Folge Nr: 2

B2P001 Christian Bachler – Wutbauer oder Mutbauer?

Wer ist Christan Bachler?

Podcast

B2P Abonnieren:

0 / 500
+ Web

Über die Folge:

Christian Bachler vom steirischer Bergerhof Krakauebene erzählt in diesem Gespräch über seine Kindheit, sein Heranwachsen zum Bauern und seinen Wandel hin zum Wut- oder besser Mut-Bauern. Und Christian hält natürlich auch Tiere, speziell seine schwarzen Alpenscheine.


Bleib verbunden mit BauertothePeople! 

Membersheep werden:
Jetzt unterstützen – Hol dir tolle Rabatte, hör den Podcast früher und werbefrei und fördere konstruktiven Journalismus.

Newsletter:
Jetzt abonnieren – Erhalte regelmäßig exklusive Insights und Hintergrundinfos direkt in dein Postfach. 

B2P Shop:
Merchandise entdecken – Produkte mit Persönlichkeit, die deinen Style unterstreichen. 

Podcast hören und sehen:
Apple Podcasts: Jetzt anhören
Spotify: Jetzt anhören
YouTube: Jetzt ansehen

Social Media:
Facebook: bauertothepeople.at
Instagram: @bauertothepeople
TikTok: @bauertothepeople
LinkedIn: BauertothePeople

Musik:
„Leit hoits zamm“ – Haindling
thx an Jürgen Buchner

„Power to the People“ – Junior Kelly
thx and Michael Lechleitner @ Irievibrations Records
 
… und ein bisserl selbst gesungen
thx to me, my voice und eure Schmerzschwelle 

Und Jetzt?
Abonniere, folge und teile – so bringst du frischen Wind in den Dialog! 
Viel Spaß beim Reinhören und Entdecken!

Transcript - B2P001 Christian Bachler – Wutbauer oder Mutbauer?

Leute, halt's zusammen, sonst dauert's nimmer recht lang

Auf einmal tuts an kleinen Schäberer und dann kracht alles zusammen

Bauer to the People, der Podcast für überhaupt und außerdem Nachhaltigkeit und EOS

Weil nur durchs Reden kommen die Leute zusammen

Hallo liebe Leute, die ihr euren Weg heute hierher gefunden habt

Bauer to the People, Folge 2

Eigentlich die erste richtige Folge, denn heute haben wir gleich einen absoluten Stargast bei uns, mit dem wir starten wollen

Den Christian Bachler vom Bergerhof

Den Wutbauern oder den Mutbauern, je nachdem wie man sehen will

Christian hat eine Doppelrolle, der Christian ist nämlich nicht nur der Bauer von der Krakow-Ebene

sondern er ist Mitinitiator von Bauer to the People

und ohne ihn würde es diesen Podcast heute auch nicht geben

Heute geht es aber nicht um den Podcast selber, sondern heute geht es um den Christian

und zwar wie der Christian zum Christian geworden ist, wie er dieser spezielle

Hallo Christian

Hallo Willi, hallo da draußen

Wie er dieser spezielle Bauer in der Krakow-Ebene geworden ist

Vielleicht kurz einen kleinen Hintergrund, der Christian und seine Mutter, die Maria, die bewirtschaften den Bergerhof in der Krakow-Ebene im Bezirk Murau

Christian, man ja plötzlich sagt, du sagst das dann einfach

Ich misch mich ein

In der Steiermark, ich glaube so weit hab ich es richtig

Ich hab jetzt gesagt, der Hof liegt auf 1500 Meter Seehöhe, sind wir da ungefähr?

Ja, wir sind ein bisschen drunter, also der Richtigkeit halber 1450 Meter

1450 Meter, fast 1500, sagen wir so, genau

Und ist aber trotzdem der höchstgelegene Bauernhof in der Steiermark, ist das richtig?

Genau, das ist korrekt

Super, ursprünglich war es ja mal ein Milchviehbetrieb

und der Familienname ist Bachler und der Vulgo-Name ist Berger

Deswegen auch der Bergerhof, ist das richtig?

Ganz genau

Weil viele Menschen wahrscheinlich nicht wissen, was ein Vulgo-Name ist, vielleicht kannst du das kurz erklären

Also der Vulgo-Name ist sozusagen der Name des Hofes, der aber wechselnde Besitzverhältnisse in der Geschichte immer gleichbleiben ist normalerweise

Bei uns der Berger, also Vulgo-Berger bezieht sich vermutlich auf den üblichen Begriff dafür eine quasi Voralm oder Niederalm oder Vorweide, die bei uns als Berg bezeichnet wird

und von daher dürfte der Berger quasi abgeleitet werden

Wie lange gibt es den Namen jetzt schon?

Der Name in der Form ist jetzt vermutlich erst seit 1930 aktiv

Davor in die alten Unterlagen, die bis zum ca. Mitte 1650 zurückreichen, ist immer vor Herkling die Rede

Ah, der Herkling, den kennen wir von deiner Webseite schon, gell?

Ja genau, das ist auch ein bisschen unser Fleischmarkt

Ja, so schließen sich die Kreise, interessant

Du hast ja angefangen als Milchviehbetrieb früher und bist dann auf die Direktvermarkten umgestiegen

Inzwischen bist du ja 37 glaube ich, 37

und hast über 13.000 Fans oder Follower auf Facebook

und du hast mir letztens, ja schon über 13.000 sind das, gell?

Und du hast mir letztens einmal sehr freude strahlend verkündet, dass du inzwischen mehr Follower auf Facebook hast

Du bist ja auch schon wieder eines deiner großen Idolle, der Soziologe der Jean Seglert

Ja, die kleinen Erfolge so im Leben, ne?

Aber verdient, verdient, verdient, ja

Ich würde jetzt gerne einfach das Interview mit dir starten

Ja, im Endeffekt ganz vorne in deiner Kindheit

Wie du im Prinzip aufgewachsen bist, wie du zum Bauern geworden bist

Ich würde sagen du erzählst davon mal ein bisschen was, wie du aufgewachsen bist

Ja, ganz, ganz klassisch eigentlich

Also wie es halt so in einer sehr konservativen Bauernfamilie, Bergbauernfamilie so abläuft

Ich hab noch einen Bruder, also der Erstgeborene sozusagen oder der ältere

Dementsprechend eigentlich in der alten Tradition immer als Hofnachfolger vorgesehen gewesen sozusagen

Und dann kriegst du dann irgendwie so Beruf, Berufung, wie auch immer man das nennt, ein bisschen in die Wiege gelegt

Und dementsprechend sind dann eigentlich auch so die ersten, zumindest eineinhalb Jahrzehnte meines Lebens abgelaufen

Wie es halt bei so einem klassischen Familienbetrieb ist, man ist natürlich als Kind, ja man wächst mit der Landwirtschaft einfach auf

Du bist da mittendrin statt nur dabei

Und ja, so ist das eigentlich ganz eine normale Kindheit irgendwo gewesen

Wir haben natürlich den Vorteil gehabt, wenn man das mit heutigen Kids vergleicht, dass bei uns immer wer da war

Also wir waren ein Mehrgenerationenhaushalt, bei uns haben die Großeltern in dem gleichen Haus gelebt, also drei Generationen

Alle einen waren wir nie, und dann waren halt noch Cousines und so rundherum

Also wir haben eigentlich eine abwechslungsreiche Kindheit gehabt, also so Sachen wie Langeweile oder sowas, das haben wir nicht gekannt

Natürlich, wir sind schon eingespannt worden

Also wir waren überall mit und bei, ob wir wollte haben oder nicht

Und du hast halt dann, sobald du keine Ahnung, irgendwie halb stolperfrei durchs Leben tanzen kannst, irgendwie auf eigene Beine

Ist das losgegangen, du hast dann einen Schof gekriegt, das war dein Schof, der war zum Versagen, fertig

Und ein Jahr später waren es dann schon zehn Schof und dann die ganze Herde, und das war dein Job aus

Also Sachen, wo man heute oft ein bisschen mit deinen Augen zwingen kann oder ein bisschen, ja ich weiß nicht, wie ich sagen soll

Da hat sich schon einiges auch bei uns gesellschaftlich verändert

Wenn ich denke, was wir mit sieben, acht Jahren schon an Arbeit haben mitgemacht, da sehe ich heute bei manchen Praktikanten, die zehn Jahre älter sind, noch schwarz

Sag einmal, wie hat es einen Tag damals bei dir ausgeschaut?

Du hast relativ früh mitgearbeitet, du bist in die Schule auch noch gegangen, hast normale Kindersachen auch noch gemacht

Wie hat denn das damals ausgeschaut bei dir?

Ich muss ehrlich sagen, im Nachhinein, das war schon eine harte Schule

Also Freizeit, Urlaub, Ferien, das haben wir nicht wirklich gekannt

Also da war halt Schule, okay, gut, von der Schule heim, dann halt Mittagessen, dann halt Aufgaben machen und die ganzen Sachen

Meistens ist es vor dem Aufgaben machen schon irgendwas zwischengekommen, dass irgendwas ganz dringend zu machen war

Und helfe in die Hände, du weißt eh, wie es läuft, gibt es in der Landwirtschaft nie genug

Der Termin heute hat ja auch schon zwei Stunden später stattgefunden, weil wieder was dazwischen gekommen ist

Das ist aber Standard, glaube ich, auf der anderen Seite

Ja, das ist einfach so, das ist situationselastisch muss man da, das ganze Hand haben

Ja, so ist das dann halt abgelaufen

Im Winter halt die abendliche Stallarbeit, wie gesagt, da hat jeder seine Tiere zum Versorgen gehabt, das war dein Job fertig

Und du hast halt, ja, das hat funktionieren müssen, fertig

Da hat keiner nachgefragt, ob dir das dauert oder nicht, oder keine Ahnung, das hat sein Wirst aus

Und so sind wir halt aufgewachsen, dass im letzten, ja, unterm Strich, die Viecher kämen immer zuerst

Und dann kommt erst der Mensch, das war so

Weil die waren, die sind das Wichtigste, für die leben wir, fertig

War prägend, war in der Kindheit oft nicht ganz ohne

Aber heute denke ich mir immer, wenn es geschaut hat, es uns auch nicht

Ja, so war das

Spannend eigentlich, das heißt, was man ja, Bauer to the People, geht es ja auch viel darum

Ein bisschen aufzuzeigen, was sind denn die Unterschiede in den Lebenswerten

Nochmal von einem in der Stadt aufgewachsenen Kind, so wie mir

Und einem Bauernkind, so wie dir

Und was hat Freizeit, ja, du hast das eh schon ein bisschen gezeigt

Ich glaube, da ist ja schon fest angelegt, wie man Freizeit wahrnimmt

Auf einem Hof wie deinem, du bist sieben Tage in der Woche, bist du auf dem Hof eigentlich eingespannt

Es ist immer etwas zu tun, das heißt, dein Freizeit, Verständnis von Freizeit

Ist eigentlich ganz anders, wie das von einem, ja, sage ich mal

Von einem Stadtmenschen, der einfach nach der Arbeit heimgeht und dann Freizeit hat

Oder am Wochenende, wo hast du deine Freizeit?

