Folge Nr: 236

Ahaa! – Was ist Bienenwachs?

… erklärt von der Biologin Maria Binder

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Über die Folge:

In diesem B2P Ahaa!-Moment gibt uns Maria Binder von der Wiener Bezirksimkerei eine Vorstellung der Vielseitigkeit von Bienenwachs.
 
Zum Langformat mit Matthias: B2P045 Matthias Kopetzky - Dem Honig auf der Spur 
 
INFO ZUR FOLGE 
Wiener Bezirksimkerei
https://wiener-bezirksimkerei.at/ 


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Musik:
„Leit hoits zamm“ – Haindling
thx an Jürgen Buchner

„Power to the People“ – Junior Kelly
thx and Michael Lechleitner @ Irievibrations Records
 
… und ein bisserl selbst gesungen
thx to me, my voice und eure Schmerzschwelle 

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Viel Spaß beim Reinhören und Entdecken!

Transcript - Ahaa! – Was ist Bienenwachs?

Music.

Wie kann man Wachstum ein bisschen verringern? Indem man einfach drei Buchstaben

weglässt, nämlich T, U und M. In dem Fall erklärt uns nämlich heute die Maria Binder

von der Wiener Bezirksimpferei, was es mit dem Begriff Wachs, genauer gesagt mit dem

Bienenwachs, auf sich hat. Ja und möge eines wachsen, nämlich die Anzahl eurer

Aha-Momente und möge auch diesmal einer mit euch sein. Viel Spaß!

Hallo liebe Bauer to the people audience und zwar geht es heute um Bienenwachs.

Bienenwachs ist ein natürliches Produkt, das von Honigbienen produziert wird und es ist ein

wahres Multitalent. Was ist Wachs überhaupt? Der Begriff Wachs bezeichnet unterschiedliche

Stoffe natürlicher und synthetischer Herkunft, denen eine Reihe chemischer und physikalischer

Eigenschaften gemein ist. Es ist eine fettartige Substanz, die bei 20° leicht formbar ist und die

sich nicht in Wasser auflöst, aber in organischen Lösungsmitteln. Die meisten Wachse schmelzen

oberhalb von 40° und bilden eine viskose Flüssigkeit ohne sich zu zersetzen. Disklaimer

gleich hier. Bienenwachs schmilzt meist erst ab 60 Grad. Bienenwachs wird von

jungen Arbeiterinnenbienen in speziellen Wachsdrüsen auf der Unterseite ihres

Hinterleibs produziert.

Die Bienenwachszellen werden dann von den Bienen zum Bau der Bienenwaben verwendet,

die sowohl als Bruträume für die Aufzucht der Bienenlarven, als auch als Lager für

Honig und Pollen dienen.

Die charakteristische sechseckige Baukonstruktion bietet dabei maximale Stabilität beim Einsatz

geringstmöglichem Material.

Wer schon mal eine Bienenwabe, eine leere wohlgemerkt, in der Hand gehalten hat, weiß

was das für ein Leichtgewicht ist.

Übrigens produzieren die meisten Insekten Wachs, sie benutzen es um ihren Kittinpanzer

wasserabweisend zu machen.

Manche Wildbienen legen auch Waben an, allerdings viel weniger.

Nur die Honigbiene hat die Kunst auf die Spitze getrieben und konstruiert daraus eine komplexe

Wohnanlage für ein ganzes Bienenvolk.

Für die kleinen Tiere ist die Produktion allerdings ein Kraftakt.

Um ein Kilo Wachs herzustellen, benötigen sie 6 bis 7 Kilo Honig an Energie, wir Imker

gehen daher mit dieser Ressource besonders umsichtig und sparsam um und führen das Bienenwachs

in einen Wachskreislauf. Das heißt, dass wir nachdem wir die Honigwaben bei der Honigernte

entnommen haben, um den Honig herauszuschleudern, den Bienen ihr eigenes Wachs in Form von sogenannten

Mittelwänden wieder zurückgeben. An diese Mittelwände können sie wieder neue Waben

anbauen und brauchen dadurch ein bisschen weniger Wachs und Energie. Die Bedeutung von

Bienenwachs für den Menschen ist vielfältig und reicht von traditionellen bis hin zu modernen

Anwendungen. Die medizinische Verwendung von Bienenwachs reicht weit zurück. In Slowenien

beispielsweise fanden Archäologen eine wächsende Zahnplombe in einem Kiefer, den man auf 6500

Jahre datiert. Von den Ägyptern ist ein 3000 Jahre altes Papyrus erhalten, worauf Rezepte.

