Folge Nr: 20

B2P019 Thomas Weber (BIORAMA) – Wie sieht ein Journalist die Welt?

In dieser Folge des B2P-Podcasts gewährt uns Thomas Weber Einblick in die Lebenswelt eines Journalisten und Buchautors. Auf euch wartet ein spannendes Gespräch und eine neue Perspektive.

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Über die Folge:

Da es bei BauertothePeople im Kern darum geht, verschiedene Perspektiven „rund“ um das Thema Essen und Landwirtschaft kennenzulernen, sollten wir gerade auch mit jenen Menschen sprechen, die zu diesen Themen recherchieren, schreiben und berichten. Mit dem Journalisten, Herausgeber und Buchautor Thomas Weber erweitern wir unser Specktrum daher heute um das Thema Journalismus.

Wir sprechen mit Thomas darüber, wie er zum Journalismus gekommen ist, was ihn geprägt hat und warum Nachhaltigkeit und Lebensmittel für ihn eine so zentrale Bedeutung haben. Thomas ist unter anderem Herausgeber von BIORAMA, einem Magazin für nachhaltigen Lebensstil und Herausgeber der Buchreihe „Leben auf Sicht“ (Residenz-Verlag). 

Warum solltet ihr euch diese Episode anhören: Um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie ein Journalist denkt und arbeitet. Um einen weiteren Menschen kennenzulernen, der sich mit den Themen beschäftigt, die uns vermutlich interessieren. Um eine neue Perspektive einzunehmen. 

Wofür ihr nicht reinhören müsst: Wenn ihr, wie ich, ein bisserl darauf hofft, ein Rezept dafür zu bekommen, wie man den optimalen Artikel schreibt und möglichst viele Menschen erreicht. Das gibt es leider nicht. War jedoch anzunehmen.


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Musik:
„Leit hoits zamm“ – Haindling
thx an Jürgen Buchner

„Power to the People“ – Junior Kelly
thx and Michael Lechleitner @ Irievibrations Records
 
… und ein bisserl selbst gesungen
thx to me, my voice und eure Schmerzschwelle 

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Transcript - B2P019 Thomas Weber (BIORAMA) – Wie sieht ein Journalist die Welt?

Power to the People, der Podcast für überhaupt und außerdem Nachhaltigkeit und EOS.

Weil nur durchs Reden kommen die Leute zusammen.

Jetzt hab ich auf Play gedruckt.

Ja, passt.

Das heißt, wir sind wieder mal auf Sendung.

Heute eher sehr speziell, mit Experiment in vielerlei Hinsicht.

Wir sind im Freien.

Wir sitzen vor einer Feuerschale.

Ich schau grad, ob ich auf Play gedruckt hab oder auf Record hab ich gemacht.

Und haben ein Bier bekommen, sind sehr glücklich.

Haben wir ein Bier gekriegt.

Arbeiten das erste Mal mit einem Wireless-Mikrofon.

Also, wenn der Podcast rausgeht und die Leute wirklich verstehen, worüber wir geredet haben,

dann bin ich echt, echt glücklich.

Das müssen wir halt wiederholen.

Sonst machen wir es noch einmal.

Das hast du jetzt gesagt.

Aber das nächste Mal komm ich mit dem Radl.

Wir sind heute in Straßhof beim Thomas Weber.

Hallo, schön, dass du da seid.

Danke für die Einladung.

Vielen Dank fürs Bier.

Ihr hört es eh schon.

Wir sind wieder zu zweit mit der Bianca Blasel, a.k.a.

Willi.

Mellange in Gummistiefeln.

Und ein Willi.

Servus.

Grüß dich.

Thomas, du bist Journalist.

Kann man das so sagen?

Ja, natürlich nicht nur, aber ja.

Vom Selbstbild her auf jeden Fall.

In meinem Alltag spielt nicht nur die journalistische Arbeit eine Rolle, sondern da geht es auch

ums Konzipieren und tatsächlich auch ums Verkaufen, also auch ums Finanzieren

von journalistischer Arbeit und von den Inhalten, die auch die Kolleginnen und Kollegen

und viele Freelancer für uns schreiben, fotografieren.

Sagen wir mal ganz kurz, was machst du?

Für welcher Medium schreibst du oder was ist deine Profession?

Und erzähl uns mal ein bisschen, wer du bist.

Na ja, was mache ich?

Ich mache das Biorama unter anderem und unter anderem heißt sowohl, dass ich nicht ausschließlich

das Biorama mache, sondern andere Projekte auch verfolge und unter anderem heißt

auch, dass natürlich ich das Biorama bei weitem nicht allein mache, also dass wir

da ein Team sind, eine Chefredakteurin, eine Kollegin, Geschäftsführer und diverse

Kolleginnen und Kollegen und eben auch freiberufliche Menschen, die quasi ganz wesentlich zum

Biorama beitragen.

Das Biorama ist ein Medium für nachhaltigen Lebensstil.

Das erscheint gedruckt online.

Wir sind in den sozialen Netzwerken aktiv.

Wir haben Veranstaltungen.

Wir machen, auch da bin ich involviert, die Craft Beer Feste, die es 2020 Corona

bedingt nicht gab, wie sehr viele andere auch, Prost.

Darüber hinaus sind wir bei uns im Medienhaus auf anspruchsvolle Kommunikation spezialisiert.

Wir machen Kinderbücher, wir machen teilweise auch Kundenmagazine.

Ich schreibe, das hat jetzt nicht unmittelbar mit meiner Arbeit für Biorama zu tun.

Ich habe auch in der Vergangenheit zwei Bücher geschrieben und gebe im Residenzverlag

eine Buchreihe heraus, in der auch andere Leute Bücher publizieren.

Das ist es mal so im Wesentlichen, würde ich sagen.

Wir sind ja auf dich quasi aufmerksam worden, auch über dieses Magazin Biorama.

Du hast es gesagt, nachhaltigen Lebensstil.

Man kriegt sehr viel mit, ihr schreibt sehr viel über Lebensmittel etc.

Deswegen, warum wir mit dir jetzt im Kontext von Power to the People sprechen.

Weil uns das Magazin einfach aufgefallen ist und uns auch einfach interessiert,

wie kommt man dazu, dass man zum einen, weil wir starten unsere Gespräche immer mit

so einem Ort Biografie, wie die Menschen so werden, wie sie sind und woher kommt

dein Interesse für das Thema, ich weiß jetzt nicht, Nachhaltigkeit und Lebensmittel.

Was ist mit dir quasi als Kind passiert, dass du in diese Richtung, du hättest ja

was anderes auch werden können?

Warum gerade das und was war dafür ausschlaggebend bei dir?

Ja, das ist eine gute Frage.

Ich glaube nicht, dass man das irgendwie monokorsal erklären könnte,

da hat wahrscheinlich viel zusammengespielt.

Also was für mich sicher sehr prägend war, war einfach das Aufwachsen am Waldrand.

Am Waldrand?

Am Waldrand, ja.

Also zwei Häuser weiter, nicht direkt am Waldrand, aber mittlerweile kann man

dann immer durchgehen, wo meine Eltern wohnen, aber früher waren da auch

Städte und die wildesten Eichen, die man sich vorstellen kann.

Also da in Straßhof ist das, oder?

Ja, das ist ein bisschen weiter da, aber in der Gegend, auch im Machfeld.

Also ich bin nach Jahren in Wien quasi wieder ins Machfeld zurückgekehrt.

Und was auch sehr prägend war, waren natürlich irgendwie meine vielen Jahre

bei den Pfadfindern.

Bei den Pfadfindern?

Bei den Pfadfindern, ja.

Also die haben quasi ohnehin vorhandene Interessen und Leidenschaften,

sag ich, noch mal verstärkt.

Wir sitzen auch hier heute nicht zufällig hier am Feuer.

Also das...

Ah!

Und ich war auch viele Jahre Pfadfinderbetreuer, also mit Jugendlichen

und Kindern und hab das sehr genossen.

Und was wahrscheinlich für das natürlich aber am prägendsten war,

um auf deine Frage zurückzukommen, war sicher die aus Sicht des Erwachsenen

für ein Kind endlosen Sommer, die ich auf den Bauernhöfen

meiner Onkels und Großmütter verbracht hab im Waldviertel.

Also das Landwirtinnen in deinem erweiterten Familienkreis.

Ja, meine Eltern stammen beide von einem Bauernhof,

sind beide jeweils das eine Kind, das nicht am Hof geblieben ist.

Schau, schau!

Du warst der Jüngere, oder wie?

Nein, nein, die Eltern.

Ah, die Eltern?

Nein, nein, also das ist...

Ja, hat unterschiedliche Gründe, die kenn ich auch ehrlich gesagt gar nicht genau,

aber das war jedenfalls für mich wahnsinnig prägend.

Also meine Eltern, die mittlerweile beide in Pension sind,

da ist immer was los, Kinder, die vorbeifahren.

Ich sag's einfach vielleicht dazu,

also man hört im Hintergrund einfach das, was da so passiert.

Das angenehme Leise im Hintergrund, das ist das Knistern,

das Knistern der Feuerschale.

Und hin und wieder fährt einmal ein Auto vorbei,

aber das ist halt so.

Na ja, und das, was man da gerade so gehört hat,

war vom Nachbarbuben ein Plastik-Jondier.

Jawoll, willkommen im Machfeld!

So werden die Kinder im Machfeld digitalisiert.

Jetzt glauben die Leute wieder, wir sind da in einem Bauern-Dorf,

wir sind da Straßhof und weite Teile des Machfelds.

Das ist da auch teilweise natürlich noch sehr bäuerlich,

aber der Teil, in dem ich wohne, ist wahrscheinlich

näher an L.E. und an den Vororten von L.E.

als an einem Bauern-Dorf, realistischerweise.

Ich bin ja tatsächlich auf das Gespräch heute vorbereitet

und hab sogar versucht zu recherchieren

und hab an die Gemeinde Straßhof

ein Mail geschickt vor ein paar Tagen.

Da merkt man, wir reden mit einem Journalisten.

Ob es eigentlich in Straßhofen noch Bauern gibt.

Ich hab leider keine Antwort bekommen,

ich bin gespannt, ich kann die Info nachreichen,

die kann man dann ja posten oder so.

Weil ich bin unsicher, ich glaube tatsächlich,

ich würde zumindest keinen kennen,

die Fläche ist weitestgehend zersiedelt und verbaut.

Also Straßhof ist sicher das ultimative Sohn

nicht Beispiel für Ortsplanung,

quasi Landschaftsverbrauch.

Das wird hier in der Gegend ja auch gerade

sehr massiv diskutiert,

was so unterschiedliche Straßen angeht wieder.

Die S8 polarisiert gerade sehr.

Wurscht, das geht jetzt zu sehr ins Detail,

aber um nochmal auf deine Frage zurückzukommen,

das wahrscheinlich Entscheidende waren

wirklich die Sommer im Waldviertel.

Ja, und das hat dich insofern geprägt,

dass du sagst, okay, das ist dieses,

was weiß ich jetzt nicht,

Landwirtschaft, Lebensmittel,

woher kommt dieser Zugang zur Nachhaltigkeit?

Weil jetzt habe ich ja so ein bisschen rausgehört,

die Landwirtschaft, die dich interessiert,

die dich da ein bisschen geprägt hat,

wo ist dann die Nachhaltigkeit dazukommen?

Die Nachhaltigkeit war das,

was ich als Kind erlebt habe.

Also das kann man jetzt sicher im Detail hinterfragen

und es sind heute andere Standards.

Also die Bauernhöfe,

die ich da als Kind gelernt habe,

das war schon so,

dass man von der Weidehaltung abgekommen ist.

Also das waren wirklich,

das waren jetzt keine hochspezialisierten Betriebe,

sondern kleine Betriebe

und damals vielleicht gar nicht so klein,

aber aus heutiger Sicht wahnsinnig kleine Betriebe

und die waren damals

auf unterschiedlichen Standbeinen aufgestellt

und so,

wie ich es rückwirkend sagen muss,

sehr eigentlich nachhaltig,

obwohl sich das sicher auch,

dass die Zeit war in meiner Kindheit,

das waren im Wesentlichen die 80er Jahre,

da hat quasi vieles,

was in der Landwirtschaft

sich auch zum Negativen entwickelt hat,

das habe ich in Österreich gerade erst begonnen

und ganz viel davon,

ich möchte das auch auf keinen Fall verklären,

also die Tiere damals

waren alle in Anbilderhaltung,

in kleinen, verhältnismäßig alten Stellen,

also das würde man heute,

das findet man heute noch,

so ist es nicht,

also es ist nicht so,

dass es diese Form der Tierhaltung nicht mehr gibt,

aber die wäre heute nicht mehr state of the art,

deswegen will ich das auch auf keinen Fall verklären,

aber für mich war das wahnsinnig prägend

weil ich das alles sehr nachhaltig,

wie ich heute sagen würde, empfunden,

und als sehr in Kreislaufläufen orientiert,

naturverbunden.

Was waren das für Aspekte,

die damals, hier jetzt retrospektiv,

damals nachhaltig waren?

Weil du gesagt hast, das waren gemischte Betriebe?

Nee, das war einfach wirklich der Kreislaufgedanke

und bei einem, sogar punktuell,

also einem Betrieb gibt es noch,

den hat mittlerweile mein Cousin übernommen

im Nebenerwerb und biozertifiziert,

hat aber schon lange keine Tiere mehr,

und in der anderen Betrieb,

da ist alles verpachtet,

da gibt es auch den Onkel leider nicht mehr

und ja,

das ist in,

also quasi in Niederösterreich

und in ganz Österreich

sind halt einfach,

in dieser Zeit,

seitdem ich dann quasi auch,

ich habe mich auch, muss man sagen,

ich habe mich ja eineinhalb Jahrzehnte

nicht mit Landwirtschaft beschäftigt,

das ist ja nicht so,

dass mich mein ganzes Leben

bewusst und aktiv begleitet hat,

sondern da habe ich tatsächlich

eineinhalb Jahrzehnte wahrscheinlich

oder vielleicht sogar länger

wenig Interesse daran gehabt,

Landwirtschaft generell oder Nachhaltigkeit?

