: Das weiß ich echt nicht mehr Ich weiß noch einen guten Vorschlag,
Martin: der war aber nicht von mir, der war von Thomas Das große Blubbern,
Martin: wo ich heute immer noch überlege Wäre es nicht das auch gewesen?
Willy: Das Wort glaube ich, oder? Vom Wortstamm her bedeutet ja Fermentere oder sowas,
Willy: irgendwas mit Blubbern oder aufwallen oder sowas.
Martin: Ja, ja, ja, vermenten, stimmt, stimmt. Das heißt irgendwas mit der Boden, ja, ja, ja, genau.
Willy: Blehen oder aufwallen oder sowas. Irgendwo habe ich es mal gelesen.
Martin: Ja, das ist richtig.
Willy: Das große Blubbern.
Martin: Ich weiß gar nicht mehr, warum wir uns, aber das ist ja immer bei was,
Martin: wenn du dann so drinnen bist, eigentlich müsstest du nochmal einen ruhigen Schritt
Martin: zurückgehen und das alles sacken lassen, weil wenn du wohl so drinnen steckst,
Martin: ist es auch irgendwann schwierig.
Willy: Ja, du siehst dann einfach irgendwie den Wal für laute Bäume nicht mehr.
Martin: Und ich bin an sich glücklich mit dem Titel. Ich weiß nicht mehr,
Martin: was mein erster war. Ich weiß es nicht mehr.
Willy: Wenn du mit dem jetzigen zufrieden bist.
Martin: Ist das sehr gut. Ja, ja. Sollen wir die alten E-Mails raussuchen?
Martin: Aber es ging ein bisschen hin und her.
Willy: Sagen wir mal, wenn wir jetzt auf dieses Thema Fermentation blicken,
Willy: welche Formen von Fermentation, bitte nur mal ganz kurz im Überblick,
Willy: welche gibt es und wie vor allem hat sich dieser Begriff auch entwickelt?
Martin: Also es gibt inzwischen, ja inzwischen werden drei Kategorien unterschieden.
Martin: Also auch da, wie gesagt, gibt es wieder unterschiedliche Vorgehensweisen.
Martin: Aber ich finde eine ganz sinnvoll und die habe ich dann auch im Buch verwendet.
Martin: Man kann einmal, also jetzt geht es um Fermentation, was es heute auch alles
Martin: gibt. Es gibt einmal die traditionelle Fermentation, die auch wiederentdeckt wird jetzt.
Martin: Dann gibt es die Biomasse-Fermentation oder Schrägstrich Produktion von mikrobieller
Martin: Biomasse, was ein bisschen umständlicher ist, aber eigentlich richtiger.
Martin: Und das dritte ist die Präzisions-Fermentation.
Martin: Slash rekombinante Produktion, wie sie sonst früher auch hieß.
Martin: Das sind so die drei, ja, und sagt einem erstmal alles gar nichts.
Martin: Die erste, also diese traditionelle klassische Fermentation,
Martin: die man jetzt wieder entdeckt, da hast du immer einen Ausgangsstoff,
Martin: wie hier das Sauerkraut, pflanzlich oder auch tierisch bei Würsten oder gibt
Martin: es ja auch Fischfermentierten.
Martin: Da werden Mikroorganismen dazugegeben oder die kommen spontan,
Martin: das ist dann quasi auch nochmal Unterteilung, du hast entweder spontane Fermentation
Martin: oder du hast was, wo du erstmal was dazu impfen musst, nennt man das.
Willy: Ist wie beim Wein, oder? beim Natural Wein oder beim... Genau, also es gibt...
Martin: Heute macht man fast keine spontane Fermentation mehr, außer in der Küche.
Martin: Also jetzt in der Industrie wird eigentlich fast alles oder alles angeimpft.
Martin: Aber Sauerkraut ist normalerweise eine spontane Fermentation.
Martin: Alkoholische Gärung ist eine spontane Fermentation, weil diese Mikroorganismen
Martin: sind eh schon überall oder sind in diesem Material drin und fangen dann da selbst
Martin: an zu arbeiten unter Ausschluss von Sauerstoff und vielleicht noch Salz dabei.
Martin: Sorgst du dafür, dass eigentlich nur die eine Chance haben und dann setzen die
Martin: sich durch und das ist dann spontane Fermentation und das Nutzen.
Martin: Heute wieder Firmen, zum Beispiel um pflanzliche Alternativen zu fermentieren
Martin: und leckerer zu machen, bessere Textur.
Martin: Da gibt es dieses Plant Steak, was ein gutes Beispiel ist, was gut funktioniert,
Martin: weil es auch herzhafter wird und auch nachhafter wird.
Martin: Das ist so die erste Kategorie. Die zweite ist diese Biomassefermentation und
Martin: die heißt so, weil man Biomasse produziert.
Martin: Viele finden das nicht so gut im Begriff, gerade aus dem deutschsprachigen,
Martin: weil es klingt so, als würde Biomasse fermentiert werden, passiv,
Martin: was ja bei der ersten Fermentation passiert.
Willy: Genau, beim ersten, bleiben wir vielleicht noch ganz kurz, beim ersten ist quasi das Produkt,
Willy: das fermentiert wird, das verändert
Willy: sich in seinem Charakter durch die Stoffwechseltätigkeit der Einzeller.
Willy: Oder der Mikroorganismus. Sagen wir jetzt mal ein Mikroorganismus.
Martin: Es wird etwas fermentiert quasi.
Willy: Genau, das Produkt verändert sich dadurch. Wie so eine Gärung etc.,
Willy: was es so gibt. Es bleibt quasi erhalten.
Martin: Also sowohl der Mikroorganismus als auch das Ausgangsmaterial sind noch zusammen das Produkt.
Willy: Den Mikroorganismus plus das Ausgangsmaterial. Genau, genau. Das veränderte.
Martin: Teilweise pasteurisiert und dann sterben die Mikroorganismen ab,
Martin: aber die werden nicht rausgenommen oder so, was ja auch aufwendig wäre.
Martin: Und das Tempe hier zum Beispiel ist auch eine
Martin: traditionelle Fermentation und da wird ja angeimpft, also da kannst du jetzt
Martin: nicht einfach hinstellen und dann schimmelt das und dann isst du das,
Martin: das wäre gefährlich, sondern da musst du diesen Pilz, der da wächst,
Martin: dazugeben und dann funktioniert das unter bestimmten Bedingungen. Also das ist auch
Martin: klassische Fermentation und da interessanterweise, weil ich dann,
Martin: wie gesagt, oft von Biologen gesagt habe, ja, ja, aber das stimmt doch alles
Martin: gar nicht. Fermentation, das ist ja immer ein Stoffwechsel ohne Sauerstoff.
Willy: Ganz klassisch, von der History, von Pasteur her, oder?
Martin: Ja, ist tatsächlich auch da schon nicht konsequent. Auch nicht?
Martin: Ne, weil Essig funktioniert nur mit Sauerstoff.
Martin: Diese Pilzfermentation funktioniert nur mit Sauerstoff. Also auch da ist es
Martin: schon überhaupt nicht konsistent.
Martin: Das hat mir dann so die Sicherheit gegeben, ach komm, weil ich natürlich ein
Martin: bisschen so schiss habe, ich will mich nicht von meiner Biologen-Community blamieren.
Martin: Will da schon irgendwie korrekt sein. Da habe ich merkt, das ist ja schon von
Martin: Anfang an überhaupt nicht konsistent.
Willy: Woher kommt das dann?
Willy: Fermentation ist irgendwas mit Blubbern ohne Sauerstoff.
Martin: Das stimmt in der Biologie.
Martin: In der Biologie, glaube ich, fällt das auch nicht auf, dass da ein Problem ist,
Martin: weil die sich ja gar nicht mit Ernährung beschäftigen, sondern in der Biologie,
Martin: wo es um Stoffwechsel geht, da hat es eine Berechtigung. Da ist dann die Fermentation so definiert.
Martin: Wir haben das ja im Muskel. Wenn wir Muskelschmerzen kriegen beim Sport,
Martin: ist da kein Sauerstoff genug. dann wird Milchsäure produziert und die tut weh.
Willy: Daktat, oder? Genau. Übersäuerung sagt man ja dann auch.
Martin: Übersäuerung, ganz genau. Und das gibt es schon natürlich. Und da macht diese Definition total Sinn.
Martin: Im Kontext der Ernährung macht
Martin: es aber keinen Sinn mehr. Deswegen dieses Festhalten an Definitionen.
Martin: Wie gesagt, Definitionen sind
Martin: immer ein Hilfsmittel. Und wenn es dir nicht mehr hilft, dann weg mit.
Willy: Sie definieren etwas, aber wenn es etwas anderes gibt, dann definieren sie es halt nicht mehr.
Martin: Ganz genau. Und kontextabhängig. Deswegen ist es auch bei solchen Themen,
Martin: gerade auf die Fermentation oft schwierig, wenn man so...
Martin: Ja, man redet manche aneinander vorbei. Manche andere Sachen so.
Martin: Und jetzt gibt es noch diese drei Formen der Fermentation.
Martin: Gerade bei der zweiten sagen viele, ja, ist das Fermentation,
Martin: weil da produzierst du ja einen Mikroorganismus.
Willy: Wir sind jetzt bei der Biomarkt. Wir haben jetzt die traditionelle,
Willy: die man quasi von zu Hause auch kennt. Also der Sauerkraut zum Beispiel.
Willy: Wobei Bier ist ja auch Fermentierung.
Willy: Ja, nimm dir, ist ja Gabel.
Willy: Das wollte ich ja immer schon machen. Dich lacht der Sauerkraut an.
Willy: Also wenn du, das ist jetzt kein wirklich mega exklusives.
Martin: Billa? Ne.
Willy: Sag ich doch nicht.
Willy: Aber was schmecke ich jetzt hier? Also wir haben jetzt Sauerkraut.
Martin: Genau, es merkst du ja genau, Sauerkraut, Milchsäure. Also normal ist ja Weißkohl,
Martin: schmeckt ja schon ganz anders.
Martin: Hat eine ganz andere Konsistenz, also ist nicht so weich, also was die Mikroorganismen
Martin: hier auch machen, über die Säure und über das, was sie ausscheiden.
Martin: Sie schließen das Material auf, das pflanzliche.
Martin: Und das ist das Spannende, weil es ist einmal so, die Mikroorganismen bringen
Martin: was rein, also die produzieren zum Beispiel auch Vitamine, die in den Pflanzen nicht drin sind,
Martin: zum Beispiel Vitamin B12, wo man immer sagt, du musst ja auch Fleisch essen
Martin: wegen Vitamin B12, das kommt immer aus den Mikroorganismen, weil das Tiere nicht
Martin: produzieren kann. Aus Ausstellungsprozess, aus Output.
Martin: Genau, also die Tiere essen das auch wiederum. Ich meine, heutzutage natürlich
Martin: einfach zugeführt auch im Futtermittel.
Martin: Aber auch natürlicherweise kommt das über die Mikroorganismen überhaupt in die Tiere erst rein.
Martin: Genauso wie Omega-3 über die Algen in die Fische kommt und so.
Martin: Das heißt, das bringen die Mikroorganismen da rein, machen es dadurch gesünder,
Martin: kann man sagen, oder nahrhafter.
Martin: Dann ist es aber auch so, die Mikroorganismen sorgen dafür, dass wir aus den
Martin: Pflanzen mehr aufnehmen.
Martin: Also gerade Pflanzen sind für uns auch manchmal so ein suboptimales Lebensmittel,
Martin: weil auf dem Papier ist da quasi
Martin: einiges drin, was wir aber nicht alles aufnehmen. Und das ist einmal ...
Martin: So, weil die Sachen sehr komplex, sag ich mal, gebunden sind da drinnen und
Martin: werden einfach durch uns nicht genug aufgeschlossen und nicht rausgeholt. Also auch die Energie.
Martin: Also es sind sehr große, kann man sich vorstellen, Kohlenhydrate,
Martin: also große Ketten, so große Moleküle und teilweise gehen die einfach so wieder
Martin: raus als Ballaststoffe. und die Myrkonismen nehmen die auseinander.
Martin: Das heißt, machen die in kleinere, machen die fast schon teilweise in Zucker
Martin: oder in kleinere Moleküle, die wir aufnehmen können.
Martin: Plus, was sie auch machen, sie bauen Stoffe in den Pflanzen ab.
Martin: Das sind sogenannte Antinährstoffe. Also die Pflanze selbst hat quasi,
Martin: sagst du, wenn es zu speziell wird.
Martin: Ja, aber das hatten wir gestern auch als Thema, weil das doch viele interessiert.
Martin: Ich bin gar nicht, muss ich sagen, so sehr in diesem Gesundheitsding bei Ernährung
Martin: drin, aber viele interessiert das.
Martin: Und es gibt Stoffe in Pflanzen, die verhindern, dass wir das Calcium,
Martin: Zink und so weiter aus den Pflanzen selbst aufnehmen, weil es quasi aneinander
Martin: bindet und einfach so quasi rausgeht.
Martin: Das heißt, da ist dann auf dem Papier Zink und so weiter drin,
Martin: aber landet nicht im Körper.
Martin: Und das verhindern die Mikroorganismen, indem sie eben diese Stoffe in den Pflanzen abbauen.
Willy: Rausnehmen und verwertbar machen.
Martin: Genau, kaputt machen. Also machen quasi diese Phytinsäure ist das zum Beispiel,
Martin: die bindet solche Mineralien und die machen sie quasi kaputt, grob gesagt.
Martin: Ja, und das heißt, das nehmen wir dann plötzlich mit auf und dadurch,
Martin: also das ist auch eine Theorie, dass gerade deswegen dieses Fermentieren von
Martin: Vorteil gewesen ist in früheren Zeiten, weil es eben nahrhaftere Lebensmittel produziert.
Willy: Wenn wir jetzt vom Fermentieren sprechen, die Frage habe ich nachher auch noch
Willy: bei der Biomasse und bei der Präzisionsfermentation.
Willy: Was ist der Nährstoff?
Willy: Werden immer Kohlenhydrate, sprich auch Zucker fermentiert oder werden auch
Willy: Fette oder Proteine fermentiert?
Willy: Was wird eigentlich fermentiert oder was ist die Basis für Fermentation?
Willy: Kann man das so irgendwo aufs machen?
Martin: In der Regel Zucker und Kohlenhydrate. Also genau, da kommt die Energie her,
Martin: die nehmen die auf und zerlegen die und wandern sie dann eben in andere Sachen
Martin: um. Wieder in komplexere. Also Zucker...
Martin: Funktioniert am besten bei den meisten Fermentationsschritten,
Martin: weil der natürlich quasi schon so vorliegt, wie es ja dann mit einem Fass und
Martin: Verstoffwechselt wird.
Martin: Und komplexere Kohlenhydrate werden dann meistens durch irgendwelche Enzyme noch mal zerlegt.
Martin: Oft sind es ja auch Communities von Mikroorganismen, die da arbeiten.
Martin: Das ist ja oft gar nicht einer, sondern es ist eben eine Kette von der eine
Martin: kann das, der zerlegt das, isst das.
Martin: Irgendwas geht hinten raus, der andere sagt, super, nehme ich. Und es geht weiter.
Willy: Kolloperatives Zusammenwirken.
Martin: Bei manchen Fermentationen brauchst du es auch wirklich. Es gibt ja Kombucha,
Martin: da ist es erst, wird der Zucker zu Alkohol durch die Hefen.
Martin: Dann nehmen sich die Essigsäurebakterien den Alkohol und machen ihn zu Essigsäuren.
Martin: Also da gibt es so hintereinander Schritte oft.
Martin: Also ja, da werden hauptsächlich Kohlenhydrat und Zucker verstoffwechselt.
Martin: Das heißt, wenn wir dann gleich zur Präzisionsfermentation und so kommen,
Martin: ist auch aus dem Grund meistens der Feedstock, wenn der jetzt wirklich sehr
Martin: effizient fermentieren will.
Willy: Aber ist jetzt Fermentation eigentlich was Menschengemachtes?
Willy: Ist, weil irgendwo habe ich mal gelesen, Fermentation ist eigentlich ein Kulturgut,
Willy: weil es immer mit einer Intention gemacht wird.
Willy: Man könnte sonst auch, was weiß ich, Verwesung oder so, oder Stoffwechselung
Willy: generell, wenn Dinge abgebaut werden, also Verwesung, könnte man dann theoretisch
Willy: auch als Fermentation irgendwie beschreiben, oder?
Martin: Genau, dann kommt es wieder wirklich mit diesem Definitionsfrage jetzt natürlich.
Martin: Aber es ist eigentlich ja total wichtig, weil der Gegensatz ist eben die Verwesung.
Martin: Also das Gegenstück ist die Verwesung. Und da ist dann schon so alle Fermentationen,
Martin: die so am Anfang standen, die
Martin: so spontan passieren, das sind wirklich Fermentationen ohne Sauerstoff.
Martin: Das heißt, ja, Früchte waren wahrscheinlich eines der ersten.
Martin: Also du sammelst irgendwie Beeren oder irgendwie Trauben, die es auch schon gab lange. Ja.
Martin: Und dann hat einer gemerkt, okay, da gibt es mal so Reste unten am Boden.
Martin: Ich frage mich jedes Mal immer, wer hat das, wer ist denn diese,
Martin: welcher Typ Mensch war das, der diese Sachen dann probiert hat?
Willy: Ich frage mich bei all diesen Produkten, wo du denkst, wie Kumpen auf so.
Martin: Ja, das war gestern auch wieder total lustig. Da hat auch einer so ein bisschen
Martin: darüber referiert, über diese Sachen, diese historischen Sachen.
Martin: Jedes Mal, wer hat das dann zur Hölle?
Martin: Das hat geschimmelt und ich habe es gegessen. Ja.
Willy: Weil wir gerade bei dem Unterschied zwischen Fermentation und Verwesung sind,
Willy: es gibt ja diesen schwedischen Fisch.
Martin: Ja, ja. Die sind in der Dose. Boaming oder wie der ausgesprochen wird.
Willy: Genau, und meistens ist ja nur Gegenstand von irgendwelchen lustigen oder schrägen
Willy: YouTube-Videos oder Social-Media-Videos.
Willy: Aber das ist ja im Prinzip ein Fermentationsprodukt, oder?
Willy: Ja. Aber es ist ja eigentlich Verwesung. Also da ist ja… Ja.
Martin: Es ist keine Verwesung an der Definition. Genau, nein, es ist dann eine Fermentation.
Martin: Das funktioniert auch ohne Sauerstoffausschluss und ist eine Haltbarmachung
Martin: und ist, wie gesagt, dann nicht nur essbar, sondern noch nahrhafter als vorher.
Martin: Genau, es ist keine Verwesung. ja, auch im normalen Sprachgebrauch wirst du
Martin: auch sagen, ja, es verweseln wie alles, aber Definition, wie du sagst,
Martin: von Fermentation ist schon auch genau zielgerichtet, dann ohne Sauerstoff und Intentional?
Martin: Man kann schon sagen, intentional, also wenn es jetzt um Kultur geht.
Martin: Auf der anderen Seite wird auch gesagt, naja, es gab ja auch schon Tiere,
Martin: die Fermentiertes gegessen haben, ist ja auch spannend, warum die das gemacht haben.
Willy: Ja, die betrunkenen Tiere.
Martin: Ja. Und gut, auch die haben das aber nicht mit Intention, die haben es ja nicht
Martin: selbst fermentiert, sondern die Pflanzen teilweise absichtlich,
Martin: damit die Tiere kommen und das essen. Also die Pflanzen haben vielleicht dann mit eine Intention
Willy: Wobei ich gelesen habe, dass gerade Alkohol, also bei den Hefen,
Willy: die was in Zuck in Alkohol umbringen, dass der Alkohol als Toxin dafür diente,
Willy: dass sie quasi Fressfeinde abstoßen mit dem Alkohol. Weil Alkohol ist ja Toxin, das ist so gesehen.
Willy: Irgendwo habe ich gestern mit einer Vorbereitung, ich weiß nicht mehr, wo ich das gelesen habe.
Martin: Das ist spannend, muss man raussuchen, weil da gibt es auch ganz viel Forschung
Martin: gerade und das ist natürlich auch immer Interpretationssache,
Martin: weil keiner kann es am Ende richtig beweisen, weil das ist alles lange her.
Martin: Aber es sei denn, es gibt heute eben noch dieselben oder ähnlichen Mechanismen,
Martin: da kann man die heute noch beobachten.
Martin: Aber eigentlich, also ist mein Stand, dass dieses Fermentieren von Früchten
Martin: zumindest ein Mittel sehr wahrscheinlich ist, um die Tiere anzulocken,
Martin: damit die die Früchte essen. Also eigentlich
Martin: Diese ganz, das sind ja auch Vorfahren von uns, also die sind auch so irgendwelche
Martin: Eichhörnchen, aber sind irgendwie wohl so direkte Vorfahren, mehr oder weniger.
Martin: Gibt es heute noch in Malaysia welche, die sehr nah verwandt sind,
Martin: die untersucht werden und die, genau, gehen gezielt hin zu fermentierten,
Martin: ich glaube es sind Palmen und es gibt auch noch Affen, die das machen,
Martin: also es ist schon irgendwie so.
Willy: Du schreibst du diesen Hörnchen oder was sie sind, schreibst du ja auch im Buch, glaube ich.
Martin: Ich habe es auch im Vortrag drin, aber wahrscheinlich auch schon im Buch.
Martin: Und das wirkt schon sehr so, als wollten diese Pflanzen, auch weil die Früchte
Martin: sind auf diese Tiere abgestimmt auch, weißt du, von dem Kern oder so,
Martin: damit die die auch gut runterschlucken können, irgendwo verteilen.
Martin: Die sollen diese gegorenen Früchte finden und weitertragen.
Martin: Das heißt, dann weißt du natürlich in der Biologie, in der Evolution nie genau,
Martin: wie lief das ab. Das ist ja immer Schritt für Schritt.
Willy: Wir waren nicht dabei.
Martin: Nee, wir waren nicht dabei, aber es ist auch so manchmal ein bisschen nicht
Martin: intuitiv, was da passiert. Also die haben sich aneinander angepasst.
Martin: Die Tiere wurden immer alkoholtoleranter, was eigentlich im Tierreich relativ speziell ist.
Martin: Also wie du sagst, es ist ein Gift, es ist ja auch für uns ein Gift ab einem bestimmten Level.
Martin: Aber bei den allermeisten Tieren beim sehr viel niedrigeren Level.
Martin: Also wir sind eigentlich so die Primaten und so und sind da schon relativ hoch.
Martin: Und da geht man schon davon aus, dass es wie so eine Ko-Evolution war.
Martin: Also diese gegorenen Sachen zu fressen, die hochkalorisch sind,
Martin: also für die Tiere absolut sinnvoll. die zu finden und zu fressen.
Martin: Die sind auch in dem Moment am aller, also haben den höchsten Kaloriengehalt.
Martin: Die sind ganz reif und fangen dann an zu gären.
Martin: Plus, also der Alkohol hat auch mehr Kalorien nochmal als der Zucker.
Martin: Also die Milchorganismen bringen auch mehr Kalorien rein, was ja dann,
Martin: das ist jetzt heute nicht mehr so relevant. Heute versucht man weniger Kalorien,
Martin: also zumindestens bei uns.
Martin: Aber das war natürlich damit das Relevanteste, möglichst viel Energie aufzunehmen.
Martin: Und Alkohol hat mehr Energie pro Gramm als der Zucker.
Martin: Deswegen geht man schon davon aus, das war für die Tiere einfach sinnvoll,
Martin: sich das dann rein zu pfeifen und
Martin: Parallel wahrscheinlich auch durch Selektion wurden die eben immer toleranter gegen den Alkohol.
Martin: Es gab da früher dieses, ich weiß nicht, ob du das kennst, so eine Art Dokumentation,
Martin: wo die ganzen Tiere dann betrunken da unterm Baum sind irgendwo.
Martin: Das ist angeblich gestellt in Afrika.
Martin: Wie hieß denn die Dokumentation?
Martin: Oder wenn die Götter verrückt spielen oder so?
Willy: Die Götter müssen verrückt sein.
Martin: Da kamen dann die Elefanten und alle haben diese Früchte von dem Baum gefressen
Martin: und dann waren alle so. Aber das ist wohl alles zusammengeschnitten von Tieren,
Martin: die dann aus anderen Gründen taumeln. Also es ist wohl nicht ganz richtig.
Willy: Alles inszeniert, ja.
Martin: Aber im Prinzip ist das diese Idee. Also die Tiere gehen da schon hin und fressen das.
Willy: Also wenn man es jetzt so aufrollt von der Geschichte her, Fermentation hat es immer schon gegeben.
Willy: Irgendwann hat der Mensch dann halt einmal gemerkt, dass es auch essbar ist.
Willy: Und hat sich irgendwann auch, man hat da geschrieben, das Brot machen oder die
Willy: alten Ägypter, glaube ich, haben das auch genutzt, ohne zu wissen,
Willy: wie es funktioniert, aber es hat halt funktioniert, also hat man es gemacht, oder?
Willy: Und Pasteur, glaube ich, war der Erste, der es dann irgendwie auch entsprechend
Willy: beschrieben hat, was da passiert, oder?
Martin: Genau, also entspannenderweise 200 Jahre fast, nachdem man eigentlich schon
Martin: wusste, dass es Mikroorganismen gibt, da wurden ja da so um 16,
Martin: 70 rum die Mikroskope gebaut von dem Antony van Löwenhoek da in den Niederlanden.
Willy: Wieder ein Niederländer, ne? Ja, siehst du.
Martin: Alles gestellt. Und dann hat der, also da wussten wir schon lange, es gibt's.
Martin: Aber Pasteur war dann so einer der ersten ja nicht, also der hat ja Grundstein
Martin: gelegt, auch dann eben für Impfstoff und so weiter.
Martin: Es geht ja dann nicht nur um Fermentation, aber hat eben auch gesehen,
Martin: ah, die machen die Fermentation.
Martin: Ich glaube, der hatte damals einen Auftrag, auch die Bierindustrie,
Martin: die französische, konkurrenzfähig mit der Deutschen zu machen.
Martin: Und in dem Kontext, wo er da gefördert wurde, hat er eben auch die Fermentation
Martin: wirklich dann beschrieben und hat gesagt, das sind die Mikroorganismen,
Martin: Leute, das ist nicht irgendwas Chemisches, was man dann auch eine Zeit lang
Martin: dachte, dass das irgendwie einfach reiner Chemie ist.
Martin: Der hat dann gesagt, nee, es ist Biologie. Man hat Sanemi nachgewiesen mit seinen Experimenten.
Martin: Es gibt noch ein paar andere. Es ist ja auch mal so interessant rückblickend,
Martin: wie man dann so alles zuschreibt. Ich habe da ein bisschen tiefer gegraben,
Martin: das hat man auch gesehen.
Martin: Es gab schon auch noch andere, die da Beiträge geleistet haben und der Pasteur war auch nicht ohne,
Willy: Wie er die anderen so ausgebuchtet hat.
Martin: Also ja, Pasteur ist glaube ich schon zu Recht. Natürlich hat er die Reputation,
Martin: aber wir sagen mal genau, vor allem Pasteur. Einer war Pasteur.
Willy: Genau. Aber alles, von dem wir da sprechen, und es ist quasi jetzt alles die,
Willy: traditionelle Fermentation. Genau, es ist alles.
Martin: Und es ist für die meisten Leute ja auch die, um die es geht und diese kennen.
Willy: Genau, die man kennt. Und jetzt, wo das Produkt verändert wird und jetzt gehen
Willy: wir dann quasi hin in diesen eher revolutionären Teil der Fermentation.
Willy: Du hast gesagt, Biomasse-Fermentation ist das zweite. Was ist das noch?
Willy: Bitte erklär dir das nochmal.
Willy: Was wird da fermentiert? Um gleich mal die falsche Frage zu stellen.
Willy: Die Frage falsch zu stellen.
Martin: Ja, genau. Genau, aber ja, du siehst das. Und also was da passiert ist,
Martin: es gibt Mikroorganismen, die kann man essen.
Martin: Also offensichtlicherweise ja auch die, die wir für die normale Fermentation benutzen.
Willy: Die esse ich ja bei der normalen auch mit.
Martin: Genau, genau. Die müssen ja auch schon mal essbar sein. Und jetzt kannst du
Martin: diese Mikroorganismen ja stattdessen auch nehmen und die vermehren und die essen.
Martin: Also jetzt mal ganz grob gesagt, würdest du dann Sauerkraut machen und du würdest
Martin: dir das komplette Sauerkraut fressen lassen, bis nur noch Mikroorganismen da sind.
Martin: Also macht man so nicht, weil man nicht diese Mikroorganismen dann nimmt,
Martin: aber man nimmt Mikroorganismen, die essen das komplette Substrat,
Martin: also diesen Ausgangsstoff auf im Idealfall.
Willy: Substrat nimmt man das.
Martin: Ja, fast. Und vermehren sich einfach. Also die vermehren sich unglaublich schnell.
Martin: Mikroorganismen verdoppeln sich irgendwie alle paar Stunden.
Martin: Und dann hat man quasi irgendwann einen Haufen Mikroorganismen.
Martin: Und die kann man essen. Das klingt immer so ein bisschen, essen wir nicht so
Martin: appetitlich, aber es sind teilweise nahrhafte Mikroorganismen, nahrhafte Pilze.
Martin: Und gerade die Pilze bilden eben auch so eine Art Gewebe, dieses Mycel.
Martin: Das heißt, man kann sich da dann schon auch vorstellen, dass das zumindest sehr
Martin: fleischähnlich auch ist dann am Ende von der Textur.
Martin: Das ist jetzt kein Matsch, sondern wenn das dann eben getrocknet ist,
Martin: gepresst ist, ist das ähnlich wie Gewebe.
Martin: Genau, also das ist die Biomasse-Fermentation, da werden vor allem Pilze genutzt.
Martin: Da gibt es ein paar, die auch zugelassen sind, wo man weiß, okay,
Martin: die sind essbar, wird auch schon lange gemacht.
Willy: Was sind da Produkte? Kennt man da irgendwie? Weil ich habe jetzt versucht,
Willy: Produkte zu finden. Ich war bei einem größeren.
Martin: Schwierig. Schwierig, ja.
Willy: Ich hätte wahrscheinlich spezieller. Ich war nur bei einem großen Geschäft,
Willy: wo es viel gibt. Wenn man da auch findet, was...
Martin: Frag ich nicht wegen Marken, aber es gibt... Also einmal gibt es schon lange Korn.
Willy: Ja, das habe ich gesucht.
Martin: Ja, das ist auch wieder ein bisschen verschwunden. Die sind jetzt auch teilweise
Martin: wieder... Also das ist Mykoprotein, Pilzprotein ist das übersetzt einfach.
Willy: Das ist ein sehr wichtiger Teil im Buch. Das ist irgendwie eine leichte Faszination
Willy: dafür, hat man den Eindruck.
Martin: Ja, ohne da angeben zu wollen, aber das hat sich auch tatsächlich bewahrheitet
Martin: jetzt in den zwei Jahren, dass das so das ist,
Willy: Was funktioniert. Also deine Prognose.
Martin: Ich habe meine Prognose, dass das irgendwie doch mit das Vielversprechendste erstmal ist.
Martin: Genau, und es gibt Produkte, Quorn ist aus UK und die aus England und die machen
Martin: das seit 80ern und das basiert aber auf einer Technologie, die ist noch älter.