Salben, Cremes und Wundauflagen mit Bienenwachs überliefert sind. Im antiken Griechenland

empfahl Hippokrates bei eitrigen Mandelentzündungen und Halsschmerzen das Kauen von Bienenwaben.

Und im alten Rom verwendete man Salben aus Bienenwachs, Olivenöl und ätherischen Ölen,

die bei Verbrennungen, Wunden und Knochenbrüchen zum Einsatz kamen. Den Römern sagt man auch

die Herstellung der ersten kosmetischen Hautcremes mit Bienenwachs nach.

In der Schulmedizin spielt Bienenwachs als Heilmittel keine Rolle, wohl aber als unverzichtbarer

Zusatzstoff in Medikamenten.

Tabletten, Pillen und Zäpfchen, die mit einer hauchdünnen Wachsschicht überzogen sind,

lassen sich leichter schlucken oder einführen.

Die heilende Wirkung von Bienenwachs wird in der Volksheilkunde wesentlich höher eingeschätzt.

So nutzt die traditionelle chinesische Medizin die als süß und warm geltende Substanz zum

Stabilisieren des Qi.

Rezepte zur inneren und äußerlichen Anwendung sollen gegen Magen-Darm-Beschwerden, Muskelschmerzen,

rheumatische Erkrankungen und Erkältungskrankheiten helfen.

Verwendung von Bienenwachs heutzutage? Nun bis heute ist Bienenwachs ein häufiger Bestandteil in Kosmetikprodukten, sowohl konventioneller

als auch Naturkosmetik.

Es kommt als natürlicher Konsistenzgeber in Hautpflegeprodukten wie Lippenbalsam, Lotionen,

Cremes und Salben vor.

Bienenwachs bildet eine schützende Barriere auf der Haut, hilft Feuchtigkeit einzuschließen

und kann bei trockener oder rissiger Haut helfen und ist allgemein gut verträglich.

Auch in der Lebensmittelindustrie können Bienenwachsbeschichtungen verwendet werden,

um Lebensmittel frisch zu halten und vor Feuchtigkeitsverlust zu schützen.

Zum Beispiel bei Gummibärli und anderen Süßigkeiten oder aber auch zur Versiegelung von Käse wird es eingesetzt.

Lange Zeit waren Kerzen aus Bienenwachs neben den Öllampen die wichtigsten Licht- und Wärmespender.

Kerzen aus Bienenwachs erzeugen beim Verbrennen keinen Ruß, verströmen einen angenehmen honigsüßlichen

Duft und brennen außerdem sehr lange.

Auch wenn bei der Kerzenherstellung das Bienenwachs von billigeren, synthetischen Wachsen verdrängt

wurde, schätzen manche Menschen Bienenwachskerzen besonders wegen der vorher erwähnten Eigenschaften.

Bienenwachs kann auch zur Pflege von Holzoberflächen verwendet werden, um ihnen Glanz zu verleihen

und sie vor Feuchtigkeit zu schützen.

Die wasserabweisenden Eigenschaften von Bienenwachs können auch für Textilien genutzt werden.

Beinahe jeder kennt heutzutage die Bienenwachstücher als nachhaltige Alternative zur Alufolie,

womit das Jausenbrot eingepackt werden kann.

Ganz spannend finde ich auch den Einsatz von Bienenwachs in der Küche.

Wer hätte gedacht, dass man Fisch, Steaks und Kartoffeln im Bienenwachs langsam durchgaren kann?

Die Speisen werden dadurch schonend zubereitet und nehmen die süßlichen Aromen aus dem Wachs an.

Auch Berichte über Eiscremes und Soßen mit Bienenwachs habe ich entdeckt.

Insgesamt ist Bienenwachs ein vielseitiger und natürlicher Rohstoff mit zahlreichen

Anwendungsmöglichkeiten in verschiedenen Bereichen des menschlichen Lebens.

Es wird für seine Eigenschaften geschätzt, die von seiner Widerstandsfähigkeit bis hin

zu seinen hautpflegenden und dekorativen Eigenschaften reichen.

Bienenwachs sowie alle imkerlichen Produkte sollte man am besten immer beim Imker bei

der Imkerin seines Vertrauens kaufen, um einerseits sicherzugehen, dass drinnen ist was drauf

steht und um die heimischen Produzenten zu unterstützen.

So das war's für heute, ich hoffe es war was interessantes für euch dabei, beim nächsten

geht es dann um Oxymel, ein wahrlich erstaunlicher Sirup aus Honig und Essig.

Das war's für heute, wir hoffen ihr hattet euren Aha-Moment. Wenn ihr Bauer to the People

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findet ihr die Möglichkeit uns mit kleineren und größeren Beträgen auch finanziell unter

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Wir sehen uns beim nächsten Mal.

Music.

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