Folge Nr: 15

B2P014 Micha Beiglböck (nahgenuss) – Der entspannte Verbinder

Mit seiner Plattform Nahgenuss bringt Micha Beiglböck ProduzentInnen und KonsumentInnen seit mittlerweile fünf Jahren zusammen. Die Idee: Es werden Fleischpakete verkauft, nicht nur Einzelteile und geschlachtet wird erst, wenn das Tier verkauft ist.

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Über die Folge:

Mit Micha haben wir mit dem tiefenentspanntesten Jungunternehmer gesprochen, den wir bisher kennengelernt haben. Von seinem täglich wechselnden Schreibtisch in einem Grazer Gemeinschaftsbüro vulgo Co-Working-Space schupft Micha seine Plattform als One-Man-Show und das noch, wie er meint, zu völlig vernünftigen Arbeitszeiten.

Eigentlich hat Micha Philosophie und Rechtswissenschaft studiert und seine erste Karriere auch in einer Wiener Kanzlei gestartet. Obwohl die Juristerei eigentlich ganz lustig war und dieser Weg wohl auch ein erfülltes Leben geboten hätte, wollte Micha doch etwas anderes, wie er sagt. Und so hat es ihn und seinen Bruder Lukas letztlich in Richtung Landwirtschaft getrieben.

Ein wichtiger Aspekt für den Weg in Richtung Nahgenuss dürfte wohl die elterliche Praxis gewesen sein, sich beim Bauern des Vertrauens immer wieder ein halbes Schwein nach Hause zu holen und dieses nach und nach zu verarbeiten. Geprägt wurde er sicher auch von seinen Eltern, beides studierte Theologen, welche ihm den Willen zum Gestalten bereits in die Wiege legten, immer verbunden mit dem Anspruch, Dinge auch zum Besseren zu wenden. Am vorläufigen Ende stand dann Nahgenuss. Am Anfang waren es viele Gespräche mit LandwirtInnen und viel Überzeugungsarbeit, die zu leisten war. Schließlich haben sich dann vier Betriebe aus Mitleid entschlossen, die Idee zu unterstützen, lacht Micha. Der Anfang war geschafft. Nach und nach kamen dann weitere Betriebe hinzu. 

Michas Aufgabe war und ist es, die Plattform und die Prozesse so einfach wie möglich zu gestalten, damit es seinen Kunden am Anfang der Wertschöpfungskette leicht gemacht wird, ihre Produkte an die Kunden am Ende der Wertschöpfungskette zu verkaufen. Daneben sind eine gute Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation wesentliche Erfolgsfaktoren. Beides dürfte bisher gut gelungen sein, denn die Plattform wächst. Die Grundidee war, dass man keine Einzelteile verkauft, da es für die Landwirte sehr schwierige war, das ganze Tier zu vermarkten. Es werden nur die „Gustostückerl“ verkauft und die weniger bekannten Teile waren schwer absetzbar. Mit dem Schritt, gemischte Fleischpakete zu verkaufen, war es den Bäuerinnen und Bauern nun möglich, das ganze Tier im Prinzip schon vor der Schlachtung zu verkaufen und somit höhere Erträge und eine bessere Planbarkeit zu erreichen. 

War die Skepsis anfangs noch groß, hat sich nach und nach jedoch gezeigt, dass dieser Weg funktioniert, der sog. „Proof of Concept“ war gelungen. Während Corona kam nun mit dem Wein ein weiteres „Grundnahrungsmittel“ ins Sortiment, wobei der Fokus von Nahgenuss ganz klar auf Fleisch liegt und laut Micha auch gar nicht beabsichtigt ist, das Sortiment großartig zu erweitern. Er und seine Kunden sind mit dem aktuellen Angebot sehr zufrieden.


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„Leit hoits zamm“ – Haindling
thx an Jürgen Buchner

„Power to the People“ – Junior Kelly
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… und ein bisserl selbst gesungen
thx to me, my voice und eure Schmerzschwelle 

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Transcript - B2P014 Micha Beiglböck (nahgenuss) – Der entspannte Verbinder

Power to the People, der Podcast für überhaupt und außerdem Nachhaltigkeit und EOS.

Weil nur durchs Reden kommen die Leute zusammen.

So, ihr werdet auf B drückt.

Oik.

Grüß euch.

Servus.

Servus.

Nachdem wir um 18 Uhr draußen sein müssen, weil das Co-Working-Space, wo wir da jetzt

sind in Graz, ab 18 Uhr in den Lockdown geht, müssen wir uns jetzt nicht beeilen, weil es

ist?

17.45.

Das war gelogen, es ist 15.58 Uhr, das heißt wir haben ausreichend Zeit für die heutige

Folge von Power to the People Podcast.

Wer sind wir heute auf der Interview-Seite?

Das bin mal ich.

Die Bianca, ihr kennt mich schon aus ein paar Folgen, ihr kennt mich auch als Melange in

Gummistiefeln.

Und der Willi, der ist auch da.

Genau.

Mich kennt man als Willi von Power to the People und wir sind heute in Graz im Coco,

wie heißt das da?

Coco Quadrat.

Im Coco Quadrat, das ist ein Co-Working-Space, das war ja sehr spannend, das gibt es

auch in Wien.

Gibt es auch in Wien, ja.

Habe ich dir gesagt.

Ja, die habe ich nicht geglaubt.

Achso, ich verstehe, das glaubst du in mich ja mehr, das ist vollkommen in Ordnung.

Wir sind heute bei Micha Beigelböck, dem Gründer und dem Co-Gründer von Nagenuss.

Nagenuss.at, genau.

Hallo Servus.

Servus.

Hallo.

Wie ich finde, ein sehr spannender Startup, weil ich kenne eigentlich von dir nur

die Idee, die ich mal, ich glaube bei einem Ö1-Interview, da ist es glaube ich über

damals gegangen, Moment-Kulinarium, über das Versenden von Fleisch, Frischfleischversand

oder so, glaube ich war das damals extrem spannender Beitrag und dann habe ich

gesagt, da gibt es so irgendein Startup, das was das Tier erst verkauft und wenn

das Tier verkauft ist, dann wird das geschlachtet.

Und das habe ich mir den Gedanken spannend gefunden und dann habe ich ja vergessen,

wie es geheißen hat, das habe ich glaube ich noch einmal nachgehört, Nagenuss,

gegoogelt und irgendwann habe ich dir dann angeschrieben, ob du vielleicht Lust hättest

auf ein Gespräch, weil die Idee sehr spannend ist.

Und darüber würden wir heute gerne mit dir reden.

Ja, freut mich, dass du mich gefunden hast oder uns.

Ja, umso mehr.

Oder uns eingeladen hast.

Liegt auf unserer Seite.

Genau.

Bei uns läuft es im Prinzip immer so, uns interessiert die Person hinter der Idee, die

Person hinter, was auch immer die Person dann macht.

Und wie du quasi zu dem Vorden bist, der du heute bist, zu dem Unternehmensgründer

mit Nagenuss, vielleicht fangen wir einfach einmal von ganz vorn an, woher kommst du,

wie bist du zu der ganzen Geschichte gekommen und was hat dich in deinen jungen

Jahren geprägt, dass du heute hier sitzt als Gründer von Nagenuss?

Gute Frage.

Ich habe ein sehr schlechtes Langzeitgedächtnis, also so weit zurück denke ich gar nicht.

Aber ich versuche es einmal.

Fangen wir dort an, wo es anfangs klappt.

Wo ich mich erinnern kann, ja.

Also Micha von Nagenuss macht das mittlerweile seit fünf Jahren und gemeinsam habe ich

das mit meinem Bruder gegründet, der wohnt in Wien.

Wie heißt der Bruder?

Lukas.

Lukas.

Genau.

Ich habe eigentlich ein sehr kleines Projekt angefangen.

Wo fange ich an?

Auch in der Kindheit eigentlich.

Weil unsere Eltern, die haben sich früher immer ein halbes Schwein geteilt.

Man kennt das vielleicht, man holt das beim Bauern ab und dann hat man in der

Tiefkühltruhe ein halbes Schwein.

Und wir haben das noch gekannt und haben das immer sehr genossen.

Haben wir gedacht, das sind tolle Produkte gewesen, was wir damals gegessen haben

als Kinder.

Irgendwann hat sich das dann aufgehört bei unseren Eltern.

Es war dann einfach praktischer in den Supermarkt zu gehen, das Fleisch zu kaufen.

Aber wie wir dann so vor fünf Jahren ein bisschen nachgedacht haben, dass wir

etwas in die Richtung machen wollen, haben wir auch darauf zurückgedacht und

haben uns gedacht, das muss sich ja irgendwie wieder beleben lassen, wenn man

das ein bisschen einfacher macht und ins Internet übersetzt.

Und so ist dann die Idee für Nagenuss entstanden.

Am Anfang waren es wirklich, wir haben dann nur Bio-Schweine vermarktet und nicht

mehr Hälften, sondern Viertel.

Also wir haben dann quasi die Idee von den Eltern übernommen.

Genau.

Zusammen haben sie jeder Viertel gehabt.

Genau, ja, so ist es.

Es war dann wirklich so, dass sich die Bauern dann wirklich ganze Schweine

inseriert und wir haben dann Viertel verkauft.

Das war so der Start von Nagenuss.

Und das hat sich dann so weiterentwickelt, wo es heute ist.

Also mittlerweile gibt es alles, was einmal gelebt hat bei uns zu kaufen.

Plus jetzt seit diesem Jahr auch Wein.

Das ergänzt ganz gut.

Aber eigentlich ist Fleisch das Hauptgeschäft.

Und da ist es Bio-Fleisch.

Fokus auf Bio.

Ist eigentlich 100 Prozent Bio mit der Ausnahme von Wild, was jetzt nicht

biozertifizierbar ist.

Okay.

Wie lange ist es jetzt ungefähr her, dass du diese Erinnerung hast mit deinen

Eltern mit dem halben Schwein?

Ja, da waren wir.

Also ich bin jetzt 31.

Und das war vor 20 Jahren, wo das die meine Eltern gemacht haben.

Und das hat sich dann, glaube ich, endet.

Der 90er hat dann aufgehört, weil es war dann einfach zu mühsam.

Ich glaube, der Bauer hat dann auch keine Schweine mehr gehabt, wo sie das

besorgt haben.

Wo war denn das?

Wo bist du aufgewachsen?

Welche?

In welcher Gegend?

Ich wohne jetzt schon seit 20 oder über 20 Jahren in Graz.

Aber davor haben wir auch in der Weststeilmark gewohnt.

Das schließe ich an an die Teresa Imre von Magda.

Ist das jetzt dein Nachbarn gewesen?

Nein, nicht ganz.

Aber auch aus der Weststeilmark.

Und mit acht Jahren, also wie ich acht war, sind wir nach Graz gezogen.