Da hat ein Gast von uns vor zwei Jahren, ein Amerikaner

Was Spannendes gesagt hat, auf das ich da immer, immer gerne zurückdenke

Der hat gesagt, Farming is not only a job, Farming is a lifestyle

Und ich glaube, genau das ist der Punkt

Freizeit, Arbeitszeit, das können wir nicht auseinanderdividieren

Das ist nicht sogar so ein 9-to-5-Job, wie viele von uns in der Stadt anbieren

Bei uns verschwimmen da die Grenzen

Das ist, einerseits ist das sehr angenehm

Kann natürlich, hat auch Schotenseiten, brauchen wir nicht reden

Aber ja, das ist einfach ein anderer Lebensstil

Aber was anderes, ne?

Ja, man kann es nicht anders, wie du sagst

Wir haben jetzt zwei Stunden zu warten müssen, damit wir da starten können

Weil ich vorher so geredet hab, dass ich noch an die Hofführung verschieben muss

Und dann noch Kunden bedienen, und jetzt war noch vieler lästig

Und einen Ferkel haben wir nicht gefunden, ja, wieso das?

Ja, genau

Und wie gesagt, das ist ein ganz wesentliches Element von Bauer to the People

Dass man wirklich aufzeigt, dass die Wörter teilweise wirklich unterschiedlich sind

Und dass man als Konsument ein bisschen ein Verständnis hat, was ein Bauer für Arbeit leistet

Aber natürlich, dass man als Bauer versteht, was Freizeit für einen Stadtmenschen heißt

Dass der das auch erst verstehen muss, wenn er auf einen Hof kommt, dass dort die Zeit ein bisschen anders rennt

Genau, ganz genau

Ja, das heißt, du bist relativ bald in die Arbeit eingestiegen daheim

Mit wieviel Jahren, oder wie ist denn dann so eine Hofübernahme gekommen?

Oder ab wann bist du so richtig in die Fuhrstopfen oder zur Wegwachsen Richtung Hofübernahme?

Der Weg war dann eigentlich nach der Pflichtschule in eine landwirtschaftliche Ausbildung de facto vorgezeichnet

Ich muss auch gestehen, ich habe mir zu dem Zeitpunkt nie wirklich Gedanken gemacht, was anderes zu tun

Wollte ich auch nicht

Haben dann eine 3-jährige landwirtschaftliche Fachausbildung gemacht

Haben dann relativ schnell danach begonnen, eine Meisterausbildung noch zu machen

Das heißt, der Perspektive war Hofübernahme, Fortführung, ganz klassisch?

Genau, ganz, ganz klassisch

Im Nachhinein betrachtet sehr, sehr blauäugig

Aber, ja, wie man halt so ist als ein Junge

Und dann ist das halt weitergegangen, dass wir, muss ich auch ganz offen aussprechen

Jeder, der in der Landwirtschaft aktiv ist, kennt das wahrscheinlich, oder viele kennen das von uns

Generationenkonflikt war ein Riesenthema

Also im konkreten Fall bin ich mit meinem Vater nicht wirklich, was die Arbeit angeht, nicht wirklich zusammengekommen

Und da waren dementsprechende Konflikte am Köcheln

Wo wart ihr euch da zum Beispiel nicht einig?

Na ja, im Nachhinein war mein Vater auf der in ähnlichen Denkmuster, als wie ich jetzt auch bin

Also eher, dass man nicht unbedingt jeden Neigenscheiß mitmachen muss

Ich muss aber dazu sagen, ich habe damals, das war so mehr oder weniger knapp nach einem EU-Beitritt

Wo in der Landwirtschaft einfach ein brutaler Systemwandel war

Da haben sich unsere Grundeinstellungen irgendwie überschnitten

Da sind wir halt einfach nicht zusammengekommen

Und wie es dann halt ist als ein Junge, dann ist es auch zwischenmenschlich nicht so einfach

Ja, das sind halt natürlich Nachteile für so einen Familienbetrieb

Sozusagen, du kannst da halt dann nicht aus dem Weg gehen

Und wenn du dann halt gemeinsam arbeiten sollst, aber dir eigentlich nicht schmecken magst an manchen Tagen

Das bringt schon Konfliktpotenziale mit und das macht Probleme

Ja gut, das muss man sich wahrscheinlich dann auch aus, ich sage jetzt mal plakativer Stadtmenschen vorstellen

Dass es wirklich Arbeitsplatz und zu Hause ist auch an derselben Ort

Genau, das ist der Punkt

Wenn man oft zu Gästen oder Freunde oder Bekannte hört, die sagen, dieser Scheißhocken, ich hasse den Job so

Aber ich bierge halt vor neun bis fünf Uhr runter und gehe dann nach Hause

Mir wurscht, ob die Bude abbrennt oder nicht

Das spürt sich da halt nicht

Weil letzten Endes sitzt man beim Frühstück nebeneinander da, dann sollst du miteinander was weiterbringen

Man kann sich da halt nicht aus dem Weg gehen und das ist halt ein heißes Thema

Aber irgendwie habt ihr euch dann immer wieder zusammengerauft

Aber wie ist es bei dir dann weitergegangen?

Ich muss gestehen, wir haben damals einen ziemlichen Schicksalsschlag gehabt

Ich glaube, dass mein Vater relativ jung oder sehr jung einen Schlag auf den Vollkopf hat und den nicht überlebt hat

So bin ich dann einerseits ins total geholte Wasser geschmissen worden und dann auf einmal halt da Bauer geworden

Im Nachhinein betrachtet, wenn dieser Schicksalsschlag nicht gewesen wäre, bin ich mir relativ sicher, dass ich nicht mehr in der Landwirtschaft wäre

Oder zumindest nebeneinander und das hätte nicht funktioniert

Was wäre dann passiert mit dir?

Ich weiß es nicht, das kann ich nicht sagen

Ich weiß nur, dass es damals weiter ...

Landwirtschaft wäre kein Thema gewesen

Landwirtschaft wäre sicherlich ein Thema

Ich glaube, der Landwirtschaft wäre schon treu geblieben, aber nicht da auf dem Betrieb nebeneinander

Okay, dann war dieser Schicksalsschlag für dich ein sehr einschneidendes Erlebnis

Vor einem Tag auf den anderen quasi

Wie ist es da gegangen und wie war die Zeit?

Das ist eigentlich ... das traue ich mir fast nicht sagen

Für mich rein menschlich war es in der ersten Phase fast eine Befreiung

Weil der Konflikt weg war

Da war es fast, dass man das mal frei aufatmen kann

Das war einfach eine Erleichterung zuerst

Was dann darüber hinweggeteilt hat, was das eigentlich bedeutet

Ich war 20, was da wirklich auf dich zukommt

Und wenn du in dem Alter bist, jung und voller Tatentrang

Und wüsst, wo ist wirklich loslegen

Und dann hast du da vorne eine freie Bahn

Und der Aufführungszeichen, das war natürlich lustig

Und das hat halt eine Zeit lang über die Nachteile und Aufführungszeichen hinweggeteilt

Oder hinweggeholfen, ich weiß nicht, wie das formulieren soll

Ja, ich kann es irgendwo nachvollziehen

Wie ist es dir im ersten Moment gegangen?

Hast du dann angefangen, ja jetzt kann ich da

Und hast dann gleich mal ein paar Sachen anders gemacht

Und hast vergessen, auch zum Trauern auf deinen Seiten

Weil du vor lauter Arbeit nicht mehr ...

Ja, das ist ...

Du warst vielleicht ein bisschen ein sensibles Thema

Ja, aber das gehört dazu

Wie geht man mit dem um?

Weil man kann den nicht einfach aufhalten

Ich glaube, dass das dann die klassische Flucht nach vorne war

Also einerseits denkst du, ok, meine Eche frei, jetzt kann ich machen, was ich will

Mir pusht nicht wirklich mehr wer rein

Andererseits, das mit der Trauer ist ein gutes Thema, für den laufst du davon

Ich nehme, dass du halt einfach immer mehr tust und das arbeitest und das und das und das

Und du hast dann einmal das erste Jahr sowieso nicht Zeit

Weil der Kuh ist das wurscht

Der Kuh ist das komplett egal, was bei dir in der Familie passiert

Die braucht dich da frühe als fulles Service aus

Und jeden Tag?

Und jeden Tag

Ohne Pause, ohne Urlaub, ohne Krankheit

Was in der Situation, wenn es dich da ...

Natürlich für die ganze Familie

Ist es auch ein Vorteil, weil du eine feste Struktur hast, die dich da haltet

Jetzt einmal so als Basisprogramm

Also was bei vielen anderen dann zum Totalabsturz persönlich oder psychisch führt

Ja, stimmt

Da hast du Struktur irgendwie

Aber das ist im Nachhinein betrachtet ein total schizophrenes Thema, das ich mir heute

Immer noch nicht wirklich erklären kann, wie das damals gegangen ist

Ja, sicher, es ist definitiv eine schwierige Geschichte in der Stadt

Kann ich mir vorstellen, oder wenn es jetzt nicht so gebunden ist an einem Hof

Dass die Strukturen auflösen, weil die Leute da vorrinnen kennen

Das ist da jetzt nicht so leicht, weil es da quasi gebunden ist an einem Hof

Da ist der Zwang, da ist es gar nicht einmal so schlecht vielleicht

Dass sie in Riesenzeiten zusammenhalten

Das kann ich mir schon vorstellen

Ja, und wie ist dann weitergegangen, weil

Milchwirtschaft war ja dann quasi nach dem Tod von deinem Vater nach wie vor ein Thema

Aber heute bist du direkt vom Markt, was ist da passiert?

