Folge Nr: 290

Physik, Dürre und die Frage nach Qualität – Werner Gruber

Über Lebensmittelqualität, Laborfleisch, Tempo 100 und Humor als Gradmesser für Freiheit

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Über die Folge:

In eigener Sache: Menschen.at
Ich halte Lebensgeschichten fest, als Audiografie oder Videografie. Für deine Mama, deinen Opa, deinen besten Freund. 
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Dürre, Landwirtschaft und Physik: Werner Gruber über das Trockenjahr 2026, Kostenwahrheit bei Lebensmitteln und die Frage, warum sich Qualität so selten schmecken lässt.

Ich habe lange überlegt, ob ich dieses Gespräch kürzen soll. Habe ich nicht. Werner Gruber ist jemand, der auf eine Frage nicht mit einer Antwort reagiert, sondern mit einer Geschichte, einem Gegenbeispiel und meistens noch mit einer Pointe. Drei Stunden sind viel, ich weiß. Dafür gibt es die Kapitelmarken, und du musst dir das wirklich nicht in einem Stück anhören.

Wir starten bei der Trockenheit dieses Sommers. Laut Landwirtschaftsministerium liegen die Ertragseinbußen beim Getreide bei rund zwanzig Prozent, im Grünland drohen Ausfälle von bis zu fünfzig Prozent. Werner rechnet damit, dass uns das im Herbst über die Preise einholt, weil das, was hier fehlt, importiert werden muss. Von dort landen wir bei der Frage, warum Gesellschaften manche Veränderungen mühelos schaffen und andere über Jahrzehnte nicht, und warum das seiner Meinung nach seltener ein technisches und öfter ein psychologisches Problem ist.

Dann wird es kulinarisch. Werner hat Weihnachtsgänse verschiedener Herkunft unter identischen Bedingungen zubereitet, Gulasch mit unterschiedlichsten Fleischqualitäten gekocht und heuer fünf Marmorkuchen mit fünf verschiedenen Eiersorten gebacken. Sein Befund ist unbequem: In vielen Fällen entscheidet der Zubereitungsprozess mehr als das Etikett. Bei Tomaten oder Salat sieht er das anders. Mich hat vor allem interessiert, was das für die Art bedeutet, wie wir über Qualität reden und werben.

Wir sprechen außerdem über Laborfleisch und E-Fuels, über die Grenzen der Effizienz, über seine Kindheit in Oberösterreich, über den Herzstillstand 2015, über Humor als Gradmesser für Freiheit und darüber, warum er mit hundert über die Autobahn fährt.

Viel Freude beim Reinhören!

Kurz-Bio Gast:
Werner Gruber, geboren 1970 in Ostermiething und aufgewachsen in Ansfelden, ist Physiker, Autor und Wissenschaftsvermittler. Er studierte Physik an der Universität Wien, arbeitete am Institut für Experimentalphysik und lehrt heute an der Fakultät für Informatik. Er leitete das Planetarium Wien samt Kuffner- und Urania-Sternwarte, war Mitgründer der Science Busters, drei Jahre Forschungskoordinator des Landes Burgenland und schrieb unter anderem das Buch Die Genussformel über kulinarische Physik.

INFOS ZUR FOLGE
Werner Gruber – Wikipedia
https://de.wikipedia.org/wiki/Werner_Gruber
Fakultät für Informatik, Universität Wien
https://informatik.univie.ac.at/
Science Busters
https://sciencebusters.at/
Heinz Oberhummer – Wikipedia
https://de.wikipedia.org/wiki/Heinz_Oberhummer
Solar Foods (Solein)
https://solarfoods.com/
Factory 01 von Solar Foods in Vantaa
https://solarfoods.com/factory-01/


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„Leit hoits zamm“ – Haindling
thx an Jürgen Buchner

„Power to the People“ – Junior Kelly
thx and Michael Lechleitner @ Irievibrations Records
 
… und ein bisserl selbst gesungen
thx to me, my voice und eure Schmerzschwelle 

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Transcript - Physik, Dürre und die Frage nach Qualität – Werner Gruber

Werner: Der hat das einmal sehr schön formuliert und das hat mir wahnsinnig gut gefallen,

Werner: wo er hergegangen ist und gesagt hat, naja, die Philosophie denkt in Bereichen,

Werner: die die Wissenschaft noch nicht denken kann.

Werner: Ich erlebe immer in der Werbung, wenn irgendein Lebensmittelproduzent spricht

Werner: über, ja, unser Produkt ist gesund.

Werner: Und ganz ehrlich, wir sind in Österreich, ein ungesundes Produkt darfst du nicht verkaufen.

Werner: Ich glaube, für mich ist es jetzt persönlich auch Humor ein ganz wichtiges Kriterium,

Werner: um festzustellen, wie stark bist du in einer Demokratie oder in einer Diktatur.

Werner: Ich schaue mir der Redakteur ein bisschen komisch an und sage,

Werner: okay, das ist begreifend, es ist relativ simpel.

Werner: Bratkartoffeln und Gruppensex können urlässig sein, haben aber nichts miteinander zu tun.

Willy: Grüß euch! In dieser Ausgabe des Bauer zu der Bibel Podcast,

Willy: da war der Professor Werner Grober, zu Gast bei mir im Podcaststudio hier in Wien.

Willy: Ich spreche mit ihm über sein Leben, dort und da über die Physik,

Willy: den Klimawandel, Landwirtschaft und das Kochen. Aber auch über sein politisches

Willy: Engagement, die Bedeutung von Humor und so einiges mehr.

Willy: Und ja, ich weiß, drei Stunden, wer soll sich das anhören?

Willy: Aber wenn mir ein Gast mit einer Geschichte gegenüber sitzt,

Willy: dann werde ich immer die Zeit dieser Geschichte anpassen und niemals die Geschichte der Zeit.

Willy: Und so werde ich das auch in Zukunft beibehalten. Aber

Willy: wenn es um konkrete Fachthemen geht, wo die Info und das reine Wissen im Vordergrund

Willy: stehen, dann verspreche ich euch, dann birgelt es in Zukunft auch unter die

Willy: magische Grenze von einer Stunde oder sogar vielleicht noch deutlich darunter.

Willy: Und ihr müsst euch wirklich nicht immer alles in einem Aufwasch anhören.

Willy: Dafür gibt es die Kapitelmarken und dann kann sich jeder von euch jene Passagen

Willy: raussuchen, die euch im Moment gerade interessieren.

Willy: Ich hatte auf jeden Fall drei Stunden lang eine sehr gute Unterhaltung,

Willy: dabei einiges gelernt und auch zu vielem einen Very Educated Gas bekommen.

Willy: Ich hoffe, euch geht es ähnlich. Viel Spaß beim Reinhören und drüben bei YouTube auch beim Reinschauen.

Willy: Ah ja, und nutzt die Kapitelmarken.

Willy: Kommen, gehen wir es an. Hast du ja gesagt, kommen, gehen wir es an.

Willy: Werner, du bist bereit. Du hast zwar noch das Handy in der Hand,

Willy: aber ich starte jetzt einfach original mit 9. Ganz leise. Ganz leise, okay.

Willy: Werner, diese Episode, die fällt in die schwerste Dürre der österreichischen Messgeschichte.

Willy: Das Landwirtschaftsministerium spricht von einer Dürrekatastrophe mit den Ereignissen,

Willy: die mit den Ereignissen der vorher überhaupt nicht vergleichbar ist.

Willy: Getreide, große Einbußen, 20 Prozent, Grünlandausfälle, 50 Prozent,

Willy: Obstbau, Drittel weniger, Gemüse, 45 Prozent, Einbrüche, Wälder brennen und

Willy: man kann wahrscheinlich, weil wir da in Wien sind, Städte glühen.

Willy: Wie blickst du als Mensch, aber vor allem jetzt in deiner Rolle als Physiker

Willy: und Wissenschaftler auf diese Ereignisse der letzten Monate,

Willy: die vielleicht auch noch ein bisschen weitergehen werden?

Werner: War zu erwarten? Nein, muss man jetzt ganz ehrlich sagen, es ist jetzt nicht

Werner: so, dass man sagt, puh, das ist neu, damit hat keiner rechnen können.

Werner: Corona war tatsächlich etwas, wo man gesagt hat, aha, das ist jetzt relativ

Werner: rasch entstanden, aber das wird auch noch so weitergehen.

Werner: Vielleicht noch kurz zu den Waldbränden. Da muss man ganz korrekt sagen,

Werner: ja, wir haben sie allerdings im Vergleich zu Spanien, Frankreich,

Werner: Griechenland, haben wir in Österreich etwas, wo wir hundertmal besser vorbereitet sind.

Werner: Wir haben jetzt zwar tatsächlich in den letzten Tagen und Wochen einige Waldbrände

Werner: gehabt, aber waren wir in den Medien ein bisschen verfolgt worden,

Werner: die binnen 24 Stunden geklärt.

Werner: Warum kann man in Österreich die Waldbrände besser klären, als wieso schaffen

Werner: das die Griechen, die Spanier und die Franzosen nicht. Da gibt es einen ganz einfachen Grund.

Werner: Bei uns wird der Wald bewirtschaftet und beforstet. Das heißt, ich habe Waldwege.

Werner: Und interessanterweise in Griechenland, Spanien und so weiter,

Werner: die haben nicht diese Wälder so wie wir das kennen, wo du einiges und da dampfst

Werner: du einmal und da hast du Schwammerl und so weiter und so fort.

Werner: Das heißt, die haben nicht die Möglichkeit zu einem Waldbrand mit schweren Löschfahrzeugen,

Werner: nämlich Fahrzeugen und nicht Hubschrauber, hinzufahren.

Werner: Bei uns ist die Feuerwehr und vor allem die freiwilligen Feuerwehren,

Werner: die ihr Gebiet kennen, weil das sind teilweise die Bauern, denen das Grundstiegel

Werner: gehört, die ganz genau wissen, der kennt jede Ecken von seinen Forstwegen,

Werner: wo er sagt, da fahren wir rechts, da fahren wir links und da kommen wir gut zu.

Werner: Und den einzigen großen Waldbrand, den wir hatten, das war vor ein paar Jahren,

Werner: von der Stadt Wien im Wasserschutzgebiet in der Steiermark, der hat wirklich

Werner: tagelang gebrannt aus dem ganz einfachen Grund, weil der nicht beforstet wird

Werner: wegen einem Wasserschutzgebiet. um.

Werner: Nein, das ist wirklich ein Dilemma, was wir jetzt haben ist,

Werner: also wir werden sicher und ich habe das auch schon mit einigen Weinbauern gesprochen in der Wachau,

Werner: da hat es Weinbauern gegeben, die vor 10, 15 Jahren sich gesagt haben,

Werner: ja, mir gehört eigentlich das ganze Hügel, aber die Spitzen gehört mir nicht,

Werner: weil die habe ich jetzt trotzdem einmal dazugekauft und habe einmal so ein paar,

Werner: Weinsorten und ein paar Weinreben angebaut und dann habe ich,

Werner: Früher war es kalt dafür, jetzt liefern genau diese Bereiche,

Werner: die ein bisschen kühler sind als das, wo normalerweise,

Werner: die guten Lagen waren, liefern die bedeutenden bessere Ergebnisse.

Werner: Ich gehe davon aus, dass ja die Landwirtschaft strukturell umbauen muss,

Werner: dass gewisse Dinge, wo man sagt, naja, das kann man gut, hat das und das nie

Werner: gewachsen, wird man anbauen.

Werner: Zum Beispiel, ein schönes Beispiel, Oberösterreich, gibt es jetzt einige Bauern,

Werner: die sagen, wir starten jetzt mit Weinbau durch.

Werner: Und Oberösterreich ist jetzt keine typisch klassische Weinbau-Gegend,

Werner: weil es einfach zu kalt ist, wie es an der Most, die für Geschichte ist.

Willy: Aus Most wird Wein, aus Wein wird?

Werner: Schnaps. Naja, das ist eine einfache Angelegenheit, da bist du auf der sicheren Seite.

Werner: Also es wird sich da irrsinnig viel tun und vor allem, was jetzt noch viele

Werner: Damen und Herren nicht realisiert haben,

Werner: wir haben jetzt nicht nur das Problem für die Landwirtschaft,

Werner: wir werden das Problem im Handel haben,

Werner: weil das bedeutet, wir haben weniger Erdäpfchen, wir haben weniger Tomaten und

Werner: und und, aber die Leute brauchen was zu essen und das muss jetzt dann aus dem

Werner: Ausland herkommen und das wird dann kosten, weil ich habe dann die Transportkosten und, und, und.

Werner: Das heißt, ich gehe davon aus, dass wir im Herbst eine massive Verteuerung von

Werner: Lebensmitteln haben werden, weil diese Türee-Katastrophe ist.

Werner: Und jetzt, vielleicht aber wenn man dann schon über den Umweltschutz und Klimaschutz

Werner: reden, Treibhauseffekt, wir haben ja bei uns, vielleicht für die Zuseherinnen

Werner: und Zuseher, wir haben da...

Werner: Wir wohnen im selben Genosenschaftsbau und Und wir haben jetzt,

Werner: einige von uns, ich gehöre dazu, haben uns jetzt darum gekümmert,

Werner: dass wir eine Klimaanlage haben, weil es macht keinen Sinn, wenn du um 11,

Werner: 12 Uhr in der Nacht das Fenster aufmachst und du hast draußen 30 Grad und drinnen

Werner: 30 Grad, das kann es nicht sein.

Werner: Und ich habe mich ein bisschen darum gekümmert, dass eine andere Klimaanlage kriegen.

Werner: Und habe da einige Diskussionen geführt, auch sehr tolle Diskussionen über den

Werner: Bereich Umweltschutz, weil jetzt muss man ganz ehrlich sagen,

Werner: die Klimaanlage ist jetzt nicht unbedingt eine Maßnahme, die den Treibhauseffekt eindämmt.

Werner: Es ist eigentlich, wir müssen unterscheiden zwischen Hitzeschutz und Umweltschutz.

Werner: Und man muss ganz ehrlich sagen, Klimaanlage braucht man nicht darüber reden,

Werner: braucht Energie und und und.

Werner: Aber, und das ist für mich etwas, ich habe das im Rahmen dieser Diskussion dann

Werner: ein bisschen nachrecherchiert, nehmen wir Folgendes an.

Werner: Die gesamte Menschheit einigt sich darauf, dass wir morgen, wirklich morgen,

Werner: kein Gramm CO2 mehr freisetzen.

Werner: Ob nun fährt kein Ziegs Auto, kein Dieselkraftwerk mehr und,

Werner: und, und. Also kein Gramm CO2.

Werner: Wie lange glaubst du, oder würdest du schätzen.

Willy: Ich habe es gelesen.

Werner: Du hast das vom Plätschern.

Willy: Wie du sowas hättest.

Werner: 2026 haben wir, und ich bin aufgewachsen, da war ich zehn Jahre alt, 1980.

Werner: Wie lange braucht es, meine Damen und Herren, raten Sie für sich selber,

Werner: wie lange braucht es, bis wir wieder das Klima 1980 haben?

Werner: 1980 liegt jetzt nicht 17 irgendwann, sondern du sagst, wir reden von ungefähr

Werner: 50 Jahren, dass wir das wieder zurückstellen.

Werner: Und wenn du das eh gelesen hast, dann nehme ich die Pointe gleich vorweg.

Werner: Das MIT hat das sehr genau untersucht, weltweit und auf einzelnen Lokalbereiche.

Werner: Es braucht 250 bis 300 Jahre.

Willy: Weißt du, was ich mir gedacht habe, wie ich es gelesen habe?

Willy: Ja, sag. Schneller, wie ich glaube, ich habe mir gedacht, es dauert noch länger, wesentlich länger.

Werner: Wobei man muss sogar ehrlicherweise sagen, es ist exponentiell, aber ganz realistisch.

Werner: Das heißt, wir müssen mindestens 100, 150 Jahre rechnen, wo wir auf dem Niveau,

Werner: wo wir jetzt sind, wo es nicht zurückgeht.

Willy: Wir müssen uns an Luft auflösen eigentlich.

Werner: Und das ist jetzt schon etwas, wo ich sagen muss, boah.

Werner: Das muss man schon ernst nehmen. Und wir haben jetzt 250 Jahre sehr viel CO2 ausgeschüttet.

Werner: Und es gibt ja also die Kommentare von manchen, es ist der natürliche Klimawandel.

Werner: Da kann man relativ einfach die Frage stellen.

Willy: Wurde dir ja auch mal unterstellt, dass du das behauptet hättest.

Werner: Ja, es hat da mal ein saublödes Interview gegeben. Vielleicht ein ganz kurzes

Werner: Mal im Kurier ist das erschienen.

Willy: 2015, ne?

Werner: Ich weiß nicht, ob ich das Jahr...

Willy: Das war eine intensive Zeit generell bei dir, nicht? um diesen Dreh herum,

Willy: Mitte der 2010er-Jahre.

Werner: Vielleicht noch ganz kurz zu erklären, warum dieses Interview so entstanden ist.

Werner: Es hat mir tatsächlich relativ viel, ich bin ja so eine Reputation gekostet,

Werner: ich habe die Nacht nichts geschlafen, weil mir hat der Zaun irrsinnig weh da.

Werner: Ich rufe mir jetzt an und sage, wir brauchen ein bisschen Behandlung.

Werner: Ich sage dir, ist in Ordnung, kommst du mir heute um 14 Uhr und rufe der Kurier

Werner: an, wir brauchen schnell zum Thema Klimawandel-Interview.

Werner: Die Journalistin ist gekommen, wir haben nur,

Werner: das ist jetzt definitiv wichtig. Wir waren beim Thema des Kurierinterviews.

Willy: Wir waren beim Thema, genau. Ich finde es super, dass du das jetzt sagst,

Willy: weil ich war jetzt Träumle draußen.

Willy: Aber schön, dass du dabei bist.

Willy: Also, Herr Gruber hat jetzt einen wichtigen Anruf gehabt. Wir sind jetzt wieder

Willy: live, live on tape, wie ich gehört habe bei den Sommergesprächen,

Willy: heißt das. Wir sind live on tape.

Willy: Und wir waren bei einem Kurierinterview, das da quasi ein bisschen nicht zu

Willy: Unmut geführt hat bei dir.

Werner: Nein, es ist Folgendes passiert, ich habe in der Nacht vorher extreme Zahnschmerzen

Werner: gehabt, ruf meine Zahnärztin an und sagst, du, wir müssen was machen und die

Werner: hat so früh gesagt, kommst du vorbei am 11 Uhr am Vormittag,

Werner: ich weiß nicht mehr genau die Wurzeln.

Willy: Zahnschmerzen sind übel.

Werner: Und machen wir gleich Wurzelbehandlung und hab dann vom Kurier noch schnell,

Werner: hat es geheißen, wir brauchen schnell ein paar Zeilen zum Thema Klimawandel.

Werner: Ich sag ihnen, kommt schnell ins Büro vorbei und machen ein schnelles Interview.

Werner: Und ich muss dazu sagen, die Nacht nichts geschlafen, dann,

Werner: das Interview wirklich schnell und da ist es gar nicht, wo wollen sie es noch Korrektur lesen?

Werner: Und ich habe mir bei normalerweise Korrektur lesen, habe ich eigentlich im Regelfall

Werner: nie gebraucht, weil die meisten Journalistinnen und Journalisten sind da sehr

Werner: korrekt, was sie schreiben. Und da habe ich mir gedacht, okay,

Werner: ich mache jetzt Wurzelbehandlung und lege mich dann am Nachmittag einmal nieder

Werner: und das wird schon passen.

Werner: Und das Problem ist, dass diese Dame, die auch nie wieder ein Interview von

Werner: mir kriegen wird, die dieses Interview aufgenommen hat, hat nur so die Hälfte

Werner: der Sachen hingeschrieben und die andere Hälfte, die dann der erklärende Satz

Werner: war, das hat sie nicht gemacht.

Werner: Ich weiß, ich bin durchaus jemand, der gern provokant formulieren kann.

Willy: Da kann man so sagen.

Werner: Aber da hat es dann tatsächlich so zum Beispiel,

Werner: ich weiß jetzt nicht mehr die einzelnen Geschichten, aber es war jeder einzelne

Werner: Punkt tatsächlich wirklich der erste Teil zitiert, genauso wie ich es gesagt

Werner: habe, oder der zweite Teil, der dann erklärt hat, was da wirklich dahinter ist.

Werner: Zum Beispiel, ich nehme jetzt ein schönes Beispiel, weil das auch immer gerne

Werner: in der Diskussion gesagt wird, naja, also würde ich jetzt Folgendes sagen,

Werner: wegen einem Klimawandel, was können wir in Österreich machen.

Werner: Ein Drittel ist ja China.

Werner: Dann ist das einmal eine klare Aussage, wir haben in Österreich keine Chance.

Werner: Würde ich aber jetzt den Zusatz sagen, und der wurde zum Beispiel nicht erwähnt,

Werner: dass man sagt, naja, das Problem ist nur, dass, wofür verwendet China das CO2-Budget?

Werner: Weißt das du zufälligerweise?

Werner: Ganz einfach. 80% für unsere Amazon-Packling.

Werner: Das heißt, tatsächlich, der große Anteil von CO2, den China ausgibt,

Werner: sind unsere Amazon-Packling.

Werner: Es ist nicht so, dass in China jede Familie zwei Autos hat und was auch immer.

Werner: Ja, es gibt schon ein paar Autos, China dann viel Leid.

Werner: Aber tatsächlich, du bist in China Chef und der Rallhost.

Werner: Und wir bitte nicht unseren Lebensstandard mit dem chinesischen Lebensstandard

Werner: gleichsetzen dürfen. Das ist es nicht.

Werner: Und jetzt sind wir aber genau dabei, wie kann ich mit Medien manipulieren.

Werner: Und wenn ich jetzt nur sage, der Herr Kruger hat gesagt, China hat ein Drittel CO2-Ausstoß,

Werner: ist das eine ganz andere Message, als wenn ich sage, China hat zwar einen sehr

Werner: hohen CO2-Ausstoß, aber tatsächlich, witzigerweise weniger als die EU,

Werner: das ist pro Person gerechnet,

Werner: und das, was sie ausgibt, ist eigentlich für uns und deswegen wäre ich auch dafür, dass man,

Werner: eine Wertekette einbaut auf Produkte, wo man die CO2-Emission mitrechnet.

Werner: Weil dann hat man eine ehrliche Geschichte, wo man sagt...

Willy: Also geht es in Kostenwahrheit eigentlich, in Richtung Kostenwahrheit.

Werner: Genau, und das geht es. Und das ist mir persönlich schon ein wichtiger Punkt,

Werner: dass man sagt, allein zu wissen, wo kommt was her, bringt wahnsinnig viel.

Willy: Also auch Pro-Herkunft-Kennzeichnung.

Werner: Ja, ja, bin ich absoluter Fan. Wobei, wenn wir jetzt über die Pro-Herkunft-Kennzeichnung

Werner: von Fleisch reden, wäre mir etwas ganz anderes wichtig.

Werner: Das ist heute technisch überhaupt kein Problem mehr. Wenn wir jetzt reden über

Werner: Fleisch, was ist wichtig, dass das Fleisch zart und mürbe ist.

Werner: Sollen das Viecher sein, die sich sehr viel bewegen oder eher die unsportlichen

Werner: Couch-Potetas? Was ist kulinarisch besser?

Willy: Die unsportlichen Couch-Potetas.

Werner: Genau so ist es. Weil du jetzt vom Warte eines Kannibalen schau dir so ein Marathonläufer

Werner: an, da kannst du Suppen draus machen.

Willy: Das sind Suppenhändl, die kommen.

Werner: Genau. Hingegen so die Couch-Potetas wie ich, wo du sagst, ja, da kannst gemütlich.

Willy: Ja, wir laufen ja schon das Wasser im Mund zusammen.

Werner: Mein Ansatz, das ist vielleicht ein bisschen ein unorthodoxer Ansatz.

Werner: Ich brauche jetzt nicht irgendwo beim Fleischhandel stehen, ja,

Werner: das ist die Bayerin so und so aus dem Mühlviertel,

Werner: sondern mir wäre ja lieber zu sagen, okay, das ist ein sportliches oder das

Werner: ist ein unsportliches, weil dann kannst du es auch besser zubereiten.

Werner: Das wäre mir fast ein wenig wichtiger, Aber schauen wir mal,

Werner: wie die Landwirtschaftskammer darauf reagiert.

Willy: Okay, okay. Ich habe mir, weil wir vorher noch ein bisschen beim Interview waren,

Willy: ich habe mir einen anderen Satz rausgeschrieben, äh,

Willy: Die Frage war, kann man überhaupt seriös berechnen, ob es künftig wärmer oder

Willy: kält wird? Du hast damals scheinbar gesagt, das ist Kaffeesudleserei,

Willy: es gibt Berechnungen in beide Richtungen.

Werner: Ja, und dann war aber die Geschichte, und dann war der Nebensatz...

Willy: Nein, den Satz habe ich jetzt auch nicht mehr dabei, das gibt es immer.

Werner: Nein, der ist auch nicht zitiert worden, das ist ja das große Problem in diesem,

Werner: unsäglichen Kurierinterview.

Werner: Es gibt Berechnungen, aber es gibt Messungen, die ganz klar belegen,

Werner: dass es bedeutend wärmer wird, und vor allem, was diese Messungen sagen.

Werner: Und das ist jetzt der ganz wichtige Punkt.

Werner: Das heißt, naja, es hat immer einen natürlichen Klimawandel gegeben.

Werner: Stimmt, stimmt übrigens tatsächlich. In den letzten 400.000 Jahren haben wir

Werner: fünfmal von einer Kälte auf eine Heißperiode eine Änderung gehabt.

Willy: Wieso ist das Klima nicht wandeln?

Werner: Aber, jetzt kommt die wichtige Frage, wie lange hat die kürzeste Phase von einer

Werner: Kälte auf eine Heißperiode, wie lange hat das gebraucht?

Willy: 10.000 Jahre.

Werner: Genau, so ist es. Was haben wir jetzt? 250 Jahre.

Werner: Und damit wissen wir, das kann, und das ist jetzt ein Messergebnis, das ist keine Rechnung.

Werner: Deswegen kann ich sagen, es gibt Rechnungen in beide Richtungen,

Werner: aber die Messung sagt mir eindeutig aus, was Sache ist.

Werner: Und wenn ich jetzt einen Theoretischen und einen Experimentalphysiker zu dem

Werner: Thema frage, der Theoretische Physiker, die Theoretische Physikerin berechnet

Werner: etwas, aber der Experimentalphysiker misst.

Werner: Und jetzt tatsächlich, das ist jetzt ohne Flachs und so weiter,

Werner: Dem Experimentalphysiker oder Experimentalphysikerin kannst du 100% trauen.

Werner: Nein, es ist tatsächlich, die Messergebnisse vom Sir Isaac Newton zur Vermessung

Werner: des Sternenhimmels, die haben so noch sehr große Messfehler gehabt,

Werner: aber innerhalb des Messfehlers war er richtig, 100%. Die Messungen werden heute noch verwendet.

Werner: Was dann passiert ist, ist dann ist der nächste Astrophysiker gekommen,

Werner: der Messfehler ist immer kleiner, kleiner, kleiner geworden.

Werner: Aber eine Messung, wenn sie korrekt macht und jetzt nicht jemand einen Fuß gebaut

Werner: hat oder was, oder Betrogen hat, ist eine Messung etwas 100% Richtiges innerhalb des Messfehlers.

Werner: Das ist der entscheidende Punkt und der Trick ist der, schauen wir immer,

Werner: dass wir die Messfehler möglichst klar machen.

Werner: Das ist die große Aufgabe der Experimentalphysik oder der experimentellen Wissenschaft.

Willy: Du hast mir vorher ein Stichwort gegeben, das was mich sehr getriggert hat,

Willy: und zwar jetzt hupfe ich wieder ein bisschen zu dem, was du vorher gesagt hast,

Willy: nämlich das Thema Kostenfreiheit. Ich habe mir das jetzt für heute gar nicht

Willy: aufgeschrieben, aber weil du es jetzt angesprochen hast, nehme ich es gerne auf.

Willy: Siehst du das realistisch oder wie siehst du die Möglichkeit,

Willy: dass wir jemals in diesem Preis, den wir haben, mit dem wir diese ganzen Güter,

Willy: die wir über die Welt schippern, verteilen, dass wir dieses Thema kostenlos

Willy: jemals implementieren?

Willy: Wie und wie würdest du das machen?

Willy: Denn wir sollten uns alle abstimmen.