Martin: Also das hat man in der Zeit, so kalten Krieg hat man irgendwann so in mehreren
Martin: Ländern entdeckt, wir müssen ja irgendwas machen, wir brauchen vielleicht...
Martin: Jetzt auch wieder Themen, was wir brauchen, was uns ernährt,
Martin: wo wir auch ohne Importe irgendwie zurechtkommen oder mit wenigern zumindest,
Martin: weil im Kalten Krieg hat man irgendwie Angst.
Martin: Erstens mal genau wegen der Geopolitik, die sich verschlimmert hat,
Martin: plus Bevölkerungswachstum, wo man damals, hatte man diese Angst vor der Population-Bomb,
Martin: das war damals so ein Thema.
Martin: Irgendjemand hat das mal nebeneinander gelegt und hat gesagt,
Martin: oh Gott, die Ernten, die Erträge, die steigen irgendwie so und die Bevölkerung
Martin: steigt so. Und dann haben wir es alle im Panik.
Willy: Mir fällt gerade dein Omni dann. Küch, mit mir und Kuh.
Martin: Und von der Kurve oder von dem von dem Typen,
Willy: Der das beschrieben hat aber genau.
Martin: Es ist diese Malthusische Falle Thomas Malthus genau,
Martin: genau und das hat ja alle umgetrieben und da gibt es immer noch Leute,
Martin: die das das ist ja dann durch Innovationen und Landwirtschaft hat es ja auch viel zu
Martin: da nicht passiert, aber zu Recht denke ich hat man damals gedacht,
Martin: oh Gott, wir brauchen jetzt irgendwas und da hat man unter anderem dann eben
Martin: nach Mikroorganismen gesucht, die man essen kann das heißt, die haben dann Leute losgeschickt
Martin: auch wieder lustige Begegnung mit meiner Vergangenheit, ICI,
Martin: Entschuldigung, ICI, diese Imperial Chemicals Industry oder so heißt es nicht,
Martin: wo andere mit beauftragt haben, diesen Pilz gefunden am Ende und das ist mir
Martin: dann irgendwann aufgefallen, während ich das recherchiert habe,
Martin: ICI, ich kenne das und es gab bei uns, wo wir gewohnt haben am Stadtrand da,
Martin: es war viel auch so Unternehmen, die da angesiedelt waren, da hatte ICI ein Gebäude.
Willy: Wo?
Martin: Schon lange nicht mehr.
Willy: Siehst du, es war alles vorbestimmt. Das ist doch verrückt. Das war alles Schicksal. Total verrückt.
Martin: Und die haben diesen Pilz gefunden, also die sollten einfach suchen.
Martin: Die haben halt ganz viele Bodenproben angeguckt und es gibt ja ohne Ende Mikroorganismen.
Willy: Also die haben noch einen Mikroorganismus gesucht, den man essen kann.
Martin: Den man gut kultivieren kann, den man irgendwie benutzen könnte,
Martin: um einfach Nahrung herzustellen, quasi in Massen.
Martin: Und da haben sie den gefunden, diesen Fusarium Venenatum, wen es interessiert.
Martin: Und das ist jetzt so der typische oder einer von den paar typischen,
Martin: den man da nutzt für solche Produkte. Das macht Korn.
Martin: Dann war lange nichts mehr und jetzt seit ein paar Jahren hat es wieder angefangen
Martin: und jetzt kommen Startups, es gibt Revo Foods in Wien, darf ich Mark nennen?
Willy: Die Einladung steht schon, die Telefonnummer habe ich schon von dir,
Willy: ich werde mich demnächst. Sehr gut.
Martin: Die waren auch gestern, gestern war ich noch da und läuft ja auch echt gut und
Martin: die nutzen auch genau diesen Pilz, wo man jetzt total merkt,
Martin: es ist alles so kontextabhängig.
Martin: Das wurde jetzt nicht erfunden, also das gab es schon mal, ist wieder weggegangen,
Martin: weil es war ja dann alles besser wieder, also wurde ja dann doch Mauerfall und
Martin: alle werden wieder happy.
Willy: Wieder richtige Lebensmittel, also braucht man das nicht.
Martin: Sofort war das wieder weg, das ist natürlich sofort weg und Fleisch ohne Ende
Martin: gibt es ja und genau, und jetzt kommt das gerade wieder, ein bisschen andere Gründe.
Willy: Genau, andere, same same but different.
Martin: Wobei jetzt schon wieder ähnliche Gründe, also jetzt kommen wir dann auch mal,
Martin: was jetzt wieder so anfängt, Geopolitik und so, aber erstmal war ja dieser Nachhaltigkeitsgedanke,
Martin: weil du natürlich viel weniger Fläche brauchst für solche Geschichten.
Martin: Das heißt, es gibt Revo Foods, es gibt inzwischen ganze Landkarte von Startups, die das jetzt nutzen.
Martin: Die nutzen entweder Fusarium, diesen Pilz, es gibt noch Koji zum Beispiel.
Martin: Also dieser ganz normale Koji aus Asien, wo der Reis mit fermentiert wird,
Martin: wo auch Sojasauce mitgemacht wird und so.
Martin: Den kannst du auch, der ist auch sehr nahhaft. Das heißt, es gibt auch welche,
Martin: die vermehren den. Da gibt es in Berlin noch Speu zum Beispiel.
Willy: Das sind alles Pilze in dem Fall.
Martin: Das sind alles Pilze, eben einzellige Pilze, deswegen fällt das unter die Fermentation.
Martin: Irgendwann hat mir jemand entschieden und das kam glaube ich aus dem amerikanischen Raum.
Martin: Tatsächlich bei der Art der Fermentation habe ich am längsten überlegt,
Martin: aber wie gesagt, ich finde das einfach sinnvoll, weil das hat sich jetzt so
Martin: ergeben und es hilft einfach in diesem Ernährungskontext, das auch als Fermentation einzuordnen.
Martin: Genau, es ist eine Art der Fermentation, es entsteht eine essbare Biomasse aus Mikroorganismen.
Willy: Aber beschreib einfach den Prozess. Wie stellen wir das vor?
Martin: Du hast einen Tank,
Willy: Da kommt erst der Bioreaktor.
Martin: Oder? Ja, da kommt erst der Bioreaktor. Man soll das immer sagen.
Martin: Manchmal sollst du nicht sagen, Bioreaktor ist so schlecht in der Kommunikation. Versteht das so.
Willy: Frage zur Kommunikation und wie man es nennt, habe ich auch noch mit dabei heute.
Martin: Ich habe den Kaffee noch nicht aufgegeben.
Willy: Wie würdest du es tun?
Martin: Ich denke, die Leute sollen nicht mehr dran geboren.
Willy: Kessel, Braukessel.
Martin: Aber man muss immer so ein bisschen, ich bin auch immer hin und her gerissen.
Martin: Wir machen ja Wissenschaftskommunikation bei sowas und das muss einerseits schon
Martin: korrekt sein, man will den Leuten nichts Falsches irgendwie verkaufen.
Martin: Andererseits soll es nicht zu speziell sein und ja, wenn es um Ernährung geht,
Martin: weil man den Leuten auch keine Angst machen, sondern es soll ja irgendwie ein
Martin: bisschen, so deswegen, ja, das Problem ist, ja, man kann das sehr mit dem Brauen
Martin: vergleichen und man kann immer Braukessel sagen,
Martin: wenn man da ein bisschen näher hinguckt, bei manchen Sachen zumindest jetzt
Martin: noch im Status, ist es schon noch ein bisschen ein Unterschied.
Martin: Ein Bioreaktor ist schon noch ein bisschen mehr laborig und naja,
Martin: auf jeden Fall, es ist aber sehr ähnlich einem Braukessel, das ist im Prinzip
Martin: ein Gefäß, meistens dann Edelstahl am Ende.
Martin: Und darin passiert dieser Prozess. Darin sind die Mikroorganismen,
Martin: darin ist das, was du zufütterst, den Mikroorganismen.
Willy: Das ist sein Nährstoff, oder? Das ist Substrat.
Martin: Beim Bier kommt das Malz rein, Gerstenmalz und so weiter.
Martin: Und jetzt bei dem Mykoprotein kommt zum Beispiel entweder Zucker rein oder aufgearbeitete
Martin: Reststoffe im Idealfall. Also gerade Pilze können eigentlich auch leckere Sachen...
Willy: Ah, mit langen Kohlenstoffketten.
Martin: Genau, mit längeren Kohlenstoffketten. Das ist zumindestens,
Martin: wo es hingehen soll, sollte. dass man sagt, gerade Pilze sind so brauchbar,
Martin: von Natur aus eben komplexe Sachen aufzuschließen.
Martin: Deswegen ist gerade diese Biomassefermentation eigentlich prädestiniert dafür,
Martin: eben Restschaffstürme zu nutzen. Und das geht auch.
Martin: Und dann werden die da zugegeben, da hast du diesen Bioreaktor,
Martin: da ist im Prinzip diese Suppe drin, die Bikorganismen plus ihr Material,
Martin: die fressen das und irgendwann das wird immer dichter, es bleibt immer noch
Martin: eine Flüssigkeit und wird irgendwann dann ab einer gewissen Dichte geerntet
Martin: und dann eben voneinander getrennt über Filterung oder Zentrifugation.
Willy: Also das heißt, es ist einfach eine Suppe dann?
Martin: Das ist eine Suppe, genau.
Willy: Das heißt, in dieser Suppe vermehren sich einfach,
Willy: durchfressen den Zucker, vermehren sich einfach, verdoppeln sich und werden
Willy: mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr. Und dann hast du einfach eine Suppe.
Willy: Und wie kriege ich das auseinander dann?
Martin: Genau, gibt es unterschiedliche. Das ist dann das sogenannte Downstream Processing.
Martin: Also das ist quasi, was danach passiert.
Martin: Und genau, gibt es unterschiedliche Methoden.
Martin: Das ist ein großes Thema, weil daran sehr viel hängt für die Energiebilanz,
Martin: weil es ist eine Suppe, am Ende willst du aber, servierst du den Leuten ja nicht
Martin: die Suppe, sondern es ist
Martin: was Festes, sag ich mal grob gesagt, was ja dann auch nochmal irgendwie in eine
Martin: Verarbeitung geht und das heißt, dass diese Trocknung kostet natürlich Energie
Martin: und da wird auch viel dran getüftelt, wie man das verbessern kann,
Martin: das kannst du eben einmal durchfiltern
Martin: Wird auch wahrscheinlich immer als erstes gefiltert. Also mit einer Sieb.
Willy: Ich sage jetzt mal ganz brutal. Durch den Sieb gejagt.
Martin: Dann ist es natürlich immer noch eher so ein Matsch.
Willy: Gatsch. Klingt jetzt auch wieder. Matsch, Gatsch.
Martin: Jetzt auch wieder schon nicht so ein Brei. Brei ist besser. Brei,
Martin: ja. Und dann vielleicht auch durch Pressung, Zentrifugation kannst du dich auch
Martin: machen. Also schnell drehen.
Martin: Oder wirklich irgendwie Lufttrocknung oder so Geschichten.
Willy: Sollte irgendwie separieren weiter.
Martin: Oder so was genau. Ganz grob gesagt. Und ja, aber das ist eben ein kritischer
Martin: Punkt wegen der Energie.
Martin: Und dann hast du am Ende dieses Mycel. Mal ganz grob gesagt,
Martin: ich habe das schon einmal gesehen, wie das gemacht werden kann.
Martin: Ich war in Niedersachsen, in Jelmstorf, das ist noch nicht im Buch drin,
Martin: weil es danach passiert ist, bei Kainter, Kainter Tech heißen die.
Martin: Und die haben das vor unseren Augen gemacht. Und auch das finde ich halt sehr
Martin: sympathisch bei dieser Biomasse-Fermentation.
Martin: Das ist weniger technisch aufwendig, als das, über was wir gleich noch sprechen.
Martin: Und kann sehr transparent einfach sein, weil es ein relativ einfacher Prozess
Martin: ist. Du hast den Pilz der Wechsel drin, die haben den rausgenommen in so einem Ehrenmeier-Kolben.
Martin: Das ist eben dann diese Suppe. Da riechst du dran, es riecht total angenehm.
Martin: Eher so fruchtig, interessanterweise, weil viele von diesen Pilzen
Martin: Kopfnote Ja genau,
Willy: Formbeeren.
Martin: Aber da bist du erst mal überrascht, und dann habe ich überlegt,
Martin: aber nee, warte mal, ich erinnere mich auch noch, dass viele von den
Martin: und in guter Weise heißen die ja Schimmelpilze, was auch wieder unglücklich
Martin: ist, aber die ganze Gruppe von diesen Pilzen heißt eben Schimmelpilze,
Martin: dass die so einen, dass die oft Fruchtaromen produzieren. Die produzieren Zitronensäure zum Beispiel.
Martin: Schimmelpilze werden ja auch genutzt, um industrielle Zitronensäure herzustellen.
Willy: Der Erdbeergschmarr kommt ja glaube ich auch von dem Warnpilz.
Martin: Das war dann sofort weg, nachdem die es ausgedrückt haben.
Martin: Also er hat das dann genau über ein Filterpapier geschüttet und hat das dann einfach ausgewogen.
Martin: Der Mann hat auch bestimmt doppelt so breite Unterarme wie ich,
Martin: was jetzt auch nicht so schwierig ist, aber der hat so, weil er wahrscheinlich
Martin: die ganze Zeit die Sachen ausfrinkt da.
Martin: Der Franziskus, und der hat das ausgewrungen vor unseren Augen und dann war
Martin: das schon relativ trocken.
Willy: Das erinnert mir an Käse, ne?
Martin: Ja, ähnlich. Also dieses Abseien oder wie das heißt, ne? Und hat das uns in
Martin: die Hände gegeben, wir konnten es alle anfassen, weil es ist ja auch nicht problematisch.
Martin: Und da war das schon wie so ein wie ein Teig, würde ich sagen.
Martin: So ein bisschen ähnlich wie ein Teig, Pizzateig oder so.
Martin: Roch dann auch total angenehm. So wirklich auch so leicht teigig.
Martin: Und dann sind wir in einen anderen Raum rein und haben genau das,
Martin: die haben es nicht ausgetauscht, wir haben das genommen und haben es an eine
Martin: Pfanne gehauen und dann haben wir es gegessen und noch ein bisschen Salz drüber
Martin: und dann haben wir das gegessen.
Martin: Und sowas kriegst du bei vielen jetzt laborigeren Geschichten,
Martin: zu denen wir auch gleich kommen, jetzt nicht so leicht hin, weil dann wirklich
Martin: Regulationen und sowas darfst du dann nicht und hin und her.
Martin: Aber das fand ich super und so funktioniert dann im Prinzip im Industriellen
Martin: auch der Prozess dann eben mit Maschinen und noch ein bisschen anders.
Willy: Du kontrollierst halt wahrscheinlich und musst halt gewisse Dinge zugeben,
Willy: oder Temperatur, Sauerstoff.
Martin: Genau, aber das haben sie in diesem Bioreaktor, der ist gesteuert,
Martin: ist jetzt inzwischen auch schon skalierter, also die machen das schon größer
Martin: und der ist dann optimiert.
Martin: Das ist viel Technik und Forschung auch immer noch. Man sagt,
Martin: okay, wie kriegst du das optimal hin?
Martin: Diese Skalierung ist ein großes Thema, weil es halt Biologie ist.
Willy: Du kannst es nicht einfach linear größer machen, weil es auf einmal neue Effekte
Willy: kommen. Die größere Gruppe und alles mögliche.
Martin: Genau, es passiert alles Mögliche und auch vieles, was du nicht verstehst erstmal.
Martin: Jaja, weil es halt Biologie ist und du kannst es auch am Ende gar nicht ganz
Martin: verstehen, sondern es ist viel Trial and Error.
Martin: Inzwischen assistiert durch, da wird KI ganz groß helfen.
Martin: Also es gibt überhaupt digitale Modelle. Du hast sowas wie digitale Zwillinge inzwischen.
Martin: Das heißt, du hast dann einen Bioreaktor, der ist mit komplett Sensoren ausgestattet
Martin: und der wird aber abgebildet dann quasi digital
Martin: und dann kannst du dadurch, dass diese ganzen Informationen quasi dem System
Martin: dann irgendwie bekannt sind und so weiter, grob gesagt, ich bin kein Computerfreak
Martin: und kannst dann quasi alles simulieren, erstmal in diesem digitalen Zwilling,
Martin: bevor du es umsetzen musst. Also du musst
Martin: In der Vergangenheit musstest du quasi oder teilweise musstest du immer noch,
Martin: du musst erst mal den größeren bauen, dann machst du es und dann merkst du,
Martin: es funktioniert einfach gar nicht. Und dann gehst du auf die Suche, warum zur Hölle.
Martin: Bei 100 Liter hat es super funktioniert, bei 10.000
Willy: Nichts mehr.
Martin: Oder nicht mehr. Oder ist, glaube ich, auch beim Braun und sowas eigentlich normal.
Willy: Wie nennt man diesen Effekt? Wenn diese Dinge skalieren, dann verändern sich
Willy: die in der Qualität irgendwo.
Willy: Das ist mega faszinierend, aber jetzt ist das Thema. Und das ist ein ganz spannender.
Martin: Also nur ganz kurz, weil das viele, glaube ich, frustriert oder generell auch
Martin: es schwieriger macht, in diesen biotechnologischen Skalierungsprozessen auch
Martin: Investitionen und sowas zu finden.
Martin: Also du hast einfach nicht dasselbe wie in der IT oder so.
Martin: Du sagst ja, okay, das geht auf jeden Fall so, weil mehr Transistoren,
Martin: mehr was auch immer und Leistung immer mehr.
Martin: Sondern wenn das halt Biologie ist, kannst du das, das heißt,
Martin: da ist sehr viel Tüftelei eben nötig, um das zu machen. Funktioniert schon,
Martin: aber ist ein bisschen aufwendiger.
Willy: Da geht es schnell aus Fermentation Frustration.
Martin: Ja, ja, ja. Genau. Und davon lassen sich zum Glück viele da nicht abschrecken.
Martin: Aber so funktioniert das ganz grob mit der Biomasse-Fermentation.
Willy: Also das heißt, uralter Prozess eigentlich, aber immer noch nicht da.
Willy: Also die paar Produkte, die du aufzahlt hast, das ist überschaubar.
Martin: Ja, also vor allem im Markt. Also die kommen in den Markt, das ist schon mal was Gutes.
Martin: Also die können in den Markt kommen, weil sie in der Regulation meistens einfacher
Martin: sind. Dieser Fusarium-Pilz ist zugelassen als Lebensmittel.
Martin: Das heißt, das ist schlau, sich in der EU tatsächlich auszusuchen.
Martin: Koji auch. Es ist ein bisschen schwieriger,
Willy: In die EU reinzukommen mit irgendwas, was Novel Food oder in diesen Bereich reinkommt.
Martin: Oder? Genau, weil es gäbe bestimmt noch ganz tolle andere, weil die Leute aus
Martin: Pragmatismus fokussieren sich...
Willy: Hält das unter Novel Food? Eben nicht wahrscheinlich, oder?
Martin: Doch, aber ist zugelassen.
Willy: Ist zugelassen, okay.
Martin: Genau, Fusarium ist schon... Ich hoffe, ich erzähle jetzt nichts Falsches.
Willy: Also Verordnung für neuartige Lebensmittel gibt es?
Martin: Genau, und doch, doch, doch, das muss... Das ist immer alles, was...
Martin: Das ist immer dieses 1997er-Datum.
Willy: Wo der Stichtag ist, was vorher schon im Markt in signifikanten Mengen war.
Willy: Das geht und alles andere ist novel. Obwohl es es schon ewig gibt.
Martin: Ich bringe es nicht durcheinander. Wir gucken nochmal mit dem Fosarium.
Martin: Aber ich meine, es ist ein Novel Food.
Martin: Es ist auf jeden Fall zugelassen als Lebensmittel. Und ich meine ein Novel Food.
Willy: Aber was ist der Grund, warum? Du sagst, es ist gut. Es ist altbewährt.
Willy: Warum nicht? Ich habe irgendwo gelesen, selbst im zweiten, während des zweiten,
Willy: ich weiß nicht, war es da, hat man auch die Brauereien glaube ich umfunktioniert in,
Willy: Lebensmittelproduktion, also nicht in Alkohol in dem Fall ist auch Lebensmittelbier,
Willy: aber das ist ja auch kurzumfristig umgestellt worden, ist dann auch wieder sofort bis vorbei.
Martin: Also die Sachen sind alle nicht neu, das ist ganz spannend. Also genau,
Martin: die Biomassefermentation, also Brauereien kannst du auch quasi so umschalten,
Martin: dass sie Hefe produzieren.
Willy: Also alle, die einen Kessel haben quasi, oder?
Martin: Ja, also genau, da können wir alle gleich zu kommen. Das ist auch jetzt gerade
Martin: so ein bisschen eine neuere Idee von mir, das ein bisschen mehr nach vorne zu bringen.
Martin: Theoretisch kannst du vieles, also es wird ja jetzt auch mehr in Bioreaktoren
Martin: gemacht, Materialien haben wir gesagt, Sprit und so weiter.
Willy: Hast du wieder Bioreaktor gesagt, oder?
Martin: Braukessel. Kannst du umschalten auf Nahrungsmittelproduktion und im Falle von
Martin: Biobrauereien kannst du es direkt machen, weil die Hefe essbar ist und nahrhaft ist.
Martin: Also du kannst, normalerweise hast du nach dem Brauprozess die Hefe eher als
Martin: Reststoff dann, die ist dann durch, die dann da gearbeitet, Aber du kannst quasi
Martin: den Brauchprozess so umstellen, relativ easy, dass wir versuchen eigentlich
Martin: viel Hefe zu produzieren. Wir füttern quasi eigentlich die Hefe.
Willy: Verändere den Produktfokus quasi.
Martin: Genau und sorgen dafür, dass sie jetzt nicht Alkohol produziert,
Martin: sondern die haben dann eben auch andere Stoffwechselhefe und vermehrt sich dann
Martin: einfach mit einem anderen Stoffwechsel und isst dann.
Martin: Das kann man alles machen und Quorn, wie gesagt, gibt es schon relativ lange.
Martin: Davor gab es schon Futtermittel.
Martin: Das ist im Prinzip der gleiche Prozess, aber es ist auch noch ein bisschen einfacher,
Martin: weil du sagst, du musst die Leute am Ende nicht selbst essen,
Martin: sondern kannst die Tiere auch damit ernähren.
Martin: Das ist auch was, was jetzt gerade wieder aktuell wird.
Martin: Und das gibt es, würde ich sagen, einfach nicht, weil es ist jetzt auch nicht
Martin: so naheliegend. Also es ist jetzt nicht in unserer Esskultur,
Martin: das zu machen. Also die Leute wollten Fleisch.
Martin: Und ab der industrialisierten Landwirtschaft, die so in den 50er Jahren bei
Martin: uns angefangen hat, hast du ganz klar gesehen, die Nachfrage ist da. Es wird skaliert.
Martin: Der Staat investiert da rein. Die Leute wollen das.
Martin: Hoch skaliert die Tierhaltung. Die Leute essen das gerne. Solange die Zeiten
Martin: gut sind, essen die Leute Fleisch und tierische Produkte. Das ist so.
Martin: Und deswegen sind diese Sachen wieder verschwunden. Das ist quasi ein Plan B
Martin: gewesen, wo wir gesagt haben, oh Gott, brauchen wir irgendwie.
Willy: Das Marketing war einfach schlecht für die Produkte.
Martin: Das Marketing war schlecht. Das war auch quasi nie so der Fokus,
Martin: das so zu machen. Und das ist jetzt dadurch, dass man jetzt gesagt hat,
Martin: wir wollen das aus Nachhaltigkeitsgründen. Es ergibt irgendwie Sinn.
Martin: Es ist eine andere Sache. Dann musst du das in den Markt reinpressen und dann
Martin: brauchst du sehr gutes Marketing.
Martin: Und was diese Startups machen, ganz besonders was in diesem Biomasse-Fermentationsbereich
Martin: ist, die gehen sehr auf die FlexitarierInnen, also die Leute, die...
Martin: Jetzt nicht vegan sind, sondern das typische, was versucht, irgendwas zu ersetzen, möglichst eins zu eins.
Martin: Man sagt, hier, das Revo zum Beispiel macht Fischalternativen.
Martin: 3D-Druck, die nehmen das Mykoprotein, jagen das durch einen 3D-Drucker,
Martin: auch ziemlich abgefahren, und machen so einen texturierten Fisch aus diesem Mykoprotein.
Martin: Oder ein Hack, was du super nutzen kannst. Von den Revo nutze ich sehr gerne,
Martin: das Hack vor allem genau.
Willy: Achso, ich kenne nur den Lachs eigentlich.
Martin: Ja, das ist noch nicht so lang, aber das kannst du auch kaufen.
Martin: Ich glaube auch Billa und bei uns ist es Rewe und so Online-Kennstelle.
Willy: Langsam kriegt man es in einzelnen Filialen. Wir ziehen gerne die Abteilungen
Willy: mit, wie ist der richtige Begriff dafür? Wie würdest du das sagen? Alternativen.
Martin: Neue Proteine.
Willy: Neue Proteine, Fleischersatzprodukte. Es ist ja nicht ersatz.
Martin: Nicht alternativ. Inzwischen ist die Schiene, nein, es ist ein eigenes Produkt. Also es ist was Neues.
Willy: Da merkt man so den Bedeutungswandel, bis es dann eine eigene Identität entwickelt.
Martin: Gut, ich meine, es ist selbst zu sagen und ob die anderen das so sehen,
Martin: das sind nochmal zwei Paar Schuhe. Aber ja, so aus der Branche heraus kommt
Martin: es gerade, dass man so sagt, ey, wir müssen eigentlich sagen,
Martin: das ist ein eigenes Produkt.
Willy: Also die Bubble-Arbeit an der Identität und vielleicht schwackt sie mal über. Ganz deutlich.
Martin: Also ich war auf der Intergastra im Februar, Gastronomie-Messe,
Martin: da war das ein ganz großes Thema.
Martin: Lass uns von neuen Proteinen sprechen und von eigenen Produkten.
Martin: Ich glaube, weil man teilweise gemerkt hat, Mist, wir kommen dann doch nicht
Martin: so ganz als 1 zu 1 Fleisch dran.
Martin: Deswegen müssen wir schon so ein bisschen... Und es ist ja tatsächlich auch
Martin: so funktional, es ist oft ja sogar besser als Fleisch.
Martin: Gerade beim Mykoprotein kannst du schon argumentieren, sagen,
Martin: es hat weniger ungesättigte Fettsäuren, es hat viel Ballaststoffe,
Martin: genau, ernährungsphysiologisch ist es auch immer so ein bisschen Fleisch 2.0.
Martin: Deswegen, ja, ist schon ein bisschen gerechtfertigt, nur ich habe immer so ein
Martin: bisschen Zweifel, man hat ja schon Gründe, warum man das imitiert,
Martin: was die Leute kennen, weil mit was völlig anderem zu kommen,
Martin: Das musst du dann Leuten erst mal vermitteln. Also, weißt du, ein ganz neues Produkt.
Willy: Es muss ja anschlussfähig bleiben.
Martin: Die Leute haben ein paar Sekunden vorm Regal, nehmen was natürlich,
Martin: wenn sie sagen, okay, es ist Schinken, es ist ungefähr wie Schinken.
Martin: Es ist auch gerade große Diskussion wegen dieser EU-Geschichte,
Martin: dass sie die Namen reglementieren werden.
Martin: Da geht es ja tatsächlich auch darum, dass die Leute einfach ungefähr wissen,
Martin: wie bereite ich das zu. Also, wenn der Veggie-Burger jetzt nicht mehr Burger
Martin: heißen darf, darf er aber.
Martin: Der darf noch so heißen Steak,
Willy: Aber zum Beispiel nicht mehr. Die Streiterei ist vorerst mal vorbei.
Martin: Ja, das ist auch absolut. Ah ja, genau. Da können wir auch nochmal was zu erzählen.
Martin: Aber das Steak zum Beispiel darf nicht mehr so heißen.
Martin: Okay, ist dann so. Aber der Sinn davon war ja auch zu sagen,
Martin: die Leute wissen, was sie damit überhaupt machen sollen.
Martin: Wenn es einen Fantasienamen hat, dann musst du ja sehr viel Kommunikation erstmal
Martin: machen, um den Leuten irgendwie, die Leute stellen sich ja nicht stundenlang
Martin: vor das Regal und informieren sich, sondern die greifen zu irgendwas.
Martin: Deswegen bin ich so ein bisschen skeptisch. Ich finde eigentlich dieses,
Martin: weiterhin zu versuchen, die Produkte, die die Leute nun mal lieben,
Martin: möglichst gut zu imitieren und zu ersetzen, finde ich immer noch,
Martin: muss ich sagen, legitim und eine sinnvolle Strategie.
Willy: Das ist ja eine Proxy. Ich bin ja sozialwissenschaftlich, ich komme jetzt wieder
Willy: mit dem Identitätsbegriff oder sowas.
Willy: Fleisch, du hast, ist anschlussfähig. Das ist Teil deiner Identität.
Willy: Es hat es auch immer schon gegeben, wenngleich auch selten.
Willy: Und es ist irgendwann einmal aufgrund der Seltenheit was halt was Besonderes
Willy: und deswegen ist es dann irgendwann zur Massenware geworden und trotzdem immer
Willy: noch ein Luxusprodukt, obwohl es inzwischen lange keines mehr ist. Ja.
Willy: Die Anschlussfähigkeit oder der Dockingpunkt für Quorn, das hat es quasi nicht
Willy: in dieser Art und Weise gegeben.
Willy: Du musst dir quasi mal eine neue Identität in die Welt bringen.
Martin: Ja, vielleicht kommt das mal.
Willy: Und das musst du ja quasi am Rücken von Riesen machen, also quasi am Rücken
Willy: von Fleisch. So sehe ich es halt auch.
Willy: Und dann musst du aber Eigenständigkeit entwickeln irgendwann.
Willy: Du musst dich ja dann wie bei Eltern abnabeln und quasi das Kind aus Flüge werden.
Martin: Ja, aber es braucht Zeit. Ich meine, so funktioniert Esskultur ja auch.
Martin: Und ich glaube auch gar nicht, dass das, wir sind ja heute immer so kurzatmig
Martin: und alles, also alle gerade immer so schnell in Panik.
Martin: Ein Jahr lang, oh, das hat irgendwie nicht funktioniert, jetzt müssen wir alles anders machen.
Martin: Ich glaube auch, irgendwann kann das ja auch so sein, dass die Leute immer mal
Martin: verstanden haben, es gibt diese Produkte aus Pilzprotein, das ist vielleicht der beste Name dafür.
Martin: Ja, wenn man es, und dann kaufe ich die gerne. Aber erst mal ist das,
Martin: wie du sagst, du musst irgendwo anschlussfähig sein.
Martin: Und dieses, dieser Gedanke Sachen, die die Leute nun mal lieben,
Martin: wie gesagt, diese Leute, was soll man machen?