Die ganz stinknormale und anführungszeichen konventionelle Landwirtschaft

Die war völlig alternativlos, auch in meinen Denken

Also ich muss auch gestehen, ich habe in der ganzen Ausbildung bis zur Masterbriefung

Nichts anderes gelernt, schneller, höher, weiter

Wie kann man möglichst effizient, möglichst billig, möglichst viel, möglichst nur produzieren?

Fertig

Ja, ich bin so aufgewachsen, wie gesagt, wirklich eine sehr konservative Familie

Die direkt vom Markt da und so, das waren bei uns immer die Exoten, das waren die Hippies

Mit denen wollten wir nichts zu tun haben

Das ist so, weil du wärst nie Ökonomierod

Du kriegst nicht bei der Molkerei einen coolen Posten oder irgendeinen Ampel

Was ich jetzt überspitzt gesagt habe

Das war halt eine andere Zeit, mein Vater war in der ganzen politischen Interessensvertretung

Ein Kauberwesen und so, viel integriert und da ist er dem wirklich aufgegangen

Hast du die Funktionen dann übernommen von ihm?

Erstens hast du als junger sowieso keine Chance irgendwie

Und ich muss auch gestehen, dass mein Vater in den letzten Jahren seines Lebens dann schon gesehen hat

Dass das vergebene Liebesmüll ist

Dass das in den 50er, 60er, 70er, 80er Jahren alle gespielt hat

Was du als Bauernkammerfunktionär irgendwie probiertest zu machen

Das ist aber spätestens mit dem EU-Beitritt gestorben

Die glaubt, dass bei ihm das dann schon das Hatten auch ein bisschen gebrochen

Dass er gesehen hat, dass diese Mechanismen, die nach dem Krieg weg irgendwie aufgebaut worden sind

Und die Landwirtschaft irgendwie getragen haben

Dass die auf einmal nach einem EU-Beitritt verpufft sind

Freier Markt sozusagen

Ich hab damals den freien Markt als totale Chance gesehen

Ich hab den Scheiß, tut mir leid, das soll man nicht sagen

Es ist einfach so, es ist scheiße

Freier Markt soll man nicht sagen, oder?

Nein, Scheiße, also, ja, Freier Markt, ja, genau

Ich hab wirklich diese Märchen geglaubt, dass unsere Produkte am Weltmarkt ihnen gebraucht

Weil wir die Welt ernähren

Du hast dann aber gemerkt, dass es nicht so ist?

Ich hab dann gemerkt, dass es nicht so ist

Wie hast du das gemerkt?

Mit dem, dass du immer mehr arbeitest und immer weniger am Konto hast

Ganz einfach

Wie schaut das? Wie kann man sich das vorstellen?

Du kommst dann irgendwann

Ich mein, ich hab es zustimmend genickt natürlich

Aber wie kann ich mir das so vorstellen?

Also wir haben in der Milchviehzeit fast 10 Jahre lang jedes Jahr mehr Umsatz gemacht

Unter dem Strich ist aber immer weniger Kohle überblieben

Und das ist halt dann irgendwann ernüchternd

Ja, aber wie ist zu dem gekommen? Kannst du das kurz erklären?

Du machst mehr, du verkaufst mehr, im Unteren Strich sollte dann auch mehr aussehen

Ja, wir haben mit der Landwirtschaft das Paradox oder halt die liebe Situation

Dass die Kalkulation immer nach unten geht und der Produzent quasi dann mit dem Brösel, die überbleiben sollen, sein Auskommen finden soll

Das bewirkt dann, dass du bei schlechtere Preise mehr produzieren musst, damit du das Einkommen haltest

Wir haben alle in Tierschutz investiert, wir haben alle möglichen Sachen gemacht, damit du die tollen gesetzlichen Auflagen erfüllst

Nur zahlen tut es dir keiner

Das sind immer höhere Auflagen?

Natürlich, natürlich, natürlich

Ich meine zum Teil auch gerechtfertigt, brauchen wir gar nicht reden

Wir haben auch einige Sachen schon 10 Jahre bevor, dass sie gesetzlich verpflichtet wurden, freiwillig gemacht

Weil wir gesehen haben, das ist notwendig und so wie wir es in der Vergangenheit gemacht haben, funktioniert es nicht mehr

Aber am Ende des Tages, wenn du mit dem Zoll nur noch überbleibst und dein Produkt, für mich war das total traumatisch

Was auch traumatisch war, war halt so ein prägendes Erlebnis EU-Beitritt, erste Milchgottabbrechung nach dem EU-Beitritt

Wie auf einmal die Milch nur noch die Hälfte wert war

Da ist einer bei uns mal am Kuchetisch das Ladel eingefallen

Das heißt, Milch ist die Hälfte wert, das heißt, ihr habt eigentlich die Hälfte von eurem Einkommen an

Ja, das ist halt damals dann natürlich durch Ausgleichszahlungen abgefedert worden

Heute nennt man das halt Subventionen und Förderungen, also die Kohle, die der tolle Steuerzahler den Bauern hinten in eine unappetitliche Körperhofenung steckt

Das sind Ausgleichszahlungen, nur nach 25 Jahren weiß das keiner mehr, wo das eigentlich herkommt

Und wenn ich denke, wie ich übernommen habe 2003 mit den Ausgleichszahlungen, mit denen haben wir damals noch was getan

Mit weniger Fläche habe ich die doppelten Ausgleichszahlungen gekriegt

Und damals haben wir halt die ganzen Sachen, da hat halt die Mechanikerstunde nicht 100 Euro gekostet

Oder die Mauerstunde 80 Euro

Und das ist halt dann ein Teufelskreis, der dazu führt, dass die Leute immer effizienter probieren, produzieren

Und irgendwer zahlt halt immer die Zech fertig

Ob das jetzt das Viech ist, ob das der Konsument ist, weil er ein Arschprodukt kriegt auf gut Deutsch, da können wir uns einreden, was wir wollen

Wir sind zum Rohstoffverzeuger, haben wir uns selber degradiert

Weil das ist nämlich das Paradoxe in der Landwirtschaft, wir reden oft auf und ja, unterhandelt und schlimm

Da muss ich aber sagen Freunde, der überwiegende Teil, zum Beispiel im Milchbereich, ist genossenschaftlich organisiert, der Verarbeiter und der Abnehmer

Und die Genossenschaft gehört den Bauern

Es hat aber keiner mehr die sekundären Geschlechtsmerkmale, dass er bei einer Versammlung aufsteht und sagt, das finde ich nicht gut, wir müssen das anders machen

Du hast das gesagt, degradiert zum Rohstoffhersteller, welche Bezeichnung willst du dir denn gerne selber geben?

Ich glaube, das sind philosophische Fragen

Corona war jetzt ein gutes Beispiel

Die Politik rühmt sich, dass wir uns selber ernähren können, dass die Versorgung gesichert ist

Ich kann nur jedem empfehlen, geh einmal zu dem übernächsten Bauern, den du irgendwo kennst und probiere da dann nur für ein Wochenende Produkte einkaufen

Der wird dir sagen, wenn es ein echter Milchbauer ist und ein Anführungszeichen, du keine Ahnung, ich kann dir 300 Liter Milch verkaufen, dann kriegst du einen besseren Preis, aber nicht mehr

Wir haben die Wertschöpfung, die Veredelung komplett aus der Hand gegeben, was tue ich mit 3000 Liter Milch am Tag?

Wenn man die Mulkerei nicht abholt, bin ich fertig, weil ich es nicht mehr verarbeiten kann

Ist es nicht gescheiter, wenn ich mehrere Standbeine habe und das Produkt veredle, die Wertschöpfung bei mir im Hof halte

und dann der Ernährer sein kann, aus dem wir uns gerne darstellen, den wir aber seit 50 Jahren nicht mehr sind

Das Wort, das wir jetzt suchen, ist Ernährer? Rohstoffprozenn, hin zu Ernährer?

Das Import ist extrem, aber es geht schon in die Richtung

Als Bauer verstehst du schon, dass du ein Produkt erzeugst, das alle Leute brauchen

Bei Autokaufen tue ich nicht so oft, als wir essen, auch wenn uns das Marketing heute auf den anderen Steinen redet

Aber das stimmt halt einfach nicht mehr

Und das ist natürlich ein Thema, an das ich mir auch oft angehe, das verstehe ich auch, weil wir uns da selber betackeln

Weil meine Kuh jetzt noch um 500 Liter mehr Milch gibt, deswegen bin ich genauso ein Rohstoffverzeiger

Und das Problem ist einfach, dass unsere Produkte einmal gebraucht werden und dabei verbraucht

Und da geht es um den Preis, fertig

Wenn ich heute einen Plastiksäckl nehme oder einen Gummiringel aus China, ist mir völlig egal, wo das herkommt, solange der Preis passt

Was mir jetzt dazu einfällt, ist, du hast vorher gesagt, der Gast hat gemeint, ihr Bauer sei ihr Lebensstil

Und jetzt war es natürlich ein Gummiringel-Produzent in China, der hat ja keinen Lebensstil als Gummiringel-Produzent

Aber im Endeffekt seid ihr aus Bauern, die eine eigene Lebensweise aus Lebensstil haben, das was jetzt nicht arbeiten geht und heimgeht

Wenn ihr dann reduziert, wird es auf nur einen Punkt in der Wertschöpfung geht

Ihr seid reine Produzenten von einem Stück Milch und nur von der Menge abhängig

Dann passt das Produkt nicht mehr zu dem, dass ihr sagt, Bauer sein ist ihr Lebensstil

Weil dann habt ihr ja von dem Produkt nur noch diesen kleinen Ausschnitt Milch produzieren, aber ich mache nichts mehr mit der Milch

Das davor ist mir wurscht, das danach ist mir weniger wurscht, das ist wie ein Gummiringel

Zu einem Lebensstil gehört auch ein Lebenswert und da gehört wahrscheinlich auch ein bisschen mehr Tätigkeit mit dem Produkt dazu, damit das auch wieder zusammenpasst

Also passt das Produkt nicht mehr zur Produktionsweise?

