Folge Nr: 38

B2P035 Martina, Roman und Martin Schmit – Die Bio-Ackerbau Familie

oder wie wichtige Familie ist, wenn man etwas erreichen will

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Über die Folge:

Die Familie Schmit sind für sich selbst: Familie, Eltern, Kinder, Mitarbeiter und Freunde. Dann sind sie Bio-Ackerbauern, Direktvermarkter und auch ein wenig Lohnunternehmer. Papa Roman ist pensionierter Polizeibeamter und drischt jetzt gegen Bezahlung :) (Sorry Roman, der musste sein) - Natürlich drischt er und zunehmend auch sein Sohn Martin mit dem Mähdrescher die Felder der Bauern im Umland. Das hat sich so ergeben, weil die Maschine für die eigenen Flächen anfangs zu klein war. Romantisch wie sie sind, haben Martina und Roman mit dem Hochzeitsgeld gleich den ersten großen Mähdrescher gekauft und damit ging die Reise irgendwie los. 

Mit ca. 14 Hektar startete man vor ca. 25 Jahren in die Landwirtschaft, heute bewirtschaftet man ca. 160 Hektar. Ein für diese Gegend durchschnittlich großer Ackerbau-Betrieb. Man produziert Soja, Hafer, Kürbisse und eigentlich alles, was potentiell auf Feldern als Marktfrucht angebaut werden kann. 25% gehen in die Direktvermarktung, der Rest wird an Zwischenhändler verkaufte. Die entscheiden dann, was mit den Rohstoffen passiert. 

Für Martin, den Sohn der zwei, war es irgendwie schon immer klar, dass er Landwirt werden wollte. Sein Vater, Freund und Mitarbeiter Roman hat ihn mit viel Vertrauen und der eigenen Liebe zur Landwirtschaft inspiriert. Hofübergabe brauchte es somit keine wirkliche, das läuft alles irgendwie ziemlich reibungslos und Hand in Hand. 

Mit Mama Martina hat Martin dann vor ein paar Jahren das eigene Popcorn bei einem Fernsehabend erfunden. Es gab einfach kein heimisches und bis man den geeigneten Nicht-Hybrid-Mais gefunden hatte, musst man eine Weile suchen. Inzwischen ist aus dem Popcorn die Direktvermarktung geworden, deren kreativer Geist Martina ist. 

Im Laufe des episch langen Podcasts lernen wir viel über die Entwicklung einer Region, eines Betriebes und auch einer Familie und ganz nebenbei bekommen wir einen tollen Einblick in das Metier des Ackerbaus.


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Transcript - B2P035 Martina, Roman und Martin Schmit – Die Bio-Ackerbau Familie

Leute, halt's zusammen, sonst dauert's nimmer recht lang.

Auf einmal tut's einen gescheit'n schön werden und dann kracht alles zusammen.

Bauer to the People, der Podcast für Perspektiven rund um Essen, Menschen und Landwirtschaft.

Weil nur durchs Reden kommen die Leute zusammen.

Fangen wir an?

Du hast eh schon gedruckt, oder?

Ich hab jetzt grad gedruckt.

Ja, hab's gewusst.

Grüß euch.

Servus.

Hallo.

Grüß dich.

Grüß dich.

Bauer to the People?

Nein.

Neue Folgen.

Es ist sogar mir zu schnell gegangen.

Ihr braucht euch keine Sorgen machen, aber dass ihr in einer Verhörsituation seid,

der Willi lockert das total auf.

Mhm.

Mhm.

Okay.

Grüß euch.

Wir sagen, wo sind wir denn heute?

Wie heißt denn das da?

Zagersdorf.

Zagersdorf.

Im schönen Burgenland.

Im schönen Burgenland.

Bei der Familie Schmidt mit einem harten Tee.

Jawoll.

Ganz wichtig.

Nämlich bei der ganzen Familie.

Die Schwester ist halt nicht da, ne?

Richtig.

Aber es sitzt da Martin, der Sohn.

Genau, richtig.

Hallo.

Martina, die Mutter.

Ja.

Und Roman, der Vater.

Genau, richtig.

Super.

Ganze Familie.

Und damit ich sage, wer sonst noch da ist, wie immer, die äußerst kompetente

und charmante Bianca Blasel, aka.

Mélange in Gummistiefeln, die dem Willi gerade sehr gerne den Mittelfinger zeigen würde.

Ja, kannst du den machen.

Der kriegt keinen.

Genau, eben der Willi.

Der mit dem Mittelfinger.

Ja, danke für die Einladung.

Neue Folge, neues Glück.

Heute geht es um das Thema Ackerbau.

Schon Ackerbau.

Biologisch.

Ganz wichtig.

Ganz wichtig.

Über Bio werden wir auch noch reden.

Und ja, wir starten einfach wieder grob mal rein.

Ich schaue jetzt auf die Martin.

Erzähl mal ein bisschen, ganz grob, was macht ihr da?

Wo sind wir da?

So ein bisschen als Einführung.

Wie schon gesagt, wir sind in Zagersdorf im Nordburgenland, ca. 10 km südlich vor

Eisenstadt.

Das kennt man wahrscheinlich.

Und wir sind im pannonischen Klimaraum und haben ungefähr 600 mm Niederschlag

im Jahr.

Das ist ziemlich wichtig, wenn man über Ackerbau redet, also die Grenzen an ein Trockengebiet

oder man sagt schon eigentlich Trockengebiet zu dem, was wir da so sind.

Und haben an und für sich normalerweise eher wärmere Temperaturen.

Das ist heuer nicht der Fall, im Frühjahr.

Geht uns alles irgendwie.

Genau, das ist für uns natürlich auch nicht optimal.

Das verzögert natürlich einiges und stört einige Kulturen, die wir auf unserem

Hof haben, beim Wachstum.

Darauf werden wir vielleicht noch kommen.

Über das werden wir vielleicht noch im Teil sprechen.

Normalerweise haben wir es wärmer und aber auch trockener als dieses früher.

Also das ist wieder was Positives.

Es ist deutlich feuchter heuer.

Ja, was machen wir?

Wir haben eine Direktvermarktung.

Da werde ich vielleicht die Frau Martina Schmidt dazu eher erklären lassen.

Frau Martina.

Du sagst aber nicht per Sie jetzt, oder?

Natürlich nicht.

Liebe Mutter, kennen Sie mich?

Dem Amsch ist es nicht.

Dem Amsch.

Wir haben einen Bio-Ackerbau ohne Tiere.

Die einzigen Tiere, die wir haben, sind ganz viele Regenwämmer hoffentlich.

Stimmt.

Bienen.

Ah ja.

Ich dachte, die hast du vergessen.

Nein, nein, nein.

Und sonst haben wir schon seit Jahrzehnten keine Nutztiere mehr.

Und wie das Ganze entstanden ist, ist, glaube ich, gescheiter, wenn ihr das erklärt.

Ihr habt schließlich die Geschichte geprägt von diesem Betrieb.

Wie lange es den Hof auch schon gibt und wie lange die Geschichte eurer Familie zurückreicht,

weil da haben wir ja schon Geschichten bis ins 13. Jahrhundert gehört.

Wir sind gespannt.

Ich fange vielleicht an.

Ich komme aus einem kleinen Familienbetrieb, so wie es bei uns im Ort jedes zweite Haus gehabt hat.

Wir haben ein bisschen Ocker gehabt.

Meine Eltern haben verschiedenste Tiere von Enten, Gänse, Schweine,

Rinder, Kühe.

Also meine Eltern waren eher auch natürlich Wein-Selbstversorger,

alles wie ein top landwirtschaftlicher Betrieb, was man sich jetzt so vorstellen kann.

Aber so war diese Generation bei uns im Ort.

Sie haben gut davon leben können.

Und mich hat es eigentlich als Kind immer geprägt.

Ich habe sehr viele Erlebnisse von diesem Bauernhof.

Ich bin da mittendrin gewesen.

Ich bin unter einem Anhänger gewesen im Sommer,

wenn meine Eltern im Weingarten waren und habe mir die Mais drunter gespült,

die hergelaufen sind und mich gewundert.

Es war so eine kleine Episode.

Ich habe rosarote Mais gesehen unterm Stroh und auch all die Maus,

die hin und her gerannt ist.

Und ich habe mir gedacht als Kind, vielleicht war ich so vier, fünf Jahre alt,

warum sind die Mais, die grau sind, wenn sie klein sind, so rosa wie ein Schweindal.

Und bin mit einer Hand viel kleine Mais zu meiner Mama in den Weingarten gerannt

und habe gesagt, Mama, warum sind die Schweindal so klein?

Und meine Mama hat dann gesagt, ich war zum Renner angefangen im Weingarten,

so weit sich mal schauen konnte, und hat meinen Vater geschrien,

Martin, ich habe Mais in der Hand.

Weil sie hat Angst vor Mais gehabt.

Dann habe ich gewusst, dass die Mais rosarot sind, so wie die Schweindal.

Ich habe die Schweindal als Kind kennt, die bei uns in der Küche,

in der Küche, wo die Sau jetzt Junge Ferkel gekriegt hat,

und davon hat es nie so viele Sau geben, eine oder zwei,

die die Junge Ferkel gekriegt hat.

Und da hat es einen Hund gegeben, der hat dann immer gemoet,

und in der Nacht sind meine Eltern aufgestanden,

weil der Hund das gemoet hat, dass die Sau da Junge kriegt.

Warum der Hund das gewusst hat, weiß ich nicht, aber das war so immer.

Und meine Eltern haben immer in den Hof das Schlafzimmer gehabt,

um zu hören, was sie im Hof tut, also nicht auf die Straßenseiten.

Das war ihnen auch ganz wichtig.

Und als Kind bin ich in der Früh runtergekommen

und die Sau hat geworfen, Junge Ferkel.

Dann hat sie so einen weiten Kerl gegeben.

Und damit die Sau in Ruhe bis zum letzten Ferkel alles werfen kann,

habe ich sie in so einen Kerl gebracht.

Und ich kann mich als Kind erinnern, diesen warmen Ferkelgeruch,

diesen Neugeborenen.

Für mich war das damals sehr unangenehm.

Und ich habe mich immer geärgert, dass da jetzt Sau in der Kuchel drin sind.

Die sind dann eh wieder in den Stall gekommen,

nur vorübergehend, bis die Sau fertig geworfen hat.

Aber als Kind, ich habe denen so gerne in die Nosenlöcher eingegriffen.

Nosenbord?

Ja, soll ich nicht sagen.

Ich habe so gerne diese Ferkel in die Hand genommen,

weil die so samtig warm waren.

Und ich habe immer versucht, das Ringelschwanzl,

das sie gehabt haben, groh zu machen.

Das hat mich fasziniert.

Du hast aber nicht bügelt, oder?

Ich habe nicht.

Dass das immer wieder zurückgesprungen ist.

Also das sind vielleicht Erlebnisse,

die man sich heutzutage wieder wünscht.

Aber wo man vergisst, diese Schattenseiten,

die es dann auch dazu gibt.

Vielleicht können wir das einmal später bereden.

Und es ist auch wirtschaftlich nicht machbar.

Aber erzähl vielleicht mal gleich von den Schattenseiten,

wenn du es jetzt schon andenkst.

Ich weiß, dass mir als Kinder sehr viel mithöfen haben müssen.

Es hat für meine Eltern nie einen Urlaub gegeben,

weil sie immer für die Tiere da sein haben müssen.

Es hat immer einen Familienverbund gegeben,

weil eine Generation, also meine Eltern,

das niemals allein nicht geschafft hätten.

Da waren die Großötern noch, teilweise meine Urgroßötern dabei.

Man kann sich das vorstellen,

wenn mehrere Generationen im Haus sind,

in einem engen Raum, natürlich in einer Küche,

nicht den Komfort, den man jetzt hat.

Man kann sich vorstellen, dass jetzt zum Beispiel die Hühner,

die in den Hof laufen, bis in die Küche reinkommen.

Dass das nicht immer lustig ist,

dass von den Verlusten, die man da teilweise erleidet,

zum Beispiel, ich kann mich erinnern,

es hat eine Kuh gegeben, die gekalpt hat.

Und da ist das Kalb irgendwie nicht geboren.

Warum auch immer, das weiß ich jetzt nicht mehr.

Und da haben es die ganzen Nachbarn und die Leute zusammengerufen,

um das Kalb anzuziehen und dass es rauskommt.

Das war ein bisschen mehr Zusammenhalt damals.

Und ein Mann hat es gegeben in der Nachbargemeinde,

den hat irgendwer noch mit dem Traktor geholt,

der sich mit Tieren besonders gut auskennt,

war kein Tierarzt.

Und irgendwie haben sie es dann gekalpt und doch aussitze.

Aber dabei ist irgendwas von der Kuh im Rücken gebrochen,

dass die Kuh nicht mehr aufstehen konnte.

Und ich kann mich erinnern,

mein Vater hat mit Tränen in den Augen seinen Traktor genommen,

mit einer Mistgobel fuhr er drauf

und die Kuh jeweils bei den zwei Füßen zweimal anbunden

und zur Tierkörperverwertung für einen Anhänger

und auch für eine Tierkörperverwertung weggeführt.

Und ich kann mich erinnern, meine Eltern haben da gelogen,

nicht um den Verlust vom Finanziellen her,

sondern einfach weil das eine junge Kuh war,

weil sie das gerne gehabt haben,

weil sie das Viech aufzogen haben.

Wie lange ist das her?

Ich war ein Kind, etwa 50 Jahre.

Ja, ich bin jetzt 54 und ungefähr,

da war ich noch ganz klein, kann ich mich erinnern.

Aber das hat dich geprägt?

Das sind Dinge, die sind im Kopf geblieben,

vielleicht war ich sechs oder sieben,

das weiß ich jetzt nicht mehr mehr.

Es waren halt ganz einfach Dinge da,

oder ich kann mich an einen Hagel erinnern,

wo ein Gewitter gekommen ist,

meine Eltern herumgelaufen sind

und sich gefürcht haben, wenn ein Hagel kommt,

dass sie keine Ernte haben

und dass das eine oder andere nicht möglich ist,

um im Betrieb weiterzumachen.

Es waren natürlich auch andere Geschichten dabei.

Das sind halt so die negativen Dinge.

Eine ganz besondere negative Geschichte

ist mir noch in Erinnerung,

immer wenn meine Eltern vom Weingarten gekommen sind

und die haben die Weingärten früher gespritzt,

dann hat meine Eltern gestunken nach Spritzmittel

und ich habe das als Kind gehasst,

das war vielleicht mitunter ein Grund,

warum ich sehr früh begonnen habe,

mich mit der Bio-Landwirtschaft auseinanderzusetzen.

Darf ich fragen,

der Betrieb, von dem du jetzt sprichst,

war der da in der Region, war das eh da?

Ja, das war bei uns im Ort.

Bei euch im Ort heißt?

Im Zagersdorf.

Genau.

Und weil ich vorher gefragt habe,

ob es hier langs denn gibt,

meine Urgroßötern haben das schon gemacht

in irgendeiner Art und Weise,

natürlich hat sich das früher auch entwickelt,

aber nicht so schnell.

Die Größe war wahrscheinlich,

ich weiß nicht wie viele Jahrzehnte,

die gleiche.

Was sich geändert hat,

waren die Maschinen,

die sich dann sukzessive dazugekriegt haben

vom Traktor,

was sie vorher mit der Hand gemäht haben oder so.

Aber an und für sich waren es mehr oder weniger

so wie alle anderen Selbstversorger,

die davon gelebt haben,

weil es hat nicht viel mehr andere Möglichkeiten gegeben.

Und was ist verkauft worden, Frida?

Du hast gesagt, das waren alles so kleinere Betriebe,

die mussten halt am Bauernhof

kitschigerweise noch voll sein,

klar, mit vielen Viechern und alles Mögliche.

Von was habt ihr es damals gelebt dann?

Wir haben Eier verkauft direkt an Konsumenten,

wir haben Spendern verkauft,

die ich vorher zählt habe für Fleisch natürlich,

oder direkt an einen Nachbarn,

der die halbe Sau wollte.

Tauscht vielleicht, oder?

Tauscht gar nicht so, die haben halt gekauft

in meiner Zeit.

Oder ich kann mich erinnern,

es hat ein oder zwei Stier im Stall gegeben,

ich hab dann Nachbarfleisch vom Nachbarort

der Fleischhocker genommen, nur da hat es bei uns

Rindfleisch im Haus gegeben, wo wir gewusst haben,

dass unser Viech geschlachtet worden ist.