Martin: Also jeder kann es für sich entscheiden, aber es ist einfach so Fleischkonsum
Martin: geht nirgendwo signifikant zurück, also immer mal ein bisschen, aber
Martin: weltweit schon mal gar nicht, also irgendwie, wenn man da was ändern möchte
Martin: und hat jetzt nicht eine tolle Idee, wie man dafür sorgt, dass plötzlich alle
Martin: kein Fleisch mehr essen wollen, dann muss man auf der Produktionsseite anfangen
Martin: und sagen, gut, dann müssen wir,
Martin: das müssen wir irgendwie drankommen, wir müssen die Produktion nachhaltig machen
Martin: oder was auch immer und die Leute müssen eigentlich möglichst wenig Veränderungen
Martin: da spüren, weil damit sie die Sachen haben, die sie lieben und es ist ja bei
Martin: anderen Sachen, ist es ja genauso, Autos zum Beispiel,
Martin: Elektroautos sind ganz normale Autos, die elektrisch fahren,
Martin: da hat man gesagt, guck mal, die Leute werden einfach Autofahren,
Martin: die haben ihren Individualverkehr, die mögen das.
Martin: Kann man viel diskutieren, mehr Fahrräder oder irgendwelchen Städten,
Martin: aber ich muss, würde auch sagen, so, ja, der realistischere,
Martin: pragmatische Ansatz ist, man stellt die Produktion um.
Martin: So, und das ist da dieselbe Idee, dass du sagst, gut, die Leute lieben Fleisch,
Martin: das Ideal ist natürlich Fleisch aus Zeltkultur, daher kommt ihr überhaupt mal
Martin: an diese Idee, dass man sagt, das wäre ja wirklich irgendwann so genau das Gleiche,
Martin: so, da ist es dann technisch einfach noch ein bisschen ein Weg.
Martin: Aber warum nicht Mykoprotein und warum nicht dann Lachs probieren und ja,
Martin: dass man immer sagt, das stinkt dann irgendwie aber blöderweise immer gegen
Martin: das Original dann doch ab und das ist irgendwie schlecht. Wir wollen nicht eine
Martin: Alternative sein, wir wollen was eigenes machen.
Martin: Ich verstehe das total, aber gebt euch da auch nochmal ein bisschen Zeit,
Martin: weil ich glaube schon, ich finde bei den Burgern zum Beispiel ist man doch schon relativ nah dran.
Martin: Jetzt kann man über Fastfood lästern, ich esse es trotzdem ab und zu.
Martin: Ich finde gerade bei so Burger-Geschichten oder irgendwelchen Nuggets oder so,
Martin: das ist dann auch schon irgendwie okay, oder? Da sind die jetzt auch nicht so mehr auseinander.
Willy: Wenn man es nicht dazusagen würde, würde es wahrscheinlich vielen Konsumenten,
Willy: inklusive mir selbst, gar nicht mehr auffallen, sobald ich sage, was drin ist,
Willy: habe ich natürlich eine Meinung dazu und da überlagert quasi die Ideologie oder
Willy: die Identität den Geschmack dann wieder.
Martin: Ja, ganz genau, weil Genuss einfach ist, das ist komplex, das ist viel Psychologie
Martin: und Essen ist viel Identität.
Martin: Wir haben ja gerade gesagt, dass die Biomassefermentation eben das revolutionäre
Martin: Potenzial hat, aber eben gerade bei dieser Verbesserung von pflanzlichen Alternativen
Martin: oder auch eben vielleicht von solchen Pilzprotein-Alternativen,
Martin: da kommt dann die traditionelle Fermentation dann doch wieder ins Spiel,
Martin: also diese Neuentdeckung, weil man kann es mit Fermentationen alle möglichen
Martin: Geschmacksstoffe erzeugen auch und Sachen eben zum Beispiel herzhafter machen.
Martin: Und dieses Plante, die zeigen das eben ganz deutlich, also dieses,
Martin: die haben wir ein Steak, diese Schweizer Firma, was eben durch die Fermentation
Martin: Durch die traditionelle Fermentation, das ist heute alles zielgerichteter und
Martin: so weiter, aber durch diese,
Willy: Weil ich hier wackele. Das geht schon wieder weg, ne?
Martin: Das ist, weil ich hier wackele.
Willy: Das ist weiter ein Monitor.
Martin: Und wird es herzhafter und fleischähnlicher. Also du kannst,
Martin: ich glaube, da ist schon noch einiges zu holen.
Martin: Also ich glaube, die müssen, das dauert einfach noch ein bisschen und die Sachen
Martin: werden teilweise, ich würde schon sagen, fast unverwechselbar werden.
Martin: Die Sachen aus Pflanzen auch.
Willy: Also eigenständig auch, oder?
Martin: Eigenständig und mit Fermentation zusammen dann einfach. Also weil du mit Fermentation
Martin: herzhaft irgendwie was machen kannst.
Martin: Du kannst auch mit Hefen und sowas Aromen produzieren. Das machen ja auch manche Leute.
Martin: Gerade Herzhaft, das wird durch Hefen ja produziert. Glutamat ist das, also Aminosäuren.
Willy: Insulin.
Martin: Insulin auch. Aber ich weiß nicht, ob das jetzt
Willy: Nicht so ein Schmaugliches ist.
Martin: Ich weiß nicht, ich mache ein Startup. Kann ja sein, dass du irgendwie sucht die Investoren.
Martin: Nein, aber genau. Also ich glaube, wie gesagt, es wird alles noch besser.
Martin: Das ist jetzt noch gar nicht lange alles. Und die machen schon tolle Sachen.
Martin: Also ich glaube, ich habe da schon Hoffnung, dass die noch besser werden und
Martin: vielleicht irgendwann sogar besser als Fleisch.
Willy: Aber das heißt, diese Biomassefermentation, das ist eigentlich im Prinzip ein
Willy: Produktionsprozess, der bisher bekannt ist, wenig genutzt ist,
Willy: aber im Prinzip das Potenzial hat, eine völlig neue, altbekannte,
Willy: aber trotzdem eine neue Form, eine völlig neue Produktklasse hervorzubringen,
Willy: wenn wir es nutzen wollen.
Martin: Wenn wir es nutzen wollen, genau. Ganz, ganz neue und das Revolutionäre daran ist eben,
Martin: Einerseits die Flächennutzung, die viel viel geringer ist und Ressourcenutzung.
Martin: Das ist ja die Frage, warum zur Hölle ist das jetzt revolutionär? Was soll das?
Martin: Und da kann man ja nochmal kurz zurück und überhaupt beschreiben,
Martin: was jetzt gerade das Problem ist so ein bisschen, in Anführungszeichen,
Martin: oder eigentlich eher fettgeschrieben, unseres Ernährungssystems,
Martin: dass wir eben sehr viel Fläche nutzen. Und es war lange auch nicht so im Fokus.
Martin: Lange ging es um Klima, direkte Emissionen, jetzt durch Traktor fahren und so
Martin: weiter, Düngerproduktion und gar nicht so sehr mit der Fläche.
Martin: Das hat man irgendwann erst so in den Fokus gebracht.
Martin: Auch ich selbst habe das lange überhaupt nicht irgendwie so gesehen und auch
Martin: durch andere erst irgendwie so wurde darauf gestoßen.
Martin: Das heißt, wir nutzen viel Fläche für Tiefvater vor allem. Und diese Fläche
Martin: könnte eben auch Wald sein, Moor, irgendein Ökosystem, was viel mehr CO2 bindet.
Martin: Das heißt, wenn du das draufrechnest, plus die ganze Biodiversität,
Martin: die du ja auf dieser Fläche dann eben erstmal unterbindest, im Großteil zumindest
Martin: durch die Landwirtschaft.
Martin: Wenn das dazurechnen ist, ist der Fußabdruck unglaublich groß,
Martin: eben der Ernährung. Also sowohl Klima als auch Biodiversität.
Martin: Das kann man nicht leugnen.
Martin: Das heißt, wenn man noch mehr möchte, was ja passieren wird,
Martin: es geht ja nicht mehr nur darum, dass man es jetzt irgendwie zurückschraubt,
Martin: aber es wird mehr Fleischkonsum in Zukunft kommen, global, und wir haben ja
Martin: jetzt schon einen Großteil der nutzbaren Fläche in Produktion weltweit.
Martin: Dann wird das eben noch mehr. Also das ist schon ein Problem.
Martin: Das heißt, wir sind da irgendwie
Martin: Am besten wäre es natürlich, wenn neue Produktionsmethoden weniger Fläche benutzen.
Martin: Und da ist Mykoprotein oder Biomasseproduktion, Biomassefermentation revolutionär,
Martin: weil sie viel weniger Fläche braucht.
Martin: Es gibt andere, auch Biomassefermentation-Methoden, wo du Gas nutzt als Ausgangsstoff.
Willy: Das wollte ich dann an, ob die Gasfermentation.
Martin: Da ist noch viel radikaler. Es geht um die Fläche da vor allem.
Martin: Die Fläche ist viel, viel geringer.
Willy: Das Interessante in diesem Kontext ist ja, du schreibst irgendwo,
Willy: ich glaube im Buch hast du es auch vorgerechnet, dass so ein Einzeller sich
Willy: in Stunden verdoppelt, ein Rind braucht dafür Jahre oder Wochen oder Monate,
Willy: je nachdem, wie man es jetzt rechnet.
Willy: Du brauchst viel weniger Fläche,
Willy: Ja, also zumindest jetzt mal für den Reaktor oder für den Braukessel.
Willy: Auf jeden Fall schon. Du brauchst zwar Fläche wiederum für den Input,
Willy: weil du hast ja gesagt, sie fressen Zucker etc., das muss ja auch irgendwo wachsen.
Willy: Aber du hast ja im Prinzip nicht mehr den Umweg quasi zum Kalorien über das
Willy: Tier, also vom Acker über das Tier in die Ernährung, sondern du hast einfach
Willy: nur den Acker in den Kessel in die Ernährung quasi, oder?
Martin: Das Tier ist der Kessel,
Willy: Du ersetzt das Tier in den Kessel.
Martin: Also das ist erstmal das eine.
Willy: Der Pansen wird auf den Kessel ersetzt.
Martin: Genau, das ist ein ähnlicher Bioreaktor wie der Pansen auch.
Martin: Aber du hast halt nicht diese, also beim Tier ist es ja so, beim Mikroorganismus
Martin: isst du fast alles dann, sag ich mal so, von der Masse, das ist ja schon eins.
Martin: Beim Tier ist ja vieles, was wir anders irgendwie nutzen, auch jetzt in der
Martin: Wertschöpfung, also Haut, Knochen und so weiter, aber eigentlich,
Martin: es besteht einfach nicht zu, das ist ja bei Laborflash auch so toll,
Martin: dass du nur das züchtest, was du wirklich isst.
Martin: Das heißt, da hast du natürlich Effizienzverluste und überhaupt natürlich,
Martin: dass das Tier verbraucht durch sein Aufwachsen und so weiter,
Martin: trotz aller Trimmung auf Effizienz, die wir haben in der Nutztierhaltung,
Martin: verbraucht das mehr Ressourcen, als wenn du jetzt Einzel hast,
Martin: die sich, wie du sagst, einfach irgendwie verdoppeln und relativ flott.
Martin: Also da hast du schon mal große Einspannung.
Willy: Was auch spannend ist,
Willy: weil die Argumentation ist, so ein Tier ist ja ein Wirbeltier,
Willy: ein Stäugetier etc., das geht ja in Knochen, in ein Rüstapparat etc.,
Willy: das heißt, du brauchst relativ viel Energie, dass das Viech überall mal gerade stehen kann.
Willy: Was war dieses gelesen? Bestätige das oder erkläre es mir dann weiter.
Willy: Das ist ja ein rückgratrosaloser Wulusko, wie man das sagt.
Willy: Da ist ja kein Skelett drin. Das heißt, die Energie wird bei dem Tier wesentlich,
Willy: effizienter von innen als Input-Output quasi geliefert. Bei Mikroorganismus.
Willy: Das ist ja effizienter als Organismus.
Martin: Das ist diese Konversionseffizienz, also Umwandlung quasi. auch von Proteinen.
Martin: Genau, Wirkungsgrad auch von Proteinen. Darum geht es ja am Ende meistens.
Martin: Also ja, Kalorien ist das eine, aber es geht auch, also beim Kalorien sieht es auch
Martin: glaube ich, noch schlimmer aus. Also die Rate, was Tiere angeht.
Martin: Aber es geht am Ende vor allem um das Protein. Wir brauchen ja tierische Produkte,
Martin: vor allem wegen Protein.
Martin: Die Kalorien können wir auch über Getreide und so weiter decken.
Martin: Da ist auch ein bisschen Protein drin, aber wir brauchen die Tiere für hochwertiges
Martin: Protein, wenn wir sie für irgendwas brauchen.
Martin: Das ist bei Mikro-Ein ist man sehr viel effizienter, was du an Stickstoff reingibst
Martin: und was an Protein rauskriegst.
Martin: Genau, und dadurch kommt das zustande, dass du quasi den Mikro-Einstein weniger
Martin: füttern musst. Dann ist es so im Idealfall irgendwann ja auch,
Martin: dass du wirklich sehr viele Reststoffe nutzt.
Martin: Kannst du auch bei Nutztieren machen, macht man ja auch. Also ist jetzt auch
Martin: mal die Argumente, ja machen wir auch schon alles. Biertreber kannst du auch kriegen.
Willy: Biertreber sowieso ein wahnsinns Produkt. Brotwacken bis zum mit Pilze draufzüchten oder sonst was.
Martin: Immer neue Ideen. Ist jetzt nicht so, dass das nicht auch schon passiert.
Martin: Aber trotzdem, die sehr auf Effizienz getrimmte Tierhaltung nutzt sehr viel andere Inputs noch.
Martin: Da sind Mikro-Hanismen einfach effizienter. Das ist dann einfach so.
Martin: Und das ist logisch. Und die wachsen dann dreidimensional, eben ohne erstmal
Martin: dieses komplizierte Säugetier oder Geflügelkonstrukt da zu kreieren und so weiter,
Martin: ist einfach logisch, dass es schneller geht.
Martin: Das heißt, du hast dann eine sehr viel größere Effizienz und dadurch weniger
Martin: Fläche, die du brauchst.
Willy: Ich habe jetzt so ein Bild vor mir. Die eine Frage, die man provokant formulieren
Willy: würde, möchtest du die Landwirtschaft, so wie wir sie heute kennen,
Willy: abschaffen? Das wäre das eine.
Willy: Kannst du dir dann auch was drauf sagen. Das andere ist, im Endeffekt stelle
Willy: ich mir das jetzt so vor, der Bauernhof der Zukunft, da stehen jetzt statt den
Willy: Kühen im Stall, weil ich als Bauer habe ja meine Flächen und meine Viecher.
Willy: Im Idealfall habe ich genauso viele Flächen, dass die Viecher,
Willy: die ich habe, dass ich die damit erfurtern kann. Das ist so die Relation.
Willy: Jetzt überlege ich mir gerade, ob das nicht so ist, dass ich quasi die Viecher
Willy: durch kleine Reaktoren ersetze, wenn man so will.
Willy: Weil die Rohstoffe habe ich als Landwirt, die ich brauche. Ich kann die auch
Willy: anbauen, kann die dann quasi statt einem Tier dann in einem Braukessel,
Willy: jetzt sage ich wieder Braukessel, in einem Braukessel geben und habe dann ja auch Produkte, oder?
Willy: Also ist das auch, wäre das so eine Transformation von Landwirtschaft,
Willy: die möglich und realistisch ist oder ist das gerade naiv gedacht von mir?
Willy: Oder geht es da eher darum, Landwirtschaft komplett anders zu denken?
Martin: Nee, also das ist schon, wäre schon ein Modell, sag ich mal.
Martin: Also es gibt auch Projekte, die das machen mit Fleisch-Ostel-Kultur auf niederländischen
Martin: Bauernhöfen, wo es ein Modell gibt.
Martin: Bin da ein bisschen indifferent, muss ich sagen. Ich bin indifferent.
Martin: Schön hast du das gesagt. Bei sowas ist ja auch so, ich sitze ja dann auch nicht
Martin: alleine rum und überlege mir das nur, sondern ich versuche mal mit möglichst
Martin: vielen Leuten zu sprechen, die auch mehr Ahnung haben davon.
Willy: Ich mache jetzt Job.
Martin: Also von Betrieben auch so. Auch mit Landwirten können die sich das vorstellen,
Martin: da habe ich mit vielen gesprochen.
Martin: Es gibt einfach, also jetzt ganz konkret und heutzutage einfach Grenzen,
Martin: um das zu machen, weil es würde gar nicht, wie ich es verstehe,
Martin: als Landwirtschaft gelten.
Martin: Du darfst aus deinen Flächen hier nur Sachen machen, die als Landwirtschaft
Martin: gelten. Du kannst nicht einfach irgendwas da machen.
Martin: Und wie ich es verstehe, könntest du auch nicht einfach da jetzt anfangen,
Martin: Sachen zu brauen oder Fleisch aus Zeltkultur zu machen, glaube ich, in Deutschland.
Martin: Also es gibt, glaube ich, einfach regulatorische Hürden. Könnte man alles ändern,
Martin: aber es ist ein anderes Berufsbild natürlich auch irgendwie,
Martin: würde ich sagen, damit verbunden, jetzt quasi eine Brauerei zu machen.
Martin: Nicht ohne Grund gibt es den Beruf auch Braumeister.
Willy: Brauer und Bauer, was dieses nur abrufstabliche Unterschiede.
Martin: Genau, sie müssen einfach auf das R dazu, warum? Also kriegen sogar noch ein
Martin: Buchstabe mehr. Ja, cool.
Martin: Ja, also und ich hab immer so gemerkt, ja, ich war ja auch eher so,
Martin: naja, genau, Landwirtschaft abschaffen war jetzt nie so richtig meine Idee,
Martin: aber schon so, ja, diese Transformation. Die provokante These dazu.
Martin: Genau, so ein bisschen die provokante These.
Martin: Aber man muss schon auch so ein bisschen gucken, ähm,
Martin: Was sind eigentlich die realen Zusammenhänge gerade und was wird eigentlich
Martin: realistischerweise passieren? Wie gesagt, Konsum steigt ja auch überall.
Martin: Jetzt ist es noch so, wir brauchen wahrscheinlich, wir wollen wieder mehr in
Martin: Europa produzieren, weil wir uns zu abhängig fühlen, aus guten Gründen.
Willy: Ernährungssouveränität.
Martin: Genau, Ernährungssouveränität, großes Stichwort gerade. Wie gesagt,
Martin: können wir auch nochmal ein bisschen drüber sprechen.
Willy: Nicht ganz so begründet, glaube ich.
Martin: Absolut. Und das heißt, das ist eigentlich, also man kann darüber sprechen,
Martin: finde ich, und das funktioniert auch sehr gut, gerade mit anderen Wissenschaftlern
Martin: oder ein bisschen grün-links-verrückten Leuten und so.
Martin: Aber sobald du natürlich mit solchen Thesen dann, sag ich mal,
Martin: in die Landwirtschaft gehst, das habe ich teilweise ja gemacht,
Martin: zu Recht kriegst du da Fragezeichen oder was soll das?
Martin: Da kommt einer aus Berlin und will hier die Landwirtschaft abschaffen,
Martin: was ist das für ein Quatsch?
Martin: Es ist jetzt auch nicht irgendwie gerade ein realistisches Szenario,
Martin: würde ich mal sagen. Weißt du? Also weil, ich glaube, es gibt viel Potenziale
Martin: für die Landwirtschaft bei der Fermentation.
Martin: Und ja, vielleicht teilweise kann man auch überlegen, ob manche Höfe da irgendwie
Martin: umgerüstet werden können, dass da jetzt Bioreaktoren sind.
Martin: Für wahrscheinlicher halte ich es, dass Ausgangsstoffe aus der Landwirtschaft
Martin: für die Fermentation produziert werden.
Martin: Also das ist ja quasi eine neue Nachfrage. Also wenn man sich wieder spezialisiert,
Willy: Meinst du?
Martin: Ja, spezialisiert oder auch eben bisherige Reststoffe vielleicht auch dann doch aufgewertet werden.
Martin: Man muss ehrlicherweise aber auch sagen, das wird meistens eher im nachgelagerten
Martin: Bereich passieren, also da, wo schon verarbeitet wird.
Martin: Das heißt, also aus der Urproduktion kommt das Getreide zum Beispiel und dann
Martin: gibt es eine Sojamilchproduktion, Hafermilchproduktion oder auch ganz normale
Martin: Kuhmilchproduktion und da fallen Reststoffe an und die sind für die Fermentation
Martin: sehr interessant, weil die sehr energiedicht sind.
Willy: Also zusätzlich eigentlich.
Martin: Für die wird es gut, also ich glaube, für alle, also deswegen, es ist schon
Martin: Finde ich auch jetzt ein bisschen vielleicht Augenwischerei oder zu optimistisch
Martin: zu sagen, dass das jetzt für die Landwirtschaft nur Chancen sind und total toll,
Martin: Fermentation, oder dass auch überhaupt gar nicht da irgendwie ein Problem besteht,
Martin: sondern ja, das ist schon so.
Martin: Also wenn man jetzt natürlich da hingeht und willst Tiere, würde es Tiere damit
Martin: ersetzen, fällt die Wertschöpfung und also werden wirklich vielleicht weniger
Martin: Tiere, fällt diese Wertschöpfung logischerweise auf den Höfen weg.
Martin: Und ich würde jetzt nicht unbedingt sagen, dass sie dann bei dieser neuen Fermentation,
Martin: die dafür gesorgt hat, dass sie da dann jetzt unbedingt ein neues Geschäftsmodell finden.
Martin: Ich glaube, es finden sich neue Sachen und man muss neue Sachen machen,
Martin: die sind ja auch kreativ, die Landwirte und so weiter, aber jetzt ist bei der
Martin: Fermentation unbedingt, also dass die sich jetzt Reaktoren auf die Höfe stellen,
Willy: Ist für mich eher nicht so. Sie haben Reaktoren auf den Höfen.
Martin: Ziellos. Ja, und Biogas.
Willy: Zum Beispiel für die Silage oder für die Silage für die Fütterung etc.
Willy: Also im Prinzip passiert es ja zum Teil eh schon.
Martin: Oder? Höfe, die sowas machen, da gibt es dann vielleicht auch,
Martin: genau, es gibt auch nicht die Landwirtschaft, das habe ich auch gemerkt.
Martin: Ist ja auch erstmal so, ich komme jetzt erstmal ja auch selbst nicht ursprünglich
Martin: aus der Landwirtschaft und dann ganz natürlich schnell so und dann merkst du
Martin: natürlich, nein, es gibt nicht die Landwirtschaft, es gibt ganz unterschiedliche
Martin: Betriebe, das merkt man ja auch, die Opposition gegen diese neuen.
Willy: Die gleichen Betriebe sind unterschiedlich, die, was das Gleiche tun,
Willy: sind jeden, fragst zehn Mitbauern, jeder hat zehn verschiedene Philosophien.
Martin: Genau, Philosophien, Einstellungen auch und auch verschiedene Möglichkeiten.
Martin: Und dann hast du natürlich die tierhaltenden Betriebe, logischerweise,
Martin: die diesen neuen Sachen eher skeptisch gegenüber sind, die ja auch über die
Martin: Verbände dafür sorgen, dass es da viel Opposition gibt in der EU jetzt.
Martin: Und die Ackerbauern zum Beispiel ja weniger, logischerweise,
Martin: weil die sich weniger dadurch bedroht sind, die sehen eher vielleicht einen
Martin: neuen Absatzmarkt. Also das gibt da nicht die Landwirtschaft.
Martin: Aber wie gesagt, es ist trotzdem auch so, es wird eher im nachgelagerten Bereich interessant.
Martin: Also zum Beispiel aus der Stärkeproduktion, Zuckerproduktion,
Martin: überall fallen Sachen an, Melassen, Treber, Trester in der Saftproduktion.
Martin: Das sind eher interessante Feedstocks für die Fermentation.
Willy: Okay, aber der Boden bleibt quasi. Deswegen habe ich es ein bisschen angekündigt,
Willy: weil du vorher Gasfermentation gesagt hast.
Martin: Der Bodenweib an die Säge.
Willy: Weil bei der Gasfermentation fällt ja der Faktor Boden dann irgendwann mal komplett
Willy: weg. Dann brauchen wir den Boden dann überhaupt nicht mehr.
Martin: Ja, wobei ich halt immer, wir denken halt immer so digital, immer so eins,
Martin: also ich glaube, das wird es alles geben.
Martin: 0-1, also wie gesagt, wir brauchen es eh, also auf absehbare Sicht brauchen wir das alles.
Willy: Du schreibst ja von einer Revolution, bei einer Revolution bleibt ganz oft nichts,
Willy: so wie es vorher war. Ja, das sind ja oft so 0-1-Prozesse dann.
Martin: Oder? Deswegen wäre vielleicht das große Blummann, aber wir wollten ja auch
Martin: ein bisschen, man will natürlich auch ein bisschen auf die Kacke hauen.
Martin: Nein, aber es kann uns halt revolutionär aus diesem Problem rausbringen.
Martin: Aber ich glaube, was immer so ein bisschen unintuitiv ist, wir denken immer
Martin: so ein bisschen statisch. Man denkt dann immer, okay, der Status Quo und dann
Martin: kommt da irgendwie die Hälfte von weg.
Martin: Es geht, wie gesagt, sehr viel darum, diesen Anstieg, der noch kommen wird,
Martin: was vielen irgendwie scheinbar nicht so bewusst ist, die nächsten Jahrzehnte,
Martin: der auf jeden Fall kommen wird, den auch erstmal zu reduzieren.
Martin: Also es geht quasi um den hypothetischen Ausmaß an Fleischkonsum und so weiter,
Martin: den wir in den nächsten Jahrzehnten haben.
Willy: Das heißt, den erstmal.
Martin: Wenn wir das abflachen…
Willy: Mein Handy habe ich ausgeschaltet und habe mein Computer läutet.
Martin: Ich war schuld. Ich habe eine Liebesnachricht bekommen.
Willy: Das war jetzt übrigens der Daniel. Lieber Daniel, meine Schuld. Grüß dich Daniel.
Martin: Wir brauchen für die Natur, für die Nachrichtigkeit, es wäre schon sinnvoll,
Martin: wenn wir noch weniger Fläche nutzen als jetzt.
Martin: Wir werden aber perspektivisch noch mehr brauchen, um den Bedarf zu decken.
Martin: Es sei denn, die Leute essen plötzlich radikal weniger Fleisch,
Martin: was, wie gesagt, ich jetzt so nicht sehe.
Martin: Aber dann, das heißt, also, es geht erstmal nicht ums Abschaffen von Dingen,
Martin: die da sind, sondern es geht erstmal ums Abpuffern von dem, was auch noch passieren
Martin: wird. Das wäre schon mal ein großer Gewinn.
Martin: Und das wäre schon mal revolutionär, weil wir sonst den Karren vor die Wand
Martin: fahren, mit Klima und Biodiversität.
Martin: Und dann, wenn man diesen Peak überwunden hat, ich meine, dann ist eh wieder,
Martin: ja, dann ändern sich Berufsbilder, dann gibt es vielleicht auch weniger Landwirte.
Martin: Gibt es eh auch aus anderen Gründen, die keine Hofnachfolgen und so weiter.
Martin: Und ja, und dann ist das, dann ändert sich das.
Willy: Ich glaube, das ist ja ein bisschen die Schuld, ich weiß nicht,
Willy: ob du das bewusst provokant drauf auch ein bisschen angelegt hast,
Willy: das ist natürlich dann auch immer in der Kommunikation so, aber es ist natürlich
Willy: auch das, was das schlagende Argument,
Willy: die neue Revolution und die Fermentation löst jetzt unsere Bauern ab und die
Willy: Landwirtschaft, so wie wir sie kennen,
Willy: die hat es ja auch nicht immer so gegeben, also das ist ja der Begriff,
Willy: wenn man dann über das Thema vielleicht Natürlichkeit aber die Landwirtschaft
Willy: so wie sie ist, ist ja natürliche Produktion also kommt die aus dem Boden, ist ja natürlich.
Martin: Du hast recht, also Und in dem Kontext, es war ja auch so ein bisschen eine
Martin: Idee, also es kommt ja so, es gibt ja die grüne Revolution und die,
Martin: genau wie du sagst, also die Landwirtschaft, die wir heute haben,
Martin: wird dann immer gern so getan, als wäre das ja auch schon ewig alles so.
Martin: Die war selbst ja auch eine Revolution. Und dieser große Umbruch in der Landwirtschaft,
Martin: der ist ja eigentlich schon passiert.
Martin: Also es wird ja jetzt manchmal so auch an die Wand gemalt, diese neuen Sachen,
Martin: oh Gott, jetzt bedroht das so unseren Status Quo.
Martin: Es arbeiten jetzt schon kaum noch Leute prozentual in der Landwirtschaft.
Martin: Also es hat sich alles schon in der Industrialisierung der Landwirtschaft extremst geändert.
Martin: Das heißt, und jetzt wäre das dann in der Logik von diesen Revolutionsthemenologie,
Martin: die ich da nutze, die nächste Revolution. und dann zu sagen,
Martin: okay, und jetzt wird radikal diese Flächennutzung reduziert.
Martin: So kann man vielleicht denken, dass man sagt, erstmal war quasi vorher eine
Martin: sehr kleinteilige, unproduktive Landwirtschaft, dann hat man eine Flurbereinigung,
Martin: also Felder zusammengelegt, ganze Hecken und den ganzen Krams weg,
Martin: der da stört, das für die Erträge und hat es hochindustrialisiert und braucht
Martin: viel weniger Leute, die viele, viele Leute ernähren, was eine krasse Revolution war.
Martin: Darf man auch nicht, finde ich, überhaupt nicht schlecht reden.
Willy: Ja, vor der Neolithischen Revolution hat es keine Landwirtschaft im klassischen
Willy: Sinn ergeben, also das ist eine Befrage, wie weit es trug schaust.
Martin: Genau, und nach zurück, da war auch eine Revolution und dann wäre das schon,
Martin: das war schon meine Grundidee, dann die nächste Revolution, also wir entwickeln uns von...
Martin: Haben wir uns von Jägern und Sammlern zu Ackerbauern und Viehhaltern und dann
Martin: wären wir eben Brauer. Es gibt jetzt auch schon Brauer,
Willy: Aber es wird dann fast alles... Schöne mal die menschliche Entwicklung.
Martin: Ja, ich hab tatsächlich auch mal das mit, hab das mal so nachzeichnen lassen
Martin: von einer KI, diese typischen, ne, also Aufrichtergang, kennst du ja dieses
Martin: Aufrichtergang, diesen Duenten.
Martin: Vom Affen, oder? Genau, genau. Bis zum Ding? Genau, da kommt mit Fein und Bogen,
Willy: Und dann kommt, ja.
Martin: Das hab ich nicht, Fein und Bogen, dann hier mit der Sense oder so,
Martin: also Ackerbau, und dann halt einen Brauer dahinter machen lassen.
Martin: Und das zeige ich jetzt manchmal beim Vortrag gestern auch.
Willy: Degersammler, Bauer, Brauer.
Martin: Genau. Und wäre schon so eine Vision. Und ich meine, jetzt mal losgelöst davon,
Martin: dass man natürlich irgendwie versucht, jetzt Leute da nicht total vom Kopf zu
Martin: stoßen, wenn man das jetzt mal außen vor lässt, dann könnte man das schon sagen.
Willy: Ich frage mich, das kann man glaube ich schon machen. Charmant,
Willy: wenn man sich charmant vor den Kopf stößt, weil im Prinzip, hast du ja recht,
Willy: die Landwirtschaft hat vor der Grünen Revolution, also du meinst jetzt Haber-Post-Synthese
Willy: etc., alles, was halt so quasi nach dem zweiten Weltkrieg gekommen ist,
Willy: hat sich ja massiv verändert.