Das hat dich geprägt,

wir reden ja gerade über der Jugend,

was dich ein bisschen geprägt hat,

was hast du dann gemacht

Ich bin in einem

Umfeld aufgewachsen

und in einem Elternhaus,

also meine Mutter hat jetzt auch

noch einen Gemüsegarten,

das ist einfach ein Traum,

und meine Mutter, die hat,

meine Eltern sind beide in Pension,

waren beide Lehrer,

die mein Vater unter anderem

Biologie unterrichtet

Das wäre ein Traum gewesen,

als Biologielehrer

und die, ja,

war schon ein bisschen streng auch,

ja, aber

und die Mutter

hat unter anderem

Kochen unterrichtet,

also

an einer, ich weiß gar nicht,

wie man das heute nennt,

eine Schule für besondere Bedürfnisse,

glaube ich heißt das mittlerweile

PC, früher hieß das halt Sonderschule,

da unter anderem Hauswirtschaft

und Kochen unterrichtet

und ich bin einfach in einem Setting aufgewachsen,

wo ich mir bewusst sein für

unverarbeitete Produkte

und selbstgekochtes,

hochwertige

Zutaten, richtige Lebensmittel

gab

und das war alles natürlich sicher

prägend und

aber

das was mich dann, also ich wollte,

glaube ich, bis ich ungefähr 14

war, wollte ich Tierarzt werden

Tierarzt

und ich glaube, ich wäre nach wie vor nicht verkehrt gewesen

aber

ich hab dann irgendwie als

ich quasi in das Alter kommen kann,

wo das dann wirklich

nicht mehr nur ein

verklärter Beruf ist,

sondern wo man sich beginnt halt

wirklich damit auseinanderzusetzen

was man beruflich machen möchte vielleicht

hab ich dann gesagt, ok, ich hab irgendwie

keinen Bock irgendwie in einem

Massenschlachthof fleischbeschraut zu machen

oder eingewachsenen

Meerschwendchen, die eingewachsenen Zehennägel

zu stutzen oder so

und irgendwie, ich hab dann

nur den Weg gesehen, ok, als Tierarzt

bist du entweder in der

Fleischindustrie

oder beim

verhätschelten Heimtier

und irgendwie beides hab ich nicht

als für mich

anstrebenswerten Weg erachtet

Wie alt warst du da?

16, 17

Hast du dir schon solche Gedanken gemacht?

Ja, eigentlich schon, sicher

Sehr spannend

Ich persönlich hab viel später mit Nachdenken angefangen

Ich dann

Ich kann mich noch erinnern

Das war ja immer noch nur so glanzend

da gab's schon immer wieder Aussetzer auch

aber

dann hab ich noch zu

Schulzeiten und das ist quasi

schon eine ganz

wesentliche Entscheidung auch gewesen

begonnen

am Gymnasium in Gensendorf

um eine Schulerzeitung zu machen

Wie kam's dazu?

Hast du gesagt, ich möchte

oder hast du das gegründet?

Nein, nein, gar nicht

da bin ich eigentlich reingestolpert

Also nicht den Redakteur gestürzt oder so

Nein, nein, gar nicht

Das war eher so, dass

es eine Schulerzeitung gab

und wirklich die war auch sehr, sehr erfolgreich

und

im maturer

Jahr hat der Chefredakteur damals

also er brauchte jemanden, an den er das übergeben kann

und dann gab's einen guten

Freund von mir, der auch mit mir in der Klasse war

der das dann als

ich weiß gar nicht mehr, welche Rollen wir da jeweils gehabt haben

wir haben halt

die Arbeit gemacht

da war es so, dass der mich gefragt hat

weil er das nicht allein machen wollte

und dann hab ich gesagt, warum nicht, probieren wir das halt einmal

also er hat den Job quasi

bekommen und du auch

ich hab dann jemanden gesucht, der das mitmacht

und ich hab gesagt, ok, passt

und dann haben wir das halt gemeinsam gemacht

und mich haben damals eigentlich vor allem

Interviews mit Musikerinnen und Musikerinnen interessiert

und im wesentlichen

das, was ich dann auch viele Jahre gemacht hab

Popkultur und

Kulturjournalismus

warst du damals aufgelegt

dass du gefragt wirst

hat man dann schon gewusst

der schreibt gern, der kann das

oder war das eher Zufall damals, dass du in diese Richtung

ja, interessiert hat mich das schon

ich hab halt gern gelesen

und glaube ich schon ganz gern geschrieben

auch wenn das jetzt sicher nicht

mein vordergründigstes Interesse war

aber das hat sich dann alles auf die Arsch ergeben

ich hab dann noch im Gymnasium

in der niederösterreichischen Nachrichten

so eine Jugendseite gemacht

mit einem anderen Freund gemeinsam

und auch noch zu

das klingt ja alles

ich weiß nicht, im Mesozoikum gewesen

im was?

ja, ja

da hat halt irgendwie das eine das andere ergeben

und so bin ich dann halt irgendwann

was man im weitesten Sinne halt

Kulturjournalismus nennen kann

hängenblieben

und auch wenn das, also quasi

ich hab ja viele Jahre

das Magazin The Gap

das ist ein Magazin für Popkultur

als Herausgeber auch

geleitet und

repräsentiert

und halt auch ein Team vertreten dann natürlich

also man muss schon dazu immer sagen

das sind alles Dinge, die man natürlich nicht allein macht

das war bei der Schülerzeitung schon

arbeitsteilig und so ist es quasi

jedes mal, also diese Dinge würden alle

nicht gehen in dieser Intensität

in dieser Qualität, wenn man das alleine macht

da wird man vielleicht auch manchmal

zu Unrecht nur so als

die Situation wahrgenommen, aber

es ist halt wahrscheinlich auch einfach die Rolle

und Funktion, wenn man dann herausgeht

aber im Wesentlichen hab ich eigentlich schon

zur Schülerzeitung, das

gemacht, was ich jetzt auch

mache und da war ich halt

15 oder 16, ich weiß das gar nicht genau

mit dem ersten Engagement

ja, nämlich quasi

schreiben und das gleichzeitig auch selbst

finanzieren, weil das haben wir ja auch gemacht

also ich hab quasi

die

Anzeigen für die Schülerzeitung ja auch verkauft

also

und im

Grunde hat sich

so gesehen eigentlich gar nicht viel verändert

und ehrlicherweise, das ist jetzt für manche vielleicht

nicht so

oberflächlich

nicht so leicht

nachzuvollziehen, dieser Weg

von der Kultur und der

Popkultur hin zu diesem

Bereich

der Nachhaltigkeit und des

nachhaltigen Lebensstils

aber für mich ist beides

nach wie vor Kulturjournalismus

also ich seh mich auch jetzt als Kulturjournalist

nur schreib ich über andere Dinge, aber mir gehts da

um kulturelle Zugänge

um kulturelle Grundhaltungen und auch

um

einen Anspruch auch vielleicht

sogar sowas wie

zu vermitteln, jetzt nicht in einem

missionarischen

Sinn, aber wenn man

über ein

Theaterstück oder über ein

Album oder über ein Buch schreibt

dann hat man ja auch eine Bestrebung

dass andere Leute sich auch damit

auseinandersetzen und

im

Grunde fühl ich mich jetzt genauso

als Kulturjournalist, wie ich mich das vor

10 oder 15 Jahren gefühlt hab

nur ist mein Fokus ein anderer

Du hast jetzt

angesprochen, dass du das machst

im Prinzip um andere Menschen

mit deinem Thema, das dir auch wichtig ist

zu erreichen, hab ich das richtig verstanden?

Ja, aber nicht nur

um Dinge, die mir

wichtig sind, sondern auch

das ist auch von einem

ganz

offen gesprochen auch von einem großen

Eigeninteresse der

Befriedigung der Neugier ausgetrieben

also deswegen

wird man ja auch in diesem

Job, mir war gefühlt

noch keinen Tag langweilig

weil natürlich ist, es gibt so diesen

Spruch, Journalismus ist die Kunst der

Wiederholung, das ist natürlich

klar, das gehört auch dazu

wenn es darum geht, was

die Leute wissen wollen, dann müsste man

in jeder Ausgabe überspitzt

formuliert erklären

was sind die unterschiedlichen Biosiegel

was ist Fairtrade

also die Basics, die muss man immer wieder

über die Bande mitspielen

da muss man sich selbst

dafür begeistern können, aber ich bin

begeisterungsfähig

und sehr neugierig, also ich habe

eine Liste von glaube ich

50 Themen, wo ich weiß, dass ich

zu jedem dieser Themen mindestens

eine Woche recherchieren könnte

Und was sind das für Themen?

Alle 50 bitte

Nein, ein ganz quer durch

also das geht von

wo fange ich jetzt an?

Also

bei dem wichtigsten

mich interessieren Themen

also alles was irgendwie Biodiversität

angeht, interessiert mich sehr

sowohl auf der

Ebene der Kultur

in dem Fall der Agrikultur, was

Saatgut angeht, was Genetik

angeht, da würde

ich mich gerne rein vertiefen

da gibt es wahnsinnig viele

spannende Zugänge von

von der, also ich würde

zum Beispiel wahnsinnig gerne mal

recherchieren

zur Zuchthornloser Genetik bei

Rindern, das klingt jetzt

wahnsinnig nerdig und

abgespäßt, aber

ich glaube, dass das Themen sind,

die man wahnsinnig gut auch so

erzählen kann, dass sie auch für einen

durchschnittlichen interessierten

Laien lesenswert und

interessant sind

über das Thema haben wir im letzten Podcast sogar geredet

also das ist ein Thema

auf der anderen Ebene

interessiert mich sehr

quasi so dieser

dieser Zugang

der zurückkehrenden

großen Beutegreifer

also der Wolf

begleitet mich glaube ich mittlerweile als

Thema sicher sechs, sieben, acht

Jahre, einfach weil

da werden wir dann einen eigenen Podcast darüber machen

das war ja total absehbar, dass

der zurückkommt, also das ist ja

wirklich ein großes Versäumnis der Politik

aber mittlerweile tut sich da

endlich was

und also das interessiert mich

das ist, mich interessiert

Jagd wahnsinnig

also das ist auch ein Themenbereich

über den ich immer wieder schreibe

und da sehe ich mich jetzt

auch als jemand, der da

kritisch zwischen den Welten

vermittelt, weil ich finde nicht

nur viele der Praktiken

und Gepflogenheiten

der heutigen Jagd

durchaus hinterfragenswert

und würdig, sondern auch viele

der dämlichen

Vorurteile, die es halt

gegenüber Jagd gibt, also

ich habe da irgendwie kritische

Punkte immer

in beide Richtungen und das ist auch so

eine Rolle, in der ich mich sehe, ich sehe mich irgendwie

nie da

sondern immer zwischen den Stühlen

also das ist jetzt, wenn wir da sitzen

da in der Pampa

oder eben nicht in der Pampa, eigentlich ist das

ich meine ich habe früher eine Zeitlang im

14. Bezirk von Wien gewohnt

das im 14. Bezirk ist gar nicht so anders

aber ist auch so suburbia durch und durch

und das

da jetzt da, das ist doch auch so ein

Zwischending, das ist irgendwie nicht Stadt und nicht Land

und das ist irgendwie

eigentlich so bin ich schon drauf gekommen

das wo ich mich wohlfühl, so irgendwie dazwischen

und das war ich, weil immer

egal wo ich war, ich habe mich immer

immer wohl gefühlt

immer

gute Gesprächsbasis gehabt zu allen, aber ich

bin auch

durchaus froh

nie so ganz dort

zu sein. Wolltest dich nicht ganz festlegen, oder?

Nein, das meine ich gar nicht, sondern

ich glaube, dass das eine

gewisse Grunddistanzen

Warn hilft, die

für Journalismus sehr

hilfreich und notwendig ist und die wahrscheinlich gerade

besonders für Journalismus in Österreich

notwendig ist, weil auch wenn

sich da glaube ich schon

selbst in der verhältnismäßig kurzen

Zeit, die ich überblicken kann, viel zum

positiven verändert hat, ist der

Verhaberungsgrad schon noch sehr groß

zwischen den klassischen

journalistischen Gatekeepers, die

Informationen aufbereiten

und den politischen

Repräsentantinnen und Repräsentanten. Aber

wurscht, das wäre ein anderes Thema.

Es gibt jedenfalls ganz

viele Bereiche, in

die ich mich rein nerden

könnte ohne Ende.

Also ich

finde zum Beispiel wahnsinnig

spannend und damit beschäftige ich mich gerade

nebenher ein bisschen

auch

Imkerei

und quasi auch ganz bewusst die

Hobbyimkerei. Dazu lese ich

recht viel. Also ich bin da selbst

ganz am Anfang mit den

Bienen, aber

ich frage mich

die ganze Zeit, wie das

sein kann,

dass in der quasi

kommerziellen

Bienenhaltung und in der Imkerei

quasi die

Tiere an Varroa

sterben, unter anderem an Varroa

und am Schädlingsdruck,

also an dieser Milbe. Man weiß ja nicht,

wer dazu hört, ob die Leute das alles nachvollziehen

können, aber da sind halt so meine Gedanken dazu,

ob das

wieder sein kann, dass ein Bienenvolk

an der Varroa-Milbe stirbt,

wenn es der Imker oder die Imkerin nicht behandelt,

mit einer doch

überraschend großen Wahrscheinlichkeit,

dasselbe

Bienenvolk, wenn es denn

schwärmt, also wenn quasi,

letztendlich ist das ja ein Klon,

das Bienenvolk, also

wenn quasi

die alte Königin ausschwärmt,

also die Königin, die sterben

würde, wenn man sie nicht behandelt,

in der kulturellen oder in der

Imkerei, kann

mit einer höheren Wahrscheinlichkeit irgendwo

im Wald überleben,

meine Überlegung ist, und da habe ich noch keine Antwort

dazu gefunden, da muss irgendwas bei der Haltung

eigentlich nicht passen.