Dann hat die Mama Rindfleisch geholt,

das dann gerecht aufgeteilt worden ist,

die Männer mehr wie die Kinder und die Frauen.

Ja, bis hin zum Getreide, das verkauft worden ist.

Natürlich selber Brot bochen.

Die Ganseln haben wir dazu gehabt,

um Federn zu haben selber,

die da geschlachtet worden sind und gegessen.

Also es war so eine Mischung aus Selbstversorgung

und ein bisschen was verkauft.

Und das ist, da in der Region

haben die meisten so gemacht.

Ja, jedes zweite Haus war

fast so gestrickt, muss ich sagen,

ein oder ein bisschen mehr oder weniger kommt.

Und irgendwann haben die Leute angefangen

auch zum Arbeiten nebenbei

und das sind immer mehr

Nebenerwerbslandwirte geworden.

Warum?

Weil es nicht mehr rentabel war, wirtschaftlich.

Und wie war es bei euch?

Oder bei dir?

Wir sind zwei Mädels.

Meine Schwester ist um 11 Jahre älter wie ich.

Also die hat kein Interesse gehabt.

Du schon?

Ursprünglich gar nicht wirklich.

Ich habe in einer Rechts- und Volkskanzlei gearbeitet.

Und ich habe es gehasst

mit meinen Eltern.

Wir mussten ständig mitgehen im Sommer

im Weingarten. Die Spinnen und alles

haben mich gestört.

Bei den Tieren daheim,

die Ruhm zusammen hocken

mit der Hand für die Sau.

Und die Erdäpfel putzen für die Sau.

Denen Rindviecher

für die geben, solche Dinge waren

ganz einfach an der Tagesordnung, das habe ich nicht gemägt.

Ich habe dann in Romern kennengelernt,

mein Mann, der war zu dem Zeitpunkt

Kriminalbeamter und hat sich

sehr interessiert für die Landwirtschaft.

Kriminalbeamter, da denken wir schon, weil er so streng schaut.

Der Roman wird jetzt noch mehr erzählen.

Der Geschichte auf jeden Fall war

wie wir uns kennengelernt haben.

Der Initiator, der gesagt hat,

das interessiert ihm, das mag er.

Ich war dann die treibende Kraft,

weil wir zwei Kinder gehabt haben auf Bio

umgestellt haben. Und so hat die Sache

zum Lauf begonnen. Super Voraussetzung.

Das am Hof hat er nicht ertragt.

Rechtsanwalt, Kanzlei,

Kriminalbeamter und haben gesagt, jetzt machen wir einen Bauernhof.

Der klassische Weg zum

Ackerbau. Genau.

Das ist halt sukzessive.

Roman, wie bist du

da hineingeraten?

Gute Frage.

Bei mir war es so, ich stamm ja nicht

aus Zagersdorf, sondern aus Ackerau am Neusiedlersee.

Acker?

Ackerau am Neusiedlersee.

Aber ist nicht weit, oder?

Nein, das sind von da 15 Kilometer entfernt.

Das ist eine Ortschaft direkt am Neusiedlersee.

Wir hatten keine Landwirtschaft, wir hatten

zwei Weingärten.

Die haben mich übrigens nicht interessiert.

Ich hab dann

einen Beruf gelernt.

Die übrigen es nicht.

Ich bin mit 18 zur Polizei gegangen

und mir hat sie hauptsächlich gegen mich

nachgespielt.

Dann habe ich die Martina kennengelernt

und dann habe ich die

in mir schlummende Leidenschaft

für die Landwirtschaft anscheinend

entdeckt.

Mir hat das als Kind schon interessiert.

Ich bin in Ackerau mit

einem Landwirt damals

mit dem Mähderegime mitgefahren.

Der hatte damals keine Kabine

und ich war am Abend wie ein kleiner

schwarzer Afrikaner.

Ich war cool und schwarz, als ich nach Hause gekommen bin.

Ich bin am nächsten Mal wieder aufgestiegen und wieder mitgefahren.

Mir hat das wirklich brennend interessiert.

Das ist dann ein bisschen verloren gegangen,

als ich nach Wien gekommen bin zur Polizei.

Warum bist du eigentlich dann nach Wien gegangen?

Warum bist du nicht daheim geblieben?

Es war damals so, ich habe einen Beruf gelernt.

Ich bin gelernter Elektriker.

Ich habe auch die Gezellnbriefung gemacht.

Das war damals wirtschaftlich aber nicht so rosig.

Wir waren damals bei der Firma

mit fünf Lehrboben.

Vier von diesen fünf hätten dem Job verloren,

weil die wirtschaftliche Lage nicht so gut war.

Ich habe mich dann noch was anderes angesehen

und bin dann zur Polizei gegangen.

Wie ich gesagt habe,

da habe ich die Martine kennengelernt.

Da habe ich die Leidenschaft

für die Landwirtschaft wiederentdeckt.

Was war die Leidenschaft für die Polizei?

Wollen wir gerade wieder Leidenschaft sagen?

Leidenschaft?

Ich weiß nicht, ob man das am Anfang als Leidenschaft bezeichnen kann.

Am Anfang war es keine Leidenschaft.

Es war ziemlich hart in der Schule damals.

Es war ziemlich streng in der Polizeischule.

Wir haben 42 Leute angefangen

in meiner Klasse damals.

Und 21 haben aufgehört.

Also sie haben sehr viel ausgesiebt.

Sie haben sehr viel entlassen.

Es war eigentlich eine schwierige Zeit für mich.

Wir haben sehr viel lernen müssen.

Aber im Nachhinein gesehen,

ich habe das 40 Jahre lang gemacht.

Ich bin jetzt in Pension seit Kurzem.

Ich habe das ziemlich lang gemacht,

also fast 40 Jahre gemacht.

Das war in der Polizei?

Genau, 40 Jahre habe ich das gemacht.

Nebenbei habe ich dann,

wie ich Martina kennengelernt habe,

mehr oder weniger in der Landwirtschaft zu arbeiten begonnen.

Ich habe auch zum Mähdrescherfahren angefangen.

Ihr Vater hatte einen uralten Mähdrescher.

Mit 2,60 m Schnittbreite.

Ohne Kabine natürlich.

Ein Freilaufsport.

Sozusagen.

Da habe ich dann Dreschen begonnen.

Polizist und Drescher.

Das ist super.

Wir haben uns an den Mähdrescherschmieden optimieren.

Das war mein Name.

Dann haben sie mich alle kennengelernt.

An den Mähdrescherschmieden.

Das war dann so.

Ihr Vater hat damals 12 oder 14 Hektar Ocker bewirtschaftet.

Wir sind da langsam reingewachsen.

Der Weinbauer hat uns nicht interessiert.

Der ist da parallel gelaufen.

Dazu so 3 Hektar Weingärten.

Obwohl das Weingeschäft gar nicht so schlecht war,

muss ich sagen, zur damaligen Zeit.

Das war ein fassgebinde Weingeschäft.

Ich habe keine Flasche mehr gehabt.

Die Martina, ihr Vater,

hat das eine ganz normale Binde verkauft.

Direkt im Fassl.

Direkt am Fassweg verkauft.

Wir zwei haben aber beschlossen,

ich für mich eigentlich,

mich interessiert der Ockerbau, der Weinbau nicht.

Die Martina hat mich natürlich unterstützt.

Ich habe mich für den Ockerbau interessiert.

Ich habe versucht,

den Betrieb auszubauen.

Durch Flächenzubacht zu vergrößern.

12 bis 14 Hektar.

Mit den haben wir begonnen damals.

Genau.

Mit entsprechenden Maschinen.

Ganz klein strukturiert alles.

Und wir haben dann halt sukzessive dazu gebracht.

Einmal dort zwei Hektar, dann da ein halbes Hektar,

dann dort wieder was und da wieder was.

Und so sind wir dann langsam

emporgestiegen zu der jetzigen Größe.

Das hat natürlich ein Jahrzehnt

oder sogar länger gedauert,

bis wir zu der jetzigen Betriebsgröße angewachsen sind.

Wie groß ist das jetzt?

Momentan bewirtschaften wir ca. 160 Hektar Ockerbau.

Wie viel?

10% Eigenfläche.

Und der Rest ist gebrauchtet.

10% sind also die 12 bis 14 Hektar eigentlich?

Ja.

So viel war es nicht damals.

Damals war glaube ich 5 Hektar Eigengrund.

Und mittlerweile sind es 15.

Warum ist es immer mehr geworden?

Warum ist es immer mehr geworden?

Mir hat das brennend interessiert.

Und es entsteht da irgendwie so eine Dynamik,

dass man was dazu beachtet.

Und wo es dann auch dazu gekommen ist,

wir haben dann geheiratet.

Wir haben zwei Kinder gekriegt.

Ich habe in Martin einen Sohn gekriegt

und habe gemerkt,

dass der irgendwo auch eine Leidenschaft

hat für die Landwirtschaft.

Und ich habe mir in Wirklichkeit von Anfang an darauf ausgesucht,

dass ich ihm

vorweg einen passablen Betrieb

einmal übergeben kann, damit der

vielleicht für die Landwirtschaft und das auch seine Leidenschaft

leben kann.

Und das ist Gott sei Dank so eingetreten,

dass mein Fussstapfen tritt

und mich langsam aber sicher ablöst.

Das heißt, es war wirklich von Anfang an

klar, Martin, dass du das wirst?

Soweit ich zurückdenken kann,

hat mir das interessiert.

Ich glaube, das ist ein ähnliches Gen, das er gehabt hat

als Kind.

Ich glaube, ich bin auch auf diesem Mähdrescher

ohne Kabine schon mitgefahren.

Bis jetzt zwei oder drei Jahre alt war,

haben wir den gehabt.

Was ich gar nicht erwähnt habe,

ist, ihr habt euch mit eurem Hochzeitsgeld

den ersten Mähdrescher gekauft.

Vielleicht noch ganz kurz.

Das ist eine gute Episode.

Das Mähdrescherfahren,

wie gesagt, ich bin als Kind schon immer mit

Mähdreschern mitgefahren.

Was denn dann?

Ich weiß es nicht.

Die Größe der Maschinen, die Technik,

das war ein Gesamtpaket.

Ich hab das einfach fasziniert.

Und

wir haben dann in 89er

haben wir geheiratet,

83 haben wir sie kennengelernt,

86 haben wir sie kennengelernt, pardon.

89 haben wir dann geheiratet

und mit unserem Hochzeitsgeld,

das war gar nicht so wenig damals gewesen,

haben wir beschlossen,

wir kaufen unseren Mähdrescher.

Das hat so einen Aufruhr geführt

von der Martini, der Eltern, die haben damals gemeint,

sie werden uns unser Haus verkaufen,

wenn wir Mähdrescher kaufen.

Wir haben nämlich das Hochzeitsgeld natürlich nicht gelangt

zum Kauf des Mähdreschers.

Wir haben den Mähdrescher leisten können

und ich hab gesagt, gut, ich tu ihn halt nebenbei

im Sommer halt dreschen.

Das war allerdings ein gebrauchter Mähdrescher.

War ein gebrauchter Mähdrescher.

Und der war schon so teuer.

Ja, für uns war das damals so viel Geld.

700.000 Chilling hat der damals gekostet.

Wohlgemerkt, wir sind mit einem dann 8 Jahre gefahren

und haben den nach 8 Jahren, glaube ich,

600.000 oder so wieder verkauft.

Das war in Wirklichkeit die rentabileste Maschine,

die mir bis jetzt gekommen ist.

Ich hab auch unser Hochzeitsgeld,

also ich wahrscheinlich nicht renten.

Wir haben unser Hochzeitsgeld renten

und die haben das Rentenfahren anfänglich,

was ich 80 Hektar pro Saison hat,

dann sukzessive gesteigert auf eine ordentliche Fläche.

Jetzt dreschen wir halt um einiges mehr.

Und mit dem Hochzeitsgeld, wie gesagt,

das haben wir komplett auf den Kopf gestellt

und haben uns einen Mähdrescher gekauft.

Da muss man schon ein bisschen einen eigenen Zugang haben

zu gewisse Sachen, wenn man so was macht.

Oder ein Muramati einprumuliert.

Und das haben wir halt durchgezogen

zum Misswillen.

Oder der Schwiegeltern,

die haben gesagt,

sie können da nicht mit.

Das Haus wird uns verkauft werden

und es wird niemand bei uns dreschen lassen.

Das ist eine völlige Fehlinvestition.

War aber Gott sei Dank nicht so.

Meine Mama und ich, wir haben ja gemeinsam gewohnt.

Damals.

14 Jahre.

Die Kinder, Martin war schon 14 Jahre,

sind wir aus dem Haus ausgezogen,

bei meinen Eltern.

Und wir haben am Stock oben gewohnt.

Und meine Mama ist oben am ersten Stock

und sie unten.

Und meine Mama ist, wenn der Oma nicht da war,

die ist täglich zigmal

aufgekommen zu mir und hat gesagt,

ihr könnt doch keinen Mähdrescher kaufen.

Du, ihr habt eine Flausen aus dem Kopf.

Das wird nichts.

Alle sperren zu. Das geht nicht.

Und dann haben wir gesagt,

jetzt machen wir es aber tatsächlich.

Wir kaufen den Mähdrescher. Wir haben einen gefunden.

Und ich hätte gerne von dir noch Geld.

Ich habe noch 100.000 Skilinks.

Die wusste, meine Mama hat es.

Und sie könnte mir das ohne weiteres bargen.

Und ich gebe es nach der Saison oder wenn ich das Geld habe zurück.

Interessanter Zugang. Macht ihr es nicht?

Ja, okay, machen wir trotzdem.

Und die Mama hat gesagt,

das kommt ja gar nicht infrage.

Ich war so angefressen auf sie,

weil sie mir das nicht gemacht hat.

Und auf der Reisenbank arbeitet mein Cousin.

Und ich habe mich am Nachmittag ins Auto gesetzt

und bin zu meinem Cousin gefahren.

Auf die Bank haben wir einen Termin geben lassen.

Dann habe ich gesagt, Robert, ich brauche ein Geld.

Und er hat gesagt, kein Problem.

Kriegst du dann? Wie viel?

Wir wollen einen Mähdrescher kaufen.

Und wenn du das brauchst, habe ich gesagt,

übermorgen, weil da hui man in Ordnung.

Und ich bin heim und habe der Mama gesagt,

übermorgen wird der Mähdrescher geholt.

Ich habe mir jetzt einen Kredit auf der Bank genommen.

Und meine Mama hat dann 14 Tage nicht mehr zu mir

aufgekommen und hat mit mir

einmal in 14 Tagen nicht geredet.

Dann warst du mal 14 Tage ruhig?

Ja, ruhig war es dann.

Das ist halt so diese Geschichte zu unserem Anfang.

Ich muss aber dazu sagen,

mein Vater hat dann

einen Altsheimer gehabt.

Und der, der schon einen Altsheimer gehabt hat,

hat mir einen neichen Mähdrescher gekriegt.

Und wir sind vor dem Haus,

vor meinem Elternhaus stehen geblieben.

Und haben von seinem Bett raus

zum Fenster und haben gesagt,

das ist jetzt unser Neicher.

Und wir haben geglaubt, er wird es vielleicht nicht ganz so registrieren.

Aber er hat so große Augen gemacht,

mein Vater.

Und hat nach zwei, drei Sekunden gesagt,

mich angeschaut und gesagt,

und wer hat den Zeit?

Ja, gewisse Sachen.

Und ich habe gesagt, mir.

Und er wirklich.

Und die Mama, das glaube ich nicht.

Und hin und her, also das war noch so eine Sache.

Und dann ist mein Vater ein Altsheimer gestorben.

Und meine Mama hat noch einige Jahre gelebt,

wo wir schon dieses neue Gebäude jetzt haben.

Und auch unseren Maschinenpark.

Und die hat dann immer gesagt,

wenn ich zum Papa komme,

dann werde ich ihm erzählen,

was ihr alles gemacht habt.

Also die war zum Schluss dann sehr, sehr stolz.

Also nicht, ich gehe dann ratschen

und sage ihm, was ihr da aufgeführt habt.

Die war dann sehr, sehr stolz.

Und die hat dann immer gesagt,

ich Martin, so hat es nicht mehr genannt,

ich Martin erzähle dann, was ihr da gemacht habt.

Also du heißt nach dem Opa?

Nicht wirklich.

Ich glaube, der Namen hat einem einfach so gefallen.

Das hat jetzt wenig mit dem Opa zu tun.

Aber es ist ein netter Zufall auf jeden Fall.