Und jetzt bin ich eigentlich schon seit über 20 Jahren in Graz mit ein paar

Ausnahmen.

War dann dieses, war es wirklich dieses halbe Schwein, was deine Eltern damals

gehabt haben?

Oder waren da noch, ihr wart keine Bauern?

Nein, überhaupt nicht.

Also meine Mutter kam von einer Bauernhof, aber das ist auch schon

lange her.

Das war also ein anderer Ansatzpunkt auch, also den hat heute mein Corsö,

der Bauernhof, ein super Landwirt, tolle Produkte.

Und da haben wir das auch ein bisschen gesehen.

Der hat auch in der Vermarktung sicher noch Aufholbedarf gehabt.

Aber da haben wir die Landwirtschaft, also bei der Mama-Seite.

Genau.

War das vielleicht auch ein bisschen der Grund dafür, dass sie deine Eltern

dann dieses halbe Schwein gekauft haben?

Weil das tut das Bewusstsein für die Schweine.

Ja, war sicher so, dass das von dort gekommen ist damals.

Ja, das hat sich einen Bezug gegeben bei den Eltern.

Aber in der Generation von meinen Eltern kann das wahrscheinlich bald

mal jemand sagen.

Weil da waren noch viel mehr Leute Landwirte.

Also in unserer Eltern-Generation hat es einfach noch viel mehr Bezug

gegeben zu landwirtschaftlichen Betrieben.

Weil irgendwo hat immer irgendwer an Verwandten gehabt, der Bau.

Genau, es nagelt mich nicht fest auf den Zahlen, aber ich glaube damals war

wahrscheinlich jeder dritte Landwirt in den 1960ern.

Heute sind es drei Prozent, aber so.

Wir haben die Zahlen vor kurzem sogar mal irgendwo präsentiert.

Ich habe sie selber wieder vergessen, aber die Zahl der bäuerlichen Betriebe,

speziell der kleinbäuerlichen Betriebe in den letzten 10, 15, 20 Jahren,

speziell seit 1995 extrem stark zurückgegangen.

Ganz genau, seit dem EU-Beitritt.

Seit dem EU, genau.

Okay, das heißt, ihr seid selber keine Landwirte gewesen.

Im Hintergrund aber leichte landwirtschaftliche Prägung,

zumindest auch zum Landaufwachsen.

Weil es interessant ist natürlich, hätten wir diesen Bezug dann auch,

wären wir, sag ich mal, eher Stadtkind.

Ja, ich würde mich jetzt auch nicht als Landkind bezeichnen,

weil ich wirklich schon mit acht nach Graz gezogen bin.

Und dann eigentlich auch dort in die Schule gegangen bin.

Also ein halbes Landkind vielleicht maximal.

Und die Orderung der Schweinehälften deiner Eltern hat sich das dann

in der Stadt, wie ihr in Graz gelebt habt, dann aufgehört.

Nicht sofort, also es ist dann schon weitergegangen,

kann ich mich schon noch erinnern.

Aber ich sage wirklich so, Ende der 90er.

Ich glaube, der Bauer hat dann aufgehört, Schweine zu haben.

Und das war dann einfach auch zu mühsam.

Man hat das selber verbacken müssen.

Und das hat sich dann irgendwann aufgehört.

Und es war nur der Bauer.

Ein Praktikablengründe.

Das war irgendein Bauer aus der Weststeinmark,

den sie gekannt haben.

Den sie gekannt haben.

Ja, genau.

Also die persönliche Beziehung war da genau dem Bauer.

Und der hat dann aufgehört.

Und dann hat man irgendwie die Beziehung verloren.

Die Beziehung verloren.

Und dann ist man einfach auch in den Handel gegangen,

weil das war praktischer, ja.

Okay, das ist vielleicht eine wichtige Komponente,

dass, wie soll ich sagen, das Einkaufen beim Bauern

dann oft auch...

Unpraktisch geworden ist.

Ja, unpraktisch.

Und es war wirklich, wie es bei deinen Eltern vielleicht war,

wirklich eine persönliche Beziehung, die man gehabt hat zu den Bauern

und man es den Bauern dann auch nicht mehr geben hat.

Mit der Beziehung ist vielleicht das Produkt dann auch nicht mehr

so stark nachgefangen.

Also mehr Beziehung getragen, würde ich damit sagen,

dieses damalige Einkaufen bis jetzt in einem, sage ich mal,

in einem Supermarkt ist, wo ich habe keine Beziehung zu meinem Supermarkt

in dem Sinne.

Aber da habe ich eine Beziehung zum Menschen hinter dem Produkt gehabt.

Das in aller Fälle.

Und ich würde gar nicht sagen, dass es unpraktischer geworden ist,

sondern einfach beim Handel ist es praktischer geworden.

Der hat das natürlich immer mehr verstanden,

das praktischer zu machen für die Leute.

Der Handel ist besser geworden in dem Sinne, ja.

Ja, du bist ja in einer halben Stunde oder ein Viertelstund,

zehn Minuten, je nachdem, wie schnell man einkauft

und wie viel man kauft.

Beim Nahversorger.

Einfach rein, raus und hat im Prinzip alles,

was man früher, sage ich mal, mühsam hat zusammenklappen müssen

über mehrere Stationen zum Beispiel.

Genau.

Also es hat da sicher einen Vorteil, der Handel jetzt.

Und was war jetzt der ausschlaggebende Punkt,

oder gab es denn überhaupt, das ist du und dein Bruder,

der Lukas gesagt hat, okay, wir machen jetzt Nagenuss.

So, in der Form.

Oder beziehungsweise, ich meine, da vielleicht noch was dazu,

waren noch andere Erlebnisse davor,

die was euch geprägt haben in diese Richtung hin.

Speziell fällt mir jetzt, muss ich sagen,

gar nichts sein in diese Richtung.

Es ist eher wirklich zufällig ein bisschen passiert.

Ich hab dann studiert und danach habe ich ein...

Was hast du studiert?

Ich habe Jus und Philosophie studiert.

Jus und Philosophie?

Genau.

Also nicht BWL?

Nein, nicht BWL.

Der Bruder BWL studiert?

Nein, gar nicht.

Auch nicht?

Politikwissenschaften, aber nicht fertig.

Interessant, ja.

Ja.

Und dann habe ich einmal in Wien auch gearbeitet bei einer Kanzlei

und dann habe ich da wieder aufgehört,

weil ich wusste, ob das möchte ich nicht ein Leben lang machen.

Warum?

Warum? Jetzt ist die erste Warum-Frage.

Nein, es war einfach eine Entscheidung.

Es war eigentlich sehr lustig dort.

Und ich bin auch, glaube ich, kein ganz schlechter Jurist.

Also, hätte mir auch Spaß gemacht.

Aber ja, ich habe mir gedacht, ich möchte noch was anderes probieren zuerst.

Was hat dich da rausgetrieben?

Was war da das?

Also, es hat dich nicht weggetrieben,

weil du sagst, du warst da ganz gern dort,

sondern es hat dich wohin getrieben, oder?

Warum? Oder was hat dich denn da so ...

Ja, ich habe gewusst, es wäre sicher auch dort lustig gewesen

und wahrscheinlich auch ein füllendes Leben.

Aber irgendwann muss man sich halt entscheiden,

was man machen will.

Und das wollte ich jetzt nicht machen eigentlich.

Ich wollte jetzt nicht jeden Tag bis am Abend in der Kanzlei sitzen.

Was wolltest du in dem Zeitpunkt?

Eigentlich wollte ich da ins Ausland arbeiten gehen,

irgendwo zu irgendeiner Firma.

Da habe ich dann einen Job gesucht.

Die Welt sehen, oder?

Ja, ich wollte einfach ...

Ja, dann dachte ich, jetzt bin ich noch jung,

dann suche ich mir im Ausland einen Job

und dann kann ich immer noch zurückkommen.

Ja, Erfahrungen sammeln wahrscheinlich schon.

Ja, das war schon ein Punkt.

Und da habe ich eben auch Zeit gehabt,

weil Bewerbungen schreiben und das macht man nicht den ganzen Tag.

Das macht man vormittags eine halbe Stunde.

Sehr fokussiert.

Dann habe ich halt den restlichen Tag Zeit gehabt

und dann habe ich halt an dem Projekt angefangen,

nebenbei zum Arbeiten.

Und so ist das irgendwann immer weitergegangen.

Und irgendwann habe ich dann gedacht,

jetzt probiere ich das aus, oder mein Bruder und ich.

Und probieren wir das einmal so aus.

Ja, und das hat sich dann recht gut entwickelt.

Was war der konkrete Auslöser damals?

Dass ihr ...

Ich frage, was die Bianca vorgestellt hat.

Was war da so der Grund?

Oder wie seid ihr auf die ...

Irgendwann habe ich da schon so viel Zeit reingesteckt gehabt

in das Projekt.

Das war der Konkordeffekt heißt das.

Dann wollte ich das auch umsetzen.

Erzähl das einmal kurz, der Konkordeffekt.

Ja, ich glaube, das kommt von dem Konkordflugzeugen.

Das war ein riesiges Minusgeschäft.

Und man hat da aber nicht die Reißleine gezogen,

sondern hat das immer fortgesetzt,

weil man das schon so weit getrieben hat,

diese Flugzeuge.

Das ist die wirtschaftliche Idee der Sankenkosten.

Ja, wirtschaftsnördisch.

Ja, aber tatsächlich, du sagst,

es ist dann schon so viel reingeflossen an Energie

und was auch immer.

Aber was war der Grund, dass ihr ursprünglich damit angefangen habt,

überhaupt in diese Richtung zu gehen?

Wie gesagt, dieser Drang, was zu gestalten,

der war natürlich da.

Und diese Idee, dass man was mit Landwirtschaft machen kann,

das war auch da.

Da haben wir eben gesehen, da ist eine Lücke.

Wie habt ihr die erkannt?

Weil die war nicht auf einmal da die Idee, die Lücke.

Nein, also dass dieses System, das entstanden ist

durch die Landwirtschaft die letzten Jahrzehnte,

denn natürlich irgendwann einmal zu weit gegangen ist.

Dass Landwirte nochmal produzieren,

die Handelsverbände das verkaufen.

Das war schon irgendwie da, dass man sagt,

irgendwann war da ein Punkt erreicht,

das ist zu weit gegangen.

Das ist für niemanden mehr gut.

Und dass da irgendwie so was auftut,

dass man sagt, wir müssen wieder ein paar Schritte zurück machen

und das vielleicht aber ein bisschen besser.

Das war so der Grundgedanke.

Da komme ich jetzt der Wurzel ein bisschen näher.

Du hast dann gemerkt, es ist so wie es jetzt läuft,

das System, um es pauschal zu sagen,

das funktioniert so nicht weiter.

Wo in deinem Leben hast du angefangen, das zu erkennen?