Und das sind so Themen, die mich halt beschäftigen,

wo ich viel drüber lese und versuche,

viel mit Leuten drüber zu reden,

und habe da auch ein

recht spannendes

Buch gerade vom Torben Schiffer,

für die das interessieren,

das ist, glaube ich,

im Ulmer-Verlag erschienen,

der beschäftigt sich extrem kritisch damit.

Das ist für mich als

Nicht-Bienenforscher ehrlich

hart zu lesen und sehr anstrengend.

Kann ich mir vorstellen.

Aber ich weiß auch

noch nicht zu welchen Schlüssen ich da

kommen werde. Ich glaube, dass

vieles von dem, was er vorschlagt, also der ist da

sehr radikal in quasi so

fast so Baumbeuten. Ich glaube,

dass das nicht möglich wäre, so

kommerziell Honig herzustellen.

Aber

was dann für mich zum Beispiel

die Frage ist, ob nicht quasi,

die wenigsten Leute, die Bienen haben,

machen das kommerziell.

Ob dann nicht zumindest die Hobbyhaltung

eigentlich andere Standards anlegen

sollte. Also jemand,

der im Garten drei Händeln hat,

hat jetzt auch nicht eine Legebatterie

jetzt übertrieben formuliert.

Ja, ich finde es ganz

spannend. Du suchst nach Antworten.

Was mir jetzt bei dir interessieren würde,

woher kommen deine Fragen?

Woher kommt diese

Neugierde, die dich offensichtlich

immer wieder

antreibt?

Aus Gesprächen und aus Lektüre.

War das immer schon in dir drin,

dieses Nachfragen, Schauen, Recherchieren

oder Dinge hinterfragen?

Weiß ich nicht. Das habe ich nicht

nachdacht, ehrlich gesagt. Aber der Vorteil

ist, dass man als Journalist das

große Privileg hat, dass man

deppert fragen darf und

dass es sogar von einem erwartet wird.

Also

das liegt dir. Also Journalist passt einfach zu dir.

Deppert fragen können wir aber auch.

Macht uns das jetzt schon zu Journalisten.

Das ist die Frage.

Das ist eine gute Frage. Bianca.

Die Grenzen sind fließ und das ist gut,

oder? Das ist gut, ja.

Aber apropos Journalismus, du hast jetzt vorher

etwas angesprochen, was bei mir was

ausgelöst hat und zwar die

Journalisten quasi als Gatekeeper.

Deshalb wollte ich dich fragen, was

ist für dich Journalismus und was soll

Journalismus können oder was soll

ein Journalist sein? Was ist

seine Aufgabe in unserer Gesellschaft?

Deine Aufgabe.

Ich antworte jetzt

bewusst etwas ausweichend, weil das so eine

wahnsinnig große Frage ist.

Aber ich möchte auf was antworten, weil es

einen Bereich gibt oder so eine

platitüdenhafte

dumme Aussage, die dauernd

auftaucht und die auch so als Meme

immer wieder kehrt auf

Instagram, Twitter, Facebook

und sonst wo. So dieses

Journalismus ist immer nur das, wenn

irgendjemand ein Interesse hat,

dass das, was da kommuniziert wird,

eigentlich nicht veröffentlicht werden

sollte. Das ist, finde ich, eine

total verengte Sichtweise auf

Journalismus. Also quasi so

alles, was nicht irgendjemandem weh tut,

ist kein Journalismus. Dieser Vorwurf

steckt ja da letztendlich drinnen und

das sehe ich überhaupt nicht so. Ich verstehe

total, was diese

Aussage

zugrunde liegt, nämlich quasi so

Wissen um die Notwendigkeit von

investigativen Journalismus. Das ist mir

vollkommen klar. Aber das ist ja nicht

Journalismus automatisch und

ausschließlich investigativer

Journalismus. Klar, wenn es darum geht,

irgendeinen Skandal aufzudecken

oder irgendwie unlautere

Machenschaften und kriminelle

Aktivitäten

bloßzulegen. Natürlich wird dann jemand

kein Interesse daran haben, dass das ans Licht

kommt. Aber meine

Aufgabe und meine Rolle

als Journalist sehe ich schon

darin, quasi

meine Leserinnen und Leser,

in dem Fall halt hier sind es

heute unsere Hörerinnen, sage

ich jetzt mal,

denen

neue

Fragestellungen und vielleicht

auch Antworten

zu unterbreiten

und da

nicht so sehr zu vereinfachen,

dass es irgendwie eigentlich fast

unzulässig ist, weil es

irgendwie

verstümmelt und populistisch

verzerrt oder vereinfacht.

Also es geht schon ums

Fragen, ums Antworten finden

und das, was mich besonders reizt,

ist halt quasi so dieses ein bisschen

interdisziplinäre

den einen

Standpunkt aus einem

Bereich auf den anderen umlegen.

Im Perspektivenwechsel im Endeffekt.

Ja, im Perspektivenwechsel auch so,

dass einfach das Hinterfragen

und ja, ich meine, ich habe schon eine gewisse

Lust an der Provokation

habe ich schon auch, aber jetzt

glaube ich schon nicht um ihrer Selbstwillen,

sondern einfach, das ist halt,

also man kann schon einfach

auch Fragen stellen, die weh tun,

weil gerade

in Themen, von denen wir sprechen, haben

einfach ganz viele wahnsinnig romantische,

weich

gezeichnete Vorstellungen

und das ist halt auch spannend.

Aber ich meine, ich weiß nicht, deine Frage war so wahnsinnig

groß.

Das stimmt schon, aber du hast

deine Rolle in dem Ganzen hat mich

sehr interessiert und du hast jetzt auch was angesprochen,

was uns

sehr viel beschäftigt und zwar

wenn man weggeht

von diesem Polarisieren und vielleicht

von diesen Investigativen und

diesen Sensationsgeilen,

nenne ich das jetzt mal.

Wie schaffst du es,

mit Themen wie

Nachhaltigkeit, Landwirtschaft,

Menschen zu erreichen?

Na ja, in dem es nie um das geht,

es geht immer um die Geschichte

oder um die Frage oder um die Antwort.

Also ich will auch

kein Buch lesen oder kein Magazin, wo drauf steht

Landwirtschaft oder Agrar.

Jawoll.

Das sieht ja keinen Menschen,

aber ich will auch keine

also

ich will auch keine

ich klicke

nichts an, wo steht Wirtschaft.

Wenn da steht

weiß ich nicht, wie

XYZ irgendein Problem

gelöst hat

und dann kann mich das neugierig machen.

Also irgendwie Geschichten, Zugänge,

Themen, aber nicht

Landwirtschaft.

Und wie

verpackst du jetzt diese Dinge

oder wie erreichst du damit

die Menschen oder ihr als Biorama?

Das ist unterschiedlich und das gelingt

ja auch nicht immer, also man braucht sich da nichts vormachen.

Man erreicht ja nicht mit jeder

Geschichte die Menschen.

Und mitunter gibt es Stories, wo man

denkt, die hat man nur für sich selbst

gemacht und da hat man sich quasi

den Luxus eines nördigen

Exkurses oder Interviews geleistet.

Und das wird dann plötzlich gelesen.

Also so Fälle

gab es immer wieder.

Das ist mittlerweile Jahre her,

aber wir haben auf Biorama

auf der Website

habe ich mal vor Jahren ein Interview geführt

mit einer Haselmaus-Forscherin.

Geil.

Und tolle Frau

und irgendwie sehr, sehr engagiert.

Und da, die Story ging

viral. Ich glaube 20

oder 25.000 Zeichen langes Interview

über die Haselmaus.

Die wurde in diversen Garten

vorn geteilt

und sonst was. Und woran

liegt es? Da hat einfach alles

gepasst. Das war ein informatives

Interview. Das Tier

ist süß. Die Haselmaus ist süß.

Da kann man sagen, was man will. Das erfüllt

auch klassisch diese Kindchenschema-

Kriterien. Sie ist

bedroht und du kannst

selbst was dagegen tun, weil auch darum

ging es. Also quasi das hat einen Mitmachaspekt.

Das hat irgendwie auf dieser Klaviatur

der

Call to Actions, wenn man so will, hat das

halt irgendwie funktioniert.

Aber gleichzeitig

habe ich mal mit einem Kollegen

ein Interview geführt

mit jemandem über Herdenschutzhunde.

Wirklich auch vor vielen Jahren mittlerweile.

Wo wir dachten, okay,

das interessiert

aus damaliger Sicht. Und wir dachten, okay, das interessiert uns

vielleicht zehn andere Hanseln. Und

wir dachten, okay, wenn man da schon ein Interview

führt, dann stellen wir dem halt nicht nur vier Fragen,

sondern machen halt gleich 15.

Weil, wenn schon, dann gescheit.

Und das war dann halt so. Das wurde dann

ins Englische übersetzt. Und so

wurden dann

über Herdenschutz

in den USA diskutiert.

Also in Foren.

Also so das...

Aber auch da braucht man sich

vormachen. Das waren ja jetzt keine Mainstream-Zugänge.

Die Haselmaus vielleicht schon für eine kurze Zeit.

Aber das ist auch nicht einfach so

wiederholbar, weil die Haselmaus

ist halt das eine

schöne Tier für die

Libelle. Wenn sie denn

bedroht wäre, irgendeine besondere Libelle,

würde das wahrscheinlich nicht funktionieren, um das

bewusst umzulegen. Und

ich glaube, das Entscheidende ist die Geschichte.

Und da muss halt alles passen. Da müssen die Bilder

passen. Da muss der Zeitpunkt

der richtige sein. Also bis zur

Tageszeit, bis zur Jahreszeit.

Ja. Aber so die

eine Antwort, glaube ich, gibt's

da nicht.

Aber, ja, das heißt,

du könntest diesen Artikel jetzt nicht...

Du hast jetzt nicht im Besitz der Zauberformen, kannst

dann sagen, ok, ich bin jetzt Medienprofi, ich weiß, wie es geht.

Ich kann jetzt diesen Artikel wiederholen

mit der Fledermaus zum Beispiel.

Und dann wüsstest du schon, was zu tun wäre,

um diesen Artikel jetzt ähnlich erfolgreich

zu machen wie den mit der Haselmaus.

Nein, also diese Formel gibt's

auch nicht, außer man arbeitet ganz

schematisch,

wie das schon viele tun, wie das auch

teilweise durchaus

seriöse Medien auch tun, die halt

dann so formelhaft Artikel produzieren.

Aber das interessiert mich

nicht wirklich.

Das Entscheidende oder das Interessante

ist ja schon, dass man eine These hat.

Und da ist es wichtig, dass man unter

Kollegen und Kolleginnen auch spricht

und mit vielen anderen Leuten sich unterhält,

ist schon das Herausfinden, so was ist eigentlich

die Geschichte. Und

wenn man dann quasi mit einer These rangeht

und dann darf man halt nicht

verblendet sein und wenn sich die These

als falsch herausstellt, dann muss man halt

offen sein und sagen, das ist eigentlich anders.

Oder man beginnt mit einer These

und es kommt ganz was anderes

raus bei der Recherche.

So was kann einfach passieren.

Ich möchte vielleicht dazwischen

ein bisschen was reinschauen.

Diese Sachen, die du erklärst jetzt quasi aus deiner

täglichen Praxis, das ist vielleicht ja auch

interessant für

Landwirtinnen und Landwirte.

So diese Einblicke in

wie funktioniert Journalismus, wie erreicht man

auch Menschen, weil wir

mitbekommen haben, dass gerade in der

Landwirtschaft ein gewisser Bedarf

auch da ist, ein Know-how,

wie man kommuniziert, wie man

seinen Betrieb, seinen

Bereich, in dem man drinnen ist,

wie man da auch an den Menschen ein bisschen

herankommt. Das heißt, alles, was wir da heute

diskutieren, ist vielleicht für die andere Seite

wieder ein bisschen ein

Know-how-Transfer, Wissenstransfer hin,

wie könnte ich selber wieder

ein bisschen kommunizieren.

Das wollte ich jetzt nur zwischendrin nochmal reinwerfen.

Welche Menschen

erreicht ihr aktuell

mit Biorama?

Mit welchen Themen?

Das ist ganz unterschiedlich.

Das hängt zum Beispiel allein schon

oder variiert das je nachdem, ob man sagt,

wen erreicht man online und wen erreicht man

über die gedruckte

Ausgabe, wen erreicht man mit

festen. Das, was

man

generalisieren kann,

ist, dass es

eine

Klientel ist, die formal

überdurchschnittlich gebildet ist.

Das

kann man auch dran kritisieren.

Man kann auch sagen, okay, es ist vielleicht ein bisschen

ein studiertem Ghetto,

aber das

sind ja die meisten Landwirte

mittlerweile auch.

Das wird ja oft übersehen, gerade

bei den

Menschen, die relativ landwirtschaftsfern

sind, dass die meisten Landwirtinnen und Landwirte

mittlerweile akademischen Hintergrund

haben und oft

Auslandserfahrung und was weiß ich was

alles.

Die Letzten, die das

nicht haben,

gehen wahrscheinlich gerade in Pension,

die letzten Generationen, aber

mehrheitlich sind die Leute in der Landwirtschaft

sehr gebildet.

Formale Bildung,

von Abschlüssen.

Wir haben oft akademische Abschlüsse.

Ich habe da keine Zahlen parat, aber

vielleicht ist das auch nur das

Segment, mit dem ich zu tun habe, aber die meisten

Leute, mit denen ich in der Landwirtschaft zu tun habe,

haben ein abgeschlossenes Studium.