Da bin ich absolut bei dir, weil man muss sich heute einfach bewusst sein, moderne Landwirtschaft bedeutet unterm Strich, das ist wie eine Fabrik

Wenn du jetzt hernimmst, irgendein Autokonzern, der kauft Rohstoffe aus der ganzen Welt zusammen, bastelt das dort wo es möglichst billig ist

Oder halt irgendwie gesellschaftlich noch geduldet ist in einer mega Fabrik zusammen und verdickt das Zeit dann wieder in die ganze Welt

Wir machen letztendlich genau dasselbe, dass man Rohstoffe aus der ganzen Welt, wo sie preiswürdig sind, einfach am billigsten zusammen kaufen

Wir basteln da halt einen Puten draus und den verschicken wir wieder irgendwo hin nach Chiputi

Und da fangen sie sich an zu spießen, das war für mich dann auch ein Thema, da hatte ich ein Schlüsselerlebnis, wie wir langsam in die Direktvermarktung geschnuppert haben

Das war in der Übergangsphase damals von dem reinen Milchbetrieb hin zu deinem Wandel

Genau, aber ich nenne es im Nachhinein immer so bewusst provokant, das waren so Aufwachmomente

Und für mich war damals auch so ein Moment, dass ich als frischgebackener, mit Auszeichnung bestandener Landwirtschaftsmeister

Da ich in einer Metzgerei gestanden bin bei einem Rindfleischzuleges Seminar

Der Vortragende, ein totaler Fleischguru hat aus dem Schlachtraum eine Stierhüfte rausgezogen

Und hat dann gesagt, so Freunde, wer von euch hat eine landwirtschaftliche Ausbildung?

Dann haben wir aufgezeigt, die, die da waren, das waren halt ein paar Leute

Wer hat da sogar einen Masterbrief? Dann haben wir drei aufgezeigt und gesagt, so Meisterleins, her da, jetzt schaut's mal

Wo ist das falsche Filet? Wo sitzt der Toffelspitz? Wo ist das weiße Scherzl?

Und da bin ich als supercooler, gefühlt Meister dort gestanden und hab gesagt, Scheiße, ich hab keine Ahnung

Ich hab mein ganzes Leben nicht gesehen als damals mit Rindficher um ein Dummtheater

Und weiß nicht, wie das dann im verarbeiteten Zustand ausschaut

Geschweige denn, dass ich jemals einen Kass gemacht hab als eingefleischter Milchbauer

Selbst als Bauer bist du für dein Produkt schon entfremdet worden

Genau, Entfremdung ist genau das Thema

Und da hat bei mir irgendwie was im Hirn, da hat es einen Schalter umgelegt, weil man dann denkt, du verfliegst

Das ist ja nicht nur bei uns so

Wir verlieren ja wirklich eine Kultur, das ist ja unser kulturelles Erbe als Gesellschaft

Keine Ahnung, dass ein Zimmerer heute einen Dachstuhl aufstellen kann

Dass der kein CNC-Fräsen braucht oder kein Computerprogramm, sondern dass der das machen kann

An die gegebenen Verhältnisse anpasst und dann vielleicht noch irgendein altes Ritual, was seit 300 Jahren durchgezogen wird

Wenn man fertig ist und alles gut gegangen ist, das macht uns ja als Gesellschaft auch aus

Und bei uns als Bauern ist es genauso

Und das ist weg, das verlieren wir gerade

Und das ist halt einfach ein Thema, das treibt mich um, das können wir nicht tun

Das hab ich auch im Intro zum Podcaster gesagt, es geht um diese Arbeitsteilung

Dass einfach wirklich jeder Prozess unter, wie sagt man, unterteilt in unglaublich viele kleine Schritte

Auf jeden Schritt wird auch eine Person drauf gesetzt, die schaut nicht zurück

Und keiner weiß mehr, was der andere tut und das Ganze sieht dann auch keiner mehr

Im Endeffekt ist das ja im Prinzip in dem Sinne auch passiert

Und der Weg in die Direktvermarktung war für dich ja, du hast da einen Teil von der ganzen Wertschöpfung

Aber auch von dem Produkt und von dem, was das einfach heißt, wieder zurückgehalten

Genau, also da vielleicht noch, wie du sagst, das sind seelenlose Produkte

Das ist halt der Füllstoff, wie es bei uns im Lebensmittelbereich ist

Aber da ist keine Geschichte mehr dahinter

Und ich bin einfach felsen, ich hab schon so viel Schlattengop in meinem Leben

Das merkst du einfach, wenn ich ein Würstchen mache oder ein Salami

Und mir geht's auf dem Tag scheiße, weil irgendwas war, dann schmeckt mir das selber dann nicht

Weil ich einfach irgendwie gespielt hab, da passt die Energie nicht

Die war schon jetzt mimi mimi esoterik, das ist einfach so

Also da spielen einfach sehr, sehr viele Faktoren zusammen

Ja, ich glaube, dass das dann bei den Konsumentinnen, vor der Pudel stehenden oder vom Supermarktregal

Wenn die nicht wissen, was sie kaufen, was hinter dem Stiegelfleisch steht, dann greifen die einfach hin

Wenn die ein bisschen mehr, und das ist auch die Mission von dem ganzen Podcast

Wenn die ein bisschen mehr dazu wissen, dann überlegen sie sich vielleicht ein bisschen mehr

Dann greifen sie vielleicht gar nicht mehr hin, wenn es im Supermarkt ist oder woanders hin

Oder überlegen sie ein bisschen was dazu, oder nicht

Also ich sag das auch immer bei den Führungen, Gott so wie vorher, da bin ich überzeugt, die Partie, die da war

Die geht nie mehr so einkaufen, wie vor der stummt jetzt bei uns am Hof

Also du hast hier einfach im Kopf was

Du hast schlappen gesagt, und bei dir war ja nicht nur das Fleischer Seminar ausschlaggebend

Sondern das waren ja ein paar, dass wir wieder ein bisschen zurückkommen zur Biografie

Das waren ja bei dir ein paar Punkte, die dazu geführt haben, dass du gesagt hast, aus, anders, mag nicht mehr

Vielleicht dazu ist da ein bisschen was, was da alles zusammengekommen ist bei dir

Ja, wir haben halt dann, oder ich hab halt dann, mit vollster Überzeugung, wie wir vorher schon geredet haben, die Flucht nach vorne antreten

Es war in der Zeit, davor, 2007

In der Milchwirtschaft

In der Milchwirtschaft, ja, einfach das, ja, fit für die Zukunft

Wachsen oder weichen, wer nicht mit der Zeit geht, der geht mit der Zeit

Special thanks an die Landwirtschaftskammer

Man hat das einfach als Alternativlos gesehen, das heißt, der, was dabei bleiben will, der muss investieren, der muss größer werden

Ich hab damals zum Beispiel auch die These vertreten, die ganzen Klammbetriebe, so keine Ahnung, der mit 10 Kier

Der kostet nur unser Geld, was eigentlich uns zustellt, die die weitermachen wollen

Im Nachhinein denke ich mir, oder mir gehört der so ein Jahr auf die Tröschen

Oder, ja, aber man war halt damals so

Und wir haben das dann einige Jahre durchgezogen, haben dann, ja, investiert, zusammen größer geworden, hinter einem Vier

Muss dann einfach sagen, dass ich im Nachhinein betrachtet

Relativ früher dann, vermutlich im Unterbewusstsein schon gemerkt haben, dass das für mich persönlich der falsche Weg ist

Also als Milchbauer bin ich komplett gescheitert, das ist so

Das hat, wie man dann auf halbwegsigen Stand war, war ich innerlich leer

Also ich hab mit der Arbeit eigentlich keine, nicht mehr so eine Verbindung gehabt, als wir jetzt auch haben, weil mich gerade wieder irgendein Viech nervt

Oder so, und wir gerade wieder irgendeine Verfügungshalte oder irgendeine Spezialaktion haben

Dann bin ich mit der Geschichte noch immer viel, viel mehr verbunden, als wir früher mit den Milchkiern

Dadurch, dass ich das aber einfach als komplett Alternativlos hingestellt habe vorher

Und wir natürlich in der Landwirtschaft auch das Problem haben, einer der nicht Milchkier hat, das ist kein echter Bauer

Ja, hat sich die Überlegung gar nicht gestellt

Heute im Rückwirkenden denke ich mir, naja, die Milchwirtschaft gibt seit dem zweiten Weltkrieg in der Form

Also es ist eine Momentaufnahme, was war mit den 3000 Jahren vorher

Und ja, so ist halt dann bei mir ein ziemlich bürokratisches Problem, eben mit diesen Subventionswesen dazukommen

Wo mir einige hundert oder sogar einige tausend Betriebe in Österreich betroffen waren

Wo ich dann gesehen habe, okay, gut, die Landwirtschaft, alles recht und schön, mit Leben vor öffentlichen Göttern

Ob wir das jetzt Ausgleichszahlung nehmen oder Sterbehilfe oder Erpressungsgöt oder Schweigegöt, ist komplett wurscht

In einem guten Jahr bleibt die Prämie über

Und da möchte ich, da zuck ich meine Kollegen schon wieder zusammen, weil das ist nicht so und hu hu

Es ist einfach so, ich hab über 13 Jahre ein Buch geführt, ich weiß, was da ungefähr läuft

In einem guten Jahr läuft der schwarze Null und was überbleibt sind die Prämien

Und die Prämien brauchst du damit, dass du die Bankholen gestellt kannst zu halbwegs, weil du die entsprechenden Götter in die Hand genommen hast

Und aus der Abhängigkeit hier und dann erst verstanden

Ist ja auch kein schönes Selbstbild, dass du sagst, okay, du lebst und fördern, es will ja keiner offen zugeben

Ja, aber dann liest heute die ganzen Landwirtschafts-Pornos von der Landwirtschaftskammerzeitung angefangen

Der Bauer ist ein Unternehmer, da denke ich mir, alter, was ist mit euch?

Unternehmer mit über 60% unter öffentlicher Güter im Familieneinkommen

Da bin ich ja eher Staatsangestellter als Unternehmer, was soll denn das?

Aber leider, ja, aber das ist halt ein Thema

Ich hab für mich halt dann einfach gesehen, nachdem wir alle rechtsstaatlichen und politischen Mittel da ausgesetzt oder ausgenutzt haben

Dieses System lässt sich aus meiner Sicht nicht mehr verändern

Das System ist tot, es hängt an der Herz-Lungen-Maschine und wartet nur mehr darauf, dass irgendwer einen Stecker zieht

Was können wir tun, dass wir nach dem Zusammenbruch dieses Systems weitermachen können?