War das das Philosophiestudium?

Oder waren das profanere Dinge,

die dich da quasi ein bisschen draufgebracht haben?

Oder die Eltern, oder woher kommt das?

Das ist sicher bei uns in der Familie.

Dass man jetzt nicht arbeiten geht, um nur Geld zu verdienen,

das haben wir von klein auf mitbekommen von der Familie.

Was machen deine Eltern, wenn ich fragen darf?

Die Eltern sind beide studierte Theologen eigentlich.

Theologie, okay.

Vater arbeitet bei der Caritas

und die Mutter ist jetzt schon in Pension.

Also eine gewisse soziale, gesellschaftliche Verantwortung.

Genau, das ist so mitgegeben worden.

Das prägt einen.

Das prägt einen, ja.

Das kann man nicht mehr schwer ablegen.

Das ein bisschen zu gestalten oder was zum Besseren zu wenden.

Auch wenn es nur eine Kleinigkeit ist.

Das hat dich getrieben dann auch zu ...

Es wird ja nicht jeder Unternehmer oder Unternehmerin.

Viele denken darüber nach.

Die wenigsten setzen sich wirklich in die Tat

und ganz wenige schaffen, dass sie wirklich draußen Unternehmen machen,

die es länger als ein Jahr, ein, zwei Jahre existieren

und dann davon auch leben können.

Was, glaubst du, unterscheidet dich und deinen Bruder von anderen Menschen?

Wo ist bei euch dieses Unternehmergehen verankert?

Was euch dann so ...

Ich weiß gar nicht, ob das ein Unternehmergen ist.

Das ist gestalten.

Das haben wir von daheim mitgekriegt.

Was man auch sagen muss, wenn man Unternehmer werden will,

entweder man hat ein Unternehmen geerbt.

Die Eltern sind schon Unternehmer.

Das war bei uns jetzt nicht der Fall.

Aber das muss man auch ehrlich eingestellt.

Man muss sich das auch leisten können.

Gerade am Anfang, wenn man Unternehmen gründet, da verdient man nichts.

Und das haben wir uns auch leisten können.

Da haben wir auch die Unterstützung von der Familie gehabt.

Wenn man das ein, zwei Jahre auslädt, wo man wenig verdient oder gar nichts,

muss man sich auch leisten können.

Diesen Luxus, muss man sagen, haben wir auch gehabt.

Dass ihr zu Hause einfach ein gutes Backup von zu Hause habt,

dass die Kammer jetzt einfach mal allweg sicher anschaut,

ob es funktioniert.

Wenn jetzt das schiefgeht, dann gibt es immer jemanden,

oder man ist nie obdachlos.

Genau.

Einfach dieses Sicherheitsnetz.

Das ist natürlich ein Luxus.

War das wichtig für euch zum Gründen?

Ja, sicher.

Ich kann mir das nicht vorstellen, weil man sagt,

man ist jetzt auf jeden Euro Einkommen angewiesen.

Und wenn man das jetzt nicht verdient,

dann hat man wirklich ernsthafte Probleme.

Dann würde das jetzt nicht gemacht haben.

Dann würde es Nahgenuss in dem Fall geben.

Wahrscheinlich nicht.

Viele Leute haben diese Möglichkeiten natürlich nicht.

Ja.

Gut, aber in dem Fall hat es einfach gepasst.

Das war jetzt nicht so das große Ding.

Du hast ein Millionengründer Unternehmen.

Du hast zumindest etwas gewusst,

dass das Wahnsinn in die Hosen geht,

dass es nicht ganz auf der Straße sitzt.

Das hat euch schon gereicht.

Was ich spannend finde an dem Zugang,

weil was ich in letzter Zeit sehr viel gelernt habe,

ist, es gibt total viele gute Ideen.

Aber die wenigsten, die sie umsetzen,

auch wenn sie das finanzielle Backup haben,

warum habt ihr einfach gesagt, wir machen das jetzt?

Wie gesagt, ich glaube, das ist

wirklich ein bisschen zufällig passiert.

Die Zeit war da.

Wir haben schon recht viel Energie reingesteckt.

Dann wollten wir das umsetzen.

Und dann hat es sich auch am Anfang

gleich einmal bewährt.

Das hat sich recht gut entwickelt.

Beschreib einmal ein bisschen,

wie habt ihr in dieses Projekt am Anfang

aufgebaut?

Und seid ihr einfach du und der Bruder

zusammengesessen daheim?

Habt ihr darüber geredet und ein bisschen was zusammengeschrieben?

Oder das Wort zum Bruder?

Oder ihr müsst einen Businessplan schreiben?

Das ist auch bei uns jetzt so aufgeteilt.

Mein Bruder ist da jetzt nicht gleich beteiligt wie ich.

Die operative Arbeit mache ich zum Großteil alleine.

Jetzt hilft sogar ab und zu auch

meine Schwester noch mit.

Der Bruder ist so

der Ideengeber auch ein bisschen,

der viel nachdenkt.

Ich bin der Umsetzer vielleicht,

eher von uns zwei.

Ich habe dann am Anfang das ein bisschen

niedergeschrieben, auch wirklich einen Plan gemacht,

wie das sein könnte.

Dann haben wir uns einmal überlegt,

wie kommen wir zu Landwirten überhaupt?

Das war am Anfang gar nicht so leicht.

Da haben wir sehr viele angerufen,

Termine ausgemacht,

dass wir hingehen können.

Da war die Idee aber, was war? Habt ihr schon da?

Die Idee war da, mit diesen Viertelschweinen,

die im Internet verkaufen wollen.

Dementsprechend lustig waren auch die Reaktionen,

wenn man vorhin kommt.

Man kommt aus der Stadt und sagt, man will Schweine im Internet verkaufen.

Das ist natürlich am Anfang

ein bisschen die Skepsis groß.

Wir haben dann viele

besucht am Anfang.

Und hingefahren und das einmal vorgestellt,

und so machen wir das.

Irgendwann haben dann halt vier Landwirte

aus Mitleid gesagt, sie machen da mit,

dass sie nichts verlieren können, sie sehen nichts.

Weißt du, das fünfte Mal dort war?

Genau, das fünfte Mal schon besucht.

Die ganze Familie ist schon gekannt.

Sie haben mir nichts verlieren können.

Wir haben am Anfang alles gemacht,

die Fotos, die Texte, das alles eingerichtet.

Ein wichtiger Aspekt am Anfang,

die Eintrittslöde war null,

hat fast null mehr.

Hat auch kein Risiko gehabt, keine Kosten,

wenn nichts verkauft wird.

Wie habt ihr diese Skepsis gebrochen?

Ja, wir sind öfter hingefahren.

Und die Idee,

hat man ja von Anfang an verstanden,

das war ja

immer klar, dass das eigentlich eine grundgute Idee ist,

wenn das funktioniert.

Die Skepsis war ja eher da, dass es nicht funktioniert,

dass die Idee schlecht ist, hat ja niemand gesagt.

War die Idee am Anfang,

du hast ja gesagt,

die Idee grundsätzlich war schon ein Anblick bei den Eltern.

Aber diese Idee,

das Tier erst zu verkaufen

und dann zu schlachten, das ist ja das,

was ich extrem spannend gefunden habe,

weil wirtschaftlich,

trats auf die Wirtschaftslogik in dem Fall,

kommt mir vor, sogar ein bisschen um.

Es sichert,

das Tier wird wirklich erst geschlachtet,

wenn es ganz verkauft ist, glaube ich.

Genau, also das war die Grundidee am Anfang.

Man muss sagen,

die Tiere werden am Bauernhof auch so geschlachtet,

aber die Idee,

oder was das Beanbrechende war,

ist, dass man keine Einzelteile verkauft.

Das ist eigentlich der Hintergrund der Geschichte.

Und das erklärt auch dieses,

es wird erst geschlachtet, wenn alles verkauft ist,

weil für einen einzelnen Landwirt

ist es extrem schwer,

dass man alle Teile auf einmal verkauft.

Das sucht sich im Prinzip eher die Gusterstückerln raus,

ein Schnitzel und einen guten Lungenbraten

und der Rest, puh, schwierig.

Und die Idee bei uns war einfach,

dass es einfach nur Mischpakete zum Bestellen gibt

und dass der Landwirt das ganze Tier

eigentlich schon vorab verkauft hat.

Wir haben jetzt auch natürlich viele Landwirte dabei,

die auch am Bauernmarkt gehen

und die verkaufen dann die Hälfte über uns,

die Hälfte am Bauernmarkt oder über andere Kunden.

Aber das, was wirklich dabei geblieben ist,

wir verkaufen keine Einzelteile.

Es gibt immer noch Mischpakete zu bestellen.

Also zum Teil ist das Tier auch schon geschlachtet,

wenn er es anbietet?

Kann vorkommen, weil ein Rind

muss teilweise drei, vier Wochen reifen.

Und der war es dann sowieso.

Mittlerweile wissen die Landwirte auch ungefähr,

was bestellt wird.

Da kann er dieses Risiko schon eingehen.

Dann war es auch wieder verkauft,

wenn man schon die Erfahrungswerte hat.

Aber das ist dann auch wieder erfahrungsbasiert.

Es wird nicht ein Tier geschlachtet

und dann finde ich zum Schluss keinen abnehmen.

Dann muss ich es billiger weiterverkaufen.

Das gibt es nicht.

Am Anfang sagst du,

dass ihr die Bauern bitten müsstet.

Bitte macht es doch mit und seid dabei.

Ist es mittlerweile so,

dass ihr euch die Bauern

aussuchen könnt?

Und wenn ja, nach welchen Kriterien?

Was muss denn so ein Bauer haben,

der auf der Plattform seine Tiere verkauft?

Was ist da?

Mittlerweile melden sich die Landwirte

von selbst.

Wir suchen spezielle Produktkategorien

gezielt.

Und mitmachen kann eigentlich jeder.

Wir haben auch niemanden abgelehnt.

Ein jeder, der biozertifiziert ist.

Das ist die Grundvoraussetzung.

Biozertifiziert muss man sein,

mit Ausnahme von Wild.

Wo es auch kein Bio gibt.

Weil das Futter nicht kontrolliert wird.

Wir haben auch Strausse dabei.

Das ist ein Bio-Hof,

aber der hat auch Strausse.

Und für Strausse gibt es auch keine Bio-Richtlinien.

Da kann man jetzt auch nicht sagen,

der kann nicht mitmachen.

Weil der hat sonst auch bio-truteine Biogenze.

Das sind so kleine Ausnahmen.

Aber sonst muss man grundsätzlich biozertifiziert sein,

auch beim Wein.

Und ich habe das noch niemanden abgelehnt.

Gute Fotos braucht man halt zu mitmachen.

Die mittlerweile die Bauern selber?

Die machen sie selber, ja.