Nicht alle, aber sehr viele.

Sehr viele davon waren

teilweise sogar lang im Ausland.

Dieses Bild von Bauern,

der nicht wegkommt von seinem Acker, ist

lang überholt.

Ich glaube, das ist sehr unterschiedlich, muss ich da einwerfen.

Wird sicher so sein.

Ich stelle das auch insofern in Frage,

das sind die, mit denen ich am meisten zu tun habe.

Das sind viele Leute, die wirklich

viel Auslandserfahrung haben.

Du wirst dabei eigentlich gefragt,

wenn wir erreichen.

Wir sind halt formal hoch gebildete Leute

oder überdurchschnittlich gebildet.

Tendenziell schon Leute mit einem eher

urbanen Hintergrund,

aber nicht ausschließlich.

Jetzt habe ich die eine Frage, was eigentlich

vor der Frage gestellt werden müsste.

Was war der ausschlaggebende

Grund, warum man überhaupt Biorama

macht?

Habt ihr die Notwendigkeit gesehen? Wir brauchen

etwas, was in die Richtung

funktioniert. Habt ihr eine Lücke geschlossen?

Warum habt ihr eigentlich Biorama

aufgebaut?

Wer war das eigentlich?

Das ist relativ kompliziert.

Die erste Ausgabe

von Biorama war ein A6,

also Postkarten, großer

servicelastiger Folder anlässlich

der Bioaktions-Tage 2005.

Das war überhaupt nicht

zu vergleichen mit dem Biorama,

was jetzt ist.

Das habe ich in einem ganz anderen

Setting entwickelt.

Damals war ich hauptberuflich

in einem Medienunternehmen

angestellt, für das ich das eigentlich

entwickelt habe. Die wollten das nicht.

Und dann kam es eigentlich

von mir völlig ungeplant

in das Medienhaus, an dem ich

unter anderem beteiligt bin.

Und so ist quasi

ganz kurz zusammengefasst das Biorama

entstanden. Und dann hat das eine

Kollege, der mittlerweile auch schon seit 10

Jahren nicht mehr, seit 11 Jahren nicht mehr an Bord ist,

hat das dann maßgeblich weiter

entwickelt und dem verdankt man auch nach wie vor

sehr viel.

Weil der wirklich auch so das

dieses Urbane

dran gesehen hat.

Das war jetzt

kein klassisches

Reisbrettprodukt, sagen wir mal so.

Es war wieder eher zufällig entstanden

aus mehreren Dingen, glücklichen Fügungen.

Der Fügung ist halt dann was komplett

anderes entstanden, als das, was man eigentlich vorgehabt hat,

wie so oft im Leben.

Ja, so kann man es kurz zusammenfassen.

Eigentlich wollten wir ja

was ganz anderes machen. Und da

sitzen wir jetzt und machen ein Podcast.

Man weiß nie so genau, was im Endeffekt rauskommt.

Die fangen nach Feld.

Du hast jetzt vorher gesagt,

ihr habt das Publikum

jetzt eher, sage ich mal,

in der Stadt, eher

als Akademiker.

Nein, nicht Akademiker,

aber hochgebildet.

Ja, formal hochgebildet.

Aber

ist eure Zielgruppe, wie man so schön sagt,

wie schafft es ihr

oder wo setzt ihr die Chance, dass ihr

quasi auch über diese Zielgruppe,

über diesen Tellerrand oder diese Blase

raus irgendwie weiter kommuniziert?

Oder ist das gar nicht euer Anspruch?

Na sicher ist das unser Anspruch.

Das gelingt eh. Online gelingt das

immer wieder.

Wie macht man das?

Indem man interessante Geschichten macht und schaut,

dass sich die verbreiten.

Das ist jetzt eine Binsenweisheit und eine

ganz allgemeine

Aussage.

Und wie verbreiten Sie sich? Wie gelingt das?

Die Bubble quasi zu,

oder die Blase zu platzen?

Das muss man sich halt überlegen.

Da kann

mitunter das Mail an die eine richtige

Person, wo man weiß, die ist dafür besonders

empfänglich.

Und die, weiß ich nicht,

oft reicht es, wenn man Geschichten

twittert.

Das heißt, du sagst gar nicht, es ist nicht

unbedingt der Inhalt,

an dem der Bubble scheitert,

quasi um rauszukommen, sondern es ist

einfach das Netzwerk.

Es ist die Story.

Das Netzwerk

zählt natürlich dazu.

Das ist halt Social Media.

Und es geht ja dann nicht nur

um Online-Inhalte.

Deine Frage war ja, wie wir es schaffen,

aus diesen Bubbles rauszukommen.

Wir haben jetzt zum Beispiel

heuer 2020 eine

Ausgabe gehabt,

eine Hauptstadt-Ausgabe von Biorama,

die in Berlin und in

Wien distribuiert wurde,

wo wir die beiden Hauptstädte

quasi miteinander

verglichen haben.

Das kann jeweils die eine Stadt von der anderen lernen.

Und das hängt zum Beispiel

ein Monat lang in den Wiener Linien,

in den U-Bahnen und den Straßenbahnen auf.

Also

viel mehr technische

Reichweite und Breite in Wien geht

eigentlich kaum.

Alles andere wäre schon eine

Post-Wurf-Sendung an einen Haushalt.

Da wäre der Streuverlust zu groß.

Stichwort Haushalt, der andere

Haushalt kommt gerade nach Hause.

Okay.

Jetzt hast du die sozialen Medien

angesprochen. Das ist ja irgendwie doch

oder zumindest aus meinem

Verständnis eine große Chance,

eine Blase zu platzen.

Eine inhaltliche...

Gelingt euch das?

Da geht's wild zu.

Ja,

in den Suburbs, im Machfeld

die Sorge.

Ja, da bin ich bei Osten.

Ja, natürlich, also Social Media

ist ganz wichtig, aber

man darf es glaube ich auch nicht überschätzen.

Also

ich war

sicher schon mal näher dran vor

Jahren an den Social Media Trends.

Das ist nichts, mit dem ich mich hauptberuflich

beschäftige und man muss dazu sagen,

das hat mittlerweile auch einen

Spezialisierungsgrad erreicht. Da sind in

großen Medienhäusern ja quasi

Leute gibt,

mehrere jeweils, die sich ausschließlich

damit beschäftigen, wie man diesen oder jenen

Kanal ideal

bildet. Also da sind wir,

braucht man sich nichts vormachen,

sicher nicht auf dem Level, dass man da

mit einem internationalen Medienhaus

mitarbeiten kann, aber man kann es nach

den eigenen Möglichkeiten schon ganz gut

nützen. Gleichzeitig muss man

sagen, dass es manchmal auch

wahnsinnig

unangenehm sein kann,

über

die Babel hinauszugehen, weil da einfach

auch schon mitunter eine

wahnsinnige Ignoranz einem auch begegnen

kann.

Kannst du das ein bisschen erklären?

Ja, weiß ich nicht. Wenn man

Themen hat, die vielleicht

gesellschaftspolitisch ein bisschen

kontroverser sind,

dann ist meine

Erfahrung auf Twitter, bin ich

froh, dass ich, ich weiß gar nicht,

wie viele Follower ich momentan habe,

es sind eh nicht so wenige, aber dass ich keine

40.000 Follower habe, weil

da weiß ich und ich sehe dann durch

Interaktion, die dann manchmal passiert,

irgendwelche Accounts, die halt irgendwie vielleicht in ganz

anderen Blasen zu Hause sind,

mit meinem Interaktieren, dann kommen

schnell ganz ungute Zeitgenossen

irgendwie an die Oberfläche,

mit denen ich eigentlich gar nichts zu tun haben will.

Also ich bin der Letzte, der irgendwie

der Gespräche verweigert oder so, aber

wenn ich mitkriege,

dass es jemanden

nicht um ein Gespräch geht, sondern nur ums

Rotzen und ums Sticheln und um

Bösartigkeit und um Feindseligkeit,

dann ist das nicht da mein Anspruch

in diese Blase zu verlassen.

Dann fühle ich mich in meiner Blase,

die eh nicht so unkritisch ist,

fühle ich mich da durchaus wohl. Aber

meine Erfahrung ist zum Beispiel, sobald du mit einem

Account interagierst, der irgendwie

FPÖ nahe ist, dann wird es ungut.

Dann kommen die rechten Trolle. Also das ist

halt einfach so. Also ich habe das jetzt

auch ein bisschen gelernt, was

so passiert, wenn man in sozialen

Medien kontroverse Themen

anspricht, auch wenn man sie kritisch reflektiert

und offenlegt.

Was ich aber sehr spannend finde,

ist, wenn mein erster Grant vorbei ist

und ich mir gedacht habe,

Arschlochdeppertes, bemühe ich mich dann

immer

irgendwie

auf den Menschen einzugehen und den dort

abzuholen, wo er steht,

was für Haken ist. Aber irgendwie am Ende

des Tages kommt dann

zumindest bei mir, bei meinen Kanälen, doch

was Positives raus und das finde ich

immer sehr schön. So sehr es mich

nervlich aufreibt, aber da bin ich

dann zum Beispiel doch sehr froh, diese

Blase geplatzt zu haben und freue mich

immer, wenn da Menschen unterwegs sind, die

sichtlich komplett anders eingestellt sind

und die man dann aber doch irgendwie abholen kann.

Ja, ich glaube,

das ist einfach so eine Grundeinstellung.

Ich glaube,

diese Unmittelbarkeit,

die

diese unterschiedlichen Plattformen

und Kanäle bieten,

die verleiten dazu auch selbst.

Da kann man sich ja auch nicht ausnehmen,

mitunter vorschnell und irgendwie

aus dem Rückenmark und vielleicht nicht

unbedingt aus dem Großhirn

zu agieren. Und deswegen

ist meine

mein Zugang dazu bei Dingen,

die mich ärgern oder so, vielleicht einfach mal

zu sagen, na jetzt denke ich über das nicht einmal

nach, legt das

Handy weg oder weiß ich nicht, doch auf

irgendwelche Mails kommen,

wo man sich denkt, okay, das ist jetzt bescheuert,

dann antwortet man nicht gleich und so im Affekt,

sondern

lasst das einmal liegen.

Muss, oder?

Ja, also

die Erfahrung ist schon,

da gebe ich da schon recht,

wenn man eben nicht auf eine Watschen

mit der Watschen reagiert,

dass da schon irgendwie

ein interessanter Austausch auch rauskommen kann.

Weil die Leute

öfter aneinander

vorbeireden, als man glaubt.

Also wir haben vorher

im Auto diskutiert, ich bin ja grundsätzlich der Meinung,

dass man nicht aus Arschloch auf die Welt kommt.

Und insofern

finde ich es eben gerade spannend, mit den

Menschen zu reden, die ganz

anders eingestellt sind als ich.

Ja, finde ich auch, also ich empfinde das auch

als bereichernd mit unterschiedlichen

Leuten zu reden. Trotzdem habe ich jetzt gerade als

Assoziation gehabt, ein Interview

mit der Christine Nöstlinger,

die mal

gefragt wurde in einem Interview. Das ist glaube ich

einer der wenigen Personen, von der ich jedes

Interview, wenn es mir umgekommen ist, wieder

gelesen habe. Also einfach, muss man

schaffen, glaube ich. Wenn man so eine

Rolle hat, dann hat man es geschafft.

Die wurde

gefragt, ob es auch Kinder gibt,

die deppert sind

oder so sinngemäß. Und die

Christine Nöstlinger hat gesagt,

na glaub's mal, ist plötzlich mit einem 18.

Lebensjahr ein Arschloch.

Die Frau ist super. Ja, sie war

super, ja. Nein, also die hat halt irgendwie

... also ich finde, es gibt

auch depperte Kinder. Das muss man schon noch sagen

können.

Natürlich kommen die nicht

wahrscheinlich

deppert auf die Welt, aber sie sind halt schon recht

früh deppert geprägt.

Ja, ich glaube, es ist ein Unterschied.

Was wir bei Bauern zu der Bibel

ja wollen, es ist ja eigentlich unser

Elementaraufgabe, einfach diese

unterschiedlichen Perspektiven auch zu suchen.

Wir versuchen ja gerade nicht,

ob es uns gelingt

oder nicht, werden wir dann eh sehen, gerade nicht

in eine Richtung wahrgenommen

zu werden, mit dem, was wir tun,

sondern wir wollen ja im Prinzip mit allen Seiten reden,

mit allen Perspektiven.

Und dass die dann mal nicht

miteinander können und dass die konträr sind, das muss

ja so sein, weil sonst, sonst gäbe es

eh nur eine Meinung auf der Welt.

Das ist ja auch das Reizvolle dran. Ja, genau.

Und das, was du vorher gesagt hast, ich glaube, diese

Trolle, also Menschen oder

Bots, wie auch immer, die

bewusst einfach mit

der Idee zu

provozieren, wo reingehen, auf die muss man

dann glaube ich auch nicht reagieren. Das ist aber

auch nicht die quasi, der Diskurs,

den wir suchen, die andere Meinung, die wir

suchen, die kann man

gedroht, glaube ich, einfach ignorieren und

wie es sich so schön gesagt hat, als Deppert

abschreiben.

Schwierig ist es halt dann so an den Grenzen zu

sagen, wo geht es, wo geht es noch, was ist

noch eine Meinung und was ist dann

was lehnt man dann ab?

Das könnte ich jetzt noch nicht sagen. Ich wüsste

nicht, wo da die Grenze ist, aber ich glaube, das ist

also ein Prozess, den man extrem schwer

lernt. Ich habe letztens vor kurz einer

Diskussion gehabt mit jemandem.