Werner: Naja, erst einmal die Frage ist die, es ist schlicht und einfach eine Frage der Politik.

Werner: Ist es gewünscht oder ist es nicht gewünscht? Es gibt für mich ein sehr einfaches Grundkonzept.

Werner: Widerspricht eine Vorgabe oder ein Wunsch den naturwissenschaftlichen Gesetzen?

Werner: Alles, was dem nicht widerspricht, ist machbar. Und ich nehme ein schönes Beispiel

Werner: hier und da hat tatsächlich die Industrie gezeigt, dass sie binnen,

Werner: ich glaube sogar einem Jahr oder sogar, wenn es vielleicht zwei Jahre,

Werner: darauf reagieren hat können, das waren die FCKWs.

Werner: Wie wir das so Zornloch hatten, war tatsächlich, es hat, da muss man jetzt auch

Werner: dazu sagen, war ein bisschen Klick dabei, es hat einen Alternativstoff gegeben,

Werner: der war einen Hauch teurer, deswegen ist der nie verwendet worden,

Werner: weil da entscheiden teilweise wirklich 5 Cent plus Minus.

Willy: Ja, es geht auch um Mengen.

Werner: Es geht auch um Mengen, wo es dann auf einmal gleich von Millionen bis Milliarden

Werner: Euro das ausmacht und es hat sich die Menschheit binnen ein Jahr die gesamte

Werner: Industrie darauf geeinigt.

Werner: Okay, das machen wir nicht. Und da hat es funktioniert. Das Problem,

Werner: was wir noch haben, ist halt, wir haben unterschiedliche Wirtschaftssysteme,

Werner: wir haben unterschiedliche Interessen.

Werner: Ich sage jetzt einmal, es ist ja jetzt gerade in Österreich diskutiert worden,

Werner: ja, was machen wir für die Bauern gleichzeitig.

Werner: Und das finde ich jetzt an sich.

Willy: Mit den Türenhilfen.

Werner: Was ich aber gleichzeitig auch sehr schön finde, dass das in der Politik,

Werner: wenngleich es jetzt noch ich sage einmal mehr Rahmen,

Werner: Kommentare sind und noch nicht die exakten Gesetzesformulierungen,

Werner: dass man diese landwirtschaftlichen Hilfen an ein Klimaschutzgesetz,

Werner: das wir seit Jahren brauchen würden, wo wir sogar von der EU verpflichtet sind,

Werner: dass man das aneinander koppelt.

Werner: Und wir sehen jetzt, was es bedeutet, wo man sagt, es wird wärmer.

Werner: Es gibt manche Politiker, die sagen, im Sommer war es immer heiß. Ja, aber...

Werner: Wir haben jetzt schon das Thema, dass uns das wirtschaftlich gewaltig trifft

Werner: und was wir bitte nicht vergessen dürfen, wir haben in ein paar Jahren,

Werner: müssen wir Strafzahlungen für zu viel CO2-Ausstoß zahlen und das ist ein Megageld

Werner: und dazu sind wir verpflichtet.

Werner: Wir haben den Vertrag unterschrieben, der ist glaube ich schon vor 10,

Werner: 15 Jahren unterschrieben worden,

Werner: und das müssen wir schon machen und wir sehen jetzt auch, was es uns kostet,

Werner: wenn wir das Konzept Klimawandel nicht und wir werden in Österreich,

Werner: haben wir dann vielleicht noch kurz den Ansatz, haben wir leider noch ein besonderes,

Werner: geografisches Problem.

Werner: Wir haben kein Meer in der Nähe.

Willy: Das führt… Da leiden wir immer noch drunter, dass wir kein Meer mehr haben.

Werner: Ist okay, alten Weg, freier Blick auf die Adria. Nein, es ist tatsächlich das

Werner: Meer oder eine massiv dämpfende Wirkung.

Werner: Das heißt, wir werden in Österreich, der Winter wird kälter, massiv kälter,

Werner: der Sommer wird heißer als der Durchschnitt von Europa, aber das Gemeine ist,

Werner: und das wird uns massiv treffen, und es wäre jetzt die Politik gefordert,

Werner: darauf zu reagieren, wir werden bedeutend weniger Niederschläge haben.

Werner: Das heißt, das, was bis heute niemals ein Thema war, Trinkwasser.

Werner: Und ich sage jetzt, ja, jetzt gibt es ein paar Gemeinden in Österreich,

Werner: Ich möchte jetzt ein bisschen kämpfen, wo ich das ein bisschen jetzt gar nicht

Werner: unter den Teppich kehren will.

Werner: Aber im Prinzip ist in Österreich, haben wir kein Trinkwasserproblem.

Werner: Wir werden aber eines in 20 Jahren bekommen. Und da müsste eigentlich jetzt

Werner: die Politik darauf reagieren, dass wir in 20 Jahren immer nur genauso entspannt

Werner: im Wasser anauftragen können und sagen, oh, kannst du trinken.

Willy: Ja, das ist genau, was haben wir damals bei FCKW,

Willy: oder was, da war sicher, das ist ja auch ein physikalisches Problem,

Willy: was wir damals gehabt haben, was ist damals passiert, dass wir da reagieren

Willy: haben können, dass wir da wirklich, haben wir da genug Angst gehabt,

Willy: war die Kommunikation besser oder hat sich gesellschaftlich was verändert, dass wir

Willy: mit diesem massiven Problem FCKW, dass wir es in relativ kurzer Zeit gelöst

Willy: haben, heute aber irgendwie nicht in der Lage sind, auf andere massive Probleme

Willy: nicht in der gleichen Art und Weise zu reagieren. Also was hat sich verändert seither?

Werner: Ich glaube weniger, dass es eine Frage der Veränderung war, wir haben das ganz

Werner: große Glück gehabt, dass es einen Alternativstoff gegeben hat,

Werner: den man verwenden hat keiner, der nicht mega teuer war, man hat die Technologie

Werner: nicht umstellen müssen.

Willy: Es war leicht.

Werner: Es war easy.

Willy: Was sagt das über uns aus?

Werner: Naja, das Problem ist das, wir sind evolutionär, wenn man sich das Gehirn ausschaut,

Werner: sind wir einfach Gewohnheitstiere.

Werner: Und wenn du was lang gewohnt bist, ich habe mir vor ein paar Jahren ein Auto kaufen müssen,

Werner: Wirklich müssen aus beruflichen Gründen. Und ich habe mich zu einem Auto entschieden,

Werner: was das Auto, das ist mein erstes Auto, habe ich vom Vater gehabt.

Werner: Und ich habe mich dann zu der vergleichbaren Automarke dazu entschieden,

Werner: aus einem ganz einfachen Grund, weil es ist alles genau so, wie es,

Werner: wo ich weiß, da ist der Blinker dort und da weiß ich, da brauche ich die Gewohnheitstil.

Willy: Daniel Kahnemann, System 1, System 2. Also der Mensch lebt in der Automatisierung.

Werner: Ja, und das hat viele Vorteile, es erspart uns Zeit, weil jetzt steht er vor,

Werner: du gehst zu einer Straßenkreuz und sagst, aha, rot, grün, was machen wir und

Werner: du musst jedes Mal nachdenken, ist das natürlich schon ein nettes Konzept.

Werner: Aber, und das ist natürlich das, manche sind damit Änderungen massiv überfordert.

Werner: Und ich habe ja das gemerkt bei meinen Eltern, wie dann das Handy am Markt gekommen ist.

Werner: Die haben sozusagen das Handy schon realisiert, aber das Handy wird einmal ausgeschaltet,

Werner: weil wir müssen Strom sparen.

Werner: Was das Kontraproduktivste ist, wenn du unterwegs bist, dass das Handy ausgeschaltet

Werner: ist, weil es geht ja um Erreichbarkeit.

Werner: Und das sind halt genau die Sachen, die dann irgendwo mal eingeübt worden sind.

Werner: Und das hat jetzt das Problem, dass, ich sage jetzt einmal, ich habe mir selber

Werner: bei Freunden erkundigt mein Elektroauto, wie fährt das sich denn?

Werner: Und die haben selber gesagt, es ist am Anfang total ungewohnt und das musst

Werner: du auch unter Anführungszeichen lernen.

Willy: Rein automatisieren in dein System.

Werner: Ja, genau. Und du musst noch einmal den Mut haben, es zu machen.

Werner: Und er hat gesagt, du, das ist überhaupt kein Problem, das Tanken unter Anführungszeichen.

Werner: Du fährst dort hin und das muss da einmal einer gescheit sagen.

Willy: Bei dem fürchte ich mich auch immer noch vor dem Elektro-Tanken,

Willy: ob es nicht dann eh funktioniert, ob ich das Kabel finde und so.

Werner: Ja, genau. Angst, Angst. Und das ist jetzt genau das, was du sagst,

Werner: das, was wir können, Benzin tanken, zack, schnappeln und geht schon.

Werner: Und jetzt ist das halt ein anderes System.

Werner: Und deswegen, und ich muss jetzt dazu sagen, was fehlt in der Politik,

Werner: und das ist jetzt wirst du, welche Partei.

Werner: Ganz einfach. Es gibt, ich nehme jetzt bewusst, ich habe hier ein iPhone.

Willy: Jetzt wissen wir auch, wie schwarz das ist. Entschuldige. Nein,

Willy: das passt gut. Wir nehmen ihn am Vormittag auf.

Werner: Warum ich jetzt da dieses iPhone herzeigte, das hat wirklich einen guten Grund.

Werner: Wie das allererste iPhone am Marktkummer ist, wo man sagt, wow,

Werner: Wahnsinn, habe ich einen MDE Pro 3 gehabt.

Willy: Für Leute, die sich nicht mehr erinnern, was es genau ist.

Werner: Nein, das haben wir sehr wenig gehabt. Es war ein sauteures Handy,

Werner: das hat man aufkloppen können, man hat mit einem Stift schreiben können,

Werner: das war voll internettauglich, ich habe dort E-Mails gelesen und,

Werner: und, und. Also ich habe alles, was ein iPhone gekonnt hat, habe ich auch können.

Werner: Das Problem war nur das, wie ich mir es gekauft habe, weil ich muss dazu sagen,

Werner: ich kaufe nicht oft ein Handy, wenn ich mir es aber kaufe, dann das Bestmögliche

Werner: und das habe ich dann 5, 6, 7, 8 Jahre Wertschätzung, also Wertekette.

Werner: Und wie ich da ins Geschäft reingegangen bin, sage ich, bitte,

Werner: ich hätte gern ein MTE Pro 3. Sagt der Verkäufer zu mir, sagt der Herr Gruber,

Werner: ich kann es Ihnen gern verkaufen, aber wollen Sie das wirklich?

Werner: Sage ich, wie sowas ist der Haken.

Werner: Ich sage da ganz einfach, Sie müssen ein Buch lesen, also ein Handbuch,

Werner: es sind ungefähr 250 Seiten.

Werner: Wenn Sie das nicht lesen, werden Sie mit dem Handy in einer Woche wieder dastehen,

Werner: und sagen, ich kann damit nichts anfangen, weil du brauchst die Bedienungsanleitung.

Willy: Das war für dich wahrscheinlich ein Verkaufsargument.

Werner: Und ich habe dann tatsächlich eine Woche lang, jeden Abend, habe ich ungefähr

Werner: ein Kapitel durchgelesen, habe dann das Handy aber wirklich beherrscht,

Werner: ich habe damit alles machen können.

Willy: Einer von drei weltweit wahrscheinlich. Wahrscheinlich.

Werner: Und, glaube ich, zwei, drei Monate später hat sich ein lieber Freund von mir,

Werner: er hat eins der ersten iPhones in Österreich gekauft. Und wir sitzen im Café

Werner: und haben gesagt, Werner, ich zeig dir mein iPhone.

Werner: Das kann das und das, so kann man es auch. Ja, aber das und das kann man es auch.

Werner: Kann der eins mit einem Stift, Handschrifterkennung haben. Das hat damals das

Werner: iPhone nicht einmal ansonsten.

Willy: Aber damals der Shit mit dem Stift, was einen schreiben hat, das war so, hey,

Werner: Feinste. eins aus China, eins aus nicht China.

Werner: Da ist mir dann eines klar geworden. Das iPhone, und ich habe selber eins,

Werner: aber ich tue es jetzt ein bisschen aggressiver formulieren, kann jeder Voll-Type,

Werner: der sich mit Informatik,

Werner: du brauchst kein Bedienungsantbuch, du kaufst es, spielst es und nach einer

Werner: halben Stunde kannst du ungefähr damit umgehen und nach zwei,

Werner: drei Tagen kannst du besser umgehen.

Willy: Deswegen gibt es aber Apple heute noch und das andere wahrscheinlich niemand.

Werner: Weil, und jetzt sind wir wieder in der Psychologie, Apple hat,

Werner: ich weiß nicht wie viele hunderte Psychologen beschäftigt, die sich genau überlegen,

Werner: wie kann ich diese Einstiegshürden,

Werner: diese Prozesshürden, wie gehe ich damit um,

Werner: das MDE Pro 3 das war Windows 4.ce Betriebssystem, da hast du was wissen müssen,

Werner: da hast du eine echte Einstiegshürde beim iPhone, kaufen, auspacken ausstecken, geht schon,

Werner: und das ist aber jetzt genau das Jetzt kommen wir mal wieder auf die FCKW-Frage

Werner: zurück, beziehungsweise auf Elektromobilität oder,

Werner: Änderungen innerhalb der Gesellschaft.

Werner: Wann wir psychologisch, und ich würde heute jeden Spitzenpolitiker,

Werner: jeder Spitzenpolitikerin empfehlen,

Werner: schaut, dass in eurem Stab A2-3 Verhaltenspsychologinnen und Psychologen drinnen

Werner: sitzen, die euch erklären,

Werner: wie schaffst du den Prozess einer gesellschaftlichen Änderung so,

Werner: dass die Leute sagen, ja, das machen wir ganz automatisch.

Werner: Ein schönes Beispiel, das wir in Wien haben, warst du zufälligerweise ungefähr

Werner: vor 15 Jahren das echte, und das war jahrzehntelang das größte Problem der Wienerinnen und Wiener.

Werner: Statistisch hunderttausendmal erhoben und das war wirklich das größte Problem. Wirklich?

Werner: Und ist heute keines mehr.

Willy: Hundekacke. Ernsthaft? Ernsthaft.

Willy: Aber ich habe es irgendwie gespürt. Du bist ständig in Scheiße gestiegen.

Werner: Das war das Größte. Da war alles andere. Arbeitsplatz, Gesundheit,

Werner: Wurscht. Hundstrimmerl.

Werner: Und dann hat, und da hat es ja viele Maßnahmen gegeben, der Zilk hat dann einmal,

Werner: das Hundstrimmerl Motorau fahren lassen. Das war ein eigenes Motorau,

Werner: was zum Hundstrimmerl hinfährst. das ist automatisch.

Werner: Er hat praktisch nicht funktioniert. Und dann wurde, ich glaube,

Werner: das ist unter Michael Häupl gemacht worden, die MA48, die ist eine Top-Organisation,

Werner: und die sind dann hergegangen und haben sich überlegt, was müssen wir alles machen.

Werner: Und da war irrsinnig viel Psychologie dahinter.

Werner: Da war jetzt genau das, dass man mit und auf einmal,

Werner: da hast du jetzt nicht, Aber da ist jetzt nicht, dass du jetzt sagst,

Werner: da ist irrsinnig viel passiert, da war jetzt nicht, boah, die Strafe,

Werner: ja, es hat welche gegeben und da hin und wieder hat es ein, zwei,

Werner: Russland gerade, das geht so nicht.

Werner: Das war psychologisch keine Änderung für die Leute, die sagen,

Werner: da ist da ein Sackerl, das nimmst du einfach und schmerzt es dann da nicht.

Werner: Sackerl für meinen Gackerl.

Willy: Es geht einiger.

Werner: Jetzt sind wir bei der Psychologie. Wenn ich einen gesellschaftlichen Wandel

Werner: haben will, und jetzt das Hundstrimmel-Problem in Wien gibt es nicht mehr.

Werner: Die letzten statistischen Erhebungen der letzten zehn Jahre,

Werner: das taucht nicht mehr auf.

Willy: Ein paar sind unterwegs, die halten das noch hoch. das Konzept,

Willy: aber es sind wirklich wenige.

Werner: Nein, aber es wird in der Bevölkerung nicht mehr das Problem wahrgenommen. Es ist kein Thema mehr.

Werner: Und das ist jetzt genau das, wenn wir einen gesellschaftlichen Wandel brauchen,

Werner: müssen wir den Menschen, und um genau zu sein, nicht den Menschen,

Werner: sondern das psychologische Verhalten mitdenken.

Werner: Ich kann nicht einfach sagen, und morgen ist das so. Natürlich kann ich das

Werner: sagen, aber da gibt es Widerstand, da gibt es Gesetzverbot.

Willy: Also die klassische ohne sie jetzt abzuschreiben, aber man muss den Kopf mit,

Willy: das ist ja das, was du beschreibst, ist ja dieses Konzept von Thaler,

Willy: mit der zweite fällt mir gerade nicht ein, Nudging, also mit so kleinen

Willy: Dingen, das hat ja die Emma auch dafür jetzt relativ gut gemacht,

Willy: mit so lustigen, also ja, sie sind auf God-Level, wenn sie das so nehmen,

Willy: sie glauben international auch ein Vorbild, mit so einfachen Stupsern,

Willy: also Nudging, die Anstupsen,

Willy: und dann kriegst du ein bisschen ein schlechtes Gewissen oder denkst ein bisschen

Willy: drüber nach und beim nächsten Mal machst du es vielleicht ein bisschen anders.

Werner: Und woran merkst du, ich habe tatsächlich für die MA48, wir haben im Planetarium,

Werner: wie damals Planetariums Direktor war, haben wir auch beim Mistfest und so weiter,

Werner: wir haben relativ viel mit der MA48 zusammengearbeitet und ich habe sofort gesehen.

Willy: Ihr habt es nicht verstanden, oder?

Werner: Nein, aber ich habe sofort gesehen, dass das eine Firma ist,

Werner: die was, was kann. Und woran glaubst du, habe ich das erkannt?

Werner: Nämlich nur, ohne dass ich mit irgendjemandem ein Wort gesprochen habe.

Werner: Ich werde nie vergessen, wie ich das erste Mal dort noch aufgetaucht bin.

Werner: Woran habe ich sofort erkannt, dass das eine Firma ist? Ohne dass ich jetzt,

Werner: natürlich habe ich schon gewusst, dass Wien sauber ist und und und.

Werner: Aber woran, glaubst du, habe ich das erkannt?

Willy: Nein, das M8 ist bekannt für diese Sprüche auf die Wissgebung und so weiter.

Werner: Ja, aber das ist die Werbeagentur. Woran habe ich erkannt, dass das eine Firma

Werner: ist, wo wirklich die wirklich funktioniert? also Firma, Magistratsabteilung.

Willy: Willi hat Schweißbären auf der Stirn, kann er die Frage erraten?

Werner: Nein, aber das merkst du tatsächlich. Und ich habe das bei vielen Firmen erlebt,

Werner: mit ganz wenigen Ausnahmen, es gibt Ausnahmen, aber bei sehr vielen Firmen,

Werner: wo jeder mit jedem per Handschlag begrüßt.

Willy: Ah.

Werner: Und ich habe dort gesehen, wie der oberste Chef, wenn der, wo zu einem neuen

Werner: Standort geht, einfach nur kurz vorbeischaut, grüßt dich, servus,

Werner: servus, bei Handschlag.

Werner: Und ich kenne das auch im universitären Bereich, ich kenne Arbeitsgruppen,

Werner: wo man sich bei Handschlag begrüßt, wurscht was war, egal ob man jetzt spinnefeind

Werner: ist oder nicht, bei Handschlag, und es ist ja gleich ein ganz anders einigkommen

Werner: in die Arbeit und auch mit dem Miteinander.

Werner: Bei der M48, jeder Misskübler von ganz Rang unten bis auf zum obersten Chef, kriegst die Servus.

Willy: Meine lieben Zuhörerinnen und Zuhörer, zu sehr drüben auf YouTube,

Willy: bei mir sitzt ist heute der Werner Grober.

Willy: Ich bin immer noch bei der Einstiegsfrage. Was liegt an dir?

Willy: Das liegt eh an mir. Definitiv.

Werner: Da gibt es eine nette Geschichte.

Willy: Es liegt an mir.

Werner: Ich war einmal eingeladen beim Fettberg.

Willy: Legende. War einmal Kult. Eierlke oder Frukade.

Werner: Ich bin beim Fettberg. Und dann haben sie mir noch eins gesagt.

Werner: Der Regisseur sagt, Herr Gruber folgt Ihnen, dass der Fettberg neigt dazu, sehr viel zu sprechen.

Werner: Halten Sie dagegen, reden Sie, reden Sie einfach.

Werner: Und witzigerweise war das die einzige Folge, weil sie haben gesagt,

Werner: sie haben das Problem, sie müssen den Fettberg rausschneiden und den anderen dazuschneiden.

Werner: Das war die einzige Folge, wo es genau umgekehrt war.

Willy: Aber es liegt an mir, gell? Natürlich.

Werner: Du, ich bin Österreicher, es sind immer die anderen Schuld, ich bin nur Opfer.

Willy: Sehr schön. Apropos Österreicher, apropos Werner Gruber, jetzt wollte ich eigentlich

Willy: mit einer kurzen Einstiegsfrage das Gespräch einleiten und dann zur klassischen

Willy: biografischen Phase gehen.

Willy: Jetzt sind wir da, starten wir mal am Anfang mit dir oder gehen wir zum Anfang.

Willy: Ich würde echt gerne wissen, wie deine Kindheit war, wie der Werner Gruber in

Willy: die Welt gekommen ist und die Welt in den ersten Jahren wahrgenommen hat.

Werner: Da starten wir mit dem Elementarwichtigen. Neil Armstrong betritt den Mond.

Werner: Dann sollst du dich fragen, was hat das mit mir jetzt getan?

Willy: Nein, nein, wieso?

Werner: Ganz ehrlich, meine Eltern,

Werner: Meine Mutter, die Ärzte haben mir gesagt, dass meine Mutter nicht schwanger werden kann.

Werner: Und dann sind mein Vater und meine Mutter im Salzkammergut zusammengekommen,

Werner: das erste Mal so wirklich ein ganzes bisschen Zeit miteinander verbracht und die Oma,

Werner: die in dem Haus auch gewohnt hat, ist zur Mondlandung zum Nachbarn gegangen,

Werner: als sie im Fernsehen ausschauen.

Willy: Der hat einen Fernseher gehabt, oder wie?

Werner: Der Nachbar hat einen Fernseher gehabt, 1961. Und so wie es ausschaut,

Werner: dürfte ich, während Neil Armstrong den Mond betreten hat, gezeigt werden.

Willy: Danke Oma.

Werner: Ist echt, wo ich sage, also das ist tatsächlich so, so begann das Ganze.

Willy: Du bist ein Wunder quasi, sagst du Ihnen.

Werner: Tatsächlich, nein, sie haben keine Verhütung verwendet, weil sie gesagt haben, es ist eh wurscht.

Willy: Eh wurscht.

Werner: Und nein, das hat auch, da tut man leichter, Der Vater hat dann oft genug erzählt,

Werner: am Standtisch, die ersten Fußschuße sind nicht. Mama hat es geglaubt,

Werner: aber egal. Ist ein anderes Thema.

Werner: Es war dann so, dass der Vater war Elektriker und der hat dann,

Werner: der Hochzeitstermin war schon alles aus, die haben, glaube ich,

Werner: ein paar Wochen später geheiratet gehabt.

Werner: Also nicht wegen mir. Und es ist dann vorhin passiert, dass der Vater war Elektriker

Werner: und da ist das Kraftwerk Riedersbach, das war eines der größten,

Werner: Kohlekraftwerke in Oberösterreich und das,

Werner: Problem ist nur, wir haben in der Nachbargemeinde in Ostermitting und ich sage jetzt einmal so,

Werner: Es ist nicht der Arsch der Welt, aber von dort aus siehst du ihn.

Werner: Also es ist wirklich, was du sagst, es war tatsächlich und vor allem damals

Werner: auch so, wenn du kein Auto gehabt hast, du hast zu Fuß eine halbe Stunde in

Werner: den nächsten Ort zu gehen.

Willy: Lokalbahn hat es noch nicht gegeben, ne?

Werner: Und da war es, nein, allein von dort, wo wir gewohnt haben, zur Lokalbahn gehst

Werner: du vor so eine halbe Stunde. Also nämlich wirklich gehen.

Werner: Und ein Bus fährt zweimal am Tag, in der Früh und am Abend.

Werner: Und das Einzige, was es gegeben hat, war in der Nachbargemeinde,

Werner: wir haben eher bei Riedersbach gewohnt, da war es tatsächlich so,

Werner: da hat es ein Lebensmittelgeschäft gegeben, das hat es von 8. bis 12.

Willy: 12. 12.

Werner: Offen gehabt und am Nachmittag aus Pech gehabt. Und der Kindergarten war von

Werner: neun bis zwölf und den einzigen Sozialraum, den es dort gegeben hat,

Werner: war die Tankstelle, die hat im Spitznamen zur Hexkasse,

Werner: und bei der Tankstelle hat es ein Hinterzimmer gegeben mit einem Cola und einem

Werner: Bierautomaten und einem Billardtisch und das war es.

Werner: Es hat dann schon Wirtshäuser gegeben, da hat es dann mit dem Auto hinfahren

Werner: müssen und da hat dann die Mama zum Papa gesagt, wie es ungefähr vier Jahre

Werner: alt war, Aber wenn er sich nicht irgendwo versetzen lässt, er war bei der Energie AG,

Werner: in eine Stadt, also da war er jetzt nicht Großstadt gemeint,

Werner: sondern Stadt, dann lässt er sich scheiden.

Werner: Meine Eltern sind vor sechs und ein halb Jahren mehr oder minder gemeinsam mit

Werner: ein paar Monaten Abstand gestorben. Also ein Foto hat sich dann versetzen lassen.

Werner: Wir sind dann nach Hans Felden gezogen.

Werner: Und habe dann eine mehr oder minder glückliche Kindheit verbracht in Ansfelden.

Werner: Ich habe dann in die Schule gegangen, Gymnasium gemacht, habe eine Matura gemacht,

Werner: und habe aber dann schon gesehen, dass Ansfelden-Linz, Ansfelden ist im Speckgürtel von Linz,

Werner: dass das jetzt nicht unbedingt meine Zukunft werden wird, in Ansfelden zu bleiben.

Willy: Woran hast du das erkannt?

Werner: Es gibt weder in Ansfelden noch an der damaligen Uni Linz da hat sich tatsächlich

Werner: ein bisschen was geändert kein anständiges Physikstudium also Physikstudium

Werner: hat es schon gegeben wenn ich mich auf Lasertechnologie Linz war damals,

Werner: Spezialisten gegeben für Lasertechnologie das war tatsächlich der Professor

Werner: Börle war das super gewesen aber die restliche Physik war in Linz auf der Uni

Werner: nicht wirklich gut gegeben und damit war klar,

Werner: ich bin da und das war ein nettes Gespräch, ich habe Matura gemacht und ich

Werner: habe mal einen Aufschub gebeten von der Stellung, weil es könnte ja bei der

Werner: Matura was daneben gehen.

Werner: Ist eh nichts daneben gegangen, also vorbestanden und bin tatsächlich am nächsten

Werner: Tag nach der Matura zur Stellung in Linz beim Bundesheerauftrag.

Werner: Ich weiß nicht, wie man salutiert, das bringt es mir nachher schon bei. Ich war da.

Willy: Gruber meldet sich zu.

Werner: Ja, es hat wirklich so den Motto, ich war da, bringen wir es gleich hinter uns und da ruhe es.

Werner: Und da sagt der Herr Ruber, bitte nehmen Sie Platz, wo wohnen Sie?

Werner: Ich habe kurz die Daten aufgenommen, sagt der Herr Ruber, die nächste Kaserne wäre Hörsching.

Werner: Ich sage Ihnen aber, da das so kurzfristig ist, Hörsching haben Sie keine Chance,

Werner: ich kann Ihnen ein Kirchdorf anbieten.

Werner: Sag ich, was mache ich in Kirchdorf? Ja, wo wollen Sie denn leicht hin?

Werner: Sag ich, ja, Frau Altberg.

Werner: Sag ich, warten Sie, ich schaue gleich nach. Nein, Frau Altberg, der Malata ist alles zu.

Werner: Wollen Sie was anderes? Sag ich, Kärnten. Nein, Kärnten ist auch alles zu.