Aber gibt es jetzt, sage ich mal,

weil du ja schon aus dieser moralischen

oder gesellschaftlichen Ecke heraust,

gibt es auch irgendwelche anderen Kriterien,

wo du sagst, okay, Bio ist okay,

aber der ist jetzt ein Betrieb mit

500 Bio-Schweinen oder 500 Bio-Kühnen.

Gibt es da auch eine Größe,

wo du sagst, ich verkaufe eigentlich

nur von kleinen Bauern?

Oder würdest du ganz normal

große, großstrukturierte Bauernhöfe,

die biozertifiziert sind, auch im Sortiment führen?

Können auch mitmachen, größere Höfe,

weil es heißt jetzt nicht,

dass ein großer schlecht arbeitet

und ein kleiner gut unbedingt.

Es gibt sicher sehr große Betriebe,

die unglaublich gut arbeiten

und umgekehrt auch sehr kleine Betriebe,

die sehr gut arbeiten.

Es gibt sicher auch andere Beispiele,

wo kleine nicht so gut arbeiten

und große nicht so gut arbeiten.

Wie kannst du auf das schauen?

Schwierig.

Ich kann natürlich auf die Bio-Kontrollstellen

vertrauen, dass die das gut kontrollieren.

Also aufrechte Zertifikate,

dass die Kontrollen gut machen.

Das sowieso, genau.

Die Kunden sind natürlich auch in gewisser Maße dahinter,

weil die holen das zum Teil am Hof ab

und wenn ich da öfter negative

Rückmeldungen bekommen würde,

was jetzt nicht der Fall ist,

würde ich mir das auch natürlich genauer anschauen.

Und was natürlich auch ist,

unser System ist jetzt nicht

auf große Betriebe ausgelegt,

weil wir verkaufen jetzt keine

1000 Schweine in der Woche,

sondern, weiß ich nicht, 10 vielleicht.

Und das ist für einen

großen Betrieb dann uninteressant,

dass er da...

Vielleicht

bei mir schon so sehr über

deine Business Modelle reden,

vielleicht kannst du auch noch kurz erklären,

was genau verkauft ihr.

Wie genau funktioniert das?

Vielleicht einfach nochmal beschreiben.

Ich als Mensch, wenn ich jetzt bei euch

einkaufen will, wie läuft's?

Genau, man geht einfach auf die Seite

nagenuss.de und bei uns sind jetzt über

200 oder bald 200 Biobetriebe

aus ganz Österreich dabei.

Und diese Biobetriebe erstellen

immer in Sarate für ganze Tiere,

also z.B. ein Rind oder ein Schwein oder ein Schaf.

Der Betrieb macht das.

Jeder Betrieb hat bei uns eine eigene Seite

und man sieht gerade,

welche Betriebe Angebot haben

und man kann dann bei den Bauern

mit Fleisch bestellen.

Man hat auch schon einen fixen Zustell-

oder Abholtermin, also das ist immer ein Termingeschäft.

Man kann jetzt nicht heute bestellen, man kriegt das

morgen, sondern man bestellt heute,

jetzt ist der 2. November, für vielleicht

Mitte November kann man Fleisch bestellen.

Mitte November, das heißt so immer

ein, zwei Wochen voraus,

ja, man kann wahrscheinlich jetzt

auch, wenn man spät entschlossen ist,

noch heute für diese Woche was bestellen,

aber für morgen wird's schon schwierig.

Das heißt, man muss planen.

Das heißt, euer Modell ist darauf ausgelegt,

dass man nicht spontan kauft,

Impuls kauft, die haben Hunger, ich brauche was,

sondern wirklich planend,

sagt, ich kaufe mir...

Vor allem auch insofern,

weil ich habe gesehen, was ich recht

interessant gefunden habe,

was ja auch wieder irgendwie sichtlich

in die Kerbe deiner Eltern schlägt

mit einem halben Schwein,

wenn man so ein Mischpaket verkauft,

dann ist das oft relativ viel,

habe ich gelesen.

Es fängt an bei 3 Kilo und es geht drauf,

also bis 20 Kilo die Pakete,

das legt der Bauer selber fest,

wie groß er die Pakete anbieten will.

Natürlich für einen Bauern wäre es

am besten, wenn jeder 20 Kilo

auf einmal kauft, für einen Kunden,

die wollen eher 3-5 Kilo,

meistens trifft man sich da irgendwann

in der Mitte, dass das für alle noch

praktikabel ist, aber man braucht dann

Tiefkühler, ja.

Genau und ich finde es aber spannend,

da habe ich gesehen, wie viel Platz

man für 10 Kilo Fleisch in einer

Tiefkühltruhe braucht, das ist eine

Lade, habe ich gelernt.

Das schockiert mich jetzt nicht.

Geht sich das echt aus?

Ja, ja, geht sich normal aus, ja.

Es ist schon mehr Eis,

das muss man in der Lade.

Bei mir wird sich das insofern nicht mehr aussehen.

Eine normale Standardlade ohne Veräßung.

Und dass man dann

auch über

die Postlazahl, also da,

wo man nach Hause ist, suchen kann,

ok, wer hat denn in meiner Nähe

ein Angebot gerade,

aber insofern muss man halt

planen, weil das jetzt nicht die extra Wurst

ist, die man sich runterschneiden lassen kann

und dann halt ein Sämerl isst, sondern das ist dann halt, ja.

Ein Mischpaket immer, ne?

Genau, man kriegt immer ein Mischpaket, Fleisch.

Das ist ganz, ich glaube, ganz zentral,

oder, dass man jetzt nur Edelteile kaufen kann.

Das wäre sonst komplett unpraktikabel

für die Landwirte, das würden die nicht schaffen,

weil der schlachtet ein Rind

oder zwei Prozent Filet

und der Rest ist anderes Fleisch.

Also er muss alle Teile verkaufen

und

wenn das unpraktikabel ist für einen Landwirten,

dann macht er nicht mit und das würde nicht funktionieren sonst.

Erst folgt mir eine Frage ein,

das heißt, im Prinzip sind das

alles Landwirte, die selber schlachten

und selber noch

zerlegen bzw. das nicht

in der Direktvermarktung

eigentlich tätig sind, oder?

Naja, nicht, also sind alle,

die in der Direktvermarktung tätig sind, das stimmt,

schlachten können nicht alle, das hängt

ein bisschen vom Produkt ab, was man hat.

Wir haben vielleicht so

20, 30 Betriebe,

die selber schlachten

können am Hof.

Aber das ist teilweise sehr

aufwendig, also man müsste dann eigenen Schlachtraum

haben. Das sind eher Betriebe,

die einen hauben noch von früher,

oder die wirklich sehr viel in der Direktvermarktung tätig sind,

die das einfach sich geleistet haben.

Man kann da wirklich schon

unter 100.000 Euro wird man da keinen

Schlachtraum haben zu Hause.

Also was dann viele machen, ist,

sie tun sich zusammen, also es gibt

einen gemeinsamen im Bezirk zum Beispiel,

man kennt jemanden, oder

man sucht sich einen kleinen Fleischereibetrieb,

wo man schlachten kann.

Aber das ist wirklich auch ein Problem,

es gibt wirklich Gegenden in Österreich, wo

ein Landwirt eigentlich seine Tiere nicht

mehr schlachten lassen könnte für die Direktvermarktung.

Weil die Wege zu weit sind?

Es wäre zu weit weg, ja.

Gerade wenn ich da so denke an

südliche Niederösterreich, nördliche Burgenland,

da gibt es eigentlich keine kleinen

Fleischereibetriebe mehr, die schlachten.

Und es gibt wirklich auch Fälle,

wo das dann daran scheitert. Also die Bauern

würden gerne mehr in der Direktvermarktung tätig sein,

aber sie haben keinen Ort, wo sie das schlachten lassen könnten.

Das ist vielleicht auch eine Sache,

die viele Leute nicht wissen, das heißt,

die Fleischer, die dann ja nicht nur verarbeiten,

sondern die Fleischer haben ja das Schlachten

im Großteil ja auch mit übernommen.

Die haben eigene Schlachträume gehabt.

So ja, mittlerweile nicht mehr leider.

Genau, ja.

Die sind immer weiter spezialisiert

und wirklich nur noch auf die Verarbeitung.

Die Schlachtung ist halt wieder...

Oft sind dann die Betriebe,

wie du sagst, regional total unterschiedlich,

aber können dann gar nicht mehr direkt vermarkten,

sondern müssen halt an einen

nächstgrößeren Schlachthof

oder Verarbeiter liefern.

Wer auch immer das dann ist, der das vielleicht

auch selber weiterverarbeitet.

Aber weil sie gar nicht mehr die Möglichkeit haben,

zu vermarkten, weil es keine Gemeinschaftsschlachträume gibt,

es gibt keine Infrastruktur

und sich selbst wieder einen aufzubauen,

das ist finanziell

sehr kostspielig

und es gibt einfach auch so hohe Auflagen,

dass man das allein als Landwirt

eigentlich niemanden braucht.

Da brauchst du eine Gemeinschaft.

Gemeinschaft. Das heißt aber,

alle deine Lieferanten vereint,

dass das Fleisch selbst wenn es wegkommt

auf einen Gemeinschaftsschlachthof etc.,

dass das alles wieder auf den Hof zurückkommt

oder versendet wird

oder ich mir das abholen kann.

Unterschiedlichste Modelle, manche tun das nur schlachten lassen,

zerlegen das zu Hause,

manche lassen das auch vom Fleischer gleich verbacken

und verschicken das dann.

Manche haben auch die Möglichkeit,

dass sie das selbst machen, alles.

Es wird dann verschickt,

oder man kann sich das Kunde auch immer abholen.

Man kann immer hinfahren, sich selbst ein Bild machen.

Bleibt aber immer mit Verantwortung

deiner Partner auf der Website

wie die das machen, wie die das handhaben.

Genau.

Gibt es da von deiner Seite aus irgendwelche Einschränkungen,

Regeln, was geht, was nicht geht

oder bleibt Ihnen im Prinzip frei hand,

solange das Produkt gut beim Kunden ankommt?

Ja, sie müssen natürlich schauen,

dass es gut ankommt.

Ich bin da schon beratend auch zur Seite,

dass das alles gut funktioniert.

Es sind eh schon genug Kontrollen unterlegen.

Also auch bei der Schlachtung, wenn sie das selber dürfen,

wenn sie sehr streng kontrolliert sind.

Die Landwirte müssen die gleichen Auflagen erfüllen

wie ein großer Schlachtbetrieb.

Wie funktioniert das mit der Logistik?

Das ist ja immer ein Riesenthema.

Bei allen Plattformen, Logistik,

bei der Therese ist die Logistik auch

z.B. ein zentrales Thema.

Wie funktioniert das bei euch?

Wie habt ihr das logistische Problem

angegangen, gelöst?

Wie macht ihr das?