Ich wollte

einen Beitrag löschen, weil ich mir gedacht habe, der

Beitrag passt nicht und dann habe ich extrem

lange nachgedacht und bin dann drauf gekommen, eigentlich

löschen tut man gar nichts, man muss darauf reagieren

und komme jedes Mal wieder. Wenn eine kritische

Äußerung kommt, komme ich jedes Mal wieder

ein bisschen in so eine Krise, die

was ich dann für mich irgendwie

lösen muss,

damit ich dann weiterkomme,

quasi im Umgang mit so einer öffentlichen

Meinung. Wie geht es dir da? Du bist ja schon

lang drinnen quasi in diesem öffentlichen Diskurs.

Du wirst dir dann als Person infrage gestellt

vielleicht da hin und wieder

für deinen Artikel. Wie geht man damit um?

Indem man das alles nicht so ernst nimmt und

vor allem sich selbst auch nicht so ernst nimmt.

Ich glaube,

die unterschiedlichen Plattformen,

auf denen man sich da tummelt, sind ja auch sehr

schwierig zu bewerten. Auf Twitter

zum Beispiel

stört mich wahnsinnig

dieses

pseudoaufgeregte

sich empören.

Jeden Tag gibt es drei

Themen, weil

die eigene Blase sind ja wieder vier andere Blasen,

in der man halt quasi eine

Schnittmenge hat. In der Blase

regen sie sich halt über das auf, in der über das

und du weißt, genau am nächsten Tag

interessiert sich das eigentlich eh niemand. Das ist

Beschäftigungstherapie. Das heißt

jetzt nicht, dass nicht vielleicht viele dieser

quasi

letztendlich dem zugrunde liegenden

Probleme ich als irrelevant

erachte

oder sage, dass das nicht vielleicht eh wichtige

Probleme wären. Aber es bringt

niemandem irgendetwas, wenn ich

mich da irgendwie künstlich

aufreg, sondern dann muss ich

also wenn es mal ernsthaft

ein Anliegen ist, dann muss ich mich

halt richtig dafür engagieren. Aber dann wird

in der Mitte allein wahrscheinlich zu wenig sein.

Es gibt genug Gegenbeispiele

auch, dessen bin ich mal bewusst. Aber

trotzdem

mehrheitlich

fühle ich mich da

oft angewidert und ich mache

auch immer wieder bewusst ein paar Tage Pause,

wenn es mir jetzt zu sehr am Nerv geht.

Und wenn es schon Richtung

persönlich, also da

stört ja quasi eher dieses Empören

und dieses ja, der Habitus

im Netz. Aber wie

wirst du dann damit auch um, wenn es dich persönlich

betrifft oder

mit der Öffentlichkeit? Du bist eine öffentliche

Person. Braucht man da

einfach eine dicke Haut oder wird es mit der

Zeit besser?

Eine gewisse dicke Haut

braucht man insofern, als

klar sein muss, dass man, wenn man

selber auch kritisiert, dass die Kritik

auch zurückkommen kann. Aber ich muss

ehrlicherweise sagen, dass ich schon

mich aufrichtig bemühe,

auch bei Kritik fair zu bleiben.

Und deswegen habe ich das

ehrlicherweise relativ selten, dass

irgendwie so persönlich Untergriffiges

kommt. Und wenn, dann ist das

so bescheuert, dass

die größte

Provokation für diese Menschen

weissens ist, dass man nicht darauf reagiert.

Stimmt.

Sehr gut.

Ich habe mich jetzt auch aufgeschrieben

zu Biorama, weil wir da sind.

Vielleicht kannst du noch ein paar kurze Hardfacts

sagen, wo man euch findet,

wie hoch die Auflage ist, etc.

Und

die Frage, die was mir bei Biorama

interessieren wird, was habt ihr bis jetzt in den

Jahren, wo es euch gibt, erreicht mit

dem, was ihr tut?

Beginnen wir

mit dem Einfachen. Das Biorama

gibt es unter www.

Biorama.eu

Warum EU?

Weil wir dem

gesamten

und der Biorama

AT findet man uns auch, aber

wir kommunizieren ganz bewusst

dort EU, weil wir ein

deutschsprachiges Medium sind, weil

wir,

das variiert mitunter auch

natürlich, aber weil wir online sehr viele Leserinnen

und Lesern natürlich auch aus Deutschland haben

und aus der Schweiz und Südtirol und

was weiß ich woher.

Und weil wir,

ja, weiß nicht, das ist auch einfach

ein Commitment zu

Europa, also das ist...

Bauertudebibli.eu muss ich schauen, ob das

noch freut.

Ich glaube, die Chancen stehen nicht schlecht.

Wenn war da wer ziemlich fies, aber

who knows.

Ich weiß nicht.

Aber der Grund ist gut.

Man findet uns unter www.

Biorama.eu, dann kann

man uns

zum Beispiel fix jede

Ausgabe bekommen, wenn man

ein Abonnent oder eine Abonnentin

wie in Umgebung des

Adama-Biokistels ist.

Genau, da liegt

es immer bei.

Darüber hinaus liegen wir

an vielen unterschiedlichen

Orten auf, also wenn nicht gerade

ein Lockdown ist, dann in

Lokalen, in Cafés,

in Eco-Fashion-Boutiquen.

In

Deutschland zum Beispiel liegen wir in allen

Dents den Reh-Filialen auf, also

es gibt punktuell Hofläden, also es gibt

sehr viele Orte, an denen wir auflegen.

Und wenn man fix jede

Ausgabe

haben möchte, dann muss man entweder

einen Adama-Biokistel abonnieren, oder

der Gerhard Zobek freut sich gerade.

Das ist ja gar nicht freut sich.

Das sind acht Kilometer, glaube ich.

Da kann man schon fast einen Stor schmessen.

Es gibt natürlich auch die Möglichkeit,

das Biorama zu abonnieren.

Unter www.Biorama.eu findet man

auch einen Abo-Button.

Das Biorama erscheint gedruckt

sechsmal im Jahr

im gesamten deutschen Sprachraum.

Dann gibt es zweimal im Jahr eine

Niederösterreich-Ausgabe, die nur in Wien

und in Niederösterreich distribuiert wird,

wo wir uns ausschließlich

niederösterreichischen Themen widmen.

Wieso kam es dazu?

Persönlicher Beobachtung und Umfeld.

Es gibt halt

einige Leute im Team, die

unterschiedlich enge Beziehungen

zu Niederösterreich haben, da

wir die Niederösterreicher haben.

Das liegt nahe.

Das wird es auch für andere Bundesländer geben

im nächsten Jahr

und in den nächsten Jahren.

Es gab eben 2020

das erste Mal eine Hauptstadt-Ausgabe,

die in Wien und in Berlin

distribuiert wurde.

Wir versuchen permanent Dinge

auch.

Alles unter der Marke

Biorama.

In den nächsten Jahren

wird viel noch passieren.

Ihr seid nicht zufrieden,

so wie es ist,

sondern ihr wollt euch weiterentwickeln?

Auf jeden Fall.

Wenn wir uns

2005 nicht weiterentwickelt hätten,

dann wäre das jetzt ein A6-Folder,

den wahrscheinlich niemand

interessieren würde.

Außer bei Histoareka.

Genau, in der Nationalbibliothek.

Und welche Auflage habt ihr?

Das variiert.

Je nachdem. Die Niederösterreicher Ausgabe

hat 30.000 Stück.

Die im deutschen

Sprachraum Vertriebene

hat 85.000 Stück.

Die Wien-Berliner Ausgabe

hat 100.000 Stück.

Das hängt davon ab, was sinnvoll ist.

Du wolltest das fragen, oder?

Ich auch.

Ich wollte einfach

wissen, weil

man bekommt euch ja kostenlos.

Wie finanziert sich das?

Werbung.

Ausschließlich?

Cool.

Irgendwie wollte man das länger drüber.

Jetzt sind wir ganz am Anfang

unseres Gesprächs angelangt.

Du sagst, du bist Journalist.

Ich bin eben nicht nur Journalist,

ich bin unter anderem auch dafür zuständig,

dass das halt

finanziert ist.

Eine Möglichkeit,

ein Magazin zu finanzieren,

ist einfach über Werbung.

Inserate etc.

Das ist eine Frage, die uns grundsätzlich

in Wien auch interessiert.

Wie kann man ein Medium wie Bauer to the People

finanzieren?

Was gibt es da für Möglichkeiten?

Momentan finanzieren wir es quasi vom

eigenen Bankkonto weg.

Wir haben zum Glück schon ein paar

Unterstützer gefunden. Danke an

dieser Stelle an alle, die uns

mit Beträgen unterstützt haben.

Das war sehr, sehr hilfreich.

Warte Stopp, ich muss gerade sagen,

der Willi hat vorher

den Handy-Ständer kaputt gemacht.

Wir brauchen schon wieder Hardware.

Ja bitte, helft uns, wir brauchen einen.

Helft uns, ich bin Bodschard.

Es ist so einfach.

So kann man das nicht sagen.

So kann man das nicht sagen.

Einfach ist es nicht.

Das ist natürlich

beharrliche, konsequente,

jahrelange Aufbauarbeit.

Wie gesagt 2005,

jetzt haben wir Ende 2020.

Was braucht es denn da am Anfang?

Ich stehe jetzt eh nicht zu viele Start-up-Fragen.

Was braucht es denn da am Anfang,

damit man ein Magazin

aufbauen kann?

Braucht es da einfach viel

Nebenjobs?

Gute Idee und Leute, die man davon

auch überzeugt und die es dadurch mitfinanzieren.

Aber es gibt sicher viele andere Wege auch.

Du kannst da ja auch

sagen, das ist dein Hauptsponsor

und der zahlt alles.

Ich glaube,

auch da gibt es die eine Antwort nicht.

Das ist ja auch die Frage, was willst du damit?

Willst du davon leben?

Oder geht es darum ein leidenschaftliches Projekt?

Es gibt ja auch sehr tolle

Magazine, wo klar ist,

dass das keine ökonomische Basis hat,

wo man zwischen den Zeilen

und aus jeder Zeile die Leidenschaft

mitkriegt. Das ist ja auch was Tolles.

Zeilen haben wir auch schon.

Das stimmt.

Zwischen den Worten und zwischen den

Zeilen liegt das auch bei uns.

Das war jetzt die leichte Frage,

die schwere Frage.

Was habt ihr mit Biorama

in den letzten Jahren erreicht?

Was haben wir erreicht?

Dass

es sich

finanziert.

Das ist

jetzt ja

nicht selbstverständlich.

Wir haben

glaube ich erreicht, dass wir

eine Glaubwürdigkeit haben

und eine

Gesprächsbasis zu sehr vielen

haben, die

auch quasi

wertgeschätzt wird und bei einer

gleichzeitigen Haltung, die uns schon

wichtig ist, nicht

quasi parteilich

bedeutet.

Ja, und sonstigen wie Biorama

sehe ich schon ein bisschen so als

Missing Link zwischen unterschiedlichen

Blasen, um wieder darauf zurückzukommen,

zwischen unterschiedlichen Lebenswelten,

zwischen Stadt und Land, zwischen

unterschiedlichsten

urbanen Communities.

Ich meine, es gibt viele

Bereiche, die wir noch erreichen wollen.

Das ist vielleicht leichter zu beantworten.

Wir wollen gerne einfach auch

Nachhaltigkeit insgesamt noch

breiter sehen, weil wir denken ja,

muss man schon sagen,

Nachhaltigkeit ist ein schwer

missbrauchter Begriff, aber

trotzdem.

Wir müssen weiter darüber reden.

Trotzdem gibt es ja ganz viele

Bereiche, die

zurecht in den Bereich der Nachhaltigkeit

gehören, die wir,

weil wir ein kleines Team sind und

man nicht alles abdecken kann, einfach

auch oft auf Basis

von persönlichen Interessen,

indem wir die einen

bevorzugen, weil sie uns halt sehr

interessieren, andere Themen vielleicht eine Spur

vernachlässigen. Aber

ja, das wäre

ein Ziel. Aber

ja, was wir erreicht haben,

ich will da jetzt nicht über einzelne Geschichten.

Natürlich gibt es einzelne tolle Art

Interviews, auf die man stolz

ist oder so.

Ich bin auch stolz,

wenn

aus Deutschland Journalismus-

Studentinnen und Studenten für ein

halbes Jahr nach Wien kommen, um ein Praktikum

bei Biorama zu machen. Ich finde, da hat man was erreicht.

Da kommt jemand ein halbes Jahr nach Wien.

Das ist ja

wow.

Sagst du denen das dann auch?

Die können das jetzt eh hören.

Ja, bei unserer Reichweite

ist es eher wahrscheinlich, dass sie

dich hören. Nein, aber

das ist ja auch etwas, was wir erreicht

haben.

Das ist

für dich persönlich auch erreicht. Das heißt, das macht

auch dich zufrieden. Sicher, ich finde das

cool. Ich meine, wenn ich mal denke, wir haben

in einem kleinen Team mit

ordentlichen Reihenhackeln über viele Jahre

was gemacht, wo Leute sagen,

ich meine,

das ist ja jetzt anders,

wenn du fast mal über ein Wochenende

wohin, aber wenn jemand für mehrere Monate

oder ein halbes Jahr nach Wien kommt und sagt, das will ich mal

anschauen, das muss für jemanden,

der irgendwo in Deutschland sitzt, so

interessant wirken, dass diese

Person sich denkt, dafür ziehe ich für eine

Zeit lang nach Wien. Das ist ja

cool.

Jetzt hast du auch was angesprochen,

was wir uns schon überlegt

haben. Jetzt ist ja der Begriff

der Nachhaltigkeit schon relativ ausgelutscht

und ausgedehnt und wurde

wie die Kuh durchs Dorf getrieben.

Wie erreicht man damit

noch Menschen? Oder wie

erreicht man damit nachhaltige

Menschen?

Über Geschichten. Das ist dieselbe Frage, wie

mit Landwirtschaft oder allem anderen.

Also

ich will auch

nichts lesen, wo einfach nur Nachhaltigkeit drüber

steht. Das klingt abtörnend, aber das klingt

bei jedem anderen

technokratisch ausformulierten

Schlagwort auch nicht anders.