Willy: Die Höfe haben sich völlig verändert. Das kann man sagen, das ist gut,
Willy: das ist schlecht, das kann man bewerten. Es ist, wie es ist.
Willy: Aber es war eine Veränderung. Und wenn du schaust, 1950 hat es,
Willy: glaube ich, 400.000 Höfe gegeben in Österreich ungefähr.
Willy: Jetzt sind wir bei inzwischen wahrscheinlich schon unter 100.000 rein landwirtschaftlichen Betrieben.
Willy: Zwölf Betriebe haben jedes Jahr zugespielt seit 1950. Das ist eine krasse Zahl
Willy: eigentlich, wenn du dir das vorstellehst.
Willy: Also mega Veränderung. Und wer sagt, dass, auf das will ich eigentlich hinaus
Willy: und kein Co-Referat halten,
Willy: der gegenwärtige Zustand, den wir halt kennen, ist unser Normal,
Willy: weil wir in den reingeboren worden sind, aber es hat, als Landwirt genauso wie
Willy: als Städter oder sowas, wer sagt, dass das immer so sein muss?
Willy: Man hätte gern so und man hält natürlich an dem fest, was man kennt,
Willy: das ist ja völlig verständlich.
Martin: Grundrecht oder irgendwie eine...
Willy: Es gibt kein Grundrecht auf keine Veränderung. Ganz genau, ja.
Willy: Also im Prinzip, die Frage ist halt, ist das eine realistische Veränderungsperspektive? Jetzt aber,
Willy: Vom Bauer zum Brauer.
Willy: Glaubst du, wird diese speziell, wir kommen ja dann erst auf die Präzisionsfermentation,
Willy: aber ich glaube, wir sind jetzt bei dieser Biermassefermentation irgendwie hängen
Willy: geblieben, bei der irgendwie doch sehr wichtig ist.
Martin: Ja, und die, die auch diese Nähe zur Landwirtschaft oder zur Produktion,
Martin: wie wir sie kennen, auch hat, also sehr glaubwürdig.
Willy: Am ehesten Anschlussfähig, das kann man wieder bei Identität,
Willy: wahrscheinlich anschlussfähig von den Produkten her ist, auch innerhalb einer
Willy: eher konservativen oder skeptischen Bevölkerungsgruppe.
Willy: Mit dem kann ich zumindest irgendwas anfangen.
Martin: In beide Richtungen, glaube ich. Also Produktion und Konsum.
Martin: Genau, ich glaube, das ist schon realistisch, die Transformation.
Martin: Es ist immer die Frage, ob es dieselben Leute sein werden.
Martin: Und der Arbeitsmarkt ist ja nie ein Nullsummenspiel. Und wie gesagt,
Martin: jetzt gibt es auch schon Bauern, die keine Hofnachfolge haben und Leute machen verschiedene Berufe.
Martin: Also es ist ja auch so, warum muss der Bauer, die Bäuerin, die jetzt muss dann
Martin: ja auch nicht unbedingt Brauerin werden. Also die gibt es dann und die verschwinden.
Martin: Aber die Menschen verschwinden hier nicht, sondern die gehen in Rente und es kommt gerade nach.
Martin: Der Arbeitsmarkt verändert sich immer.
Willy: Da bestehen natürlich Ängste auch.
Martin: Es bestehen Ängste und ich habe meine Erfahrung jetzt gerade aus den letzten
Martin: zwei Jahren, wo ich dann ja mit diesem Buch auch viel unterwegs gewesen bin und so.
Martin: Und eben auch die Landwirtschaft, also das noch viel mehr mitbekommen habe,
Martin: wie gesagt viel Gegenwind, aber wenn du dann mit den Leuten redest,
Martin: sind die ja auch alle total bereit und interessiert und ich habe auch mal gemerkt,
Martin: umso weit du runter gehst, ich sage mal so von der Verbandsebene,
Martin: vom großen bis auf die einzelne menschliche Ebene, also bis zu den Landwirten
Martin: selbst, da ist das alles viel differenzierter und da kriegst du halt auch mit,
Martin: die Leute sind halt einfach, der Grund dafür ist, die Leute sind extrem unter Druck,
Martin: die sind in einer krassen Klemme, die Landwirte, die sind einfach,
Martin: du triffst quasi auch Leute, die sowieso schon nicht besonders entspannt sind,
Martin: also das Menschen total meistens, meisten Leute sehr viele neue Freunde auch
Martin: gewonnen und so, aber die sind einfach beruflich, dieser Berufsstand hat krasse Probleme, ja und
Martin: jetzt kommt dann auch noch einer um die Ecke und erzählt da irgendwas mit
Martin: wir brauchen eigentlich die Landwirtschaft gar nicht und dann platzt das hab
Martin: ich irgendwann so gemerkt, das ist jetzt gar nicht so, du triffst nicht auf
Martin: einen entspannten Menschen unbedingt, der dann plötzlich auf 180 ist,
Martin: weil ich das dem erzähle, sondern da ist, das ist so der letzte Tropfen,
Martin: der da noch kommt, ne die haben ihre großen Kredite, die haben das Gefühl irgendwie Gesellschaft
Martin: Wertschätzt sie nicht.
Martin: Sie haben irgendwie den Handel, den Einzelhandel, der sie in der Zange hat.
Martin: Die haben geringe Margen und so weiter. Das ist alles schwierig.
Martin: Und dann kommt noch jemand und sagt, ach, wieso nicht Veggie-Burger?
Martin: Dann sagen die, ja, leck mich doch.
Willy: Aber so richtige Lösungsperspektive, du hast ja auch gesagt,
Willy: du glaubst eher, dass das sogar noch in einem zusätzlichen nachgelagerten Bereich
Willy: für Reststoffe sich der Bereich eher ansiedelt und dass Landwirtschaft einfach
Willy: mit Grund und Boden einfach Rohstoffe produziert weiterhin.
Willy: Aber nicht jetzt quasi Teil dieser Aufsaug.
Martin: Diese So extrem würde ich es nicht sagen, also genau, also du hast gerade in dem Spektrum
Willy: Du bist Extremist.
Martin: Auf der Seite von der traditionellen Fermentation und auch noch teilweise Biomassefermentation
Martin: glaube ich schon, also Fermentation ist einfach eine Verarbeitung eine Veredelung,
Martin: ja, im Prinzip und natürlich kannst du
Martin: auf deinen Höfen deine eigenen Sachen fermentieren und in einem Hofladen verkaufen.
Martin: Oder du kannst Biomasse, Fermentation natürlich auch selbst irgendwie angehen.
Martin: Was ich nur gemerkt habe ist, ich weiß nicht, wie realistisch das ist,
Martin: weil ich treffe einfach auf Landwirtinnen und Landwirte, die mir sagen,
Martin: du, wir sind jetzt schon,
Martin: wir machen schon vieles und noch mehr Diversifizierung ist jetzt nicht gerade
Martin: was, was wir gerade irgendwie so vorhaben, weil wir haben schon den Riesenkredit
Martin: für den Stall, wir probieren gerade vielleicht auch neue Kulturen aus.
Willy: Ja, direkt von Masse auf Manor, der Hoflotten wird gerade gebaut.
Martin: Das kann man irgendwie machen, aber wenn du dann halt auch genauer hinguckst,
Martin: das würde das bedeuten, allein schon selbst zu fermentieren,
Martin: also jetzt irgendwie einfach eingemachte Gucken und so weiter,
Martin: da brauchst du eine Reihenküche, brauchst du irgendwelche Lebensmittelstandards,
Martin: du kannst nicht einfach mal so machen.
Martin: Also auch das wäre dann wieder neue Regeln einhalten und so,
Martin: also die sind hochreguliert jetzt schon.
Martin: Das heißt, ich bin einfach bisher nicht auf Leute getroffen,
Martin: die einfach sagen, oh ja, das ist eine geile Idee.
Martin: Ah, ich habe hier den und den Rohstoff, ich baue hier so einen Bioreaktor.
Martin: Sondern eigentlich wirklich, und das, weißt du, so gehe ich eher vor,
Martin: ist ein bisschen empirisch.
Martin: Ich habe viele, viele Landwirte dazwischen getroffen und ich merke eher,
Martin: also theoretisch tolle Sachen, aber in der praktischen Situation,
Martin: in der sie sich im Moment befinden, eher so nein, weil die haben andere Sachen zu lösen.
Willy: Aber ich denke jetzt gerade zum Beispiel an einen deutschen Bauern,
Willy: bei dem ich schon war, der hat einfach die Biogasproduktion im Prinzip.
Willy: Das ist ein großer, kontrollierter Prozess, der grundsätzlich nicht zu seinem,
Willy: natürlich auch problematisch, wenn dann die Gaspreise wieder einbrechen und
Willy: die Förderungen wieder gestrichen werden und dann auf einmal das ganze Business-Modell
Willy: wieder nicht funktioniert.
Willy: Aber grundsätzlich ging es doch schon.
Willy: Ich kann ja quasi dann zubauen.
Willy: Die Frage ist, bin ich groß genug, dass ich quasi meine Produktion mit ausreichend
Willy: Rohstoffen beliefere oder halt im Verbünden denken. Weil früher war ja,
Willy: Also die Bäckerei und die Brauerei, die waren ja nebeneinander,
Willy: wenn es nicht das garand war, wenn es das Ausgangsprodukt war oder sowas.
Willy: Siehst du da auch eher wieder sowas in diesen...
Martin: Es sind halt nicht so die Logiken, die im Moment, wir sind jetzt großgalig.
Martin: Ich glaube, ja, natürlich, wie gesagt, die Landwirte sind ja auch immer,
Martin: die haben ja wirklich, finde ich, zu Unrecht irgendwie bei vielen in der Gesellschaft
Martin: einen schlechten Ruf und haben auch manche Spieler dafür gesorgt,
Martin: auch gerade aus dem NGO-Bereich.
Martin: Wenn man dann auf die Leute trifft, du merkst, das sind ja sowieso schon extreme
Martin: Problemlöser die ganze Zeit.
Martin: Und das sind ja auch, denen gehört das ja alles, das wird ja auch mal so ein
Martin: bisschen vergessen, das ist ihr Boden, weil ja manche sagen,
Martin: die machen alle die Böden kaputt zum Beispiel.
Martin: Naja, ist das wirklich so? Die Landwirte gehört, das ist deren Kapital,
Martin: der Boden, die werden schon gucken, dass er, also die sind schon,
Martin: die sind die ganze Zeit am Problemlösen, also ich glaube an sich haben die die
Martin: Voraussetzungen dafür, dann auch auf sowas einzugehen, ich habe nochmal das
Martin: Gefühl, die sind gerade eh schon die meisten zumindest, dass die sagen,
Martin: weil natürlich brauchst du dann, du musst dich darüber informieren,
Martin: du musst jetzt, da müssen die Regularien noch erstmal vielleicht so sein,
Martin: bei der Biogas, du bräuchst irgendeine Art von Förderung oder so,
Martin: irgendeine Art von, es funktioniert ja alles nur noch in irgendwelchen politischen
Martin: Regularierungsframeworks, irgendwie sonst, also du kannst ja,
Martin: das höre ich auch von vielen Landwirten, mehr Freiheit wäre natürlich da schon
Martin: toll, also gerade die, die was machen wollen, scheitern ja oft daran,
Martin: dass es dann irgendwie nicht geht, weil du bist in der Klemme,
Martin: du bist vielleicht kein Ökobauer, dann kannst du das nicht machen,
Martin: kriegst du die Förderung nicht,
Martin: das ist einfach schwierig und wenn jetzt noch was kommt mit der Fermentation,
Martin: also wäre super, geht theoretisch, aber ich glaube einfach, die Umstände geben
Martin: es halt leider nicht her, also da müsste man halt dran, aber ich glaube,
Martin: da müsste man sowieso an einiges dran, gerade in Landwirtschaft und
Martin: Dann wäre sowas halt auch möglich. Genau, ich habe einfach noch mehr Verständnis
Martin: für die Landwirtschaft auch bekommen, so in den letzten zwei Jahren,
Martin: weil ich den Leuten immer diese Evolution so ins Gesicht gedrückt habe und dann
Martin: ergeben sich natürlich auch Gespräche und dann merkst du halt,
Martin: naja, manches ist eben doch auch natürlich
Martin: theoretisch möglich und in der Praxis dann irgendwie schwierig.
Martin: Und es wäre natürlich super, alle mitzunehmen
Martin: und merkst ja auch irgendwie, es ist was, was ich vielleicht auch gut fände
Martin: oder machen wollte, aber irgendwie sehe ich es noch nicht in den momentanen Umständen.
Willy: Ich finde es spannend, dich nämlich auch so ein bisschen politisch oder wie man das sagen will,
Willy: gesellschaftspolitisch auch zu verorten, weil du ja durchaus,
Willy: und deswegen habe ich am Anfang gefragt, warum gerade Urs Nigli das Vorwort
Willy: geschrieben hat, der passt ja auch ein bisschen zu dir,
Willy: weil du durchaus auch teilweise gerne kontroverse Positionen einnimmst,
Willy: aber begründet, zumindest du begründest sie,
Willy: diese Mikro, oder diese Reaktoren oder diese Braukessel brauchen sehr, sehr viel Energie.
Willy: Und wenn man darüber redet, wie viel Energie die brauchen, dann ist das eigentlich
Willy: immer das, ob es nachhaltig ist oder nicht, kippt er meistens mit dem Energiemix.
Willy: Zumindest liest man das immer wieder.
Willy: Und eine deiner Positionen, die du in diesem Zusammenhang bringst,
Willy: ist ja auch, du strittst ein für Atomenergie. Oh Gott.
Martin: Ja, dreht er ein? Ist das so extrem?
Willy: Das ist schon so wahrgenommen in der Recherche, dass du sagst,
Willy: es ist, wenn man darüber wenn man nachdenkt, konsequent nachdenkt,
Willy: wo so eine Grundauslastung für Strom, weil das Problem bei den Neubaren ist,
Willy: sie sind halt nicht immer da.
Willy: Du brauchst irgendwie so eine Grundstromversorgung, um diese Energie auch bereitzustellen.
Willy: Und irgendwo, zumindest habe ich das in der Recherche, du kannst nicht mehr
Willy: bitte widersprechen, dass das für dich Atomenergie ein gangbarer Weg war.
Martin: Genau, ich muss da ein bisschen ein Disclaimer machen. Die Sache ist,
Martin: ich betrete da auch ein Feld, wo ich kein Experte bin.
Martin: Also ich habe nur gemerkt, ich habe auch damals mit MGH, da bringe ich es jetzt rein oder nicht.
Martin: Ich habe aber gedacht, es ist irgendwie inkonsequent, das nicht reinzubringen,
Martin: weil genau wie du sagst, die Frage bleibt halt offen am Ende.
Martin: Okay, es braucht die Energie und dann bist du irgendwie dann auch eine Antwort.
Martin: Deswegen haben wir geschrieben,
Willy: Da machst du einen riesen Sack auf mit dem Thema.
Martin: Ja, ja, und das habe ich am Ende noch gesagt, ich mache das jetzt noch und der
Martin: Verlag hat irgendwie auch nichts oder hat es nicht gesehen, weiß nicht.
Martin: Aber ich habe gesagt, komm, das mache ich jetzt auch noch. Ich meine,
Martin: es ist auch schon Gentechnik drin, aber es ist ja auch schon irgendwie,
Martin: aber genau, dann halt auch Atomeinigung.
Willy: Das war wie Nigel dann mit Gentechnik kommen. Das ist irgendwie so,
Willy: es kommt eher mit der Atomeinigung. Das ist so.
Martin: Naja, also es hat verschiedene Gründe. Mal kurz zur Herleitung,
Martin: warum ich überhaupt auf mich drauf komme. Wir haben...
Martin: Mit unserem Verein Ökoprok, ökoprogressives Netzwerk, wir sind ernährungsfokussiert,
Martin: Landwirtschaft, Pflanzenzüchtung.
Martin: Wir haben vor ein paar Jahren mit anderen NGOs, auch so lauter kleinen,
Martin: die ein bisschen ähnlich ticken, zumindest so von ihrem...
Willy: Ökoprogressiv.
Martin: Ja, irgendwie ökoprogressiv.
Willy: Was ist das?
Martin: Also auf dem Rücken steht, Nachhaltigkeit, aber ohne früher war alles besser.
Martin: Also das fasst zumindest zusammen.
Martin: Wir sind schon so grüne Nerds ein bisschen. also ich weiß nicht,
Martin: dass die alle grün wählen, aber so ein bisschen vom Image her, irgendwie so
Martin: Weltenverbesserer und Rinnen und kommen viele aus der Biologie,
Martin: aus der Wissenschaft, alles grüne Recher.
Willy: Sie hängen alles zusammen, das ist schön, wunderbar.
Martin: Und haben halt irgendwie gesagt, wir kommen jetzt zur Wissenschaft,
Martin: wir wissen, okay, es gibt zum Beispiel Biotechnologie,
Martin: grüne Gentechnik, soll ich sagen, und kannst du viel mehr machen,
Martin: lernst du dann auch, oh, das ist möglich, das ist möglich, und dann gehst du
Martin: raus aus der Wissenschaft, aus den Unis, und dann siehst du,
Martin: okay, jeder hasst grüne Gentechnik.
Martin: Kannst dann mit niemandem kommen in deinem Umfeld und auch die ganzen Umweltverbände
Martin: finden das einfach nur des Teufels und du merkst einfach, es passt irgendwas nicht.
Martin: Wie gesagt, wir müssen irgendwie diese Lücke schließen in der Zivilgesellschaft.
Willy: Du hast eine Ideologie verbracht dahinter, oder?
Martin: Ja, wobei wir auch mit dem Ideologie immer so ein bisschen vorsichtig sind,
Martin: weil wir sagen, okay, also zumindest Ideale hat irgendwie jeder.
Martin: Wir sagen ja auch, wir wollen Nachhaltigkeit, wir wollen irgendwie,
Martin: dass es weniger Naturzerstörung ist, wir wollen, dass es den Menschen gut geht oder so.
Martin: Das ist ja auch erstmal, könnt ihr auch sagen, ich will, dass Leuten schlecht geht oder so.
Martin: Das ist ja erstmal nicht eine quantifizierte, oder keine empirische Geschichte,
Martin: aber dann sagst du, wie kommen wir da hin, das sollten wir irgendwie wissenschaftlich
Martin: machen, wie erreichen wir es am besten und wenn dann eine Methode wenig Risiken
Martin: hat und viele Chancen, sollten wir die nutzen. Das ist unser Schluss.
Martin: Gentechnik erfüllt diese Kriterien laut der Wissenschaft und das geht ja völlig
Martin: konträr der gesellschaftlichen Einstellung und auch dem, was die Politik macht.
Martin: Weil sehr erfolgreich, muss man sagen, gegen Gentechnik agitiert wird schon
Martin: lange und das ist einfach wirklich, hat keinen wissenschaftlichen Grund und Boden.
Martin: Und da haben wir uns halt reingehängt. dann haben wir gesagt,
Martin: komm, das machen wir und machen da quasi einen Verein draus und ähm,
Martin: War auch sofort ein USP als NGO, weil natürlich, okay, was ist das denn?
Martin: Und wir haben ganz gut Aufmerksamkeit bekommen. Und als dieser Verein haben
Martin: wir diesen großen Verein WePlanet mitgegründet.
Martin: Und viele von diesen anderen europäischen Vereinen, besonders Skandinavien, aber auch Belgien,
Martin: UK, Polen, die sind alle eher auch auf Energie, nicht nur, aber auch auf Energie
Martin: fokussiert und eigentlich alle pro Nuklear, also pro Atomkraft.
Martin: Das war für uns da irgendwie auch so neu.
Martin: Das war was, wo wir dann gemerkt haben, das ist irgendwie dann außerhalb von unserer Komfortzone.
Martin: Aber einfach, weil wir auch gar keine Energieleute sind. Also wir sind alles
Martin: eher aus der Biologie, vielleicht Agrarökonomie, Ökonomie.
Martin: Und also das ist was, auch weiterhin so, was wir nicht abdecken als Thema,
Martin: weil wir einfach keine Expertise haben.
Martin: Weil wir einfach sagen, okay, wir machen das ja mit dieser Landwirtschaft,
Martin: Gentechnik, Ernährung und so weiter, weil wir das Gefühl haben,
Martin: wir haben schon Expertise.
Martin: Wir kommen aus der Wissenschaft, kommunizieren dazu und haben da was zu sagen
Martin: und das ist auch irgendwie fundiert.
Martin: Bei der Energie haben wir das erstmal nicht. Dieser große Verein macht das aber,
Martin: dadurch habe ich relativ viel Input und Schnittstellen zu diesem Thema bekommen
Martin: und habe immer gemerkt, irgendwie ist das auch total abgefahren.
Martin: Das ist eigentlich doch ähnlich wie bei Gentichik.
Martin: Zumindest ist es nicht so schwarz-weiß, wie wir es auch da haben.
Martin: Und dann habe ich gemerkt, hier, habt ihr auch mit vielen Leuten gesprochen, wie ist das denn?
Martin: Regenerative Energien, Bioreaktoren, weil ich dann immer gemerkt habe, Bioreaktoren,
Martin: Brauerkessel, Brauenstrom, Brauen elektrischer Energie und Und dann habe ich
Martin: erst gedacht, ist das vielleicht sogar gut mit volatilen, regenerativen Energien,
Martin: weil du die ja relativ einfach hoch und runter fahren kannst, rein theoretisch.
Martin: Habe dann aber mit Leuten gesprochen, die diese so Dinger betreiben und sowas.
Martin: Und die meinten halt eher, naja,
Martin: ja kannst du schon, aber es wird halt eigentlich keiner machen wollen.
Martin: Weil es total, also für die Wirtschaftlichkeit ist es natürlich blöd.
Martin: Du willst die Dinger laufen lassen und du hast teuer investiert und dann sollen
Martin: die natürlich das Geld reinholen, amortisieren. Das heißt, du ballerst natürlich
Martin: die ganze Zeit und nee, eigentlich wirst du keine Schwanken machen.
Martin: Deswegen kam ich auf die Idee, naja, vielleicht ist es dann zumindestens doch
Martin: vielleicht eine Kernkraft oder irgendwie eine Idee.
Martin: Da war ja noch mehr so auch die Idee, vielleicht manche nicht abzuschalten oder
Martin: zu reaktivieren. Jetzt Neubau ist ja nochmal eine andere Frage.
Martin: Deswegen kam das mit rein.
Martin: Aber ich kann jetzt nicht sagen, weil ich nicht genug Expertise habe,
Martin: ob du das nicht einfach durch Speicher erreichen kannst.
Martin: Das ist was, wo ich jeden Tag eine andere Meinung zu habe und anderen Input. Ich weiß es nicht.
Willy: Aber so geht es durch fast allen Themen, dass ich eigentlich bei überhaupt kaum
Willy: Thema, bei mir ist wahrscheinlich jedes Thema,
Willy: habe ich nicht so viel Input, um wirklich jetzt eine valide,
Willy: und dann reicht es doch, wenn irgendeine prominente Gegenstimme sagt,
Willy: das glaube ich nicht, das ist
Willy: anders, und schon ist ein Dritter schwer verunsichert, was ist erst vor.
Willy: Und wir in Österreich, du bist ja hier Personen an Gratter spätestens seit jetzt,
Willy: nämlich aus proaktiv für Kernenergie und pro Gentechnik in einem Land wie Österreich,
Willy: wo Gentechnik nichts verloren hat und wo man Zwentendorf, wenngleich auch knapp
Willy: uns dagegen entschieden hat, und unser Reaktor ist ein Museum,
Willy: wo du reingehen kannst und schauen, was passiert war.
Willy: Aber im Prinzip, die Angst bei Gentechnik ist, erstens mal ist es ein diffuser Begriff.
Willy: Rene Schröder war bei uns schon im Podcast und eben der Urs Nikli.
Willy: Und Gentechnik ist eine Gentechnik. Das kann sein von zufälliger Mutation bis
Willy: hin zu ganz gezielten Ein- und Ausschalten von einzelnen Funktionen.
Willy: Das ist ja auch schon einmal ein sehr differenzierter Begriff.
Willy: Und wir haben eine sehr diffuse Angst auch hier vor den Langzeitfolgen.
Willy: Wann nicht das jetzt ist, kann es schon passieren, weil wir wissen es ja nicht,
Willy: dass wir vielleicht in 20 Jahren dann auf einmal, keine Ahnung,
Willy: herhandeln kriegen oder sonst irgendwas.
Willy: Und bei Atomkraft ist es ähnlich. Wir haben das Endlager-Ding nicht gelöst,
Willy: aber die Angst ist auch sehr viel vor den Spätfolgen.
Willy: Plus ganz viele andere Themen, die wir jetzt nicht diskutieren müssen,
Willy: aber es hat einen ähnlichen Grund.
Willy: Angstmechanismen auch, ne?
Martin: Genau, total, noch in der Kommunikation und es hat auf jeden Fall sehr viele
Martin: Ähnlichkeiten. Es ist dann teilweise doch noch ein bisschen anders.
Martin: Es gibt ja jetzt keine Genbombe zum Beispiel. Es gibt nicht das Äquilat und
Martin: kein Reaktorunfall und sowas.
Martin: Deswegen würde ich schon noch sagen, es ist noch eindeutiger bei Gentechnik,
Martin: Biotechnologie, weil es da einfach, also die gibt es ja auch schon lange jetzt
Martin: und die wird ja auch viel angewendet und Südamerika zum Beispiel und wo sind die ganzen, also
Martin: Also es gibt immer Sachen, die irgendwie passieren, aber es hat jetzt einfach
Martin: wenig Risiken und wir züchten immer schon Pflanzen, pipapo.
Martin: Da ist die Kernkraft schon auch nochmal anders, würde ich sagen,
Martin: aber wie gesagt, ich stecke nicht genug drin. Also ich lehne mich immer,
Martin: wenn ich darüber rede, lehne ich mich total aus dem Fenster.
Martin: Ich merke nur einfach, wie du sagst, man kann es oft nicht wissen,
Martin: man hat einfach nicht die Zeit, sich über alles zu informieren und alles zu
Martin: wissen und dann vertraut man auch einfach Leuten, wo man das Gefühl hat,
Martin: der hat irgendwie Ahnung. Was anderes kannst du nicht machen.
Willy: Institutionen, im Fall der Gentechnik. Wem vertraut man denn?
Willy: Das Vertrauen in die Institutionen, das fehlt dir auch gerade wieder.
Martin: Ja, und bei der Gentechnik finde ich es aber relativ einfach.
Martin: Du hast die ganzen nationalen Akademien der Wissenschaften, in allen Ländern,
Martin: die alle Statements rausgebracht haben, die sehr, sehr ähnlich sind,
Martin: die alle sagen, wir haben es uns alles angeguckt, teilweise Jahrzehnte mit der
Martin: klassischen Gentechnik.
Martin: Da ist nichts, das macht das einfach. Selbst die klassische.
Martin: Wir sprechen jetzt ja nicht mehr über CRISPR, was ja noch weniger invasiv ist, sage ich mal.
Martin: Selbst die klassische Gentechnik, die transgen ist, selbst da gibt es keine
Martin: Hinweise darauf, dass das jetzt irgendwie was gefährliches ist.
Willy: Und ich höre jetzt schon wieder einige aufstellen. Da schützt man es gerne rein.
Martin: Also diese Diskussion, da sind wir relativ firm und das funktioniert sehr gut über unseren Verein.
Willy: Und die andere haben sie ein bisschen gebt, oder?
Martin: Genau, und da haben wir auch einfach selbst kein Statement für.
Willy: Experten werden gesucht für das
Willy: Ökoprogressives Netzwerk. Ökoprogressives Netzwerk und für WePlanet, oder?
Martin: Ja, für WePlanet. Und das ist halt das Ding, deswegen bin ich da von meiner
Martin: Anti-Haltung gegenüber Atomkraft so ein bisschen abgerückt.
Willy: In eine Zweifel oder Fragende oder wie? Ja, es sind Experten.
Martin: Also wir haben wirklich gute Leute da, das sind Leute, die sind,
Martin: also wir finden zum Beispiel auch mehrere, die haben einfach Ahnung,
Martin: die erklären dir das, die geben dir eine Präsentation darüber,
Martin: über die Kernkraft und du merkst einfach so, ja stimmt eigentlich.
Martin: Endlagerfrage zum Beispiel, vielleicht eine ganz kurz, ich will gar keine Atomkompulierung,
Martin: ich will keine Atomkraftdiskussion führen, weil ich wie gesagt der Falsche dafür
Martin: bin, aber Endlagergeschichte hab ich auch schon gemerkt,
Martin: ähnlich dann doch wie bei der Gentechnik, dass du, da hast du Kriterien,
Martin: das sind ja erstmal irgendwie gesetzt, was erfüllt werden muss für ein Endlager.
Martin: Und dann findest du keins.
Martin: Woanders, wenn du dann guckst, wie die ihr Endlager gestalten,
Martin: in Skandinavien oder so, gut, die haben auch andere Voraussetzungen.
Willy: Inlandweist, ja.
Martin: Kommst du einfach rein. Wir haben ein Video von WePlanet, was ich sehr eindrücklich fand, aus England.
Martin: Damals sind zwei von uns da unterwegs, die umarmen da den Atommüll,
Martin: grob gesagt, da ist er einfach in großen Zylindern in so einer Halle.
Martin: Ist der Atommüll. Und die sind einfach da rumgelaufen.
Martin: Der wird demnächst dann mit den neuen Reaktoren dann wohl auch wieder als Fuel
Martin: genutzt. Also der ist auch einfach noch, im Prinzip ist das auch nicht nur Müll.
Willy: Wir strahlen noch genug.
Martin: Das heißt, da gibt es scheinbar schon auch zumindest
Martin: ähnlich wie bei der Gentechnik. Wir haben uns da sehr hohe Standards bei irgendwas
Martin: gesetzt, die wir nicht mehr erfüllen können. Das will natürlich keiner bei sich haben.
Martin: Aber das ist kein Naturgesetz. Wir könnten das wahrscheinlich schon irgendwo
Martin: lagern, aber einer müsste halt damit leben, dass es da irgendwie dann da ist.
Martin: Und weiß ich nicht, vielleicht gibt es auch eine Wahrscheinlichkeit,
Martin: damit irgendwas passiert.
Martin: Aber wenn du natürlich null Risiko forderst bei Sachen, ist nicht erfüllbar.
Martin: Und das ist schon ähnlich wie bei Gentechnik. Weil dieses, da ist ja die Idee,
Martin: dass du sagst, naja, erstmal muss man nachweisen, jahrzehntelang,
Martin: dass nichts passieren kann.
Martin: Und wenn man dann mal überlegt, das bei anderen Sachen zu machen,
Martin: das machen wir nirgendwo. Das ist eine verrückte Idee.
Martin: So funktioniert das nicht. Da würde gar kein Fortschritt passieren.
Willy: Jetzt sind wir bei der Definition von öko-progressiv ein bisschen.
Willy: Also diese, ist euch Europa zu langsam geworden?
Martin: Ja, genau, zu langsam schon. Die Frage ist immer, was sind die Gründe?
Martin: Es wird bei diesem Gentechnik zum Beispiel immer gern von Deregulation gesprochen.
Martin: Es wird mal gern so getan, als wäre jetzt ein Dammbruch durch diese neue Regelung.
Martin: Oh Gott, jetzt wird alles passieren. Büchse der Pandora-Narrativ.