Weil das kann man einfach keinen Bestand haben auf Dauer

Da braucht man nur ein bisschen aus seiner eigenen Bubble rausgehen

Schauen wir nach Deutschland, dann schauen wir nach Dänemark, wo die großen Musterbetriebe sind, die sich uns immer vorbeitert haben mit der Ausbildung

Effizienter wie dort geht es nicht und hinter und für

Ich weiß nicht, ob es das Ende vom Lied sein kann, so wie in Dänemark, dass die Betriebe deutlich über 90% Fremdkapitalanteil haben

Dass ich jetzt quartal bei der Bank betteln muss, ob ich mit meinem Betrieb noch weitermachen darf

Lange Rede, kurzer Sinn, ich wollte aufhören, ist auch ganz klar

Ich verkaufe den Scheiß, mir interessiert das nicht mehr

Und meine damalige Lebensgefährtin, die überhaupt nichts mit Landwirtschaft grundsätzlich am Hut gehabt hat vor ihrer Geschichte

Hat dann gesagt, nun tun wir was anderes

Und ich weiß noch, wie man da debattiert und ich sage, was ist was anderes?

Was spinnst du?

Ja tun wir was anderes, wir müssen nicht gehen, tun wir was anderes

Ich verstehe die Frage nicht

Wir sind Milchbauer, wir sind echte Bauern, es gibt keine Alternative

Völlig Alternativ

Und dann haben wir Pagode, unter Anführungszeichen, weil 2013 bei uns die wirklich grobe Türe war

Haben wir dann für Weihnachten hin zwei Milchmastköber schlachten lassen und haben die direkt verkauft

Und ich und mein damaliger, der ich jetzt im Nachhinein sehr dankbar bin für diese Impulse

Der hat das überlassen, gibt ja Facebook, gibt ja Social Media, gibt ja online

Und die zwei Köber waren eineinhalb vor drei Stunden, als ich die verkauft hab

Und dann hat er gesagt, aha, das ist interessant

Weil die zwei Köber, die bringen gleich für Umsatz, als wir zwei Ochsen, die wir zwei Jahre am Atomstehen haben

Und dann ist irgendwie im Hirn das Geheimnis, oh, schau, schau

Quantitativ Wachstum macht uns kaputt, vielleicht sollen wir in der Qualität bzw. in der Wertschöpfung wachsen

Und so ist das dann halt so nach und nach gekommen, dass wir in die Richtung gegangen sind

Das Ende vom Lied war dann 2015, dass wir gesagt haben, okay, wir sind jetzt aus den Verpflichtungen, wo es die Förderprogramme angeht, heraus

Wir hören mit die Milch hier auf, wir konzentrieren uns aufs Fleisch, das passt zu unseren Voraussetzungen vom Betrieb eigentlich besser

Und wir werden eben vielfältiger

Und da sind wir halt heute nach wie vor lustig unterwegs

Du hast ja auch viel, viel, viel Literatur gelesen, die ist ja mal eine Zeit lang nicht so gut gegangen, glaube ich

Du hast ja dann viel Jean Siegler gelesen, gell, von deinen speziellen Freunden

Was hat sich denn da geändert in deinem Denken? Du hast es ein bisschen beschrieben, hast du es jetzt schon mit dem Fleisch, aber...

Ich war damals eben gesundheitlich komplett bedient, also da ist nix mehr gegangen

Wenn du vorher nebenher noch so hobbymäßig begau, die Leistung spart magst und dann nicht mehr über die Stirn gehen kannst, weil du mit den Nerven so hin bist, relativiert sich vieles im Leben

Und wir haben sich dann einerseits zur Selbsttherapie zwei Mangalitser Ferkel geschenkt

Und ein Buch über alte österreichische Nutztierrasen dazu

Und dann habe ich mir, ich weiß gar nicht mehr, was für Impulse ich da habe, aber es ist alles ein bisschen anders

Ich weiß gar nicht mehr, was für ein Impuls das eigentlich war

Vom Jean Siegler, Wir lassen Sie verhungern, das Buch gekauft

Und vom Romuald Schaber, Blutmilch

Die habe ich glaube ich ein paar Zeit gelesen, weil ich damals mit den Nerven so gegangen war, dass ich mir nie wieder merkte, wo es da reingestanden ist

Aber irgendwann hat es dann da geriefen, ist hängen geblieben und das veränderte

Und da, scheiße, was haben wir da?

Und dann mit dem, dass ich meine Kühe soja futter mitgrüfen, dass wir in Amerika, in Südamerika da keine Ahnung, was für eine Schweinerei mit den Eingeborenen da auffährt

Oder mit den dort aussässigen Leuten, dass man die Umwelt demoliert, damit wir ein Produkt erzeigen, wo es keinen Schwanz braucht, auf gut Deutsch

Was wir dann am Wirtmarkt entsorgen und dann haben wir das coole Gefühl, wir ernähren die Welt

Wir sind Blätzen, wir ernähren die Konzerne und die ganzen Typen mit dem Nadelstreif, aber ansonsten gar nichts

Und wenn du das dann halt siehst, mich hat das total schockiert, ich habe so Sachen ja nicht gekannt, ich gehe auf die Straßen und frage irgendwann, ob was die Krankheit Noma in Afrika auffährt

Und der Jean Ziegler hat das da in dem Buch so beschrieben, was unsere Milch-Exporte oder Milchpulver-Exporte oder Händelfleisch-Exporte nach Afrika, nach Schwarzafrika da auslösen unten

Da sind wir dann so, da will ich nicht mehr mit da

Und das klingt jetzt blöd, ich weiß, das ist ein dummer Vergleich, aber ich habe z.B. immer meinen Opa gefragt, weil es mich bei meiner Geschichte interessiert hat

Wieso habt ihr damals in der Nazizeit nichts dagegen getan, wieso habt ihr es da mit getan, wieso habt ihr es nicht gesagt oder schlecht

Und der Opa hat immer gesagt, ja es war halt so, das sind Ballen, da hast du nicht ausgehend

Und ich habe einfach von dem Angst, dass ich mal Kinder habe, dass mich die fragen, wieso habt ihr bei der Schweinerei mitgespielt

Das ist eigentlich das Grundding

Und dann haben wir halt so, wie soll ich sagen, das ist natürlich ernüchternd

Weil wenn du da nochmal siehst, wie das Wirtschaftssystem funktioniert, dass eigentlich der kleine freie Bauer der größte Feind der großen Konzerne ist

Und was wir mit diesem schneller höher weiter in Europa und in der westlichen Welt in andere Kontinente auffielen

Und dass wir letztendlich das Blut auf unsere Hände haben, boah, das war schockierend

Und die Direktvermarktung ist eigentlich für einen Landwirten der direkteste Weg aus dem System aus, wo man sich am schnellsten relativ unabhängig, glaube ich, bis der heute auch noch nicht von öffentlichen Geld und aber der Weg geht direkt dorthin

Genau, also das ist natürlich dann ein sehr, sehr starriger Weg, weil eines muss man sich auch klar sein

Meister hin oder her, keine Ahnung, Facharbeiter hin oder her oder Diplom-Ingenieur in Agrarwissenschaften

Wer kann das Produkt verarbeiten? Das können wir Bauern überhaupt nicht mehr

Da gibt es noch einen gewissen Wissensschatz, den haben noch die Bayerinnen

Gerät mit dem Handwerk, wo gibt es noch eine Metzgerei, die selber schlachtet, das ist ja alles, ich würde es nicht sagen, aber es ist Verarsche

David, du kannst inzwischen, ich hab dir selber zugeschaut, die Viecher zerlegen wie ein Vollprofe, wie hast du das dann gelernt?

Naja, ein paar Seminare und dann halt ein paar Bücher und YouTube

YouTube, ja

Also im Nachhinein hat es schon lustige Situationen gegeben, so das erste Stierschlachten mit dem YouTube-Tutorial in der Hand, das war schon interessant

Schlachten, das lernt man als Landwirt, das ist ganz normal, das ist kein Thema

Alles, was dann danach kommt, das zerlegen dann, also Schlachten muss man einfach kühnen, weil im Fall eines kranken oder sterbenden Tieres, dass man das halt lösen kann, das kann jeder

Aber alles dann danach, da wird es interessant

Und furchtbar kompliziert, das habe ich schon mitgekriegt

Genau, also wir haben schon Momente gehabt, da sind wir so da gestanden, da sind jetzt 300 Kilo Rindfleisch und keine Ahnung, was da jetzt was ist

Genau, und dann wird es interessant

Also Wikipedia und YouTube helfen durchaus auch in der Direktschau-Markt an den Landwirten

Genau, also das ist so, ja, Kreschkurs, Pidum ist es nicht, also ja

Ja, nachdem ich merke, dass das Stiem inzwischen schon ein bisschen rau wird, machen wir jetzt kurz eine Trinkpause, kriegst du noch ein Bier stehen, wir stoßen jetzt mal an

Was will ich?

Ok, das heißt, du hast dann über YouTube und so weiter gelernt, wie man die Viecher auch zerlegt, bist dann immer mehr in die Direktvermarktung reingerutscht und erzähl ein bisschen was über dieses Direktvermarktungsgeschäft

Wie läuft es ab, welche Produkte hast du, wie stößt du Produkte her, weil ich glaube das interessiert die Leute draus

Ja, da muss ich kurz noch ein bisschen ausholen, und zwar war das dann so, dass für mich ein totaler Schlüsselreiz war, ein Schlüsselerlebnis, dass wir gesehen haben, ok, wir sind aus Landwirtschaft vom eigentlich rechten Wege abgekommen

Die Landwirtschaft war immer hoch effizient, man hat mit dem, was da war, das Beste gemacht, mit möglichst wenig Aufwand für alle Beteiligten

Was tut man heute? Das Paradebeispiel ist eben, dass man dann ein Tierort sucht, ein Rind, was genau in deiner Region, genau in deinem Gebiet funktioniert

Was nehmen wir heute? Wir haben eine totale Vereinheitlichung, damit der ganze Klubdingspumms wirkweit handelbar ist, vor einen Standort angepasst, sind wir meilenweit weg, alle miteinander

Und wir sind dazu übergegangen, dass wir heute die Umgebung an die Tiere künstlich anpassen und nicht wie früher die Tiere an die Umgebung

Und das bewirkt aber für die in der Vermarktung, wenn du jetzt mit alten Nutztierrasen arbeitest, die sind über den normalen Handel de facto nicht mehr verkaufbar

Was sind denn die Gründe dafür?