Was war denn, Entschuldigung,

ich werde noch fragen, was war denn der Grund

für die Angst vor den Großeltern?

Meine Eltern jetzt.

Es hat ja ursprünglich gegeben,

in der Ortschaft, wie gesagt,

sehr viele solcher Bauern, wie sie das waren.

Und ein Großteil hat bereits

die Pforten geschlossen

und die Landwirtschaft schon verpachtet.

Wir waren zwei Mädels

und meine Eltern sind davon ausgegangen,

und da war mein Vater

sehr, sehr traurig darüber,

dass die Landwirtschaft mal nicht weitergeht.

Und es hat sehr viel in der Ortschaft gegeben.

Die haben ein, zwei oder mehr Burschen gehabt

und die haben das nicht übernommen.

Und wenn schon gar nicht die Burschen übernehmen,

dann werden das die Mädels.

Und die Burschen, das zahlt sich nicht aus

und die arbeiten alle irgendwo

und meine Mama hat auch immer gesagt,

ihr seid doch nicht so dumm,

fahrt mit dem Geld auf Urlaub,

dann nicht in Mähdrescher kaufen,

das hat keine Zukunftsperspektive

und das wird nichts.

Und wir hören damit auf

und wir verbochten das.

Sie wollten auch aufhören?

Ja, schon gern weiter,

aber sie haben keine Perspektive gesehen.

Sie wollten für euch eine Perspektive

und haben sie in der Landwirtschaft nicht gesehen.

Genau.

Aber jetzt sagt mal,

und alle sagen,

und vor allem die Eltern, die stehen einem hier nahe,

nein, tut es das nicht, bitte tut es das nicht.

Wie und warum macht man es dann trotzdem?

Darf ich da kurz was dazu sagen?

Bitte.

Es war da so,

ich glaube, ich habe wirklich

eine tiefe Leidenschaft für die Landwirtschaft

und ich habe das so gern gemacht.

Und aus diesem Grund, weil ich es gern gemacht habe,

habe ich es, glaube ich, ziemlich gut gemacht.

Und das war mit der Grund,

warum wir uns vor dem Weg nicht abbringen

und das nicht nutzen.

Also es haben auch Berufskollegen,

also andere Bauern gesagt,

tut es euch das nicht an,

ihr werdet nicht in die Landwirtschaft investieren

und etwas weitermachen, geht ins Boot

und legt sich in die Sonne,

das werdet ihr nicht in die Mähdresche fahren.

So ein Blödsinn.

Also es haben wirklich viele versucht,

uns davon abzuraten,

und nichtsdestotrotz haben wir gesagt,

nein, wir gehen unseren Weg,

wir versuchen den Betrieb jetzt irgendwie aufzubauen.

Wir haben eigentlich das Gegenteil gemacht,

vor allem, was die meisten anderen gemacht haben,

die meisten anderen haben aufgehört.

Wir haben einen Betrieb auf die Viers gestellt.

Wir haben dann vielleicht auch Spaten gesucht

und das ist auch so eine nette Geschichte.

Wir sind zu zweit gegangen,

ich habe die Idee gehabt,

wir haben so eine kleine Landwirtschaft,

wir probieren es mit Kräutern.

Kräuter für den Gesundheitsbereich

oder so.

Also ganz einzelne, verschiedene Kräuter,

die man vielleicht...

War damals die Idee.

Wir sind auf das Bezirksreferat

voller Euphorie, wir fangen was mit Kräutern an

und haben schon Pläne gehabt und

wir haben einen Termin gehabt

beim Chef, ich will

den Namen jetzt dazu nicht nennen,

weil er ist ein sehr lieber Mensch, aber in dem Zeitpunkt

hat er gesagt, ja mal,

wie ich ihm die Idee gebracht habe,

er war schon kurz vor der Pension

und hat er gesagt, ja mal, was glaubst,

wie viel ich zu tun habe.

Wennst du mit Kräutern was machen willst,

ich kann dir da nicht helfen.

Das war's.

Wir waren nach 10 Minuten

wieder vom Bezirksreferat draußen.

Der, der uns damals beraten hat,

wenn er uns heute trifft, sagt er Hut ab,

was ich zusammengebracht habe, usw.

Aber, ja,

wir waren einfach dahin und haben uns gedacht,

Schmarrn, allein schaffen wir das auch nicht.

Also Kräuter nicht.

Das war der erste Gedanke,

mit dem wir gespielt haben, der uns dann

den Wind aus die Segel genommen hat,

das Bezirksreferat.

Was hätte das Bezirksreferat,

also für mich, vielleicht für euch

ist das klar, was wäre dort passiert,

hätte er dann sagen müssen...

Wir hätten uns Unterstützung in jeder Weise

vorstellen können, von wie

funktioniert das mit der Vermarktung,

wer hätte Interesse

eventuell, wie könnte man

euch unterstützen, was das Wissen

anbelangt für irgendwelche Kurse

oder wo könnt ihr euch weiterbilden,

dass ihr da...

Oder gibt's einen Berater, der

euch sagt, wie macht

man das da finanziell,

wo kriegt man diese Kräuter

her?

Ja, so ein bisschen Rahmenbedingungen

hätten wir uns erwartet.

Das ist der Platz, wo man einfach hingeht,

wenn man anfangen will, dann geht man dort hin.

Zu einer Beratung. Genau. Und das ist die

Autorität quasi, wenn man dir dann sagt,

geh Mäderle mit deinen Kräutern, kannst du da fahren,

auf gut Deutsch, dann ist das so...

Ja, das war jetzt auch nicht das Beste.

Er hat halt wahrscheinlich keine Ahnung gehabt

und hat mir das halt so offen gesagt.

Und

ja, wir haben kein anderes

Stil gewusst. Mittlerweile

wissen wir, dass es Internet gibt,

mittlerweile trauen wir uns einiges zu,

mittlerweile probieren wir halt einiges,

mittlerweile haben wir einen Sohn, der uns

viel Input ergibt.

Das war alles damals noch nicht der Fall.

Was man vielleicht dazu sagen muss, wir beide

die Martini haben keine landwirtschaftliche

Fachausbildung. Also wir sind irgendwie,

wir haben sich das ganze Wissen, das wir jetzt

haben, selbst angeeignet.

Ich habe in frühen Jahren

mehrere Fachzeitschriften

Landwirtschaftler geabonniert gehabt und

habe da immer draus gelesen, habe natürlich

auch andere Bauern gefragt. Alle verraten da

natürlich nicht alles. Aber es hat sich

dann so entwickelt, dass ich

irgendwo

ja, mich entwickelt habe zu einem,

glaube ich, vorwegspassablen

praktizierenden

Landwirt, also so nebenbei

halt, neben meinem Polizeiberuf.

Nebenerwerbslandwirt mit

160 Hektar.

Das ist aber erst in den letzten

Jahren jetzt gewachsen und

unter anderem auch dadurch, dass

der Martin da ist und

das sich abgezeichnet hat, dass der da

in den Betrieb einsteigt und natürlich

neue Tätigkeit, neues

Know-How, neues Wissen einbringen.

Also

zwei Sachen, die vorher noch nicht beantwortet

worden sind oder die mir noch einfallen.

Wer du gefragt hast,

ob 160 Hektar groß sind.

Also für Ackerbau in unserer Region

und darüber hinaus im Osten Österreichs

ist das Durchschnitt.

Durchschnitt.

Wir sagen normaler Ackerbaubetrieb

nicht wahnsinnig

groß, aber jetzt auch nicht ganz klar.

Für weltweite

Verhältnisse sind wir wirklich ein

Bröselchen. Also

am Weltmarkt ist 160 Hektar ein

riesiger Schlag. Also ein Acker, ein Feld.

Aber in Österreich

in der Region ist das so die

durchschnittliche Welttriebsgröße für

den Ackerbaubetrieb. Genau. Und

nicht wahnsinnig groß oder wahnsinnig

klar. Also wir fahren da jetzt weder in die eine

noch in die andere Richtung ab. Und was

dieses Mähdrescherfahren so

irgendwo wichtig für die

ganze Geschichte macht, ist man lernt

dadurch natürlich die Bauern in der Umgebung

kennen, weil wir erbringen eine Dienstleistung,

nämlich das Übernehmen der Ernte für die Bauern.

Genau, das ist noch nicht rausgekommen.

Lohnunternehmen.

Lohnunternehmen.

Da lernt man den natürlich kennen.

Und so ist es

zu diversen Zubeachtungen gekommen,

unter anderem, weil die Leute kennen uns,

die verstehen sich gut dann vielleicht mit

mir oder mit meinem Papa oder mit beiden. Und

die fragen dann uns als erstes,

wenn sie aufhören mit einem Betrieb,

hey, es ist jetzt Leihwand,

ich wollte dir das vielleicht weitermachen.

Und das ist halt zwei, drei

Jahre passiert. Und

so hat das auch irgendwie in der Geschichte

ein Zahnrädchen ins andere

gegriffen, sag ich mal.

Wann ist das Lohndreschen gekommen?

Oder wie sagst du darauf?

Das war, das hat begonnen damals,

als wir das Hochzeitsgeld auf dem Markt

gehabt haben.

Aber du wolltest jetzt eigentlich euch

selber, also nicht euch selber dreschen, also den eigenen

Betrieb dreschen. Eigenen Betrieb, aber

das ist schon auch deswegen angeschafft

worden, damit die vier andere

im Kopf, was die Maschine

gekostet hat, mit unseren eigenen

niemals wieder

reingekriegt. Also das war so nicht ausgegangen.

Also mit Kanonen auf Spatzen schiessen, wie man so sagt.

Okay, das heißt, die Idee war schon da,

dieses Lohnunternehmer, dass das

zusätzliche Standbein zusätzlich zum eigenen,

zu den eigenen Flächen ist.

Wenn man bei Lohnunternehmen immer ein bisschen unterscheiden muss.

Etwas dazudreschen

oder man kommt in eine Gewerbeschiene

eine. Also da

sind wir noch nicht. Wir dreschen nicht

so viel. Ist als Mietdrescher.

Ja, einen gewissen Anteil

fällt unter unsere eigene Landwirtschaft.

Aber wenn wir jetzt zwei,

drei, vier Mietdrescher hätten,

da gibt es ein eigenes Gewerbe dazu.

Also immer in der Landwirtschaft.

Haben wir schon mal einen Betrieb gehabt.

Die Bichlers.

Die haben dann schon

wirklich mehrere Maschinen gehabt. Die haben das dann schon

viel stärker verantrieben.

Bei uns ist das in kleinem Rahmen noch.

Wir sind kein Lohnunternehmen.

Das haben wir gar nicht geplant.

Das haben wir auch nicht geplant. Das war um eine Maschine.

Und machen für ein paar...

Bevor wir jetzt

direkt in den Ackerbau einsteigen,

damit wir mal rausfinden, was eigentlich Ackerbau ist.

Weil, viele wissen das glaube ich nicht.

Für euch ist klar.

Zu dir Martin.

Zu euch.

Du bist der auf die Welt gekommen.

Das beginnt meistens am Anfang.

Aber wie bist du dann drauf gekommen,

dass das was ist,

ist für dich die Landwirtschaft.

Und wie bist du da reingewachsen?

Wie ist denn euch dann mit der Hofübergabe

und diesem ganzen Prozess gegangen,

sodass ihr jetzt da so sitzt und eigentlich relativ harmonisch wirkt?

Es gibt keine Hofübergabe.

Fangen sie mal an. Es ist ein Miteinander.

Wir verstehen uns sehr gut.

Ich würde meinen Eltern als sehr

jung geblieben. Geistig.

Und auch körperlich.

Das ist jetzt irgendwie anders.

Aber du hast das sicherlich gemacht.

Nein. Also wir verstehen uns einfach

als wären wir ein sehr guter Freund.

Aber schau, wir treffen.

Wir sind gleichzeitig.

Wir fassen das positiv auf.

Ich kann das bestätigen.

Körperlich und geistig.

Das geht auch anders.

In anderen landwirtschaftlichen Familien

sind die Alten total festgefahren.

Konservativ.

Mit denen kannst du kein Wort reden, als junger Mensch.

Und ich glaube, da funktioniert das auch nicht,

dass die harmonisch miteinander zusammenarbeiten.

Da muss es eine Hofübernahme geben, wo

ab Tag X der Junge das sagen hat.

Das ist bei uns nicht notwendig.

Ich hab genug Sagen.

Ich darf mitreden, seit ich 15 bin.

Oder seit immer.

Das ist jetzt mindestens genauso.

Jeder hat seine Ideen.

Wir haben Augenhöhe diskutiert.

Und entschieden.

Ich fühl mich da überhaupt nicht wie der Junge,

der sich nach einer richten muss.

Ich fühl mich auch nicht wie der Untertan.

Ich fühl mich wie jemand, der auf Augenhöhe

mit zwei seriösen Menschen zusammen

an einem Betrieb arbeitet.

Die beide ebenfalls

sehr intelligent

und sehr

zukunftsorientiert arbeiten

und denken.

Und deswegen gibt es für mich jetzt nicht

den Tag X, wo ich den Hof übernehme.

Sondern es ist ein gemeinsames Arbeiten.

Und ich glaube, so funktioniert das auch am besten.

Wenn mehrere Köpfe Ideen einbringen

und mehrere Leute einbringen,

und mehrere Chefs

oder Leute sind.

Also jeder ist ein Mädchen für alles.

Also es besteht euch einfach auch gut.

Auf jeden Fall.

Sie sind ein Freund für mich.

Gleichzeitig aber auch eine sehr gute

Mitarbeiter.

Wie auch immer man das jetzt nennen will.

So, jetzt gehen wir los.

Er hat das jetzt schon angesprochen.

Sehr gerne.

Er hat das jetzt schon angesprochen.

Er hat das jetzt schon angesprochen.

Er hat das jetzt schon angesprochen.

Sehr gute Mitarbeiter.

Mittlerweile hat er das gedreht.

Ich bin jetzt Mitarbeiter und er ist eigentlich der.

Aber ich habe überhaupt kein Problem damit.

Ich finde das sogar gut.

Es wird jetzt im Juni 30.

Wann, wenn nicht jetzt.

Und ich lasse ihm dauernd die Zügel sehr weit.

Also ich richte mich da eher schon

jetzt nach ihm.

Weil ich muss ehrlich sagen, er hat das studiert.

Er ist Akademiker.

Er ist Akademiker.

Er hat die Bockung gemacht.

So wie die Bianca.

Da haben wir uns ja kennengelernt.

Die Bianca und der Martin.

Und ich finde das

ganz gut so, wie das jetzt rennt.

Und wie gesagt, ich richte mich jetzt eigentlich schon mehr

nach ihm und nach seinen Ideen.

Er hat sehr gute Ideen.

Er hat mehr oder weniger die Steuerung des Schiffes

schön langsam übernommen.

Aber ich sitze schön brav und nehme mir einen Ruder mit.

Also ich ziehe mich da nicht zurück.

Sondern ich schaue schon, dass wir vorwärtskommen.

Ich verpasse den Person da drüber.

Ab und zu greifen die Steuern ein.

Ab und zu kommt fast ein Sprit in einander an.

Sicher haben wir Diskussionen.

Wie gesagt, ich mache das schon

Jahrzehnte hier jetzt.

Und ich habe auch meine Erfahrung.

Ich kann es vielleicht nicht so mit Fachbegriffen

hinterlegen, wie er das kann, wie er das ja studiert hat.

Aber ich habe halt

meine praktischen Erfahrungen gemacht.

In den letzten Jahrzehnten.

Und die lasse ich in unserer Diskussion natürlich

immer wieder einfließen.

Wir sind sicher nicht immer einer Meinung.

Aber es kommt immer irgendwo auf einen gemeinsamen

Nenner aus.

Es ist nicht immer alles so, wie

Sie mir das vorstellen.

Wir arbeiten ja mit der Natur.

Und wir haben halt auch gewisse Sachen, die

trotz intensiver Bemühungen

überhaupt nicht gelingen.

Und das ist halt so.

Was die Beziehung von meinen zwei

Männern betrifft,

ich weiß, dass ihm der Roman

in Martin extrem viel Vertrauen

geschenkt hat.

Das hat begonnen, dass wir

einen neuen Mähdrescher gehabt haben.

Er war pur mit sechs Jahren Martin.

Und der Roman hat einmal

rundherum gemaht.

Und das Innere dann, wo dann keine

Steine und keine Gefahren da stehen,

ist der Roman aus dem Mähdrescher

ausgestiegen. Und der Martin hat das

fötfertig droschen.