Werner: Sag ich, wie schaust du das mit Wien? Ja, Wien, in zwei Tagen gehen Sie einrücken.

Werner: Sag ich, passt, ist in Ordnung, gibst du mir den Wiesch, wo muss ich mich wahren,

Werner: wie einmal? Ich habe dann wirklich gleich den Befehl zum Einrücken gekriegt.

Werner: Drei Tage später war ich beim Bundesheer.

Werner: Aber jetzt war er noch sehr nett, sagt er, ich weiß nicht mehr,

Werner: Offizier oder Unteroffizier, sagt er, entschuldigen Sie, Herr Gruber,

Werner: jetzt eine sehr private Frage, haben Sie Probleme mit Ihren Eltern? Dann sage ich, wieso?

Werner: Sagt er, naja, also normalerweise wollen die Leute in der Nähe der Eltern bleiben.

Werner: Sie sind, glaube ich, seit 30, also Sie sind einer derer, die sagen,

Werner: möglichst weit weg. Was ist los?

Werner: Alkoholiker, Schizophrenie, was ist los? Sag ich, nein, schauen Sie her.

Werner: Ich liebe meine Eltern, wirklich. Ganz ein tolles Verhältnis gehabt,

Werner: wenn alle Kinder solche Eltern gehabt hätten, hätten wir viele Probleme weniger.

Werner: Aber ich kenne meine Eltern.

Werner: Frau Alper kenne ich nicht. Ich werde dort wahrscheinlich beruflich niemals

Werner: arbeiten und am Wochenende beim Bundesheer kann ich machen mit meiner Zeit, was ich will.

Werner: Ich kann in die Schweiz fahren, ich kann nach Deutschland fahren,

Werner: ich kann nach Italien fahren, kann man dort was anschauen.

Willy: Das hast du eine Strategie gehabt.

Werner: Kärnten, dasselbe in Grün, nur noch Süden und wo er sagt, naja,

Werner: und da sich das nicht ausgeht, Wien, dort werde ich studieren,

Werner: das heißt, ich kann mir schon einmal gleich ein bisschen anschauen,

Werner: wie sich das gestalten wird.

Werner: Der Offizier ist so flossen, sagt er dem Motto, boah.

Werner: Ja, und das ist das, was ich, und jetzt sind wir wieder bei der Gewohnheit.

Werner: Die meisten wollen ihr gewohntes Umfeld nicht verlassen.

Werner: Und das Einzige, was ich tatsächlich, ich sage jetzt für die männlichen Jugendlichen,

Werner: wenn sie jetzt nicht gerade studieren gehen, bleiben eigentlich sehr stark in ihrer Region.

Werner: Was ich schade finde, weil es gibt sehr viele Sachen zum Sängen.

Werner: Und ich bin sehr viel bei Vorträgen so wie in Österreich, also in Europa unterwegs

Werner: und sich einfach anzuschauen, was ist kulturell anders. Ein schönes Beispiel kulturell.

Werner: Ich habe mir jetzt etwas angewandt, seit zwei Jahren.

Werner: Ich muss jetzt dazu sagen, drei, vier Mal im Jahr habe ich einen wirklichen Gustav und Kebab.

Willy: Drei bis vier Mal, ich notiere das.

Werner: Recht für das.

Willy: So ein Quartals-Cabab ist das dann.

Werner: Und jetzt kenne ich in Österreich, wo ich sage, wir haben da von einem Säck

Werner: einen wirklich guten Cabab-Bestand.

Werner: Und jetzt war ich vor zwei Jahren in Perugia auf Urlaub, also ein paar Tage in Perugia.

Werner: Wir sind den ganzen Tag nicht gescheit zum Essen gekommen. Ich habe mir abend

Werner: wirklich nur eine Kleinigkeit gebracht. Und neben unserem Hotel war so richtige

Werner: Ockfakte in Oberösterreich, würde man sagen, Bumsen.

Werner: Wo du wirklich sagst, da überlegst du, ob es deine Gehe ist.

Willy: Das ist eher eine Notfallmaßnahme, wenn du das Essen gehst.

Werner: Es war ein Notfall-Keybap. und der war kein Italiener,

Werner: der dürfte irgendwo aus dem servokratischen Bereich kommen, irgendwo so Balkanartig,

Werner: und gehe rein und sage, ich brauche gerne ein Kebab und er sagt,

Werner: kein Problem, hat man das hergekriegt und ich muss dazu sagen,

Werner: ich habe noch nie in meinem Leben so ein Kebab gegessen, da war ein Pfefferone

Werner: drinnen, da war ein Gurkern drinnen, Balkan-Styler,

Werner: und jetzt muss ich ganz ehrlich sagen, der war nicht schlecht. Ich möchte sagen, okay,

Werner: es ist etwas anderes, als du dir erwartest. Also wenn du jetzt einen klassischen

Werner: Geber bewartest, sagst du nein, ich war anders.

Werner: Und jetzt, vor ein paar Wochen war ich in Italien auf Urlaub.

Werner: Entschuldigung, in Spanien. Also ich war.

Willy: In Spanien und in Italien im Urlaub.

Werner: Und wegen der Sonnenfinsternis. Und in Barcelona habe ich wieder einen Notfallgeber gebraucht.

Werner: Und die haben Oliven drinnen gehabt. Auch etwas ganz was Ungewöhnliches.

Werner: Und da und das ist jetzt das was ich mir so für mich angewandt habe zu sagen

Werner: so in jedem land und zum beispiel in italien tatsächlich vor einem jahr am piazza

Werner: des margaritas in venedig,

Werner: weil in venedig kriegst du schweren kebab das ist jetzt nicht so kebab style

Werner: countryland aber auf der piazza des margaritas gibt es ein sandwich cocktelladen

Werner: tolle sandwiches und die haben einen kebab an man dachte noch mal italienischer

Werner: kebab das schaue ich mir an,

Werner: Ich muss ganz ehrlich sagen, das war der faderste, ungewürzteste Kebab in meinem

Werner: Leben, den ich jemals gegessen habe.

Werner: Und die Italiener beherrschen an sich Sandwich, wirklich, da gibt es ganz geile

Werner: Geschichten. Nein, der war sowas von fad. Ich habe dann zwei Bissen runtergebrochen,

Werner: habe dann meiner Lebensgefährtin in die Hand gesagt, probier du einmal.

Werner: Ich mag keinen Kebab, kostet einmal.

Werner: Und ich habe gesagt, das ist der, weil ich mag diese scharfe Gewürzte nicht.

Werner: Und dieses stärker romantische nicht.

Werner: Die bestellte ich jetzt jedes Mal, wenn man einen Piazza des Margaritas hat,

Werner: bestellte ich die. Genau, das ist, was ich eigentlich brauche.

Willy: Du hast über Gewohnheit geredet, du hast Wien, Wien war eigentlich nur deine

Willy: dritte Wahl, was sagt Wien dazu?

Werner: Es war ja klar, dass ich vom Studium her und meine Familie, das ist eine total

Werner: spannende Geschichte, waren nur zwei Generationen nicht in Wien.

Werner: Ich kann nachweisen, also nachweisen, es gibt irgendwo alte Dokumente,

Werner: dass meine Familie glaube ich, lässt sich zurückführen auf 1366 auf eine Bäckerei.

Werner: Und es waren nur zwei Bindestrich drei Generationen, wo ein Zweig der Familie

Werner: nach Wels, die Mutter ist Welserin,

Werner: ja, auf Wien verlassen hat.

Werner: Es ist eigentlich das Witzige ist das, die meisten, die ganze Diese Verwandtschaft,

Werner: die wir haben, ist in Wien.

Werner: Wir sind immer auf Begräbnisse nach Wien gefahren oder sowas in die Richtung.

Willy: Wo man sich halt trifft, ne? Ja, Hochzeitenbegräbnisse.

Werner: Und damit war es sozusagen, und das ist aber tatsächlich, wenn du drei Generationen

Werner: irgendwo in Oberösterreich wohnst, fühlst du dich als Oberösterreicher.

Werner: Und das Witzige ist das, erst wie ich dann nach Wien zurückgekommen bin,

Werner: ist mir das aufgefallen, dass bei uns daheim, bei meinen Eltern,

Werner: vor allem meine Mutter und meine Großmutter, ja, Burli, willst du auf den Diwan legen?

Werner: Diwan ist kein österreichischer Ausdruck, das ist ein Wiener Ausdruck.

Werner: Ja, du, ich gehe schnell und hole die Medikamente.

Werner: Nicht die Medikamente.

Werner: Und ich habe gemerkt, dass bei uns daheim viel mehr gewinnert worden ist.

Werner: Erst, wie ich unter Anführungszeichen zurückgekommen bin nach Wien,

Werner: weil ich gemerkt habe, aha, ja, ah, die Sprechen, das hört sich ganz anders

Werner: an als das Oberösterreichische, das ist super.

Werner: Und so, wie gesagt, da ist mir dann eigentlich erst aufgefallen,

Werner: es war tatsächlich ein Zurückkommen nach Wien.

Willy: Und du bist dann da blieben, wenn wir über Gewohnheit reden,

Willy: also du bist seither, glaube ich, in Wien, oder? Bist du zwischendurch einmal weggegangen?

Werner: Nein, es ist so.

Willy: Du hast zwar die Gewohnheit geändert, aber in die nächste Gewohnheit gestolpert.

Werner: Nein, ich habe ja, also wenn wir über Gewohnheit reden, dann müssen wir es gleich gescheit machen.

Werner: Da, wo wir jetzt sitzen, weißt du, was da 1989 war? Der Kaserne.

Werner: Genau, die Wilhelmskaserne.

Willy: Der Wilhelm.

Werner: Und die Wilhelmskaserne war die ABC-Abwehrschule. Und Wernerngruber war genau da stationiert.

Werner: Das ist kein Witz, ich habe genau dieselbe Wohnerdress schon zweimal mehr liegen gehabt.

Willy: Du bist wirklich heimgekommen.

Werner: Den Afrikanerinnenstrich und den Rumänienstrich und so weiter.

Werner: Es war eine wirklich verlauterte Gegend.

Werner: Und dann war es so, dass diese Wilhelmskaserne, die Arbitzer Apfelschule ist,

Werner: war anders hinkommen nach Klosterneibergasse und die Kaserne ist verkauft worden.

Werner: Und da haben sie viele Genosenschaften, die haben sich das Gelände gekauft.

Werner: Wir wohnen beide in einer dieser Genosenschaften.

Werner: Und ich habe dann einmal geschaut, wo ich gesagt habe, ich brauche eine Wohnung,

Werner: habe mich dann da beworben, um diese Wohnung und prompt rückt und ich habe tatsächlich

Werner: die Mama angerufen und sage, du Mama, ich habe jetzt bald eine neue Wohnung,

Werner: ja, du schreib mir die Adresse, sage ich, du kennst schon. Das ist genau das.

Willy: So geil, oder?

Werner: Und wenn ich zugehe, wir haben ja benachbart die Feuerwehr vom zweiten Bezirk,

Werner: und das Witzige war das, beim Zaun, das ist ein durchsichtiger Zaun,

Werner: die Feuerwehr fährt sozusagen aus und sobald die ausfahrt mitten in der Nacht

Werner: alles Scheinwerfer und so weiter und so fort.

Werner: Und mein Zimmer oder unser Zimmer war tatsächlich genau auf die Feuerwehr.

Werner: Ich habe dann sogar mal mit dem Feuerwehrkommandanten geredet zu sagen,

Werner: es ist super, dass es euch gibt, es ist Feuerwehr. Aber ich habe es nicht lässig

Werner: gefunden, wenn Nummer zwei in der Nacht, drei in der Nacht die Feuerwehr ausfährt,

Werner: weil wir sind immer munter geworden, weil wir haben nicht einmal in die Baracken,

Werner: wir haben französische Baracken gehabt, wo wir gewohnt haben.

Werner: Und ich bin tatsächlich heute in der Früh schnell bei der Post was hochgegangen

Werner: und da bin ich wieder bei der Feuerwehr.

Werner: Grundstücksgrenze. Ja, da habe ich einmal geschlafen.

Willy: Wahnsinn, oder? Du hast mit 17 Jahren, habe ich gelesen, den ersten österreichischen,

Willy: ich will noch ein bisschen verstehen, was du für ein Jugendlicher warst.

Willy: Was war Werner Gruber für ein Jugendlicher? Den ersten österreichischen Jugendforschungspreis

Willy: für die Entwicklung eines dreidimensionalen Bildschirms bekommen.

Willy: Was ist ein dreidimensionaler Bildschirm?

Willy: Und wie hast du das geschafft? Ich kump' mir auf das. Werner Gruber greift zum iPhone.

Werner: Darf ich ein Blatt Papier haben?

Willy: Du darfst ein Blatt Papier haben. Ich werde ein bisschen mitkommentieren,

Willy: was du da tust. Achso, nein, du müsst falten.

Werner: Ich habe gesagt, ich brauche ein Blatt Papier.

Willy: Geiger hoch zu, ich schau gleich komisch wieder drunter. Werner Gruber faltet ein Stück Papier.

Werner: Es gibt ja sozusagen dreidimensionale Darstellungsformen, relativ viele.

Werner: Die Hologramme, das ist dann sozusagen etwas, wo du auf etwas Flaches hinschaust

Werner: und du siehst, dass sich das ein bisschen ändert.

Werner: Mein Bildschirm war tatsächlich einer, wo du auch hinter den Bildschirm gehen

Werner: kannst. Und es ist ein relativ einfaches Prinzip.

Werner: Wenn ich jetzt dieses Blatt sehr, sehr schnell drehen würde,

Werner: erscheint es durchsichtig.

Werner: Das war eine Frage an dich? Mhm. Okay.

Willy: Ich denke noch, du siehst, schau mir in die Augen, du siehst,

Willy: das ist so eine Mischung aus Ratlosigkeit und versucht den Herrn Kruber zu verstehen.

Werner: Wenn ich das jetzt sehr schnell drehen würde, ist das wie so ein Zylinder,

Werner: aber der eigentlich durchsichtig ist.

Werner: Und jetzt kommt das Tolle, wenn ich jetzt da einen Lichtstrahl,

Werner: ein Lichtstrahl selber, wenn da jetzt so ein Laserlichtstrahl ist,

Werner: den siehst du ja nicht, außer du hast Staub.

Werner: Aber eigentlich ist ein Lichtstreu, du siehst nur dort, wo das Licht auftrifft,

Werner: da am Tisch, die Reflexion und so weiter, aber einen reinen Lichtstreu siehst du eigentlich nicht.

Werner: Und jetzt ist das Coole das, wenn du jetzt sozusagen durch diesen Zylinder,

Werner: der eigentlich durchsichtig ist oder erscheint,

Werner: einen Lichtstreu durchschickst, überall, wo das Papier den Lichtstreu trifft, jetzt reflektiert.

Werner: Und auf einmal erscheint in dem Zylinder dieser Lichtstrahl,

Werner: also eine dreidimensionale Linie.

Werner: Und jetzt kannst du da rundherum gehen und dir das anschauen und du siehst alle

Werner: Verzerrungen und so weiter.

Werner: Und wenn ich eine Linie habe, kann ich jetzt mehrere Linien machen,

Werner: kann dann ganze Konstrukte daraus bauen und das war meine Leistung.

Werner: Als 16-Jähriger habe ich es entwickelt und als 17-Jähriger habe ich dann ein paar Monate später.

Willy: Wir reden hier vom Jahr.

Werner: 1986, 87.

Willy: Also die Zeit noch vor dem Internet und vor iPhones und vor Touch und vor,

Willy: also eigentlich die Zeit ganz vor allem eigentlich, was man also kennt.

Werner: Beim 3D-Budget ist es ja dokumentiert, was nicht dokumentiert ist.

Werner: Und da bin ich echt sauer auf mich, dass wir es nicht dokumentiert haben.

Werner: Ich war einer der Ersten in der Schule, der einen Computer gehabt hat.

Werner: Meine Eltern haben sofort realisiert, Computer wird kommen, das könnte man brauchen.

Werner: Der Burr, ja, ist in Ordnung, kriegt er zwei Nachrichten.

Werner: Und ein Klassenkamerad, der Peter, hat auch denselben Computer gehabt und wir

Werner: waren beide auch begeisterte CP-Funker.

Willy: Oh Gott, ich kann mir euch schon gut vorstellen, ich sollte auch der Peter.

Werner: Also ganz ehrlich, der hat ein paar Kilometer entfernt gewohnt und dann haben

Werner: wir uns überlegt, das wäre natürlich total praktisch, dass man bei CP-Funk-Code

Werner: den Nachtell, du kannst keine Daten übertragen.

Werner: Praktisch war es aber, wenn die Mathehausaufgaben, die wir von den anderen immer

Werner: gern abschrieben haben, wenn man das am Computer sozusagen der eine die

Werner: Hausaufgabe, da muss man nicht in der Früh um eine Dreiviertel-Achtung schnell

Werner: anschreiben, sondern wenn man das per Daten übertragen könnte.

Werner: Worauf wir unseren Computer mit den CB-Funkgeräten. Und jetzt kommt es aber,

Werner: du musst dir vorstellen, 1922, das Konzept Datentransferprotokoll,

Werner: da hat es nicht einmal Bücher dazugegeben.

Willy: Das heißt, es ist sicher gehabt, oder?

Werner: Nein, aber wir mussten als zwölfjährige Buam ein Datentransferprotokoll entwickeln,

Werner: dann, dass ich auf sein Diskettenlaufwerk zugreifen kann, eher auf meins,

Werner: bidirektional, Datensicherheit, weil nicht jedes Bit gerade über CP vom Kost ist.

Werner: Wir haben Kontrollbits einführen müssen. Wir haben im Jahr, also es war dann

Werner: tatsächlich im 2.80er Jahr am Anfang, im 3.80er Jahr, war es dann echt möglich,

Werner: dass ich auf sein Diskettenlaufwerk und ich auf mein Diskettenlaufwerk und dass wir,

Werner: ich würde jetzt nicht den Begriff E-Mail verwenden, aber wir konnten...

Willy: Bjarne Gruber hat die E-Mail auf.

Werner: Nein, das ist nicht, das hat es damals schon...

Willy: Hat es schon gegeben eigentlich, gell? Ja, hat es eigentlich schon gegeben, ja.

Werner: Aber das haben wir ja nicht einmal gewusst, dass es das schon gegeben hat.

Werner: Und ich muss ganz ehrlich sagen, ich bin heute noch stinksauer,

Werner: dass wir das nicht zusammenschrieben haben und sei es nur für einen Schuljahresbericht,

Werner: ein Schulprojekt, weil damit wäre es dokumentiert gewesen und das wäre dann auch alles gewesen.

Werner: Wir haben das erste WLAN in Österreich als 13-jährige Buben gebaut.

Werner: Und jetzt muss ich allerdings eins korrekterweise sagen, bis das funktioniert

Werner: hat, haben wir, glaube ich, 5000 Schilling an Telefonkosten ausgegeben.

Werner: Du, ich habe das gemacht, nein, du, das so nicht und so weiter.

Werner: Und ich muss aber dazu sagen, das sind genauso diese Kleinigkeiten,

Werner: wo man dann sagt, du schaffst da first.

Werner: Und das zweite first, das war dann allerdings schon viel, viel später.

Werner: Ich habe Vorlesungen, wenn sie gut sind, gehe ich gern hin.

Werner: Besuche heute noch Vorlesungen, aber es gibt so Vorlesungen,

Werner: wo du sagst, okay, das musst du anhorchen, weil manchmal erst zu Kleinigkeiten,

Werner: und ich gehe wahnsinnig gerne ins Kaffeehaus, und mein Traum war immer,

Werner: dass ich im Kaffeehaus sitze, und Vorsicht, wir reden jetzt von ungefähr 20,

Werner: wow, also nicht, wie wir die heutige Technologie haben,

Werner: mein Traum war immer, ich sitze gemütlich im Kaffeehaus, bestelle mir einen

Werner: Kaffee, und komme auf meinen Computer, die Vorlesung, die jetzt gerade im Hörsaal

Werner: stattfindet, anhorchen.

Werner: Und dann im Jahr 96, 97 habe ich tatsächlich meine erste große Vorlesung.

Werner: Also groß für Physiker waren 20 Leute Teilnehmer. Das ist extrem groß.

Willy: Jetzt für was Großes, die Vorlesungen sind kleiner.

Werner: Nein, es gibt einfach wenig Physikerinnen und Physiker. Und habe immer gedacht,

Werner: okay, auch wenn ich diesen Komfort nicht gehabt habe, dann möchte ich es meinen Studenten anbieten.

Werner: Und ich war tatsächlich einer der Ersten, der von der Fakultät ein Notebook

Werner: gekriegt hat, genau für diese Dings.

Werner: Da hat es nicht einmal WLAN gegeben. Ich habe nur dieses Notebook im Hörsaal

Werner: mit einem 10 Meter langen Kabel anschließen müssen.

Willy: Das 10 Kilo Notebook. Ja, das war nur ordentlich. Da hast du Muskel gekriegt.

Werner: Und das Witzige war dann das, die Datentransferrate war ungefähr so,

Werner: Alle zwei Sekunden ist ein Bild im Livestream ausgegangen.

Werner: Da haben wir wahnsinnig viel gelernt, nämlich, dass der Ton viel wichtiger ist als das Tafelbild.

Willy: Beim Podcasten genauso.

Werner: Zum Beispiel beim Tafelbild. Wir haben knapp 320 x 180 Pixel.

Werner: Wenn du da was aufzeichnest, siehst du nicht viel.

Werner: Und es musste dann eine HTML-Plattform geschaffen werden. Die war nämlich dann die wirkliche Hocken.

Werner: Das Ganze datentransfermäßig und so weiter war relativ harmlos.

Werner: Aber wir kennen die Studenten, vor allem ich habe sehr viele Grafiken gehabt,

Werner: die teilweise auch sehr viele grauen waren.

Werner: Ich habe da dann diese Grafiken gezeichnet und habe dann, wenn ich etwas auf

Werner: die Tafel gezeichnet habe, gesagt, betrachten wir die Grafik 3, haben 3 aufgezeichnet.

Werner: Und da war dann unten so eine Leisten und der Link mit dem Dreier, den hast du geklickt.

Werner: Und neben dem Stream ist dann genau das Bild aufgetaucht. Also da war sozusagen sehr viel.

Werner: Und ich war wirklich stolz drauf.

Werner: Wir waren weltweit, das ist jetzt sogar tatsächlich verbrieft,

Werner: 1998 haben wir ab zwei, drei Studenten geholfen, weil wir haben.

Werner: Ein Hörsaal-Telefon gehabt und die Studentinnen und Studenten haben im Hörsaal-Telefon

Werner: anrufen können, wenn sie Fragen zur Vorlesung hatten.

Werner: Und hinten ist ein Student gesessen und hat das so abschrieben,

Werner: danke Michi, dass du mir da geholfen hast.

Werner: Wir sind heute noch sehr gut befreundet, ich habe dann sein Masterarbeit betreut.

Werner: Der hat dann die Frage und der ist dann immer wieder gekommen.

Werner: Ja, wir haben eine Frage gefunden. Und weißt du, was jetzt passiert ist?

Werner: Die Studenten sind nicht weniger geworden. Weil das Konzept war jetzt das,

Werner: ich stehe mir ja da minder allein im Hörsaal.

Werner: Ich sage, seid ihr mir nicht besser, ihr habt jetzt echt die Chance.

Werner: Ich habe mir wirklich Mühe gegeben, dass ihr gemütlich im Kaffeehaus,

Werner: ich habe euch sogar eine Liste von Kaffeehäsern gegeben, wo ihr euch anstöpeln könnt mit Lahnkabel.

Werner: Wieso kommt ihr zu mir in die Vorlesung?

Werner: Herr Professor, anplagt sind sie besser.

Willy: Das war tatsächlich... Also grober anplagt, ja, aber das sagt man einfach viel

Willy: Bands oder sowas, was eigentlich anplagt, dann ist es so richtig,

Willy: richtig gut geworden sein.

Werner: Aber wir haben dann zum Beispiel, ich habe tatsächlich, und das war nicht unpraktisch,

Werner: weil wir haben dann den Streamer abgespeichert und damit haben sich manche Studenten

Werner: in Berufstätigkeit gewonnen, sich das am Abend anhorchen können und wir haben

Werner: tatsächlich, ich habe zwei Studenten, die in Graz,

Werner: waren, aber an der Universität Wien studiert haben und Prüfung machen wollten,

Werner: aber nach Wien ist da extra wegen einer Prüfung, da herfahren,

Werner: die haben mich kontaktiert, reguläre E-Mail, wie wir das machen können.

Werner: Ich habe mir dann einen Kollegen in Graz, den ich kennengelernt habe,

Werner: gesagt, du machst mir die Prüfungsaufsicht, ich schicke dir die Fragen.

Werner: Die zwei Studenten haben in Graz Prüfungen gemacht, was heute überhaupt kein Thema mehr ist.

Willy: Aber wir erinnern, und das war 1900...

Werner: Das war 1997,

Werner: haben wir angefangen, das zu machen. 1998 hat das funktioniert und ich habe

Werner: dann auch sogar von der Universität Wien so eine kleine Belobigung,

Werner: sogar ein bisschen Geld gekriegt dafür.

Werner: Und das Geile war das, die Harvard, ich glaube es war die Harvard University, die dann ist,

Werner: Die nächstfolgende Universität, drei Jahre später, es hat nämlich immer wieder

Werner: so Einzelne gegeben, die dann so punktuell das gemacht haben.

Werner: Wir waren die Ersten, die wirklich ein komplettes Semester durchzogen haben,

Werner: von der ersten bis zur letzten Vorlesung.

Werner: Und die von der Harvard, da muss ich dazu sagen, so sehe ich die Harvard-Schätze,

Werner: aber die haben einen Regisseur, drei Kamerleute und und und gehabt.

Werner: Ich habe mir dann so ein Headset, das noch so war während der Nürze und dann

Werner: ist das Headset, der setzt man durch so ein Ansteckmikro, allerdings mit Kabel,

Werner: da war nichts mit WLAN oder irgendwas.

Werner: Das war noch rural, nicht so dieser neumodische Kram.

Willy: Ja, das geistet, oder?

Werner: Das ist halt ja damals noch was kostet. Heute, ich weiß das an hoher...

Willy: Doch, doch, glauben wir es, das hat ich weiß halt damals viel kostet.

Willy: Das ist immer relativ zu dem, was man hat, wie viel was kostet.

Werner: Nein, und vor allem nicht die Qualität, die das heute hat.

Willy: Ja, wenn man es richtig einstellt. Also man kann heute auch noch viel, viel falsch machen.

Willy: Jetzt verstehe ich ja, weil ich geschaut habe, was du aktuell machst und du

Willy: bist aktuell am Institut für Informatik, jetzt verstehe ich ja,

Willy: warum Informatik, aber du hast Physik studiert. Warum Physik?

Werner: Also erstmal kurz die Informatik zu erklären, das hat jetzt witzigerweise mit

Werner: dem relativ wenig zu tun.

Werner: Es ist so, ich habe meine große Liebe ist tatsächlich die Naturwissenschaft und die Medizin.

Werner: Und ich habe mir sehr stark überlegt, ob ich nicht Medizin studieren soll.

Werner: Und jetzt ist Folgendes passiert, ein Matura-Kollege der Campus hat,

Werner: ich habe ich ein Bundesheer gemacht und er hat aber schon Medizin angefangen zu studieren.

Werner: Und ich habe tatsächlich, wie ich vom Bundesheer abgerüstet bin,

Werner: bin ich zum damaligen Westbahnhof gefahren und prompt rennt man der Campus über

Werner: den Weg, sagt er, du, geh mal in den Speisewagon auf ein Bier.

Werner: Also, was hast du gemacht während deinem Studium, Werner, was hast du beim Bundesheer gemacht?

Werner: Und da hat er gefragt, naja, du wirst deine Physik studieren,

Werner: weil es war damals schon klar, dass ich mich dafür interessiere.

Werner: Sag ich, du, ich bin mir nicht sicher, es könnte sein, dass ich Medizin studiere.

Werner: Schaut mich aus, sagt er, warum. Sag ich, naja, mich interessiert eigentlich,

Werner: wie das alles funktioniert und sozusagen vor allem Denkvorgänge und der ganze,

Werner: biomechanische Teil und, und, und.

Werner: Sag der Werner, er studiert Medizin, ist heute Primararzt und so weiter.

Werner: Studieren nicht Medizin. Medizin ist ein Heiler.

Werner: Du bist nachher jemand, der Menschen von seinen Leiden mehr oder minder befreit, der hilft.

Werner: Werner, du bist kein Helfer. Du bist ein Versucher zu verstehen.