Da ist halt die Bayreuth beim Ochsen um zwei Zentimeter dünner, der Vieh hat auf der Zunge Geschmacksexplosionen und da hast du kaum ein Sex mit dem Drum

Und bei einem ist halt ein Füllstoff fertig, aber natürlich, wenn halt die Styroporverpackung genormt ist und der Handel immer die Regalfläche danach richtet, muss das immer gleich ausschauen

Ich kann noch jedem empfehlen, jetzt hat der Frischfleischdecke für irgendeinen Discounter, geht es auch zu den Metzger, aber die Metzger ist genau dasselbe

Da ist jeder Dofelspitz, jedes Karree, jedes Filet, alles gleich groß

Ja, wieso etwa?

Und dann haben wir gesehen, wenn wir aus dem was machen würden aus den Viehern, dann müssen wir uns selber damit beschäftigen

Das Schlüsselerlebnis war unser erstes Mangalitserschwein, was dann schlachtreif war, das war nicht so, unseren damaligen Metzger, die ersten zwei Jahre haben wir Schlachten für einen Metzger machen lassen

Also für einen Nebenerwerbsbauern, der neben Herrn Metzger ist

Und wie ich dahingeheime bin, die Sau holen, dann hat er mich zusammengeschissen, wenn ich ihm noch einmal so eine Sau bringe, dann schlagt er mich

Dann sag ich, was ist mit dir? Dann sag ich, er ist keine Ahnung, 35 Jahre Metzger, aber dass er ein Schwein in weißem Ruckenspeck hat, müsst ich mit der Knochenzog alles schneiden, weil er so hart ist

Das hab ich auch noch nicht erlebt, obwohl ich die Sau ausgerabt hab, und ich hab gesehen, alles interessant, das ist eigentlich genau das, was wir haben wollen

Und wir haben dann aber auch gesehen, wie uns der die zerlegt hat, dass das mit der alten Tradition viel zu viel Verlust produziert

Weil einfach die Katze, oder die Zuschnitte, sei es beim Rind oder bei allen Tieren, nicht mehr das individuelle Tier berücksichtigen, sondern einfach standardisierte Ware produzieren sollen

Schauen wir mal, jetzt ist kein Reh gleich groß, oder gleich zugeschnitten, das ist in der Natur nicht so

Wie schnell es zugeht, werden wir am meisten rausbekommen

Das ist spannend, weil nicht nur das Produkt standardisiert wird, sondern über das Produkt natürlich auch die Arbeitsformen, Arbeitsweisen, und über die Arbeitsweisen auch immer der Mensch

Wir werden genauso einfältig, wenn man so blöd sagt, genauso einfältig wie unsere Produkte

Weil Stichwort ist in deinem Fall Vielfalt wahrscheinlich, weil du hast uns angefangen über die Artenvielfalt, die ja nie mehr gegeben wird, die haben wir die Artenvielfalt rausgenommen

Wir haben ein Standardtier entwickelt

Wie viele Standard-Schweinerassen gibt es nicht in Österreich, wenn man es jetzt bei Schweinen sagt?

Ich glaube das wird auf zwei oder drei irgendwelche Hybridrassen einschränken, viel mehr wird es nicht geben

Zwei bis drei Rassen?

Genau

Die alle standardisiert gecurtet werden, standardisiert geschlachtet werden, standardisiert verarbeitet werden nach zwei bis drei Methoden

Wann überhaupt?

Wann überhaupt?

Das wissen wir auch nicht

Ich glaube, dass das mit uns als Menschen auch was macht auf Dauer

Das eine Produkt, die fehlende Vielfalt, das Hirn denkt einfach besser, wenn es eine Abwechslung hat

Du lernst ja auch noch durch Abwechslung und ich glaube, dass das natürlich auch dazu beitragt

Jetzt waren wir uns jetzt wieder philosophisch ein bisschen betrachtet, dass diese Einfalt am Teller schlussendlich und mit allem was davor passiert, dass das einer Gesellschaft selber aus dem Ganzen auch nicht gut tut

Wahrscheinlich, ne?

Da bin ich absolut bei dir

Ja, ja

Weil letzten Endes, wenn man sich jetzt oben bericht auf die Quintessenz, es geht heute einfach um Kohle

Ja, und das ist ein bisschen wenig, ne?

Ja

Ja, also

Es kann um mehr gehen, weil du gesagt hast, Qualität, Quantität, es geht ja um Qualität, gell?

Genau

Das Weiße, das nicht durchgekommen ist, der Metzger mit der klassischen Methode, das ist ja das, was dann begehrt ist als Lado, haben wir dazu gesagt

Genau

Das ist ja unglaublich gut, wenn man das mal isst

Was wir heute um 60 Euro pro Kilo verkaufen

Und immer zu wenig haben

Ja

Aber nur muss halt dann, dass man wieder bei der Einfalt, wenn ich heute mit meinen Anzüge

Auch in einer anderen Fabrik, wenn ich das schlachten will, da muss ich ja komplett neues heißeln bauen

Ja

Gleich investieren, mach ich ja nicht, das weiß ich ja nicht aus

Ja, und wenn mir was überbleibt, dann kann ich das nicht nach China exportieren, weil das mögen die nicht

Und das ist ein Absatzmarkt, da müssen wir, wir sind ja exportorientiert

Ja, also

Ich weiß nicht, da kampf zimmer ich hin schon wieder zusammen

Das ist

Was ist mit uns los?

Ich mein, da war ja Corona jetzt ein lustiges Beispiel

Da sind natürlich alle beleidigt, wenn man dagegen was sagt

Aber ja, wie wir die Selbstversorgung ist, alles gesichert

Blödsinn

Bitte denkt mal nach, fangen wir bei den Erntehöfen an

Fangen wir bei den Schlachthof-Mitarbeiter an

Metzger würde ich nicht sagen, sind die über der Sense nicht

Wir sind komplett abhängig

Wenn in Rotterdam die Ladungen aus Brasilien nicht mehr gelöscht werden, weil da irgendwas is

Was tust du dann als Schweinebauer mit 3000 Schweine im Stall, wenn du kein Futter mehr hast?

Weil das kommt von der Fabrik

Was tut der Herr Spahrer, oder keine Ahnung, was für Lebensmittelkonzern

Wenn sein ungarischer Billigstorfer LKW-Fahrer daheim bleibt

Genau

Und das sind genau die Themen, wo wir dann auch mit Bauer to the People in den nächsten Gesprächen mit dir

Mit den Kollegen von dir

Ein bisschen den Finger drauflegen wollen und genauer reinschauen wollen

Aber jetzt gehen wir vielleicht zurück auf die Direktvermarktung

Du hast zwei Mangalitza geschenkt gekriegt

Genau

Und beim ersten Mal schlachten wirst du eben da draufkommen

Wie ist denn dann weitergegangen?

Ja, in die Viecher war ich total verliebt

Ich hab gesagt, das ist cool

Die brauchen keinen Stall

Die halten minus 30 Grad im Winter aus, plus 30 im Sommer

Das ist doch die Quellerei, oder?

Ja, total ab

Das versteht, ich hätte es auch nicht verstanden

Wenn ich meine Minus 30 Grad Schweine draußen gesehen hätte, hätte ich mir gedacht, du bist ein schlechter Mensch

Ja, aber das ist wie ein Paradebeispiel, wie weit entfernt wir voneinander sein können

So ein Männchenproduzent

Und wenn du dann ein paar Polizeiansätze hinter dir hast oder ein paar gescheite Anzeigen

Wir haben dann einfach gesehen, Direktvermarktung, alles gut

Mir hat das aber total genervt, dass eben so Formate wie wir jetzt da machen

Oder das, was wir eigentlich jeden Tag machen

Miteinander reden

Mit dem Konsument, mit unseren Endverbraucher

Dass das de facto nicht mehr stattfindet

Diese Kommunikation übernehmen entweder hochbezahlte Marketingagenturen

Oder irgendwelche Interessensvertretungen, die die 70er Jahre schnell geblieben sind

Es ist leider so

Und ich habe keine Ahnung, wie es ist, blödl immer in Massenmenschenhaltung in Wien zu leben

Er war es nicht bis daraus bei uns ist, wenn es so wie jetzt in Strömen regnet

Und wir draußen auf einer lorren Zwergel suchen

Wir brauchen uns aber, weil wir sitzen im gleichen Boot

Und die Kommunikation dazwischen, da ist natürlich heute Social Media sowohl Risiko als auch Chance

Übernehmen sonst andere, die wir nicht kontrollieren können

Wenn wir es nicht selber tun

Und direkt vermarktet hast du bei dir nicht nur das Produkt zu kaufen

Direkt am Hof, sondern hast direkt Marketing

Auch über deine Facebookseite

Genau, bei uns hat sich auf Facebook damals Mittel der Wahl herausgestellt

Geschrieben habe ich immer ganz gern, Fotografieren ist ein Hobby

Und da haben wir ja in der Landwirtschaft Voraussetzungen

Um die uns jede Marketwerbeagentur oder irgendeine andere Branche beneidet

Wenn ich heute eine Hofrunde mache und ich bin kein industrialisierter Betrieb in der Landwirtschaft

Dann habe ich bei einer Runde 100 Motive, um die mich jeder Influencer beneidet

Das kostet nichts

Das kann ich bestätigen

Und da müssen wir halt einfach ein bisschen aufwachen

Nur immer so, da sind wir uns ehrlich, ich war früher genauso

Ich habe meinen Konsumenten nicht gekannt

Mein Konsument war der Tankwagenvorer vom Milchspredateur

Und mein Marketing war, dass ich schaue, dass der Tank fertig ist, wenn das Milchauto kommt

Und 95% meiner Kollegen dicken noch immer gleich

Das ist ganz klar

Weil die Überlegung gar nicht vorkommt, dass man vielleicht einen Konsumenten über den wir schimpfen

Wenn er uns einen Hund in die Wiese laufen lässt und der Hund da reingeludelt

Oder er sich jetzt für unsere Killerkühe überfallen lässt, bleibt gesagt

Aber dass wir mal miteinander reden

Und mir hat das immer so genervt, dass in den ganzen landwirtschaftlichen Zeitungen steht

Wie blöd, dass der Konsument ist und der glaubt, die Kuh ist lila und Joghurt wächst am Baum

Und kommt vom Renazarus, keine Ahnung

Und da haben wir gesagt, da können wir Geschichten dort platzieren

Für die Leute, die es interessiert und die unsere Zielgruppe sind

Und darum machen wir das recht offensiv

Wir sind im Kornfahrzeugebetrieb, überhaupt nicht

Also das ist eine ewige Baustelle, wir lernen jeden Tag dazu

Wir sagen immer jeden Tag Jugend forscht

Aber bitte kommt und geht mit uns ein Stück des Wegs

Und schaut euch das Viech an, wie es geklappt hat

Und wenn es dann nachher nicht passt, bin ich dann in Bärs

Und du sagst, nein, das mag ich nicht, ich fahre wieder heim

Darum sind wir ja nie biozertifiziert gewesen

Der strengste Kontrollor ist bei uns der Kunde

Wenn der kommt und sieht, das passt ihm nicht, wie wir das machen

Dann ist er ausgerät

So ein Handy hast du gleich in der Hand, der Foto ist schnell gemacht, wenn sie es nicht

Und den hast du so schön schiebt

Darum hast du dich schnell mal auf der Seite

Während wir da jetzt reden, haben wir gerade wieder sowas laufen

Dann machen wir vielleicht auch noch eine Folge drüber, das ist ein gutes Thema

Ja, genau

Das heißt, der Mangalitze-Schweine

Hast du dann angefangen zum Züchten

Du hast ja bei dem Mangalitze nicht aufgekriegt, weil wir mal vorher geredet haben

Von Artenvielfalt, du hast gesagt, bei minus 30 Grad

Stehen die draußen und haben eigentlich nur eine Gaudi

Vielfalt ist dein Motto ein bisschen da am Hof

Das merkt man, wenn man mit einem Auto zuüber fährt oder zuüber geht

Es begegnet einem doch das eine oder andere Tier

Was läuft bei dir so an Tieren, an Artenvielfalt herum am Hof?