Da sind ihm die Viers vom Boden

ungefähr 50 Zentimeter

oder, weiß ich nicht, oben

noch gengt. So klein war der Martin.

Und er war

so viel mit

das Leid, wo wir jetzt auswärts

droschen haben, ein Schnitzelsemmel

für den Roman gebracht haben und auch nicht

für den Martin, weil sie gewusst haben,

alle zwei sind am Mähdrescher zum Mittag.

Und das hat bis dahin begonnen, wo

sie zwar aus dem Traktor ausgestiegen

sind, vielleicht irgendwas rotierendes hinten

gewesen ist. Und der Roman gesagt hat,

Martin, du darfst dich jetzt nicht zubegreifen,

du musst auf die Seiten stehen, weil das ist

lebensgefährlich. Und der Roman hat

ihm das gesagt und der Martin ist dort

stehen geblieben wie ein Statue. Er hätte

sich niemals dorthin bewegt. Also die zwei

haben miteinander von klein auf Verhältnis

gehabt. Wir haben auch auf jedem Traktor

für beide Kinder Maxi Cosi gehabt,

Kindersitz.

Die waren überall mit dabei.

Wir zwei haben das, wir sind gefahren

beim Dreschen zum Beispiel. Der Roman

mit dem kleinen Martin daneben

und ich am Traktor mit

Maxi Cosi, der kleinen Theresa daneben.

Und die

Theresa interessiert sich halt nicht. Und der

Martin, auch noch dazu

mal ohne Handy, bin ich um

irgendwann am Nachmittag um drei

gesagt, du deine Freunde sind alle im Boot,

magst du nicht auch mit ins Boot, dass ich

dahin gekommen bin? Nein, nein, er wartet jetzt

an, bis die Lichter am Abend

brennen, weil da ist alles am interessantesten am

Mähdrescher. Also den hat man nicht

ins Boot gebracht, den Martin. Und

sonst nirgends hin. Und diese Beziehung

ist auch extrem gewachsen.

Er hat alle Bauern gekannt.

Von klein auf so eine Gestebsel. Wir haben in der Nähe,

wo wir gewohnt haben, ein Tankstück gehabt.

Da ist ein Bauer hergekommen und haben einen Traktor

zulegt. Und er hat kaum

reden können. Mit zwei, drei Jahren hat er gesagt,

warum tut der Herr Gutt in

Fütter wechseln beim Traktor?

Und der Herr Gutt hat gesagt, wieso

war es das Schmoren, dass das ein Fütter ist?

Also er war mit dabei

oder ich bin mit dem Wagel gefahren

und er am Gehsteig zwischen

Ronstahn und Gehsteig,

alles Asphalt, wogst eine

kleine Kokoruspflanzen, die gerade zwei

Platten hat, aus sich. Und der Martin

springt aus dem Buggy ganz wahnsinnig

aus sich. Ich fahr und

hab ihn fast zusammengeführt. Mama, warum

wogst du auf dem Asphalt

ein Kokorutz aus dem Spalt?

Also er hat im Zwei-Platz-Stadium

ein Mais erkannt.

Er ist ganz einfach

mit gewesen und das, glaube ich, hat

ihn fasziniert.

Warum das zu so einer

Leidenschaft geworden ist,

hat sich der Papa schon erklärt, dass

ihm das einfach gefällt hat. Und diese

brennende Leidenschaft, die hat er mir

weitergegeben. Also ich habe mich immer

gut mit ihm verstanden und

Zeit meines Lebens

hat er,

wenn er seine Arbeit gemacht hat,

hat er mir immer

vermittelt,

das ist gerade leibernd.

Ihm taugt es und so hat es mir auch taugt.

Also es war niemals

in meinem ganzen Leben war da ein Druck,

dass ich diesen Betrieb übernehmen muss,

sondern er hat mir das einfach

seine Leidenschaft, hat er mir

weitervermittelt. Hat es dann jemals einen Tag

gegeben, wo es darüber geredet hat, wirst du das

weitermachen oder habt die Frage eigentlich

nicht stellen müssen? Natürlich

bevor jetzt zum Beispiel der

erste große, neige Traktor

gekauft worden ist. Es ist immer mit gebrauchte

Arbeit worden, bis ich so 14, 15 war,

da haben wir uns dann ein viel

größeres Stück vergrößert.

Und da

bin ich schon gefragt,

meinst du dir, dass du das weitermachen

willst, weil sonst investieren wir jetzt nicht so

groß. Es ist dann aber

so gewesen, ja,

ich will weitermachen und das war so,

kannst du dir vorstellen, der ultimative

Traumtraktor von jemandem,

den haben wir dann gekauft und

das wäre es auch nicht gewesen und das war aber

für mich die größte Freude damals.

Ja,

wie wenn jemand

sein Traumauto kaufen kann.

Den haben wir heute noch, der ist jetzt 15 Jahre alt.

Da können wir dann schon gehen.

Das war jetzt damals,

mittlerweile hat es

mittlerweile hat es in meinem Fokus

von

Maschinen, die jetzt ein bisschen so kindlich

sind, auf Boden und Pflanze

verlegt, natürlich.

Aber damals war das für mich

faszinierend und das ist mir,

ja, das hat

alles einfach wunderbar funktioniert

und ich habe Freude an ihm gehabt und

es hat jetzt nicht so diesen

Hofübergabe-Stichtag gegeben oder so was.

Es war immer fließender

Übergang und das ist langsam gewachsen.

Es war halt irgendwie klar, es ist immer klarer geworden

und jetzt sind wir da gegenwärt.

Ackerbau, Bianca.

Danke, sag mal, was ist denn

eigentlich jetzt ganz einfach

erklärt Ackerbau, wie geht das

überhaupt an?

Ich würde das abgrenzen in

man hat keine Nutztiere

am Betrieb.

Das heißt, man ist ein reiner

Marktfruchtbetrieb und das bedeutet, dass man

zum Beispiel jetzt keine Gemüse hat, wir sind zweimal

ein Gemüse-Betrieb.

Marktfrucht bedeutet

in unserem Fall,

dass wir

Dinkel, Weizen,

Kürbisse, Sojabohnen,

also das sind so die

Hauptkulturen, die wir so anbauen.

Dinkel ist eine Frucht?

Dinkel ist ein Getreide.

Getreide ist eine Frucht.

Ich denke bei Frucht denke ich halt an Frucht.

Also

Frucht kann genauso gut

ein Getreide sein.

Also ich habe es so verstanden, dass die

Marktfrucht, das ist im Ackerbau

was man fürs Menschenessen anbaut

und nicht fürs Viecheressen.

Sowohl als auch.

Ich bin mir nicht sicher,

aber das gibt es sicher nicht.

Es ist sicher so,

weil das, was wir anbauen,

wenn wir jetzt einen Mais bauen, beispielsweise einen Biermais,

der ist ja nicht für menschlichen

Verzehr gedacht, sondern das ist in Wirklichkeit ein Tierfutter.

Sowohl als auch.

Ausgenommen, wir bauen einen

Popcornmais für unseren Betrieb da auch an, den isst man natürlich

selbst. Der wird nicht

in die Tiere verfügt.

Wenn du jetzt einen Weizen zum Beispiel ablieferst und der hat

10% Proteine

oder 9% Proteine, was da passieren kann,

ist der automatisch Tierfutter, aber ist trotzdem eine Marktfrucht.

Du schmeißt das am Markt.

Automatisch Tierfutter,

weil?

Weil er fürs Backen mit so wenig

Proteine nicht besonders gut geeignet ist.

Also das ist wenig.

Das ist ein Qualitätskriterium,

dass du so und so viel Prozent Proteine hast,

bei deinen Weizen zum Beispiel.

Und ein Weizen mit 13% Proteine,

12, 13, war jetzt ein Qualitätsweizen.

Denn

da wird man auch besser bezahlt, zum Beispiel.

Also, um die Marktfrüchte

abzugrenzen, was ist

also Getreide

und alles, was sonst noch am

Acker wächst, von der Karotte,

den Kürbis, Fruchtgemüse

auch. Also ich frage jetzt wirklich nicht,

weil ich stehe jetzt noch ein bisschen...

Als Marktfruchtbetrieb, als reinen

Marktfruchtbetrieb, wenn du sowas zu einem Acker bauen sagst,

dann hat er keine eigenen

Nutztiere, die er mit seinen

Ernten oder mit dem, was er erntet,

füttert. Dann schmeißt er alles,

er erntet, verkauft er am Markt.

So auf die Orte.

Was man jetzt nicht so verstehen darf, dass ich mich mit dem Kistl

auf den Markt stößt, sondern

man verladet das vom Mähdrescher in einen Anhänger

und bringt das zur Annahmestelle

und dort wird es gewogen, abgekippt und dann ist es

am Markt. Dann ist es am Handel

und in der nächsten Reihe

der Produktionskette

übernimmt das jemand

und handelt damit. Und der Bauer hat das hinbrucht.

Aber unter dem Begriff Frucht ist jetzt wirklich

sämtliche Getreidesorten drinnen,

Gemüse.

Aber Gemüse haben wir halt gar nicht.

Aber würde auch unter Marktfrucht reinfallen,

oder, unter dem Begriff?

Ich glaube nicht, nein.

Es ist nur ein Ackerbau.

Bei Kürbis...

Du hast Kürbis gesagt, das ist Marktfrucht.

Das ist bei uns, aber der Kürbiskern

ist das, was wir gewinnen.

Wir bauen einen Ölkürbis.

Der Kürbis könnte natürlich, wenn es eine andere

Sorte ist, auch ein Gemüse sein.

Dann ernte ich aber den ganzen Kürbis

und nicht die Kerne vom Kürbis.

Okay, da geht es jetzt wenig um das Ding an sich,

sondern um die Verwendung, was ich damit mache

und das entscheidet dann, ob es dann eher Marktfrucht...

Es ist halt auch eine spezielle Sorte.

Und es gibt Marktfruchtanbau nur im Ackerbau.

Würde ich auch so sehen.

Nur im Ackerbau.

Das würde mein Käfer ein bisschen abgrenzen.

Ob auch ein Bankensaison ist,

ich würde das gar nicht als reiner Marktfruchtbetrieb sehen,

weil mich haben wir die Direktvermarktung da auch noch.

Das ist in Wirklichkeit

ein eigener Zweig.

Wie soll man die Direktvermarktung bezeichnen?

Ungefähr 20 bis 25%

von dem, was wir ernten,

nicht von dem, was wir ernten,

sondern von der Fläche, die wir anbauen,

geht in die Direktvermarktung.

Das ist viel.

Vor den 160...

Ja, es sind alleine schon 15 bis 20 Kürbis.

Für die Direktvermarktung?

Direktvermarktung stelle ich mir vor,

wir sitzen da bei euch im...

Verarbeitungsraum ist das?

Verarbeitungsraum, Shop, Halle.

Da vorne gibt es einen kleinen Shop,

da ist ein Sackal abgepackt,

da gibt es das Popcorn, von dem ich geredet habe,

nur ein paar Sachen.

Das sind jetzt aber keine 25%

von 160 Hektar, die da rausgehen.

Und was heißt das?

Doch, die gehen da raus.

Wir haben 5000 Kilo Kürbis

jedes Jahr.

Direktvermarkten?

Direktvermarkten, ja.

Also das Öl aus den Kernen?

Wir heben uns den Begriff...

Schokokerne, da gibt es viele.

Aber es geht ja nicht nur über den Laden,

sondern wir haben Wiederverkäufer auch.

Also nicht nur das, was die Leute da herkommen,

sondern was in der Direktvermarktung

über andere noch verkauft wird.

Baugt man den Begriff,

darf man ihn kurz nach hinten schieben,

damit wir nicht zu sehr hüpfen,

aber auf den Punkt kommen wir vielleicht.

Genau, ich würde gerne wissen,

von dem Rest, der nicht in die Direktvermarktung fließt,

wie viel es wird,

wie viel Tierfutter

und wie viel Menschenfutter?

Das kann ich da schwer beantworten,

weil das hängt davon ab,

was die, wo wir das hinbringen, damit machen.

Die handeln damit und wenn jetzt einer sagt,

der Tierfutter zu kaufen will,

ich brauche so und so viele Tonnen von dem,

dann kauft er das dem ab

und in dem sein Silo ist dann von mir aus

ein Teil von unseren Sojabohnen,

ein Teil von anderen Bauern von den Sojabohnen.

Und ob der das jetzt einem

Tierfutterverwertenden Betrieb weiterverkauft

und das ein Jahr natürlich weiterverkaufen,

die eine Sojamilch draus machen,

das weiß ich nicht, was damit passiert.

Das heißt, es spielt für euch auch keinen Unterschied

im Preis, ob das jetzt

Tierfutter oder Menschenfutter wird quasi?

Nein, die Entscheidung wird später getroffen.

Was baut sich jetzt konkret

aktuell an?

Und auch wieso baut sich die Sachen an,

die sich anbaut? Gute Frage.

Danke.

Das hat sehr, sehr viel mit

Nachhaltigkeit und Fruchtfolge zu tun,

natürlich gibt es Früchte,

jetzt sind wir wieder beim Thema Früchte,

die einen höheren

Deckungsbeitrag haben und es gibt

Früchte, die einen nicht so hohen Deckungsbeitrag haben.

Genau.

Und man kann das natürlich hergehen und nur das anbauen,

was den höchsten Deckungsbeitrag hat.

Aber dann habe ich vermutlich keine besonders

diverse Fruchtfolge,

sprich bin relativ wenig

nachhaltig unterwegs und bin

eher auf der Ausbeutungsschiene.

Warum, erklärst du das kurz?

Warum was?

Warum man dann nicht so nachhaltig ist, wenn man

weniger Fruchtfolge hat oder weniger Pflanzen anbaut?

Da geht es um Vielfalt.

Angenommen, ich bau

jedes Jahr, weil jetzt

für mich die Sojabohne

ist die Kultur mit dem höchsten

Deckungsbeitrag. Und angenommen, ich bau jetzt

jedes Jahr eine Sojabohne wohin.

Der Anreizwert da.

Was passiert dann?

Also es werden sich erstens einmal

Umkräuter etablieren, die besonders gut

in der Sojabohne-Konkurrenz

stark sind. Es werden sich

Krankheiten und Schädlinge

etablieren, die die Sojabohne befallen,

weil jedes Jahr kommt die Wirtspflanze

auf den Schlag.

Und ich

habe natürlich immer den gleichen Nährstoffentzug, zum Beispiel.

Also jedes Jahr die gleiche Pflanze entzieht

immer das gleiche Verhältnis an Nährstoffen.

Das heißt,

der Boden wird einseitig ausgelegt?

Ja.

Da kommen wir jetzt

tief ins Detail. Aber die Sojabohne

ist noch dazu eine Kultur, die

vor allem im Biobereich doch

recht viel Bodenbearbeitung erfordert,

damit man die unkrautfrei hält.

Besonders viel

Bodenbearbeitung ist auch grundsätzlich

schlecht.

Nirgends in der Natur, wo man sie sich selbst

überlässt, gibt es nackten Boden.

Und das versucht man natürlich.

Und der Acker ist ein nackter Boden, oder?

Ja.

Wobei man natürlich im Sojabohne eingreifen kann.

Also

da ist ein ganz wichtiger Punkt,

dass man als Ackerbauer versucht,

den Boden so lange wie möglich nicht

nackt zu halten.

Damit man die Bodenfruchtbarkeit erhält

irgendwo.

Je diverser

oder vielfältiger meine Fruchtfolge ist,

desto eher kann ich eben

Krankheiten schädlingen, die jetzt auf eine Kultur abzählen

oder Umkräuter,

die jetzt speziell in einer Kultur

besonders gut wachsen und

besonders konkurrenzstark sind.

Oder auch Nährstoffentzüge zum Beispiel.

Diesen ganzen Problemen kann ich

herwerden, wenn ich

möglichst diverse Fruchtfolge habe.

Ich kann natürlich

als jemand, der nur auf

Deckungsbeitrag setzt, vielleicht einige Jahrzehnte

so wirtschaften.

Jahrzehnte? 20 Jahre geht es sicher.

Aber es wird immer schlechter.

Und die Generation

danach, die

übernimmt dann Böden, die völlig ausgelagert

sind, die völlig aus dem Gleichgewicht sind, was die Nährstoffverhältnisse betrifft,

die Probleme

mit Schädlingen und

Umkräutern hat, das

nur so graucht.

Und das ist alles andere als nachhaltig.

Deswegen haben wir

eine Vielfalt. Deswegen versucht man

möglichst eine

diverse Fruchtfolge einzuhalten,

als Ackerbauer,

der in die Zukunft denkt.