Werner: Das ist eine ganz andere Kategorie.

Werner: Die interessiert, er hat es jetzt nicht so provokant formuliert,

Werner: dir ist wurscht, was mit den Leuten passiert. Nein, ist es mir nicht.

Werner: Aber meine primäre Mission ist eigentlich etwas zu verstehen.

Werner: Und er hat gesagt, weißt du, das was du von der Medizin brauchst,

Werner: was für dich interessant ist, da gibt es Lehrbücher, die sind so dick,

Werner: das lässt du an einem Wochenende durch.

Werner: Du musst nicht eine Medikamentation wissen, wie stark soll das Medikament sein

Werner: und was für andere Erkrankungen gibt es, du willst wissen.

Werner: Mach lieber das Physikstudium, weil du eine bessere naturwissenschaftliche Ausbildung

Werner: erhältst, weil die Methodik der Naturwissenschaft, es geht nicht darum,

Werner: du lernst in Physik nicht, was ist die Schmelztemperatur von Blei und,

Werner: wie viele Elemente gibt es, sondern du lernst Methoden.

Werner: Genauso wie ein Mediziner die Methodik lernt, wie kann ich mit Handdiagnostik

Werner: feststellen, ist da ein Tumor oder ist das ein Blinddarm und so weiter.

Werner: Und ich habe mich dann, das war ein sehr tolles Gespräch, das wirklich mein

Werner: Leben strukturell beeinflusst hat.

Willy: Biografisches Ereignis.

Werner: Nein, aber du sagst, das ist mir noch echt sehr gut in Erinnerung.

Willy: Ich habe mir zurückgeschaut und da haben sich die Weichen ein bisschen gestört wieder.

Werner: Und damit war wirklich, wie ich in Linz ausgestiegen bin, war klar,

Werner: okay, es wird wirklich die Physik.

Werner: Und habe mich dann auch für die Physik entschieden und habe dann auch im Bereich

Werner: Neurophysik abgeschlossen.

Willy: Neurophysik.

Werner: Und jetzt muss man dazu sagen, ich war der erste Neurophysiker Österreichs.

Willy: Wieder der erste. Du hast das halt nicht genannt, ich habe das Gefühl. Ich bemühe mich.

Werner: Und nein, es war damals so, es hat damals gegeben drei Studienzweige,

Werner: also vier mit dem Lehramt.

Werner: Experimentalphysik, Theoretische Physik und Computationalphysik.

Werner: Und der klassische Zugang war, machen wir Experimentalphysik und habe da alle

Werner: Prüfungen drin gemacht.

Werner: Und dann, das ist so zwischendurch entstanden, diese Computational Physics.

Werner: Und mein damaliger Chef, der hat sich sehr interessiert für,

Werner: wie funktionieren biologische Systeme.

Werner: Und da gibt es heute eine ganze große Arbeitsgruppe. Und es war damals noch

Werner: wirklich ganz klar so Grassroot-Technik. Und ich bin dann irgendwie zu einem

Werner: gekommen und habe gesagt, wollen Sie bei mir,

Werner: Arbeiten schreiben. und da ist es dann tatsächlich die Neurophysik geworden,

Werner: habe mich dann sehr intensiv beschäftigt.

Werner: Da muss ich jetzt dazu sagen, das erklärt jetzt ein bisschen die Informatik,

Werner: die Physik kennt Differenzialgleichungen und, und, und.

Willy: Alles ist auf deinem Hemd übrigens drauf. Ja, das ist ein klassisches Physiker.

Willy: Das ist einfach ein gesamter Überblick über die Physik. Ich habe bewusst,

Werner: Dass wir heute über Informatik reden, hätte ich mein Informatiker-T-Shirt genommen.

Werner: Der Vorteil ist jetzt der, wir können tatsächlich sagen, dass unser Gehirn sehr

Werner: stark wie ein Computer arbeitet. Allerdings ganz mit anderen Rechenstrukturen.

Willy: Ich glaube, da hat jeder einen anderen Computer. Bei mir ist es mehr ein Playstation,

Willy: bei dir ist es mehr der Ding.

Werner: Nein, es hat natürlich jeder ganz einen anderen Ansatz. Aber...

Werner: Es ist tatsächlich so, dass,

Werner: jeder Mensch hat, aber es ist eine andere Rechner-Architektur als diese Rechner

Werner: oder wie sie da in die iPhones drinnen sind.

Werner: Aber es ist tatsächlich ein Computer. Neuronale?

Werner: Nein, neuronale Netzwerke ist nur mal was anderes.

Werner: Es gibt den Begriff des sogenannten Unconventional Computings.

Werner: Und da gibt es ganz exotische Rechner, da gibt es zum Beispiel Liquid Computing

Werner: und DNA Computing und, und, und.

Werner: Und ich bin dann von meinem Chef vor drei Jahren, dreieinhalb Jahren gefragt

Werner: worden, ob ich nicht zur Informatik gehen will.

Werner: Wir haben mir dann ein bisschen angeschaut, dass die Informatik ganz interessante

Werner: Techniken und Methoden hat.

Werner: Die habe ich mir jetzt auch aneignen müssen, sehr gerne gemacht,

Werner: aus dem Bereich der theoretischen Informatik, was ist Turing-Vollständigkeit

Werner: und welche Sprachen gibt es, wobei da ist es gar nicht einmal Computersprachen

Werner: genannt, sondern wie kannst du ein Problem auf welchem Komplexitätsgrad formulieren,

Werner: das haben wir in der Physik nie braucht, weil das ist nicht unser Thema.

Werner: Und da habe ich jetzt sehr viel auf der Informatik gelernt und bringe mich jetzt

Werner: tatsächlich in der Forschung weiter.

Werner: Also die Verspieltheit mit WLAN, machen wir das im Internet,

Werner: das gibt es tatsächlich als eigener Forschungsbereich auf der Informatik,

Werner: aber mit dem habe ich, außer dass ich mal sage, ich habe mich mal damit gespült,

Werner: im wahrsten Sinne des Wortes, aber nicht im Wissenschaft.

Willy: Aber im Prinzip du weißt, du hast gesagt, naturwissenschaftliches Interesse,

Willy: Medizin, wobei Medizin hätte sich dann wahrscheinlich was in der Pathologie

Willy: gelandet, da werden dann wahrscheinlich die Interessen wieder stärker rauskommen können.

Willy: Das Programmieren und die Physik, also es ist eigentlich alles relativ schön

Willy: zusammengekommen bei dem, was

Willy: du dann gemacht hast, oder? Also du bist gut gelandet eigentlich, oder?

Willy: Schauen wir mal ein bisschen, jetzt sagen wir mal, vor mir sitzt heute ein Physiker

Willy: und spätestens seit, ja, sagen wir mal.

Werner: Wir können mal einen kurzen Break machen.

Willy: So, wir sind wieder da. Mit all dem physikalischen Wissen, das du dir dann über

Willy: die Jahre aufgekauft hast,

Willy: wollen wir jetzt ein bisschen in die Landwirtschaft reinblicken und spätestens

Willy: würde ich sagen, seit Harald Lesch wissen wir, dass man mit Physikern über alles sprechen kann.

Werner: Nein, es gibt schon Sachen, wo auch Physiker an ihre Grenzen kommen.

Willy: Gibt es die Grenzen der Physik quasi?

Werner: Ja, das ist die Philosophie.

Willy: Das ist die Philosophie. Ist die eigentlich vor der Physik oder nach der Physik?

Werner: Nein, ich würde es tatsächlich, ich habe letztes Wochenende durch Zufall wirklich

Werner: eine ganz geile Diskussion mit einem Philosophen geführt.

Willy: Eigentlich wollte ich über Landwirtschaft reden, jetzt haben wir eine Philosophie,

Willy: aber ich liebe das, bitte.

Werner: Und zwar folgendes, was ist die elementarste Wissenschaft?

Werner: Das ist die Mathematik. Du kannst wirklich sagen, aus der Mathematik herausgehend

Werner: bist du in den Naturwissenschaften, Physik, Biologie, Chemie und dann kommst

Werner: du sozusagen in den Bereich der Sozialwissenschaften, die übrigens auch sehr

Werner: viel Mathematik verwenden,

Werner: bis zur Medizin und, und, und.

Werner: Und jetzt ist die Frage, was macht eigentlich die Philosophie?

Werner: Und ich halte mich da an die Einführungsvorlesung von Professor Stöttner,

Werner: der für Philosophie die Einführungsvorlesung geordnet hat, und der hat das einmal

Werner: sehr schön formuliert, und das hat mir wahnsinnig gut gefallen.

Werner: Wo er hergegangen ist und gesagt hat, naja, die Philosophie denkt in Bereichen,

Werner: die die Wissenschaft noch nicht denken kann.

Werner: Wir haben in der Wissenschaft, wenn wir etwas nicht definieren können, dann dann wir uns schwa.

Werner: Zum Beispiel in der Neurowissenschaft gibt es zwei Begriffe,

Werner: die sehr kontroversiell, sie werden diskutiert, aber nicht auf wissenschaftlichem Niveau.

Werner: Das ist der Begriff Intelligenz und Bewusstsein.

Werner: Bei Intelligenz hat jetzt die Psychologie schon ein paar Ansätze gefunden.

Werner: Aber was ist intelligentes Verhalten, gibt es 30 Antworten und jede macht für

Werner: sich einen Sinn, widersprechen sie aber teilweise.

Werner: Bewusstsein ist noch viel, viel komplizierter.

Werner: Und jetzt brauche ich aber Menschen, die versuchen, diese Fragen,

Werner: die es sehr wohl gibt, ich kann sie nicht nur, weil ich es nicht definieren

Werner: kann, kann ich es nicht einfach wegrammen.

Werner: Und da ist die Aufgabe der Philosophie, dass die Philosophie uns als Wissenschaftler.

Werner: Hausaufgaben gibt, zu sagen, denkt einmal über den Begriff Bewusstsein nach.

Werner: Und manche Philosophen versuchen dann auch schon ein bisschen Lösungen zu bringen.

Werner: Wir können uns das auch anschauen.

Werner: Vor 300 Jahren war der Begriff der Naturphilosophie, weil da gibt es auch verschiedene

Werner: Richtungen, war das ein ganz wichtiges Thema.

Werner: Heute hat die Naturphilosophie kaum mehr eine Bedeutung, weil die Naturwissenschaften,

Werner: ihre Hausaufgaben gemacht hat und sagt, ja, da hat vor 400 Jahren einer gesagt,

Werner: hat eine wichtige wissenschaftliche Frage aufgestellt.

Werner: Und dann haben wir gesagt, ja, schauen wir uns an, haben es gelöst.

Werner: Und damit ist das Thema aus der Philosophie heraus.

Willy: Also die Philosophie stellt die Hypothesen auf.

Werner: Nicht die Hypothesen, die wird sogar nur eine Kategorie weitergehen,

Werner: weil eine Hypothese braucht schon eine klare Definition.

Werner: Sie denkt über das klassische wissenschaftliche Gebiet weit hinaus.

Werner: Dort, wo es noch nicht einmal gescheite Begrifflichkeiten gibt.

Werner: Und das ist jetzt genau das, wo ich sage, ich finde es, es gibt jetzt eine freundliche

Werner: und weniger freundliche Formulierung.

Werner: Die Philosophie ist der Entgegner der Naturwissenschaften.

Willy: Ist das nicht davor oder danach? Nein, nicht davor oder danach.

Werner: Es hat nichts mit einer Zeit zu tun. Sondern daran müssen wir uns abarbeiten.

Werner: Oder die zweite freundlichere, die Philosophie gibt uns Hausaufgaben, die wir lösen müssen.

Werner: Und jetzt ist der einzige Kritikpunkt, den ich tatsächlich an der Philosophie,

Werner: oder um genauer zu sein, an manchen Philosophinnen und Philosophen habe,

Werner: gerade am Bereich der Neurowissenschaft,

Werner: dass Fragen zum Beispiel des freien Willens und so weiter wurden von der,

Werner: Die Wissenschaft-Naturwissenschaft sehr klar und sehr eindeutig beantwortet.

Werner: Nur das Problem ist, wenn ich reine Philosophie betreibe, nutzt man das nichts,

Werner: weil ich muss auch das Fachgebiet dazu kennen.

Werner: Es gibt Wirtschaftsphilosophen, es gibt Medizinphilosophen und so weiter.

Werner: Ich muss das Gebiet kennen und es hat tatsächlich zum Beispiel gerade im Bereich

Werner: der Neuro-Wissenschaft in den letzten 30, 40 Jahren einen gigantischen Aufschwung

Werner: gegeben, Wo viele Hypothesen oder viele Meinungen von Philosophen schlicht und einfach überholt sind.

Werner: Und das ist jetzt genau das, wo ich sagen muss, ja, da hätten,

Werner: da sollten dann die Philosophen schon eindeutig...

Werner: Ein bisschen die Fachliteratur checken und sagen, okay, das Thema ist ausdiskutiert.

Willy: Das habe ich mir eigentlich erklärt. Da brauchen wir nicht mehr drüber philosophieren.

Werner: Genau, im wahrsten Sinne des Wortes, aber Philosophie war absolut wahnsinnig

Werner: wichtig. Aber du wolltest mir was zum Thema Landwirtschaft fragen.

Willy: Ja, ich habe eingeleitet mit Harald Lesch im Endeffekt, mit einem deutschen Kollegen,

Willy: der ja dann auch als erstes mit Physik gestartet hat und dann auf einmal mit

Willy: einem Philosophen mit einem Philosophen eine gemeinsame Sendung gehabt hat,

Willy: wo er eindrucksvoll auch gezeigt hat, wie sich diese beiden Bereiche,

Willy: also ich habe das damals wirklich mit Leidenschaft geschaut.

Werner: Das ist ein bisschen in der München-Urbahn gefahren, wenn ich das noch richtig in Erinnerung habe.

Willy: Sagst du das auch einmal? Ich weiß nur immer, dass sie nebenbei noch gegessen

Willy: haben und bei Italienern waren sie glaube ich dann eine Zeit lang.

Willy: Ja, das war dann zum Schluss,

Werner: Wo dann schon ein bisschen Budget da vorhanden war für die Sendung.

Willy: Ja, Budget, das ist ein anderes Thema. Nein, ich würde gerne,

Willy: ich habe es ganz am Anfang gesagt, bevor wir dann über alles andere geredet

Willy: haben, das ist ja Bauer to the Bible, wir reden ja über Landwirtschaft und Lebensmittel

Willy: gelegentlich auch noch.

Willy: Wenn ein Physiker wie du heute auf die Landwirtschaft drauf schaut,

Willy: und das reicht auch schon, educated guess, kann man aus Sicht der Physik,

Willy: oder aus deiner Sicht zumindest, sagen, welche Art der Landwirtschaft die sinnvollere

Willy: ist? Das ist eine große Frage.

Werner: Die Frage ist, ich werde jetzt den Begriff sinnvoll unterfragen,

Werner: nein, jetzt sind wir wieder bei den Definitionen. Was ist optimal?

Willy: Was wäre aus Sicht der Physik sinnvoll?

Werner: Nein, Vorsicht. Wir sind, das ist ein ganz wichtiger Punkt, stellen wir mal

Werner: eine ganz vielleicht wichtigere, elementare Frage.

Werner: Wenn ich jetzt fragen würde, was ist die Aufgabe der Physik?

Werner: Was machen Physikerinnen und Physiker?

Willy: Die Welt, die physische Welt und die Zusammenhänge beschreiben,

Willy: würde ich jetzt einfach grob sagen.

Werner: Tatsächlich ist es eine reine Beschreibung. Wir erklären sie nicht.

Werner: Erklären ist ganz was anderes.

Werner: Wir beschreiben sie. Und jetzt ist es tatsächlich so, wir würden,

Werner: also wenn du mich jetzt fragst, was ihr als Physiker von der Landwirtschaft,

Werner: kann ich sie beschreiben?

Werner: Das ist das, was ich gelernt habe. Und jetzt schauen wir uns die Beschreibung

Werner: der österreichischen Landwirtschaft an.

Werner: Nach dem Zweiten Weltkrieg waren 40 Prozent der erwerbstätigen Österreicherinnen

Werner: und Österreicher in der Landwirtschaft tätig.

Werner: Vor 20 Jahren waren es, glaube ich, so um die 2,5 Prozent. Heute sind es 1,8

Werner: Prozent und Tendenz steigend.

Werner: Und ich glaube, wir haben alle miteinander zum Thema Landwirtschaft,

Werner: und das ist jetzt vollkommen egal welche, irgendwie, ich habe nur immer so,

Werner: ich glaube das war die Hofer Werbung,

Werner: wo da ein alter Bauer auf so einem großen Granitstein seine abgearbeitete Hand

Werner: draufgelegt hat. Bei meiner Ehr!

Werner: Ich muss dazu sagen, das gibt es auch, aber das sind wahrscheinlich keine zehn

Werner: Betriebe in ganz Österreich, die diese Form von Algenwirtschaft,

Werner: es gibt sicher mehr als zehn Betriebe,

Werner: die noch sehr, sehr rural arbeiten.

Werner: Die Landwirtschaft ist heute eine Industrie. Wir dürfen da uns nichts vormachen.

Werner: Und es ist jetzt egal, ob ich vom Obstbau oder von der Fleischwirtschaft rede.

Werner: Ich war drei Jahre Forschungskoordinator im Land Burgenland und habe das kennengelernt.

Werner: Dort und übernehmen zum Beispiel teilweise Drohnen, fliegen über das Ganze drüber

Werner: und schauen sich an den Reifegrad der Äpfel und sagen, da kannst du schon anfangen

Werner: zum Apernten, da wart es noch bitte.

Werner: Oder, was ich für einen sehr tollen Einsatz halte, jetzt bin ich eher,

Werner: wo man sagt, Pestizide und.

Werner: Schutzmittel, bin ich jetzt nicht der große Fan davon, aber ich weiß,

Werner: dass es teilweise notwendig ist.

Werner: Zum Beispiel durch die Drohnenanalyse und Befall kann ich viel,

Werner: viel genauer feststellen und komme mit einem Bruchteil der chemischen Mitteln

Werner: aus, die man verwenden kann.

Werner: Was ich jetzt total spannend finde, ist, dass zum Beispiel im Bereich der künstlichen

Werner: Intelligenz, gerade in der Landwirtschaft, wo man jetzt sagen würde,

Werner: künstliche Intelligenz, wenn man jetzt nicht unbedingt mit Landwirtschaft in

Werner: Verbindung bringen, da spielt sich, da spült es sich ab.

Werner: In Klosterneuburg haben sie jetzt eine, das ist der erste, glaube ich,

Werner: Selbstfahren Roboter, der Weinreben abernten kann und und und,

Werner: also da tut es jetzt irrsinnig viel und wenn man jetzt gerade vielleicht auch

Werner: das nicht uminteressant.

Werner: Wir haben in Österreich trotzdem immer noch eine sehr kleinteilige Landwirtschaft.

Werner: Die Ukraine zum Beispiel, da gibt es den Beruf des Traktoristen,

Werner: ist ein Lehrberuf, der kann vor allem seinen Traktor herrichten.

Werner: Und der ist aber auch, den gibt es auch fast nicht mehr, jetzt muss man sagen,

Werner: das war jetzt alles noch vor dem Krieg,

Werner: die haben irrsinnig große Weizenfelder und da ist es so, das,

Werner: ist noch nicht einmal künstliche Intelligenz, das würden 20 Traktoren nebeneinander

Werner: fahren, rund um die Uhr GPS gesteuert und die Felder abernten.

Werner: Und den einzigen, den du noch brauchst, ist, der den Diesel nachfüllt,

Werner: beziehungsweise der sich dann um die Produkte kümmert.

Willy: Das sind wir, glaube ich, eher die Ausnahme in Österreich. In Brasilien war

Willy: letztes Jahr, da haben sie es genauso gemacht bei den Riesenfeldern.

Werner: Und da sind wir in Österreich, weil wir so eine kleinteilige Geschichte haben,

Werner: und wir haben schon einen großen Kumpan.

Willy: Aber das sind international die kleinsten.

Werner: Genau, so ist es. Und wir dürfen nicht vergessen, es ist eine Wirtschaft und

Werner: ich gehe davon aus, aufgrund dieser künstlichen Intelligenz und auch technologischer Fortschritt,

Werner: dass ein Bauer ist, sei der Manager. Das ist genauso, wenn man mit einem Gastronomen

Werner: geredet, wo man sagt, ich habe Kochen gelernt, aber eigentlich manage ich.

Werner: Und genauso ist es in der Landwirtschaft. Und da wird sich noch wahnsinnig viel

Werner: tun und ich gehe davon aus, dass wir in 10, 15 Jahren werden wir wahrscheinlich

Werner: nur noch 0,5 Prozent der Bevölkerung haben, die in dem Bereich tätig ist.

Werner: Und jetzt werden aber viele sagen, ja, das große Bauernsterben.

Werner: Ich sage jetzt einmal ganz direkt, es wird sich der gesamte Arbeitsmarkt ändern

Werner: aufgrund der künstlerischen Intelligenz und es werden auch noch viele andere

Werner: Berufe, zum Beispiel LKW-Fahrer, wird es in 10, 15 Jahren nicht mehr geben.

Werner: Und das sind jetzt nur so die allerersten Dinge, die kommen werden.

Werner: Also ich glaube, da wird sich noch sehr, sehr viel tun und ich glaube aber jetzt

Werner: auch gar nicht einmal, dass man sagt, das ist mit großer Bedrohung.

Werner: Wenn jemand Bauer werden will, kann er es ja immer noch machen und da kann sich

Werner: dann auch auf, ich kenne einige Bauern im Müllviertel, die dann angefangen haben

Werner: zu sagen, naja, die Landwirtschaft tragt jetzt nicht mehr viel,

Werner: aber wir machen jetzt der Müllviertler Whisky.

Werner: Das heißt, dass sie sozusagen so Nischenprodukte suchen, wo sie dann tatsächlich…

Werner: Ein bisschen Kreativität.

Willy: Aber gibt es irgendwie so Anhaltspunkte? Du hast das Beispiel Ukraine zum Beispiel

Willy: genommen, Brasilien auch und dann kleinstrukturierte Landwirtschaft in Österreich.

Willy: Gibt es aus physikalischer Sicht irgendwie Vorteile von dem einen System gegenüber

Willy: dem anderen System? Sind die effizienter?

Willy: Kann man das auch aus Energieverwertung, kann man das aus dieser Perspektive

Willy: irgendwie einordnen? Ich sage Ihnen gar nicht beurteilen, aber einordnen. Gibt es da Ansätze?

Werner: Also ich bin kein Fachmann dazu. Da gibt es Leute auf der Boku,

Werner: die das wirklich können.

Werner: Ich kann jetzt nur aus dem Bauchgefühl eine Meinung abgeben.

Willy: Das interessiert mich.

Werner: Und ich kann jetzt einfach sagen, es gibt so einen Grundsatz,

Werner: je mehr ich gleichzeitig produziere, umso effizienter bin ich.

Werner: Nur Vorsicht, Effizienz ist jetzt noch nicht das, was ich immer haben will.

Werner: Weil zum Beispiel Produktqualität ist jetzt wieder etwas anders und wenn ich

Werner: heute holländische Tomaten habe, ist das etwas anderes. Ich war jetzt vor ein

Werner: paar Wochen in Italien und ich habe mir nur tatsächlich ein paar Tomaten direkt

Werner: aus Italien mitgenommen und die schmecken einfach ganz anders.

Werner: Jetzt muss man allerdings auch wieder korrekterweise sagen, es ist auch eine

Werner: Frage der Sorte und manche Sorten sind einfach leichter zum Bestellen als andere

Werner: Sorten und ich glaube, was auf alle Fälle geben wird, ist,

Werner: ich glaube, es sind auch hier wie immer und überall mehrere Wege möglich und

Werner: jeder muss sich dann überlegen, was will er machen bzw.

Werner: Auch was er will er kaufen und es wird Bauern geben, die sagen,

Werner: ich lege wahnsinnig Wert, dass das wirklich nach was schmeckt und andere,

Werner: die sagen, es soll billig sein, damit alle was davon haben.

Werner: Ich stehe nicht auf dem Standpunkt zu sagen, ja, das Fleisch muss so und so

Werner: viel kosten, weil dann können sie es halt nur ein paar leisten.

Werner: Und ich stehe auf dem Standpunkt, das soll sich jeder leisten können.

Werner: Und umgekehrt muss ich jetzt auch dazu fragen, wenn ich heute hergehe und mir

Werner: ein Händel, ein Grühhändel kaufe um 2,50 Euro, So ein halbes Grünchenhändl,

Werner: muss ich auch ganz ehrlich sagen, okay, das ist schon sehr günstig und wenn

Werner: ich das jetzt vergleiche mit zum Beispiel einem halben Kilotamaten,

Werner: wo ich ungefähr genauso viel zahle.

Werner: Da habe ich sozusagen, wo ich sage, okay, wieso ist die Fleischproduktion ungleich

Werner: billiger als die Gemüseproduktion?

Werner: Und das muss man allerdings auch wieder korrekterweise sagen,

Werner: weil wir haben in Österreich so ein bisschen das Problem, also in der Diskussion

Werner: über Vegetarier und Veganismus, aus Umweltschutzgründen würde es Sinn ergeben,

Werner: dass wir mehr Obst und Gemüse zu uns nehmen.

Werner: Das Problem ist nur, gerade Österreich hat von den landwirtschaftlichen Flächen,

Werner: sind viele landwirtschaftliche Flächen für Obst und Gemüse nicht geeignet.

Werner: Das heißt, wenn du sagst, du willst das bewirtschaften, dann musst du Rindsviecher

Werner: und Schweinl und was auch immer, also vor allem Rindsviecher hinstellen.

Werner: Ja, ist halt so.

Willy: Das ist ein Argument, das man immer wieder hört.

Willy: Bringt mich jetzt eigentlich eh zu dem Hauptpunkt, weil natürlich kannst du

Willy: jetzt, es ist schwierig jetzt aus Physik einfach die Landwirtschaft zu erklären, aber ein Punkt,

Willy: ich habe vor kurzem noch mal einen Gast gehabt, den Martin Reich,

Willy: der hat über Fermentation gemacht und es gibt ja ganz unterschiedliche Formen

Willy: der Fermentation, eine sehr, sehr spannende und zukunftsweisend ist ein bisschen

Willy: diese Gasfermentation.

Willy: Und wenn wir uns jetzt ein bisschen unsere Fotosynthese anschauen, ist ja

Willy: ein wichtiger Prozess, wenn man sich da den Wirkungsgrad anschaut, der liegt ja

Willy: relativ gering bei fast unter einem Prozent und wenn man sich dann anschaut,

Willy: wie viel von dieser Energie denn die Pflanze aus der Sonne binden kann,

Willy: dann eigentlich bei uns am Tellerland, ist man ja bei einem Bruchteil von einem Prozent,

Willy: wo die Energie, die kommt, umgewandelt wird.

Willy: Es gibt Solarpaneele oder Photovoltaik Paneele, die sind beim Wirkungsgrad von 25 Prozent.

Willy: Dann gibt es Prozesse inzwischen, Solar Foods in Helsinki, macht es zum Beispiel

Willy: seit zwei Jahren mit einer Firma Factory 01, dort machen sie es zwar nicht mit

Willy: Solar Food, also mit Sonne, sondern mit Windenergie, aber es gibt die Möglichkeit, quasi aus

Willy: Nachhaltigen oder natürlichen Energieträgern, Sonne, Wind etc.,

Willy: mit Technik Proteine herzustellen und Stärke herzustellen etc.

Willy: Das heißt, könnten wir, ist es denkbar aus deiner Sicht, dass wenn wir immer

Willy: effizientere technische Systeme haben, die im Prinzip aus Sonne, Wind etc.

Willy: Effiziente Energie herstellen können, mit dieser Energie können wir dann mit

Willy: Technologien wie dieser Biofermentation, Gasfermentation, Kalorien in Form von

Willy: Protein, in Form von Stärke herstellen,

Willy: kann es sein bei Fortschreibung von so einer technologischen Entwicklung,

Willy: dass die Landwirtschaft so wie wir sie heute kennen, die was quasi

Willy: aus dieser Sichtweise ineffizient eigentlich Energie umwandelt,

Willy: dass sich technologische Lösungen in der Zukunft dann einfach eine neue Form

Willy: der Landwirtschaft umsetzen.

Willy: Entstehen lassen können, die die heutige ablöst?

Werner: Nein. Das hat einen relativ simplen Grund, warum ich da jetzt so entschieden sein kann.

Willy: Ja, ich will.