Das hat sich dann so Schritt für Schritt entwickelt

Wir haben jetzt ziemlich viele Schweine

Rinder haben wir ein bisschen reduziert

Pferd, Ziege und allerlei Geflügel

Geflügel haben wir einen Vorteil durch unsere Lage, weil wir keine direkten Anreine haben

Wir können die alten Haltungsformen, die vor 100 Jahren gegangen und gegeben waren, nach wie vor praktizieren

Das heißt?

Wir zum Beispiel unsere Gänse, die sind den ganzen Tag draußen und machen Gänse-Dinge

Und können auf Nacht in Stoi nach Möglichkeit vor sich aus

Gleich wie die Puten, die Moskinger, die Berlchüne, das ganze andere

Die wissen der Ruhm, es kommt ein Fuchs, glaube ich, in der Nacht

Genau, da sind wir bei dem Know-how, das wir als Bauern komplett verloren haben

Wie kann man das machen, dass man das mit möglichst wenig Arbeitsaufwand für uns macht

So sind wir halt einfach vielfältig und haben dann über die Saison, über das ganze Jahr verteilt immer irgendein anderes Produkt im Angebot

Und für uns selber beim Verarbeiten ist das natürlich lustig, weil es kann sein, dass wir zur Weihnachten eine Jagd schlachten

Und ein paar Tage später eine Weihnachtsbutte, dann eine Gansel und dann eine Berlhune

Das ist ja interessant

Und ich bin halt einfach auf einer Vekteiler Freilandhaltung, weil ich selber gerne frei bin

Also ich will nicht gefängniswerter für meine Viecher sein

Klingt süß, ne?

Zwei Tiere möchte ich jetzt noch ansprechen

Du hast ja gerade gesagt, die Schwarzen Welpenschweine ist ja eine Rasse, die du quasi in der Steimark wieder zurückgebracht hast als Erster

Genau, wir haben damals dann gesagt, wir möchten wieder ein typisch österreichischer oder steirischer Bauernhof sein, der viel mit Leben ist

Und die Mangalizas waren da ein bisschen, wie soll man sagen, ein guter Einstieg in die Freilandschweinehaltung

Weil sie einfach so robust sind und de facto nicht wirklich was brauchen

Anfängerschweine

Genau, ist wirklich so

Zumindest in der Haltung, in der Verarbeitung sind sie anspruchsvoll

Also in der Haltung sind sie einfach

Schwarzes Alpenschwein, das ist eine Schweinerasse, die bis zum ersten Wirtkrieg in der Steiermark heimisch war

Dann komplett verschwunden ist und eigentlich seit fast 100 Jahren als ausgestorben gehalten hat

Die wurden durch Zufall, haben die die Jahrzehnte in Italien überdauert in einem Graben

Und da sind 2013 Tiere entdeckt worden, die quasi keiner bekannten Schweinepopulation zuordnen waren

Man hat dann gesehen, das sind Alpenschweine

Und man hat in Summe halt noch ein Handvoll Stück gefunden

Also kurz vorm Aussterben

Genau, wirklich unmittelbar vorm Aussterben

Die hat man dann aufgekauft, hat die genetestet, hat gesehen, okay, die sind genetisch weit genug auseinander

Damit das nicht die Inzucht sofort zuschlagt

Man muss das so verstehen, Tierart ist bereits ausgestorben, während noch die letzten Tiere leben

Wenn die genetisch zu eng beieinander sind, haben wir es nicht mehr züchten, das ist sinnlos

Und diese Schweine haben es uns ziemlich angetan, da haben wir dann Kontakt gekriegt

Ist natürlich dann auch so eine Blase, wenn du in der alternativen Bauern-Dings da unterwegs bist

Kriegt man so Infos an

Wir haben uns dann beworben und haben jetzt seit über 100 Jahren als Erste in der Steiermark suche Schweine

Die sind ein großes Thema bei uns mittlerweile

Wir haben uns sehr intensiv damit beschäftigt

Wir haben mittlerweile eine relativ große Herde

Und es sich herausgestellt hat, dass das Fleisch, nicht nur das Schwein generell lustig ist

Und einfach eine Historie hat er lange

Bei uns ist ganz klar, bei diesen alten Tierrasen, wir können sie nur erhalten, indem wir sie essen

Willst du sie retten, musst du sie essen

Genau, das ist der Punkt, das ist natürlich heute ein Thema, wo wir wieder beim Hashtag Shitstorm sind

Da kann man sich lang drüber streiten

Genau, sie brauchen eine wirtschaftliche Bedeutung, ansonsten sind sie de facto nutzlos

Für uns war es dann ein Glücksfall, dass sich herausgestellt hat, dass das Fleisch der schwarzen Alpenschweine

Das für die menschliche Ernährung der gesündeste bisher bekannte Schweinefleisch auf der Welt ist

Die Inhaltsstoffe sind dermaßen gut, vor allem was den ungesättigten Fettsäuren, gesättigten Fettsäuren, Cholesterin angeht

Das ist wirklich ein geiles Produkt

Und es ist genau dieses Produkt, vor dem wir immer sagen, wir leben vom Fleisch

Wir sagen aber bei jeder Führung, bei jedem Besuch immer, Leute, wir müssen weniger Fleisch essen

Das ist das besondere Stikel Fleisch, das du es dann isst

Genau, und da haben uns ja eigentlich unsere Urgroßöttern was vorgelebt

Vielleicht einmal oder zweimal in der Woche Fleisch

Und dann einfach das allerbeste, was du kriegen kannst

Ja, und das Beilag, nicht?

Und das Beilag, genau

Früher war es Fleisch, die Beilag

Genau, aber über das müssen wir einmal reden

Wieso das heute ein Leberkassel mit doppelt so teuer ist bald, oder ein Käseleberkäse

Ich glaube, dass uns die Themen für den Porträt grundsätzlich nicht ausgehen werden

Genau

Okay, Alpenschweine, wir sind ja, wir müssen ja weiter tun, wir haben so viele Kunden, so viel reden, und die Zeit vergeht

Alpenschweine, total spannendes Thema, aber du hier wirst ja nicht aufhören, Vielfalt kennt ja keine Grenzen bei dir

Jetzt bist du auf Jax, jetzt bist du aufs Jax gekommen, ne?

Ja, das ist jetzt quasi zwar ein bisschen entgegen unserer Philosophie, dass wir eigentlich nur alte österreichische Rasen halten wollen

Der Jax hat halt einfach den Vorteil, dass er, oder auf den Jax sind wir deswegen gekommen

Der hat ein ähnliches Fressverhalten, als wie Schaf, Ziege und Pferd

Und dient uns für die Almrekultivierung, beziehungsweise dass wir durch die Verbuschung aufhalten

Ist sehr effizient in der Haltung, braucht wenig Futter, holt die jetzt Klima aus, also lebt bei uns auch im Winter das ganze Jahr draußen

Oder den ganzen Winter draußen

Ist ähnlich wie die Mangalitza und der Alpenschwein, das ganze Jahr draußen, Stoll ist eigentlich nur noch so eine Begleiterscheinung

Genau, genau

Und ja, jetzt haben wir natürlich auch ein paar Marketing, schaut lustig aus, hat keiner

Ist auch nicht ohne, ist wie bei der Mangalitza

Hören nur noch Alpakas, oder?

Geh her, Mauf

Nein, da hab ich noch ein paar Kalorien

Ach so, ja dann, erklär dir

Nein, ich sei nicht Leerbefieher, aber ja

Aber die Jax, die sind einfach im Prinzip für eine Region wie die, die eigentlich gemacht sind

Da ist schon fast noch zu warm da

Genau, genau, also das war eigentlich eine aufgelegte Geschichte

Nur sind wir heute wieder bei dem, du musst die direkt vermarkten

Weil die kauft der Original überhaupt nicht mehr top

Du brauchst keiner

Ich weiß, wir haben ja schon mal eins gegessen miteinander

Ich weiß, wenn man sich den Geschmack

Ja

Nicht verständlich ist, das ist ja unglaublich

Geiles, leckeres, unglaublich gutes Fleisch

Und halt eben, das Tier macht eine Ressource für uns Menschen nutzbar, die ansonsten komplett unproduktiv oder nutzlos liegen bleiben

Da hat eben wirklich die höchsten Lagen unserer Berge

Und da sagen sie dann natürlich oft, naja, ihr seid Spinner, das ist ein Blödsinn, das ist alles komplett überholt

Man muss nur mal ein bisschen einen Blick auf die andere Seite der Welt schauen

Unsere tollen Fleischkunden in China

Toll, ironisch gemacht

Die züchten gerade im großen Maßstab riesige Jagdherden

Weil sie einfach sehen, sie haben dementsprechend große Flächen

Die halt nur durch solch extensiv haltbare Viecher nutzbar sind

Und die werden ihren Fleischkonsum nicht zuletzt durch intensive Jagdhaltung mittelfristig selber decken

Die sind nicht so blöd wie wir, dass man glaubt, Export heilt alle Probleme

Das ist eigentlich ein Tier bei euch da auf den Klimawandel

Das ist natürlich jetzt ein Thema für einen anderen Podcast, weil es wird zu weit führen

Aber die fressen bei dir in der Alm drinnen, in Regionen, wo die Kier nicht dahin kommen

Wo aber dadurch, dass keine Viecher dort sind, die Alm eigentlich zu wachsen

Und langfristig dann auch generell für die Viecher unerschließbar werden

Genau, genau

Also das Thema ist einfach das, man muss sich das so vorstellen, die Logen, die die Jagd bewirtschaften

Waren früherer Gelände, wo Schafe und Ziegen unterwegs waren

Durch diesen tollen freien Markt sind Schafe und Ziegen ökonomischer Plätzchen

Das geht einfach nicht

Und ja, so haben wir das halt als Alternative

Das heißt, du hast eigentlich viele, viele Jahre sehr spannende Aufbauarbeit geleistet

Hast quasi deine Facebookseiten von Null auf, inzwischen haben wir ja schon gesagt, über 13.000 Follower aufgebaut

Und bist ja quasi dann vom Wutbauer, damit kommen wir jetzt dann quasi zum letzten Thema

Bist du dann zum Wutbauer geworden, weil du mal aufgeregt hast über eine Alm-Urteil vor, wie lange ist das jetzt her?