Martin: Die Wahrheit ist halt eine andere. Es ist ein Kontinuum. Wir machen Sachen schon
Martin: ständig. Wir verändern ständig Gene von Pflanzen auf verschiedene Arten.
Martin: Jetzt halt gezielter. Am Ende kommt es immer auf die Eigenschaften der Pflanzen an.
Martin: Das heißt, ein Argument ist immer zu sagen, guckt euch reguliert.
Martin: Die Eigenschaften der Pflanzen und nicht die Methode, mit der die DNA verändert wird.
Martin: Weil man muss sich auch bewusst machen, CRISPR ist nicht die letzte Innovation.
Martin: Es wird jetzt weitergehen. Da kommen immer neue Sachen, womit vielleicht gezüchtet wird.
Martin: Und wenn man jetzt bei jedem neuen Werkzeug, wie die DNA verändert wird,
Martin: Jahrzehnte oder jetzt sind es zehn Jahre ungefähr, das geht nicht.
Martin: Das machen wir bei anderen Sachen auch nicht.
Martin: Deswegen könnte man vielleicht eher dazu hinkommen, dass man eben die Produkte reguliert.
Martin: Das hat jetzt nicht ganz, klappt
Martin: jetzt nicht ganz und jetzt gibt es einen Kompromiss irgendwie dazwischen.
Martin: Andere Länder machen das eher, die sagen, okay, wir können einfach nicht,
Martin: du kannst, du hast kein regulatorisches Werkzeug, was flexibel genug ist,
Martin: dass du mit diesem ständigen Fortschritt umgehen kannst, indem du dann diese
Martin: Methoden, weil das muss ja auch erstmal die Politik irgendwie verstehen, was da passiert.
Martin: Deswegen lieber das Endprodukt, die Risiken und die Chancen vom Endprodukt bewerten.
Martin: In die Richtung denken wir halt auch, Vorsorge ist wichtig, es muss alles sicher sein, absolut.
Martin: Wird dann oft dargestellt, dass wir da dagegen wären, das ist absolut nicht
Martin: der Fall. Das ist sehr toll in Europa, dass wir so...
Willy: Unsere Vorsorge bezieht gleich zum angloamerikanischen, machen wir mal und wann
Willy: was passiert, da regulieren wir es.
Martin: Wobei da auch mal so ein bisschen als ob die jetzt gar keine Vorsorge haben,
Martin: das ist auch mal so ein bisschen falsch dargestellt, aber genau.
Martin: Das ist super, es muss noch schneller gehen. Wie du sagst, wir sind zu langsam
Martin: und das hat seine Gründe, warum das so langsam dauert.
Martin: Da wird gerade viel dran gemacht, auch bei Novel Food, wenn man wieder zurückkommt zum Thema.
Martin: Auch die EFSA ist sehr langsam, sehr intransparent für die Startups,
Martin: die da ihre Lebensmittel irgendwie zulassen wollen.
Martin: Da wird gerade versucht, das zu reformieren. Das muss schneller gehen,
Martin: weil, noch mal ganz kurz nur dazu, Vorsorge aus unserer Sicht eben nicht nur bedeutet, ähm,
Martin: Dinge zu verlangsamen und zu verhindern, weil die Risiken haben,
Martin: sondern du musst ja auch sehen, diese Innovationen können ja auch zur Verbesserung beitragen.
Martin: Das heißt, die zu verhindern ist ja auch Antivorsorge. Also Vorsorge ist ja
Martin: auch sowas, ist ja immer eine Balance, Risiken, Chancen.
Martin: Das heißt, wenn du jetzt davon ausgehen würdest, diese neuen Pflanzenzüchtungstechniken
Martin: tragen laut Wissenschaft dazu bei.
Martin: Man kann vielleicht schneller trockentolerante Pflanzen züchten,
Martin: Weizen ohne Gluten und so weiter.
Martin: Und das wäre ja was Gutes für die Menschen, Gutes für die Natur.
Martin: Und das ist ja Vorsorge, irgendwas zu machen.
Martin: Das heißt, nicht durch Verhinderung von Innovationen, das ist nicht immer 100% Vorsorge.
Martin: Das ist komplizierter. Das heißt, wir müssen da immer schon auch einen Weg finden,
Martin: Innovationen zulassen.
Martin: Natürlich gucken, dass sie sicher ist. Und da sind wir im Moment in Europa ein
Martin: bisschen zu sehr auf der Seite zu verhindern und zu bremsen.
Willy: Ja, wir versuchen ja in Europa, Stichwort, weil ich es da jetzt wieder habe,
Willy: Ernährungssouveränität.
Willy: Wir haben diese ganzen Probleme, die du vorher schon anklingen hast gelassen,
Willy: es wird immer schwieriger. Grenzen sind teilweise wieder schwieriger zu überwinden.
Willy: Man muss schauen, man muss das Nahrungsmittel selber produzieren.
Willy: Teilweise sind wir auch sehr abhängig von Drittländern.
Willy: Die EU redet immer von Ernährungssouveränität, die KI-Souveränität haben wir
Willy: schon versandelt also da ist vielleicht Mistral jetzt noch in Frankreich wo
Willy: man reden kann, Social Media Kanal haben wir auch keine einzige Plattform,
Willy: die europäisch jetzt irgendwie relevant ist,
Willy: verlieren wir da jetzt gerade auf dem Terrain die nächste Chance uns Souveränität
Willy: zu arbeiten, nämlich in den Ernährungsbereich Ja.
Martin: Also die Gefahr besteht das ist was ich mir die letzten Monate näher angeguckt
Martin: habe, weil ich da gerade für WePlanet was mache Also auch in Richtung EU-Politik, Richtung EU-Politik.
Martin: Und ja, absolut. Und wenn man da ein bisschen tiefer reinguckt,
Martin: merkt man, das ist jetzt schon ziemlich...
Willy: Ende, Ende Gelände.
Martin: Naja, und wir sind auch jetzt schon ziemlich abhängig. Und das ist in der Tierhaltung.
Martin: Ja, wir produzieren hier, wir haben die Tiere, wir produzieren auch genug Kalorien
Martin: für uns selbst in Europa.
Martin: Aber wenn man sich das Protein anguckt, Futtermittel ist bekannt oder relativ
Martin: vielen bekannt, dass wir die Futtermittel größtenteils importieren.
Martin: Also aus Südamerika, USA.
Martin: Das heißt wir brauchen das, wir bauen das Soja von da für die Tiere,
Martin: das ginge theoretisch auch hier
Martin: Machen wir aber nicht. Es lohnt sich mehr, das im Moment zu importieren.
Martin: Fast noch kritischer ist, aber wir brauchen auch bestimmte Aminosäuren für die
Martin: Tierfütterung, um die in der Produktivität, wie sie jetzt ist,
Martin: irgendwie aufrechtzuerhalten, plus Vitamine.
Martin: Und da ist China auf einem sehr deutlichen Weg zum fast Monopol weltweit.
Martin: Also das kommt alles aus China größtenteils. und wir brauchen diese Sachen,
Martin: das heißt, da hängen wir an den Tropf, das ist jetzt schon strategisch sehr
Martin: fraglich, ob das so geschickt ist und
Martin: da gab es schon lange, habe ich jetzt eben durch Recherchen gemerkt,
Martin: durch viele Gespräche, da gab es auch schon länger Rufe aus der entsprechenden
Martin: Industrie, dass sie gesagt haben, hier, Achtung,
Martin: Die machen da Überproduktion, wir werden es hier bald nicht mehr machen,
Martin: also es gibt es hier bald dann nicht mehr in Europa, die Produktion von Amine,
Martin: sondern es wird immer weniger,
Martin: überlegt euch, ob das so geschickt ist, ob das so gut ist, weil wir unsere Ernährung,
Martin: Wir sind sehr auf die Tierhaltung fokussiert.
Martin: Das ist schon ein bisschen systemkritisch dann. Also wenn dann die Tierhaltung
Martin: plötzlich sehr an Produktivität verliert, weil, was weiß ich,
Martin: aus irgendeinem Grund, dass die Vitamine und die Aminosäuren aus China eben
Martin: nicht mehr herkommen oder auch das Protein aus Südamerika, dann haben wir ein Problem.
Martin: Also das ist nicht selbsterhaltend im Moment.
Martin: Nun ist das natürlich auch irgendwie eine Utopie zu sagen, wir sind irgendwie
Martin: komplett ernährungssouverän.
Martin: Also souverän ja, dass man sagt, man ist es souverän genug, aber auch diese
Martin: Autarkie-Geschichten ist natürlich auch jetzt Luftschlösser,
Martin: dass man jetzt sagt, okay, alles wieder on-shoring, alles hier machen.
Martin: Das wird auch nicht funktionieren, aber es ist schon so eine strategische Frage,
Martin: ist es sinnvoll, sowas Kritisches wie Ernährung so abhängig zu gestalten?
Martin: Und, das kommt jetzt noch dazu, diese neuen Geschichten sind ja Alternativen.
Martin: Also das ist jetzt die Fermentationsrichtung zum Beispiel zu gehen und hier
Martin: wird das so ein bisschen behandelt.
Martin: Naja, vielleicht auch Spinnerei oder irgendwas Neues und mal gucken,
Martin: das sind ein paar Startups.
Martin: China geht da jetzt ganz dick rein. Also China hat jetzt einen neuen Fünfjahresplan,
Martin: dieses Biomanufacturing heißt es im Englischen.
Willy: Fünfjahrespläne waren ja irgendwann nochmal etwas, das gestanden ist,
Willy: für Langsamkeit und zurückgeweist Gewahnzeit. Also immer so mit dem Fünf-Jahren-Plan.
Martin: Ja, und vor allem kann man sich relativ sicher sein, dass es so kommt,
Martin: das ist nicht jetzt bei uns irgendeine Politikstrategie und mal gucken, sondern in China...
Willy: Das steht nicht auf Papier, das wird dann so gemacht.
Martin: Das wird dann so gemacht und die gehen ganz groß in den Fermentationsbereich rein.
Martin: Das heißt, was schon auch droht, ist, dass wir auch bei diesen Alternativen
Martin: eben auch schon... Und das ist auch Fermentation spannenderweise, habe ich dann gemerkt.
Martin: Diese Aminosäuren und Vitamine werden fermentativ produziert.
Martin: Das heißt, auch da ist schon in China ja Expertise.
Martin: Und jetzt gehen sie halt eben in diese anderen Bereiche ganz logischerweise
Martin: rein, nicht um hier den Markt kaputt zu machen, sondern um eigene Ernährungssouveränität
Martin: zu schaffen, weil sie selbst sehr abhängig sind.
Martin: Sie wollen jetzt, das heißt, sie skalieren genau das Biomassefermentation zum Beispiel ganz groß.
Martin: Da kommt plötzlich News von irgendeiner Firma, das noch nie was von gehört.
Martin: Und die machen schon ein Volumen, wo dann hier viele von träumen,
Martin: innerhalb von kurzer Zeit.
Willy: B.Y.D. hat man auf dem Elektroautomarkt davor, boah, ja, noch gar nicht kennt und auf einmal sagt man.
Martin: Das ist die größte. Und deswegen, ja, sagen wir auch schon so, Achtung,
Martin: guckt es euch zumindest an, nicht, dass man jetzt gleich die Lösung hätte,
Martin: aber gerade dieser Fermentationsbereich, da wirkt es schon logisch zu sagen,
Martin: dass Europa da reingehen muss, weil das eben so breit ist, aber es ist eine
Martin: Plattformtechnologie.
Martin: Es wirkt dann immer so speziell, weil wenn du die dann anguckst,
Martin: wir haben es ja am Anfang gesagt, in Zukunft wird Sprit teilweise so produziert,
Martin: weil wir einen Ersatz brauchen für fossile Rohstoffe, Plastik,
Martin: also viele neue Materialien, auch Plattform-Chemikalien für die Industrie,
Martin: alles wird fermentativ produziert, plus diese neuen Ernährungen und so weiter.
Martin: Das ist wirklich, also zumindestens, das ist schon so ein großer Teil der Industrie.
Willy: Wir haben noch gar eine von Präzisionsfermentation.
Martin: Die kommt jetzt gleich noch. Kannst du ja dann so anders schneiden.
Martin: Also es wird kommen und es ist fast wie ein bisschen so ein Beweis.
Martin: Jetzt guck mal, China geht jetzt rein. Also die sehen das schon für ihre Souveränität,
Martin: sehen die Chance in diesen Fermentationstechnologien.
Martin: Nicht nur China, auch jetzt in Saudi-Arabien baut eine dänische Firma, Unibio.
Martin: Die größte weltweit, dann wahrscheinlich größte Anlage für Einzellerproteine,
Martin: also auch Biomassefermentation für Tierfutter dann, weil Saudi-Arabien eben
Martin: auch wenig eigene Anbaufläche hat logischerweise.
Martin: Und die wollen vor allem ihre Aquakultur erstmal eben damit dann ernähren und
Martin: was die machen ist Gasfermentation.
Martin: Erdgas wird zu Proteinen. Also ohne Ackerfläche. Und das macht eine dänische
Martin: Firma, also die Expertise kommt aus Europa.
Martin: Also wir haben das schon alles hier so, aber es ist halt fraglich,
Martin: ob wir das auf dem Markt kriegen oder ob das halt auch alles weggeht dann.
Willy: Ein finnisches Unternehmen ist da ganz weit vorn, glaube ich,
Willy: irgendwo hat man das aufgeschrieben, das finde ich jetzt garantiert.
Willy: Solar Foods. Solar Foods, ja.
Martin: Die machen es für menschliche Ernährung.
Willy: Also das ist einiges. Das ist so ein bisschen das Problem, ich werde am Morgen
Willy: dann, habe ich am Podcast auch über, sage ich mal, die Herausforderungen der
Willy: Landwirtschaft generell auch darüber reden, sind wir in Europa,
Willy: wir sind qualitativ extrem weit vorn, von der Nachhaltigkeit,
Willy: ökologischen Nachhaltigkeit, Lebensmittelqualität und so weiter.
Willy: Wir haben Käfighaltung abgeschafft, wenn man ein bisschen über die Grenze geht
Willy: und nicht mehr im Käfig-Freiggebiet ist, ist auf einmal wieder 90% Käfighaltung
Willy: bei den Eiern zum Beispiel oder bei den Händlern und so weiter und so fort.
Willy: Sind wir da so eine Insel der Seligen, die irgendwann einmal,
Willy: ich habe das Gefühl, es ist wunderschön in Europa, es ist ein bisschen ein Museum
Willy: in Europa, das ist so der Vorwurf, den Herben jetzt sehr, sehr oft auch öffentlich,
Willy: aber verschlafen wir da im Prinzip die Entwicklung am Rest am,
Willy: auf, auf dem Rest der Welt, am Rest der Welt.
Martin: Im Rest, ich bin ja das sehr anders,
Willy: Habe ich gesagt. Wie sagt man denn richtig?
Martin: Verschlafen wir da
Willy: Die globalen Entwicklungen außerhalb von Europa? So klingt es gut.
Martin: Ich glaube ein bisschen ja und ich glaube, das ist relativ typisch.
Willy: Das ist mit so wenig progressiv und wir sind immer noch bei Öko-progressiv.
Martin: Ja, genau, weil das würde das beides verbinden. Das ist schon unsere Idee, dass wir sagen, das ist
Martin: Technologie zum Beispiel sinnvoll eingesetzt, aber da lehne ich mich auch wieder
Martin: aus dem Fenster, bin ich jetzt kein Experte in sowas, aber ich würde schon sagen,
Martin: das ist schon so ein bisschen dieses typische Peak Civilization, wir sind jetzt einfach
Martin: sehr Wohlstand, wir haben einen großen Wohlstand in Europa, relativ alte Bevölkerung,
Martin: haben irgendwie alles gefühlt, sind eher lethargisch, haben Angst,
Martin: was zu verlieren, alle Neuerungen kann eher dazu führen, dass es schlechter
Martin: wird vom Gefühl, warum brauchen wir zum Beispiel Gentechnik,
Martin: was soll ich, blaue Tomaten oder was, Was wollen die denn mitgehen?
Martin: Die sehen ja gar keinen Sinn darin. Wenn du dann nach Afrika guckst,
Martin: sagen die Leute ganz klar, was sie brauchen.
Martin: Wir brauchen mehr Ertrag, wir haben nicht genug zu essen oder wir wollen weniger schädlichen.
Martin: Also bei uns bei ganz vielen Innovationen ist einfach nicht deutlich,
Martin: was soll das denn noch verbessern? Uns geht ja schon so gut.
Martin: Und wir wollen das beschützen.
Willy: Aber mit der Grenzen nutzen.
Martin: Ja, genau. Ich glaube, das sind auch wirklich so fast schon spieltheoretische
Martin: Basics oder Gruppenpsychologie.
Martin: Das heißt, wir denken und ich glaube, wir machen so ein bisschen,
Martin: wir schließen die Augen davor, dass es doch relativ deutlich inzwischen wird,
Martin: wenn man ein bisschen rausguckt, dass das bald nicht mehr sich nicht halten lässt.
Martin: Woher soll es kommen? Die Arbeitskraft ist weg.
Martin: Im Vergleich zu anderen Ländern, die gerade irgendwie hochgehen wie Indien oder
Martin: so, das ist ganz typisch Ökonomien, wo die Bevölkerung jünger ist,
Martin: da geht es gerade erst los quasi.
Martin: Und bei uns ist es schon so, wir haben uns jetzt aber auch nicht entsprechend
Martin: wie andere Länder, weil China wird das zum Beispiel machen, die gehen an krassen Automatisierungen.
Martin: Wir haben einfach weniger Leute, logischerweise brauchen wir mal Roboter oder
Martin: sowas, damit das einfach Produktivität hoch bleibt. Also, wir sind schon,
Martin: ich glaub schon, wir verschlafen so ein bisschen.
Martin: Ich hab manchmal so echt so ein bisschen Panik übertrieben. Aber ich denk,
Martin: oh Gott, irgendwie, wir sind so ein bisschen wie die Römer so am Ende. Ist das okay?
Martin: Wir müssen jetzt schon noch was machen. Was machen wir denn?
Martin: Was machen wir in Zukunft?
Martin: Also womit, also es gibt natürlich immer Ideen, es muss alles ganz anders sein,
Martin: wir brauchen keinen Kapitalismus und sowas, aber erstmal haben wir ja schon
Martin: diese Marktwirtschaft und wenn das Geld jetzt nicht irgendwo herkommt,
Martin: also wenn jetzt uns China auch die letzten Geschäftsfälle dann noch irgendwie
Martin: nimmt und so und also wo kommt, wie wollen wir diesen Wohlstand erhalten?
Martin: Da geben wir uns lieber eine Definition darüber, was ist denn eigentlich Wohlstand?
Martin: Ja, ja, okay, gut, aber erstmal ist es schon so, ich glaube schon,
Martin: also wenn den Leuten, Also ich habe schon ein bisschen Angst davor,
Martin: was passiert mit Gesellschaften, die dann plötzlich nicht mehr genug vielleicht zu essen haben.
Martin: Also wenn eine Gesellschaft wie unsere jetzt auf ein ganzes Stück von ihrem
Martin: Wohlstand verzichten würde, was dann so mit dem sozialen Zusammenleben und so weiter passiert.
Martin: Ich glaube nicht, dass wir da besonders resilient sind, weil wir das schon lange
Martin: nicht mehr kennen. Also und das kommen wir vielleicht zu diesem Ökoprogressiv jetzt wieder.
Willy: Seid ihr da am falschen Platz oder genau am richtigen Platz?
Willy: Das fühlt sich gerade noch beiden an.
Martin: Ja, also irgendwie schon Das ist schon am richtigen glaube ich,
Martin: weil unsere Gedanken gehen halt schon, es gibt ja noch Ökomodernismus,
Martin: das ist eher so die breitere bekannte Bewegung, ja,
Martin: das ist ein bisschen, wir haben uns da doch gezielt dann irgendwie auch anders
Martin: genannt, weil wir uns da nicht so sicher waren, aber es gibt große Schnittmengen
Martin: muss man sagen, also da wusste ja schon, es geht auf jeden Fall erstmal um ein
Martin: optimistisches Zukunftsbild, dass man erstmal sagt, okay, es ist erst,
Martin: es ist alles allererstes schon mal nicht okay,
Martin: Die ganze Zeit so Duma-mäßig durch die Gegensäge und irgendwie so,
Martin: nun Teufel an die Wand zu machen und alles wird schlechter und so.
Martin: Das ist einfach auch verantwortungslos gegenüber den Leuten,
Martin: die jetzt gerade jung sind und die auch noch irgendwie, also irgendwie muss
Martin: man schon eine Vision davon haben.
Willy: Die frustrierten Eugenie.
Martin: Wo soll es denn hingehen? Ja, genau, genau. Also mal sehen, wenn wir jetzt älter
Martin: werden, wie das dann so wird mit dem Verein, werden wir vielleicht auch zu denen.
Willy: Eben über Zwieterer, Eben über Zwieterer.
Martin: Yelling Old Man, aber ja, also genau, also erstmal das, also Vision,
Martin: okay, irgendwas Positives.
Martin: Und dann die Frage, wie man da hinkommt und dass man das schon trennt und dann
Martin: sagt, okay, das muss auch irgendwie pragmatisch laufen.
Martin: Und dafür haben wir die Wissenschaft, dafür bezahlen wir die Wissenschaft mit
Martin: unseren Steuergeldern, hören wir auch auf die,
Martin: gucken uns das an, die selbst machen keine Politik, es gibt die Politik,
Martin: das ist auch manchmal ein Missverständnis, Wissenschaftler sollen jetzt Politik
Martin: machen, das ist auch Quatsch, es gibt die Politik, es gibt die Wissenschaft
Martin: und die müssen sich natürlich, die muss informiert werden und dann muss man
Martin: die Technologien, die wir ja auch, wie gesagt, mit gesellschaftlichem Aufwand
Martin: entwickeln, auch in die Nutzung bringen, in einem sinnvollen Rahmen und dadurch irgendwie
Martin: Wohlstand schaffen und das ist natürlich weit gefasst, Wohlstand bedeutet für
Martin: uns dann auch eine intakte Natur, ein stabiles Klima Aber auch eben,
Martin: dass es den Leuten gut geht.
Martin: Und das ist, finde ich, haben wir zumindest oft das Gefühl, oder speziell der
Martin: Ökomodernismus, das Gefühl, dass das viele klassische Umwelt-NGOs ein bisschen
Martin: ausklammern, den Wohlstand der Menschen.
Martin: Weil man ja auch sehen muss, viele auf der Welt haben den noch gar nicht.
Martin: Das heißt, vieles ist ja auch aus unserer Sicht so ein bisschen dieses First-World-NGO.
Martin: Dass man so, ja, jetzt eigentlich müssen wir mal alles weniger,
Martin: eigentlich müssen wir mal verzichten und so.
Martin: Und diese Erzählungen, ja gut, die funktionieren vielleicht hier teilweise,
Martin: wobei ich es auch nicht glaube. Also die meisten Leute wollen nicht verzichten auf irgendwas.
Martin: Muss man auch irgendwie mitleben mit der Realität und es ist schon mal gar nicht wahr für andere.
Willy: Was steckt bei dir für ein Menschenbild oder bei euch für ein Menschenbild dahinter?
Willy: Weil das ist ja ein paar Mal so gekommen, dieses Citizen-Consumer-Gab.
Willy: Ja, ja, wissen da immer schon, was wir wollen, aber wenn wir dann entscheiden
Willy: müssen, machen wir meist das Gegenteil.
Martin: Ja, ganz genau. Also ein realistisches. Und das wird immer oft dann so als schlechtes
Martin: Menschenbild geframed, das finde ich halt gar nicht. Jobmauer.
Martin: Ja, genau. Es geht nicht darum, ein schlechtes Menschenbild zu haben,
Martin: es geht darum, also aus meiner Sicht, das ist auch ein bisschen pragmatischer
Martin: Umweltschutz wird es manchmal genannt, oder pragmatisch, irgendwas auch immer.
Martin: Man will ja, also es zählt am Ende das, was rauskommt. Also man will am Ende
Martin: zum Beispiel, okay, Klima schützen, das heißt, wir müssen irgendwie schaffen,
Martin: dass die Erderwärmung irgendwie abgebremst wird.
Martin: Also ich will eigentlich nicht, dass Leute aufhören, Fleisch zu essen,
Martin: sondern was ich eigentlich will, ist oder vielleicht auch Tierwohl,
Martin: dass es den Tieren besser geht und das Klima und so.
Martin: Und dann ist vielleicht ein logischer Schluss zu sagen, gut,
Martin: dann muss einfach dieses Fleisch auf dem Teller ersetzt werden durch Fleisch
Martin: aus Tellkultur. Da sind dann keine Tiere gehalten und es geht dem Klima besser.
Martin: Und nicht daran sich abarbeiten und sagen, ich will diese Menschen halt verändern
Martin: oder ich habe irgendwie ein Bild von Menschen, dass ich denke,
Martin: okay, die werden dann den nächsten irgendwie alle kein Fleisch.
Martin: Also einfach pragmatisch daran zu gehen, sonst erreicht es halt nichts.
Martin: Und wenn du nichts erreichst, finde ich, ist es irgendwie unsinnig,
Martin: dann brauchst du es nicht machen.
Martin: Das ist die naturwissenschaftliche Sicht, aber ich denke halt,
Martin: es maximal erreichen. Das ist auch ein bisschen dieser effektive Altruismus.
Martin: Ich weiß nicht, ob dir das was sagt, auch diese Denkrichtung sagt mir sehr zu.
Martin: Oder ich sage, ich will irgendwo auch mein Geld, mein sehr begrenztes,
Martin: was ich habe, wenn ich jetzt zum Beispiel Entwicklungshilfe irgendwie finanziere,
Martin: dann will ich eigentlich wissen, bringt es überhaupt irgendwas?
Martin: Sei du bist irgendwie Milliardär und ist es egal, dann machst du alles.
Martin: Aber wenn du jetzt irgendwie sagst, ich will eigentlich, dass pro Euro das Beste
Martin: erreicht wird, dann ist es doch eigentlich total gut, wenn diese Projekte oder
Martin: was da gemacht wird, bewertet wird.
Martin: Und dann sieht man, ah, für einen Euro, es macht gar nicht so einen Sinn,
Martin: überall Brunnen zu bohren, sondern vielleicht Moskitonetze zu machen.
Martin: Dann muss ich das machen, obwohl das eine unromantischere Geschichte ist.
Willy: Das ist die andere Thematik. Ja, ja.
Martin: Aber erstmal der Ansatz, die Denkweise ist für mich dann so,
Martin: ich würde mich gar nicht so sehr an dieses Menschenbild aufhängen,
Martin: sondern sagen, dass die Menschen sind, wie die sind und sollen die auch verschieden
Martin: sein und was auch immer. und lasst uns an der Produktionsseite ansetzen.
Willy: Aber es ist schön, interessant, was du sagst, weil die Frage ist jetzt,
Willy: bist du Team Green Growth oder Team Degrowth?
Martin: Green Growth, ja.
Willy: Im Prinzip, den Vorwurf, den wir dir dann, also dir die andere Seite machen
Willy: könnte, wäre ja im Prinzip,
Willy: es gibt ja auch diesen Technomodernismus etc., oder das Prinzip der schwachen
Willy: Nachhaltigkeit auch, wo du sagst, okay, das System so wie es ist,
Willy: Kapitalismus, Wachstum, unbegrenztes Wachstum, das ist eigentlich kein Widerspruch,
Willy: Das ist eher nur von den Degrowth-Leuten, die dann sagen, Planetary Boundaries und was der Teufel was.
Willy: Wir brauchen nur technologische Innovationen.
Willy: Die werden diese Probleme, die wir haben, schon lösen. Das ist so dieser einfache
Willy: Weg raus. Wir brauchen nicht umdenken.
Willy: Das Menschenbild dahinter kann schon negativ sein. Menschen können es nicht ändern.
Willy: Moral ist keine Kategorie, die man fordern muss oder bewusstes Handeln oder sowas.
Willy: Sondern wir müssen nur die technologischen Rahmenbedingungen ändern,
Willy: dass wir diese Wachstumsbegrenzungen überwinden.
Willy: Das heißt, da steckt da ein bisschen dahinter zwischen dem Begriff der schwachen Nachhaltigkeit.
Willy: Du kannst quasi Natur zu 100 Prozent durch Technologie quasi ersetzen und das
Willy: ist nicht ein limitierender Faktor, so wie es zum Beispiel jetzt die Sigrid
Willy: Starkle was vor kurzem da war, mit den Ecological Economics sagt,
Willy: die Natur ist ein eigenständiges Element, das begrenzt ist und das kannst du
Willy: nicht einfach durch technologische Entwicklung einfach ersetzen.
Willy: Das ist so ein bisschen der Vorwurf, den man dann machen würde.
Willy: Man macht sich so leicht und man hinterfragt einfach das grundlegende Problem,
Willy: unbegrenztes Wachstum in einer unbegrenzten Welt einfach nicht.
Willy: Den Vorwurf musst du ein bisschen gefallen lassen.
Martin: Man kann den aber auch umdrehen. Oder macht man es sich nicht einfach,
Martin: wenn man dann diese doch sehr philosophischen Fragen sich stellt und dann zum
Martin: Schluss kommt, eigentlich müsste es halt so und so sein, wie bei D-Gro's.
Martin: Also für mich ist es einfach, wenn man jetzt überhaupt nicht davon ausgeht,
Martin: mit was man eigentlich da arbeitet, ganz real, sondern einfach nur als Idee. Ja, total.
Martin: Also wenn man das irgendwie jetzt machen könnte, vielleicht wäre das was Gutes.
Martin: Aber es wird einfach nicht passieren und es ist einfach völlig unrealistisch
Martin: mit den Menschen und mit den Ökonomien und mit allen Dynamiken,
Martin: die man hat, dass da irgendwas bei rauskommt.
Martin: Und dann ist es doch, und dann ist es so ein bisschen einfach,
Martin: sich dann quasi festzuhalten und nicht groß was zu verändern.
Martin: Oder man sagt halt, ja, an sich schon, aber vielleicht ist doch die Realität
Martin: eher, dass es immer eine Art von Schadensbegrenzung ist und wir irren uns immer
Martin: weiter und Technologie hilft uns eben ständig diese Technofixes,
Martin: die so ein bisschen verschrien sind,
Martin: zu machen, weil es vielleicht einfach doch einfach so läuft.
Martin: Wie willst du es denn schaffen? Also ich sehe auch bisher, wenn ich einen pragmatischen
Martin: Vorschlag so richtig sehen würde, der mir auch schnell einleuchten würde,
Martin: wie man das erreichen könnte,
Martin: die Growth, ohne dass das zu totalen Verwerfungen führen würde,
Martin: weil zum Beispiel das Demokratisch überhaupt keine Mehrheiten dafür geben könnte,
Martin: also das im demokratischen System überhaupt nicht funktionieren würde,
Martin: weil die Leute das nicht wollen würden, nicht wählen würden.