Und deswegen schaut man,

dass man da Vielfalt reinbringt.

Das ist nicht irgendwo geregelt.

Eine gewisse Fruchtfolge ist einfach nur zu

eure Böden am Klick. Ihr seid gute Menschen.

Ihr macht das jetzt. Ihr schaut auf Vielfalt.

Das ist die nächste gute Frage.

Danke. In der konventionellen

Landwirtschaft wird das geregelt, zum Beispiel

durch maximal 75 Prozent

der Gesamtfläche dürfen Getreide-Mais-

Anteil sein.

Weil Weizen-Mais sind

die deckungsbeitragsstärksten

Kulturen im konventionellen Marktfrucht.

Weizen und Mais.

Das ist der Marktfruchtbereich.

Und da wird das zum Beispiel so geregelt.

Meines Wissens, im Biobereich

geht man davon aus,

dass man das eh nicht machen kann.

Dass man immer das gleiche

hinbaut, weil irgendwann gehen die Nährstoffe aus.

Und deswegen gibt es da, glaube ich, auch keine

Deckgelungen. Weißt du was von Deckgelungen?

Wir machen das nicht.

Wir haben immer Vielfalt am Acker.

Wir bauen nicht 70 Prozent

Soja oder irgendwas. Aber viele andere Betriebe

machen das. Jetzt weiß ich in Wirklichkeit, die Grenzen

nicht auswendig. Ob man

konventionell baut, weiß ich es mit den 75 Prozent.

Im Biobau weiß ich gar nicht, ob es das gibt.

Aktuell, die Bestimmungen

ändern sich ja immer. Jede Finanzbär

oder die EU hat andere Bestimmungen.

Da gibt es immer gewisse Grenzen, die gehen mal auf

und mal runter. Und ich kann es jetzt in Wirklichkeit

nicht auswendig sagen.

Aber ich weiß von Betrieben, die 80-90

Prozent der Gesamtfläche Soja anbauen.

Und das ist

über 10 Jahre hintereinander.

Ich bin nicht reguliert. Ich habe immer

Fruchtfolge vor.

Die Betriebe gibt es in Wirklichkeit

ganz schlecht für den Boden und für alles andere.

Wie der Martin Groscher gesagt hat.

Wir machen das ganz sicher nicht.

Wir schauen, dass wir immer

Sommerung und Erwinterung

folgen lassen. Also einmal Sommerfrucht

und einmal Winterfrucht am Feld, dass wir immer

rotieren.

Ich bin jetzt total

fassungslos jetzt übertrieben.

Aber ich habe geglaubt, dass es diese

Felderwirtschaft,

diese Fruchtfolge wird.

Ich habe mir gedacht, das ist verordnet.

Das muss man als Landwirt in Österreich

einhalten und man kann nicht einfach eine Monokultur

10 Jahre vor...

Das ist relativ neu, das Ganze.

Die Sojabohne

im Biobereich hat sich etabliert vor ca.

10 Jahren. Davor hat

niemand eine Sojabohne angebaut.

Davor warst du auch

gezwungen

als Biolandwirt eine Fruchtfolge

und du hast nichts mehr geerntet.

Aber die Sojabohne, dadurch, dass sie

in unserer Region so neu ist,

haben sich noch keine Schädlinge, Krankheiten

und Co. wirklich

hart etabliert.

Dort, wo das schon länger

häufig

und intensiv angebaut wird,

über See,

Südamerika, Nordamerika,

Asien usw., da geht das eh nicht mehr.

Da sollte man schon Anbaupausen von

5 Jahren einhalten bei der Sojabohne.

Weil du sonst mit Krankheiten zu kämpfen hast.

Und

nachdem das bei uns noch so neu ist,

hat sich das noch nicht so wirklich verbreitet.

Das heißt, du kannst das noch machen.

Du darfst das auch.

Bei uns ist die Sojabohne noch

selbstverträglich.

Du kannst das Jahr für Jahr anbauen

und es passiert eigentlich nichts.

Dazu ist die Sojabohne eine

Kultur, die

den Stickstoff sich selbst aus der Luft holt.

Also eine Leguminose sozusagen.

Der Stickstoff ist

der Hauptnährstoff

für Pflanzen.

Und den holt sich die Sojabohne

selbst. Das heißt, Jahr für Jahr

kannst du sie bauen und die kommt zurecht.

Irgendwann nehmen natürlich

andere Nährstoffe, die im Boden

vorhanden sind, so weit ab,

dass auch die Sojabohne

nicht mehr wächst.

Und dann wird gespritzt mehr,

um das zu kompensieren?

Es ist ein sehr langsamer

Prozess. Natürlich kannst du als Biobauer

da nicht einfach was hinspritzen.

Die Sachen, die

erlaubt sind,

aber das ist ein sehr

langsamer Prozess und das merkst du nicht vor einem Jahr auf das andere,

dass es jetzt weniger wächst.

Und deswegen

gibt es da leider

Leute, die das ein bisschen

ausnutzen und die vor allem nicht an die nächste Generation

denken. Und

die aktuell

interessante

finanzielle Lage

ein bisschen ausnutzen und die

Kultur bauen, die am Deckungssbeitrag

seist. Das

ist durchaus ein Problem

und sollte eigentlich in mehr

Regelungen

und Verpflichtungen

resultieren. Das ist auch sehr spannend,

wenn du sagst, selbstverträglich. Das habe ich mir jetzt aufgeschrieben.

Das heißt, wir warten jetzt wieder so

lange, bis das nicht mehr selbstverträglich

ist, bis wir dann

darauf reagieren und dann eine Regel schaffen,

die die Selbstverträglichkeit wieder herstellen würde.

Entweder die bauen wir selber drauf oder es wird

so sein müssen. Und dann ist man wieder

bei der Symptombekämpfung anstatt bei der

Ursachenbehebung. Ich war wirklich

davon überzeugt, dass das ohnehin reguliert

ist, dass man das sowieso nicht machen darf. Aber es gibt

immer Leute, die sich damit beschäftigen,

auch im konventionellen Bereich

und auch im Biobereich, die

nicht auf den größten Deckungsbeitrag

schauen. Und es gibt natürlich

solche und solche. Man kann nie alle in einen Top

werfen. Okay, jetzt schauts

uns das Planeten nicht auf euren

höchsten Deckungsbeitrag, sondern auf möglichst

Vielfalt. Was habt ihr davon?

Außer ein gutes Gewissen?

Also vor dem?

Naja, ich habe vor allem davon, dass ich,

wenn ich 70 bin, auch noch

eine Bodenfruchtbarkeit vorfinde.

Ich habe vor allem davon,

dass ich in Jahren,

wo die Witterung immer extremer

wird, und das ist eh schon der Fall,

einen Boden habe, der Wasser

speichern kann, der

nicht erodiert, wo das Wasser nicht

abrindt, sondern wo es

wirklich im Boden tut, wo der Regentropfen

hinfällt, auch aufgesaugt wird.

Das ist nicht selbstverständlich. Das wissen

ganz viele Leute nicht. Aber das hängt

vom Ackerbauern ab, ob er Boden,

das Wasser aufnehmen kann, wenn

ihr ein starken Niederschlagereignis habt,

oder ob das abrindt. Das hängt rein von der

Bearbeitung von Boden und von der Fruchtfolge ab.

Das heißt, du denkst ökonomisch, oder ihr denkt

ökonomisch nur auf einen längeren,

ihr schaut halt auf die Deckungsbeiträge in

40 Jahren. Kann man so sagen, ja.

Und da kann man wirklich sagen, ein anderer

Landwirt, der das jetzt nicht beachtet,

der sagt, okay, die ist selbstverträglich,

zart hast den Boden raus, 20 Jahre lang

was geht, dann ist der Boden hin, der kann

noch nicht in 20 Jahre hergehen und sagen,

jetzt mache ich 5 Jahre was Gutes für den Boden,

dann ist alles wieder gut, und dann passt das wieder.

Vielleicht wird es ein bisschen länger dauern.

Ein Beispiel, das geht so tief ins Detail,

da könnte man jetzt stundenlang drüber reden.

Nein, wir haben noch

eine Stunde noch. Nein, nein.

Liebe Hörerinnen und Hörer, Entschuldigung,

nein, eh nicht.

Wenn man aufmerksam durch die Gegend

fährt, dann sieht man auf Hanglagen,

am oberen Teil

vom Hang wird der Boden heller.

Das haben wir gesehen, wie wir hergefahren sind.

Da habe ich gefragt, was ist das?

Also, und zwar,

weil der Mensch seit 50

Jahren den Boden umarbeitet und

nicht mitdenkt. Bei jedem

starken Niederschlagsereignis, wo du auf

einem knackerten Boden, der seit mehreren

Monaten kalt liegt,

viel Regen draufkriegst,

rinnt von oben

der Boden ab nach unten, in

die Senke. Und deswegen ist er oben

hell und unten ist er dunkel, weil dort sind schon

30, 40 cm humose

Erde, also bester Boden

und geschwommen, oder

im Bauchkland im nächsten.

Das passiert seit Jahrzehnten.

Und deswegen ernten wir auf

höheren Hanglagen, oder da oben

erntet der Ackerbauer viel weniger

als unten. Das ist schon so.

Das kann ich nur mehr bremsen,

aber eigentlich müsste ich mit

Katerpillerraupen den ganzen Boden da wieder

aufschieben, was natürlich niemand macht.

Aber das ist ein ganz großes

Thema, Erosion zum Beispiel,

und auch natürlich Humusabbau.

Also,

ich müsste euch mal vorstellen,

ich habe einmal gehört,

wenn der Humusgehalt

in den Böden weltweit auf 4%

gesteigert werden könnte,

dann würden wir das Klima locker retten.

Weil das so viel Kohlenstoff wäre,

das da im Boden gespeichert werden würde,

dass

wir uns eigentlich gar keine Sorgen mehr machen.

Mit Humusaufbau. Genau.

Aber das ist ein Prozess, der dauert Jahrzehnte.

Und wir haben die letzten Jahrzehnte

ungefähr 50,

teilweise wahrscheinlich 70%

an Humus im Boden verloren. Und wo ist der

Kohlenstoff? In der Atmosphäre.

Das heißt,

der Ackerbau kann

mit falscher oder richtiger Bewirtschaftung

ganz viel positiv oder auch negativ

zum Klima beitragen.

Und

weil ich das pass, ist mir das auch

ein Anliegen, dass ich positiv dazu beitrage.

Ich habe zwar nur über

die 160 Hektar, sagen wir, die Hand drüber,

aber da schaue ich zumindest, dass ich das

so nachhaltig als möglich

an die nächste Generation weitergebe

und dass ich eine CO2-Sänke bin

mit den Böden, die ich habe.

Und die Chance hat eigentlich jeder Ackerbauer.

Du hast mir zu dem Thema

mal gesagt,

Landwirtschaft oder auch Ackerbau ist immer

ein Eingriff in die Natur und man kann

nur schauen, dass man

den so gering wie möglich hält und im

besten Fall den Boden die Dinge zurückgibt.

Richtig. Den Standpunkt

vertrete ich noch immer. Man braucht

sich nur umschauen. Überall, wo der Mensch

aufhört,

seine Hände im Spiel

zu haben, entsteht irgendwann

ein Wald. Das heißt, du hast

die Pflanzen, das sind die Unkräuter, mit denen

der Ackerbauer zu kämpfen hat,

dann hast du der Graus, dann Sträucher

und dann hast du ein Wald.

Jede Insel, die kein Mensch berührt,

ist bewaldet.

Und das heißt einfach,

dass

nichts und niemand

in der Natur eigentlich einen

nackerten Boden haben. Der Boden ist nicht

dafür gedacht, nackt zu sein.

Sonnenlicht wirkt desinfizierend

und wir haben in einer Handvoll Boden

als Menschen auf der Erde.

Kann man sich vorstellen, wenn Sonnenlicht

da drauf scheint, dass das ziemlich fatal

ist. Du musst sozusagen in einer Handvoll gesunder

Boden, weil es gibt Böden, wo das

Licht davon ist.

Entschuldige, das stimmt.

Jeder Eingriff,

den der Mensch natürlich macht, und auch wir,

sobald er Bodenbearbeitung macht.

Und es gibt natürlich Zeiträume, in denen

auch unser Boden nackt ist und nackt

sein muss, weil

es dazu leider nicht ausgehen,

dass wir nur als Jäger und Sammler

bestehen und uns so ernähren.

Also wir müssen Ackerbau betreiben.

Das ist halt die effizienteste

Art Nahrungsmittel zu produzieren.

Nur

wie intensiv und wie negativ

dieser Eingriff in den Boden

und in der Natur ist, das kann ich schon beeinflussen

als Ackerbauer. Und da

kann ich sehr wohl

schauen, dass ich diesen Eingriff

so wenig belastend als

möglich für Umwelt

und für den Boden mache.

Und wie genau funktioniert das denn?

Weil man muss ja trotzdem mit den Maschinen

ins Feld fahren, so ein Mähdrescher ist

ein riesen Ding, ich weiß nicht wieviel das

wiegt, aber viel. Wie kann man dann

trotzdem darauf schauen, dass man

so wenig wie möglich

hinmacht oder dann sogar wieder aufbaut?

Es ist eigentlich sehr einfach,

wenn man es jetzt sagt,

aber in der Umsetzung ist es natürlich schwierig.

Man braucht sich nur anschauen,

was macht die Natur? Sie bedeckt den Boden

Also kann ich als Ackerbauer schauen,

dass ich den Boden auch so

lang wie möglich bedecke. Und was macht die Natur

noch?

Sie lässt dort das wachsen, was am besten wächst

und sie

hat immer Vielfalt.

Du hast nie,

wenn du jetzt

Boden sich selbst überlässt, nur eine einzige

Pflanze, die dort steht und wächst,

sondern es sind immer mehrere. Was gerade

keimt, was für Samen da gerade hinflügt,

da keimt. Und dann

sieht dir das untereinander aus. Das heißt, es gibt immer

einen großen Pool an

Pflanzenarten, die in der Natur jetzt einfach so

wachsen würden. Und das,

was dort sie am besten

zurechtfindet, das wird dann größer.

Und was mache ich jetzt als Ackerbauer?

Ich habe meine Phasen, wo

ich meine Kulturpflanzen, das sind die

Pflanzen, die ich dann verkaufen will,

anbaue.

Da ist die Phase,

wo ich relativ

eingeschränkt bin mit meiner Vielfalt.

Weil

ich will zum

Beispiel einen Kürbis anbauen und dann

schaue ich halt, dass da eher nur der Kürbis wächst.

Gibt es aber, kann ich nachher noch

erklären, gibt es natürlich Ansätze, das

ein bisschen zu kompensieren.

Und dann gibt es Phasen, wo

gerade keine Hauptkultur

auf meinem Feld steht.

Da kann ich eine Zwischenfrucht anbauen.

Die Zwischenfrucht ist

nur dafür da, dass sie den Boden

bedeckt, dass sie für Vielfalt sorgt und dass

sie möglichst viele verschiedene

Wurzeln

im Boden hat.

Die den Boden

einfach auflockern, die da

so vielen wie möglich Lebewesen

einen Lebensraum und Futter bieten.

Und dass diese Handvoll Erde

wieder voller Lebewesen ist.

Zwischenfrucht nennt man das. Genau.

Das ist ein ganz wichtiges Thema

und mit dem befasse

ich mich extrem viel. Ich habe meinen Master

aber, die wird jetzt geschrieben.

Das ist mein Ding.

Das bleibt am Ocker, oder?

Zwischenfrucht bleibt am Ocker.

Das wird nichts verkauft.

Hat überhaupt keinen Entdeckungsschmack.

Es geht um den Boden.

Ein Abdeckungsbeitrag quasi.

Wird zwar in Österreich

gefördert

durch das Öepool-Programm.

Zwischenfrüchte anbauen

wird zumindest auch finanziell unterstützt.

Gibt so schöne Möglichkeiten.

Das ist nicht weltweit so, leider.

Es gibt viele, viele Länder

auf der Welt, wo es niemanden interessiert war.

Es gibt einen finanziellen Anreiz

diese Zwischenfrüchte anzubauen.

Das ist aber meistens

eher so, dass das

was du an Aufwand hast

das wird kompensiert.

Es ist nicht so, dass du Geld verdienst mit Zwischenfruchtanbau.

Und jetzt schaue ich zum Beispiel

drauf, oder jetzt schauen wir drauf,

dass diese Zwischenfrüchte so vielfältig

als möglich sind. Das sind

15, 20 oder sogar mehr verschiedene

Fischungspartner.