Ich will auch nichts lesen,

wo drüber steht Pflanzenbau

oder keine Ahnung,

Stadtplanung.

Wenn aber das eine gute Geschichte ist, dann ist es

eine gute Geschichte.

Früher hat man mit dem Thema Nachhaltigkeit,

also ich kann mich erinnern an meine eigene Geschichte,

also mir damals das Wort

Nachhaltigkeit, das war, wann war das?

Das war 2010.

Länger ist das Jahr.

2007 war das ungefähr.

Mir hat das Thema extrem angesprochen,

ich bin da voll reingekippt in dieses

Nachhaltigkeitsthema und bin dann drei Jahre später,

wie ich dann gemerkt habe, das ist immer

bla bla bla bla, das wird kräht, kräht, kräht

und es passiert nicht viel.

Irgendwann habe ich dann richtig so eine

Aversion gegen diesen Begriff Nachhaltigkeit.

Ja, weil sobald du dich damit

beschäftigst, ist der Begriff wurscht.

Aber das ist ja bei allem.

Jemand, der Landwirtschaft betreibt,

fühlt sich vielleicht als Bauer, du würdest

nicht sagen Landwirt to the people.

Bauer ist in dem Fall

je nach Sichtweise für manchen negativ,

wir haben nach wie vor in manchen Kreisen

ein Schimpfwort, aber

in den Kreisen, in denen ich mich

bewege, ein positiv

besetzter Terminus.

Ich glaube, das geht darum, Geschichten zu haben.

Das ist übrigens etwas,

was mich wahnsinnig geprägt hat.

Wie gesagt, ich habe es eh schon vorhin erwähnt,

ich bin ja vorbereitet in dieses Gespräch

gegangen.

Wenn mich etwas in meiner

journalistischen Laufbahn wahnsinnig

gestört hat, dann ein ehemaliger

Chef von mir, dem ich

bei einem Wirtschaftsmagazin, das es

nicht mehr gibt, wo ich lange Jahre als Redakteur

tätig war, den habe ich immer wieder

dick über Landwirtschaft vorgeschlagen.

Nicht Landwirtschaft, sondern Geschichten,

um bei dem anzuschließen, wo wir gerade waren.

Einmal ist in einem Gespräch,

als ich eine wirklich gute Geschichte vorgeschlagen

habe, ist die Geschichte vom Tisch

gewischt worden, vom Herausgeber mit der

Ansage, die Bauern, sondern alle trotteln,

quasi ein nächstes Thema.

Ab dem Zeitpunkt war der Typ auch für mich gegessen.

Er ist dann eh bald

gegangen und

macht jetzt für irgendwelche Diktaturen

PR.

Das hat mich wahnsinnig geärgert.

Du hast jetzt

etwas angesprochen, also in Österreich

sind die landwirtschaftlichen

Themen journalistisch

immer in den Wirtschaftsredaktionen

oder sehr oft die wenigsten

oder sehr wenige.

Nein, das stimmt nicht.

Du hast das im Wissenschafts-

style, du hast das.

Ich glaube überhaupt, dass diese

Ressort-Aufteilung eigentlich obsolet

ist, weil niemand

konsumiert noch Medien anhand von

solchen Ressorts.

Das ist einfach, weiß ich nicht, spätestens

gefühlt 2010 eigentlich

passé. Aber

als Organisations-

Hintergrund in den Medien, wenn man

dann noch so denkt, das kann

nicht sein.

Wenn man dann noch so denkt, dass

quasi ein Medium halt in Ressorts aufgeteilt

ist und

die Expertise dahinter quasi in

unterschiedlichen Ressorts angesiedelt ist,

dann hast du landwirtschaftliche Themen sehr wohl

im Wissenschafts-style. Du hast das jetzt

natürlich selten im Föto, aber selbst

das kommt mitunter vor.

Du hast das in Wochenend-Beilagen

punktuell, du hast das teilweise

sogar im Architektur-Teil über

weiß ich nicht, der neue

Stallbau, das ist mal letztens wieder unterkommen

im glaube ich Schaufenster der

Presse.

Du hast das in

den Lifestyle-Beilagen

sowieso über Urlaub am Bauernhof

oder

weiß ich nicht, halt hochwertige

Lebensmittel oder auch vielleicht

Regionalitäts-Screenwashing.

Also wurscht,

das stimmt nicht, dass es

nur da ist. Also ich habe die Erfahrung

gemacht in den letzten Jahren, ja nicht nur

natürlich, aber du hast jetzt sehr viele

Themen auch genannt, die wie du vorher gesagt

hast, wo es hochtechnokratisch

unterkommt, also in der Architektur

und in der Wirtschaft und in der Wissenschaft

und irgendwie

den Zugang über

Essen, über Genuss,

über Lifestyle.

Also mir persönlich ist der

viel zu wenig und ich glaube, dass das genau

die Punkte

sind, wo Landwirtschaft aber ankommt

bei den Menschen, so wie ihr das zum

Beispiel macht, de facto.

Wir denken halt in Geschichten, wir denken

ja auch nicht im Resor Landwirtschaft

oder im Resor

was weiß ich, Österreich

oder irgend sowas, ja.

Ich glaube, dass Landwirtschaft viel breiter

vorkommt

in den Medien, als man oft

wahrnimmt, weil man es halt

oft nicht, weil man

selbst so andere Parameter hat,

an denen man das festmacht, aber

theoretisch ist, kommt Landwirtschaft vor

in Bauersucht Frau.

Also

Landwirtschaft kommt vor

manchmal in, wie heißt diese

Sendung von der Stöckel, Frühstück

bei mir, wenn über Lebensmittel geredet wird.

Also das kommt auf

in unterschiedlichsten Kanälen und auch

sehr breitenwirksam vor.

Es gibt de facto wahrscheinlich,

wenn man sich

an Wochenenden die Wochenend

Zeitungen und Ausgaben

besorgt,

von der Krone und Kurier abwärts

bis Standardpreise, Salzburger Nachrichten,

kleine Zeitung, da gibt es nichts,

wo nicht irgendwelche landwirtschaftlichen Geschichten

drinnen sind.

Und ja, da steht halt nicht Landwirtschaft

drüber, sondern da geht es halt um irgendein Essen

oder um eine regionale Spezialität

oder um ein Kochbuch, das irgendwie die

Seminarbäuerinnen machen oder was weiß ich.

Meinst du, bräuchte es

das, was du gesagt hast,

das sind glaube ich die Redaktionen

in den Zeitungen, da kenne ich mich jetzt wenig aus,

da gibt es halt eine für Sport, eine für Wirtschaft,

eine für Kultur und so weiter,

bräuchte es

eigene Redaktionen

für Landwirtschaft

oder bräuchte es nicht?

Nein, das ist das Schlimmste.

Das ist das Schlimmste.

Das ist das Schlimmste.

Das ist das Schlimmste.

Du siehst das als interdisziplinäres Thema.

Auf jeden Fall.

Es ist ein Fortschritt,

dass Nachhaltigkeit

mittlerweile nicht mehr in einem Medium

vielleicht nur mehr den Praktikanten gibt,

der versucht das Thema reinzubringen,

sondern dass es da,

wenn schon oft, keine Expertise

in den Medien und auch ein großes Bewusstsein

gibt, dass das eigentlich in vielen

Ressorts und als Querschnittsmaterie

und generell

relevant sein soll und

wichtiger ist, dass es in

den Medien einzelne

Leute gibt, die ein Grundverständnis

haben und nicht

auf irgendwelche...

Vieles ist sehr einfach, aber wenn man sich

genau damit beschäftigt, hochkomplex.

Und du brauchst jemand,

der quasi ein Grundverständnis

für die Komplexität hat. Aber das ist in

jedem Bereich. Deswegen ist es

wahrscheinlich wichtig, dass es

in den Ressorts,

in den Medien, die noch in Ressorts denken,

einzelne Personen gibt, die wirklich

ein Hintergrundwissen haben.

Gibt es die für den Bereich Landwirtschaft

oder für den Bereich Nachhaltigkeit?

Ja, nämlich schon immer mehr war eigentlich.

Also es wird schon abgedeckt.

Ich finde das eigentlich, dass sich das

bessert, denn es war vor 5, 6 Jahren

noch deutlich weniger.

Bianca, du? Was sagst du?

Ich muss ehrlich sagen, ich bin das

aus

Gründen, die der

Organisationen sprechen,

immer sehr nicht

mit Geschichten angegangen,

weil das teilweise auch so gewünscht

war. Und wenn ich

den Geschichten angegangen bin, dann hat das

sehr gut funktioniert.

Also von dem her, ja.

Ich bin gerade ein bisschen...

Also ich bringe vielleicht ein ganz konkretes

Beispiel dafür, warum das aus meiner Sicht

besser geworden ist. Wenn ich

mal zum Beispiel hernehme, das

urbanste Medium, das es in

Österreich gibt, ist meines Erachtens

nach wie vor der Falter.

Im Falter war es früher

undenkbar. Und mit früher meine ich

vor, also nicht als ich studiert habe,

mittlerweile eine Zeit lang her, da war es

undenkbar, dass es da drin große Geschichten

zum Thema Landwirtschaft gibt.

Mittlerweile ist es so, dass es

quasi ein eigenes Landleben-Resort

gibt, dass da wirklich mitunter die

besten Reportagen, die es

in Österreich gibt, über Landwirtschaft

erscheinen, dass die Innenpolitik-Chefin,

die Eva Konzert, hat mittlerweile den

österreichischen Preis der Agrarjournalisten

gewonnen und gerade vor ein paar Tagen erst

den deutschen Preis der

Agrarjournalistinnen und Journalisten,

das wäre vor ein paar Jahren

undenkbar gewesen.

Dann hast du im Bezug auf

Nachhaltigkeit den Benedikt

Narodowsklawski, der sich wahnsinnig

gut und in die Tiefe gehend mit

den Themen beschäftigt.

Da sieht man

anhand, natürlich hast du

diesen Beschäftigungsgrad nicht

in jedem Medium, aber es

zeigt die Veränderung

doch wahnsinnig gut, weil das

ist ein urbanes Medium,

das ist ein zutiefst urbanes Medium.

Das heißt, man kann daraus

den Schluss ziehen, dass

landwirtschaftliche Themen,

Themen Nachhaltigkeit, in dem Fall jetzt

Landwirtschaft, wieder stärker

auch in der Kompetenz, in

den Redaktionen wieder angekommen

sind. Kann man diesen Trend

so beschreiben? Ich würde das so sehen,

dass sich das eigentlich gerade

wieder verbreitet. Was ist da der

Auslöser dafür deiner Ansicht nach?

Ein Bewusstseinswandel. Landwirtschaft

ist sexy um das jetzt so?

Sexy ist Landwirtschaft nicht.

Das glaube ich nicht. Nein, aber es sind

einzelne Geschichten, es sind einzelne

Protagonisten und Protagonistinnen

interessant. Die haben Geschichten zu erzählen

und die können das auch.

Ich glaube auch, weil du sagst

sexy, es ist insofern

auch eine Chance, dass

eben nicht über Landwirtschaft

gesprochen wird, sondern wie du sagst,

einfach Geschichten erzählt wird zu

einem guten Essen oder irgendwas

oder einem bestimmten Lebensmittel,

das dann ein Medium aufgreift

und das mit einer Reportage

zum Beispiel aufrollt oder den Menschen, der

es produziert, im besten Fall in den Vordergrund

stellt und da einfach eine Geschichte

erzählt, so wie wir es ja auch wollen.

Die schreibt auch unter anderem für den Falter.

Die Katharina Seiser ist eine

der besten Kulinarikjournalistinnen,

die mir unterkommen, wo ich

allein, wenn ich ihren Namen lese,

zumindest schaue, was ist es und wenn es mich dann

natürlich muss mich das auch noch interessieren und ich lese

nicht nur, weil ihr Name ist, aber

wo ich weiß, ok, wenn das was ist und das

interessiert mich, dann weiß ich, das hat Hand und Fuß

und die hat

eine ganzheitliche Sicht auf die Dinge.

Ich wollte eigentlich die erste Frage zum Thema

Nachhaltigkeit noch stellen, aber ich glaube, es passt jetzt

besser die.

Diese Menschen, über die du sagst,

die da jetzt Preise gewonnen haben,

gute Stories schreiben,

die schreiben gute Geschichten zu diesen Themen.

Kannst du

kurz erklären,

du sagst gute Geschichte.

Was macht so eine gute

Geschichte aus? Kann man das

in einigen Sätzen vielleicht irgendwie

nicht befriedigend

konkret, nur ganz allgemein, sie ist halt

interessant und das kann

ganz unterschiedlich sein.

In den meisten Fällen gibt sie

eine Antwort

auf eine Frage, die sich entweder

alle stellen oder formuliert

implizit eine Frage, wo man sich

denkt, warum habe ich mir diese Frage noch nicht

gestellt.

Und erzählt

dann die Geschichte im besten Fall so,

dass sie nicht komplexe

Themen so runterbricht, dass nichts

mehr überbleibt, sondern es schafft

komplexe Themen einfach

zu erzählen, sodass sie

ankommen.

Ich versuche es

andersherum zu schreiben, sie stellt

eine Frage, die

unter der Oberfläche

schon quält, aber so noch nicht

gestellt wurde.

Möglich,

ich glaube auch, da gibt es keine

Patentrezente.

Das hängt halt wirklich ganz stark

vom Thema ab.

Okay, man haut es einfach,

man findet es einfach,

es ist einfach schwierig.

Das gehört halt zu einem Journalisten

und einer Journalistin dazu,

also ein Spür für Geschichten.

Und die Geschichten liegen in der Luft

und auf der Straße und überall.

Wir können da drei Runden herumgehen

und wir können im Gespräch fünf

Geschichten entwickeln.