Martin: Also wenn es irgendwie da einen gangbaren Weg gäbe, würde ich ja sagen,
Martin: okay, aber da das für mich so völlig vorbeigeht vom Gefühl her an dem,
Martin: mit was wir eigentlich arbeiten, denke ich halt, okay,
Martin: Der schwierige Weg ist eigentlich der, dass man eben sagt, okay,
Martin: es ist vielleicht nicht das Perfekte, aber es ist irgendwie so der perfekt möglichste
Martin: Weg und der ist dann halt so, oder es kann noch viel schlimmer werden und wie
Martin: mit der grünen Revolution, da sagen die Leute, ja, ist irgendwie total schief
Martin: gelaufen, jetzt haben wir irgendwie Überbevölkerung und
Martin: Umweltzerstörung, ja, war ich letztens, war ich mal bei den Brechtagen,
Martin: bei der Veranstaltung, da war tatsächlich das Framing so ein bisschen,
Martin: naja, warum ist denn die, was ist, wie hätte man das anders machen können,
Martin: da habe ich dann erstmal damit aufgeröckend, was du gesagt hast,
Martin: aus meiner Sicht ist es überhaupt gar kein Irrweg gewesen, weil
Martin: also, es ist ja nicht so, dass durch die Produktion von den Lebensmitteln plötzlich
Martin: mehr Leute da waren, sondern die Geburten, also die Kinderstäblichkeit ist gesunken
Martin: und dann haben mehr Leute überlebt.
Martin: Also wenn überhaupt, müsstet ihr erst mal erklären, warum das was Schlimmes
Martin: ist, dass jetzt mehr Kinder überlebt haben oder die Medizin,
Martin: ja genau, es ist ja nicht nur das Essen gewesen, Medizin, sauberes Wasser und so.
Martin: Also es ist mal so ein bisschen, ja, es gibt Idealbilder, wie man irgendwas
Martin: haben wollte und das ist auch vielleicht das wieder zurück, was mich auch früher
Martin: schon gestört hat, in Diskussionen im Gymnasium mit anderen Leuten,
Martin: warum ich auch Sozialwissenschaft manchmal so ein bisschen dann,
Martin: nicht Sozialwissenschaft als Wissenschaft, aber weißt du, so die...
Willy: Du fühlst dich gerade wie im Gymnasium wieder.
Martin: Ja, Flashback ist gleich, ja.
Willy: Ja, jetzt kannst du zu sagen.
Martin: Ja, ich verstehe das schon und in einer idealen Welt oder in einem rein theoretischen
Martin: Konstrukt gibt es bessere Ideen als das, was wir machen, aber wenn man sagt,
Martin: man will das Bestmögliche erreichen,
Martin: ist es manchmal ein anderes Instrument, was man halt irgendwie nutzen muss und
Martin: im Moment haben wir eben die Probleme und dann fixt man die wieder mit was anderem
Martin: und fix man die und ich würde schon sagen, der Trend insgesamt geht glaubwürdigerweise
Martin: schon in eine gute Richtung. Die Frage ist nur, fahren wir den Karrenfeuer noch an die Wand.
Martin: Aber eigentlich zum Beispiel die Entkoppelung von Wohlstand und CO2,
Martin: die gibt es ja schon, also die passiert ja schon. CO2-Ausstoß.
Willy: Oder Relative, wir berechnen die absolute.
Martin: Ja, gut. Ja, genau.
Willy: Wir verbrauchen immer noch zu viel, aber halt weniger zu viel.
Martin: Genau, und die Berechnungen sagen ja auch, wir müssen trotzdem was rausholen,
Martin: sonst wird es auch nicht klappen. Wir müssen irgendwie einen Drawdown machen, sonst würde ich...
Martin: Wald oder was auch immer, oder eben durch Technologie. Aber ich finde einfach
Martin: nicht, dass das was grundsätzlich Schlechtes über die Menschen,
Martin: das sind wir wieder beim Menschenbild, auch was wir den jungen,
Martin: der jungen Generation vielleicht auch irgendwie dann jetzt so mitgeben,
Martin: dieses fast wie so eine Erbssünd, also als wäre das grundlegend was Falsches, dass wir uns so,
Martin: dass wir ständig wieder Lösungen für unsere eigenen Probleme irgendwie finden, die wir verursachen.
Martin: Als Nebeneffekt von, aber auch Lösungen.
Martin: Also wie bei der Grüne Revolution, das war ein großer Fortschritt.
Martin: Ja, das hat auch schlechte Effekte gehabt, die müssen wir jetzt wieder beheben.
Martin: Und das ist aus meiner Sicht, also intuitiv ist das mal, was Schlimmes,
Martin: als würden wir grundlegend was falsch machen.
Martin: Wir machen irgendwie grundlegend was falsch machen. Das müssen wir aufhören
Martin: der Fortschritte. Wir machen jetzt ständig irgendwie, machen wir neue Probleme mit dem Fortschritt.
Martin: Da wird völlig ausgeklammert, dass wir aber ja vor allem auch große Probleme gelöst haben damit.
Martin: Kinderstärblichkeit, das ist so viel niedriger als früher.
Martin: Und natürlich führt es dazu, dass es erstmal mehr Menschen gibt,
Martin: dann hast du aber wohlständige Gesellschaften, die haben niedrige Geburtenquoten und so weiter.
Willy: Ich glaube, das ist ein Problem. Jetzt haben wir vielleicht die perfekte Überleitung
Willy: zum dritten und wahrscheinlich in dem Kontext vielleicht auch kritischsten Punkt.
Willy: Zur Präzisionsfermentation und dann auch, sage ich mal, zur Gasfermentation,
Willy: weil es erst einmal bitte dich jetzt wieder in deiner Rolle als Experte,
Willy: jetzt bist du wieder auf sichern.
Willy: Ja, worum geht's da? Und dann,
Willy: Im Kontext von dem, es geht ja auch bei dem Problem, es geht nicht um die Technologie
Willy: an sich, ob die gut oder schlecht ist, sondern es geht um die Machtfragen dahinter.
Willy: Also wem gehört die Technologie, wie ist die verteilt? Und da haben wir dann
Willy: wieder, da zentral, um die es dreht sich dann das auch.
Willy: Aber starten wir mal mit der Präzisionsfermentation.
Willy: Das ist quasi diese dritte künstliche Definition. Ich glaube,
Willy: das Food-Institut hat das.
Martin: Ja, entweder das Good Food Institute, aber es gab dann noch Rethink-Ex.
Willy: Also die streiten sich dann, wäre es dann wohl wahrscheinlich wurscht.
Willy: Es gibt da vor allem mit D3. Wobei es sind ja vier, weil Gas ist fast wieder
Willy: eine eigenständige Variante.
Martin: Oder? Ja, eigentlich sogar die zweite Kategorie, theoretisch.
Martin: Also Gasfermentation bezieht sich ja auf den Feedstock, also das,
Martin: was du reingibst, dass das halt Gas ist.
Martin: Da kannst du theoretisch auch Präzisionsfermentation, aber es ist eigentlich
Martin: in allen Fällen, die praktiziert werden, ist es Biomassefermentation.
Willy: Das ist nur, weil Gas ein Mensch, ich denke halt bei Biomasse,
Willy: ich kann es angreifen. Und Gas ist halt so, so genau, das ist nicht da.
Martin: Du isst dann nicht das Gas, sondern das ist am Ende wirklich wieder auch Biomasse,
Martin: Mikroorganismen. Genau, das kommt dann wieder raus.
Willy: Kommt auf den Mikroorganismen an. Aber ja, was ist jetzt Präzisionsfermentation?
Martin: Also bei der Präzisionsfermentation
Martin: produzieren Mikroorganismen bestimmte Stoffe, ganz grob gesagt.
Martin: Also du hast einen Mikroorganismus, in den allermeisten Fällen programmierst
Martin: du den genetisch um, damit er entweder einen Stoff, den er normalerweise produziert,
Martin: noch effizienter produziert oder einen ganz neuen Stoff.
Martin: Und dann ist es, wir haben ja eben gesagt, bei der ersten, du programmierst den um genetisch um.
Willy: Das klingt so wie NLP-erbiss, ja.
Martin: Ja, es ist auch alles sehr ähnlich.
Martin: Er hat viel auch Digitales da. Wir haben ja gesagt, erste Form der Fermentation,
Martin: der Ausgangsstoff und der Mikroorganismus bleiben erhalten im Produkt.
Martin: Zweite Fermentation, der Mikroorganismus frisst das Ausgangsprodukt komplett
Martin: auf. Er ist das Lebensmittel.
Martin: Und bei der dritten, bei der Präzisionsfermentation hast du den Mikroorganismus,
Martin: der frisst den Ausgangsstoff auf. Meistens ein Zucker, ein reiner.
Willy: Das ist wieder beim Zucker.
Martin: Produziert was Neues und du filterst sowohl den Mikroorganismus als auch dieses
Martin: Ausgangsmaterial aus und hast nur dieses neue Produkt.
Willy: Ah, der produziert ganz gezielt ein neues Produkt.
Martin: Ja, zum Beispiel Insulin. Wir machen das ja auch schon länger,
Martin: seit den 70er Jahren ungefähr. Haben wir die Gentechnik?
Willy: Wir, die Menschheit.
Martin: Die Leute fragen mal, was meinst du mit wir? Welches wir? Wir, die Menschheit.
Martin: Und genau, beim Insulin zum Beispiel, ganz kurz die Geschichte,
Martin: wir haben früher, also irgendwann wurde das entdeckt,
Willy: Dass Insulin wichtig ist. Das ist ein Fermentationsprodukt.
Martin: Nee, und es war auch damals schon ein großer Widerstand.
Martin: Von den Grünen teilweise auch, also um überhaupt Insulinfabriken und sowas zu
Martin: bauen. Also dann später in den 80ern.
Martin: In den 70ern kam das auf, dass man irgendwie genau vorher war das so Insulin
Martin: wurde isoliert aus Bauchspeicheldrüsen von Hunden oder von Schweinen dann später,
Martin: wo man dann eben skalierte Tierhaltung hatte.
Martin: Da gibt es Schwarz-Weiß-Fotos von so Bergen, das ist manchmal ein Frottring,
Martin: das ist so ein Berg von irgendwas Ekligen. Und dann weiß jemand, was das ist?
Martin: Natürlich meistens niemand. Und das sind Bauchspeicheldrüsen massenweise.
Martin: Also wir haben die nicht dafür geschlachtet, da würde ich es nicht von geschlachtet notieren.
Martin: Also glaube ich meistens jedenfalls. Bei den Hunden, weiß ich nicht.
Martin: Die Hunde wurden wahrscheinlich dafür auch gezüchtet.
Martin: Und weil Insulin einfach da in relativ geringen Konzentrationen drin ist,
Martin: brauchst du relativ viel, um das daraus zu isolieren.
Martin: Und das war aber trotzdem ein großer Fortschritt, damals auch schon,
Martin: weil man das als Medikament dann hätte.
Martin: Und dann kam eben die rekombinante Produktion mit Mikroorganismen.
Martin: Also die Leute damals haben das umprogrammiert.
Willy: Jetzt habe ich dich umprogrammiert.
Martin: Und die haben das im Braukessel dann Insulin produziert.
Martin: Es ist natürlich ein riesen Fortschritt gewesen, aus meiner Sicht,
Martin: kann man es widerschreiten, aber ich sehe da jetzt keinen Nachteil drin.
Martin: Man hat die Tiere geschont und hat dieses Medikament für die Menschen.
Martin: Das ist Präzisionsfermentation eigentlich schon. Dann hat man die Zitronensäure
Martin: teilweise produziert man so, Vitamine, schon ein paar andere Sachen.
Martin: Jedes Mal programmierst du quasi, entweder bringst du ein Gen ein in diesen
Martin: Mikroorganismus, das dann eben dafür verantwortlich ist, dass dieser eine Stoff
Martin: produziert wird, möglichst viel.
Martin: Jetzt war das lange, das hieß auch nicht Präzisionsfermentation,
Martin: das hieß rekombinante Produktion, rekombinant ist mal diese Gentechnik.
Martin: Und dann kam irgendwann jetzt eben diese Idee, dass man gesagt hat,
Martin: hey, wir können diese gleiche Technologie doch eigentlich nutzen,
Martin: um zum Beispiel Milchprotein zu produzieren, ohne Kuh.
Martin: Also inzwischen war die Biotechnologie noch ein bisschen weiter.
Willy: Also du kannst einfach alles aus dem genetischen Bauchladenprinzip?
Martin: Theoretisch. Also in der Praxis, dann sage ich mal, das wird es jetzt ja auch
Martin: nicht bei den Firmen auch überall ein bisschen dauern.
Martin: Also in der Praxis gibt es natürlich gewisse Hürden, aber ja,
Martin: theoretisch, ja, und du musst mal gucken, welchen Host, also welchen Organismus
Martin: nimmst du da, das ist dann auch, es gibt ein paar, die du meistens nimmst,
Martin: weil die sehr gut studiert sind, E. coli zum Beispiel, auch die Hefe.
Willy: Die kann gut umprogrammiert werden.
Martin: Genau, weil das ganze Genom ist bekannt, relativ gut studiert,
Martin: also und so weiter, also es gibt einfach da Organismen, die man meistens nutzt
Martin: und du kannst, genau, du kannst eben das Gen, was für die Casein-Produktion
Martin: in der Kuh verantwortlich ist, reinbringt, also oder auch Molke-Protein
Martin: oder auch iClar, Ovalbumin, das macht der finnische Firma.
Willy: Ja, ihr habt recherchiert, Wahnsinn, was es da alles gibt.
Martin: Es gibt schon einiges.
Willy: Nichts im Einzelhandel?
Martin: Nee, nee, nee. Das ist alles B2B? Ja, ja, es wird alles B2B und ist ja auch
Martin: noch gar nicht in Europa zugelassen.
Martin: Dann gibt es welche in Belgien, die finde ich auch sehr spannend.
Martin: Paleo heißen die, die produzieren verschiedene Hämoglobine.
Willy: Also vielleicht Blutstoff.
Martin: Blut, genau, was ein Blut ist.
Willy: Mit der Idee, genau.
Martin: Wirklich Blut. Also das hat Impossible Foods ja auch schon auf eine ähnliche
Martin: Art. Also die machen das auch mit Hefe. Aber die wollen das aus verschiedensten Tieren machen.
Martin: Also erstens mal aus welchen, die man kennt. Auch vielleicht Thunfisch,
Martin: weil du für verschiedene Produkte vielleicht Verschiedenes brauchst.
Martin: Man kommt aber auch schnell auf die Idee, naja, warum eigentlich nicht von ganz
Martin: anderen Tieren? Also kann man auch mal dazu kommen, Esskultur und Kulinarik.
Martin: Also es eröffnet natürlich auch Möglichkeiten zu sagen, naja,
Martin: warum beschreckt man sich auf die Auswahl von Tieren, die wir jetzt haben?
Martin: Wir mussten die Tiere dafür ja überhaupt nicht behelligen quasi.
Martin: Du könntest theoretisch auch Sachen produzieren, die wir bisher noch überhaupt
Martin: nicht in unserer Ernährung mit drin haben.
Willy: Why not? Die ganzen Aromen sind doch heute schon ähnlich produziert.
Willy: Es ist eine unglaubliche Vielfalt.
Martin: Also die wird begrenzt, wie gesagt, durch die technische Hürden und auch Regulation und so weiter.
Martin: Aber es ist an sich, was du mit Fermentation alles machen, das kann man lösen theoretisch.
Martin: Auch Fleisch aus Zeltkultur. Also es ist jetzt nicht Fermentation,
Martin: aber auch da könntest du ja sagen, warum nicht andere Tiere, warum nicht Tiger?
Martin: Du brauchst ja nur die Stammzellen, ohne die Tiere jetzt großartig dann zu behelligen,
Martin: die werden gezüchtet und also es eröffnet viele Möglichkeiten.
Martin: Vielleicht will ich jetzt mal zurück zu dem, was wir jetzt noch in unserer Esskultur haben.
Martin: Genau, also Milch, Protein zum Beispiel, was halt dann wichtig ist,
Martin: abseits von den Erzählungen, die viele Startups dann so haben, ist das
Martin: zumindest erstmal da immer so, es geht um Zutaten. Das ist schon der große Unterschied
Martin: zur Biomassefermentation.
Martin: Das Ergebnis der Präzisionsfermentation ist eine Zutat. Das ist ein Molekül.
Martin: Du hast dann zum Beispiel dieses Pulver, Casein zum Beispiel,
Martin: oder dieses Pulver, das ist eigentlich ein besseres Beispiel,
Martin: fast finde ich, Ovalbumin, also dieses Eiklar,
Martin: weißes Pulver, was dann in der im Backwerk sehr viel benutzt wird.
Martin: In Süßspeisen ist ganz viel drin.
Martin: Und da wird auch im Prinzip nichts anderes jetzt gemacht. Das wird ja auch heute
Martin: schon industriell hergestellt, aus Eiern dann eben und wird auch getrennt und
Martin: dann wird dann nur das Eiweiß, also das Weiße vom Ei, das Eiklar eben in der
Martin: Backindustrie genutzt.
Martin: Keiner merkt das, ob das jetzt ersetzt werden würde durch 1 zu 1 Ovalbumin aus
Martin: dem Bioreaktor. Das ist da so die Idee dahinter.
Martin: Das geht eigentlich, da ist wirklich ganz groß im Fokus keine neuen Lebensmittel,
Martin: sondern genau das, was wir jetzt haben auf dem Teller, ersetzt
Martin: Meistens eins zu eins. Man muss da ein bisschen einschränken,
Martin: weil beim Casein zum Beispiel ist es auch so, Casein ist das Hauptprotein im
Martin: Käse, aber es ist nicht das Einzige.
Martin: Es gibt erstens mal verschiedene Caseine, die kannst du auch dann alle,
Martin: aber es ist ein bisschen komplex, aber du musst ein bisschen mehr,
Martin: also Käse besteht und dann reift der uns aus.
Martin: Es ist noch ein bisschen mehr dahinter, aber im Prinzip ja, man produziert.
Willy: Aber sind die unter dem Mikroskop dann, kann ich sagen, ident zu dem anderen?
Martin: Genau, teilweise ja, ja, ja. Also ja, ja, und gibt es ja auch schon im,
Martin: wie gesagt, Vitaminbereich und Zitronensäure und so, da gibt es,
Martin: es gibt manchmal welche, die leicht unterschiedlich sind, aber es gibt auch
Martin: identische, also du kannst das machen, ja.
Willy: Also da ist wirklich ernst, das ist das Gleiche.
Martin: Ja, ja, und die werden dann auch auf Funktionalität geprüft,
Martin: weil was du ja dann möchtest, ist ja wirklich auch gleiches Verhalten in den Produkten,
Martin: ja, und wie gesagt, es ist manchmal so, dass es nicht das ganze Spektrum abdeckt,
Martin: weil wenn man näher hinguckt, wie gesagt, ist dann, gibt es nicht nur ein Casein,
Martin: sondern ein paar und es ist ja noch ein bisschen mehr, meistens drin,
Martin: auch im iClar und sowas, es ist meistens quasi,
Martin: der Hauptbestandteil, den sie sich raussuchen, den sie dann produzieren.
Martin: Aber oft reicht das und oft gibt das schon ausreichend Produkt ähm, ähm,
Martin: Eigenschaften, ja, Emulsion, Schaum, wie es schäumt und so, das ist ja dann
Martin: alles sehr wichtig, das ist ja das, was quasi danach passiert,
Martin: dass du das dann alles testen musst und so weiter, ob das auch funktioniert
Martin: und dann brauchst du vielleicht gar nicht diese komplexe Mischung,
Martin: die du jetzt aus dem Hühnerei normalerweise hast, sondern kannst es mit dieser
Martin: einen Zutat auch rocken.
Willy: Jetzt habe ich eine Frage, muss jetzt reingrätschen. Sehr gut.
Willy: Vorfällig ein bisschen mit Leuten diskutiert und waren es dann so wirklich so,
Willy: da bist du dann bodenunabhängig eigentlich schon fast, du brauchst dann eigentlich
Willy: nur noch einen Zucker aus Eingangsstoff, aber recht viel mit Lahnwirtschaft
Willy: und aus dem Boden und mit dem eigentlichen Komplexität des natürlichen Produktes
Willy: hat das ja dann wieder nichts zu tun.
Willy: Jetzt ist es so, wir kommen in letzter Zeit immer mehr drauf,
Willy: wie komplex und wie wichtig ein Mikrobiom ist.
Willy: Man spricht vom Mikrobiom des Bodens. Man merkt, wie komplex natürliche Zusammenhänge sind.
Willy: Deswegen redaturieren wir jetzt 81% von den Flächen in der EU wieder oder wollen das.
Willy: Von 24%, 81%. Und so weiter, wenn wir drauf kommen, Alter, die Natur hat sich schon was doch dabei.
Willy: Wir haben es nur in der Zeit, wo man geglaubt hat, wir sind gescheiter, nicht checkt.
Willy: Und hierzu kommen wir her und quasi isolieren wieder, du hast es ja selber gesagt,
Willy: es ist vielleicht nicht das Ganze, aber die wesentliche Eigenschaft.
Willy: Und das andere ist nicht so wichtig, weil das brauchen wir nicht,
Willy: weil das tut das, was es tun soll, zumindest so offensichtlich.
Willy: Da sehe ich dann wieder irgendwo, ich kann es auch nicht belegen,
Willy: ich rede auch wieder blinde von der Farbe, aber irgendwo gespüre ich dort, da übersehen wir was.
Martin: Und das ist das,
Willy: Wo ich Bedenken habe, dass man da eventuell,
Willy: Ja, was auch immer wir da übersehen, aber eben so, ah, irgendwann kommen wir
Willy: dann drauf, scheiße, das ist Wort so ganz wenig.
Willy: Aber das hat uns gefällt.
Martin: Ja, also total und das ist ganz spannend. Es gibt, ich habe den Namen jetzt
Martin: leider nicht parat, eine amerikanische, ich weiß gar nicht, was sie genau ist,
Martin: Journalistin, Wissenschaftlerin, die hat den Begriff Ingredientism oder so.
Martin: Ingredient, ja, ja. Ja, also es gibt gar keine richtige Übersetzung.
Willy: Tutationismus.
Martin: Tutationismus, ja, also total spannend, weil genau das, und das sind natürlich
Martin: total spannende Gedankengänge, Also diese, das ist wahrscheinlich nicht zu beantworten bisher, also
Martin: diese Komplexität und wir haben ja schon irgendwie eine Affinität dazu,
Martin: also erstmal dieses Unbekannte, dass wir auch denken, die Natur hat sich was
Martin: dabei gedacht und irgendwie jetzt nehmen wir das alles so auseinander, sehr deterministisch.
Martin: Ja, aber die Frage ist ja auch, was dabei gedacht ist.
Martin: Also die Natur hat jetzt auch nicht unbedingt im Sinn, dass wir uns unbedingt
Martin: gesund ernähren oder so, da gibt es jetzt auch kein,
Martin: das ist ja auch ein bisschen ein naturalistischer Fehlschluss jetzt zu denken,
Martin: okay, nur weil das jetzt irgendwie da so war, muss das jetzt irgendwie gut sein,
Martin: wer hat gesagt, dass wir Hühner ja essen sollen oder die züchten sollen und
Martin: das essen oder so, das ist jetzt alles sowieso schon sehr weit weg von dem,
Martin: was in der Natur passiert ist.
Martin: Also würde ich jetzt erstmal jetzt mit meiner ökoprogressiven Brille vielleicht
Martin: oder mit meiner Wissenschaftsbrille sagen, das muss man nachgucken und es kann
Martin: sein, dass das, nee, du kannst ja studieren machen und du merkst halt,
Martin: ja, da ist ja noch der andere Stoff, der da normal drin ist,
Martin: den brauchen wir irgendwie.
Martin: Ja, da muss der natürlich auch mit drin sein. Aber wenn du merkst,
Martin: eigentlich brauchen wir den gar nicht. Studium im Ernährungsbereich.
Martin: Genau, es ist einfach leider auch alles sehr schwierig, aber ich würde ja auch
Martin: mal auch da sagen, die Ernährung ist ja
Martin: relativ vollwertig, die wir haben und ja, also da kann man jetzt versuchen,
Martin: jede Komplexität dann erstmal nachzuempfinden, einfach um sicher zu sein, dass man es alles
Martin: Ja, aber ob das so effizient, ja, also dann sagen die, da muss alles effizient
Martin: sein, naja, weiß ich nicht, also ich glaube, da sind wir schon wieder in unserem
Martin: First-World-Geschichten, also ja, weiß ich nicht, ob das hier alles unbedingt
Martin: immer gebraucht wird, aber wenn du dir jetzt irgendwie ein Fast-Food
Martin: reinklopst, jetzt mal böse gesagt, was jetzt, würde ich sagen,
Martin: auch wieder, da kannst du es so oder so bei Leuten denken, die das machen,
Martin: ich mache es auch manchmal,
Martin: aber es machen nun mal Leute und wenn du da jetzt relativ dazu,
Martin: zu sagen, gut, dann ist da jetzt halt dieses Hämoglobin aus der Hefe drin und
Martin: aus dem Pflanzenbürger.
Martin: Ist wahrscheinlich sogar noch gesünder am Ende.
Martin: So what? Also ja, es ist beides total künstlich, so zu tun, als wäre es irgendwie
Martin: normal, dass wir Burger essen oder dass wir auch fast alles anders,
Martin: was wir essen, nichts davon ist irgendwie jetzt natürlich und jetzt sagen,
Martin: das ist jetzt wieder so der Ausgangspunkt und jetzt verändern wir was und das ist dann das Schlimme,
Martin: würde ich erstmal sagen, nein, muss man irgendwie gucken und dann,
Martin: weißt du, die Idee wäre, das ja zu machen, weil es große Vorteile hat,
Martin: Flächennutzung und so weiter.
Martin: Also das würde ich erstmal sagen, erstmal das, was bewiesen wäre, ist, dass es gut wäre.
Martin: Jetzt komm du mal und beweis mir oder sag mir, was daran schlecht wäre.
Martin: Aber ich merke, dass das total viele Leute umtreibt und ich bin jetzt auch kein
Martin: krasser Verfechter davon.
Martin: Ich koche selbst auch zu Hause alles selbst meistens und so, was weiß ich.
Martin: Aber es ist jetzt in Sachen so ihre Chance zu geben und sagen,
Martin: ey, das ist irgendwie eine coole Idee.
Martin: Mach das doch ohne Huhn. Erstmal gut.
Willy: Ja, ja, schon. Die Wurzel für dieses Skeptikismus, den ich sogar eher nachvollziehen
Willy: kann, zumindest weil du es gerade siehst, wenn wir so viel entdecken,
Willy: wie komplex Dinge sind und was wir alles nicht sehen, was wir dann nach und nach immer entdecken,
Willy: ist bei dieser gleiche Angst oder gleiche Skepsis, die du im Prinzip bei der Gentechnik hast.
Willy: Weil wir so nicht wissen, weil wir sagen, es könnte immer noch irgendwas kommen,
Willy: von dem wir noch nicht wissen, was es ist und das könnte uns dann aber umbringen.
Martin: Und das war auch lustigerweise schon immer so und wir wissen es nur halt jetzt
Martin: und das ist halt dieser Fluch vom Wissen.
Martin: Dieser Fluch vom, das ist jetzt Wissen und jetzt, oh Gott, Jetzt haben wir das
Martin: Mikrobiom entdeckt im Boden und dann, ach du Kacke, was machen wir dann eigentlich
Martin: die ganze Zeit? Das ist ja total verrückt, was wir da mit dem Boden anstellen.
Martin: Ja, ist irgendwie so. Andererseits muss auch gerade diese Mikrobiom-Sache ist schon sehr gehypt.
Martin: Also ich kenne auch vieles aus der Ernährungswissenschaft, die sagen so,
Martin: ah, die können es auch nicht mehr hören, weil vieles hat sich jetzt dann doch
Martin: herausgestellt, naja, es gibt diese Komplexität, ja, aber es ist auch ein bisschen
Martin: ein Trugschluss, dann jetzt zu denken, jetzt passieren da auch tausend Sachen,
Martin: sondern es ist ja auch irgendwie ein bisschen ein Puffervielfalt immer.
Martin: Also zum Beispiel das Mikrobiom im Körper hat man jetzt ja doch gemerkt,
Martin: das ist auch ein bisschen übertrieben gewesen mit dem, was das dann alles bewirkt
Martin: und so, weil du schon merkst.
Martin: Es gibt dann doch nicht so viele Unterschiede, auch mit dem Essen.
Martin: Es wird einfach viel abgepuffert durchs Mikrobiom.
Martin: Das hat irgendwie auf bestimmte Sachen Effekte, muss man auch weiter studieren,
Martin: aber ja, ich glaube manchmal macht uns dieses Wissen dann scheinbar ja mehr
Martin: Angst, als dass es uns hilft.
Martin: Wir jetzt merken, dass überall diese Komplexität, auch wie bei der Gehtechnik,
Martin: vor allem haben wir ja auch alles möglich gemacht, haben wir die ganzen Sachen
Martin: durcheinander gekreuzt und so.
Martin: Wir wussten halt zum Glück nichts, von was da genetisch passiert.
Martin: Das sind die wildesten Sachen, wenn du irgendwie Pflanzen miteinander kreuzt die ganze Zeit.
Willy: Selig sind die Dummen, denn sie wussten nicht, was sie tun. Ja, das war das bei Asterix.
Martin: Ach nee, das war Selig sind die geistig arm oder so.
Willy: Oder wie hast du das? Ja, aber den Spruch gibt es irgendwo her, so ein bisschen. Äh,
Willy: Das ist jetzt die eine Dimension. Das ist immer, wenn ich glaube,
Willy: öko-progressiv, progressiv generell, avantgarde, immer wenn du in die Zukunft
Willy: gehst oder am Edge bist von neuen Technologien, dann ist immer Skepsis wahrscheinlich ein Teil,
Willy: Begleiter, ein Teil berechtigt, ein Teil einfach aus Angst heraus,
Willy: was man verstehen kann und vielleicht manchmal auch aus, sage ich mal,
Willy: ökonomischen Gründen, weil man neue Technologien nicht will, weil es die alten,
Willy: Alaschumpeter, weil es das Bestehende zerstört und wenn ich meine Freunde im
Willy: Bestehenden habe, dann habe ich natürlich total Probleme.
Martin: Das ist ja auch ein großer Mechanismus und der spielt da ja auch mit.
Martin: Es spielt sich ja nicht alles auf dieser, es spielt sich sehr viel im ökonomischen
Martin: oder sehr viel im Interessen und Machtbereich.
Willy: Genau, auf das wollte ich dann eh noch hin. Jetzt vielleicht noch ganz kurz,
Willy: jetzt haben wir gesagt, in der Präzisionsfermentation ändere dich gezielt bei
Willy: Mikroorganismen einzelne Gene, damit dann aus Produkt einfach etwas rauskommt, das ich gerne hätte.
Willy: Und jetzt noch einmal ganz kurz, da geht es ja auch sehr viel um Prozesse bei dem.
Willy: Ich hätte es noch ganz kurz erklären, was ist Gasfermentation?
Willy: Weil das ist im Prinzip sowas, wo es gibt ein Grazer Startup,
Willy: würde gerne mal einen Podcast einladen, du weißt, wenn ich meine.
Willy: Und die machen das auch schon. Aus CO2. Im Prinzip, wir können aus CO2 Proteine machen.
Willy: Ist wirklich möglich? Was ist das? Wie funktioniert das?
Martin: Sie war leider nicht da. Genau, Verena Schwab, glaube ich.
Willy: Econutri.
Martin: Genau, weil das ist extrem spannend. Also vielleicht erstmal ganz grob, was passiert da.
Martin: Es gibt Mikroorganismen, die verstoffwechseln Gase eben als Ausgangsstoff. Das ist eher exotisch.
Martin: Das stammt evolutionär geschichtlich quasi aus einer Zeit, in der
Martin: nicht so viel Sauerstoff in der Atmosphäre war. Also die meisten von diesen
Martin: Bakterien, die man da nutzt.