Am Anfang haben wir wirklich nur Abholung angeboten.

Da hat es keines versäumt gegeben.

Da sind wir heute hingefahren.

Aber natürlich ist man da auch sehr begrenzt,

weil es ist, ehrlich gesagt,

dass man viel verlangt, dass jeder

eine halbe Stunde mit dem Auto wohin fährt

und sich das selber holt.

So hat es angefangen, nicht?

Ja, aber da ist man natürlich irgendwann begrenzt

mit der Kundenzahl.

Das ist eine spezielle Kundengruppe,

die diesen Aufwand auf sich nimmt.

Dann hat es mit dem Versand angefangen.

Das wird sehr gut angenommen.

War da einfach der Druck da von euch,

dass ihr eine Wachstum nicht mehr weiter

entwickeln könnt?

War die Nachfrage der Kunden dann stärker da?

Es war uns relativ schnell klar,

dass das mit einer Abholung alleine nicht

funktionieren würde, weil die Bauern sind

naturgemäß dort, wo nicht die Menschen sind.

Die sind wirklich oft irgendwo zu Hause,

wo einfach ...

Die sind dezentral.

Landwirtschaft muss dort stattfinden,

wo keine Menschen wohnen,

weil die brauchen die Fläche zum Arbeiten.

Da können keine Menschen wohnen.

Das ist in der Natur der Sache,

dass die oft sehr weit weg von den

Ballungsräumen sind.

Der Versand natürlich ideal.

Ja, wir sind mittlerweile

immer stärker in der Logistik

tätig. Das wird auch immer mehr

Partner haben.

Warum immer stärker?

Weil das natürlich

das Nadelöhr ist.

Wenn die Logistik nicht funktioniert,

dann funktioniert das ganze System nicht.

Was sind da die Herausforderungen?

Es ist grundsätzlich keine Raketenwissenschaft.

Man muss das Fleisch gut kühlen.

Da braucht man eine Box,

die man kontrolliert und das Fleisch

für 24 Stunden mit Kühlakkus kühl hält.

24 Stunden ist da die ...

Warum 24 Stunden?

Weil da die Zustellung funktioniert.

Dann braucht man einen Versandpartner,

der verlässlich das Fleisch

innerhalb dieser Zeit zustellt.

Das muss natürlich mit einer

sehr hohen Quote funktionieren.

Funktioniert das?

Grundsätzlich schon.

Aber es gibt natürlich,

was ist, in einer Logistikkette.

Probleme, zum Beispiel, weil Corona war,

kann es sein, dass Logistiker

einfach Ausfälle haben.

Das ist natürlich dann

blöd, weil wenn das Fleisch irgendwo

liegen bleibt, ist das verdorben.

Das passiert natürlich,

aber die Quote muss natürlich sehr, sehr

gering sein.

Was passiert, wenn das Fleisch irgendwo stehen bleibt?

Der Kunde kriegt kein Produkt,

hat aber Zeit, du hast die Rechnung.

Der Kunde hat natürlich

keinen Schaden, aber das Fleisch wird

entsorgt, weil das nicht mehr

für den Verzehr geeignet ist.

Wenn das wirklich vorkommt,

wird das normalerweise vom Logistiker

entschädigt.

Ist das schwierig, dass man die

kriegt?

Nein, das ist klar, dass das irgendwo liegen geblieben ist.

Es kommt nicht oft vor,

aber es darf bei so einem sensiblen

Produkt wie Fleisch so gut wie gar nicht

vorkommen.

Das ist sicher auch eine Herausforderung,

was wir dahinter sind.

Es ist einfach unglaublich schade, es stirbt

ein Tier dafür und wenn das dann nicht

verwertet werden kann, ist das natürlich

sehr, sehr schade.

Welche Boxen und Akkus sind das, die man da

verwendet, oder Kühlmethoden?

Mittlerweile gibt es da sehr, sehr viele

Anbieter. Es gibt Boxen aus

Styropor, die kann man auch wieder

mehr was verwenden.

Die haben eine sehr gute Dämmung,

dann gibt es Boxen, die sind mit Stroh

gedämpft.

Genau, das sind Strohpanele,

gepresste.

Dann gibt es auch welche, die mit Papier

dämmen, also da ist mit Zellulose

das Thema real.

Sind das Einwegboxen?

Grundsätzlich sind das Einwegboxen, kann man

aber auch mehrmals verwenden.

Ist es so,

dass ihr,

also Naginus, für die Logistik

verantwortlich seid oder jeweils die

Bauern? Die Bauern sind grundsätzlich

für die Logistik verantwortlich, wobei wir

vermittelt tätig sind. Wir haben

Logistikpartner und

wir sagen, schau her, du kannst

über den versenden oder über den

versenden. Das sind die voren Nachteile,

das kostet es. Wir haben da teilweise auch eigene

Konditionen.

Bietet es Ihnen verschiedene Optionen an?

Unter anderem auch die Boxen?

Wir sagen auch, ihr könnt sie dort kaufen,

da gibt es die, die haben sich bewährt.

Wir sind auch ein bisschen eine Wissensplattform,

da tauschen wir uns auch aus mit den Landwirten.

Da kommen auch immer neue Produkte auf den Markt

und wir sagen, schau her, das funktioniert super,

das hat sich sehr bewährt, nimm diese

Variante.

Wie viele Mitarbeiter hast du bei

Naginus? Gar keine.

Das heißt,

im Prinzip dein

zentrales Element

sind die Partner, also die Vermittlung

von Logistik,

also von Produzent und

Konsument. Genau, ja.

Hast du da zwischendrin

Servicepartner, wie zum Beispiel die Logistik,

die Möglichkeiten, die du anbietest,

und der zentrales Element ist die Webseite,

oder? Die Webseite und die Werbung

dahinter, also die Webseite alleine

hilft recht wenig, also

man muss ja schauen, dass genügend Besucher

auf die Webseite kommen. Wie schafft man das?

Das ist eine Frage, die stellen wir uns ein.

Also

zum einen ist es gut, wenn man

ein gutes Produkt hat.

Man muss einfach auch lange drauf bleiben,

das ist jetzt kein einzelnes

Rezept, das es da gibt.

Man muss an viele Schrauben

drehen und das immer verbessern.

Gut ist, wenn natürlich

eine gewisse Medienpräsenz da ist,

dass man dort eine Aufmerksamkeit

bekommt. Wie schafft man das?

Man muss newswerte Geschichten

erzeugen, dann kommt man in die Medien.

Durfts reden kommen die da zusammen.

Das ist nämlich eine Frage, deswegen vielleicht auch noch,

weil wir uns natürlich das auch ständig

überlegen, weil wir haben ja mit Baute

die Webseite etc.

Was sind

newswerte Geschichten?

Wie schafft man das?

Wo sind da

Grenzen?

Das bringt zwar Klicks, aber

das mache ich jetzt nicht mehr.

Wie schafft man Neuigkeiten?

Wenn man zum Beispiel neu ist,

das ist schon mal eine Neuigkeit.

Das gibt es jetzt,

aber das kann man natürlich nur einmal machen.

Neue Produkte

sind

im Bezirk

XY gibt es

einen neuen Bauern bei uns.

Dann kommt man in die Bezirkszeitung.

Also

es ist nicht nur Social Media?

Nein, wir schicken auch immer wieder

Wässeraussendungen raus, wenn es was gibt.

Dann werden auch Bauern

auch, dass man

bei den Medien auch weiß,

uns gibt es überhaupt.

Die können dann noch immer entscheiden, ob das

eine tolle Nachricht ist.

Aber man muss

auch mal was ausschicken,

oder auch mal Journalisten anrufen und schauen.

Aktiv?

Ja, wir haben da euch was geschickt gestern.

Ist das für euch eine interessante Geschichte?

Journalist bekommt natürlich jeden Tag

hunderte Wässeraussendungen

und jeder sagt, berechnet sie über mich.

Insofern ist die persönliche Beziehung durchaus Gold wert.

Man muss aber die gar nicht kennen.

Also das ist jetzt nicht so, dass man da jetzt ein Netzwerk haben muss.

Da muss man einfach

dahinter sein, ja.

Man muss sich ein bisschen reinversetzen, wie ein Journalist

arbeitet. Ich glaube, der kriegt jeden Tag

ganz viele Geschichten rein.

Alle stehen unter Zeitdruck.

Das ist ja auch eine Branche, wo man

immer mehr arbeiten muss.

Wo ein Journalist

mehr Artikel schreiben muss, als das früher

vielleicht mal war.

Und weniger dafür kriegt.

Ja, wird so sein, ja.

Wenn man da das schon gut aufbereitet,

ist das natürlich auch geholfen, wenn man da schon gute Fotos mitschickt.

Das stimmt. Jetzt, wo ich drüber nachdenke,

das ist sicher Input für

Startups, die Gründe, die da mit keinem erfahren haben,

auch so wie ich, keine Erfahrung

mit Medienarbeit haben. Aber jetzt,

was du sagst, ich bin eigentlich auf euch draufgekommen

über den Beitrag von Ö1

zum Beispiel. Ja, super, ja.

Ich hab's vorher nicht gekannt.

Und das ist dann ein bisschen so ein,

wo sie das so fortsetzt.

Einer berichtet über dich,

dann hört das ein anderer Journalist.

Also man muss da einfach dahinter sein und es ist nicht nur

einfach jeden Tag

ein Facebook-Posting rausschießen, sondern

das ist schon eigentlich Knochenarbeit

oder

Arbeit. Ja, man muss halt einmal überlegen,

was ist eine Geschichte, was könnte Medien interessieren?

Was könnte die Leute, die Leser

interessieren oder die Zuschauer?

Und dann das auch gut

aufbereiten, wenn das schon einmal gut vorbereitet ist.

Jeder Journalist freut sich, glaube ich,

drüber, wenn das klar ist,

um was es da geht, wenn es vielleicht auch schon

Bilder gibt davon.

Wie lange hat denn das gedauert, bis man

gemerkt hat, ok, jetzt kommt endlich einmal

die Frage, ob Sie da lange Vorarbeit leisten

müssen? Nein, also es hat sich

dann am Anfang relativ

gut ergeben. Es ist natürlich

auch die Idee ein bisschen dankbar. Es ist

wahrscheinlich ein bisschen schwieriger, wenn man jetzt

irgendwas langweiligeres macht,

aber das Schwein im Internet verkaufen,

das war schon ein bisschen

was Spannenderes. Aber wenn ich jetzt sage,

ich habe jetzt einen neuen Kugelschreiber, einen innovativen,

da ist mir wahrscheinlich ein bisschen schwerer damit,

dass ich in die Medien komme.

Ich habe Schwein gehabt, weiß ich nicht.

Ich habe Schwein gehabt, ja,

es liegt halt ein bisschen

in der Idee drin,

dass das für Medien

interessanter ist als vielleicht ein anderes Thema.