Werner: Und so ein Folgendes. Du hast den Begriff Energie verwendet.

Werner: Energie ist ein Abstraktum.

Werner: Und es ist tatsächlich so, dass eine Solaranlage, eine PV-Anlage tatsächlich

Werner: eine durchschnittliche Effizienz von 25 Prozent hat.

Willy: Das hat sich halbwegs passt nicht.

Werner: Aber damit habe ich nur Energie. Damit habe ich noch keine chemische Energie.

Werner: Wenn ich jetzt nämlich diese Energie in chemische Energie umwandeln muss,

Werner: habe ich wieder Reibungsverluste.

Werner: Nein, die Natur ist mit der Photosynthese wahnsinnig hocheffektiv.

Werner: Aber jetzt ein schönes Beispiel, warum ich jetzt mit der Landwirtschaft,

Werner: wo sich tatsächlich zwei Dinge massiv ändern werden.

Werner: Das Erste ist die Fleischproduktion. Tatsächlich ist die Fleischproduktion,

Werner: die sehr viel Energie frisst und das wird jetzt auch möglicherweise für Vegetarier

Werner: und Veganer, sorgt das schon für Megadiskussionen,

Werner: Das war tatsächlich Elon Musk, der sich da sehr darum gekümmert hat.

Werner: Ich glaube, dass es Elon Musk war, dass man aus einer.

Werner: Rindfleischzelle aus einer einzelnen Zelle Fleisch herstellen können, im Labortank.

Werner: Und das Ding funktioniert jetzt schon. Ich kann mich noch erinnern,

Werner: wie das angefangen hat, es war noch alles so, da hat es nur gerade Verschiertes

Werner: aus dem Bereich gegeben.

Werner: Und da beginnt jetzt diese Technologie von Jahr zu Jahr effektiver und effizienter zu werden.

Werner: Das heißt, wir brauchen jetzt nicht mehr unter Anführungszeichen Tierleid,

Werner: weil das ist jetzt auch nicht so besonders lustig, wenn da so Massentierhaltung

Werner: ist, dass ich einfach sage, ich züchte das, im Labortank und wenn ich das schläge,

Werner: schmeckt das genauso wie ein normales Stück Fleisch.

Werner: Das ist einmal, glaube ich, ein Bereich, wo das passiert, allerdings da würde

Werner: ich jetzt sogar weniger auf die Energieeffizienz gehen, sondern ich würde sogar

Werner: auf Lebensmittelsicherheit, weil wir brauchen weniger Antibiotika,

Werner: wir brauchen Schlachthöfe, also,

Werner: da bin ich sehr effizient dabei.

Werner: Das Zweite, und das ist jetzt dieser Umwandlungsprozess.

Werner: Was ein sehr großes Thema werden wird und das Es wird auch immer in der Öffentlichkeit

Werner: diskutiert, wo man sagt, Elektroautos, da gibt es ja die sogenannten E-Fuels.

Werner: Und die E-Fuels sind eine total spannende Angelegenheit, dass man sagt, Power to Gas.

Werner: Sprich, man verwendet Photovoltaik und,

Werner: Windkrafträder, um aus Abfällen, Holzschnitzeln, Lebensmittelabfällen,

Werner: dass man daraus Benzin oder Diesel oder Kerosin produziert.

Werner: Und das große Problem ist, die Energieverluste, die dabei auftreten, sind irre.

Werner: Also die Technologie funktioniert, nur jetzt kann man sagen,

Werner: durch technologischen Fortschritt wird es besser. Nein, wird es nicht besser,

Werner: weil da gibt es eine physikalische Grenze.

Werner: Wir wissen zum Beispiel, wo man sagt, naja, ich bleibe jetzt beim klassischen

Werner: Handy, wo man sagt, ja, da gibt es den Akku,

Werner: und ich kann mich noch erinnern, vor fünf bis zehn Jahren hat es gesagt,

Werner: naja, Elektroauto, 300 Kilometer, dann ist man bei 500 Kilometer,

Werner: dann ist man ungefähr bei 1000 Kilometer, 1200 Kilometer.

Werner: Wir haben den Begriff der sogenannten Energiedichte. Das heißt,

Werner: in einem Kubikdezimeter kann ich wie viel Energie speichern.

Werner: Und das kann man sich dann ausrechnen, was ist so das absolute Limit,

Werner: weil irgendwann geht nicht mehr.

Willy: Physikalisch nicht mehr.

Werner: Nein, nach den Naturgesetzen. Und da hat, und das ist jetzt genau das,

Werner: was uns in die ganze Misere bringt, Benzin einen irre hohen Energiedichtewert.

Werner: Der ist höher als alles andere. Zum Beispiel, ein schönes Beispiel ist Wasserstoff.

Werner: Wasserstoff hat einen extrem schlechten Energiedichtewert. Das ist auch genau

Werner: der Grund, warum es niemals, da muss man jetzt aufpassen, aber es wird,

Werner: kein regulär fliegendes Linienflugzeug mit Wasserstoffantrieb fliegen.

Willy: Kannst du das ausschließen?

Werner: Das können wir.

Willy: Das kannst du physikalisch, das ist ja dann diese Diskussion,

Willy: wo dann Leute, die sich offensichtlich auskennen und Leute wie ich,

Willy: dann sagen, ja da warten wir halt nur ein bisschen und dann wird es auch gehen. Das ist ausschließbar.

Werner: Ja, es ist tatsächlich über die Energiedichte gegeben. Da gibt es wunderbare

Werner: Rechnungen, wo man sich das ausrechnen kann, wie viel kann ich jetzt,

Werner: wenn ich Wasserstoff unter den bestmöglichen Dingen mit Kyro-Technik und, und, und,

Werner: im Flieger hinein gebe, und in einen Airbus 300 gehen genau 300 Passagiere hinein,

Werner: und ich genau diesen Flieger hernehme, und ich sage, ich brauche genau dieselbe

Werner: Distanz, und, und, und, kann ich ungefähr 50 Passagiere mitnehmen,

Werner: und der Rest ist ausschließlich Wasserstofftank.

Werner: Weil die Energieeffizienz von Wasserstoff viel schlechter ist, als vom Benzin.

Werner: So, und jetzt sind wir genau dort und das ist jetzt das, was ja die Landwirtschaft verändern wird.

Werner: Wir sind zwar in der Lage, E-Fuels herzustellen, allerdings,

Werner: und das, weil man redet darüber, ja, das wird dann sozusagen,

Werner: danke, in zehn Jahren nicht mehr Benzins und E-Fuels,

Werner: Da gibt es leider einen kritischen Parameter, der gerne verschwiegen wird,

Werner: außer von den Fachleuten.

Willy: Jetzt deckt man auf.

Werner: Und zwar ganz einfach, ich brauche Abfälle, nämlich biologisch abbaubare Abfälle.

Werner: Und ich habe das damals mit dem Burgenland-Forschungskoordinator erhoben fürs

Werner: Burgenland, weil wir uns ernsthaft überlegt haben, dass wir hergingen aus E-Fuels

Werner: für die Traktoren der Landwirtschaft.

Werner: Und da haben wir uns einmal ausgerechnet, was fällt im Burgenland an Hackschnitzel

Werner: und und und alles an, was wir dann mit, weil im Burgenland haben wir ausreichend

Werner: für Windkrafträder und Photovoltaik, bei Überkapazitäten da produzieren können.

Werner: Naja, und da habe ich mich ein bisschen mehr mit der Problematik beschäftigt.

Werner: Also es gibt von der EU folgendes Konzept, und das ist ein sehr sinnvolles Konzept.

Werner: Es wird einen Bereich geben im Transportwesen, den wir weder durch Wasserstofftechnologie

Werner: noch durch Photovoltaik oder Strom abdecken können. Das ist der Flugverkehr.

Werner: Die Batterien sind so schwer, dass ich das auch in einem Flieger nicht einbauen kann.

Werner: Jetzt muss ich dazu sagen, es gibt so experimentelle Flieger,

Werner: dass ich mal in der Zessna baue was ein, ja dann kann ich vor kurzem in die

Werner: Medien kommen, der ist 20 Minuten geflogen und nach 20 Minuten hat er landen

Werner: müssen, weil er war am Limit aufgrund seiner Energiedichte.

Werner: Das heißt, die Idee ist jetzt die, dass man im europäischen Raum hergeht und diese E-Fuels.

Werner: Werden für den Bereich des Flugverkehrs reserviert.

Werner: Und das geht sie in Europa roundabout mit allen Abfällen so ungefähr aus.

Werner: Und was ich aber auch dazu sagen muss, das klingt so, das ist technologisch

Werner: funktioniert, aufgrund der Energieineffizienz, da wird sich vielleicht vom Preis

Werner: her dann tatsächlich noch ein bisschen was tun.

Werner: Also das sind nur Möglichkeiten, aber im Moment unter optimalster Technik reden

Werner: wir von pro Liter zwischen 15 und 20 Euro.

Willy: Das heißt aber auch umgerechnet oder zurückgedacht auf das Beispiel mit der

Willy: Kalorienproduktion, Proteine, Stärke etc.

Willy: Sagst du, die Landwirtschaft, es wird die Möglichkeiten geben,

Willy: es wird auch produziert werden, aber es ist nicht so, dass quasi da jetzt eine neue Technologie

Willy: das Potenzial hat, die Landwirtschaft in ihrer Form einfach komplett auf den Kopf zu stellen.

Werner: Oh ja, sie kann die Kleinwirtschaft auf den Kopf stellen, aber nicht wegen der

Werner: Effizienz, sondern wegen anderen Gründen.

Werner: Vorsicht, es ist was anderes. Effizienz, es wird nicht effizienter sein als die Natur,

Werner: aber es wird vielleicht lebensmitteltechnologisch sicherer sein,

Werner: es wird moralisch ganz was anderes sein, wo ich sage, ich habe ein Stückchen

Werner: Fleisch, wo es kein Nervensystem dazu gegeben hat, dass vielleicht eine glückliche

Werner: oder eine traurige Kuh war.

Werner: Das ist natürlich sehr wohl eine Geschichte und das kann und ich glaube sehr

Werner: wohl jetzt muss ich dazu sagen, das Thema Vegetarier und vegan und ich will

Werner: das jetzt gar nicht klein reden,

Werner: ich habe selber mal ein halbes Jahr als Vegetarier gelebt, weil es mich interessiert

Werner: hat, wie sich das gewichtstechnisch auswirkt, das war wirklich rein aus diätischen

Werner: Gründen, nicht aus moralischen Gründen,

Werner: aber wir haben in Österreich, das ist die letzte Erhebung der Statistik Österreich,

Werner: haben wir in Österreich man möge es nicht glauben fünf bis maximal acht Prozent

Werner: Vegetarier und Veganer. Es sind nicht mehr.

Werner: Was nicht heißt, dass sich das vielleicht einmal ändern wird.

Werner: Und das heißt jetzt auch bitte nicht, dass,

Werner: ich jetzt zum Beispiel total...

Willy: Missverstehen Sie mich richtig, nicht?

Werner: Nein, ich halte es zum Beispiel für total wichtig, ich habe einmal mit einer

Werner: Mitarbeiterin, ich habe da immer ein langes Gespräch drüber gehabt,

Werner: wo man das möglich sagt, aus Umweltschutzgründen macht es Sinn,

Werner: weniger Fleisch zu sich zu nehmen, weil vielleicht die Fleischproduktion nur noch mal.

Willy: Den Wirkungsgrad nur einmal stark reduziert. Genau so ist es.

Werner: Und das sind jetzt genau die Sachen, wo ich dann sagen muss,

Werner: ja, also da ist schon was zu tun. Und deswegen sage ich, ja,

Werner: es kann es ja wohl durch neue Technologien eine Revolution in der Landwirtschaft

Werner: geben, aber nicht aufgrund der Ineffizienz.

Willy: Aber du hast vorher am Anfang gesagt, Kostenwahrheit. Glaubst du,

Willy: dass das Thema unter Einbeziehung von Kostenwahrheit marktfähig wäre,

Willy: auch ökonomisch fähig wäre?

Willy: Also wenn man das alles einbezieht, was du jetzt sagst,

Werner: Also bei Fleisch sind Sie jetzt an sich dabei, ich gehe davon aus,

Werner: dass in zwei bis drei Jahren tatsächlich Fleisch über diese neuen Technologien

Werner: nicht mehr sozusagen auf der Viehweide entsteht, sondern tatsächlich im Tank.

Werner: Es wird vielleicht noch nicht diese Qualität haben, die wir uns heute vom Fleisch

Werner: erwarten, aber da halte ich es durchaus für möglich.

Werner: Da muss ich jetzt sagen, das ist jetzt Kaffeesudleserei. Das ist jetzt nur so

Werner: ein bisschen eine Meinung, wo ich sage, ich glaube, dass es dort hingehen könnte.

Werner: Allerdings, was Fotosynthese betrifft, bin ich mir ziemlich sicher,

Werner: dass wir da nichts Effizienteres machen.

Willy: Du hast ja ein Buch geschrieben, die Genussformel, und da bist du dann eher

Willy: schon wieder Spezialist gewesen, oder immer noch.

Willy: Was bedeutet, also wir sind jetzt bei Lebensmittel, Landwirtschaft,

Willy: Lebensmittel, und wenn wir über Lebensmittel reden, dann ist man bei Geschmack und Qualität.

Willy: Was ist aus deiner Sicht, oder wie würdest du Qualität von Lebensmitteln beschreiben?

Willy: Was ist für dich Lebensmittelqualität oder hohe Qualität?

Werner: Ich muss jetzt dazu sagen, vielleicht noch kurz den Ansatz. Und es freut mich,

Werner: dass du den Begriff Qualität verwendest,

Werner: weil ich erlebe immer in der Werbung, wenn irgendein Lebensmittelproduzent spricht

Werner: über Ja, unser Produkt ist gesund.

Werner: Ganz ehrlich, wir sind in Österreich. Ein ungesundes Produkt darfst du nicht

Werner: verkaufen. Das ist ganz klar zu sagen. Wir haben Gesetze.

Werner: Etwas, was gefährlich ist, darfst nicht verkaufen.

Werner: Das kann dann sofort wieder einer sagen, ja, aber im Cola ist so viel Zucker

Werner: drin. Das sage ich ja, genauso viel wie im Apfelsaft.

Werner: Der Apfelsaft wird als positiv bewertet, das Cola wird als negativ bewertet.

Werner: Beides hat ungefähr gleich, nämlich wirklich, ich glaube sogar der Apfelsaft,

Werner: oder glaube ich sogar ein bisschen mehr, also normale Apfelsaft hat glaube ich sogar mehr Zucker.

Werner: Ja, wir wissen, dass Zucker, was ein Lebensmittel ist, ist per se nicht gut, nicht schlecht.

Werner: Was unser Problem ist, was wir mit Zucker haben, und ich bin der lebende Beweis

Werner: dafür, zu viel Zucker, und jetzt sind wir aber nicht bei der Qualität,

Werner: und jetzt sind wir nicht beim Produkt, sondern wie gehe ich damit um?

Werner: Und ich gehe sehr schlecht damit um, weil ich tatsächlich zu viel Zucker danke

Werner: für die Zwei-Läufer-Un-Zucker im Café und das ist jetzt und jetzt sind wir bei der Qualität.

Werner: Für mich ist ganz wichtig, dass, wenn ich jetzt etwas zubereite,

Werner: ich habe so ein paar Händler,

Werner: wo ich hingehe, wenn ich sage, ich brauche genau das, und dort möchte ich es

Werner: in exakter Qualität wie vor einem halben Jahr wieder haben.

Werner: Das heißt, ich brauche jetzt nicht unbedingt die Highest-End-Qualität,

Werner: weil in vielen Fällen, und ich habe mir wirklich die Mühe gemacht,

Werner: das auszutesten, Es war jetzt, wie du sagst, die Genussformel.

Werner: Ich habe für viele Fernsehsender die Weihnachtsgans zubereitet.

Werner: Da gibt es tatsächlich ACD, da sind 20 Beiträge, dasselbe Labor,

Werner: dasselbe Vortragende, dasselbe Inhalt, nur unterschiedlich ausgeleuchtet.

Werner: Und mir hat damals, unvergessen, das war ein deutscher Fernsehsender,

Werner: ein Privatfernsehsender, hat mich gebeten, machen wir den ganz großen Weihnachts-Ganz-Check.

Werner: Und wir haben dann unter exakt denselben Laborbedingungen.

Werner: Weihnachtsgänse von verschiedenen Qualitäten durchgetestet.

Werner: Aber exakt unter denselben Bedingungen zubereitet.

Werner: Und da war von der Massentierhaltung aus Ungarn,

Werner: bis zu einer Gans, so eine Gans habe ich noch nie in meinem Leben solche Zertifikate

Werner: gesehen, da waren sogar die Zertifikate, dass die Großmutter dieser Gans genfrei,

Werner: also unter Anführungszeichen genfrei ernährt wurde und so weiter.

Werner: Und wir haben diese Gänse durchgetestet. Mhm.

Werner: Was ist rausgekommen?

Willy: Das ist genau der Kern dieser Frage.

Werner: Genau, gar nichts. Es hat marginale Unterschiede gegeben, die waren aber nicht

Werner: an der Qualität der Gänse feststellbar.

Werner: Was zum Beispiel, ich habe zuerst schon erwähnt, wenn ich mir heute eine Tomaten

Werner: kaufe und ich mache mir einen Tomatensalat, also wo ich sehr wenig Verarbeitung

Werner: hineinstecke, da macht es einen Unterschied.

Werner: Aber sobald ich dann etwas einem komplexeren Verarbeitungsprozess gebe,

Werner: Wenn etwas schlecht schmeckt, kann ich natürlich als Koch oder Köchin das aufs

Werner: Lebensmittel schicken.

Werner: Aber im Regelfall ist es ein Zubereitungsfehler, wenn etwas nicht kann.

Werner: Jetzt muss ich dazu sagen, du kannst ein Pech haben, was ich auch schon erlebt

Werner: habe, dass ich mir einmal etwas gekauft habe, wo ich sage, das mache ich jetzt

Werner: so, wie ich es immer gemacht habe. Und das Ding war wirklich zart.

Werner: Das war dann so ein sogenanntes sportliches Handel.

Willy: Das haben wir schon definiert heute.

Werner: Aber nein, im Regelfall ist tatsächlich, wir haben das auch,

Werner: und das Problem ist halt, dass sich die meisten Damen und Herren nicht die Mühe

Werner: machen, das wirklich auszutesten.

Werner: Ich habe einmal verschiedenes Rinds-Gulasch-Fleisch, auch verschiedene unter

Werner: Anführungszeichen Qualitätsstufen, also Bio, Voll-Bio und Bio und Gen-frei und,

Werner: bewusst Antibiotika eingespritzt.

Werner: Die verschiedensten Varianten ausprobiert und habe Gulasch gemacht.

Werner: Und ich habe dann wirklich Freunde eingeladen und gesagt, da kriegt es jetzt jedes Mal exakt.

Willy: Und nur das Fleisch variiert.

Werner: Nur das Fleisch variiert. Es konnte keinen Unterschied feststellen.

Werner: Und deswegen sage ich...

Werner: Was, wenn man sagt, es liegt entweder am Koch-Köchen oder, es gibt Ausnahmen,

Werner: aber ich habe sie ganz, ganz selten erlebt.

Willy: Müsste man dann Qualität anders kommunizieren? Weil ich habe das auch oft festgestellt,

Willy: wie schmeckt Bio oder kann man Bio schmecken?

Willy: Wie kann man, wenn, und es gibt ja auch Studien, die das belegen,

Willy: dass das eher ziemlich zufällige Ergebnisse sind oder rauskommen,

Willy: Ja, warum kaufe ich dann Bio oder muss ich das dann anders kommunizieren oder

Willy: worum geht es dann eigentlich?

Werner: Naja, es geht im Prinzip um den Placebo-Effekt. Es ist ein Unterschied,

Werner: ob du was Teureres kaufst für deine Familie, für einen Feiertag, das ist mal Hammer.

Werner: Jetzt muss ich dazu sagen, es gibt Produkte, wo es tatsächlich der Preisunterschied

Werner: einen Qualitätsunterschied ausmacht.

Werner: Das sind allerdings jetzt nicht unbedingt die Produkte, die du jeden Tag kaufst.

Werner: Trüffel. Bei Trüffel kennst du aus den irrsinnigen...

Willy: Begrenzt seit des Angebotes.

Werner: Ja, da hast du wirklich einen echten Qualitätsunterschied, ob du Trüffelöl um

Werner: 5 Euro kaufst, oder ob du wirklich eine gute Sorgnolik aus dem Kaufen hast.

Werner: Aber nein, es gibt schon, zum Beispiel gerade bei, wenn es um Salate und so

Werner: weiter geht, gibt es wirkliche Qualitätsunterschiede.

Werner: Bei Fleisch und unter Anführungszeichen vorverarbeitenden Produkten,

Werner: muss ich ganz ehrlich sagen, wo du natürlich schon einen Unterschied kennst, das ist jetzt Bäckerei.

Werner: Es gibt Bäcker, wo du wirklich ein gutes Brot kriegst, aber das hängt jetzt

Werner: nicht mit dem Lebensmittel, sondern auch wieder mit dem Zubereitungsprozess,

Werner: mit dem Prozess, der dahinter steht zusammen.

Werner: Und das ist das, was mich dann so ärgert, wo ich sage, bitte seht es doch einmal

Werner: ehrlich, Entweder ich will was Billiges produzieren, dann schaut der Prozess

Werner: anders aus, als wie ich zahle mehr und wenn es dann Prozess verarbeitet ist,

Werner: ja, dann zahle ich das auch und bin auch bereit, das zu zahlen oder dass ich

Werner: sage, nein, für heute reicht mir das und eine Ruhe ist. Aber zum Beispiel nehmen

Werner: wir ein schönes Beispiel.

Werner: Ich habe tatsächlich vorgestern in der Nacht,

Werner: Marienkuchen gemacht.

Willy: In der Nacht natürlich.

Werner: Ich war intellektuell, ich habe rübergekommen müssen.

Willy: Mit Marienkuchen.

Werner: Und ich habe jetzt tatsächlich das ausprobiert. Ich habe jetzt dieses Jahr,

Werner: also diesen Sommer, fünf Marienkuchen gemacht.

Werner: Und ich habe jedes Mal andere Eier verwendet.

Werner: Einmal die Freiland, was auch immer Eier, bis zu die billigsten Eier des Kochenkostens.

Willy: Aber immer nur eine Variable variiert, nicht? Nur die Eier, der Rest ist absolut

Willy: gleich. Ja, genau, wichtig, nicht? Weil sonst hast du ja wieder...

Werner: Wobei bei dem Rühn ist es natürlich methodisch sauber. Gelern.

Werner: Das Einzige, was wir korrekterweise sagen müssen, da geht es wirklich nur um

Werner: einen reinen Teig, weil die Rühn sind natürlich schon vom Reifegrad,

Werner: aber vom Tark siehst du es sofort so.

Werner: Ich habe gestern, mein Schatzi, Marienkuchen, ich sage, wie schmeckt er da?

Werner: Im Vergleich zum letzten Mal und und und.

Werner: Genauso dasselbe. Und bei den Eiern hast du, also ich habe bei meinem Marienkuchen,

Werner: keinen Unterschied festgestellt.

Werner: Und ich lasse das auch dann andere durchtesten, weil es mich echt interessiert,

Werner: gibt es einen Unterschied?

Werner: Und es ist natürlich, und das nennt sich Placebo-Effekt, und das ist jetzt genau

Werner: das, was natürlich das unterscheidet Wissenschaft von Meinung.

Werner: Dass du standardisiert auch eine Überprüfung machst.

Werner: Das heißt, Doppelblindverkostung und so weiter.

Werner: Da gibt es ganz wilde Ergebnisse, auch aus der Lebensmittelchemie und Lebensmittel-Gastrotechnik,

Werner: wo man einfach auch feststellt, wann du mehr zahlt hast, glaubst, dass es besser ist.

Werner: Nur einmal, Tomaten macht einen Unterschied, ob ich die aus Italien kaufe oder

Werner: ob ich die aus Niederlande kaufe.

Willy: Wie schwer das Besteck ist, hat einen Einfluss darauf, ob du glaubst,

Willy: dass das Essen besser oder schlechter war.

Werner: Wie richte ich es an und und und.

Werner: Und für mich ist, was ich nur so traurig finde, dass in der Werbung unsere Lebensmittel sind gesünder.

Werner: Das ist etwas, wo ich ganz explizit sagen muss. Zum Beispiel dieses massive Vorurteil.

Werner: Das ist eine doppelzüngige Geschichte. Da muss man jetzt auch wieder...

Willy: Werner Gruber grinst.

Werner: Nein, da muss man jetzt vollständig, Wir waren heute schon beim Kurier-Interview.

Werner: Man muss da die wirklich vollständige Geschichte haben.

Willy: Ich schneide eh nichts. Es kommt genauso aus, wie es ist.

Werner: Und zwar folgendes. Bei Fleisch ist es teilweise notwendig, ich muss da ein

Werner: bisschen vorsichtig in der Formulierung sein, dass Antibiotika den Tieren gespritzt wird.

Werner: Und wenn ich jetzt in der Bevölkerung die Leute frage, welche Probleme hast

Werner: du mit Antibiotika-gespritztem Fleisch?

Werner: Ja, ich will ja keine Antibiotika fressen, ich will ja nicht zusätzlich nur

Werner: Antibiotika, ich bin eh gesund.

Werner: Antibiotika sind ein Problem, aber nicht für die einzelne Person,

Werner: nicht direkt. Aus dem einfachen Grund, weil Antibiotika, sobald ich das Fleisch

Werner: in die Pfanne habe und nur eine Spur Wärme drüber gehe, sind die,

Werner: Antibiotika im Fleisch zerstört. Also, wenn ich heute eine Antibiotika gespritzt,

Werner: Zähnl zu mir ist, werde ich deswegen nicht gesünder.

Werner: Wegen die Antibiotika. Ich sparen mir da jetzt nicht meine Augen, mein Ding.

Werner: Aber, Ja, deswegen bin ich trotzdem für einen sehr sorgfältigen Umgang mit Antibiotika,

Werner: weil das ist ein indirektes Problem und das ist viel, viel größer.

Werner: Das Problem ist nämlich, je mehr Antibiotika ich weltweit verwende,

Werner: umso resistenter werden wir Bakterien stemmen und sobald ich dann tatsächlich,

Werner: vielleicht selber mal so einen Bakterienstamm habe, haben sich die schon abgearbeitet

Werner: an den Tieren und dann habe ich keine Antibiotika mehr, die mir tatsächlich im Spital helfen.

Werner: Also ich bin jetzt, das Antibiotikum im Fleisch für mich zum Essen ist wurscht,

Werner: aber das Antibiotikum in der Massentierhaltung führt mir strukturell dann schon so Probleme.

Willy: Würdest du sagen, du hast ja lange mit Kochen auseinandergesetzt,

Willy: ist Kochen kompliziert oder ein komplexer Prozess?

Werner: Es ist ein komplexer Prozess, wobei, was total witzig ist, dass die meisten

Werner: Damen und Herren nicht kochen.

Werner: Eine schöne Frage, was zeichnet das Essen oder die zubereitete Speise eines Haubenkoches aus?

Werner: Wirklich Haubenkoch, High-End, Highest End Level, was du hinlegst für Essen.

Willy: Was ist ausreichend? Es kommt darauf an, das kann man pauschal nicht sagen,

Willy: aber meistens die Menge der Zubereiten, der Prozessschritte,

Willy: außer sie legen Wert auf ganz wenig.

Werner: Haubenkoch, Haubenkoch, Haubenköchin, Highest End Level. Was zeichnet die alle

Werner: miteinander aus? Das sind zwei Dinge.

Willy: Der Preis.

Werner: Nein, ich habe schon für Sachen, die nicht gut waren. viel zu alt,

Werner: nein. Es sind zwei Dinge.

Werner: Das allererste, jetzt, und ich habe öfters.

Willy: Die war ja gelernter Koch sogar. Aber keine Ahnung, was du jetzt meinst.

Werner: Ganz einfach. Ich war öfters eingeladen zu diversen Veranstaltungen,

Werner: wo Hauptköche ihre Sachen serviert haben.

Werner: Und im Regelfall, mit ganz wenigen Ausnahmen, wenn ich jetzt mal Allergien und

Werner: so weiter, außen vorlause, hat, dass es jedem am Tisch geschmeckt,

Werner: egal wo es hergestellt worden ist.

Werner: Das heißt, ein Haubenkoch, und das ist jetzt total witzig, kocht sehr durchschnittlich.