Martin: Das heißt, damals war das ganze Leben darauf eingestellt, dass es keinen Sauerstoff gibt.
Martin: Dann kam Sauerstoff in die Atmosphäre durch die Photosynthese,
Martin: durch die Algen damals. Und dann ist ja irgendwie so 90% krepiert von allen.
Willy: Die größten Arten sterben aller Zeiten.
Martin: Überhaupt, genau. Es sind mal welche übrig geblieben, auch in Nischen.
Willy: Durch Fermentation oder sowas, oder?
Martin: Ja, so ähnlich. Vermittlung ist gefährlich.
Willy: Das wird eine Headline vom Podcast.
Martin: Also es ist möglich. Also diese Artensterben ist irre. Ich habe das ja auch
Martin: vorher jetzt gar nicht, also man weiß das ja auch alles nicht genau.
Martin: Ist ja auch alles abgestattet. War keiner dabei.
Martin: War keiner dabei, aber es ist schon sehr schlüssig. Genau, es sind ganz,
Martin: ganz viele Arten eben gestorben, weil die Sauerstoff nicht abhaben konnten.
Martin: Aber in Nischen haben welche überlebt. Und bis heute gibt es eben,
Martin: es gibt Organismen, die einen grundlegend anderen Stoffwechsel haben und quasi
Martin: genau diese Gase eben als Ausgangsstoff nehmen. also ihre Kohlenstoff quasi
Martin: aus den Gasen holen, statt aus einem Zucker zum Beispiel.
Martin: Genau, und diese oder aus, genau, da kommt Methan oder Kohlenmonoxy,
Martin: CO2, was auch immer, mit dem, dass daraus Protein wird, ist immer so ein bisschen
Martin: verkürzt, weil da steckt ja kein N drin, kein Stickstoff, also die brauchen
Martin: schon auch noch Stickstoff, der kommt dann auch noch woher.
Willy: Protein.
Martin: Protein, achso. Kein N, Entschuldigung. Der war flach, aber ich mag es.
Martin: Genau, also aber ja, also du hast Gase, du hast gar keinen Acker,
Martin: Ja, dann im Prinzip. Also, ne, du kannst das ...
Martin: Theoretisch aus der Luft machen, deswegen kommt dann Essen aus Luft so ein bisschen zustande.
Willy: Das ist das Marketing-Argument dazu.
Martin: Also du musst natürlich ein bisschen aufkonzentriert haben, weil in der Luft
Martin: ist, es schadet dem Klima, aber es ist trotzdem relativ wenig CO2 drin.
Martin: Deswegen ist sowas dann eher, zum Beispiel Industrieabgase ist die Idee, oder du kannst auch
Martin: Müll, also du kannst alles mögliche gasifizieren quasi zu Gas,
Martin: du kannst Erdgas direkt nutzen auch, also du kannst alle möglichen Kohlenstoffquellen dafür nutzen.
Willy: Also das kann man Capture & Storage irgendwie nach und nach auflösen wieder.
Martin: Genau, also aus der Luft geholtes CO2, grob gesagt, aufkonzentriert dann da eben nutzen.
Martin: Genau, und dann hast du ein Essen produziert, grob, also eine Nahrungsquelle.
Willy: Also ein Zutat, ein Ingrid-Zutat.
Martin: Oder ein ganzes... Ja, ich meine, es ist auch irgendwie eine Zutat,
Martin: keiner wird das wahrscheinlich direkt löffeln oder so.
Willy: Du hast gesagt, bei Präzisionsfermentation ist es ein bestimmter Stoff.
Martin: Nee, genau, es ist aber Biomasse-Fermentation, genau. Ja, also,
Martin: ja, doch. In den allerlogischen Zellen. Das ist nicht spezialisierend,
Willy: Sondern Biomasse-Fermentation.
Martin: Genau, die teilen sich halt massenweise und dann hast du dir,
Martin: also Solar Foods macht das ja zum Beispiel auch.
Willy: Biomasse ist Gas. Oder ein gasförmiger...
Martin: Das, was reingeht. Die, die sich bilden, ist dann eben genauso eine Biomasse
Martin: wie beim Mycel im Prinzip.
Willy: Und das ist einfach schwer für Menschen zum Vorstellen, weil das eine ist einfach
Willy: unsichtbar, gasförmig, wie soll man das essen? Im Prinzip auf atomarer Ebene sind halt Atome.
Martin: Ja, genau. Und die Mikroorganismen essen das ja. Und wir essen dann die Mikroorganismen.
Martin: Brauchen das, muss ich sagen.
Martin: Und wir essen dann die Mikroorganismen. Das macht Solar Foods zum Beispiel.
Martin: Ich würde mich interessieren, wie Econutri das genau macht.
Martin: Auch die Idee gibt es schon lange.
Willy: Vermutlich ein Geheimnis.
Martin: Ja, manchmal ist es so ein bisschen genau, auch die Organismen sind manchmal nicht offen.
Martin: Aber ja, es gibt schon lange die Idee, speziell für Tierfutter.
Martin: Und das wollen die ja auch, weil es ist einfacher.
Martin: Es ist eben nicht jetzt direkt ein bekanntes Lebensmittel, was dabei rauskommt.
Martin: Und da die Proteinlücke zu schließen
Martin: oder die Exportabhängigkeit zu verringern, hat eine gewisse Logik.
Martin: Aber auch Nachhaltigkeit. Also selbst wenn du es aus Erdgas machst,
Martin: wo man ja erstmal denkt, okay, was soll das denn jetzt? fossile Rohstoffe, total schlimm.
Martin: Selbst das, bin ich mir ziemlich sicher, ist wahrscheinlich nachhaltiger.
Martin: Weil du ja diese ganze Fläche einsparst und auch trotzdem lauter Emissionen,
Martin: die du ja durch die Tierhaltung auch machst und so weiter, Methan durch die Küche und so.
Willy: Die Frage ist wirklich, ob man parallel dazu Flächen einsparen.
Willy: Also das ist so die Hoffnung, dass...
Martin: Ja, da kommen wir wieder zu... Das ist die Frage,
Willy: Wachstum ohne Grenzen, dann baue ich halt dort jetzt, habe ich dort mehr Ressourcen und das.
Martin: Aber da finde ich halt wieder, also da deutet doch alles darauf hin,
Martin: dass das jetzt nicht ein Wachstum ohne Ende wird, weil alle Gesellschaften,
Martin: die irgendwann mal einen Wohlstand erreichen, haben eine abflachende Kurve.
Martin: Also unsere Bevölkerung, es gibt ja sogar Prognosen, die sagen,
Martin: ab 2100 oder sowas geht die Weltbevölkerung sogar dramatisch
Willy: Zurück oder gefährlich.
Martin: Ja, und das wäre meine optimistische Sicht, dass ich sagen würde,
Martin: naja, wir müssen das bis dahin schaffen und es wird nicht immer mehr werden,
Martin: sondern es wird, wie bei uns auch,
Martin: wenn wir es schaffen, dass alle diesen Wohlstand kriegen, was irgendwie doch
Martin: auch irgendwie ein heeres Ziel ist, jetzt zu sagen, warum sollen wir jetzt plötzlich
Martin: aufhören, wo es uns jetzt total gut geht, dann sagen wir, stopp,
Martin: global, nee, jetzt ist mal gut, sondern dass alle das irgendwie dahin schaffen,
Martin: Aber wir müssen es schaffen, ohne alles wegzuessen und mit dem Planeten vor die Wand zu fahren.
Martin: Und sowas würde zum Beispiel ja dabei helfen, dass man sagt,
Martin: naja, ein Teil der Ernährung, ein Teil des Bedarfs deckt man eben über eine
Martin: Technologie, die fast gar keine Fläche braucht.
Martin: Also von diesem wachsenden Bedarf, den wir auf jeden Fall haben werden,
Martin: ob man das jetzt richtig findet oder nicht, der wird kommen.
Martin: Und wir schaffen das eben dadurch, extrem Flächen einzusparen.
Martin: Die Gasfermentation finde ich extrem elegant.
Martin: Und wie gesagt, Unibio, diese Dänen machen das jetzt in Saudi-Arabien.
Martin: Ich glaube, wir werden das hier auch brauchen und hoffe, dass die Politik da
Martin: auch entsprechend irgendwie Weichen stellt und das erkennt, weil das selbst
Martin: für die Tierfütterung Sinn ergibt.
Martin: Also auch quasi wieder für die Landwirtschaft, um die resilienter zu machen,
Martin: um da eine Option zu haben mit diesen Schocks aufs Ernährungssystem,
Martin: die wahrscheinlich kommen werden in Zukunft, klimatisch, geopolitisch,
Martin: was auch immer, dass man damit besser umgeht, wenn du halt so eine Option hast.
Willy: Dankeschön, jetzt hast du quasi die Vorlage gegeben. Jetzt bingen wir dann in
Willy: die letzte und aber auch sehr, sehr wesentliche Frage, jetzt speziell in dem
Willy: Kontext mit den beiden letztgenannten Fermentationsmethoden ein.
Willy: Ich habe es jetzt irgendwie aufgeschrieben, weil das ist viel zum,
Willy: ich merke mir ja sonst nichts über Nudeln, sie passieren.
Willy: Solarfoods hat sich seinen Produktionsprozess patentieren lassen in den USA.
Willy: Laut Goodfood-Institut sind in den letzten zehn Jahren 4,8 Milliarden,
Willy: was viel und wenig ist, in so Fermentations-Startups geflossen.
Willy: Perfect Day allein hat über 800 Milliarden gekriegt.
Willy: Die Investoren kommen aus dem Silicon Valley, es sind Nestle,
Willy: Danone, ADM und so weiter.
Willy: Haben wir da nicht das Risiko, die Bücher zu.
Willy: Inwiefern supranationale Unternehmen, also die auf der Welt tätig sind,
Willy: mit Patenten, lokal begrenzte Staaten und vielleicht Staatengebilde wie die
Willy: EU unterwandern oder umgehen können.
Willy: Wie groß ist denn das Risiko, dass im Endeffekt, jetzt haben wir zwar,
Willy: sagen wir mal, noch eine dezentrale Landwirtschaft, die Lebensmittel produziert.
Willy: Stichwort wieder Ernährungssouveränität.
Willy: Jetzt technologisieren wir, aber von der Landschaft, Wirtschaft weg,
Willy: wieder hin zu Prozessen und vielleicht ein Mikroorganismus, wobei da Patente
Willy: schwieriger sind, wo wieder Rechte drauf sind, die sich wieder Konzerne sichern.
Willy: Und dann sind es am Ende vom Tag wieder fünf Konzerne, die 80% von dem neuen
Willy: Fleisch oder dem neuen Protein, den neuen Eiern, dem neuen Ding und die dann sagen, was was kostet.
Willy: Also es passiert ja schon. Die Frage ist ja nicht, ob es passieren wird.
Willy: Man sieht ja schon, wer investiert.
Martin: Besonders bei Präzisionsfermentation, ja.
Willy: Sind wir da schon wieder? Das ist der Zug eigentlich eh schon wieder abgefahren in Richtung,
Willy: Ernährungssouveränität und Demokratisierung von sowas. Du hast ja auch gesagt,
Willy: die Technologie soll den Menschen zugutekommen.
Willy: Ich mache dem Unternehmen keinen Vorwurf, weil Unternehmen machen,
Willy: was Unternehmen tun. Und man darf jetzt nicht zu viele Erwartungen haben.
Willy: Unternehmen sind keine Staaten.
Willy: Ist der Zug schon abgefahren? oder welche Maßnahmen müssten wir ergreifen,
Willy: dass wir quasi eine gewisse Demokratisierung einbringen?
Martin: Ja, da kommt, ja, nee, sehr gut.
Willy: Text ist.
Martin: Ist ja auch, nee, ist total häufig und zeichnet sich ja auch inzwischen so ab,
Martin: dass es in die Richtung geht.
Martin: Da kommen zwei Sachen so zusammen, auch bei mir selbst. Du sagst,
Martin: okay, ich bin selbst sehr, sehe das mit sehr viel Sorge, was da so passiert am Markt.
Martin: Du hast ja von KI angesprochen und so weiter, was gerade auch in den USA passiert und sowas.
Martin: Und ich sehe jetzt auch keinen Grund, warum ich jetzt sagen könnte,
Martin: das wird jetzt bei dieser neuen Technologie irgendwie in diesem System jetzt total anders laufen.
Martin: Warum sollte es erstmal? Also gerade in diesem Zutatenbereich,
Martin: der ja auch sehr zentralisiert ist und sehr oligopolistisch immer mehr.
Martin: Und ja, also warum sollte das dann nicht auch passieren? Also ja, das Risiko besteht.
Martin: Was ich dann immer so ein bisschen schade finde, also das ist was,
Martin: das muss man angehen, unabhängig von diesen Technologien.
Martin: Also warum, das ist für mich jetzt irgendwie kein Grund, dass ich sage,
Martin: diese neuen Technologien sollte man deswegen irgendwie sein lassen.
Martin: Und die befeuern das noch mehr. Ja, okay, klar, wenn es dafür sorgt,
Martin: dass die Urproduktion, dass dieses doch immer noch ein bisschen dezentrale auch
Martin: der Landwirtschaft vielleicht mehr ins Verarbeiten abwandert,
Martin: ja, es klingt irgendwie nicht so gut, ne?
Martin: Es ist dann vielleicht irgendwie was, wo man nicht vielleicht,
Martin: wo man auf jeden Fall rangehen muss, wo die Politik mal irgendwie sowieso rangehen
Martin: müsste, irgendwie was zu finden, weil wie du sagst, also ich glaube auch nicht,
Martin: es gibt ja viele Versuche auch, das mit Firmen zu machen und ja,
Martin: Firmen sind auch nicht des Teufels und sowas, aber die haben einfach ihre Logiken,
Martin: wie die am Markt funktionieren und Nestle und Danone, genau,
Martin: gehen da nicht ohne Grund rein, ich glaube, die sehen das auch schon kommen, volatilere Märkte,
Martin: bei tierischen Produkten und dann ist natürlich super, wenn du eine Alternative
Martin: hast und dann sagen kannst, ey, das ist was, wo wir noch unabhängiger sind,
Martin: brauchen wir die Landwirtschaft da irgendwie gar nicht mehr,
Martin: weil sie haben sie ja eh schon total in der Kralle, aber dann ist das irgendwie noch...
Willy: Nein, Europa ist noch nicht so stark in Amerika oder Amerika,
Willy: ja, USA, aber auch Südamerika, siehst du einfach die großen Agrarkonzerne,
Willy: KG, ich weiß nicht, ich vergesse mich den Namen, KG glaube ich und so weiter und so fort.
Martin: Aber das sind richtig große Agrarkonzerne schon,
Willy: Diese Strukturen haben wir glaube ich in Europa noch nicht so,
Willy: aber am Werden vielleicht äh.
Martin: Ja, ja, nee, nee, total. Also, wäre ja ein Appell an die Politik,
Martin: also auch so neue Entwicklungen, ja, und gerade so eine Neuentwicklung dann
Martin: zur Chance zu nehmen, das da zum Beispiel zu machen,
Martin: jetzt also eben hinzugucken erstmal als Politik, das auch mal zu verstehen und
Martin: sich mal damit zu beschäftigen und dann da das vielleicht exemplarisch jetzt
Martin: mal zu machen und zu sagen, gut, und es gibt die Prozesse, es ist jetzt nicht
Martin: so, dass es das gar nicht gibt, ja, es gibt ja immer wieder mal so Dialoge,
Martin: Geschichte, wo du sagst, okay, gut, wie können wir jetzt Landwirtschaft,
Martin: wie können die auch profitieren,
Martin: wie bringen wir Bioreaktoren auf den Hof, hatten wir ja vorhin schon, oder was machen die?
Martin: Gibt es ja die Prozesse, aber dass man vielleicht das dann zum Anlass nimmt,
Martin: diese neuen Technologien, um das dann mal ordentlich zu gestalten,
Martin: weil das ist das, was man von der Politik hier eigentlich erwartet,
Martin: dass sie das gestalten und ganz ehrlich, ich meine, auch wieder ein Terrain,
Martin: wo ich jetzt nicht Experte bin,
Martin: aber da steht man ja schon manchmal daran, was passiert da eigentlich?
Martin: Gibt es überhaupt irgendwie Kartellrecht?
Martin: Firmen werden ja schon immer größer und ich meine, bei uns hat Habeck ja mal
Martin: gefordert, was hat er gesagt, irgendwie ein Kartellrecht mit Zähnen oder so,
Martin: der wollte irgendwie, also es gibt ja schon auch in der Politikbestrebung.
Willy: Das ist ja ein Kartellrecht.
Martin: Ja, aber weißt du, das ist was so Allgemeines und das im Kontext der Fermentation,
Martin: was Neues finde ich immer so ein bisschen, ja okay, aber klar,
Martin: du hast recht, es wandert ein bisschen mehr ins Verarbeiten der Industrie vielleicht noch ab.
Martin: Ja, ich habe da keine Antwort drauf. Also ja, muss man irgendwie,
Martin: man muss von der Politik einfordern, dass da gestaltet wird und zwar nicht nur
Martin: so ganz auf Meta-Ebene und EU, sondern also ganz konkret, dass man sagt,
Martin: okay gut, zum Beispiel ein ganz konkretes Mal, vielleicht Nosh Bayo.
Willy: Wie?
Martin: Noshpajo heißen die in Berlin. Die machen Biomassefermentation.
Martin: Die haben in Sachsen eine Brauerei reaktiviert und machen das da jetzt.
Martin: Also das ist mal so ein ganz konkretes Beispiel weg von diesen großen Kontexten.
Martin: Weil man da ja vielleicht dann ansetzen kann als Politik, auch ganz regional
Martin: auch zu sagen, gut, dann fördert man das.
Martin: Die sorgen also dafür, dass in einem ländlichen Raum, wo es ja bekanntermaßen sowieso Probleme gibt,
Martin: Wirtschaft wandert ab, es gibt wenig Arbeitsplätze, haben die wieder dafür gesorgt,
Martin: eben beleben da die regionale Arbeitsmarkt, haben diese nicht mehr aktive Brauerei
Martin: aktiviert und machen da jetzt, brauen da jetzt quasi ihr Pilzmythel. Also, es gibt ja...
Willy: Pilzmythel.
Martin: Genau, ja, ja, es gibt doch auch Pilz, gibt es auch so ein Wort.
Willy: Entschuldigung, ich habe jetzt echt so gehört, Pilzmythel, cool.
Martin: As Bitburger, irgendwelche haben da ja auch so ein Wortwitz mit drin.
Martin: Wirklich? Ja, weil, genau, wegen dem Biertreber wieder, also es gibt ja auch
Martin: Brauereien, auch Störtebäcker und sowas, die das gerade...
Willy: Ja, das liegt irgendwie auf der Hand, oder? Entschuldigung, ich wollte Ihnen
Willy: unterbrechen, weil Sie wieder raus müssen.
Martin: Nee, also, weißt du, dass man vielleicht auf der Seite ansetzt und sieht,
Martin: naja, also an sich bringt die Technologie das Potenzial mit,
Martin: dezentral im Sinne der Bevölkerung, im Sinne der, was weiß ich,
Martin: der, wie nennt man es, Sozioökonomie, der Infrastruktur und so weiter,
Martin: auch männlichen Räumen, was zu tun. Ja.
Martin: Und da müsste die Politik dahin und dahin das eben gestalten und dafür sorgen,
Martin: dass das eben nicht demnächst an sich ein großer Krallt oder zumindest,
Martin: das kannst du ja auch nicht verhindern und nicht verbieten und so weiter,
Martin: aber dass es eben nicht weiter einzahlt auf diese immer weiter Monopolisierung
Martin: und Konzentration auf dem Markt und so. Also ich stelle mir das jetzt auch nicht so einfach vor.
Martin: Wahrscheinlich ist das auch nicht, wenn es eine einfache Antwort gäbe,
Martin: wird es auch irgendjemand machen. Also das ist irgendwie auch wieder so eine Balancefrage.
Martin: Aber ja, ich sehe es wie du. Es ist in der falschen Richtung.
Martin: Und Ernährung, wie du sagst, ist vielleicht auch noch einer der letzten Bereiche,
Martin: wo es noch gar nicht so stark ist durch eben die Landwirtschaft,
Martin: durch die EU-Produktion, weil da eben noch Leute auf ihrem eigenen Grund und
Martin: Boden da irgendwie wirtschaften und noch nicht so viel zusammengelegt ist.
Martin: Aber in ganz vielen anderen Bereichen haben wir das ja auch.
Martin: Und es ist ja ungut und am Ende eben auch für niemanden besonders,
Martin: also außer für die selbst, die natürlich da das Geld machen.
Martin: Aber wenn dann Preise bestimmt werden, Deswegen soll es ja eben keine Oligopole
Martin: geben. Das ist natürlich nicht gut. Und wird auch in der Präzisionsfermentation nicht gut sein.
Willy: Es geht auch nicht darum, dass ich da jetzt irgendeine Meinung durchsetze.
Willy: Ich versuche da immer unterschiedliche Meinungen mit einzunehmen.
Willy: Aber die Frage ist halt schon, weil ich habe letztens nachgeschaut,
Willy: 2024, wenn ich mich nicht irre, war der Anteil,
Willy: volkswirtschaftliche Anteil der Landwirtschaft das erste Mal,
Willy: glaube ich, unter einem Prozent in Österreich. Ich weiß nicht,
Willy: wie es in Deutschland ist.
Willy: Ich hoffe, ich nenne jetzt keine falsche Zahl. aber einfach so,
Willy: dass du denkst, okay, 1 Prozent, Wirtschaftswachstum haben wir,
Willy: das ist ja 2 Prozent, das konnten wir eigentlich sparen auch.
Willy: Das konnten wir eigentlich abschaffen in der Landwirtschaft.
Martin: Die brauchen wir nicht mehr. Auf den Schluss kann man, genauso,
Martin: weil ja auch noch sehr wenige darin arbeiten, das kommt ja noch dazu,
Martin: aber dann wiederum muss man sagen, Landwirtschaft im Vergleich zu anderen Buchstaben
Martin: haben natürlich auch andere soziale Dienstleistungen, also weißt du alles, ich will es mal,
Martin: argumentiere ich jetzt mal dagegen, weil, ähm,
Martin: Naja, es ist einfach wichtig für den ganzen Zusammenhalt.
Martin: Also sie machen vor Ort sehr viel. Diese Berufsgruppe ist nicht wie jedes,
Martin: nicht austauschbar, haben wie gesagt einen Grundbesitzer, haben da diesen Grunde
Martin: Boden, sind meistens da sehr gut vernetzt, produziert eben auch noch anderes als nur ihre Nahrung.
Martin: Also haben, sage ich mal, über diesen sehr geringen Prozentsatz hinaus wahrscheinlich
Martin: schon einen sozioökonomischen Wert, der größer ist und dann auch einen strukturgebenden Wert.
Martin: So, deswegen kann man jetzt ja, okay, das kann man jetzt irgendwie ganz sein
Martin: lassen. Aber auf der anderen Seite, da hast du schon recht und finde ich halt
Martin: auch oft, wenn es mich so ein bisschen triggert,
Martin: wenn mir die Bauern sich mal wieder ein bisschen so, dann denke ich auch,
Martin: ja gut, aber ihr seid schon sehr überpräsent, sage ich mal, in der gesellschaftlichen
Martin: Diskussion und auch in der politischen Macht im Verhältnis zu diesem,
Martin: also muss man manchmal auch sagen,
Martin: hat natürlich seine Gründe und ist teilweise auch gerechtfertigt,
Martin: aber ja, manchmal denkt man auch so, naja, es wird es auch nicht,
Martin: wie gesagt, das habe ich vorhin gesagt, die große Umwälzung kam schon,
Martin: früher haben die allermeisten Leute in der Landwirtschaft gearbeitet,
Martin: es war ein großer Teil der Wertschöpfung im Land, das ist ja jetzt schon lange
Martin: nicht mehr so, das heißt, diese neuen Technologien bringen jetzt,
Martin: was die Zahlen angeht, nicht mehr den großen Umbruch, da kommt jetzt noch ein
Martin: bisschen mehr, der große Umbruch war schon längst bei der Landwirtschaft, der strukturelle.
Willy: Ja, und es zeigt halt einfach das Beispiel, das finde ich immer so spannend,
Willy: weil das eine ist, im Misshalt Wachstum, Wirtschaftswachstum,
Willy: was wir halt gelernt haben als BIP,
Willy: Und dann kommt man drauf, wenn man diese provokante Frage stellt,
Willy: ja okay, mit diesem einen Prozent kommt man es wahrscheinlich wirklich leisten,
Willy: volkswirtschaftlich, aber irgendwie da fehlt doch was.
Willy: Und da kriegt man so ein Gespür für das, dass man bei aller Liebe zur Technik
Willy: und ich habe diese Affinität, ich habe ja selber mit Insekten gearbeitet und
Willy: mit Pilzen, ich habe das auch alles ausprobiert, ich finde das ja super sexy.
Willy: Aber es übersieht halt vieles. Erstens sind es die ganzen externen Kosten,
Willy: die entstehen und gleichzeitig eben diese ganzen kulturellen Faktoren,
Willy: die in dieser technologisch-ökonomischen Betrachtungsweise einfach verloren gehen.
Willy: So ein bisschen dieses menschliche, nicht messbare, weiche, was auch immer das ist.
Martin: Irgendwie ist da was. Gerade bei den Beispielen, die du nennst,
Martin: wir werden die Landwirtschaft ja trotzdem brauchen.
Martin: Ich glaube, da ist es auch echt in die falsche Richtung gegangen.
Martin: Ich meine, ich habe auch manchmal so ein bisschen drauf eingezahlt,
Martin: haben wir jetzt ja auch gesagt, auf dieses Narrativ.
Martin: Und das rächt sich ja jetzt gerade sehr.
Martin: Also nicht, weil ich das gemacht habe, sondern generell muss man sagen,
Martin: also ich war auch vielleicht nie so auf der Extremseite, aber diese eigentlich
Martin: diese Startup-Narrative und ich glaube, es hat viel damit zu tun,
Martin: dass heute aber auch alles in alle Räume diffundiert, also ich sag mal,
Martin: was Startups ja kommunizieren, ist ja
Martin: Allermeistens an potenzielle Investoren gerichtet und da ist natürlich sehr
Martin: disruptive Erzählungen und du willst auffallen und so weiter,
Martin: aber genau, und das wird von den Medien wieder amplifiziert,
Martin: weil das sind eigentlich die Geschichten, die knacken am meisten, die klicken am besten,
Martin: das heißt, das ist das irgendwann was, ja, die Landwirtschaft wird abgeschafft,
Martin: aber wir haben das Fleisch aus Zeltkultur Und das dann eben in der heutigen
Martin: Aufmerksamkeitsökonomie so hoch gejazz, dass du irgendwann nur noch zwei Fronten hast.
Martin: Die einen, die sagen, okay, alles abschaffen. Die anderen sagen,
Martin: wir machen nichts mehr Neues. Und das spiegelt ja überhaupt nicht die Realität wieder.
Martin: Das sind die Leute ja im Endeffekt auch gar nicht, wenn du, wie gesagt,
Martin: näher heranguckst. Und das führt einfach zu nichts, weil es überhaupt nicht vorangeht.
Martin: Das haben wir, aber es ist ja trotzdem ganz reale Auswirkungen.
Martin: Eben auf EU-Ebene Verbände oder eben auch Politik getrieben von Verbänden,
Martin: die zum Beispiel Fleisch-Ostel-Kultur irgendwie verbieten wollen.
Martin: Also okay, es ist jenseits von irgend...
Martin: Es ist überhaupt nicht irgendwo an der Nähe vom Markt. Es ist absolut gar keine
Martin: Bedrohung. Die Landwirtschaft hat sehr viele Probleme, mit denen man sich beschäftigen
Martin: könnte. Ganz sicher nicht vielleicht aus Zeltkultur.
Martin: Aber es sind schon auch irgendwie eben das Ergebnis, was man sich dann auch
Martin: vielleicht selbst eben anlassen muss als New Food Branche, schon auch dieser
Martin: krassen Fronten, die man aufgemacht hat und diesem schon auch sehr bedrohenden
Martin: eben für die Landwirtschaft.
Martin: Und es ist einfach nicht sinnvoll und auch nicht, dass das passieren wird,
Martin: weil wir die Landwirtschaft absehbar auf jeden Fall brauchen werden.
Martin: Also ich weiß nicht, wann man die mal nicht mehr brauchen würde.
Martin: Das ist jetzt nicht realistisch.
Willy: Ja, es hat hin und wieder eine Recherche, wenn man so denkt,
Willy: das könnte so sein, dass man eigentlich die neue, weil der Titel ist ja,
Willy: glaube ich, im Untertitel, vom Untertitel heißt Braukessel Stadt Bauernhof, oder?
Martin: Ja, das war immer mal so bei Zeitungen vor allem. Irgendwo habe ich es gelesen,
Willy: Irgendwas rausgeschrieben oder sowas, natürlich kann man das dann rein und als
Willy: Journalist oder zumindest wenn ich darauf bin, dass die Reichweite groß wird,
Willy: dann schäte ich das natürlich ganz nach oben hin.
Willy: Jetzt sind wir quasi beim letzten letzte Frage zu dem Thema,
Willy: dann gehen wir in den Abschluss.
Willy: Sprache. Waren wir jetzt diese.
Martin: Hast du Fehler gefunden?
Willy: Ja, genau, Beistrichfehler. Jetzt gehen wir nochmal den Beistrichfehler durch
Willy: im Buch. Jetzt gehen wir durch.
Willy: Du kannst entweder sagen, man spricht von Fermentation von Sauerkraut und Bier
Willy: und von der Herstellung von Lebensmitteln oder sagt gentechnisch optimierte
Willy: Mikroorganismen in Bioreaktoren,
Willy: deren Output bei additiver Fertigung zu texturierten Lebensmittelimitat verarbeitet wird.
Willy: Also du kannst entweder extrem technokratische Sprache wählen.
Willy: Du kannst konsumentinnenorientierte, warme, liebevolle Sprache verwenden.
Willy: Du kannst ein Gegenstand aus sehr unterschiedlichen Dingen benennen.
Willy: In diesem Zusammenhang, wo es ja quasi an der Grenze zur Zukunft ist,
Willy: wo viel Raum für Skepsis, für Angst, für Missverständnisse, bewusste und unbewusste
Willy: Missverständnisse. bin. Welche Sprache ist,
Willy: verantwortungsvoll, ehrlich und angemessen? Oder welche Sprache,
Willy: wie würdest du das sehen?
Martin: Ja, bin ich ständig zwischen hin und her gerissen, weil, also mir wird zum Beispiel
Martin: oft gesagt, ja, ist aber total toll, dass wir da noch, weil ich,
Martin: das finde ich ein sehr spannendes Thema, weil man auch immer noch lernend ist.
Willy: Sprache schafft Wirklichkeit, ne?
Martin: Genau, schafft Wirklichkeit und ich habe halt, was bei mir so ein bisschen wieder
Martin: das Problem ist, ich habe keinen klaren Auftrag.
Martin: Also mir wird zum Beispiel oft gesagt, ja, sprich doch nicht von Bioreaktoren,
Martin: Ah, nicht von gehen. Naja, aber ich habe kein Startup.
Martin: Da ist das klar. Da will ich natürlich eine Sprache wählen. Wem vertrauen? Genau, da geht es um.