Zwei Jahre ungefähr

Und da hast du ja furchtbar aufgeregt über den Chefredakteur von Falter, den Florian Klink

Weil der da, sage ich mal, eine Meinung vertreten hat, die mit deiner gar nicht konform gegangen ist

Und was ist dann passiert?

Ja, aufgeregt, das ist noch sehr vorsichtig formuliert

Ja, sonst hast du nicht Wutbauer, ne?

Ja, danke, kleine Zeitung

Nein, das Thema war einfach das, dass wir enttäuscht waren vor dem Urteil einmal generell

Sowas haben wir nicht für möglich gehalten, alle miteinander

Das Problem da draußen, was da in Tirol war, diese Umstände, die haben ich auch genau 2 Meter vor meinem Haustier genauso

Und da verpaure ich Alman und so eben auch

Und das hat uns dann schon alle miteinander ein bisschen zum Kochen gebracht

Und eben der Auftritt von Florian Klink war dann einfach das Zündlein an der Waage

Und dann haben wir irgendwie überlegt, ok, bauen sie irgendwo was bringen, dass wir mit einer halbwegs gescheiten Recherche

einen Artikel bringen können oder da irgendwie auf das Thema das Licht der Öffentlichkeit bringen, dann müssen wir gezielt provozieren

Und da ist natürlich so wie der Herr Klink eine harte Droge, provoziert wird er natürlich rund um die Uhr

Und lustigerweise hat das Video, was wir dort dann aufgenommen haben, ja, eingeschlagen

Und dann, wie es heute heißt, ist das viral gegangen und dann haben wir gleich am ersten Abend miteinander telefoniert

und eigentlich gesehen, ja, wie eigentlich erwartet und verbindet viel mehr als uns trennt

Und ja, jetzt hat er dann halt ein Praktikum bei uns gemacht, weil wir haben eingeladen, dass er bei uns mitarbeitet

einmal ein paar Tage und das war wirklich eine sehr, sehr spannende Zeit

Mein Gegenpraktikum beim Falltaus steht noch aus, da ist jetzt leider Corona zu sehen

Das hoffen wir natürlich alle sehr

Ja, ich tue schon immer Drucken üben und kopieren und so

Nein, nein, das kriegen wir schon noch hin, aber das war dann irgendwie schon eine spannende Erfahrung

Ich habe ja deswegen auch gefragt, weil das war ja von dir fast das erste wirklich, sage ich mal unter Anführungszeichen, provokante Video

wo du über YouTube oder beziehungsweise über ein Video den Finger ein bisschen in die Wunden von irgendwas gelegt hast,

wo du einfach überhaupt nicht damit einverstanden bist

Seither haben doch einige gefolgt und ich muss sagen, du bist ja relativ erfolgreich damit, dass du speziell seit dieser Zeit immer wieder Dinge aufzeigst,

die aus deiner Sicht, aus der Sicht des Landwirten, wo du ja Experte bist, wo du den Klimawandel hautend an mitkriegst,

wo du die Themen, die was in der öffentlichen Meinung teilweise ein bisschen unscharf dargestellt werden, klarstörst

Und das ist glaube ich eine Rolle, die du sehr gut und sehr erfolgreich erfüllst glaube ich in den letzten Monaten und Jahren, oder?

Ja, bei mir hat sich das irgendwie so, wie man zumindest einig, dann auserkristallisiert, dass ich, wenn ich sonst nicht viel Talente habe,

aber relativ komplizierte Geschichten quasi für einen Bauern verständlich erklären kann

Ja, der T-Shirt wo ja Clair Baird drauf steht

Ja, ja, ja, ja, ja, normal steht hier oben, hier könnte ihre Werbung stehen, aber wir sind jetzt da ja quasi im Radio

Danke

Nein, und ich muss einfach sagen, das ist für meine seelische Gesundheit ganz wichtig, weil es mir sonst treibt

Das ist für dich auch so ein Radeventü

Das ist schon ein Radeventü und ich denke mir halt, in der Landwirtschaft sind wir generell in einer Richtung unterwegs, wo sich keiner mehr was sagen traut

Jeder weiß, wo der Schuh drückt, aber jeder hat Angst, wenn ich irgendwas sage, dann habe ich negative Folgen zu befürchten

Und ich muss ehrlich sagen, in so einer Welt will ich nicht leben, weil ich bin anders erzogen worden, ich bin anders draufgewachsen

Mein Vater hat immer gesagt, also wenn was zu sagen ist, dann gehört es gesagt, und nur wer spricht wird gehört

Und wenn wir halt bei jeder Volkereiversammlung oder bei irgendwas, keine Ahnung, Zuchtverbandes, irgendwas uns nicht mehr aufstehen trauen und sagen, du keine Ahnung, das sehe ich anders

Sondern erst dann mit drei Bier quasi bei der Nachbesprechung am Stammtisch aufschatzen, dann läuft was schief

Und da ist halt heute Social Media irgendwie ein guter Kanal

Siehst du diese Kombination von Direktvermarktung, Facebook-Auftritt, Kommunikation, wie es das tun muss, ist das eigentlich ein Modell, das du aus Zukunftsutell für Landwirte auch siehst?

Oder bist du da eher so ein bisschen ein Ausreißer, so ein Individualist, der damit erfolgreich geworden ist?

Oder siehst du das vielleicht auch in ähnlicher Form als mögliches Modell für andere Landwirte, die dann ähnlich aussteigen wollen oder einen anderen Weg gehen wollen wie du?

Also ich glaube, wie in allen anderen Branchen im Marketing ist Social Media absolut alternativlos oder nicht mehr zum Wegdenken

Weil so ehrlich müssen wir sein, gute Produkte machen viele, aber letzten Endes wirklich verkaufen kannst du die Geschichte hinter dem Produkt

Auf das müssen wir es alle brechen, das ist einfach so

Die Geschichten, die wir hin und wieder probieren, und wenn ich mir sage, die ganzen, die gerade hoch sind, weil wir viele Praktikanten, viele Leute haben, ist das einfach wichtig

Ein Hof ist nie eine Person, sondern es ist immer die Summe oder Teil des Hauses

Das kann ich bestätigen, das ist immer wieder

Und das ist natürlich ein Thema, das nicht jeden liegt und da sie auch, wenn das nicht wirklich ein Anliegen ist, du bitte tue es nicht, weil da kommt es im Teufelskühe

Social Media an sich ist ja für die Kundenbindung, Social Media, in der sie eigentlich auch reinkommen

Für mich gibt es nichts lustigeres, als wenn man die Leute heimt und sagt, wo ist das gepunktete Ferkel?

Der Sonnherr Steithit hat es früher fotografiert, weil wir es selber gerade gefunden haben

Ja, das haben sie bei der Anreise schon im Instagram gesehen, das ist viel lieb, das müssen sie sehen

Und das ist eigentlich genau das, was wir haben wollen, dass wir direkt miteinander kommunizieren können

Also von dem her ist das, glaube ich, das ja ein Alternativlos

Abschließend vielleicht eine Frage

Wir haben jetzt viel von der Vergangenheit geredet, jetzt haben wir ein bisschen über die Gegenwart geredet

Was hast du noch für Pläne? Was gibt es denn da? Wie schaut denn der Bachler oder der Bergerhof in 10 Jahren aus?

Oder in 5 Jahren, je nachdem, was da in 20 Jahren schon die Welt geschafft ist

Und eben die zweite Million am Konto, bei mir der Erste ist nichts geworden

Jetzt wagt er wieder die Wuchtel nach

Herr Wölterschaft, es ist ja nicht so, dass du nicht schon Weltmarktführer wirst

Das möchte ich schon noch mal zum Schluss des Worldcasts vielleicht noch einmal anbringen

Ja, ich glaube bei den Alpenschweinen sind wir Weltmarktführer, also wir haben am meisten

Das ist zwar nicht ganz geplant gewesen, aber...

Das ist eine kleine Revolution aus der Krakau her, oder?

Das ist ja nicht wirklich nahe, da hat man Tränen in der Rührung und so

Nein, ernsthaft, ich glaube einfach, den Weg dieses konstruktiven Chaos irgendwie weitergehen

Und ich glaube da sind die Zeiten besser denn je

Das heißt, wir werden jetzt abschließen mit einem...

Wir werden jetzt noch einmal anstoßen

Wenn ihr bei der Worldherrschaft dabei sein wollt

Wenn ihr wissen wollt, wie der Bergerhof, der Christian Bachklau und sein Mama natürlich

Die Wölterschaft an sich reißen, dann bleibt bitte dran bei dem Podcast

Die nächsten 100, 200, 3000 Folgen

Wir würden uns freuen

Christian, vielen vielen Dank für die über eine Stunde, dass du dir Zeit genommen hast

Wir sind schon sehr gespannt, was weiter so passiert

Vielen Dank und Prost

Danke lieber Willi, vielen Dank war meine Freude

Vielen Dank

Weitere Folgen

⁠Fermentation: Vom Sauerkraut zum Bioreaktor – Martin Reich

Biologe Martin Reich über Mikroorganismen, Mykoprotein und die Frage, ob Braukessel Bauernhöfe ersetzen