Fischungspartner, also Pflanzenarten.

15, 20 verschiedene Pflanzenarten,

die wir da anbauen.

Gleichzeitig.

Das heißt, wir haben irgendwo eine

Parallele zur Natur,

die diese Vielfalt wieder

am Boden bringt.

Das blüht zu verschiedenen Zeiten.

Das steht so lange wie möglich.

Das nennt man auch Gründüngung.

Das ist nichts anderes, als

die Pflanzen wachsen.

Was machen die? Die holen sich Kohlenstoff

aus der Atmosphäre. Und wenn die ansterben,

dann bringe ich sie nicht weg, sondern die bleiben

auf dem Boden und die werden wieder zu Humus.

Und das

ist was unfassbar wichtiges.

Und jetzt kann ich noch schauen,

als Ockerbauer, und da kommt die Challenge,

dass ich

zwischen meinen Hauptkulturen

diesen Zeitraum,

wo die Zwischenfrucht dort steht, so lange

als möglich mache.

Damit der Zeitpunkt, wo der Ocker

ist, so kurz wie möglich ist.

Vorhin gesagt, Sommer-Winterfrucht, war das das?

Genau, zum Beispiel.

Also, wenn man mal

bei seiner Fruchtfolge versucht,

Halmfrucht und Blattfrucht

und Sommer- und Winterkultur abzuwechseln,

ein Beispiel,

die Sojabohne ist eine Blattfrucht,

die runde Blätter, und ist eine Sommerung.

Eine was? Eine Sommerung.

Wächst im Sommer. Die wächst.

Sag's doch, es wächst im Sommer. Mai bis

Sommer. Oder Mai bis September.

Nach der Sojabohne

kommt eine Winterung hin.

Sei es jetzt eine Tritikale oder

ein Dinkel oder ein Weizen oder eine Gerste.

Das baut man an, kurz nachdem

die Soja geerntet worden ist.

Die steht dann von

Oktober bis Juli.

Diese Halmfrucht, diese überwinternde

Halmfrucht. Aber die nutze ich ja auch noch.

Das ist keine Zwischenfrucht. Genau, aber ich habe keinen

Zeitraum, keinen langen, wo es

nackert ist. Sondern ich habe sofort wieder

eine Bewurzelung, vor allem von einer anderen Kultur.

Und nach dieser Getreidefrucht

habe ich sehr lange Zeit für eine

Zwischenfrucht. Weil dann ist Juli.

Im Juli kann ich schauen, dass

ich so kurz wie möglich Zeit lasse

für die nächste Zwischenfrucht. Das wird dann

was ganz Vielfältiges. Das ist dann

die Kur.

Kur für den Boden.

Also die Gesundungskur für den Boden.

Und die steht dann

von August bis nächstes Jahr

April.

Apropos Kur für den Boden.

Das ist das Stichwort.

Ist Ackerbau

ohne

tierische Nährstoffe

möglich?

Sehr, sehr gute Frage. Nur gute Fragen.

Wahnsinn.

Also da

beißt sich die Katze in den

Schweifen meiner Meinung nach.

Ich bin selber

jemand,

der stark

auf Fleischkonsum

verzichtet

seit Jahren. Oder halt bin kein Vegetarier,

kein Rainer. Aber ich versuche, möglichst wenig

Fleisch zu essen. Weil ich weiß, das geht sich nicht

aus auf der Welt. Wir können nicht

alle jeden Tag Fleisch essen. Oder drei

mal in der Woche Fleisch essen. Das geht sich

mit unseren Emissionen nicht aus.

Das geht sich mit der Umwelt nicht aus.

Ja. So.

Jetzt ist es aber so,

dass ein Marktfruchtbetrieb

so wie wir einer sind

jedes Jahr einige Tonnen

an

nährstoffreicher Substanz. Das ist ja das

wertvollste von der Pflanze, was wir da essen.

Das

nehmen wir, ernten es und

führen es weg.

Wo würde dieser Kreislauf enden?

Bei dem, was der Mensch

wieder ausscheidet. Wenn wir das wieder

zurück auf alle Böden bringen würden,

hätten wir kein Problem. Aber

was tun wir? Wir

nehmen hormonelle Verhütungsmittel,

wir waschen uns mit

in die Haare.

Wir nehmen andere Medikamente. Das landet

natürlich alles in unseren

Ausscheidungen, die eigentlich wieder zurück

im Ocker kehrt. Aber das können wir dort nicht mehr

hinführen, weil es so vergiftet ist.

Es ist verboten, Klärschlamm,

also das, was in der Kläranlage von unseren

Ausscheidungen über bleibt, in der

Biolandwirtschaft auszubringen.

Und in der konventionellen Landwirtschaft

sehr begrenzt. Du darfst nicht jedes Jahr

einen Klärschlamm hinhauen, weil dann reichern

sich diese

giftigen Stoffe, die da drin sind,

in Hülle und Fülle an im Boden. Und das

wäre früher oder später toxisch.

Ein riesiges Problem. Ein riesengroßes

Problem.

Das heißt, solange

wir nicht in der Lage sind, den

Klärschlamm oder das, was der Mensch

ausscheidet, wieder in den Kreislauf zurückzubringen,

haben wir

Nährstoffe, die wir verlieren.

Den verbrennt man jetzt, ne?

Katastrophe.

Es gibt so

viele Nährstoffe im Boden, die

eigentlich

schon am Verschwinden sind.

Die hängen uns aus.

Wir bauen momentan

noch diverse Nährstoffe

irgendwo ab. Den Phosphor zum Beispiel, der wird abgebaut.

Aber überall wo was abgebaut wird,

ist irgendwann am Ende.

Das heißt,

werden früher oder später

gezwungen werden, dass wir unsere

Ausscheidungen wieder zurück

in den Kreislauf bringen, auf den Boden,

wo sie eigentlich hinkehren.

Und momentan

machen das halt die Viehhaltenden

Betriebe noch über die Tiere.

Das machen auch wir noch so.

Wir haben zwar selber keine Nutztiere, aber

wir bauen ein Klee an.

Das ist ein tolles Futter

für diverse Wiederkäuer.

Und in der Nachbarortschaft

oder in den Nachbarortschaften kooperieren

wir da mit

rinderhaltenden Betrieben. Die kriegen

von uns den Klee und wir kriegen von denen

dann einen Mist.

Sehr nährstoffreich.

Das kommt auf unsere Felder. Und so haben wir

unseren Kreislauf

einigermaßen geschlossen. Und, was

noch dazu kommt, wir

bringen sehr, sehr viel Kompost aus.

Kompost, den holen wir

vor zwei Arbeitsschaften weiter.

Dann bringen wir ungefähr 500 bis 700 Tonnen im Jahr aus.

Und

in diesem Kompost sind natürlich

allerhand Nährstoffe und sehr, sehr

viel Kohlenstoff.

Der Kompost kommt her aus

zum Teil der Biotonne

und zum Teil aus

Strauchsschnitt. Also alles, was die Straßenverwaltung

am Straßenrand so schneidet, oder was die Leute

an Sträuchern aus dem Garten und so weiter

herbringen. Das wird kompostiert.

Und diese Nährstoffe landen auch bei uns

am Feld.

Und dann ist es

leider noch nicht vorbei.

Das sind nämlich nur

Nährstoffmischungen in gewissen Verhältnissen.

Der Boden braucht aber

ein richtiges Verhältnis.

Weil

es kann dann sein, dass ich

irgendwann einen kahligen Überschuss habe und dafür habe ich zu wenig

Schwefel.

Und deswegen muss ich dann auch noch

andere Dinge ausbringen,

gezielt, die

genau diesen Nährstoff ersetzen.

So kann ich nachhaltig arbeiten. Aber

am gescheitesten wäre, wenn wir

insgesamt einen Kreislauf hätten.

Und das muss irgendwann

passieren. Wie könnte man den

machen?

Wir müssen gescheit genug werden, dass wir den

Klärschlamm von den Giften befreien.

Das können wir machen. Oder von dort

wirklich dann einzelne Nährstoffe

rausholen, die man wieder am Acker schmeißen kann, ohne dass da

Gifte dabei sind.

Es gibt ja so Anlagen in Holland,

die aus Urin

Phosphor

rückgewinnen.

Das gibt es tatsächlich als Projekt

von der M48 auch, aber das ist

dermaßen unbezahlbar noch.

Hab ich dir drüber nachgedacht? Da gibt es ja diesen Begriff

Peak Phosphor, das was wir scheinbar auch schon überschritten

haben. Genau, richtig.

Du sprichst genau das Richtige an.

Wir werden da früher oder später hinkommen müssen.

Weil, brauchen wir logisch denken.

Erklär das ganz kurz, was mit dem

Phosphor auf sich hat, weil das hört man immer wieder.

Es streift uns aber jetzt momentan

noch nicht so stark. Es kommt immer wieder so in

Wellen. Phosphor, das geht uns als nächstes aus.

Öl, jetzt kommt der Phosphor.

Irgendwie geht uns alles aus. Die Haare.

Was ist bei Phosphor?

Warum Phosphor? Warum ist das so wichtig?

Warum ist das so ein Thema?

Wir haben die großen Hauptnährstoffe

von Pflanzen. Das ist generell.

Basis.

Ob das ein Baum ist, ob das ein Weizen ist,

ob das ein Weingarten ist.

Die großen Hauptnährstoffe sind Stickstoff,

Phosphor, Kali, Magnesium,

Schwefel, Kalzium.

Das sind die so genannten Makronährstoffe.

Die wichtigsten, die in den größten

Mengen für die Pflanze notwendig sind,

damit sie wachsen kann. Dann gibt es

die größten Nährstoffe.

Das sind die, die in geringerem Maße

benötigt werden. Da sind also Sachen

wie Kupfer und Molybden und solche Sachen

dabei, die unglaublich kiftig klingen,

Schwermetalle. Aber in ganz kleinen Mengen

sind die notwendig.

Mikro hast du wenig in dem Sinne.

Genau. Von denen brauche ich heute nicht pro Hektar

100 Kilo, vielleicht ein paar Milligramm,

aber die sind trotzdem

wesentlich

und

unverzichtbar für die Pflanzen.

Das sind wie gesagt Zink, Kupfer,

Molybden, Eisen, Boar.

Also eigentlich

Hardcore Nährstoffe, aber die sind notwendig

für das Pflanzenwachstum. Und da reden wir nicht von

Bier oder konventionell. Das ist wichtig für

Pflanzenwachstum. Die brauchen auch wir als Mensch, um zu

überleben.

Das heißt, in jeder

Nahrung, die wir zu uns nehmen,

muss auch zum Beispiel Boar

vorhanden sein. Das brauchen wir heute.

Das ist kein so richtig bewusst.

Zurück zum Phosphor.

Nachdem das ein Makronährstoff ist,

sagt uns das Wort schon,

brauchen wir eine relativ große Menge

für eine vernünftige Ernte.

Und

der Phosphor ist aber im Boden

vorhanden und kann nicht einfach

so reproduziert werden.

Ich kann ihn verfügbar machen.

Manche Pflanzenarten können das.

Aber irgendwann ist der Vorrat aus.

Also, wir müssen den Phosphor

irgendwo daherkriegen.

Irgendwie bearbeiten,

verarbeiten, dass wir

als Kugel düngen können.

Das ist im Biobereich Rohphosphat.

Und im konventionellen Bereich

ist das ein bisschen anders

aufgearbeitet, dass das schneller

wirkt. Aber es ist beides

Phosphordünger.

Und den bauen

wir ab in ein Bergwerk.

Da gibt es verschiedene

Regionen, wo sie abgelagert

hat auf der Welt in den letzten

100.000 Millionen

und genauso wie heute

fossile

Energieträger irgendwo.

Irgendwo, wo sie

sich angereichert haben.

Oder Eisen vorkommen oder was auch immer.

Genauso ist das mit Phosphor.

Und den baue ich dort ab und irgendwann geht er uns dort aus.

Aber er verschwindet ja nicht ins All.

Wir verteilen nur gleichmäßig, glaube ich.

Naja, wir

essen ihn.

Und die menschlichen Ausscheidungen,

die bringen wir nicht zurück in den Kreislauf.

Das ist unser Problem.

Verharzt man.

Was passiert mit dem Phosphor, wenn man verharzt?

Weiß ich nicht.

Das Element Phosphor wird nicht verschwinden.

Das wird halt als irgendein Schadstoff

in der Luft bleiben.

Ich habe mich noch nicht damit befasst.

Aber es wird nicht gut sein, wenn man verharzt.

Grundsätzlich kämen wir davon gar nicht.

Nicht viel überbleibt.

Grundsätzlich ist es halt einfach so, dass wir ihn nicht zurück

auf unsere Felder bringen.

Da endet der Kreislauf und das ist ein großes Problem.

Spannend.

Das heißt, eigentlich müssten wir schauen,

dass unsere Ausscheidungen,

die der Tiere

im Prinzip, wenn wir nicht

Antibiotika hätten und Verhütungsmittel

und was auch immer, dann war das

die Vorstellung allein.

Wir bringen zwar die Scheiße, ich sage jetzt Scheiße.

Die Scheiße vom Viech bringen wir aus Vödel

und bringen uns eigentlich nichts.

Aber wenn wir überlegen würden, wir bringen unsere eigene Scheiße

aus Vödel, dann glaube ich,

hätten die Leute auf einmal nur zu Problem.

Es gibt ja den Grund, warum es nicht mehr gemacht werden darf.

Ich glaube nicht.

Ich glaube nicht.

Nein, glaube ich nicht.

Also vielen ist es wahrscheinlich nicht mehr bewusst,

dass man die Scheiße vom Viech aufs Feld zurückbringt.

Es langt das nicht wahr, das ist eh wurscht.

Aber ich meine nur, wenn du das wirklich denkst.

Ich glaube, wir sind ja genauso Lebewesen

und unsere Ausscheidungen sind dafür gedacht,

dass sie wieder von der Natur

verarbeitet werden und als Nährstoff genutzt werden.

Das ist ja auch ein Kreislauf.

Es war immer schon so und nur weil wir jetzt

einen Mischthaufen haben, heißt das nicht,

dass das nicht aufs Feld gehört.

Das heißt vor allem nicht, dass der Kreislauf

ein anderer ist.

Ehe nicht, aber es wird bei Insekten essen.

Natürlich kannst du die essen, aber du brauchst

dem hier nochmal einen ...

Nein, das war doch schon immer so.

Meine Eltern haben ein Blumsklo gehabt,

unmittelbar nehmen wir einen Mischthaufen.

Und wenn das Blumsklo viel war,

haben das meine Eltern ausgeräumt

zum Mischthaufen von den Schweinln.

Und wenn es mit der Miesgabel aufgeladen war,

ist es mit dem Schweinlmist

aufs Feld gebracht worden.

Also wir haben auch noch, meine Familie

in Oberösterreich, eine Senggrube gehabt

und die hat, wenn es halt war, den Bauern ausgebummt

und aufs Feld gebracht.

Da wäre nichts dagegen mehr zu verwenden.

Nur landen halt

die Abwässer vom Geschirrspüler,

von der Waschung, vom Sengputzen.

Das landet alles

im gleichen Behälter.

Naja, man soll sich trennen.

Das ist ein Unterschied, ob ich mich dusche

oder Zähn putze, das gehört extra

auf bereitet, das Wasser.

Und die

nährstoffreichen Ausscheidungen von uns,

was sie ja sind,

die gehört eigentlich separat noch hin.

Und wir sollten auch noch separieren zwischen

die Person nimmt hormonelle Verhütungsmittel

und hat die und die und die und die Medikamente verschrieben

und die Person ernährt sich häufig normal

und hat jetzt keine hormonelle Verhütungsmittel,

die sich ausscheiden.

Also ein kleiner Aufruf draußen,

wenn es irgendeinen Wissenschaftler, der das

gescheit erklären kann oder sonst irgendwer,

dann machen wir mal einen Podcast dazu,

eine Folge, wo es uns mal wer

erklärt, wie das

ausschauen kommt und sollte.

Menschliche Fäkalien auf

Österreichs Feldern.

Ich finde das super, weil ich glaube, das löst einiges aus.

Und bringt viele ein Haarmoment.

Aber wurscht.

Zurück zum Thema.

Jetzt ging es ja um Nährstoffe

und wie man die wieder in den Kreislauf

zurückbringen kann. Wie ist das denn

generell im Bio-Bereich?

Wie schaut es da aus mit Düngung, mit Spritzmitteln?

Erklärst du das einmal?