Wichtig ist, dass man es dann

zu Papier bringt und

rauskommt.

Das wird bei der Idee und der Umsetzung.

Geschichten gibt es viele,

aber man muss es verschreiben.

Ich habe jetzt ganz groß aufgeschrieben

Nachhaltigkeit und nachdem du ja

quasi ein Meinungsführer,

wenn man so sagen darf,

ein bisschen über das Thema Nachhaltigkeit bist.

Was bedeutet denn für dich jetzt konkret

Nachhaltigkeit? Ist das

ökologische Nachhaltigkeit

oder ist das auch

Nachhaltigkeit, die Technologie,

Roboter auch mit

einbezieht,

das Almspektrum drinnen hat

oder was genau

ist für dich Nachhaltigkeit,

was für dich relevant ist

und wichtig ist?

Ich gehöre jetzt nicht zu den Menschen,

die glauben, dass Technik

unsere Rettung sein wird.

Aber ich glaube sehr wohl,

dass Technik ein Teil der Lösung

sein wird.

Man kann unterschiedlichste

Definitionen, was Nachhaltigkeit ist,

runterbeten. Das bringt niemanden.

Ich glaube, das Entscheidende ist,

dass es um

den Gedanken von Kreisläufen geht

und

dass in einem Kreislauf möglichst

nichts verloren geht.

In der Landwirtschaft

ist das noch relativ

vermeintlich einfach.

Aber wenn ich mir

tatsächlich, gerade hier im

Machfeld die Realität anschaue,

dann sehe ich teilweise von Kreislaufwirtschaft

recht wenig.

Vor ein paar Wochen beim

Joggen habe ich gesehen, einen

Container, was dir an

mutmaßlich

Einweg, Kunststoff,

Beregnungsschläuchen und so

wegschmeißen. Das hat aus meiner Sicht

mit Kreislaufwirtschaft

wieder nur mir recht wenig zu tun, weil ich

nicht davon ausgehe, dass das in irgendeinen

Kreislauf wandert, sondern

müsste ich aber recherchieren. Da mag ich

jetzt auch keine

Anschuldigung in dem Raum stehen,

aber es würde mich sehr wundern,

wäre das wirklich in einem

Kreislauf geführt. Ich glaube, das Entscheidende

ist wirklich das Denken in Kreisläufen.

Und da glaube ich, wird in den nächsten

Jahren sehr viel passieren, wenn es

um Kreislaufwirtschaft geht und um

Mehrweg,

Cradle to Cradle.

Ich bin da eigentlich generell recht

zuversichtlich, obwohl es

auch Tage gibt, in denen ich das nicht bin.

Ich wollte gerade nachfragen,

weil ich kenne diese Themen, Cradle to Cradle etc.

Kreislaufwirtschaftsthemen,

solange wie ich denken kann, in diesen

Terminus.

Viel ist nicht passiert

in den letzten 15 Jahren. Ja, weil politisch so wenig

passiert ist. Aber quasi die

technischen Möglichkeiten gibt es

viel öfter, als man weiß.

Aber wenn es die politische Notwendigkeit

nicht gibt und quasi die Kosten

externalisiert werden können

und quasi das thermische Verwerten und

Verbrennen billiger ist, als das im

Kreislauf halten, dann

ist leider aus reiner

ökonomischer Denke der, der es als

erster macht, oft der Blöde.

Deswegen braucht es da die Politik dafür.

Ja, dem ist nichts hinzuzufügen.

Neben Biorama,

das müssen wir ansprechen. Du hast

jetzt gerade eine Buchreihe oder bist

Herausgeber einer Buchreihe.

Wo ich vorher geschaut habe, inzwischen sechs

Bücher, die da drin sind.

Bitte erzähl uns ein bisschen was

zu dieser Buchreihe, was du damit vor

hast. Unter anderem ist in dieser Buchreihe

das leise Sterben vom

Grasberger. Das Wissenschaftsbuch

des Jahres 2020, glaube

ich, geworden ist.

Was war der Auslöser?

Wie heißt diese Buchreihe?

Die Buchreihe heißt Leben auf Sicht. Leben auf Sicht?

Warum? Wir wollten das Wort

Nachhaltigkeit vermeiden.

Weil es einfach nichts mehr aussagt.

Und Leben auf Sicht ist mir

eingefallen, ich glaube,

beim Autofahren.

War es neblig?

Nein, aber genau darum geht es natürlich.

Ich finde, dieses Fahren auf Sicht,

diese Analogie

des Lebens

auf Sicht und

das Reagieren, das Anpassen

und das Ungewisse,

das habe ich

plötzlich gehabt und das

war dann irgendwie klar, das ist es.

Zum Glück war

der Residenzverlag, in dem die Buchreihe

erscheint, auch angetan davon.

Erklär ganz kurz, du bist

Herausgeber dieser Buchreihe. Was ist

dein Herausgeber?

Bei einer Buchreihe geht es in dem Fall

darum, dass ich Bücher entwickle

oder Ideen habe und dafür

passende Autorinnen oder Autoren suche

und die dann dabei

unterstütze,

sowohl beim Schreiben, das ist

abhängig vom Autor

und von der Autorin. Manche wollen da

oder brauchen da mehr Hilfe, andere

arbeiten extrem selbstständig,

in dem ich quasi

mitunter, wenn es um Fachthemen

geht, auch der Verlegerin

Vorschläge mache, wer das

Buch lektorieren soll,

was da jemanden gibt, der quasi

entsprechende Expertise hat und auch

ein sprachliches

Gefühl und eine große

grammatikalische Sicherheit.

Und zu der Rolle des

Herausgebers gehört in dem Fall natürlich

auch dazu, dass ich mich für diese

Bücher einsetze und

sie insofern unterstütze,

als dass die Personen

und ihre Publikationen eine entsprechende

Öffentlichkeit kriegen.

Was hast du

davon? Was war dein Auftrag,

dass du das tust und was hast du jetzt

für dich davon, dass du da jetzt Herausgeber bist?

Das ist ja sicher viel Arbeit.

Es ist nicht viel Arbeit, aber es ist

wahnsinnig spannend.

Und ich bin also

quasi, um am

einfachsten zu sagen, meine Aufgabe ist

quasi zu schauen, dass ein bis zwei Bücher

im Jahr erscheinen in dieser Buchreihe.

Das soll weitergeführt werden? Genau.

Und wir sind schon an

den nächsten, glaube ich, für

2022 wurde vor zwei Wochen

der Vertrag unterschrieben mit einem Autor.

Und wir sind schon an Büchern für

2023 dran. Also das sind

recht lange Vorlaufzeiten, weil ein Buch

mitunter ja auch einiges an Zeit in Anspruch

nimmt.

Kann ich mir vorstellen. Und

was habe ich sonst noch davon?

Wenn ein

Buch floppt, habe ich gar nichts davon.

Dann habe ich quasi Zeit versenkt. Und wenn

ein

Buch sich verkauft,

dann gibt es quasi ein Taschengeld dafür.

Also ich meine,

das muss man deswegen so sagen, weil

das sonst den

Menschen ganz andere oder ganz falsche Erwartungen

haben, was irgendwie Buchverkäufe bringen.

Also ich bin da erlösbeteiligt

an den Büchern, die in der

Buchreihe, die ich verantworte,

erscheinen zu einem geringen

Ausmaß, aber durchaus branchenüblich.

Und das ist nicht viel Geld, was da

hereinkommt. Aber es ist wahnsinnig

spannend, einfach mit total interessierten,

spannenden Leuten Themen zu entwickeln.

Oder, weiß ich nicht, jetzt Anfang

des Jahres erscheint das Buch vom Urs

Nikli. Alle satt.

An dem haben wir drei Jahre

gearbeitet, unter Anführungszeichen.

Das meiste natürlich der Urs.

Urs Nikli kennt man in der

Nachhaltigkeit.

Ja, der Urs

Nikli ist quasi so der

Gründer und

quasi so, ich gehe mit diesem Termin

nur sehr sorgfältig und nicht Inflationierung,

aber der Urs ist ein Bioguru.

Und der hat,

also nämlich weltweit, der ist

wirklich eine Instanz und

hat das Fibril begründet, glaube ich.

Das Forschungsinstitut für biologischen Landbau.

Genau, in der Schweiz. Und hat weltweit

Bio über Jahrzehnte

geprägt, definiert, entwickelt

und quasi auf Forschungsbeine

gestellt. Und in dem Buch,

das eben Anfang 2021

rauskommt, das vom Urs, da gibt es ein Vorwort

von Werner Lampard.

Im Mai erscheint

ein Buch von der Christine Sonn-Willer, auf das

ich mich sehr freue, über Wildkatzen.

Das heißt Europas kleine Tiger,

die Rückkehr

der europäischen Wildkatze, glaube ich, heißt.

Das ist in Untertitel gar nicht auswendig,

das wird sehr, sehr toll.

Das freue ich mich auch.

Und die anderen sind noch nicht spruchreich.

Und wie schaffst du es? Das heißt,

das sind die Menschen mit einem Gewicht in ihren Bereichen.

Der Grasberger, glaube ich,

mit dem Buch, das Leise Sterben,

die sind ja alles erstens mal sehr, sehr

beschäftigte Menschen. Und sehr, sehr

in ihren Bereichen sehr

bekannte, fast schon berühmte

Persönlichkeit. Wie kommst du

an? Bist du selber berühmt?

Nein.

Nein, ich meine, was heißt

schon berühmt? Du hast ja selber gerade erklären

müssen, was der Urs Nikli

ist halt in einer kleinen

Wahrnehmungswelt, ist er eine

Ikone fast. Aber darüber hinaus

kennt ihn trotzdem niemand.

Und dass er jetzt einer der Berater

für Welternährung der WHO ist,

das ist, darum

kriegt er keine Käsesemmel

beim Bilder. Also das ist,

das weiß man ja nicht.

Und das sind ja alles Leute,

denen ihre Themen ein Anliegen sind. Man muss einfach

mit ihnen reden. Den Urs habe ich vor vielen

Jahren

kontaktiert und habe ihm gesagt,

hey so, du

hast ein

total forderndes, spannendes Leben

beruflich schon hinter dir

und noch ein paar berufliche Jahre vor

dir. Und ich bin

sicher davon, dass du mindestens zwei Bücher

im Kopf hast. Lass uns darüber reden,

wir entwickeln mir das. Und so ist das

Buch zustande gekommen.

Wie gesagt, drei Jahre Vorlauf.

Hast du ihn vorher schon gekannt?

Ich habe ihn vorher gekannt von, nicht gut,

aber von Veranstaltungen und von der

Bio-Fach und von ein paar

Messen. Bio-Fach ist eine

Messe? Ja, die weltgrößte Bio-Messe

in Nürnberg. Nürnberg jedes Jahr.

Okay, also

einfach darauf zugangen und dann

die Leute anfangen. Du will ich?

Weil du's reden, kommen die Leute zusammen.

Was denn?

Ich stehe jetzt gerade auf der Leitung.

Durchs Reden kommen die Leute zusammen? Du stehst auf der Leitung, nicht jetzt?

Ich nicht. Ja, stimmt,

ich hab's nicht recht, aber du hast es kapiert.

Das passt schon.

Ich glaube, mir ist mein Hirn eingefroren.

Was hast du denn gemacht?

Erklär's mir kurz. Na, wie ist er

zum Osnitig gekommen?

Wir können ja schneiden, aber das

tun wir nicht. Ich muss jetzt nochmal aufs Klo

und schauen, wie spät sie ist.

Ich drücke da mal kurz auf Pause.

Warte, ich muss schauen, dass ich auf Pause

drücke und nicht auf ...

Flaschen.

Wiederschön.

Danke schön, ich kriege jetzt einen Schnaps, damit ich die Gorschen halte.

Ich bin Autofahrer

und bleib ...

Du kriegst nur einen Film.

Was krieg ich? Einen Film.

Damit du deine Lippen benetzen kannst.

Einen Film? Warte mal.

Mir fliegt alles. Was hast du gesagt?

Apfel-Schnaps aus dem Mond davon?

Genau. Großartig.

Das ist auch von Martin Mangeng.

Mangeng?

Genau. Cool.

Was? Vandans.

Wenn ich jetzt Vandans ...

Echt, das ist der Main Gang und der Wein-Tern.

Prost.

Danke vielmals.

Danke.

Ich benetze meine Lippen, mir geht nicht.

Also ich bin ja nicht so der Schnaps-Typ, aber das ist geil.

Sehr gut.

Danke schön.

Das ist ein richtiges Genussmittel.

Nur ein Frostschutzmittel.

Der darf funktionieren, aber ich finde den echt sehr gut.

Man fühlt ja das Frostschutzmittel eh wo ein und lernt es nicht.

Wir müssen sowieso noch

irgendwann mal eine Folge über das Schnaps-Brennen

oder über das Brennen generell.

Ich glaube, da gibt es sicher auch Spannende Hintergründe.

Ich kann vorgegründen, da könnte ich meine Expertise einbringen.

Ja, da kann ich euch jemandem empfehlen.

Das sage ich danach.

Wenn wir nicht mehr online sein.

Genau.

Das sollen dann nicht alle zwei Millionen Menschen hören,

die uns regelmäßig hören.

Die Abschlussfragen.

Ich glaube, wir haben jetzt ganz gut herausgefunden,

wer du bist,

wie ein Journalist

ein bisschen erdenkt

oder wie er an die Sachen herangeht.

Das war glaube ich auch das Ziel

von der heutigen Folge.

Wir haben jetzt immer zwei fiese Abschlussfragen.

Die sind super.

Genau, das sagt sie richtig.

Möchtest du beginnen?

Ja.

Wenn du könntest,

was würdest du an

dieser Lebensmittelwertschöpfungskette,

die wir haben, ändern?

Utopia.

Alles zötet.

Nein, das wäre auch zu banal.