Das ist ja gut. Jetzt

haben wir ein bisschen abgeschweift in das Thema.

Ich würde total gerne wissen,

wo ihr eigentlich euer Geld verdient,

oder du. Also, ja, das ist

eigentlich schnell erklärt, wir sind am Umsatz einfach

beteiligt. Also alles, was über uns verkauft wird,

sind wir mit 12% beteiligt.

Das sagst du jetzt einfach so?

Ja, super. Das steht ja auch auf der Webseite.

Steht das nicht drauf? Cool, finde ich.

Also ihr macht das transparent,

ist das jetzt gar kein Geheimnis oder so?

Nein, nein, nein.

Wenn man als Landwirt über uns was verkauft,

es gibt keine Fixbeträge oder was,

sondern alles, was über uns

verkauft sind, 12% sind wir

beteiligt. Wenn wir nichts verkaufen, verdienen

wir nichts, und wenn wir was verkaufen, verdienen wir 12%.

Also das ist alles, steht

auch auf der Webseite. Also

ich finde es super, dass ihr das

transparent kommuniziert.

Ich bin mir jetzt nicht sicher, ob das normal ist, dass

man das, aber normalerweise liest man auf einer Webseite

nicht, wie man Geld verdient. Also

das ist immer ein guter Zugang, zumindest.

Zumindest muss man es dann indirekt

erfragen, aber das ist auf der Webseite,

also ich hab's mir nicht gelesen, aber das finde ich super.

Wie geht

ihr denn damit um? Weil wenn ich jetzt einmal über euch

bei einem Bauern ein Stück Fleisch kaufe, oder

in dem Fall nicht ein Stück Fleisch, sondern ein Paket,

und es schmeckt mir, dann kenne ich den Bauern.

Wie geht es denn mit der Situation?

Und das Frage, könnte man vorstellen,

stellt man sich dann auch?

Ja, also

das haben wir uns am Anfang auch gedacht,

dass uns da so viel umgehen werden,

es ist recht überschaubar,

hat einfach mehrere Gründe, 12% ist jetzt nicht so viel,

also man spart sich da ein paar Euro, wenn man

sich die Mühe andrehen will. Der Landwirt

hat auch kein Interesse dran, weil der weiß auch,

wir machen ja Arbeit dafür,

wir machen ja gute Werbung,

also er verkauft etwas über uns, und

er weiß, der Landwirt, wenn er das immer macht,

irgendwann gibt es uns nicht mehr,

also da ist auch, glaube ich,

einfach eine faire Partnerschaft da,

die wissen, wir machen was dafür,

und

ein weiterer Vorteil ist,

der Landwirt ist sehr beschäftigt, der sitzt den ganzen Tag

am Traktor oder irgendwo im Stall,

der hat keine Zeit, dass er da immer Kundenanrufe

entgegennimmt und da Bestellungen aufnimmt,

oder E-Mails liest, das

ist alles damit erledigt eigentlich, also

er hat ja auch einen Arbeitsvorteil dadurch.

Also er nimmt ihm eigentlich Arbeit ab,

was er vorher oft schon gehabt hat,

weil er eh schon direkt zur Marktung gemacht hat,

ne? Ja, genau, also

viele haben da über Telefonbestellungen aufgenommen,

oder über E-Mail, und

bei uns ist das natürlich alles schon super

aufbereitet. Das heißt, ihr kennt es

einfach, diese 12% gut rechtfertigen,

gibt Hauptsache Gründe dafür, warum 12,

warum nicht 32?

Das haben wir uns am Anfang ein bisschen

gedacht, haben wir durchgerechnet, was das sein müsste,

10 war zu wenig, 15 zu viel,

13 ist keine schöne Zahl, und 12 ist

es dann waren.

Es hat jetzt keinen speziellen Grund.

Super, also so macht man halt dann

die Deckungsbereiche,

wenn man Philosophie studiert, die findet das super, so

quasi 15 macht das viel ansehen.

Ja, es war wirklich so.

Ja, das finde ich gut. Ja, es war wirklich so.

Und im Endeffekt merkt man dann

eher, wenn man

dann Umsatz macht, ob sie das dann

unter den Strichen ausgeht. Wie lange habt ihr

ihr gebraucht bis ihr quasi

auf die

grüne Null, würde ich schon fast sagen,

die schwarze Null gekommen seid,

habt ihr da lange reinarbeiten

müssen? Ja, also am Anfang war das

natürlich alles ein bisschen, da hat man sich

über jede Bestellung gefreut, da war alle

paar Tage eine Bestellung.

Da hat man schon ein Bier aufgemacht,

was verkauft hat,

das war so wirklich alle paar Tage eine Bestellung.

Schon was Besonderes am Anfang, oder?

Ja, man freut sich davon, ja,

das hat jemand bestellt, die nicht die Mama ist,

und die

kennt man gar nicht.

Zumindest noch mal die

Freundin von der Mama schon. Ja,

es war halt irgendwer Fremdes dabei,

und das hat sich dann

immer weiterentwickelt, dann hat man schon jeden Tag

Bestellungen gehabt, und dann hat man jeden

Tag drei Bestellungen gehabt, und dann

ja, jetzt hat man...

Wie viel habt ihr jetzt? Jetzt haben wir so ungefähr

zwischen 20 und 30 Bestellungen

am Tag, das ist so

2000, 3000 Euro Umsatz am Tag, also heuer

werden wir ungefähr...

Ja, also eine Million Euro Umsatz werden wir heuer

vielleicht schaffen, wenn alles gut geht,

das ist schon ganz gut, also heuer

ist wirklich so ein Jahr, wo man sagen kann,

da bleibt auch was über, also die letzten Jahre

da war es immer so...

Aber sag mal jetzt, jetzt kommt meine Frage,

wie hat denn Corona da reingespielt,

weil das...

Es war schon vorher nicht so schlecht, also wir haben letztes Jahr

eine halbe Million Euro Umsatz gemacht,

und das Ziel war, dass wir uns heuer wieder verdoppeln,

ehrlich bin ich, das hätten wir wahrscheinlich nicht geschafft,

wenn Corona nicht gewesen wäre,

aber wir hätten uns sicher

weiter gesteigert heuer...

Also Corona war für euch

eine Bremse? Nein, es war keine Bremse. Keine Bremse?

Nein, nein, es war natürlich eine Steigerung.

Ach, Steigerung, gut, ja.

Ja, schon der ist der Geiger.

Ja, das sieht man die Kopfhörer auf,

aber wie gesagt,

es hat uns vielleicht 25%

mehr Umsatz über das Jahr gebracht

heuer.

Warum diese Wachstumsziele, die du da selber steckst?

Ich muss auch

meine Rechnungen bezahlen,

und man kann sich das eh ausrechnen, wenn wir einen Millionen Euro Umsatz

machen, und das sind dann 120.000 Euro

für uns, das bleibt mir nicht,

also wir geben ungefähr im Jahr auch

die Hälfte für Werbung aus wieder,

dann das Viertel geht für andere

Sachen drauf, also

Steuern müssen wir dann auch irgendwann mal zahlen,

genau.

Also es bleibt dann jetzt auch nicht teuer,

das riesen Gehalt überhaben.

Ja.

Es ist heuer zumindest nicht so schlecht, ja.

Gute Start.

Okay, also es ist ein AMG-Mercedes, da vor der Tür ist nicht deiner, oder?

Das ist nicht meiner, bin mit dem Radl da.

Was wollte ich denn jetzt als nächstes

fragen? Also das Business-Modell

haben wir jetzt eigentlich diskutiert.

Die 12%,

das finde ich

ein sehr spannender Zugang.

Was haben wir denn jetzt

zum Geschäftsmodell selber

noch nicht gefragt? Also

die Fragen, die wir vorbereitet haben, sind

alle beantwortet.

Die zum Geschäftsmodell, ja.

Stimmt, stimmt. Und das finde ich

sehr cool, und irgendwann will ich

meine Frage stellen

zu der Sonntagsfrage.

Die Sonntagsfrage? Ja.

Du kannst mir sagen, ohne dass jetzt alle

hören, was die Sonntagsfrage ist. Es geht nicht.

Wir sind live, Herr Geiger. Wir sind live, ja.

Das stimmt.

Im Prinzip, ich glaube, wir haben es jetzt

verstanden, was du genau vorhast

mit Nahgenuss.

Weil wir gerade dabei waren,

du steckst deine Ziele,

du möchtest mehr Umsatz machen,

damit du dann einmal rüberbleibst.

Wo ist für dich die Grenze

des Wachstums,

wo du sagst,

jetzt

kann ich nicht mehr. Also das ist jetzt viel,

das wird dann

ungesund. Gibt es da für dich irgendwo,

wo du sagst, Wörtherrschaft

ist für mich die Grenze, oder?

Ich hoffe nicht. Also, dass

es soweit kommt.

Wo ist die Grenze? Irgendwann wird es wahrscheinlich

Mitarbeiter geben.

Das ist natürlich auch gut, wenn man nicht

mehr alles selber machen muss.

Man kann auch darüber nachdenken,

dass man vielleicht in den Nachbarländern das

Gleiche macht. Aber

solange es Spaß macht

und solange das

macht Sinn, den Landwirten ist

geholfen, den Kunden ist geholfen

und das Geschäftsmodell funktioniert,

solange kann man das machen. Wo hört

der Sinn auf für dich?

Ich glaube, wenn es

wieder mehr Verlierer gibt als Gewinner

natürlich, dann denke ich mir,

dann macht es keinen Sinn mehr.

Also wenn das

wieder so werden würde, wie das

jetzige System, dass eigentlich

die Landwirte nichts mehr davon haben,

die Kunden haben keine Transparenz,

keine gute Qualität

mehr, dann macht das irgendwann keinen Sinn.

Würdest du für das Wachstum irgendwann

mal vor der Bio-Forderung abrücken?

Ich glaube nicht, dass das kommen

wird, weil das hat sich sehr bewährt und das

macht wirklich sehr viel Sinn.

Also nicht, sage ich jetzt mal,

Wachstum, Bauschal gesagt, um jeden

Preis, sondern... Nein, also das muss

auch Sinn machen natürlich und

muss auch die Grundidee bestehen bleiben.

Dass man sagt, man will schauen, dass

familiengeführte Betriebe

wieder mehr verdienen, dass die

Kunden wissen, wo kommt das Fleisch her?

Das muss so bleiben.

Man würde jetzt auch nicht wissen, wie sich das ändert

eigentlich. Du hast gesagt, familiengeführte

Betriebe finde ich einen wichtigen Punkt.