Martin: Ich will schon, also mir ist dann eine ehrliche Kommunikation auch wichtig.
Martin: Und das ist natürlich irgendwie so ein Balanceakt zwischen,
Martin: also erstmal zwischen Simplifizierung und trotzdem noch richtig sein.
Martin: Also vereinfachen muss man, aber, also das haben wir ja auch mal so,
Martin: in der Wissenschaftskommunikation, das Problem, du vereinfachst,
Martin: es muss aber irgendwie richtig bleiben.
Martin: Da hast du immer Zielkonflikte auch. dann zwischen diesem Angst machen, Hoffnung machen
Martin: Was aber auch sehr individuell ist, also wo du ja auch eigentlich immer,
Martin: was mir manchmal, also man muss ja eine Zielgruppe auch ein bisschen kennen
Martin: und die ist ja nicht klar oft, also auch bei Vorträgen oder bei irgendwelchen,
Martin: ja wer sitzt ja jetzt eigentlich, weil den einen macht,
Willy: Liebe Zielgruppe, hallo, wie seid ihr?
Martin: Ja, wer weiß, vielleicht machst du Leuten Todesangst für deinen Podcast oder
Martin: so, weißt du das gar nicht.
Martin: Nein, aber der einen Gruppe macht das vielleicht total Angst,
Martin: die eine Sprache oder ist total irritiert oder versteht es gar nicht.
Martin: Die anderen sagen, es geht mir eigentlich noch gar nicht weit genug oder so.
Martin: Das habe ich auch ganz oft, also das ist bei diesem Buch auch total.
Martin: Die einen schreiben mir und sagen, ja, das ist aber irgendwie sehr oberflächlich und so.
Martin: Und deswegen bin ich da irgendwie nur so rüber und da habe ich gar nichts Neues
Martin: gelernt. Und die anderen sagen mir, ah, das ist irgendwie noch viel zu wissenschaftlich.
Martin: Ich habe echt fast nichts verstanden.
Martin: Also du hast sowieso eigentlich keine Chance, das jetzt ganz zu treffen.
Willy: Meinst du, versuchst, dann machst du es automatisch Ja.
Martin: Aber ich finde, was soll's, also es ist ja auch, und ich schreibe auch so ein
Martin: bisschen, wie es mein Fluss ist und wie es jetzt zuverkauft,
Martin: kann man es dann auch nicht machen,
Martin: was ich mir dann immer schon so zu Maxime dann gemacht habe,
Martin: ich würde jetzt, wenn ich Begriffe nehme, wo ich denke, das sind jetzt keine
Martin: allgemeinen, müssen sie erklärt werden,
Martin: das sind keine allgemein verständlichen Begriffe, da muss man die erklären,
Martin: weil es gehört dann zur Ehrlichkeit dazu, auch weil du sonst auch dieses aus
Martin: der Wissenschaft heraus Leute totreden hast, weil ich auch gemerkt habe,
Martin: das ist auch was, warum sehr viel Aversion auch der Wissenschaft oft gegenüber,
Martin: glaube ich, ist, weil man sich sehr schnell im
Martin: das ist auch so eine Psychologiesache, so ein bisschen im Nachteil fühlt.
Martin: Distriktion oder so. Man wird so mit Fachbegriffen irgendwie,
Martin: ne, und dann ich bin ja der, der alles weiß und du hörst nur zu,
Martin: also das ist dann reine Einbahnstraße und die Kommunikation,
Martin: das ist irgendwie keine sinnvolle
Martin: Art der Wissenschaftskommunikation, deswegen würde ich schon immer so versuchen,
Martin: auch, ich mache immer so ein bisschen auch verspielte Sprache und lege dann
Martin: wirklich teilweise weniger Wert auf die Korrektheit und dann ertrag das lieber
Martin: inzwischen, dass man dann eben,
Martin: Mann, Wissenschaftler irgendwie sagt, das ist nicht so und hab aber lieber das
Martin: normalos oder so sagen, ah, das hab ich jetzt verstanden, danke,
Martin: dass du es so erklärt hast.
Martin: Also das wäre mir dann, ist mir inzwischen mehr, vielleicht weil ich auch so
Martin: lange aus der Wissenschaft raus bin, früher habe ich glaube ich mehr von meiner
Martin: eigenen Community gekuschen wollte, dass die das alles, inzwischen sage ich
Martin: so, nein, es geht ja um, es geht um das, was ankommt bei den Leuten, um die,
Martin: Wieder bei diesem pragmatischen Ansatz, um die Menge an Informationen,
Martin: die ankommt und nicht die, die ich sende.
Martin: Ja, auch mein Buch hätte kürzer sein können und so weiter. Ich rede gerne und
Martin: schreibe gerne, aber an sich versuche ich, würde ich schon sagen,
Martin: das, was am Ende ankommt, ist wichtig.
Martin: Das darf nichts Falsches sein, klar, aber die Menge, die ankommt.
Martin: Das heißt, wenn ich ganz viele versuche, irgendwo rein zu pressen und dann am
Martin: Ende, oder derjenige macht zu und es kommt vielleicht gar nichts an,
Martin: dann ist es ein schlechter Job.
Martin: Das ist dann lieber weniger und lieber vielleicht nicht alles mit drin,
Martin: aber es kommt irgendwie mehr an und so versuche ich irgendwie zu schreiben.
Martin: Das heißt, ich wäre auch eher auf dem letzten, nee, dem ersten,
Martin: was war das mit dem nicht so komplizierten?
Martin: Ein Beispiel war so ganz kompliziert oder sehr wissenschaftlich.
Willy: Was ich da vorher gesagt habe, oder?
Willy: Gentechnisch optimierte Mikroorganismen in Bioreaktoren, deren Output additiver
Willy: Fertigung, was ja schon wieder jeder Aditiven.
Martin: Oder das ist ein Satz aus meinem Buch?
Willy: Nein, nein, nein. Nein, nein, nein. Du hast es sicher nicht geschrieben.
Martin: Ja, genau. Das war zumindest auch in dem Fall der Ansatz meines Buchs.
Martin: Da habe ich gesagt, wenn ich das mache, dann soll das jetzt möglichst für interessierte Laien.
Martin: Ich meine, wie gesagt, das ist eine Unschade, also du musst irgendwo hin zielen
Martin: in die Zielgruppe und nach links und rechts verlierst, ist immer so.
Martin: Aber es soll auf eine breite Gruppe von interessierten Laien irgendwie zielen
Martin: und die sollen irgendwie jetzt verstehen, was da ungefähr passiert.
Martin: Und wenn die sich dann tiefer dafür interessieren und welche Paper lesen wollen,
Martin: können die es machen. Habe ich ja teilweise dann als Fußnoten drin.
Willy: Aber wann ist es verantwortungsbewusst? Also wenn ich quasi jetzt die Präzisionsfermentation,
Willy: nehme und dann sage, okay, das Wort genetisch oder sowas oder Kispa oder sowas,
Willy: klammer dich aus oder umschreibe es, damit ich die Angst bloß nicht,
Willy: ich weiß ja, ich evoziere damit Angst, evoziere,
Willy: ich löse damit die Angst aus, ja, äh,
Willy: aber deswegen schreibe ich es jetzt lieber blumig. Das ist ja genau...
Martin: Weil das ein Bumerang ist. Das habe ich auch gemerkt. Ich habe es manchmal einfach
Martin: vergessen zu sagen und da kommt irgendeiner Mail letztlich und sagt dann,
Martin: ja, aber ist das nicht mit Gentechnik?
Martin: Und dann hast du ganz schnell ein komisches Framing. Deswegen nimmst du das
Martin: Framing lieber selbst. Weil du es nämlich verheimlicht hast.
Martin: Genau, und das ist schon immer ganz schlecht.
Martin: Weil man ja weiß, dass Gentechnik ein Thema für die Leute ist,
Martin: sollte man es dann erwähnen. Wie gesagt, als Startup machst du es lieber nicht.
Martin: Also zumindest machen sie es nicht und ich verstehe irgendwie die Beweggründe.
Willy: Aber das ist genau die Frage, warum ich sage, du darfst Unternehmen,
Willy: also Unternehmen machen keine Politik.
Martin: Ne, die haben andere Logiken.
Willy: Die schädigst du ja diese Mühe, andere Logik.
Martin: Die spielen ein anderes Spiel und das ist ja dann auch,
Willy: Muss man einfach, genau.
Martin: Und das muss man realistisch sehen und deswegen muss man das auch trennen,
Martin: das, was aus der Wissenschaft kommt, das, was aus der Wirtschaft kommt,
Martin: das, was aus der Politik kommt und was dann vielleicht zusätzlich noch von sowas,
Martin: jemandem kommt, der da so ein bisschen als Autor oder irgendwie als Kommunikator
Martin: irgendwie unterwegs ist.
Martin: Ich würde sagen, das ist am ehesten noch an die Wissenschaft vielleicht angedockt,
Martin: aber auch noch anders, auch eine andere, und ich sehe auch nicht,
Martin: warum ich mich an den Maßstaben messen sollte, weil das kommt ehrlich gesagt
Martin: oft, dann kommt, sie sind doch Biologe, wie können Sie das denn so und so schreiben?
Martin: Das ist doch rekombinant.
Martin: Was soll denn Präzisionsfilm für ein Wort sein? Das ist doch irgendwie von Startups.
Willy: Achso, ja, dann müssen wir ja akademisch an die Reiben.
Martin: Genau, meine Begründung dafür ist ganz einfach, ich sage, das ist für mich die
Martin: Definition, die für mich am handhabsten ist, handhabbares, am praktischsten
Martin: ist, damit Leute, die noch gar nichts davon verstehen, irgendwas verstehen.
Martin: Das ist für mich der Sinn von der Definition und nicht, weil das in irgendeinem
Martin: Lehrbuch steht und die Definition ist so und so und jetzt müssen wir es immer so machen.
Willy: Aber schön, dass Sie es wissen.
Martin: Schön, dass Sie, ja, also natürlich antworte ich nicht so, ich antworte immer
Martin: sehr höflich und sage dann, Dankeschön, Sie haben total recht und schön,
Martin: dass Sie mein Buch gelesen haben.
Willy: Ach, schön, ja.
Martin: Es hat jetzt sogar jemand mal, ich wurde auch schon auf Fehler hingewiesen im
Martin: Buch. Wirklich? Ja, also sehr aufmerksame Leser teilweise, ja.
Willy: Es gibt aufmerksame Leser.
Martin: Es gibt also Leute, richtig noch im Buch richtig lesen.
Willy: Ein Buch kannst du lesen, also von vorn bis hin.
Martin: Toll, ja, ja, richtig lesen.
Willy: Ich habe dein Buch.
Willy: Und ich kriege dann sogar noch eine Signatur hin. Wenn du dich jetzt abschließend
Willy: beschreiben würdest, was bist du jetzt eigentlich gerade?
Willy: Was bist du? Outdoor? Bist du Wissenschaftskommunikator, Wissenschaftsjournalist?
Willy: Bist du Lobbyist, Aktivist?
Martin: Ich habe mir lange vorgenommen, das endlich mal in einem Satz sagen zu können.
Willy: Okay.
Martin: Oh Gott. Ja, ja, nein. Es ist einfach so, genau. Ich bin Biologe und jetzt durch
Martin: das Buch bin ich natürlich auch Autor. Da kriegst du einen lauter Stempel.
Martin: Aber dadurch, dass ich immer so projektbasiert gearbeitet habe,
Martin: also auch in meinem Beruf.
Willy: Aber was bist du jetzt?
Martin: Einmal bin ich zum Beispiel Senior Policy Advisor bei WePlanet,
Martin: wo ich das freitags Freelancing mache.
Willy: Das ist das Aktivist wahrscheinlich, oder?
Martin: Ja, es zahlt irgendwie auch auf den Aktivismus ein bei meiner Arbeit.
Martin: Ja, es ist wirklich ein bisschen NGO ist eine registrierte Lobbyorganisation. Das ist ein Begriff,
Willy: Wie du so ein Geschmäckle hast, wo ich dann wieder sage, okay,
Willy: will ich mich wirklich als Lobbyist bezeichnen?
Martin: Es ist auch ein Begriff, der eben in unterschiedlichen Kontexten was anderes
Martin: bedeutet. Das ist ganz interessant.
Martin: Also erstmal Normalerweise würde man jetzt nicht sagen, Greenpeace macht Lobbyarbeit,
Martin: aber die sind auch eine registrierte Lobbyorganisation.
Martin: Das ist ja im Prinzip die Arbeit, die wir auch machen. Also wir schreiben,
Martin: ich analysiere die Sachen aus der Wissenschaft, ähnlich wie für mein Buch, aber ein bisschen...
Martin: Tiefe oder ein bisschen spezieller noch und dann übersetzt man das in Politikmaßnahmen.
Martin: Also wir haben natürlich Vereinsziele parallel dazu.
Martin: Wir sagen als Verein, naja, wir wollen Umweltschutz, Klimaschutz und dass es den Leuten gut geht.
Martin: Dann hast du teilweise noch auch durch Stiftungsgelder oder was auch immer.
Martin: Als NGO hast du ja auch irgendwo Geld her. Da gibt es dann auch noch manchmal
Martin: gebundene Ideen. und sagt, naja, es soll irgendwie in die Food-Richtung gehen,
Martin: zum Beispiel in dem Fall.
Martin: Und dann ist es zum Glück aber so, dass es eine sehr freie Arbeit ist,
Martin: weil ich auch nicht weiß, wie es wäre, wenn das jetzt sehr vorgegeben wäre.
Martin: Ich bin ja jemand, der das schon, es entspricht alles genau dem,
Martin: was ich halt auch denke, zum Glück, und was ich machen will.
Martin: Und dann beschreibt man eben Politikmaßnahmen, guckt sich, muss sich in dem
Martin: Fall auch sehr genau angucken, was gibt es denn überhaupt für Regelwerke gerade,
Martin: die in der Politik, in der EU-Politik in dem Fall,
Martin: auf sind, also wo jetzt überhaupt gerade Fenster sind, wo man jetzt,
Martin: und dann beschreibt man das und geht man da rein, dass erst mal Erst mal eine
Martin: relativ trockene Arbeit auf der Politikseite, weil das geht an die Politik.
Martin: Und dann darauf andockend machen wir aber Kampagnen, Aktivismus.
Martin: Also wir werden darauf jetzt auch auf meinem Report dann eben eine Kampagne aufbauen.
Martin: Und dann ist das eben genau, ist das die Spannweite von sehr technisch,
Martin: Sprache und sehr genau und so weiter und sehr möglichst wasserdicht bis hin
Martin: zu irgendwelchen Reels,
Martin: wo dann irgendjemand was ruft
Martin: und sagt, mach dies und das oder um Leute irgendwie, also sehr verkürzte,
Martin: nicht falsche, aber sehr verkürzte, vereinfachte Messages. ist.
Martin: Und das finde ich eine spannende Arbeit.
Martin: Ich bin gespannt, wie das sich weiterentwickelt. Bei meiner eigentlichen Arbeit,
Martin: Biocom, heißt inzwischen nicht mehr so, heißt jetzt NoBio, seit Januar,
Martin: sind wir ja sehr projektbasiert.
Martin: Da habe ich Biognomierat, war ich dann in der Geschäftsstelle,
Martin: hatten wir eine Zeit lang, Biognomie.de fürs Forschungsministerium.
Martin: Viele kleine Projekte, oft für Behörden und Ministerien. Dadurch ist es so ein bisschen schwierig.
Willy: Also engländer öffentlich.
Martin: Meistens öffentlich, aber nicht nur. Also wir machen auch für,
Martin: wir sind auch ein Fachverlag.
Martin: Nee, wir haben auch Eigengeschäft. Was für ein Verlag? Fachverlag.
Martin: Wir haben Fachzeitschriften auch. Also, und ...
Martin: Kurz zusammengefasst ist es immer so, ich bin Biologe und ich arbeite immer
Martin: an der Schnittstelle Biologie zu Politik, Wirtschaft, Öffentlichkeit.
Martin: Das heißt Übersetzen von Fakten in Richtung Zukunft.
Martin: Genau, es geht eigentlich immer über Zukunft, natürlich auch Analyse von Status
Martin: quo, aber es geht eigentlich immer
Martin: dadurch, dass es eben dieses Biotechnologie-Fokus ist, den die Firma hat,
Martin: immer darum, wie man jetzt quasi die Zukunft dann gestaltet und der Politik
Martin: dabei hilft, die Zukunft gut zu gestalten zum Beispiel.
Willy: Ich hatte jetzt vorher, wie du gesagt hast, mit dem mikroprogressiven Netzwerk
Willy: und der Wende, so ein bisschen dieser grüne Reche, der ist immer noch da, gell?
Martin: Ja, doch, genau. Dann bist du nie los geworden, oder? Ich versuchte uns treu
Martin: zu bleiben und ja, also Opa hat sich so gefreut mit dem Buch.
Martin: Meine Mama sagt das immer so, ah, der Opa hätte noch mit dem Buch und so,
Martin: weil der war auch so ein Bücher-Fan.
Willy: Meine Oma hat es noch gesehen, mein Opa nimmer, ja.
Martin: Der war immer alle, uns auch immer mit Büchern, alle, was ist,
Martin: was Bücher hier und so, der hätte das gefeiert.
Martin: Der wäre der größte Fan gewesen. Der Opa.
Willy: Der Opa. Abschlussfragen. In einer Welt, in einer utopischen,
Willy: in der du dir alles wünschen könntest, was würdest du dir für unser Lebensmittelsystem wünschen?
Martin: Es ist ja schon vieles ganz toll, also vieles kann so bleiben.
Martin: Wir haben eine sehr große Auswahl an Lebensmitteln. Die Utopie ist da.
Martin: Machtverteilung hatten wir schon, ich glaube, das ist ein ganz wichtiges Thema,
Martin: was gar nicht so sehr in meinem Expertisebereich ist, aber was ich als Person
Martin: einfach auch wahrnehme.
Martin: Betrifft ja jeden Ernährung, ist ja auch so. Ernährung betrifft jeden,
Martin: da merkt man schon irgendwie, es sehr gemacht konzentriert, wie in vielen Bereichen so in unserer Welt.
Martin: Also, dass man das irgendwie wieder zurückdrehen kann, glaube ich, ist wichtig.
Martin: Und dann natürlich, dass wir es irgendwann schaffen, quasi unsere Ernährung
Martin: doch auch zu entkoppeln von diesem großen Schaden, den wir an Klima und Ökosystem anrichten.
Martin: Das ist schon so das Grundziel. Also, wenn wir das irgendwie schaffen,
Martin: Und trotzdem quasi aber in Wohlstand leben, weil ich glaube schon,
Martin: also auch das ist sowas, das ist ja fast man hier schon verpönt,
Martin: ich glaube das ist die Basis, also wir wollen in Wohlstand leben,
Martin: wir leben ja auch schon in Wohlstand, also dass wir den erhalten,
Martin: aber dass auch die ganzen anderen Leute, die es noch gibt auf der Welt,
Martin: die noch nicht im Wohlstand leben, dass die eben auch im Wohlstand leben können.
Willy: Wo beginnt Wohlstand und wo ist dort viel dann? Weil das ist Wohlstand ist so,
Willy: ich glaube die Kritik ist dann wieder Wohlstand, keiner will die Klosigkeit,
Willy: sie wird sonst alles wegnehmen.
Willy: Welchen Wohlstand meinst du, wenn du daran denkst?
Martin: Ich glaube schon, also ich bin jetzt, ich weiß nicht, ob du diese ganze Abundance-Bewegung
Martin: kennst, also es gibt ja schon die Extremisten, die sagen, naja,
Martin: warum, man sollte vor allem Überfluss haben, das ist total super.
Martin: Also das ist dann auch wieder für mich ein zu extremes Konzept,
Martin: aber ich würde schon sagen, wenn man alles irgendwie hat, man kann vieles kaufen,
Martin: man kann sich irgendwie fast alles leisten, das ist doch schon was Tolles.
Martin: Also weißt du, also klar, jeder sucht heutzutage dann irgendwie doch auch noch
Martin: ein bisschen den Verzicht, damit man überhaupt noch was spürt,
Martin: wenn man irgendwas Neues hat.
Willy: Ja, aber auch nur noch aus Distinktion, ne, so verzichten nicht,
Willy: weil ich will, sondern weil es mich abhebt.
Martin: Ja. Ja, und ich meine, es gibt ja Diskussionen, ob das irgendwie,
Martin: reicht es jetzt nur, die Bedürfnisse, die Grundbedürfnisse zu befriedigen,
Martin: ist das dann irgendwie Wohlstand?
Martin: Nein, ich glaube schon, also wir haben so viel, ich bin zum Beispiel ein großer
Martin: Spieler, ich liebe Brettspiele spielen, Computerspiele spielen und sowas,
Martin: das ist ja auch so Peak Wohlstand, dass man rumsitzt und irgendwas spielt und so, ja.
Martin: Zeit dafür hast, laufen gehen. Was ein Quatsch, dafür Geld auszugeben,
Martin: dafür Materialien, aber ich hör doch auch nicht damit auf und dann sind wir
Martin: Menschen irgendwie so und wir mögen so Sachen und
Martin: Dass das alle irgendwie haben können, ist erstmal ein tolles Ziel und das ist
Martin: aus meiner Sicht nur ein Problem, weil wir eben da den Laden vor die Wand fahren
Martin: mit und nicht ein Grundlegendes, dass Leute nach Wohlstand streben.
Willy: Wenn wir vom Wohlstand reden, du meinst ja in Berlin, ne? Ja. Was kommt jetzt?
Martin: Ist der Flughafen fertig?
Willy: Nein, nein, nein, nichts über Berlin generell. Ich gehe bei dir zu Hause in
Willy: die Wohnung, du bist nicht da oder bist du da, aber ich gehe zu deinem Kühlschrank
Willy: und öffne ihn. Was finde ich dort?
Martin: Vegane Aufschnitte oft, meistens, den haben wir eigentlich standardmäßig.
Willy: Weil es vegan sind oder weil es dir schmecken?
Martin: Beides. Aber ganz ehrlich, also inspiriert wahrscheinlich wirklich so durch
Martin: die eigene Arbeit, der so, ach, probiere ich mal, sonst werde ich vielleicht
Martin: auch nicht so auf die Idee kommen, die Sachen zu probieren und dann schon so,
Martin: ich denke, ach, ist irgendwie auch sinnvoll.
Martin: Und weil es halt dann mal gemerkt, also es ist ja dann auch immer noch,
Martin: schmeckt es auch der Frau?
Martin: Also wir müssen schon beide essen und da haben sich manche Sachen herauskristallisiert,
Martin: dass wir die beide mögen, weil die Marken jetzt nicht nennen,
Martin: aber es gibt ein paar Aufschnitte, es gibt ein paar Veggie-Schnitzel,
Martin: die sind eigentlich wirklich immer so Standard, Also wir kochen sehr viel selbst,
Martin: aber die sind irgendwie immer so da als Backup, die Sachen.
Martin: Als Backup, ja. Cordon Bleu, so veganes Cordon Bleu zum Beispiel,
Martin: das mögen wir beide sehr gerne. Die findest du immer.
Willy: Ja.
Martin: Die findest du immer.
Martin: Oft Kimchi.
Willy: Natürlich, jetzt muss endlich mal was Fermentiertes rein.
Martin: Das ist aber nur für mich. Selber
Martin: gemachtes, oder? Im Moment nicht so oft selbst gemachtes. Echt nicht?
Willy: Dein Buch ist ein Foto, wo du gerade mal umeinander fermentieren willst. Alles fake.
Martin: Ich will jetzt nicht alles von meinen Sohn schieben, den wir dann seit zwei
Martin: Jahren haben. Wirklich, gratuliere.
Willy: Danke, dass du Zeit hast.
Martin: Knapp nach dem Buch war es. Deswegen habe ich auch gesagt, das Buch muss fertig sein.
Martin: Fermentation braucht schon immer ein bisschen. Die brauchen Pflege.
Martin: Die Einzeller auch. Und was überlebt hat bis zum Ende ist der Kabucha.
Martin: Würde ich auch allen empfehlen. Wenn ihr eine Sache macht, versucht macht Kabucha,
Martin: weil der ist echt wirklich nicht zu töten, fast nicht.
Martin: Alle anderen Sachen sind nacheinander leider abgekratzt. Sauerteig war dann
Martin: irgendwann, ach Mist, und dann roch er komisch.
Martin: Und da bin ich halt auch so, man muss schon auch vorsichtig sein, also mit Fermentation.
Martin: Wenn was komisch ist, dann im Zweifel lieber weg. Das kann auch überprogressiv sein.
Willy: Das kann auch, ja.
Martin: Genau. Man kann auch zu progressiv sein. Steht dann auf deinem Grabstein.
Martin: Waren sehr progressiv oder so, hat den Sauerteig noch gegessen.
Martin: Also das ist, nee, deswegen genau, vegane Ausstände auf jeden Fall und sonst
Martin: immer viel frisches Gemüse.
Willy: Sei dir jetzt vegan?
Martin: Also nur flexitarisch, wie man so sagt.
Willy: Flexitarisch, ja.
Martin: Also wir haben sehr reduziert, aber genau.
Willy: Wenn du irgendwann in der Zukunft.
Martin: Irgendwann einmal mit einem Jetpack durch die Gegend fliegst.
Willy: Nee, dahin bist, weg bist.
Martin: Nee, ich mach ja, ich bin ja dann einprogrammiert irgendwo und verfolgt dich
Martin: Achso, du, du, achso, ja,
Willy: Okay.
Martin: Ich lasse dich deinen Satz hören.
Willy: Dann weiß ich aber nicht mehr, dass du das bist, weil du das immer im Geheimen machst.
Willy: Und ich bin dann zurück und die Welt ist hinter dir. Wofür soll man sich an dich erinnern?
Martin: Oh.
Martin: Ja, wenn man sich da, an was, ja, da ich ein netter Typ war,
Martin: so glaube ich, oder irgendwie, irgendwie so, also das ist ja immer wichtiger,
Martin: als jetzt irgendwie, dass man denkt, der war der totale Experte,
Martin: so man sagt, das war irgendwie.
Willy: Ein nett, ja.
Martin: Ja, also ja, so, also.
Martin: Ich gehe gerne mit Leuten um und so und das ist eigentlich auch das,
Martin: was mich so umtreibt, dass man sagt, deswegen vielleicht auch mal neue Themen.
Martin: Ich finde es immer toll, mit Leuten irgendwas zu machen und ich glaube, das wäre eh was.
Martin: Man versucht ja schon irgendwie, das klingt auch wieder hoch dran,
Martin: ein guter Mensch zu sein, hilfsbereit und so und sowas.
Martin: Ich glaube, das wäre mir dann wichtiger, als ob der hat irgendwie die Fermentation
Martin: geschnallt und hat uns das gut erklärt oder so. Das wäre jetzt nichts Wichtigstes.
Willy: Ist doch gerade irgendwie beim Wegfermentieren, aber es war nett.
Willy: Ja, war ein guter Mensch.
Martin: Hat's versucht? Hat's versucht.
Willy: Wie hat der Ding gesagt, der Juncker, ich hab mich redlich bemüht.
Martin: Ja, ich hab mich redlich bemüht, ja. Ja, ich glaub, sowas wäre mir wichtiger als, ja.
Willy: Ja, so zu wieder warst du jetzt gar nicht. Ja. Kann man lassen.
Willy: Letztes Ding. Ein Spruch, der da wichtig ist, ein Witz, ein Zitat oder sonst
Willy: irgendwas, mit dem du uns jetzt heimschickst.
Willy: Nach Hause schickst.
Martin: Oh mein Gott.
Willy: Was ist jetzt schon wieder? Oh mein Gott. Wenn gerade die ganze zu schwere Fragen
Willy: am Schluss bei den paar Standardfragen da flippt er mal aus.
Martin: Ja, typisch, so ein Wissenschaftler. Ein Zitat.
Willy: Sei lustig, Alter.
Martin: Ah, was Lustiges?
Willy: Nein, du wolltest dich bitte machen, was dir in den Sinn kommt.
Martin: Was war jetzt ein Zitat?
Willy: Ein Spruch, Zitat, Wurst, ein Spruch vom Opa, irgendwas, was da wichtig ist.
Willy: Was du immer wieder sagst oder was da immer wieder in den Sinn kommt. oder was der Devil was.
Martin: Immer feste Essen, hat der Opa gesagt. Nee, oder? Wenn noch andere hat gut...
Martin: Ne, seid nett zueinander, weiß ich nicht.
Willy: Seid nett zueinander. Das ist gut.
Martin: Ja, dann schneiden wir was noch und ich denke mir noch was aus.
Willy: Sollen wir das stehen lassen? Seid nett zueinander.
Martin: Ich habe immer nicht das Gefühl, dass ich so gewichtige Worte zu sein habe.
Willy: Eine progressive Aufforderung, seid nett zueinander.
Martin: Ja, seid nett zueinander und seid irgendwie optimistisch. Was echt fehlt mir
Martin: oft heutzutage ist Optimismus.
Martin: Und es meint nicht Naivität und es wird alles besser mit Technologie,
Martin: sondern eine Vision, irgendwie man sagt so, ey, da wollen wir irgendwie hin
Martin: und dann probieren wir das auch zusammen.
Willy: Das wäre eine gemeinsame Vision.
Martin: Zum Beispiel auch eine Vision für Europa. Das ist was, was mir im Moment sehr
Martin: fehlt. Okay, was machen wir eigentlich damit?
Willy: Politische, wirtschaftliche?
Martin: Nee, so als Gesellschaften. Jetzt war ich ja gerade wieder hier in einem Nachbarland
Martin: und da in der Steuermarkt, bin da völlig neue Regionen kennengelernt,
Martin: die machen da was viel mit Slowenien.
Martin: Da habe ich wieder gemerkt, diese regionalen Sachen, also dieses wirklich einfach
Martin: ganz konkret da eine Vision. und die haben jetzt die Vision,
Martin: naja, wir wollen eigentlich da über die Grenzen weg, die machen da was mit Ernährung
Martin: und Landwirtschaft und Genusswelt oder irgendwie sowas und haben diese Regionalität da sehr im Fokus.
Martin: Das ist irgendwie toll und sowas wieder mehr in das europäische Projekt zu bringen,
Martin: fände ich super und ich hoffe, dass wir diese Krisen, die gerade sind,
Martin: als Chance nehmen, um genau das alles wieder zu machen, dieses Gemeinsame wieder
Martin: zu beleben und uns jetzt nicht irgendwie auseinanderreißen lassen in Europa
Martin: und auch als Gesellschaften.
Martin: Dass wir da mehr wieder sagen, ey, wir brauchen uns alles, wir brauchen die
Martin: Landwirtschaft, wir brauchen die Fermentation, wir brauchen uns alles und wir rocken das zusammen.
Martin: Und seid nett zueinander und seid nett zueinander und Martin war ein netter Typen
Willy: Vielen Dank für das.
Martin: Gespräch Danke dir Gute Heimreise,
Willy: Wo geht es jetzt hin?
Martin: In Wien bin ich ja schon und dann geht es morgen früh zurück Wie spät ist es?
Martin: Es könnte ja überall sein Und dann geht es morgen zurück nach Berlin und dann
Martin: geht es wieder an die Arbeit Liebe Grüße nach Deutschland nächste Woche in die
Martin: Schweiz schon wieder Schon wieder?
Willy: Ja. Mit viel unterwegs, ne? Ja.
Martin: Auf Fermentation wieder.
Willy: Gute Reise.
Martin: Danke. Danke dir.