Werner: Dass es jedem schmeckt, das ist einmal eine ganz wichtige Erkenntnis.

Werner: Ich habe bei der Johanna Mayer eine Zeit lang sogar ein bisschen mitgearbeitet,

Werner: und war bei ihrer Produktentwicklung dabei.

Werner: Ein Haubenkoch kocht so, dass du brauchst, also wenn du zum Haubenkoch essen

Werner: gehst, würde ich heute nicht mehr die Speisegut nehmen, sondern sage,

Werner: du, ich hätte gerne zwei, drei, vier Gänge.

Werner: Überrasch mich. Und sag dann, was ich vielleicht nicht hauen will,

Werner: weil ich mag dieses geschmacklich nicht.

Werner: Und du kannst sicher sein, egal was da herstellt, es schmeckt.

Werner: Und das Zweite, was Haubenköche auszeichnet, sie halten sich exakt an eine Rezeptur.

Werner: Ich habe oft genug die Erfahrung gemacht, gerade im Heimbereich,

Werner: dass einer sagt, das Rezept, ich habe es gleich verändert.

Willy: Ich finde das,

Werner: Ich,

Werner: bin durchaus ein Freund von Experimentierfreudigkeit, aber als erstes machen

Werner: wir mal das Rezept im Original.

Werner: Und dann kann ich variieren. Und meine Großmutter, die hat vier Jahre Hauptschule

Werner: gehabt, was für die damalige Zeit übrigens ein sehr hoher Bildungsabschnitt

Werner: war, ich habe ihre Kochbücher geerbt und die war eine fantastische Köchin.

Werner: Und das habe ich daran, nicht nur weil ich selber gegessen habe,

Werner: aber die habe ihre Kochbücher geerbt.

Werner: Und da habe ich dann so bei den einzelnen Rezepten, da habe ich gesehen,

Werner: wie sie an den Rezepten gearbeitet hat.

Werner: Da ist dann zum Beispiel mal was durchstrichen gewesen, mit einem Kommentar,

Werner: schmeckt nicht, mit Bleistift, ja nicht. Das würden wir heute Post-its reingeben.

Werner: Und dann bei anderen Sachen, und da gibst du noch einen Esslöffel Zucker dazu, dann wird es besser.

Werner: Meine Großmutter hat einmal das Rezept hergenommen, hat es einmal zubereitet,

Werner: hat es der Familie präsentiert und hat dann schrittweise einen Parameter verändert.

Werner: Und da habe ich bei manchen Sachen sogar gesehen, dass sie ein Zwarer zwei Esslöffel

Werner: durch ein Dreier und dann sogar nur ein Vierer. Das ist ganz archäologisch, was du merkst.

Willy: Prozessschritt.

Werner: Und was ich noch einfach feststelle ist, viele Leute sagen, ja, ich koche kreativ.

Werner: Kreativ kochen ist ganz einfach. Nimm irgendwas, gib eine ordentliche Portion

Werner: Butter dazu, schmeiß in die Pfanne, mach es heiß und reib Käse drüber.

Werner: Schmeckt wurscht, was du nimmst.

Willy: Die Butterhypothese, ja, aber sie stimmt.

Werner: Butter und Käse funktioniert, egal was du machst.

Werner: Und das ist jetzt das, und es gibt, ich habe das damals bei dieser Buchpräsentation

Werner: und auch im Kabarett immer wieder gebracht, viele Damen und Herren glauben,

Werner: nur weil es die Familie isst, dass es gut ist.

Werner: Es gibt mehrere Prozesse, das erste ist, du legst dich nicht an mit der Person,

Werner: die für die Nahrungsmittelzuteilung zuständig ist, sprich meistens immer nur

Werner: in den Haushalten, die Mama.

Werner: Du sagst nicht, das ist aber grauslich. Das tust du nicht, weil du weißt,

Werner: morgen gibt es auch wieder Essen und wenn du die Person beleidigt hast,

Werner: gibt es morgen weniger zum Essen.

Werner: Das Zweite, nur weil es gegessen wird, heißt es noch nicht, dass es super war.

Werner: Ich habe da ein schönes Kriterium, wenn auf einmal am Sonntag um 11 Uhr am Vormittag

Werner: eine Verwandtschaft, die du schon 10 Jahre nicht gesehen hast,

Werner: bei dir in der Tieranleitung sagt,

Werner: du Christi, schön, dass wir uns sehen, wie schaut es aus, hast du zufälligerweise

Werner: heute mit der Grinsrollaten da, wir würden uns gerne einladen.

Werner: Dann weißt du, dass deine Rinds-Rouladen gut sind.

Werner: Und das ist aber jetzt so genau das.

Willy: So definiert man Qualität jetzt.

Werner: Nein, aber nämlich nur einfach zu sagen, es wird gessen, ist für mich noch kein

Werner: Qualitätskriterium, sondern wirklich zu sagen, ich will mehr davon haben.

Willy: Ich dachte, ich habe alle schon da so eine Strategie gehabt, oder?

Werner: Ja, aber das ist wieder die Knappung des Marktes.

Werner: Womit wir wieder beim iPhone sind, aber tatsächlich, Nein, und das ist das,

Werner: dass man hier diesen ehrlichen Zugang hat und wenn ich jetzt sage,

Werner: es gibt Köche, wo ich wirklich bereit bin, wirklich Geld hinzulegen,

Werner: wo ich sage, zum Beispiel von der Johanna Mayer,

Werner: die arbeitet schon lange nicht mehr, also das ist jetzt nicht einmal eine direkte

Werner: Werbung für sie, ich mag Brokkoli jetzt nicht ein Favorit-Gemüse von mir.

Werner: Ganz ehrlich, ich kaufe mir privat Brokkoli eigentlich so gut wie nie.

Werner: Wenn er irgendwo dabei ist, ja, okay, passt schon.

Werner: Aber Ihre Brokkoli-Cremesuppe...

Werner: Ist auch Wahnsinn. Und das Schöne bei der Johanna Mayer war das,

Werner: es war vollkommen egal, ob du im Frühjahr, Herbst oder im Winter zu ihr gefahren

Werner: bist, ihre Brokkoli-Cremesuppe hat immer gleich geschmeckt.

Werner: Und jetzt sind wir wieder beim Rezept. Weil sie hat aufs Gramm genau,

Werner: und das Einzige, was da noch gekommen ist, weil manchmal sind die Gewürze nicht immer so einheitlich,

Werner: das heißt gerade bei den Gewürzen kann es da passieren, ist der Majoran jetzt

Werner: eher teftiger oder ist er eher zurückhaltender, dass dann noch vielleicht wirklich, da kommt jetzt,

Werner: der Spüterphysiker mit, sondern da spielt dann der Gaumen,

Werner: das Spitzenkochste dann nur einmal nachwürzt.

Werner: Aber für diese Brokkoli-Cremesuppe bin ich bereit, wirklich Geld hinzulegen.

Werner: Obwohl ich Brokkoli eigentlich nicht mache, aber die ist wirklich fantastisch.

Werner: Und um das geht es, dass ich sage, und viele Damen und Herren,

Werner: gehen Sie einfach mit dem zufrieden, was Sie machen.

Werner: Und ich finde das eigentlich total schade, dass ich habe jetzt mit jemandem

Werner: geredet über Rezept und die Person hat gesagt, naja, ich mache das jetzt ja schon seit 20 Jahren.

Werner: Du kannst ja 20 Jahre hintereinander am Pleitzen machen, trotzdem kann man besser

Werner: werden und diese eigene Kritikfähigkeit fehlt da.

Werner: Nämlich dann auch bereit zu

Werner: sein, auszuprobieren und vielleicht da drauf gucken, na, das hat eh passt.

Willy: Also nicht in der Routine verhaften, sondern die Veränderung wieder aktiver

Willy: herbeiführen ein bisschen.

Werner: Jetzt kommt wieder die Wissenschaft raus. Jetzt haben wir einen Parameter.

Werner: Wurscht jetzt welchen, zum Beispiel die Bratdauer.

Werner: Und du bereitest deine Speise zu, änderst diesen Parameter und es wird besser.

Werner: Die meisten Leute hören auf und sagen, boah, es ist besser geworden.

Werner: Wenn du nur einmal das ändern würdest, wärst du vielleicht nur einmal besser.

Werner: Und wie lange musst du das machen? Wie lange musst du diesen einen Parameter

Werner: ändern, dass du sagst, nein, jetzt hören wir auf.

Willy: Bis es wieder schlechter wird.

Werner: Genau so ist es.

Willy: Bis die Kurve wieder fällt.

Werner: Genau, weil dann warst N-1 der Schritt zurück, der letzte war das Optimum.

Werner: Und das machen aber viele nicht. Meine Großmutter hat es, die hat irgendwie

Werner: Spirn dafür gehabt, genau die hat das gemacht.

Werner: Wo sie gesagt hat, nein, der eine Esslöffel ist zu viel, wir gehen wieder um den 1 zurück.

Werner: Und das ist aber genau das, wo ich sage, und das zeigt mir, dass irgendwie die,

Werner: Schulbildung, gerade in naturwissenschaftlicher Methodik, es wird unsere Kinder

Werner: brauchen künstliche Intelligenz,

Werner: genau diese einfachen Sachen und da sehen wir wieder, dass die Methodik der Wissenschaft,

Werner: sehr brauchbar wäre, auch fürs normale Kochen.

Werner: Nur viele wissen nicht einmal, dass es diese Methode gibt und dass sie wirklich

Werner: brauchbar wäre. Deswegen können sie es nicht anwenden und sagen, ja, ich soll es sagen.

Willy: Lieber Werner, ich glaube, wir müssen irgendwann einmal noch eine zweite Folge machen.

Willy: Ich habe jetzt noch zwei, drei Fragen, die möchte ich unbedingt noch stellen

Willy: und dann lasse ich dir auch wieder gehen.

Willy: Du bist mit den Science Busters sehr, sehr bekannt worden.

Willy: Warst auch lange Zeit dabei.

Willy: Ich will jetzt von dir wissen, man könnte über das Thema ewig reden,

Willy: aber was ist Humor für dich?

Willy: Was ist die Funktion von Humor? Was ist Humor? Was ist lustig?

Willy: Wie würdest du es beschreiben, jetzt aus deiner Erfahrung heraus?

Willy: Welche Funktion hat Humor?

Werner: Also, welche Funktion hat Humor? Also, eine ganz andere Frage als, was ist Humor?

Werner: Ich habe tatsächlich als Neuro-Wissenschaftler wirklich mal drüber nachgedacht, was ist ein Witz?

Werner: Und es ist, total, da gibt es wissenschaftliche Arbeiten dazu,

Werner: ich habe die dann sogar später gefunden, und zwar, unser Gehirn macht eine Vorhersage.

Werner: Das ist tatsächlich, unser Gehirn, das ist tatsächlich gar nicht einmal so unähnlich

Werner: wie die künstliche Intelligenz, die macht es mit technisch anderen Mitteln als

Werner: unser Gehirn, aber wenn ich jetzt zum Beispiel da zu dem Kaffee vergreife und einen Schluck nehme.

Werner: Wir machen jetzt ein Experiment. Dann weiß ich, ich habe schon von dem Kaffee

Werner: einigen abertrunken, ich weiß, wie der schmeckt.

Werner: Mein Gehirn macht in dem Moment, wo ich hier bin, wie wird der Kaffee schmecken?

Werner: Eine Wartungsprognose. Genau so ist das.

Werner: Und jetzt passiert aber, das ist Daily Business.

Werner: Und jetzt passiert aber Folgendes, wenn man einen Witz erzählt,

Werner: erzählt man eine Geschichte, deswegen ist auch das Witz erzählen so wahnsinnig

Werner: wichtig, dass eine schöne Geschichte entsteht.

Werner: Und die Pointe ist, knapp vor der Pointe habe ich eine Erwartungshaltung, wie es ausgehen wird.

Werner: Und die Pointe ist aber jetzt tatsächlich etwas, dass es ganz anders ausgehen

Werner: wird, als ich erwarten würde.

Werner: Und jetzt ist mein Gehirn verwirrt und aufgrund dieser Verwirrtheit des Gehirns,

Werner: witzigerweise, wenn unser Gehirn verwirrt ist, finden wir, dass es angenehm ist. Total spannend.

Werner: Das ist zum Beispiel bis heute noch nicht geklärt, warum ist das so?

Werner: Das heißt, eigentlich ist jeder Witz eine Geschichte, und jetzt kommt es aber,

Werner: das ist ein wichtiger Punkt, es muss einen Sinn ergeben.

Werner: Wenn ich jetzt zum Beispiel einen Anti-Witz erzähle, wäre das zum Beispiel, 2 plus 2 ist gleich.

Werner: Würde bei jedem Menschen der Vierer hoffentlich auftauchen.

Werner: Und dann sage ich, nein, 5 ist nicht witzig, weil es keinen Sinn ergibt.

Werner: Das heißt, es muss auch einen nachträglich Sinn ergeben, dass man sagt, ja, ergibt einen Sinn.

Werner: Es gibt eine einzige Ausnahme, das ist eine Witzkategorie, die ich persönlich wahnsinnig schätze.

Werner: Das ist der Einwortwitz.

Werner: Der Einwortwitz hat den Vorteil, dass auch Personen, die keine Witze erzählen

Werner: können, weil du musst nur das eine Wort erwähnen.

Werner: Ich erzähle dann einfach einmal einen Einwortwitz Brennholzverleih,

Werner: Ist irgendwie nicht.

Willy: Da musst du kurz nachdenken und dann, ja, deppert.

Werner: Das geht sich nicht aus. Und jetzt sind wir wieder bei der Pointe.

Werner: Brenn, Holz kann man verleihen, aber es macht keinen Sinn.

Willy: Das ist eine Paradoxie eigentlich.

Werner: Genau, diese Paradoxie. Genauso wie zum Beispiel WLAN-Kabel.

Werner: WLAN-Kabel oder es gibt übrigens, ich habe da eine neue Kategorie entwickelt,

Werner: die finde ich sensationell. Das ist der Zwei-Wort-Witz.

Werner: Der ist wirklich von mir Windows Works,

Werner: und da brauchst du nicht viel erzählen aber es gibt.

Willy: Schon da hat jeder so ein bisschen eine Erfahrung damit, dass er weiß,

Willy: wo was du eigentlich reißt

Werner: Also die Mac-User das ist ein anderes Thema gerade.

Willy: Deswegen sind es welche

Werner: Und jetzt die Frage ich glaube für mich ist jetzt persönlich auch Humor ein

Werner: ganz wichtiges Kriterium, um festzustellen,

Werner: wie stark bist du in einer Demokratie oder in einer Diktatur.

Werner: Wenn du eine Gesellschaft hast, wo du gewisse Witze nicht erzählen darfst,

Werner: und wir hatten tatsächlich in Österreich einmal im Naziregime,

Werner: gab es eine Kommission über Witze, die festgestellt haben, den darfst du erzählen

Werner: und den darfst du nicht erzählen. Genauso wie in der DDR.

Werner: Das bezieht sich auf jede Form von Diktatur.

Willy: Ja.

Werner: Und wenn ich jetzt feststehe, ich kann im Kabarett jeden Witz erzählen,

Werner: dann weiß ich, ich bin in einer Demokratie. Und ob jetzt der Witz gut oder schlecht

Werner: ist, von dem rede ich noch gar nicht.

Willy: Einwand oder Frage. Ich habe heutzutage wieder den Eindruck,

Willy: früher haben sie die Witze zensiert und gesagt, das darfst du nicht sagen.

Willy: Heute habe ich den Eindruck teilweise, und ich möchte jetzt nicht unbedingt

Willy: Beispiele, dass man sich ein bisschen hinter dem Satirebegriff versteckt.

Willy: Dass man mit der Satire rechtfertigt, dass man eigentlich alles sagen darf.

Willy: Auch das, was jenseits des moralisch angebrachten ist. Ich satiere heute wieder

Willy: so diese Gegenfunktion ein bisschen, dass da in der Offenheit des Sagbaren doch

Willy: auch wieder das reinkommt, was früher passiert ist.

Werner: Ich glaube, das ist eine sehr heikle Diskussion.

Werner: Wir sind jetzt eigentlich im Bereich der Meinungsfreiheit. Und bei der Meinungsfreiheit

Werner: ist das österreichische Gesetz, und ich glaube, dass das gar nicht einmal so

Werner: schlecht ist, was ist verboten? Gewaltverherrlichung,

Werner: Bisexualität, Missbrauch und solche Sachen, und Nationalsozialismus und, und, und.

Werner: Und der Rest kann ich jetzt drüber streiten und diskutieren.

Werner: Darf man das sagen oder darf man das nicht sagen? Und jetzt stimme ich dir absolut

Werner: zu, dass sich da manche hinter dem Kabarettparagrafen verstecken.

Werner: Aber sagen wir es, das richtet sich selber.

Willy: Das ist dann die Korrekturmechanismus, die Leute mitgeliefert.

Werner: Wie heißt das so schön? Abstimmung mit den Füßen.

Willy: Gibt den Leuten die Freiheit und sie werden die...

Werner: Ja, und sozusagen, ich kenne jetzt, total spannend, weil man sagt immer,

Werner: ja, die ganze Kabarett-Szene ist links, was auch ziemlich ein Blödsinn ist,

Werner: ich kenne einige Kabarettisten, die würde ich jetzt,

Werner: nicht als Privat als links bezeichnen, aber sozusagen, dass einer Kabarettist

Werner: ist, der rechtes Kabarett-Programm macht, hat es gegeben, aber nicht erfolgreich.

Werner: Es funktioniert einfach nicht, weil die Leute sagen, ja, sucht man sich einmal

Werner: an und sagt, okay, werde ich mir nicht mehr anhorchen.

Werner: Natürlich darf ich alles sagen und ich bin auch dafür froh und ich habe auch

Werner: mit Personen diskutiert, wo ich absolut andere Meinungen habe als die.

Werner: Aber ich bin froh, dass der seine Meinung sagen kann und dass auch ich meine

Werner: Meinung sagen kann, ohne dass ich in Häfen gehe.

Werner: Und wenn heute irgendeiner sagt, du darfst das in Österreich nicht sagen,

Werner: du darfst in Österreich, wir reden jetzt von Gewaltverherrlichung und solchen

Werner: Dingen, wo du sagst, ich erkläre jetzt, wie man die Welt niederrottet.

Willy: Satire, Satire.

Werner: Kann ich in Österreich alles sagen, ohne dass mir irgendwas passiert?

Werner: Und dann schauen wir mal in andere Länder, wie zum Beispiel Russland.

Werner: Wenn du nur sagst, du darfst heute, ich sage es jetzt provokant,

Werner: und ich bitte mir jetzt nicht unseren Bundespräsidenten beleidigen,

Werner: wenn du heute hergestern sagst, unser Bundespräsident ist ein Arschloch,

Werner: ist sogar ein eigener Paragraf.

Willy: Ein Hump und ein Tump.

Werner: Ja, zum Beispiel. Es wäre sogar ein eigener Paragraf. Aber es passiert da nicht wirklich was.

Werner: Das Einzige, was einmal passieren kann, ist, dass die Polizei,

Werner: dass du einen Schrieb kriegst und sagst.

Willy: Bitte lassen Sie das? Organmandat vielleicht.

Werner: Du zahlst 20 Euro und sagst, ich bin nur einmal nicht. Nein,

Werner: es passiert in Österreich nicht wirklich was.

Werner: Und das ist etwas, was ich in Österreich als auch in Europa wahnsinnig schätze

Werner: und auch wenn ich manchmal Meinungen höre, wo ich sage, ich kann mich dieser

Werner: Meinung nicht anschließen.

Werner: Und ob das jetzt als Satire getan ist oder was auch immer, es richtet sich von selber.

Willy: Das Problem bei dem ist, man glaube, man merkt erst dann, wenn man es nicht

Willy: mehr hat, wenn es erst einmal weg ist, weil wir es dort sind,

Willy: wo es eigentlich normal ist.

Willy: Hat sich dein Humor eigentlich, wir haben ja vorher kurz gesagt,

Willy: 2015, diese Zeit da herum war für dich auch ziemlich intensiv,

Willy: du hast den Magen beibeißt, du hast viel abgenommen, dann hast du einen Herzinfarkt

Willy: gehabt auf dem Weg zum Herzstillstand.

Willy: Was ist der Unterschied, erklär es kurz vielleicht.

Werner: Ganz einfach, beim Herzinfarkt führt es zu einer Schädigung des Herzens,

Werner: während beim Herzstillstand einfach das Herz stehen bleibt.

Werner: Und wenn es dann zu einer Reanimation kommt, was bei mir da los funktioniert

Werner: hat, danke an meine Ersthelfer, Zweit- und Dritthelfer, hast du keine Beschädigung des Herzens.

Werner: Also meistens, es gibt Ausnahmefälle, aber im Regelfall bist du dann auf der

Werner: wirklich, deswegen, das klingt jetzt ein bisschen komisch, schauen die mit Herzstückstand

Werner: auf die mit Herzinfarkt ab, du hast da beschädigt das Herz.

Willy: Also das Wort ist weniger Schlimme von den beiden Schars, so gesehen.

Werner: Genau so ist es, wobei, jetzt muss ich dazu sagen, bei mir ist leider eine etwas

Werner: unangenehme Geschichte dabei, unangenehm unter Anführungszeichen einen Herzstillstand,

Werner: Gibt es aus acht klar definierten Gründen.

Willy: Und du, keiner dabei?

Werner: Und das Problem ist, bei mir haben wir nicht herausgefunden, was es war.

Werner: Weil das war dann tatsächlich, die haben mich ins Spital in der AK Wien gebracht,

Werner: und die haben sofort festgestellt, nein, keine Lungenembolie,

Werner: kein Schlaganfall und, und, und. Kein Herzinfarkt, das ist auch eine Möglichkeit.

Werner: Und das Letzte, was dann übrig geblieben ist, wenn meine Lebensgefährtin ins

Werner: Spital gekommen ist, haben die sofort sich auf die Zeit gekommen und sagen, so folgendes.

Werner: Der Herr Gruber, im Kabarett, in der Theaterszene, wir reden jetzt nicht über

Werner: Strafrecht, wir reden jetzt über das nackte Überleben.

Werner: Nimmt der Herr Gruber Drogen.

Willy: Ja klar, Kunst und Kultur,

Werner: Das ist der achte Grund für einen Herzgestand.

Willy: Müsst du es jetzt offiziell sagen, du hast keine Drogen genommen.

Werner: Nein, mein Schatzi hat dann so viel gesagt, ja, nimm da. Worauf der Oas gesagt

Werner: hat, was? Worauf mein Schatzi gesagt hat, Kaffee.

Werner: Worauf der Weiß gesagt hat, Kaffee ist keine Droge, worauf man schaut sich...

Willy: Hattest du diskutiert mit ihm, das ist der Droge.

Werner: 6 bis 8 Kannen Kaffee am Tag, servo. Wie viel? 6 bis 8 Kannen.

Willy: Und ihr habt ja nur ein Heferl gegeben, oder? Ich bin aber schon...

Werner: Ich habe aber jetzt schon zwei Kannen hinter mir gebraucht. Und sie haben dann

Werner: wirklich ganz großes Drogenscreening gemacht, ich glaube, 1200 Sachen umgetestet.

Werner: Jetzt wollte ich schon sagen, zum Glück, nein, es ist nichts gefunden.

Werner: Und das ist jetzt tatsächlich, es klingt jetzt ein bisschen komisch,

Werner: Wir haben es nicht gefunden, weil hätte man es gefunden, könnte man gezielt

Werner: was dagegen tun, dass man sagt, nein, schau uns her, machen Sie mehr das, das, das.

Werner: Ich bin aus dem Spital nach einer Woche entlassen, wo es uns nicht klappt.

Werner: Live long and prosper. Und das war's.

Werner: Und ich muss ja auch korrekterweise sagen, dass ich eigentlich fast,

Werner: also ich gehe einmal im Jahr zum Fullcheck, stehe unter Beobachtung des AK Wienst

Werner: durch einen Defibrillator, den ich ein paar Tage habe.

Willy: Wirst überwacht ständig, ne? Ich habe tatsächlich in der Nacht immer wieder dabei.

Werner: Wenn dann am nächsten Tag so der Handruf kommt, grüße Herr Krüber,

Werner: wie geht's Ihnen? Weißt du, da war, und ich muss dazu sagen,

Werner: es passiert eigentlich ganz, ganz selten. Es war jetzt im letzten halben Jahr,

Werner: tatsächlich ein bisschen beruflicher stressig.

Willy: Also man sieht es, wenn du ärgerst oder so, aber sehen die das?

Werner: Nein, normales Ärgern reicht nicht.

Willy: Sehr ärgern halt nicht.

Werner: Da war ich schon sehr strukturell. Aber zum Beispiel bin ich einmal im Zug nachgelaufen

Werner: und dann rufen sie mich an und sagen, Herr Gruber, was haben Sie gestern gemacht?

Werner: Am 17.30 Uhr Ruhepuls mehr als 160, das wird da gerne gemeldet.

Werner: Ja, ich bin im Zug nachgelaufen.

Willy: Sehr geil. Was ich fragen wollte, der Welzer, Harald Welzer,

Willy: Es hat ja Nachrufe auf sich selbst geschrieben, 2020, weiß ich jetzt gar nicht,

Willy: was bei einem Herzinfarkt oder Herzstillstand war oder Nähe dessen.

Willy: Hat sich bei dir jetzt, woher beim Humor, hat sich bei dir beim Humor oder beim

Willy: Zugang zum Humor, wie du es formulierst etc., hat sich da großartig was geändert durch das?

Werner: Das ist schwierig zu beantworten.

Werner: Erstens einmal, du wirst einmal, also vielleicht wirklich, um das kurz zu schildern,

Werner: wie das Ganze stattfindet.

Werner: Ich bin, wir waren unterwegs, Heinz Oberhumer, Martin Puntigam und meine Wenigkeit,

Werner: zur Cellemühle, weil wir dort noch einen Auftritt bei der Sandspastas gehabt haben.

Werner: Und wir haben im Auto ein bisschen politisiert, es war gerade Wien wollen.

Werner: Und ich habe mich schon gefreut auf die Cellemühle, die hat damals ein exzellentes

Werner: Sortiment an Hartwürsten gehabt.

Willy: Qualität, gute Verarbeitung.

Werner: Und dann bin ich munter geworden. Im Spital.

Werner: Und ich werde nie vergessen, wo ich das Bewusstsein erlangt habe, ich liege in einem Bett.

Werner: Es war zufälligerweise, weil das war sogar eine Spezialintensivstation,

Werner: wo nicht eine Schwester, sondern sogar ein Arzt eigentlich die ganze Zeit nehme.

Werner: Ich war dabei allerdings kurz da außen auf der Toilette.

Werner: Und ich werde munter und liege im Spitalbett. Und wirklich, der erste Gedanke

Werner: war, der Martin Puntik, an wir den Verkehrsunfall gebaut haben.

Willy: Wer ist schuld? Klar, die haben wir schon gesagt, oder?

Werner: Und war wirklich der allererste Gedanke und ich habe dann einmal gesagt,

Werner: okay, schauen wir mal, wie es mir geht, denken kann ich, passt.

Werner: Und ich habe dann tatsächlich als erstes die Bettdecke hochgezogen,

Werner: bis ich meine Zehen gesehen habe und dann habe ich meine Zehen bewegt.

Werner: Okay, Querschnittgelämmen sind wir mal nicht.

Werner: Gut, Finger von der Hände funktioniert auch. Dann habe ich einmal die Bettdecken gekommen, geschaut.

Willy: Wo war es da?

Werner: Ich bin immer noch genauso viel wie bisher, also ich bin sicher kein Langzeitpatient gewesen.

Willy: Achso, das hat jetzt keine Monate dauert, bis die nach Hause...

Werner: Strukturell abarbeiten.

Willy: Das ist schon Systematiker.

Werner: Nein, da sind auch keine Verletzungen, ist ja keine Norm.

Werner: Ich habe dann wirklich das Gesicht angerufen, weil könnte da ja auch irgendwas sein.

Werner: Und habe gestern müssen, eigentlich, mir geht es gut.

Willy: Mir habe jetzt keine Dinge,

Werner: Was ist los? Und habe dann die Notfallglocken einmal gepimmelt,

Werner: dann ist eine Schwester reingekommen.

Werner: Ich sage, grüße Herr Gruber, was gibt es? Warum bin ich da?

Werner: Herr Gruber, wir haben es Ihnen schon 20 Mal erzählt, weil du bist,

Werner: wenn du dann aus dem künstlichen Tiefschlaf wirst.