Würdest du sagen, eine Grenze,

weil man ganz im Wachstum fragt, warum du das

machst oder was

für dich der Ausschlussgrund beim Lieferanten

ist. Wenn das jetzt

sage ich,

ein Unternehmen,

ein Hof, eine Landwirtschaft

im Besitz von einer

Gruppe, von einer Investorengruppe,

etc. Würdest du darauf

schauen? Weil das sind dann diese Dinge,

wird es dann... Es sind

bei uns auch wirklich sehr, sehr große Betriebe dabei,

ein paar, eine Handvoll.

Die schließe ich jetzt nicht aus, weil

die machen genauso gute Arbeit, haben auch ihre

Existenzberechtigung und machen das auch

super.

Ja, die müssen sich

auch an die gleichen Regeln halten.

Also ich hätte noch eine ganz

persönliche Frage, weil du...

Die Sonntagsfrage? Nein.

Weil du sitzt jetzt da und

kommst mir persönlich relativ

entspannt vor. Du machst das

komplett allein.

Thema Freizeitbegriff,

das mag da Willi als Gelernte.

Man studiert das Soziologe

besonders gerne. Wie geht

sich das aus? Work-Life-Balance?

Also so viel arbeite ich gar nicht,

also ich arbeite schon

meine 40 Stunden die Woche

oder auch manchmal mehr, aber

nachdem, sage ich,

betreue die Webseite und

habe vielleicht ein ganz gutes Zeitmanagement,

aber ich muss jetzt keine

Produkte verschicken.

Das machen die Landwirte in dem

Fall und

es ist so aufgebaut einfach, dass die Arbeitslast

überschaubar bleibt für

eine Person. Es gibt

natürlich Zeiten, wo man mehr arbeiten

muss. Ich mache es gern,

aber ich fange

mal um acht an zum Arbeiten oder um

neun und höre um

17, 18 Uhr wieder auf und am

Wochenende arbeite ich noch mal nicht.

Und wo grenzt du dich da ab?

Weil man sagt ja oft,

wenn man selbstständig ist, arbeitet man

selbst zum Ständig. Ja,

das muss man schon sagen, auch am Wochenende.

Da schaue ich natürlich die E-Mails an und

beantworte vielleicht mal eins mit dem Handy oder so,

aber das stört mich jetzt nicht.

Wie lange gibt es euch jetzt schon?

Fünf Jahre,

meistens fünf Jahre.

Und es stört dir dieses E-Mail checken

nicht, weil es einfach deins ist?

Es ist meins und es macht Spaß.

Ich sehe gern, wenn jemand was bestellt und

ich sehe, ah ok, da hat wieder jemand was bestellt.

Dann ist halt einmal eine Anfrage,

denke ich mir, das mache ich gleich.

Dann brauche ich es den Montag nicht mehr beantworten.

Eine Frage gehört mir

jetzt auch noch, was jetzt eher zum

Business noch geht. Du hast jetzt was studiert?

Philosophie und? Und Jus.

Und der Bruder hat Politologie?

Politikwissenschaften, aber

der hat es nicht fertig gemacht.

Woher kommt jetzt das ganze Know-How,

ich habe mir die Webseiten angeschaut,

da ist viel Know-How drin,

das ist gut gemacht. Woher kommt dieses ganze

Know-How bezüglich

Website-Design etc.? Das machen

alles um externe Firmen gemacht,

die Webseite macht eine kleine Firma

Feldbach, Firma Webwerks, falls man einen

Programmierer sucht.

Also

es ist auch so eigentlich eine

selbstständige

Fraufirma, dem hat

sich das einfach auch ein Glück, dass wir den gefunden haben.

Das macht das super und

das Design ist Tag eins gleich,

das haben Studenten damals gemacht.

Das hat sich nicht viel geändert.

Studenten?

Haben das Design damals gemacht, ja.

Im Rahmen von einer Lehrveranstaltung oder bist du in Kontakt

mit der Uni gewesen?

Nein, die haben das studiert damals, die haben das schon

im Rahmen einer Firma gemacht, also die haben das schon Geld

bekommen dafür, aber

die haben sich gefreut, dass

während der Uni schon ein Projekt haben zum

Arbeiten und toll

geworden.

Wie vorgegeben da

eigentlich oder waren das dann eher die Ideen

von...

Da haben wir schon einiges vorgegeben, wie es sein sollte ungefähr

und

bei der Programmierung haben wir...

Also das Programmieren macht wirklich jemand Externes, aber

wie das aufgebaut sein soll, da haben wir

auch uns natürlich Gedanken dazu gemacht.

Einfach auch aus Usersicht,

wie soll das sein, dass das möglichst einfach ist.

Das heißt, wenn es morgen steht, das Werke,

kannst du was machen oder

wenn die Website jetzt...

Nein, also wenn das wirklich irgendein Softwarefehler

ist, dann bin ich aufgeschmissen.

Also man muss ja da

zu einem gewissen... Ja, auch wenn man

einen Programmierer angestellt hat, wenn der morgen krank ist,

ist man auch aufgeschmissen. Die Gefahr des

Cloudsourcing.

Das ist die Gefahr der Technik.

Ich sage immer, ich habe Soziologie studiert, ich weiß,

was die Technik mit dem Menschen macht, aber ich habe keine Ahnung,

was der Mensch mit der Technik tut.

Die Website, die wir haben,

ist auf WordPress und

wir lernen jeden Tag dazu,

aber morgen, was ist, ich wüsste nicht.

Ich wüsste jetzt nicht, was ich tage.

Das heißt sowieso immer, wenn der Mitarbeiter

ausfällt, ist das auch blöd.

In dem Fall ist das halt eine

Anfirma, der ausfällt.

Sag, wie wichtig waren Förderungen für dich oder für euch?

Am Anfang schon, also wir haben

glaube ich so 50.000 Euro

Förderung oder so bekommen,

im ersten zwei Jahren. Hat uns sehr geholfen.

Wie aufwendig waren

die Aufwände? Ja, schon,

es war schon aufwendig, deswegen bin ich auch ein bisschen davon abgekommen

weder, weil der Aufwand

doch recht hoch war, das zu beantragen,

dann ist man immer ein bisschen abhängig, also ist immer ein bisschen

kriegt man das Geld,

kriegt man es nicht.

Immer vor Investieren bei den Förderungen.

Teils, teils, ja.

Ja, es ist

jetzt nicht der Oberaufwand, also das

geht natürlich, aber irgendwie

hat es mir keinen Spaß gemacht, Förderungen zu beantragen.

Habe ich damit aufgehört.

Und jetzt

finanzieren wir uns durch den Umsatz, das ist natürlich

lustiger. Du hast das verstanden.

Ich habe mir gegen Förderungen

noch viel Umsatz gemacht.

Das klingt mir strategisch nicht.

Es ist auch lustiger zu bearbeiten.

Dann finanzierst du dich durch den Umsatz.

Was ist da gefeiert worden am Anfang?

Das Projekt an sich.

Das Projekt an sich? Ja.

War es schwer

das Projekt an sich

durchzubringen?

Nein, es ist viel Papierkram

und man muss manchmal

mal absagen, das ist halt auch normal.

Nein, aber das hat

sicher sehr geholfen, muss man auch ehrlicherweise sagen.

Ja, Stadthilfe,

das glaube ich. Sonntagsfrage.

Sonntagsfrage.

Wie weit erwachsen, die haben wir jetzt eh schon gefragt.

Was ist die Sonntagsfrage?

Ich bin natürlich schon gestoßhaft damit.

Die Sonntagsfrage wäre, wenn du

könntest. Ah, Idee.

Wenn du könntest, was würdest du

in der Wertschöpfungskette Lebensmittel

verändern? Anders machen,

anders denken. Kannst du dich am Montag verändern,

aber das ist die Frage zum Anfang.

In der Wertschöpfungskette, ja,

eh das, was wir machen,

einfach die Versorgungsketten kürzer machen.

Dass das wirklich

von den Bauernhöfen

direkter zu den Kunden

kommt, ja.

Und warum?

Weil dann natürlich die Bauern haben mehr davon,

wenn sie das ein bisschen mehr,

also nicht nur finanziell, man muss auch

sagen, bei uns, das habe ich auch gemerkt,

wie viele sich auch über eine positive

Wertschätzung freuen, wenn die Kunden sagen,

das ist ein tolles Produkt, tolles Fleisch,

das freut einfach die Landwirte, das

gibt einfach auch Sinn, da geht man dann gerne arbeiten,

weil man sagt, die Kunden melden sich

zurück und sagen, das ist ein tolles

Produkt, das fehlt im Moment.

Wenn jetzt eine Rückmeldung kommt vom Handel,

dann ist irgendwas, was nicht passt.

Also die,

einfach diese Nähe,

Produzentkunde, ja,

ist auch finanziell natürlich interessanter

für den Landwirten und auch für den Kunden

ist es wahrscheinlich interessanter, wenn man weiß,

es kommt von dort. Merke ich auch

bei den Kunden oder auch bei mir,

es ist einfach lustig, wenn man weiß, es kommt von dort.

Vieles hat sich da einfach in den

letzten Jahrzehnten entwickelt,

Lebensmittel müssen immer billiger werden, billiger werden,

billiger werden und da hat es einfach

nie eine Stopptaste gegeben und

das hat natürlich viele Fehlentwicklungen auf sich

gezogen.

Die werden zum Beispiel, oder was sind die

gravierendsten aus deiner Sicht?

Ich sage immer, vieles geht

dann natürlich einher, das nur mehr auf

Masse produziert wird, mit

vielen negativen Konsequenzen für

Mensch, Tier, Umwelt.

Landwirte sind

eigentlich

nicht mehr sehr glücklich in ihrem Beruf,

wenn sie nur mehr produzieren für

eine anonyme Quelle,

also den Handel.

Also die Beziehungsebene verloren geht.

Ja, das ist glaube ich nicht sehr lustig für Landwirte,

weil man jetzt nur für den Handel produziert.

Was ertönt den Landwirtinnen und so weit,

wenn du mit ihnen redest, ist das oft ein Thema

gewesen? Es freut mich wirklich,

das hat mich am Anfang sehr überrascht,

das habe ich unterschätzt, wie viel es sich da

bringt, weil wir haben auch ein Bewertungssystem,

also die Kunden hinterlassen Bewertungen und die sind

eigentlich durch die Bank positiv.

Und wie sich die eigentlich sehr freuen,

einfach, wenn da jemand sagt, das ist ein tolles

Produkt und danke

für die Arbeit, was ihr macht.

Das ist eigentlich

fast noch wichtiger als das Finanzielle,

weil natürlich verdienen sie durch

die Direktvermarktung auch mehr als über

den Handel. Aber ich glaube, diese

Wertschätzung, die ist sicher wichtiger

als das Geld.

Also das ist ein wichtiger Faktor, glaubst du?

Jaja, das ist...

Du glaubst, da machen wir mehr

dieser Direktvermarktung oder diese direkten

Betriebswege?