Ich habe es schon zum Teil angesprochen.

Das eine sind die Zwischenfrüchte.

Das heißt,

der Stickstoff, der

größte Makronährstoff, der wichtigste,

der in der größten Menge notwendig ist

für Pflanzenwachstum, der

kommt aus der Luft. Das können viele

Pflanzen. Wir haben ja 78

Prozent Stickstoff in der Luft.

Und sogenannte

Leguminosen.

Sogenannte

Leguminosen. Das ist eine Pflanzenart.

Da gehört die Sojabohne übrigens dazu.

Da gehört aber auch dazu eine Erbse.

Oder ein Klee.

Alles grün. Dicke. Grün, oder?

Ja, ist alles grün.

Wir haben halt spezielles Filx, die Pflanzen.

Die sind in der Lage

in Symbiose mit

Bakterien, die sie im Murselbereich ansiedeln.

Aus der Luft Stickstoff im Boden zu binden.

Für sich selbst zu verwenden.

Und wenn sie absterben,

für die nächsten Pflanzen zur Verfügung zu stellen.

Das heißt, wir haben in unserer Fruchtfolge

den Klee. Also als Mischung.

Mit verschiedenen Kleeorten

und mit Gräsern und so weiter.

Das können wir uns da neben unserem Betrieb noch anschauen.

Da haben wir das untergesehen.

Und

dann

haben wir die Zwischenfrüchte,

die wieder Stickstoff in den Boden bringen.

Und dann haben wir natürlich Früchte

in der Fruchtfolge, so wie die Sojabohne,

die den Stickstoff

sich selbst zur Verfügung stellt.

Das ist einmal das Kapitel Stickstoff.

Die anderen Nährstoffe

bringen wir unter anderem

über den Kompost oder über die Kooperation

mit den anderen Rinderbauern,

über den Mist der Rinder

in unseren Betriebskreislauf

wieder ein.

Und dann machen wir jährlich

Zickbodenproben, die wir untersuchen lassen.

Da kommt dann raus,

auf dem Ocker haben wir

dieses und jenes Nährstoffverhältnis.

Da gehört dieser spezielle Nährstoff

gedüngt zum Beispiel.

Und es gibt in der biologischen Landwirtschaft

Gott sei Dank,

es muss auch so sein,

Dünger, die

jeden einzelnen Nährstoff abdecken

und die da auch zugelassen sind.

Und das sind

Nährstoffe, die eben nicht

sagen wir mal

wir dürfen jetzt keinen chemisch

synthetisch hergestellten

Stickstoffdünger verwenden.

Generell wird in der biologischen

Landwirtschaft nur was zugelassen,

was auch

tragbar ist für

Natur und Umwelt und Boden.

Nach bestem Wissen und Gewissen.

Natürlich kann ich ja auch

zu viel vor was

ausbringen, aber das ist so teuer,

dass ich es nicht mache. Diese biologischen Nährstoffe,

die sind so verdammt teuer, dass ich mir das ganz,

ganz gut überlege und ich wage zu behaupten,

dass viele österreichische Landwirte

noch nicht so weit sind im Biobereich,

dass sie da überhaupt darüber nachdenken, so was auszubringen.

Weil es geht noch.

Es geht. Aber diese Nährstoffverhältnisse

kommen immer mehr ins Ungleichgewicht

und das ist

ein langsamer Prozess. Da kommt man sicher noch drauf.

Wenn man jetzt überlegt, wie lange

machen wir Menschen überhaupt schon abgebaut

und wie lange gibt es Marktfruchtbetriebe

im Stil, wie man

das jetzt kennt, noch nicht so lange,

ein paar Jahrzehnte. Wir haben angefangen

vor 100 Jahren

überhaupt Ackerbau ein bisschen intensiver zu betreiben

und dann irgendwann

die Düngung und die chemische Pflanzenschutzgeschichte

dazukommen.

Und da hat es begonnen, sich zu

intensivieren, aber zum Zeitpunkt

meiner Großeltern, wie mein Mutter vorher erklärt hat,

wo alle Gemischtbetriebe waren,

da waren die ganzen Felder

rund um einen Betrieb, aber es war klar,

alle haben die Ausscheidungen

der Tiere und die eigenen wieder aufs Feld zurückgebracht.

Das heißt, da hat es noch nicht so wirklich Verluste

in den Nährstoffgeschichten gegeben.

Da war noch alles bio damals, oder?

Ja, zum Zeitpunkt meiner Großeltern nicht mehr.

Also so 1960, 70, 80,

da haben sie schon gescheit

Spritzmittel und Dünger verwendet.

Nach dem Krieg viel Hunger, schnell Butter.

Da hat es begonnen,

ein bisschen aus dem Ruder zu laufen

mit den Nährstoffen und ab dem Zeitpunkt,

wo es dann größere Betriebe gegeben hat,

die keine Tiere mehr haben und nur mehr

die Nährstoffverhältnisse zurückgebracht haben,

da haben wir angefangen,

die Nährstoffverhältnisse außer Gleichgewicht zu bringen.

Mit der Spezialisierung?

Genau, mit der Spezialisierung.

Wenn ich nicht mehr alles, was ich habe,

in einem Kreislauf wieder zurück rausbringe,

gehen Nährstoffe verloren

von meinem Betriebskreislauf.

Die gehen raus und kommen nicht mehr zurück.

Ab dann fängt es an,

dass Nährstoffe aus dem Verhältnis geraten,

wie sie sein sollen,

oder wie sie mal waren.

Bis man es merkt,

und dann muss man sich

zwangsläufig damit beschäftigen.

Das wird noch bei allen kommen, da bin ich mir sicher.

Dass ich kurz noch dazu sage,

das haben wir noch nicht erwähnt,

wir sind seit 20 Jahren

im Bierbetrieb, ich weiß nicht, ob dir das schon gefallen ist,

ich glaube nicht.

Da war der Martin noch ein Kind,

haben sie mir entschlossen,

auf biologische Wirtschaftsweise umzustellen.

20 Jahre haben wir,

nicht 20 Jahre,

ich glaube nicht, aber wir haben einige Jahre

nichts aufs Föder ausgebracht,

wir haben nur geerntet.

Wir haben zwar Zwischenfrüchte angebaut,

waren immer schon verfechtert,

das ist schon lange her,

dass wir mit dem begonnen haben.

Aber so richtig auseinandergesetzt

mit den ganzen,

haben es die Martin und ich nicht so,

das ist erst durch Martin

ins Rennen geheimen.

Aber man hat es draus auf die Föder gemerkt,

gewisse Föder, wo es sehr gute

haben, hat man gemerkt bei gewissen Pflanzen,

aha, das geht dann nicht mehr so,

wie es einmal gewesen ist.

Und die Gründe sind dann

zu Tage getreten,

wie wir dann begonnen haben, die Bodenproben zu intensivieren.

Das kommt natürlich

der Hauptantrieb

für die Bodenproben und für die ganzen Dinge

ist natürlich der Martin,

weil er sich sehr damit auseinandersetzt.

Und in den Bodenproben

kann man dann die Ursachen

erkennen, warum da nichts mehr wächst.

Man kriegt dann die Bodenprobe zurück

und sieht, aha, auf dein Feld

fällt in Wirklichkeit das und das.

Und das Verhältnis zwischen dein

und deines total

aus der Waage sozusagen.

Genau, die Erstoffanalyse, die haut überhaupt nicht hin,

da muss man das und das machen,

damit das wieder ins Gleichgewicht kommt,

damit man da wieder halbwegs Erträge erzielen kann.

Und wie gesagt, wir machen das

seit 20 Jahren bio und wir haben die ersten 15 Jahre

glaube ich gar nichts ausgebracht.

Die letzten Jahre hier, oder vielleicht

ein bisschen weniger, aber die letzten Jahre

beschäftigen wir uns jetzt intensiv mit dem Boden

und

sind auch gerade dabei,

den Humus wieder aufzubauen.

Also, dass wir wirklich schauen, dass wir

die ganze Schale möglichst

im Boden nicht braun haben, nur jetzt kurz

vor der Anbauphase halt.

Speziell bei mir hat da eine totale

Umdenkphase stattfinden müssen.

Was man auch dazu sagen muss, wir sind

25 Jahre fluglos, also seit 25 Jahren

haben wir keinen Flug auf dem Betrieb.

Wir ockern nicht.

Die Bodenbeweidung spielt sich

bei uns hauptsächlich in den ersten

8-10 cm ab.

Die Tiefdiefe wird bei uns fast nie gearbeitet.

Wir haben zwar einen Tiefenlockerer,

den setzen wir aber ganz südend,

wenn es zur Erntezeit viel regnet und so,

dann gehen wir her und dann speziell dort,

wo der Mähdrescher otankt, wo der Mähdrescher

hin und her fährt, mit dem Tiefenlockerer

im Boden ein bisschen wieder lockern,

weil es dort zu stark verdichtet ist.

Ansonsten bearbeiten wir den Boden

und das ist auch tiefer nicht notwendig,

muss man auch dazu sagen.

Da könnte man auch wieder

lange drüber reden, weil da gibt es

schon sehr viele Befürworter, was das Ockern betrifft,

sehr viele Gegner, manche sagen, ohne Ockern geht es gar nicht.

Wir sind da nicht so der Meinung.

Ich komme aus einer Zeit,

früher war das bei uns so,

wie wir den Ockern übernommen haben,

wie wir das angefangen haben,

wenn man da nach dem Mäusch geockert hat

und da haben ein paar Stücke Blattl ausgeschaut

von den Kukarots, dann war der Flut nicht

im Mäuschen vergroben sein in der Erde.

In Wirklichkeit ein kompletter Nonsens.

Komplett, weil wenn ich das vergrobe,

20 cm und im nächsten Jahr

ocke ich wieder, dann ocke ich

den verschimmelten, das verschimmelte

Maisstroh wieder aus.

Also da habe ich im Boden absolut nichts Gutes getan.

Wenn man aber hergeht und da einen

seichten Grupperstrich oder mit einer

Scheimeckentriebe fährt, wird man feststellen,

wenn man da dann am Weizen drauf sieht,

dass im nächsten Jahr, im Mai,

das Maisstroh weg ist, da ist nichts mehr vorhanden.

Weil die Lebewesen im Boden, die oberste Schicht,

das Maisstroh vollkommen verarbeiten.

Also das ist weg.

Wenn ich aber ein ocke,

und im nächsten Jahr wieder ocke,

ocke ich das wieder aus, zwar nicht alles,

aber da ist ein Großteil von dem Maisstroh

auf der Hand, das ist sogar schimpflich,

das ist verschimmelt.

Warum hat sich das,

weil man sagt so oft, früher

war es besser und früher

haben die Bauern so viel Guss,

warum hat man das

irgendwie trotzdem gemacht

und warum hat man das nicht einfach

auch gemerkt, dass das ein Blättsinn ist?

Wenn es jetzt so klar ist

scheinbar. Also das kann ich dir gut erklären,

da gibt es einen guten Grund dafür.

Also,

erstens hat mich ja damals mit

Pferden geackert.

Die Tief haben die geackert.

Was schätzt?

Mit den Pferden?

Niemals.

Also 10 cm Maximum.

Das ist ja nicht viel.

Jetzt hat man natürlich ganz früher

seine Saaten

mit der Hand ausgebracht

und da haben mir Rückstände

von vorherigen Ernten

oder von vorherigen Pflanzen sehr gestärkt.

Das ist noch dazu,

mit der Hand geerntet worden, oder mit Mähdreschern

sehr hoch adroschen worden.

Da waren viele Ernterückstände, die ein großes Problem bei der Aussaat dargestellt haben.

Das heißt, damals war es notwendig,

dass ich das umdrahe

und möglichst einen knackerten Boden habe,

damit ich wieder aussehen kann.

Aber es ist nicht so tief umdraht worden,

weil es gar nicht die Zugkraft gehabt haben

oder die waren gar nicht fähig,

dass sie so tief ockern.

Jetzt haben wir das 10 cm Tiefe eingeraubt

und das ist nicht so schlimm.

Weil, wenn du jetzt einen Holzplock einschlagst

in die Erden

und du grabst ihn nach 20 Jahren wieder aus,

dann ist die

Schicht oder dieser Teil

von diesem Holzplock

von der Oberfläche des Bodens bis ca. 10 cm

weiter runter, der wird angenagt sein

und verrottet.

Und drunter ist es wieder ganz.

Was sagt uns das?

Dass die meisten Lebewesen

oder fast alle Lebewesen im Boden

sich in der oberen Schicht, wo ein bisschen Sauerstoff noch dazukommt,

befinden und dort arbeiten

und Dinge zum Verraten bringen.

Also dort kann was verraten

und drunter tut sich einfach gar nichts.

Das heißt, damals

war das einerseits notwendig,

weil man die Technik für eine Aussaat

in Ernterückstände nicht gehabt hat

und weil die Ernte

sehr

grob war.

Da sind lange Rückstände von Pflanzen geblieben.

Und damit

hat keine Seemaschine umgehen können damals.

Und das Ockern war

so ein 10 cm Tiefe umdrehen.

Das war ja nicht wahnsinnig sauber.

Da hat sich was rausgeschaut und das war alles nicht

wahnsinnig schlimm. Dann sind die Traktoren

gekommen, immer stärker waren

und man hat tiefer geackert, damit das alles

wirklich verschwindet.

Eine Zeit lang hat man dann auch noch keine

nötigen Seemaschinen gehabt, die da

mit Ernterückständen zurechtgekommen wären.

Wenn wir jetzt nach heute springen.

Wir haben heute Mähdrescher,

wo die Ernterückstände, wenn man

das gut macht und wenn es

vernünftig alles extra ist,

hat man den kleinen Zerhechsel.

Also alles, was dann Stroh und

Überbleibsel ist, das ist alles relativ klein,

das stellt kein Problem da für eine Bodenbearbeitung.

Und wir haben

Aussaattechniken, die mit

egal was für Ernterückständen zurechtkommen.

Also Seemaschinen, die

einfach das Kern dort

hinbringen, wo es hinkehrt, egal wieviel

Stroh und wieviel Zeug da an der Oberfläche liegt.

Das heißt, es ist nicht mehr notwendig

zu pflügen.

Warum wird es dann immer noch gemacht?

Warum wird es immer noch gemacht?

Es ist natürlich, ein bisschen

ist es

die Leute sind es geweint, es ist einfach

einfacher einiges.

Man kann Fehler, die man

gemacht hat, vergraben.

Man kann Fehler ein bisschen

kompensieren, wenn man den Pflug einsetzt.

Angenommen.

Ich habe eine

Unkrautpopulation,

die mich sehr stört.

30 cm Tief, die kommt

nicht mehr. Also das ist dann,

für dieses Jahr habe ich

reinen Tisch. Also dann habe ich wieder Ruhe

und Unkraut.

Wenn ich es wieder ausgrabe, 40 Jahre bleibt es im Boden,

dann ist es vorbei. Diesen Joker

kann ich zum Beispiel auch mal anmelden.

Aber was zum Beispiel neu ist,

wenn ich jetzt

ein konventioneller Betrieb zum Beispiel bin

und ich kann von oben düngen,

dann reichen oft die ersten 30 cm

lockere Erde, dass die Wurzel nur dort

sich anspült. Wenn ich oben

immer wieder den Dünger draufhabe, dann reicht das.

Da wird man nicht so viel sehen.

Aber dass die Wurzel nicht drunter kann,

unter diesen 30 cm,

das ist ein Problem.

Und das merke ich vor allem dann,

wenn ich von oben nicht düngen kann.

Als Biobetrieb merke ich das vielleicht eher.

Und, was natürlich fatal ist,

sind Niederschlagsereignisse.

Diese 30 cm oben,

die können sich dann anfühlen mit Wasser,

aber dann steht es an.

Und wenn ich jetzt

glaube, dass es früher so war,

ich bin mir nicht sicher, aber so extreme

Niederschlagsereignisse und lange

Trockenperioden, die haben zugenommen

in den letzten Jahren.

Und die waren davor, glaube ich, nicht so.

Da hat es ein bisschen regelmäßiger geregnet.

Und wenn ich immer wieder

einen gemütlichen Landregen habe,

dann werden diese 30 cm

lockere Erde, die ich gepflückt habe,

gerade ausreichen. Da hat die Pflanzen eh immer wieder

Wasser. Das ist wie wenn ich eine Zimmerpflanze habe und immer wieder nachgehe.