Werner: Ich habe mir das dann erzählt. Herr Gruber, Sie haben einen Ärztesstand gehabt, 20 Minuten und und und.

Werner: Dann sage ich, okay, ist in Ordnung, wie geht es weiter? Ja, werden wir sehen.

Werner: Sie sagen, alles in Ordnung. Sie sagen, eigentlich gesundheitlich relativ fit.

Werner: Von dem künstlichen Tiefschlaf bist du dann schon ein bisschen körperlich Das

Werner: merkst du aber im Prinzip.

Werner: Und dann kommst du natürlich, ich war dann tatsächlich nach einer Woche daheim

Werner: und du stößt dir dann die Frage, was war gewesen, wenn nicht die Ersthelfer,

Werner: nicht die erste Hilfe von Martin Puntigam, von einem Notfallteam,

Werner: Rotkreuz.

Willy: ÖMTC-Hubschrauber, Christoph Ohr und so weiter.

Werner: Die Rettungskette hat gesagt, 20 Minuten ist jetzt kein Beinmal,

Werner: wie man im Wien so schon sagt.

Werner: Wenn die Rettungskette funktioniert und Menschen sofort erste Hilfe leisten,

Werner: auf die Sekunde, dann hast du eine wirklich gute Chance und es ist bei mir alles geblieben.

Werner: Psychologisch hat es schon nicht ein sehr großes Problem gegeben.

Werner: Es ist dann die Frage auftaucht, was war ich jetzt gewesen, wenn ich nicht mehr war.

Werner: Ja, interessanterweise die Frage hat sich eigentlich nach drei,

Werner: vier, fünf Wochen erledigt, die ist dann sozusagen übergegangen,

Werner: was allerdings dann sehr spannend und,

Werner: meistens ins Wort als witzig war, ich wurde dann auf Reha geschickt,

Werner: weil es unter dem Motto, Herr Gruber,

Werner: Fitnesswelt, Master sind es nicht,

Werner: kann es jetzt gleich automatisch, ich bin dann bei der Reha auftaucht,

Werner: die haben dann gesagt, Herr Gruber, körperlich sind Sie gesund,

Werner: Sie brauchen keine Reha, aber schon, da hat es Ihnen nicht gesagt,

Werner: alles in Ordnung, lernen wir noch nicht wackeln und so weiter und so fort.

Werner: Neue Erfahrungen gemacht. Es musst lernen.

Willy: Ja, das ist eine Technik.

Werner: Nicht so, dass du steckst, nachschlaufen, sondern es musst lernen.

Werner: Also habe ich dort gelernt und da haben sie dann auch, wie dort auftaucht bin,

Werner: haben sie gesagt, Herr Gruber, ähm,

Werner: Es ist so, dass ungefähr 25 bis 30 Prozent der Personen mit Herzstillstand oder

Werner: Herzinfarkt schwere Depressionen bekommen.

Werner: Wir bieten an Psychotherapie. Und ich als Neurowissenschaftler,

Werner: geiler Scheiß, ich bin dabei. Die haben nur gefragt, wollen sie das machen und so weiter.

Willy: Sage ich sofort noch.

Werner: Und habe dann tatsächlich Psychotherapie in Anspruch genommen und eine wahnsinnig

Werner: nette Psychotherapeutin gehabt. und da haben wir auch so über diverse Sachen durchaus geredet.

Werner: Und was ich total nett gefunden habe...

Willy: Du streust richtig. Du streust richtig, oder?

Werner: Nein, nämlich vor allem das, was sie mir dann in den Abschlussbericht geschrieben

Werner: hat. Weil jeder Arzt muss dann so einen eigenen Abschlussbericht für den Hausarzt abgeben.

Werner: Und die hat so reingeschrieben, dass ich es jetzt richtig zitiere,

Werner: Herr Gruber ist aufgrund seines Humors vor Depression und Burnout geschützt,

Werner: er verursacht es höchstens.

Werner: Das war wirklich, weil man dachte, ja, okay, ich weiß, ich wollte durchaus einen

Werner: gewissen Impetus zu haben.

Werner: Und ich war dann, nein, es ist tatsächlich eine Lebenseinstellung,

Werner: wie gehst du mit Problemen um?

Werner: Und das Einzige, da muss ich dazu sagen, das hat man dann wirklich,

Werner: es war interessanterweise nicht der Herzstillstand, der mir das Kraut vom Heupe aber geholt hat.

Werner: Meine Eltern, wir haben ein sehr tolles Verhältnis gehabt, die sind dann gestorben und,

Werner: Das hat dann tatsächlich zu einer dreimonatigen depressiven Verstimmung geführt.

Werner: Das war tatsächlich, weil dann sagen wir es, okay, das ist jetzt so.

Werner: Ich war dann auch beim Hausarzt, wo oft ihr gesagt habt, Herr Gruber, das nennt sich Trauer.

Werner: Das gehört so. Und ja, da ist jetzt das so und so und so weiter.

Werner: Und es ist dann tatsächlich, also ich finde es immer noch nicht lustig,

Werner: dass meine Eltern gestorben sind, aber diese depressive Verstimmung,

Werner: die wirklich, und der Herzstischstand war da relativ wurscht,

Werner: aber die Eltern waren wichtig.

Willy: Hat das was verändert dann in deiner Art von Humor?

Werner: Nein. Ich war der, der, wie heißt das so schön, ich habe dann nach meinem Herzstillstand

Werner: relativ rasch dann auch ein großes Interview in der Kronenzeitung gegeben,

Werner: um zu zeigen, wie gibt es eh noch.

Willy: Das hier ist noch alles vorhanden.

Werner: Und da hat dann die Redakteurin oder die Journalistin hat mir dann so einen

Werner: Schlusssatz gesagt, wollen Sie das noch irgendwie kommentieren?

Werner: Ich sage ja, lebendig bekommt nicht der Tod nicht.

Willy: Das war mir wieder bei einem, das ist gar kein Einwortwitz, aber es geht Das

Willy: ist aber ein schönes Statement.

Willy: Das gefällt mir gut. Jetzt möchte ich von dir noch wissen, du bist politisch

Willy: aktiv, du bist bei der SPÖ.

Willy: Du hast ja immer wieder auf Social Media zu Themen geäußert.

Willy: A, warum bist du politisch aktiv? Warum bei der SPÖ? Und B, Nachfolgefrage,

Willy: steht das nicht ein bisschen im Widerspruch zu Wissenschaft,

Willy: also zur Wissenschaftlichkeit?

Willy: Das hast du vorhin gesagt. Mach mal eine Frage nach anderen.

Willy: Okay, passt. Das sagst du mir.

Willy: Warum Politik?

Werner: Ich glaube, es sind bei mir persönlich zwei Geschichten, die zu dem geführt haben.

Werner: Die erste Geschichte ist, meine Familien oder Familie...

Werner: War tatsächlich immer auf Seiten der Unterdrückten.

Werner: Mein Urgroßvater war beim 1.1. Mai, ist er mitmarschiert.

Willy: Beim 1.1. Mai?

Werner: Beim 1.1.

Willy: Mai. Ich habe schon wieder einen, der ist zum 1. Mai, das ist Hauptsache in der Familie.

Werner: Nein, es gibt tatsächlich Genossen der Sozialdemokratie, die sich erst nachweisen

Werner: können, ab dem 3.4.1. Mai, wo ich sage, nein, da bin ich schon.

Werner: Da war schon die Familie dabei.

Werner: Also historisch, um muss ich dazu sagen, ich bin in einer sozialdemokratischen

Werner: Familie großgeprägt worden und mein Großvater war zum Beispiel im Ständestaat,

Werner: ist ins Gefängnis gesteckt worden, weil er Sozialdemokrat war.

Werner: Sein Bruder ist ihm aus Hause umgebracht worden, weil er Sozialdemokrat war.

Werner: Das ist einmal sicher etwas, das will ich gar nicht sagen, war sicher ein prägender Moment.

Werner: Was aber für mich, weil ich habe natürlich auch der Vater Betriebsrat und in

Werner: jeder Gemeinde, in der wir gewohnt haben, drei Gemeinden, wo mein Vater gewohnt

Werner: hat, in jeder Gemeinde war er Gemeinderat.

Willy: Das gibt es schon ein Muster.

Werner: Und da gibt es natürlich dann auch diverse Sitzungen und meine Eltern sind dann

Werner: einmal, da war ich glaube ich so acht, neun Jahre und habe schon mitgekriegt,

Werner: ja, da gibt es den Begriff Sozialdemokratie.

Werner: Und habe dann einmal meinen Vater gefragt, du Papa, was heißt es eigentlich

Werner: Sozialdemokrat zu sein?

Werner: Und wie erklärt es jetzt einem achtjährigen Buben, was heißt es?

Willy: Ich bin jetzt gespannt, ja.

Werner: Und mein Vater hat wirklich einmal so kurz nachgedacht und der hat mir einen

Werner: Spruch mitgegeben, wo er sagt, du hast ein Buben,

Werner: Und Sozialdemokratie heißt dafür zu sorgen, dass sich für alle das Rahel weitertrat.

Werner: Ich habe ein bisschen geschaut und habe dann versucht, das zu erläutern,

Werner: wo er sagt, schau her, dass keiner in Angst vor seiner Existenzbedrohung leben muss.

Werner: Und er hat aber dann noch einen ganz wichtigen Satz gesagt, der in der Sozialdemokratie

Werner: leider immer wieder gern vergessen wird, für alle.

Werner: Und für alle bedeutet nicht für einen Arbeiter nur die Arbeiter sollen,

Werner: nein, auch für einen Unternehmer.

Werner: Es muss für alle sich das Raum weitertrauen, wo jeder ohne Angst auf morgen existieren kann.

Werner: Und ich muss ganz ehrlich sagen, das ist für mich eine irrsinnig starke Botschaft,

Werner: weil ich weiß, ich habe selber, ich war zwar im Auftrag der Stadt Wien,

Werner: war das das Planetarium, was ich neun Jahre betreuen durfte,

Werner: aber es war mein Planetarium.

Willy: Besucherzahlen verdoppelt in der Zeit natürlich.

Werner: Und es war mein Planetarium und hat der Volker Meister zu mir gesagt.

Willy: Du kennst schon mir nicht. Das musst du schon wieder Druck geben.

Werner: Sehr nett.

Werner: Aber das ist etwas, ich glaube, wenn wir uns bemühen, so ein gewisses Maß an

Werner: Gerechtigkeit als auch Ängste zu nehmen.

Werner: Das ist etwas, was für mich ein Wertebereich und jetzt muss ich dazu sagen,

Werner: ja, jetzt will jeder mehr haben und vielleicht mehr Geld verdienen und so weiter.

Werner: Und bei manchen ist das auch sehr gerechtfertigt, dass der das auch braucht,

Werner: weil er wirklich schon nicht verdient.

Werner: Wo ich dann grantig werde, wenn dann Leute eh schon, denen es wirklich gut geht,

Werner: dann noch mehr haben wollen. Das ist dann die Gier. Wo ich dann sage,

Werner: nein, dem geht es nicht ums Roll weiter dran, für den geht es um die Befriedigung seiner Gier.

Werner: So, das ist einmal für mich Sozialdemokratie und jetzt muss ich dazu sagen,

Werner: wir haben auch innerhalb der Sozialdemokratie. Ich habe da einmal mit einem

Werner: sehr, sehr ranghohen Politiker eine lange Diskussion geführt über,

Werner: die über manche Personen, die es gar nicht einmal ranghole Politiker sein müssen,

Werner: wo ich auch sage, Kinder, sagst du mal, bis wieso haben wir diese Personen bei uns in der Partei?

Werner: Und ich war wirklich grantig. Ich war da auf ein paar Leute wirklich grantig.

Werner: Und wenn ich grantig bin, dann bin ich sehr grantig.

Werner: Da ruft mich dann die TV-Ambulanz am nächsten Tag an. Tatsächlich.

Werner: Liebe Zuseherinnen und Zuseher, nur um das kurz zu erklären,

Werner: Ja, das ist heute schon tatsächlich passiert. Das ist der Daunruf.

Willy: Das war nicht ich. Nein, das war nicht ich.

Werner: Tatsächlich, und diese Person hat mir etwas gesagt, was mich wieder versöhnt

Werner: hat mit meiner eigenen Partei.

Werner: Und er sagt, du Werner, in jeder politischen Partei, in jeder unabhängiger Richtung,

Werner: es ist ein Spiegelbild der Gesellschaft.

Werner: Und in der Gesellschaft, und das ist jetzt auch etwas, was eine ganz für mich

Werner: persönliche wichtige Botschaft aus der Wissenschaft ist, entschuldige jetzt

Werner: diese Formulierung, ich habe sie schon einmal verwendet, bist du ein bisschen nervös geworden.

Werner: Es gibt in der Gesellschaft, das ist so roundabout, drei Prozent Arschlöcher.

Werner: Da werden jetzt sofort viele sagen, na, ich kenne viel mehr.

Werner: Na, die, die viel mehr kennen, da gibt es ein eigenes Gesetz aus der Psychologie,

Werner: Verwende nicht Charakterlosigkeit, wo Dummheit ausreicht.

Werner: Manche sind einfach Stipers und agieren jetzt nicht aus bösen Gründen,

Werner: sondern schlicht der Checknet.

Werner: Da ist es Nichtwissen, Dummheit, zu wenig Strategien und so weiter.

Werner: Aber der ist per se nicht böse und wenn du es einem erklärst,

Werner: entschuldigt er sich vielleicht sogar.

Werner: Und das ist jetzt etwas, wir haben leider in unserem politischen Alltag,

Werner: haben wir, wir hängen uns medial an diesen drei Prozent auf und ich kenne jetzt

Werner: wirklich von sehr vielen Parteien und wirklich, um nicht zu sagen, ja von allen Parteien,

Werner: Sozialdemokratie steht mir die FPÖ eigentlich nicht nahe.

Werner: Ich kenne FPÖ-Politiker, mit denen ich mich sogar privat auf ein Café zusammensitze,

Werner: weil das ist ein netter Bursch, wo ich sage, ja wir haben eine andere politische

Werner: Meinung Und ich verstehe auch, warum du diese hast.

Werner: Ich werde sie niemals teilen und ich werde auf einem Straßenwahlkampf, werden wir uns matchen.

Werner: Aber du bist charakterlich für mich. Und das möge ich mir jetzt wirklich sagen.

Werner: Es gibt FPÖler, wo ich sage, nein, bei dem, der ist charakterlich verrotet.

Werner: Genauso wie FPÖler sagen, da gibt es Sozialdemokraten, die charakterlich verrotet

Werner: sind und beide haben ein Recht.

Werner: Aber wir müssen, und das ist etwas.

Werner: Ich habe einmal eine schöne Geschichte gewesen, das hat dann sogar zu einem

Werner: massiven Nachhall geführt, mit der Frau Stenzl im Privatfernsehen einmal eine

Werner: politische Diskussion geführt.

Werner: Und da hat dann der ORF darauf reagiert zu sagen, Herr Gruber,

Werner: Sie haben auf ORF 3 so eine kleine Grubers Experimentalküche, so eine kleine Show.

Werner: Sie zeigen Ihr Gesicht ins Fernsehen, Sie dürfen sich politisch nicht äußern.

Werner: Wieso? Ja, Sie sind beim ORF beschäftigt. Nein, ich bin nicht beim ORF beschäftigt.

Werner: Es war dann juristisch ein ziemlich komplexes Angelegenheit.

Werner: Und das Ganze ging von den Freiheitlichen aus, die gesagt haben,

Werner: Ja, der Herr Gruber, ich sage es einmal so, es war eine sehr resche Diskussion

Werner: und die Frau Stenzl hat an dem Abend abessen.

Werner: Was aber viele nicht wissen, wir haben nachher noch gemütlich einen Kaffee getrunken.

Willy: Ich habe es trennen können, diese beiden Rollen.

Werner: Es ist ein Unterschied und es ist auch, und jetzt muss ich auch dazu sagen,

Werner: man muss es ja nicht in einer Fernsehdiskussion beleidigen.

Werner: Es werden einfach fachliche Argumente ausgetauscht und natürlich wird auch der

Werner: rhetorische Untergriff verwendet. Das heißt aber nicht, dass man unter die Gürtellinie

Werner: gehen muss. Das habe ich eigentlich versucht nie zu machen.

Werner: Aber ich glaube, dass im Moment sie medial irrsinnig viel zuspitzt.

Werner: Wir haben im Moment eine Stimmung, die mir nicht gefällt und ich kenne das immer

Werner: aus meiner eigenen Familiengeschichte und aus dem Geschichteunterricht,

Werner: so 28, 1928, 1929, Weltwirtschaftskrise,

Werner: das entwickelt sich jetzt und wir haben aber auch sozusagen so,

Werner: was darf man sagen, das war interessanterweise damals auch so,

Werner: wo es dann gar nicht im Parlament ist, das ist eine Quatschbude,

Werner: die reden nur und machen nichts.

Werner: Wenn jemand der Meinung ist, dass Politik nichts macht, dann sage ich,

Werner: wenn du dieser Meinung bist, dann bitte geh in die Politik, such der Partei aus.

Werner: Und wenn mir einer sagt, ja, es gibt keine Partei, die meine Meinung 100% übernimmt,

Werner: sage ich, ich bin auch nicht bei allen Entscheidungen,

Werner: meines sozialdemokratischen Bundesparteivorsitzenden und, und,

Werner: und auch einverstanden, aber im Wesentlichen die Richtung, wobei man da als

Werner: Sozialdemokrat hörelich aufpassen muss, die Formulierung zu sagen,

Werner: die Richtung stimmt, aber,

Werner: das nennt sich Humor.

Werner: Das ist genauso. Ich habe einmal eine Mitarbeiterin schickt mir,

Werner: schickt mir, ruft mir an und sagt, du Werner, ich habe dir die und die Daten

Werner: geschickt, ich habe dir Excel-Sheet geschickt, sage ich, du,

Werner: ich bin Sozialdemokrat, bitte konvertier mir es in Word.

Werner: Wenn ich darüber nicht lachen kann, worüber dann nicht.

Willy: Ich glaube, das ist ganz wichtig, dass man gerade über die Sachen lachen kann.

Werner: Das Zweite ist, und das ist jetzt etwas, weil du auch gefragt hast, Sozialdemokratie.

Werner: Ich glaube, dass die Sozialdemokratie etwas verloren hat, was ich als Buhr nur erlebt habe.

Werner: Nämlich, dass durch Fortschrittsglauben,

Werner: durch den Glauben an Erkenntnis, ich rede jetzt gar nicht einmal Glauben an

Werner: die Wissenschaft, sondern durch neues Wissen, durch neue Technologien unser

Werner: aller Leben besser werden könnte.

Willy: Ein Vertrauen in die Zukunft, auf die Zukunft.

Werner: Ein Vertrauen in die Zukunft mit, ich sage es ganz provokant, Technologie.

Werner: Da, glaube ich, ist meine Sozialdemokratie, nämlich wirklich meine,

Werner: so wie ich sie mir vorstelle, leider sehr konservativ geworden.

Werner: Da ist sie, und ich kenne jetzt eigentlich keine einzige politische Partei,

Werner: die einen technologischen, technologisch ist vielleicht gar nicht die richtige Formulierung,

Werner: einen Zukunftsglauben basierend auf neuem, besseren Wissen hat.

Werner: Es wird sozusagen, manche Sozialdemokraten leben noch in einer Zeit von vor 40 Jahren,

Werner: und haben nicht realisiert, also ich habe mich dann geredet über das Thema selbstfahrender Fahrzeuge,

Werner: bei einer Podiumsdiskussion mit einem Sozialdemokraten und sage,

Werner: naja, du, da wird sich aber wahnsinnig viel da.

Werner: Der hat gesagt, nein, das funktioniert ja nicht einmal gescheit.

Werner: Und er hat dann den Bus gebracht, der da in der Seestadt einmal draußen gefahren

Werner: ist, mit zehn Karten. Ja, stimmt.

Willy: Da hat er dahinter gesessen,

Werner: Wo ich dann erklärt habe, das war nämlich auch schon zu dem damaligen Zeitpunkt,

Werner: dass in Kalifornien 5.000 Autos ohne in den Lenker fahren, jetzt sind sie schon

Werner: bei den 20.000 Autos, dass ich heute in Chicago,

Werner: mit einem Taxi fahren kann und dass jetzt glaube ich sogar in Europa ist irgendwo

Werner: ein Testbereich freigegeben worden.

Werner: Nein, das funktioniert sehr wohl und das ist etwas, was heute in der Sozialdemokratie

Werner: wirklich abhanden gekommen ist.

Werner: Was gibt es an neuen Erkenntnissen? Nicht nur Technologie, das ist immer so

Werner: leicht bei Technologie, da ist es so sichtbar.

Werner: Aber es gibt da wahnsinnig tolle Erkenntnisse, zum Beispiel zum Sprachunterricht.

Werner: Wie sollte Sprachunterricht ausschauen und unser Schulsystem ändert?

Werner: Da nimmt darauf nicht Rücksicht. Obwohl das total, wir haben immer nur ein Schulsystem.

Werner: Weißt du zufälligerweise, warum im Herbst der Schuljahr beginnt?

Werner: Ich habe mir das mal ausgesucht, warum das tatsächlich der Grund ist.

Willy: Ich habe es irgendwann einmal gehört, es hat irgendeinen pragmatischen Grund

Willy: gehabt, der überhaupt keinen Sinn macht. Genau so wie Sommer- und Winterzeit

Willy: inzwischen keinen Sinn gemacht.

Willy: Damals hat er den Sinn gemacht. Die Sommer- und die Winterzeit irgendwann einmal einen Sinn gemacht.

Werner: Und zwar ist es von einem Physiker geschaffen worden, von Benjamin Franklin.

Werner: Nein, warum haben wir im Herbst Schulbeginn?

Werner: Zu dem ganz einfachen Grund, dass die Kinder am Land den Schulweg lernen und

Werner: auch bei tiefem Schnee diesen Weg dann selbstständig in die Schule finden können. Das war der Grund.

Werner: Das war der Grund, warum Maria Theresa gesagt hat, weil die hat sich immer gesagt,

Werner: okay, machen wir Schule, wann fangen wir an.

Willy: Und dann haben wir uns daran gewohnt und seither nicht mehr hinterfragt und

Willy: wenn man das jetzt angreift, sagt, das war immer schon, das ist so,

Willy: das wird ja immer so bleiben. Punkt. Das geht ja gar nicht anders.

Willy: Das geht ja gar nicht anders.

Werner: Und das sind einfach genau die Sachen. Das ist jetzt zum Beispiel, was mich maßlos ärgert.

Willy: Bisschen mehr Mut, meinst du? Ja, ein bisschen mehr Mut.

Werner: Wir haben jetzt zum Beispiel das Thema, wie es jetzt gerade im Parlament groß

Werner: diskutiert wurde, künstliche Intelligenz.

Werner: Ich kann mich noch erinnern, wie ich in die Schule gekommen bin,

Werner: in das Gymnasium, wo der Taschenrechner aufgekommen ist.

Werner: Und das war dieselbe Diskussion, ob wann dürfen die Kinder einen Taschenrechner verwenden.

Werner: Und heute haben wir dieselbe Diskussion, nur ich brauche jetzt,

Werner: es war sogar die Überlegung, muss es nicht einen Unterrichtsgegenstand für Taschenrechnerlernen

Werner: geben. Nein, das brauche ich nicht.

Werner: Das bringt mich nicht weiter, aber zum Beispiel zum Thema Mut.

Werner: Ich bin Verfechter von Tempo 80-100.

Werner: Ich war jetzt in Spanien und Spanien ist jetzt kein kleines Land.

Werner: Also da legst du schon die Sonnenfinsternis.

Willy: Du machst einen Unterschied, ob du so schnell unterwegs bist.

Willy: Da machst du mal einen halben Tag später.

Werner: Du hast in Spanien das Tempolimit auf Bundesstraßen 90 und auf der Autobahn 120.

Werner: Ich habe mir für die Sonnenfinsternis für zwei Tage Auto nicht mehr müssen,

Werner: dass du dann eine gute Location findest. Aber jetzt kommt es.

Werner: Da habe ich mir Tempolimit angeschaut, okay, 120 ist okay, ich kenne mich aus.

Werner: Und ich bin dann einmal auf der Autobahn gefahren und ich fahre immer so eher

Werner: unter Tempolimit. In Österreich fahre ich definitiv Tempo 80, 100.

Werner: Und auf einmal merke, wie ich mit 118 kmh in Spanien der Raser war.

Werner: Weil das ein Selbstständiger ist kein Witz.

Werner: Zwischen 110 und bei 115 war schon das obere Limit.

Willy: Also die haben es nicht einmal ausgenutzt.

Werner: Die haben es nicht ausgenutzt. Und ich muss ganz ehrlich sagen,

Werner: ich bin an dem einen Tag wegen der Sonnenfinsternis so knapp an die tausend Kilometer gefahren.

Werner: Und ich muss ganz ehrlich sagen, ich habe mich sowas von wohl gefühlt.

Willy: Spannend, ja.

Werner: Wo ich gemerkt habe, okay, ich habe bisher immer die Amerikaner,

Werner: es gibt ja schon Raser auch, aber Amerika hat auch ein sehr passives Fahrsystem

Werner: und das sind auch große Distanzen. Ich bin da einmal gefahren von Seattle nach

Werner: Chicago, das sind 3700 Kilometer, so nicht durch so und ich habe wieder geschlafen.

Werner: Aber das kannst du entspannt fahren. Und da hast du dein Problem mit teilweise

Werner: auf den KMH gerechnet, 110 KMH, und die Amerikaner halten sich auch dran.

Werner: Gut, mega straffen. Wenn du da ein bisschen schnell fährst, zahlst gleich mal 5.000 Dollar.

Werner: Aber in Spanien habe ich jetzt nichts gelesen, dass du die mega straffen gibst.

Werner: Und die nutzen das nicht aus.

Willy: Das ist Folge von Politik, sagst du.

Werner: Und jetzt sind wir dort und ich habe das einmal einen schönen Vergleich gehabt.

Werner: Ich kann mich noch gut erinnern, meiner Kleine-Bur, wo die Gurtenpflicht gekommen ist.

Werner: Und wie die Gurtenpflicht gekommen ist, da waren Diskussionen.

Werner: Ich habe einen deutschen Pathologen Interview gefunden, wo drin heißt,

Werner: wenn du hundertmal bremst, ist das eine moderne Form von Selbstmord,

Werner: weil du bist nachher guillotiniert, also du bist nachher tot,

Werner: wenn du dann Gurten taugst. Heute,

Werner: diskutieren wir nicht einmal mehr Gurtenpflicht. und ich glaube, wir haben...

Willy: Wir rauchen in Lokalen. Man kann es an unendlich vielen Beispielen...

Werner: Und da würde ich mir barhort erwarten, dass man wirklich in der Politik sagt,

Werner: ja, das ist eine unpopuläre Maßnahme, die heftige Diskussionen führt.

Werner: Übrigens interessanterweise, so von der Statistik her, das ist total witzig,

Werner: eben mit einigen Politikern, divers aus der Partei, darüber genau über das Thema

Werner: diskutiert, die sagen, ja, die Bevölkerung will das nicht.

Werner: Und hast du dir die Statistik angesehen?

Werner: Ich sage dann, ja,

Werner: Schauen wir uns die Statistik an. Die Statistik sagt, ganz interessantes Ergebnis.

Werner: Ein Drittel der österreichischen Bevölkerung sagt, ja super, setzen wir nun um.

Werner: Ein Drittel der Bevölkerung sagt, nein, ich bin dagegen und ein Drittel sagt, es ist mir wurscht.

Werner: Und wenn ich jetzt das ein Drittel, es ist mir egal und ein Drittel,

Werner: ich bin dafür, sind wir bei zwei Drittel. Das ist nicht mehr so wenig.

Werner: Und damit wäre auch, und das ist im Moment ein bisschen genau die Feigheit von

Werner: manchen Politikern zu sagen, das machen wir jetzt.

Werner: Und das ist unabhängig der Partei und unabhängig der Sozialdemokratie und so

Werner: weiter. Es wird auch in der Sozialdemokratie seftig diskutiert.

Werner: Aber da würde ich mir, wann ich sage, und es wäre jetzt was,

Werner: Klimaschutz und Klimawandel, wäre das eine Maßnahme, die kann ich in zwei Wochen,

Werner: ich brauche nur die Verkehrsschilder wechseln,

Werner: also vier bis sechs Wochen braucht es wirklich, kann ich eine Maßnahme setzen, die uns massiv... ...

Willy: Einen Impact hat, ordentlich was verändert.