Jetzt muss ich aber kurz nachdenken.

Soll ich auf Pause drücken?

Nein, das passt schon. Denkt mal laut nach.

Das ist schon okay.

Die Gefahr hin, dass ich Blödsinn rede.

Aber was soll es?

Was würde ich ändern?

Was dir am wichtigsten ist.

Ich glaube,

dass

tatsächlich das

Förderwesen,

was Landwirtschaft angeht,

komplett umgestellt gehört

oder gehörte.

Das glaube ich nicht, dass das passieren würde.

Aber wir haben ja da quasi utopische

meine utopische Frage

bewusst gestellt bekommen.

Deswegen denke ich, dass ich da ansetzen würde.

Wie?

Was würdest du da ändern?

Das ist eine gute Frage.

Ich würde es tatsächlich

glaube ich, koppeln an

wirklich nur

gesellschaftliche

Mehrdienstleistungen

und an

Familienbetriebe.

Gesellschaftliche Mehrdienstleistungen sind?

Ökologische Leistungen

zum Beispiel.

Also von

Biodiversitätserhalt oder

fördernde Maßnahmen

über bewusste Kleinstrukturiertheit.

Also alle Dinge,

die es jetzt teilweise gibt in den

Programmen und so, aber das einfach

massiv forcieren und

ausrollen.

Was ich

mich tatsächlich

oder was ich mir tatsächlich schon lang

mal vorgenommen hatte,

womit ich mich gern beschäftigen würde,

wofür mir

ehrlicherweise die Zeit fehlt,

ich würde mich sehr gern mal damit

beschäftigen, wie

nach dem Brexit,

dass die Briten jetzt

verändern.

Ich fürchte, sie werden das so wie

vieles nicht zum Guten wenden,

aber in Wahrheit wäre das ja quasi so was

wie eine Stunde Null.

Die Förderungen.

Also die könnten ja mit den Alkülen nochmal anfangen.

Ich glaube nicht, dass es

ich befürchte fast, dass sie das noch verschlimmern und

verschlechtern werden,

so wie meine Einschätzung der

britischen Regierungspolitik

aus der Ferne

ist, aber das würde mich eigentlich

interessieren, mich damit mal zu beschäftigen.

Also darüber können wir gerne mal sprechen,

weil ich hatte eine agrarjournalistische

Reise

ins Vereinigte

Königreich geplant im April,

die Corona-bedingt abgesagt wurde,

wo es genau darum ging, einfach

zu hinterfragen, wie man das neu

aufstellen kann, nämlich bei den Bäuerinnen

und Bauern zu fragen, was sie am glücksten finden.

Aber bei dir sind es die Förderungen,

die du wirklich ansetzen würdest,

umzustellen.

Die letzte Frage

und die kulinarische Frage ist,

wenn ich jetzt da aufstehen würde,

an dir vorbei ins Haus laufen,

in die Küche rein und den Kühlschrank aufreißen,

was würde ich denn da finden?

Lass mich überlegen.

Bier? Nimm mal.

Der Kühlschrank ist

knacke voll momentan.

Du würdest finden

ziemlich viel

Käse.

Der nächste mit viel Käse?

Ziemlich viel Käse.

Auch teilweise aus

Vorarlberg, teilweise aus dem Allgäu.

Du würdest finden

relativ viele scharfe Soßen.

Du würdest finden

Joghurt.

Und zwar

Joghurt.

Ja, Joghurt.

Und zwar von

meiner Lieblings-Joghurt.

Vom Georg

Mark Steiner in Alnsteig,

im Waldviertel, der macht einfach fantastische Joghurt.

Ein Bio-Pionier-Betrieb.

Und ja, natürlich

Joghurt. Du würdest finden

Milch. Und zwar

auch von dem Betrieb.

Ich glaube, es ist eine Rohmilch. Ich weiß es jetzt gar nicht.

Du fährst ins Waldviertel

für die Milch? Nein, ich fahre nicht

ins Waldviertel für die Milch. Aber die haben mir tatsächlich

meine Eltern mitgebracht.

Das wäre ziemlich wahnsinnig für

Milch ins Waldviertel zu fahren.

Und du würdest finden

eine Bio-Milch aus dem

Supermarkt. Und du würdest finden

einen Bio-Soja-Drink

aus dem Supermarkt. Weil ich tatsächlich mir

jetzt begonnen habe,

die Milch ins Müsli

zu strecken.

Die Milch zu strecken?

Ja, verliert nichts.

Wir essen so viel Käse,

dass ich versuche einfach sonst nicht

so viele Milchprodukte

zu mir zu nehmen. Du würdest finden

einen offenen Sauerrahm, weil meine

Frau Sauerrahm liebt.

Du würdest finden diverse

Öle und

was ist noch drinnen?

Eier. Hast du auch Gemüse?

Ja, aber nicht im Kühlschrank. Das lag mal im Keller.

Also das Gemüse ist

alles im Keller.

Kaufst du für regional ein?

Oder direkt bebauen?

Ja, es gibt da ganz in der Nähe vom

Beppi-Pupeni-Check den Bioladen.

Und das ist eigentlich immer

für den Wocheneinkauf die erste Adresse.

Und was dort nicht gibt, wird halt dann

meistens im Supermarkt ergänzt.

Also du mischst

einfach verschiedene Quellen?

Ja, genau. Also auch das, was

er da im Bioladen hat, ist nicht

ausschließlich von ihm. Das ist auch von einigen anderen

Biobetrieben,

die er mitvermarktet.

Ja, du würdest

vor allem

sehr viel, also

wahrscheinlich 90

Prozent Bioprodukte

finden.

Das ist mir tatsächlich bei den Sachen,

die ich selber kaufe, ein ganz großes

Anliegen. Weil die gesünder sind, oder?

Na,

Suggestivfragen sind Arsch, Wilhelm.

Das war keine Suggestivfragen.

Das klingt wie von einer Internatsleiterin.

Suggestivfragen sind Arsch,

Wilhelm. Die würde sich gewählt

ausdrücken.

Sie ist ein bisschen der Wolf

im Schafsbelz.

Nein, also

die Gesundheit ist man dafür

nur langfristig, ehrlicherweise.

Wenn es um Bio geht, ein Anliegen, wobei ich davon

überzeugt bin, dass wenn man

gesund ernährt, dass dann

Bio noch gesünder ist, weil es halt

langfristig einfach fürs Grundwasser

und für alles besser ist.

Aber eigentlich

vor allem, weil ich Bio

für den richtigen Weg

halte und weil ich

bei tierischen Produkten

sowieso finde, dass Bio eigentlich das

Mindeste ist. Also das

ist selbst das, was die

EU-Bio-Verordnung

möglich lässt,

ist teilweise für mich, meiner Einschätzung nach,

noch an der Grenze zu Tierquälerei auf.

Deswegen bin ich sehr froh, dass es genug

Bio-Bauern

gibt, die ich

teilweise kenne. Also wir haben da gleich im

zwei Ortschaften weiter den Bio-Hof

Habich, der hat das Weide Beef,

fantastisches Rindfleisch

und Wühlschwein.

Wühlschwein.

Du würdest Bratlfetten finden.

Wir essen

wahnsinnig wenig Fleisch.

Ich glaube, wir kommen,

ich habe mir das vor ein paar Monaten mal angeschaut,

ich glaube, wir kommen auf weniger als

250 Gramm

in der Woche. Aber wenn man

sich dann zum Beispiel mal einen

Schweinsbraten macht, den ich glaube ich vor

einem Monat gemacht habe am Sonntag mal,

eben vom Habich

Wühlschwein, da haben wir

immer noch Schmalz und Bratlfetten.

Und wenn wir dann aus dem

neuen Kochbuch von der

Katharina Seiser immer

wieder vegan kochen, dann kommt

trotzdem immer wieder Bratlfetten dazu.

Frau Katharina

hört sich jetzt die Ohren zu.

Nein, nein, die versteht das.

Ich hege ja

wirklich große Sympathien

für alles, was vegan

ist und ich halte das für eine

löbliche Konsequenz.

Es ist nur nicht mein Weg. Und nachdem

ich der Überzeugung bin,

dass es

redbar ist,

Tiere, wenn man sie gut und richtig

behandelt auch zu nutzen, habe ich kein

Problem damit auch

Tiere zu essen. Und gleichzeitig glaube

ich, dass zu den vorhin beschriebenen

Kreisläufen der Nachhaltigkeit

auch Tierhaltung dazu gehört.

Aber das wäre jetzt

ein anderes großes Kapitel, das wir da

aufmachen könnten, das möchte ich uns

ersparen. Ich habe nur noch

eine kurze Dazufrage,

weil du sagst,

es gibt ganz viel Milchprodukte

und viel Bio. Wenn du dich

entscheiden kannst

zwischen einer konventionellen Milch,

die im Nachbarort produziert wurde,

und einer Biomilch aus Vorarlberg, was kaufst du?

Die Biomilch aus Vorarlberg.

Wirklich? Ja, fix.

Weil?

Weil,

die

konventionelle

Milch aus dem Nachbarort

mit sehr, sehr hoher Wahrscheinlichkeit

auf Basis von Kraftfutter

aus Südamerika produziert wurde.

Und

dieses reine Behaaren auf

Regionalität für mich eine

total inkonsequenter

Selbstbetrug

ist. Also für mich ist, wir sind

da im Machfeld,

das gilt so als diese ehemalige

Kornkammer, jetzt ist es halt so der

Gemüsegarten vor den Toren Wien

und ich könnte mich da

einen Großteil des Jahres

regional ernähren,

wenn man quasi so halbwegs

sinnvolle Vorratshaltung betreibt.

Und

Regionalität allein ist mir zu wenig und wenn ich

mal anschaue, dass die Erntehelfer,

die diese Regionalität

ermöglichen, unter

wüstesten Bedingungen teilweise

leben

und dann quasi um ein regionales

Produkt, das vorgeblich regional

ist, zu erzeugen, halt die

Erntehelfer importiert werden.

Das ist aber bei Bio schon auch so, gell?

Ich sage nicht, dass das nicht so ist, aber

dieses Behaaren

auf Regionalität ist im Zweifel

besser als Bio, nur weil es aus der Nähe

ist, das ist für mich total

undurchdacht.

Also ich habe

die,

ich glaube Christian Hies heißt er von der

Regionalwert AG, man kann dieses

Beispiel googeln, hat ein wunderbares

Beispiel durch exerziert, wo

ich glaube es war im Allgäu oder in

Hessen, ich weiß nicht mehr, eine Kohlrabi aus

Hessen, die

als regionale Kohlrabi aus Hessen

vermarktet wird war,

wo das Saatgut war aus den Niederlanden,

das ist auf

Kokosvlies angewachsen,

der Dünger war

glaube ich aus den USA,

also tatsächlich war, und die Erntehelfer

waren natürlich auch nicht aus dem Bundesland,

tatsächlich war außerdem Wasser

nichts aus Hessen.

Und also für mich ist,

ich verstehe total das

Bedürfnis der Menschen nach

Regionalität und vor allem

nach einfachen Antworten in einer

komplexen Welt, aber für mich

ist Regionalität

als Antwort zu wenig

auf die komplexe Realität.

Deswegen ist für mich im Zweifel Bio,

was nicht heißt, das ist nicht Versuch wann

immer möglich zu kombinieren, aber

um auf die Frage zurückzukommen,

es gibt

tatsächlich im Nachbarort einen Biobauern,

der

allerdings der einzige ist glaube ich

im Bezirk, der Milch produziert

und deswegen wird seine Milch in die

konventionelle Milch geschüttet,

weil es einfach total

absurd wäre,

die eigens zu verarbeiten.

Es ist nicht möglich, eine eigene

Molkerei.

Aber ja, also im Zweifel

Bio, aber das heißt

nicht, also ich habe keinerlei

romantische Verklärung für Bio,

das ist ein Regelwerk und das ist

permanent in Bewegung

und bei Tierhaltung

ist es für mich die Untergrenze

dessen, was eigentlich sinnvoll ist.

Ich sehe schon, wir werden einmal ein

Schwerpunkt-Thema-Podcast

auch zum Thema Bio und Regionalität

und zu diesem Thema, was du jetzt gerade angesprochen hast.

Das wollte ich gerade ansprechen, wenn ich nicht

im Rauch ersticken will.

Ich kann es jetzt nur zum Abschluss noch sagen,

die beiden sprechenden Personen,

speziell Thomas, hat es jetzt echt

trotz voller Einrauchung seitens

des langsam ausgehenden

Lagerfeuers, trotzdem

irgendwie nicht so zu wirken, als würdest du in einer

Rauchschwade sitzen.

Ich glaube, das waren jetzt wahrscheinlich

vier Packungen Zigaretten,

die man jetzt ohne Filter

intus haben wird.

Du hast jetzt schon eine leicht rauchige Stimme.

Ich sehe auch nichts mehr, aber es ist

voll schön, ich liebe Lagerfeuer.

Das war heute

unser erster winterlicher

Lagerfeuer-Feuerschalen-Podcast.

Können wir das immer so machen, das wäre auch toll.

Normalerweise hätte ich euch schon

reingeboten, ihr könnt auch gerne jederzeit aufs Klo

reingehen und auch noch im Kühlschrank

schauen, aber

prinzipiell nehme ich den Corona-Schaß schon

relativ ernst, deswegen sitzen wir auch relativ

weit auseinander. Genau.

Ist ja bald vorbei, hoffentlich. Wir werden sehen.

Schauen wir mal.

Ich finde Feuerschale super.

Jetzt ist der Rauch recht wild,

ich sehe euch fast nichts mehr, fast nimmer.

Gut, dann sehen wir uns wieder.

Thomas, vielen Dank für die Zeit.

Danke fürs Kommen.

Danke für die Einladung.

Danke Bianca.

Bis irgendwann

wird es sicher irgendwann.

Kommt gut heute nachher.

Servus.

Tschüss.

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