Genau, also wenn man wieder

gibt verschiedenste Modelle natürlich,

wie man das schafft, muss man sagen, auch der Handel

hat mittlerweile das ein bisschen verstanden,

aber

dass man wieder schaut, die Produkte

kommen nicht aus dem Supermarkt, sondern die kommen

von einem Bauernhof, da arbeitet jemand sehr hart

dafür, dass das hergestellt wird.

Das ist eigentlich ein sehr risikoreicher Beruf,

dass man das auch wieder mehr wertschätzt, wo

kommt das Produkt her, wer produziert das?

Ich fahre mir jetzt ein paar Sachen ein.

Das eine ist,

könntest du dir auch

eine Partnerschaft

mit dem Handel, mit einer Lebensmittelkette

vorstellen für Nahgenuss?

Und

zweite Frage, was daran anschließt, ist,

würdest du Nahgenuss,

wenn das Angebot passt und der Preis stimmt,

würdest du das jetzt demnächst auch verkaufen?

Wie wichtig wäre dir ein Exit

ein erfolgreicher?

Erste Frage, mit dem Handel, ich wüsste jetzt nicht,

wie das praktikabel sein könnte,

folgt mir jetzt keine

Tiefwolle.

Toffe Frage, nächste Frage.

Es kann ja sein, als

vielleicht gibt es hier was, aber

Du sagtest, dass auch der Handel

dieses Direktvermarktungsthema

irgendwie aufgreift, werden Sie ja

überlegen, wie Sie es besser adressieren können,

die Regionalfächer,

die es

in den Supermärkten auch gibt,

wo man zumindest auf das Thema Regional schon

stärker hingeht, wo es ja

in die Richtung geht.

Irgendwann kann,

in der Theorie zumindest kann man vorstellen,

dass sich diese Prole dann auch treffen.

Also ich glaube, dass ein Lebensmitteleinzelhandel

nur durch Kommunikation

irgendwie den Bezug

herstellen kann zum Bauern, zum Tier

und es ist halt doch

vollkommen

wertfrei, aber auch in Ordnung,

das Ziel von einem Lebensmitteleinzelhandel

gewinnmaximierend

zu operieren

und dementsprechend

müssen Sie sich fragen,

wie kann ich das damit machen,

dass ich irgendwie die Wertschöpfungsketten

verkürze.

Ich muss auch dazu sagen, da ist jetzt nicht alles am Handel,

das ist jetzt schlecht.

Wir gehen alle in den Supermarkt einkaufen

aber ich glaube,

irgendwie ist es teilweise immer alles

ein bisschen zu weit gegangen in vielen Bereichen

und da muss man einfach

einmal schauen, wie könnte man da wieder

ein paar Schritte retour machen und das besser machen.

Okay, also dann keine Kooperation

jetzt mit dem Handel, aber ich habe jetzt gesehen,

neben dem Fleisch hast du jetzt auch schon

einen Wein im Sortiment.

Warum

habt ihr den Wein

zusätzlich zum Fleisch reingenommen

und was könntet ihr neben dem? Wollt ihr da

noch mehr reinnehmen?

Beim Wein, es hat sich einfach so gegeben,

über Corona sind viele Weinbauern einfach um den

Umsatz umgefallen, weil die sonst an die Gastro

liefern und da haben uns ein paar angerufen,

ob sie auch den Wein über uns verkaufen können.

Da haben wir gesagt, ja, probieren wir,

es passt ganz gut dazu, es ist auch

ein Luxusprodukt,

sagen wir Wein, gilt

auch für Fleisch, also beides sollte man in

Maßen genießen und in hoher Qualität vielleicht.

Butter.

Ja, und es hat sich

jetzt auch gegeben, aber es ist jetzt noch immer für uns

eine Nische.

Es gibt

natürlich beim Wein viel mehr Angebot online,

die Transparenz

ist nicht so wichtig wie beim Fleisch, also

es ist eher ein Nebenprojekt.

Aber wäre ein Produkt, das war

eine Demenzeweiterung bei euch?

Eher nicht, nein, also beim Fleisch

kann man bleiben. Also kein

Käse, Joghurt etc.

Eher nicht, also

Fleisch hat halt viele Vorteile

und ja,

das ist glaube ich ganz gut, wenn man sich da auf eines

konzentriert. Also da sagt

ihr eher keine Erweiterung

in die Richtung. Ja, eher nicht,

also vielleicht, wenn man mal so überlegt,

Pilze aufzunehmen quasi als Fleischersatz,

aber ist auch nicht so leicht,

dass man da was Gutes oder

Also ihr denkt es drüber nach, aber ihr sagt, es ist jetzt

nicht euer primäres Ziel. Nein, also es soll

auf keinen Fall so eine Richtung,

es gibt bei uns alles vom Bauernhof,

sondern es wird immer Nischenprodukte

geben, also Fleisch,

Wein, kann schon sein, dass dann

vielleicht Pilze dazukommen, aber

solche, ja.

Exit, ist ja auch immer so ein

Thema mit Start-ups, oder? Ich grüne

ein Start-up und dann schaue ich, dass ich es möglichst schnell

wachse und das ich es da ja weiterverkaufe

und dann... Ist jetzt nicht das primäre

Ziel, dass das verkauft wird, also es macht ja

Spaß, das zu machen und

ja, ist jetzt nicht das Ziel.

Aber wenn jetzt jemand kommt und sagt,

er macht das besser als ich,

er hat viel mehr Möglichkeiten, er könnte das

noch besser machen, dann kann man

natürlich drüber reden, ja.

Das ist jetzt nicht an meine Person gebunden.

Also du schließt das nicht hundertprozentig aus,

aber du bist jetzt nicht...

Nein, wirklich, wenn jemand kommt und sagt,

er macht das noch besser und er hat noch mehr Möglichkeiten

eigentlich diese Idee fortzusetzen.

Du willst das nicht

wahllos irgendwohin verkaufen?

Nein, das nicht, aber

ist glaube ich jetzt

kein Thema auch nicht, muss man sagen.

Also du planst jetzt eigentlich

selber weiter auszubauen?

Nein, das ist nicht das Ziel und nicht das Thema gerade.

Ja, das ist jetzt... Jetzt habe ich meine

letzte Frage.

Die Exit-Frage war die letzte Frage?

Nein, die vorletzte. Also die

letzte Frage wäre dann gewesen, das ist meine

Nahrungsfrage.

Welche Fragen haben wir dir denn noch nicht gestürzt,

die wir hätten stellen sollen?

Ich glaube, das war ein sehr gutes

Gespräch. Danke.

Irgendetwas hat man sicher immer vergessen.

Irgendetwas hat man sicher immer vergessen,

was der Zuhörer vielleicht interessant finden würde.

Was erzählst du über Nahgenuss oder über

deine nächsten Pläne, was wir jetzt noch nicht gefragt

haben, bei mir frage ich meistens.

Ja, es waren ewig gute Fragen

dabei. Ich glaube, das hat

gut erklärt, was wir machen.

Das ist auch so rübergekommen,

was die Idee dahinter ist.

Ja, was kann man sagen?

Lieber weniger Fleisch kaufen, dafür

hohe Qualität. Genau, das ist unsere Botschaft.

Das ist unsere Botschaft. Lieber weniger

Fleisch, dafür hohe Qualität.

Mehr Vorrat wieder?

Mehr Vorrat wahrscheinlich in eurem Fall.

In dem Fall hängt das Bild zusammen,

ja. Aber ja,

es ist, glaube ich, wenn man

auf Qualität schaut, hat man einfach

was davon. Muss man eigentlich, wenn man bei euch

bestellt, kochen können,

weil ihr verkauft, wie gesagt, nicht nur Edelteile,

wo ich es einfach in die Pfanne habe, sondern

gibt es dann von eurer Seite auch Anleitungen

zu, wie man das kocht.

Schau, stimmt gut, dass du es sagst.

Diese Frage hatte ich vorher die ganze Zeit im Kopf und

das ist verdammt wichtig. Jetzt ist sie raus, die Frage.

Bisschen geben wir schon so Tipps. Wir machen so

ein paar Materialien, die wir teilweise

beilegen. Materialien? So Printprodukte.

Auch Löffel auch so.

So Rezepttipps oben sind oder so.

Aber grundsätzlich,

kochen muss man per se schon können.

Trinken kann man das?

Wenn man das beilegt, ist das eher

oder freuen sich die Leute kochen die dann wirklich danach?

Also wir haben da zum Beispiel so eine

Karte, wo so das ganze Schwein aufgezeichnet ist

und alle Teile und dann haben wir kurz,

was man mit dem Teil machen könnte.

Das ist schon praktisch.

Liesen sich ja einige durch und denken so, ja, das könnte ich auch einmal

probieren. Per se

kochen muss man schon können.

Man kann nicht einfach

so runterbeißen. Man kann nicht runterbeißen,

ja, aber man muss jetzt kein

Meisterkoch sein, sondern

wenn man

die Grundregeln des

Kochens versteht, dann kann man das alles

zubereiten. Also ich glaube, dass vielleicht

grundsätzlich jemand

ein Halbs Schwein

bestellt, um bei dem Bild zu bleiben,

der vielleicht sich schon damit auseinandergesetzt

hat, wie man

das verkochen könnte. Ist

das noch mit Knochen dann zum Teil?

Das kommt ein bisschen auf den Bauern, was

die Pakete anbietet.

Aber, wie gesagt,

man muss kein Meisterkoch sein.

Wenn man versteht, dass Fleisch

bei Hitze durch wird, dann kann man das.

Oder nicht immer durchhoffend.

Dann ist das machbar.

In dem Sinne, well done.

Ja, danke.

Magst du noch irgendwann grüßen? Ich grüße

mal die Mama von Christian, die Maria

und meine eigene Mama.

Bianca, du noch mal grüßen.

Ich grüße meinen Schnitzel zu Hause. Ich habe gerade sehr

Hunger. Schnitzel zu Hause, ja.

Die Flasche Rotwein im Kofferraum. Im Kofferraum, ja.

Ja.

Ich grüße meinen Bruder in Wien.

Ah, er ist in Wien. Huckt er auch im Coco Quadrat in Wien?

Nein, nein, der ist gerade so

in Karenz ein bisschen. In Karenz ist er ein bisschen.

Dann grüßen wir den Bruder in Wien auch.

Vielleicht treffen wir uns

mal in Wien. Wird mich freuen. Im besten Fall

mit sehr viel Schwein.

Wenn wir Schwein haben, treffen wir uns

in Wien.

Also, in dem Sinne, danke für das Gespräch.

Ich sage danke für das nette

Gespräch. Schönen Abend wünschen

wir dir. Danke schön. Danke.

Servus. Ciao.

Servus.

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B2P-Live „Ackerdemics Edition“ – Fleisch, Familie und Verantwortung – Thomas Berger

Wie die fünfte Generation eines Traditionsbetriebs Tierwohl, Krisen und Marktdruck unter einen Hut bringt.