Werner: Und, das muss ich ganz ehrlich sagen, ich bin früher, ich fahre fünf,

Werner: sechs Mal im Jahr in Salzgamer gut, dann so 300 Kilometer.

Werner: Und da bin ich früher immer so 125, 130 kmh gefahren.

Werner: Dann kam der Ukraine-Krieg, dann hat es gleichzeitig bei der OMV auch noch Probleme

Werner: gegeben, also der Benzinpreis ist massiv angestiegen und ich habe dann auf Facebook

Werner: gepostet, noch ein Tempo 80, 100, wie er nicht gebetet hat, fahre aussie,

Werner: ins Burgenland auf der Südostrangente,

Werner: und dann habe ich mich wieder aussiegefahren, da fahre ich dann eine Zeit lang

Werner: Autobahn und wie auf der Autobahn fahre, habe ich mir gedacht,

Werner: ich bin eigentlich ein Depp,

Werner: ich poste Tempo 80, 100 und fahre selber 125.

Werner: Ich bin ein Arschloch. Bin sofort wirklich.

Willy: Kognitiv wie Dissonant, wieder auflösen, auflösen.

Werner: Und bin sofort, bin wirklich.

Willy: Bist abe.

Werner: Bin abe und seitdem, und ich habe mich selber beobachtet.

Werner: Ich bin früher, wenn ich in Salzgamergut gefahren bin, eben so diese 125,

Werner: 130 kmh gefahren, bin so früher drei Stunden gefahren,

Werner: und ich habe dann einmal ein bis zwei Stunden gebraucht, dass ich sage,

Werner: so und jetzt kann ich sozusagen vernünftig kognitiv arbeiten und so weiter.

Werner: Jetzt fahre ich so um die Tempo 100 hin und wieder 105, wenn es schnell gehen muss.

Willy: Entlastet, gell? Wie? Das ist entspannt.

Werner: Und ich fahre drei Stunden 15, das ist ein Viertelstund. Aber jetzt kommt es.

Werner: Wenn ich einpark im Salzkammergurt,

Werner: stehe ich aus dem Auto aus, räume die Sachen in den Kühlschrank und zehn Minuten

Werner: später kann ich raus machen. Ohne dass ich, weil ich...

Willy: Weil du nicht am Limit bist.

Werner: Das ist aber jetzt das, was mir dadurch an Lebensqualität, auch beim Fahren,

Werner: es ist alles entspannter und so weiter.

Werner: Wir reden jetzt einmal vom Klimaschutz als auch psychologisch, was das mit dir macht.

Willy: Entschleunigen im wahrsten Sinne des Wortes.

Werner: Und da muss ich ganz ehrlich sagen, also seitdem war ich wirklich,

Werner: und ich habe es jetzt wie in Spanien, ich habe es genossen.

Willy: Aber man hat trotzdem diesen Trieb drinnen, man muss schneller fahren, oder?

Willy: Österreich heißt 130, 130 plus Messintoleranz, plus das, was die Nadel meistens

Willy: zu wenig anzeigt, plus das, was man einer Strafe noch leisten kann, 145.

Werner: Naja, und genauso sind viele fahren ja mit Navi. Du musst schneller sein,

Werner: als die Navi-Zeit angeht.

Willy: Ja, genau, dann hast du da wieder so einen Nutsch drinnen, oder?

Willy: Da musst du wieder was erreichen.

Werner: Und das ist das, wo ich dann echt sage, nein, musst eben nicht.

Willy: Spannend.

Werner: Und genau, das ist das. Und jetzt muss ich dazu sagen, ich glaube,

Werner: manche Damen und Herren haben auch wirklich das Problem, dass für sie das Auto,

Werner: ein wirkliches, sozusagen, dass sie sich über das Auto definieren.

Willy: Ja, okay.

Werner: Ich habe selber zeitlang das Auto vom Frottern gehabt, weil ich fahre eigentlich

Werner: fast noch alles öffentlich. Wie gesagt, mit Ausnahme vom Frottern Backblatt.

Werner: Den habe ich tatsächlich erst vor relativ kurzer Zeit,

Werner: wie ich das Auto vom Photon, bevor ich das Auto vom Photon hatte,

Werner: habe ich keinen Parkplatz gehabt und dann habe ich,

Werner: das Auto, wie ich es gehabt habe, vom Photon in einem Planetariumsparkplatz

Werner: stehen gehabt, weil dort ein Kuss nicht soll und ich brauche es nicht und das

Werner: ist dort gestanden, wirklich gestanden.

Werner: Und dann taucht Stellvertretter auf am Freitagvormittag und sagt,

Werner: du, urkantig, super netter Kerl, aber da habe ich es gemerkt, passt heute was nicht.

Willy: Stimmt was nicht mehr.

Werner: Sag ich, was ist los? Sag ich,

Werner: was ist los? Sagt er, er wollte mit seiner Tochter das Wochenende ein bisschen Freizeit verbringen.

Werner: Einmal eine Woche in der SPR.

Werner: Und er hat sich schon hat eine wahnsinnig nette Bergtour, wo sie und er hat

Werner: ein Kombi und da kann man im Kombi sein, hinten sind wir trotzen und da hat

Werner: er mit seiner Tochter ein bisschen in der Wildnis gezählt und da braucht er

Werner: natürlich das Auto und so weiter und so fort.

Werner: So, wo ist das Problem? Sagt er, nein, das Auto hat ein Problem.

Werner: Es ist jetzt in der Werkstatt. Wo ich mich angeschaut habe, wo ist das Problem?

Werner: Wo er sagt, ich habe kein Auto.

Werner: So, genau, wo ist das Problem? Und greife in mein Schublad und habe meine Fahrzeugpapiere und vom Auto...

Willy: Vom Stehzeug.

Werner: Vom Stehzeug, was ich eh nicht brauche und lege das am Tisch.

Werner: Wo auf mich er anschaut und sagt, du Wernert, das ist dein Auto.

Werner: Sag ich, ja, es ist nur ein Auto. Es ist Volltank, ich werde dich ersuchen.

Werner: Gibst mir es bitte wieder Volltank zurück. Wenn du dann einen Verkehr schon,

Werner: machst, was passieren kann, dann bitte kümmere dich darum, dass das gezahlt

Werner: wird. Versichert bis einmal.

Werner: Und das hört ein Mieter, weil der ist gerade ins Büro gekommen und hört das.

Werner: Und sagt Herr Gruber, aha, okay, Chef, Stellvertreter ist klar,

Werner: für uns normale Mitarbeiter wird das nicht gelten, sage ich, Herr Kollege.

Werner: Ich habe dann tatsächlich bei einer Besprechung gesagt, ihr wisst,

Werner: wo meine Fahrzeugpapiere sind, ihr wisst, wo meine Autoschlüssel sind.

Werner: Das Einzige, um das ich euch ersuche, sagt man es rechtzeitig,

Werner: weil vielleicht brauche ich es auch einmal.

Werner: Und dieses Auto ist dann auf einmal benutzt worden.

Werner: Ehe nicht allzu oft, weil die haben sich viele nicht traut und so weiter.

Werner: Aber wo andere, ich habe das dann einmal erklärt, du gibst dein Auto,

Werner: ich sage, Freunde, es ist ein Auto.

Werner: Nicht mehr. Es ist ein Fortbewegungsmittel.

Werner: Und da sieht man schon, wo manche emotionell bei einem Auto sind.

Werner: Ich muss dazu sagen, wie das Auto, was ich von meinen Eltern gehabt habe,

Werner: wie ich das dann unter Anführungszeichen eintauscht habe oder weiterverkauft habe.

Werner: Ja, aber da war nicht das Auto per se, sondern da waren die Erinnerungen,

Werner: die mit dem Auto gefahren sind, war das Thema aber nicht das Auto.

Willy: Aber da braucht es halt von der Politik, wie du sagst, die Politik,

Willy: ich meine jetzt gar nicht mal die SPÖ und so, den Mut, diese Perspektiven auch

Willy: anzusprechen und das verändern zu wollen.

Willy: Aber es braucht wahrscheinlich uns auch als Bürgerinnen und Bürger,

Willy: wie auch immer, dass wir auch aus unserem System, ich weiß nicht,

Willy: was beim Ding war, System 2, also Vollautomatisierung, auszugehen und einfach

Willy: bereit sind, einfach diese Veränderungen auch mitzugehen.

Willy: Weil im Endeffekt sind sie wahrscheinlich überhaupt nicht schlimm. Es ist nur anders.

Werner: Nein, es ist eine Spur langsamer. Das ist tatsächlich...

Willy: Ja, man kriegt ja wieder, das hast du so schön gesagt, du kriegst ja dafür Entspannte,

Willy: du bist nicht mehr auf einen Schlag und bist dann nervös, wenn du beim Auto

Willy: aussteckst und brauchst zwei Stunden Pause.

Willy: Du gewinnst Lebensqualität. Eben, du kriegst ja was, was nicht materiell ist,

Willy: kriegst du dann aber nicht. Und wir haben keinen Sinn für das, oder?

Werner: Ich will heim zu meiner Familie. Da hat mir einer gesagt, ja,

Werner: Herr Gruber, Sie haben mit Familie und so weiter, das ist ja auch eine Familie,

Werner: auch Physikerinnen und Physiker haben eine Familie.

Werner: Nein, es ist kaum so leid, du legst da mal eine Serie mit.

Willy: Nein, die Kernfamilie.

Werner: Und das macht einen Unterschied ob ich mit sehr viel Adrenalin bei meiner Family

Werner: auftauche oder ob ich entspannt sage, so komm her Schatze,

Werner: Wie geht es dir? Weil dann kann ich gleich ganz anders mit der Family umgehen,

Werner: als wenn ich, du lass mich mal hinsetzen, ich muss einmal durchschnaufen.

Werner: Damit gewinne ich nämlich nichts.

Werner: Und ich muss ehrlich sagen, ich habe Spanien, wo ich echt sagen muss,

Werner: ich werde es nicht tun, wir sind nach Spanien mit dem Zug hingefahren,

Werner: was auch, wo dann die Leute sagen.

Willy: Herr Grobe, bist du verpflichtend nicht?

Werner: Ja, aus einem ganz einfachen Grund, weil ich im Urland Urlaub ankommen möchte.

Werner: Meine Lebensgefährtin und ich sind nur zweimal mit dem Auto in Urlaub gefahren.

Werner: Das war einmal während der Corona-Zeit, wo wir gesagt haben,

Werner: nördliche Adria, wann irgendwas ist, dass wir in zwei Stunden in Österreich

Werner: sind. Das war wirklich ein pragmatischer Grund.

Werner: Aber im zweiten Mal waren das, wir wollten den etruskischen Städtebund,

Werner: das waren zwölf Städte und du kannst mit öffentlichen Verkehrsmitteln 8er anschauen,

Werner: 4 gingen nicht öffentlich und da haben wir gesagt, okay, jetzt,

Werner: fahren wir das mit dem Auto ab und sonst die letzten 20 Jahre haben sich mal

Werner: mit dem Auto in den Urlaub gefahren.

Werner: Du steigst in der Früh in Zug ein, dann diskutierst nur die letzten drei,

Werner: vier Tage von der Arbeit, dann lässt du ein bisschen Zeitung,

Werner: dann tust du vielleicht ein wenig ausnahm,

Werner: dann tust du ein wenig schlafen und dann, weil wir fahren dann meistens gleich

Werner: mal den ersten Tag, relativ lang,

Werner: ja, was schauen wir uns denn vor Ort an, dann schaust du am Handy,

Werner: tust ein bisschen Internet recherchieren, dann planst du bitte den Urlaub und

Werner: wenn du dann um 17 Uhr aussteigst,

Werner: Bist du im Urlaub angekommen? Wenn ich in den Fliegereinstieg so,

Werner: was muss ich machen? Was darf ich, wo wir haben?

Willy: Ausziehen, ausziehen, ausziehen, ausziehen, ding, ding, ding, ding, ding, kein Platz.

Werner: Und im Zug gehe ich in den Winkel, gehe ich in den Speisewakon,

Werner: hole ich mir einen Kaffee, habe vielleicht nette Leute zum Trotschen.

Werner: Und das ist, wo dann sagen, ja, aber mit Kindern kannst du ja gar nicht.

Werner: Sag ich, wieso? Ja, da musst du wahnsinnig viele Sachen mitnehmen.

Werner: Und jetzt weiß ich schon, dass du tatsächlich das Hütternteil musst,

Werner: nicht nur deine Sachen, sondern auch die für die Kinder mitnehmen. War gut, ne?

Willy: War nicht umfragend, sondern auch die Kinder.

Werner: Das wird auch manchmal vergessen, dass wir auch.

Willy: Mal wieder den Volk und Tag wiederkommen.

Werner: Aber zum Beispiel, was ich total, was viele nicht vergessen,

Werner: das haben wir tatsächlich, glaube ich, das haben wir gehabt,

Werner: dass ich sage, ich brauche vor Ort Experimentierunterlagen, nicht im Urlaub,

Werner: sondern aus beruflichen Gründen.

Werner: Du glaubst gar nicht, wie einfach Und vor allem wie günstig das ist,

Werner: dass du einen gesamten Trolley, wo alles drinnen ist,

Werner: könntest du heute abholen lassen, kostet 30, 40 Euro, quer durch Europa und

Werner: du gehst in dein Hotelzimmer ein, wenn du es rechtzeitig schickst,

Werner: das braucht 3, 4, 5 Tage, recht viel länger ist es nicht?

Werner: Und das steht schon im Hotelzimmer. Also wenn du jetzt sagst,

Werner: du brauchst, du könntest, mein Schatzi und ich haben es selber noch nie gemacht,

Werner: aber du könntest heute, ich sage, vierköpfige Familie, vier Trolleys anholen lassen,

Werner: zahlst ein bisschen was, ja, und du hast in Irland, gehst in dein Bed and Breakfast

Werner: rein und das steht schon dort, gerade dass sie es nicht einräumen.

Werner: Und du hast nicht einmal während der ganzen Suchfahrt irgendwas,

Werner: was du größer schleppen musst.

Werner: Jetzt werden dann so manche sagen, ja, das kostet ja. Dann rechnen wir mal aus,

Werner: wofür wir manchen anderen Geld ausgeben. Und es ist eine Lebensqualität.

Willy: Also viele, viele Potenziale, was wir politisch eigentlich noch geben könnten.

Willy: Hoffen wir mal, dass mir in die Richtung auch wirklich was passiert.

Willy: Die letzte Frage, die war ja aufbauen mit der, ich kann ja nichts dafür,

Willy: wenn du da immer so viel Gutes zu erzählen hast. Ich wache auch gern zu.

Willy: Und die Leute sollen sich daran gewohnt, dass man den Podcast nicht auf einmal

Willy: hören muss, sondern auch zwischendrin einmal abschalten kann. Vielen Dank.

Willy: Jetzt bist du politisch tätig, du hast eine politische Meinung,

Willy: du bist Wissenschaftler.

Willy: Ich habe immer so ein bisschen die Idee gehabt von Wissenschaft,

Willy: du hast es ja selber gesagt, das ist Deskriptives, Beschreibendes, vielleicht Findendes.

Willy: Und Politik hat ja die Funktion, normativ zu sein.

Willy: Sie kann es auch inspirieren, aber sie muss dann in letzter Konsequenz auch normativ sein.

Willy: Wie geht das zusammen? Oder geht das zusammen?

Werner: Erst einmal, es geht zusammen, es ist total spannend, was viele nicht wissen.

Werner: Merkel, Solana, Jimmy Carter, Jimmy Carter hat Atomgleichstunde gebaut,

Werner: es waren alles Physiker.

Werner: Witzigerweise sehr viel mehr Physiker in der Politik, als man glauben möge.

Willy: Ein moderner Physiker.

Werner: Nein, es ist total, und vor allem Physiker denken über Probleme anders nach,

Werner: weil wir einfach anderes Denken gelernt haben.

Werner: Und ich würde jetzt aber die Frage umformulieren und anders beantworten,

Werner: weil es nämlich exakt dasselbe ist und es ist exakt dieselbe Antwort.

Werner: Ich war bei einer Benefiz-Skala und da waren die Seitenblicke.

Werner: Und das war so vor Weihnachten und da war auch der Kardinal Schönborn.

Werner: Und da kommen die Seitenblicken und sagen, Herr Gruber, wären Sie bereit mit

Werner: Herrn Schönborn so ein gemeinsames Interview?

Werner: Wir wissen schon, es gibt ein Spannungsfeld zwischen Politik und,

Werner: nicht zwischen Politik, zwischen Wissenschaft, Physik und der römisch-katholischen Kirche.

Werner: Ich dachte auch, überhaupt kein Problem, Herr Schönborn, wir kennen uns auch so ein bisschen.

Werner: Wir sind Kollegen, wir haben gemeinsam für die Kronenzeitung Kolumnen geschrieben.

Willy: Ihr beschäftigt sich auch mit ähnlichen Themen.

Werner: Nein, tun Sie nicht. Genau das ist der Fehler. Und der Kardinal hat dann nebeneinander

Werner: gestanden und hat dann so, ja, die Kirche hat Fehler und so weiter gemacht und

Werner: Toleranz ist total wichtig und so weiter und so fort.

Werner: Dann bin ich interviewt worden, Kardinal Schönborn ist neben mir gestanden und

Werner: hat gesagt, Herr Gruber, was sagen Sie zu dem Spannungsverhältnis Kirche zu Wissenschaft?

Werner: Und jetzt gilt es genauso für Politik und Wissenschaft.

Werner: Meine Antwort war relativ klar.

Werner: Die Kirche beschäftigt sich mit Dingen, die Wissenschaft beschäftigt sich mit

Werner: Dingen, aber die Dinge haben nichts miteinander zu tun.

Werner: Wir beschreiben die Natur, die Kirche versucht auf eine Gesellschaft einzuwirken.

Werner: Die Kirche beschreibt nicht die Natur, das ist nicht ihr Job.

Werner: In der Bibel, die Beschreibungen, die da drin stehen, sind falsch.

Werner: Ich schaue mir der Redakteur ein bisschen komisch an und sage,

Werner: okay, das ist begreifend, es ist relativ simpel.

Werner: Bratkartoffeln und Gruppensechs können urlässig sein, haben aber nichts miteinander zu tun.

Werner: Könnte der Schlusswort sein?

Willy: Könnte der Schlusswort sein? Sind wir es gelassen?

Werner: Nicht an dir, aber ganz ehrlich, ein Besseres wirst du nicht seinbringen.

Willy: Du weißt, meine letzte Frage ist eigentlich, die noch ein Bild und auch ein Zitat oder sowas.

Werner: Ja, aber schicke, das ist dann übrigens tatsächlich im Scientific American,

Werner: das ist die renommierteste Fachzeitschrift von Architektur bis Südarchitektonik

Werner: ist, alle Wissenschaftsgebiete sind da vertreten.

Werner: Nur wenn du da einen Artikel unterbrachst, hast du eine Chance auf einen Nobelpreis.

Werner: Es haben drei Österreicher einen Artikel zusammengebracht.

Werner: Und da gibt es das Zitat des Monats. Und genau dieses Zitat ist da drin gestanden.

Willy: Genau dieses ist drin gestanden.

Werner: Jena Gruber.

Willy: Gruber, sechs Bratkartoffeln. Das habe ich sogar mal gelesen.

Willy: Ich würde eigentlich noch abschließend interessieren, für was will man sich

Willy: an dich erinnern? wenn du irgendwann einmal nicht mehr sein solltest,

Willy: was soll von dir bleiben?

Werner: Okay, in welchem Zeitabstand? Reden wir mal ja präzise. Kurzfristig,

Werner: mittelfristig oder langfristig?

Werner: Und langfristig heißt, wir denken in Äonen.

Willy: Gruber, sag mal einfach, was dir wichtig ist.

Werner: Nein, also, was jetzt weiß ich schon, viele werden sagen, wird das Schweinbrunnenrezept sagen.

Willy: Ich habe den nicht einmal gefragt heute noch.

Werner: Ja, was ich sehr dankbar bin.

Werner: Nein, was mir persönlich ein Anliegen ist, und das ist auch das,

Werner: was ich habe jetzt vor vier, fünf Jahren wieder begonnen, voll in die Wissenschaft einzusteigen.

Werner: Ich möchte, ich arbeite jetzt gerade an einer sehr coolen Theorie,

Werner: hoffe auch, ich weiß nicht, ob sie wirklich funktionieren wird und hoffe,

Werner: dass ich da auch eine Lösung bringen kann.

Werner: Und wenn diese Theorie funktioniert, wäre das ein schönes, ich will nicht sagen

Werner: Vermächtnis, das klingt so pathetisch, aber dass man sagt, ja, das erklärt was.

Werner: Nämlich erklärt, in dem Fall, weil es Technik ist, in der Technik kann man erklären,

Werner: in der Wissenschaft kann man nicht erklären, dass aber so eine Art besserer Algorithmus ist.

Werner: Das wäre so ein Lebensziel. Ich bin jetzt 56, Es könnte sich nur ausgehen,

Werner: dass sie das noch zusammenbringen.

Willy: Okay. Also ein letztes erstes Mal quasi.

Willy: Nach dem 3D-Monitor, nach dem ersten E-Mail quasi im WLAN.

Werner: Nein, es gibt es in der Wissenschaft auch Kolleginnen und Kollegen,

Werner: ich habe relativ wenig publiziert in meinem Leben, aber jedes Mal,

Werner: wenn ich etwas publiziert habe, war es wirklich ein First.

Werner: Also das war, ihr werdet nie vergessen, es hat früher vier Meinungen gegeben,

Werner: von der Didaktik, von der Physikdidaktik, wir unterrichtet man Physik.

Werner: Warum fliegt ein Flieger?

Werner: Und ich habe mich selber damit sehr intensiv beschäftigt. Ich habe einen Windkanal

Werner: für Papierflieger aufgebaut.

Werner: Den ersten, der wird jetzt übrigens in Frankreich nachgebaut.

Willy: Gewisse Stolz.

Werner: Ja, muss ich ganz ehrlich sagen.

Willy: Vor ein paar Wochen. Sei stolz, das ist ja gut.

Werner: Von der Ecole Technique Superior, die Orgen, die Oberkategorie von drei Studenten,

Werner: die gesagt haben, bitte, wir haben hier ihre Arbeit gefunden,

Werner: wir brauchen da ihre Hilfe und so weiter, das ist total leistig, wenn die die anrufen.

Werner: Und ich habe mich damals, da hat es sozusagen vier Meinungen gegeben,

Werner: die so parallel, und für jede Meinung hat es eine gute Hypothese gegeben.

Werner: Und ich wurde dann gebeten, von einer sehr renommierten Zeitschrift einmal zu

Werner: erklären, von meiner erwarte aus Warnung, Pflicht und Flieger.

Werner: Und ich habe mir dann wirklich diese vier Meinungen und auch mit meiner Erkenntnis,

Werner: und bin draufgekommen, dass von diesen vier Meinungen alle schlicht und einfach

Werner: so nicht richtig sind und dass man das viel einfacher erklären kann.

Werner: Und habe dann das zusammengeschrieben und der, der in dieser,

Werner: es war eine physikalische Fachzeitschrift,

Werner: ich habe dem das geschickt und der hat mich am nächsten Tag in der Form angerufen

Werner: und sagt, der Herr Grober, ich bin selber Physiker, ich habe mir das durchgelesen,

Werner: das ergibt echt einen Sinn, das ist,

Werner: das ist einmal, wo ich sage, okay, aber ganz ehrlich, trauen Sie sich das,

Werner: weil du, ich habe mich wirklich gegen.

Willy: Ich muss dich exponieren,

Werner: Ich habe mich echt gegen Designs Community gestellt.

Willy: Thomas Kuhn, oder wie? Thomas Kuhn war es, oder? Paradigmenwechsel quasi.

Willy: Ja, ein bisschen gegen das Establishment sich aufwerden.

Werner: Nein, ist der Establishment wurscht? Mir geht es um wissenschaftliche Wahrheit und Erkenntnis.

Werner: Und er hat dann noch gesagt, es wäre vielleicht nicht schlecht,

Werner: wenn man nur ein drastischeres Beispiel finden würde. Und ich habe dann ein

Werner: bisschen darüber nachgedacht, wie Thema, wo man sozusagen sofort checkt,

Werner: ah, das kann nicht anders gehen.

Werner: Das lässt sich nämlich relativ leicht erklären. Man sagt immer,

Werner: gewölbte Tragflächen, oben bewegt sich die Luft schneller als unten,

Werner: das setzt ein paar Dinge voraus, die tatsächlich in der Realität nicht erfüllt sind.

Werner: Wenn diese Hypothese richtig wäre, also diese gewölbte Tragfläche,

Werner: dann dürfte ein Kunstflieger niemals am Rücken fliegen können,

Werner: weil der müsste dann runterziehen.

Werner: Aber es gibt dannlos Filmaufnahmen, wo ein Kunstflieger zehn Minuten am Rücken fliegt.

Werner: Und damit ist gezeigt, dass diese Wölbungstheorie, sie gilt für Segelflieger.

Werner: Interessanterweise ist es der einzige Flieger, wo tatsächlich diese Wölbung

Werner: von Bedeutung ist und da kommt ja auch das Fliegen her, deswegen hat man das

Werner: in der Erklärung immer gerne mitgenommen.

Werner: Aber für einen normalen Passagierjet, eine Boeing 747 kann am Rücken fliegen,

Werner: und aus aerodynamischen Gründen, sie kann es nicht, weil die Triebwerke abreißen,

Werner: die sind nämlich nur auf Zug und nicht auf Druck gebaut.

Werner: Aber tatsächlich, also nicht nur theoretisch, man hat die auch im Looping fliegen lassen.

Werner: Es gibt also Shierjets, wo die Triebwerke so befestigt sind,

Werner: dass der sowohl als auch fliegen kann Und das war dann genau das Beispiel,

Werner: mit dem haben wir dann den Artikel gestartet, zu sagen so,

Werner: Nicht, wer das Fliegen erklären kann, sondern wer das Rückenfliegen erklären

Werner: kann, der weiß, wie Fliegen wirklich funktioniert.

Willy: Rückenfliegen.

Werner: Und das ist aber jetzt genau das, was auch die Volksbildung auszeichnet,

Werner: dass man sich genau solche Beispiele überlegt, wo jeder, der auch nicht die

Werner: Physik, nicht die Formel kennt, sagt,

Werner: stimmt eigentlich, ja, das habe ich sogar im Fernsehen schon einmal gesehen.

Werner: Und das ist es eigentlich.

Willy: Das ist schön, weil du das sagst, wir haben mir diese Frage vorher aufgeschrieben

Willy: gehabt, warum geht es bei der Wissenschaftskommunikation bei Guter Wissen vermitteln

Willy: oder mehr das Interesse wecken?

Willy: Und es ist jetzt wahrscheinlich ganz eine große, nein, ich sage nicht entweder oder.

Werner: Nein, da gibt es noch viel kritischere Empathie. Ich habe zufälligerweise genau

Werner: gestern Abend mit jemandem darüber diskutiert.

Willy: Ich habe euch aber nicht abgehört.

Werner: Ich habe wirklich viele Interviews gegeben und oft nur gebeten.

Werner: Herr Gruber, können Sie uns das und das erklären.

Werner: Und ich werde dann auch in der U-Bahn, Straßenbahn oder auf irgendwelchen Plätzen

Werner: angesprochen. Herr Gruber, ich habe Sie gestern gesehen und sie haben das und das erklärt.

Werner: Und hin und wieder mache ich mir dann den Spaß- und Down-Fingst-Zeichen.

Werner: Also ich frage, hat es Ihnen gefallen? Ja, super.

Werner: Was hat Ihnen an der Erklärung gut gefallen? Oder dann kommt eher so eine Frage,

Werner: die wirklich aufs Fachliche eingeht.

Werner: Wo er auf die sagt, Herr Gruber, so genau habe ich nicht zugekauft.

Willy: Aha.

Werner: Er sagt, wissen Sie, Herr Gruber, ich muss ja nicht wissen, aber es reicht mir

Werner: schon, dass jemand gabert, den ich anrufen könntet, wann ich es wissen müssen.

Werner: Und das war tatsächlich mehrmals erlebt, dass die Leute sagen,

Werner: ich brauche es nicht wissen, aber in Gruber, den rufe ich an, wenn ich es wissen muss.

Werner: Und jetzt kommt es, es klingt jetzt echt total teppert, also ich war dann eigentlich

Werner: sehr frustriert, zu sagen, Alter, ich habe mir wirklich überlegt, dir was zum Erklären,

Werner: aber es ist eigentlich eh wurscht.

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