Nur, je extremer die Verhältnisse

werden, je mehr Wasser auf einmal

kommt und je länger die Trockenperiode ist,

desto wichtiger ist es,

dass ich eine große,

dicke Schicht an Boden habe,

die nicht nur 30 cm tief ist,

sondern die so tief wie möglich ist,

wo der Boden Wasser speichern kann,

wo eine Wurzel hinwachsen kann

und wo auch

Nährstoffe aufgeschlossen werden können.

Wenn man ockert, entsteht eine

Pflugsohle.

Dazu wäre ich eh noch gekommen.

Entschuldige.

Mama greift nicht wohl.

Genau.

Da gibt es mehrere Gründe,

warum das Ockern

nachteilig ist mittlerweile

und warum das nicht mehr zeitgemäß ist.

Wie Mama schon gesagt hat,

eine Pflugsohle ist das nächste.

Man arbeitet

mit einer Pflugschau

immer wieder auf der gleichen Tiefe.

Wenn ich das jedes Jahr mache,

verdicht ich den Boden in der Tiefe,

wo ich immer ocke. Dieser Schicht,

da kommt nichts mehr durch.

Noch dazu fahre ich dort

mit einem Raffen beim Ockern,

man steht schief in der Pflugfuche drin

und fahre dort mit dem Raffen.

Noch dazu kommt,

wenn ich den Pflug aufhebe,

das ist ein relativ langer Hebel,

und ich muss sehr viel Reifendruck

in meinen Traktor füllen.

Das ist jetzt das nächste Thema.

Das ist bei uns ganz was anderes.

Wir haben nicht noch keinen Pflug,

sondern alle Geräte,

die wir haben,

haben entweder ein eigenes Fahrwerk,

sprich hängen nicht als ganze

Last am Traktor drauf,

oder sind sehr leicht.

Was uns dazu befähigt,

dass wir mit Reifendrücken fahren können,

die ganz, ganz, ganz niedrig sind.

Wir haben Spezialreifen auf unseren Maschinen überall

und haben,

was schätzt du, was gehört für einen Reifendruck

in einen Traktorreifen?

Wie viel gehört in ein Auto?

In meinem Auto sind

ca. 3-3,5 bar in den Reifendruck.

2 bar.

0,6 bar haben wir

in den Reifen von unseren Traktoren.

Das können wir machen,

weil wir keine Last direkt am Traktor hängen haben,

sondern das hat ein eigenes Fahrwerk.

Das heißt, der Traktor hat eine riesige

Aufstandsfläche. Wir haben die größtmöglichen

Reifen drauf und das sind Spezial-Niederdruckreifen.

Also da verteilt sich der Reifen

auf dem Boden?

Genau, da verteilt sich die Last auf eine große Fläche

und das geht so weit, dass uns Leute

immer wieder aufhalten und sagen,

ihr habt einen Bocce.

Was machst du jetzt?

Nein, das gehört so.

Das ist normal.

Das ist sogar beabsichtigt.

Und das macht zu viel aus?

Das macht extrem viel aus.

Es macht einen Unterschied, ob du punktuell

mit so und so vielen Tonnen draufdruckst

oder ob das auf einen Quadratmeter verteilt ist.

Das sind alles Dinge,

die zu beachten sind

und die gar nicht so wenig Effekt haben.

Die durchaus zusammenleinbaren und am Ende

ein wichtiges Thema sind.

Also die Summe der vielen Teile macht einen Unterschied?

Genau, das ist jetzt nur ein kleiner Auszug gewesen.

Da gibt es so viele Details,

auf die man schauen kann und sollte,

als jemand ...

Macht ihr das eher?

Oder ist das Teil von Bio auch?

Da gehen wir sicher einen Schritt weiter.

Die Landwirte, die das

gekneist haben,

die begriffen,

die zähle ich auf jeden Fall zu denen,

die ein bisschen mehr Gedanken machen,

aber es sind noch nicht alle.

Das ist auch nicht etwas,

was jeder für sich entscheidet

und sich Gedanken darüber macht.

Aber heißt das für die Landwirte auch,

selbst wenn sie das Gneissen taten,

dass sie einfach neue Geräte

brauchen würden oder kann man das mit

der Landwirte dann auch machen?

Heißt das Investitionen in neue Geräte

wiederkaufen und so weiter?

Da muss man dazusagen,

es werden jetzt seit geraumer Zeit

Reifendruckregelanlagen angeboten.

Das heißt, man fährt auf der Straße

mit einem anderen Reifendruck wie am Feld.

Das kann man vom Traktor aus machen.

Ich fahre auf der Straße mit 1,5 bis 1,8

Paar zum Feld und am Feld

oder während der Zufahrt zum Feld

fange ich an, vom Traktor aus

den Reifendruck zu senken auf das Niveau,

dann kann ich immer fahren.

Das wird seit einiger Zeit angeboten.

Mittlerweile gibt es sogar schon,

wenn man einen Traktor neu bestellt,

kann man sich das gleich integrieren lassen.

Das gibt es auch nicht lange,

aber das gibt es jetzt auch schon

und das machen jetzt auch einige.

Es ist schon umdenkend da im Gange.

Es wird momentan sogar gefördert,

wenn du so eine Reifendruckregelanlage

dazu bestellst.

Das ist vor allem für die Betriebe,

die nicht so auf Geräte setzen,

denn die Betriebe in der Umgebung,

die wollen das nicht,

die wollen kein Fahrwerk auf ihrem Gerät,

sondern die wollen das Gerät aufheben.

Die Geräte sind dann 3-4 Tonnen schwer

und da braucht man halt einen enormen

Reifendruck, damit ich da auf der Straße

gesichert unterwegs bin.

Da gibt es halt auch mal,

die fahren halt, das ist ihnen komplett

wurscht und es gibt halt auch mal,

die Reifendruckregeln anlogischer haben

und das senken dann den Druck

während der Zufahrt dann langsam

selber mit einem eigenen Kompressor,

mit einer eigenen Anlage wieder auf die

Straße fahren.

Zum Thema Investition.

Man könnte jetzt 200 Euro ausgeben

für andere Ventile

bei so einem Traktor rauf.

Da sind standardmäßig diese Autoventile drauf.

Das dauert eine Ewigkeit, bis du den Aufpumpt

nun wieder ablässt, weil das einen kleinen

Querschnitt hat, wo die Luft durchströmen kann.

Und um 200 Euro kann ich da ein anderes Ventil

viermal drauf schraufen auf alle vier Raffen

und dann kann ich das je nachher vor einer Minute machen.

Man kann es auslassen und dann wieder aufpumpen

mit der eigenen Druckluftanlage am Traktor.

Das heißt, es würde mich als Landwirt,

der heute Morgen umsteigen will,

würde mich das eine Minute pro Feld

kosten, sage ich jetzt einmal.

Oder pro längerer Transportarbeit

und dann am Feld und dann lässt man es jetzt an,

wenn man nach Hause fährt, dann pumpt man es wieder auf.

Also es wäre jetzt kein Kostengrund,

dass ich sage, ich kann es mir nicht leisten,

ich mache es nicht. Sondern es ist eine

ich will es machen und die anderen Minuten,

die nehme ich. Und ich weiß es vorher.

Was man noch dazu sagen muss,

es bringt auch ein Treibstoffversparnis.

Also da hat es Versuche gegeben

und hat es immer wieder Vorführungen gegeben

auf Messen, auf landwirtschaftlichen Fachmessen,

dass da ein Treibstoffversparnis

bis zu 20% geben soll,

mit einem richtigen Reifendruck.

Am Födel?

Ja, bei der ganzen Bearbeitung, ja.

Bis zu 20% Dieselersparnis.

Also das ist nicht unerheblich.

Jetzt habt ihr einen relativ

großen Fuhrpark, weil ihr zwei

seid so zweit, ihr macht die Feldarbeit

zusammen mit euren Maschinen.

Weil sonst würde sich das auch nicht ausgehen.

Jetzt wiegen die ja trotzdem was

und was kann man dann jetzt abgesehen vom Reifendruck

regeln,

noch tun, um einer Bodenverdichtung

irgendwie entgegenzuwirken?

Dazu muss ich anzeigen,

wenn man als Laie da hinten

reinschaut in unsere Maschinenhalle,

da stehen viele bunte Eisenhaufen,

was machen die mit dem ganzen Eisen?

Genau.

Davon gibt's.

Drei ganz kleine Eisenhaufen

stehen im Eck, die aber eigentlich die wichtigsten

Werkzeuge sind, das ist der Spaten,

die Bodensonde und der

Bodenprobenstecher.

Bodenprobenstecher, sag das einmal schnell.

Das sind nicht Traktorbetriebe,

das sind Handbetriebe oder

Fußbetriebe und das sind die wichtigsten

Werkzeuge eigentlich,

mit denen schau ich in den Boden

ein und krieg ein Verständnis dafür.

Und wie ich Bodenverdichtungen

vermeiden kann, ist einmal grundsätzlich,

wenn ich nicht zum falschen Zeitpunkt

einfahre. Das ist einmal das Allerwichtigste.

Weil wenn ich

in den Boden einfahre, der

feucht ist, im feuchten Zustand,

dann kann ich ihm schon

Schaden, wenn ich nur mit

die Firs eingehe.

Und wenn der aber komplett ausgetrocknet ist,

dann kann ich mit einem Airbus A380

drauf landen und tue nichts. Oder kann

ich mit einem Panzer drüber fahren und tue nichts.

Also da mache ich keine Verdichtungen.

Das heißt, ich darf nicht

zum falschen Zeitpunkt, wenn es zu feucht ist,

mit meinen Maschinen drüber fahren, weil egal was für ein Traktor

und egal was für ein Viech oder was auch immer das ist,

wenn ich zum falschen Zeitpunkt eine

Bodenbearbeitung mache oder den Boden

befahre, dann

richte ich Schaden an. Und wenn es

trocken genug ist, dann

kann ich auch keinen Schaden anrichten.

Dann ist der Schaden minimal.

Jetzt hast du aber, und wir merken

es ja alle selber, auch von

Klimawandel, Extremwettereignissen,

dieser Frühling ist einfach nur wahnsinnig kalt

und verregnet. Was tust du jetzt,

wenn es nur schiebt?

Einerseits regnet.

Also man versucht natürlich

sich trotzdem daran

zu halten, dass man nicht zu falschen Zeitpunkten

einfahrt. Jetzt

bei der Ernte

ist es zum Teil im Herbst so,

dass man leider

mit einem Mähdreißer drüber

fahren muss, weil sonst kann man ja das, wofür man

das ganze Jahr gearbeitet hat,

nicht einmal heimbringen. Das heißt, ich würde nicht einmal

überleben finanziell. Du musst eine.

Dann muss ich irgendwann eine.

Natürlich gibt es da jetzt

Kulturen, wo das

Risiko höher ist, sagen wir mal,

eine Rübe oder ein Mais,

da ist das Risiko größer, dass ich im Feuchten

eine fahren muss.

Aber ja, wir haben

letztes Jahr teilweise

ernten müssen zu Zeitpunkten,

wo es nicht ideal war.

Und da

blutet mein Herz.

Das kommt vor.

Es ist das Wetter nicht verhersehbar.

Wir haben im Oktober 200 Liter Niederschlag gehabt.

Davor war es nicht reif. Danach ist es nie wieder

angetrickert.

Also wenn es im Herbst zu viel regnet,

dann wird es nicht mehr trocken genug, dass du keinen

und zwar überhaupt keinen Schaden mehr anrichtest.

Was macht man dann?

Am besten Zwischenfrüchte, Zwischenfrüchte,

Zwischenfrüchte.

Also es gibt

natürlich Pflanzenarten, die den Boden

dann wieder bewurzeln

und diese Verdichtungen

wieder aufbrechen können.

Es gibt keinen Eisenhaufen,

kein Gerät auf dieser Welt,

das den Boden

so gut lockert wie eine Pflanzenwurzel.

Und jetzt sag mal, von eurem bunten

Eisenhaufen, der da hinten ist,

warum ist gerade der Spaten das wichtigste?

Alle anderen Eisenhaufen,

die ziehe ich mit dem Traktor durch

und da sitze ich

viel zu weit entfernt vom Boden.

Und im Spaten

fahre ich mit dem Radl am Acker

oder gehe am Acker zu Fuß oder mit dem Auto

oder was auch immer, stich eine und nehme ihn in die Hand

und versuche ihn zu kneten.

Wenn dann nicht die Plastilin entformbar ist,

sondern wenn er zerfällt,

dann mache ich keinen Schaden, wenn ich damit reinfahre.

Erklär mir bitte,

mit meiner konstruktiven Ahnungslosigkeit.

Und ich möchte den Boden beurteilen.

Auf was schaue ich da?

Also, wenn du

einen Spatenstich machst,

dann wäre der ultimative

fruchtbare,

belebte

Boden,

feinkrümelig, dicht durchwurzelt,

wird ein bisschen riechen nach

Waldboden, also wird auf jeden Fall nicht

stinken und

du würdest einige Lebewesen

sehen,

alle Lebewesen sieht man ja nicht, ob das jetzt

Bildzehen oder Bakterien, die wir jetzt nicht sehen

mit dem freien Auge, aber du solltest

Lebewesen finden, Regenwürmer,

verschiedene andere.

Also wirklich in jeder Hand, wo aus dem Boden

soll eigentlich was drin sein, was ich sehe?

Also, wenn du einen Spatenstich machst,

soll da was drin sein, ja.

Und du solltest vor allem

keine Verdichtungen

feststellen. Also,

das sieht man, das sieht man, indem

Schichten sind, die ganz scharfkantig brechen,

die eindeutig sich

unterscheiden von der Bodenstruktur

von anderen Schichten.

Wenn du sie auseinanderbrichst,

die Bodenstücke, und sie brechen

scharfkantig, dann hast du eine Verdichtung

und dann hast du ein Problem.

Die sollten eigentlich nicht vorhanden

sein.

Und ja, dann hast du

einen optimalen Boden.

Ich wollte gleich mal testen gehen.

Apropos, ihr habt ja bei eurem Boden

auf euren Feldern auch ihr

Unkraut, irgendwelche

Schadinsekten, Ungeziefer,

wie auch immer. Was tut es ihr dagegen

und was kann man da generell im Bioanbau

machen?

Also, es gibt einmal

zugelassene

Pflanzenschutzmittel.

Das wäre typischerweise im Wein- und Obstbau

Kupfer zum Beispiel.

Haben wir aber schon gehört, Kupfer ist ja auch ein Mikroenerstoff,

der von einer Pflanze gebraucht wird.

Und das kann ich zum Beispiel

spritzen.

In ganz geringen Mengen.

Und dann verhindere ich

zum Teil einen Schädlingsbefall.

Ist natürlich ein bisschen schwieriger, weil das nicht

in der Pflanze wirkt, sondern nur

oberflächlich auf der Pflanze wirkt.

Und da muss ich im Bio-Bereich

den Termin wesentlich besser erwischen,

damit das auch wirkt.

Im konventionellen Bereich spritze ich was, das

nimmt die Pflanze ins System auf

und das wirkt dann wesentlich länger.

Kupfer bleibt an der

Oberfläche.

Haben wir unendlich viel Kupfer im Boden?

Ja, das ist richtig. Aber dazu

müsst ihr am besten einen Weinbau anbefragen,

der biologisch arbeitet. Das dauert anscheinend

hunderte Jahre.

Ist anscheinend

nicht so schlimm.

Wir haben

seit kurzem ein Spritzen.

Aber sind bis jetzt

eigentlich, was

das Schädlingsbefall und so weiter betrifft,

nicht wirklich,

haben da keine Probleme gehabt, sage ich mal.

Und

natürlich gibt es sowas.

Aber in Wahrheit kannst du oft

noch zuschauen als Biobauer.

Und grundsätzlich kann man da

schon vorher ein bisschen entgegensteuern,

also die Jahre davor, indem man eben

vielfältige Fruchtfolge hat,

indem man schaut, dass die Nährstoffverhältnisse passen,

weil wann werden wir Menschen krank

oder wann kann ein Boden oder

eine Pflanze krank werden,

wenn sie sich falsch ernährt, zum Beispiel.

Oder wenn die

Umwelteinflüsse die falschen sind und die Umwelteinflüsse

beeinflusse ich als Mensch

zum Teil.

Das vorhaut sich also ähnlich

wie bei Menschen.

Und wenn ich da

die nötige Vielfalt habe, die nötigen Nährstoffe habe

und davor

die nötigen Schritte gesetzt habe,

dann werde ich damit nicht so viele Probleme haben.

Es kann natürlich vorkommen und es gibt

Sachen, die

sind halt gar nicht

zu verhindern.

Aber da kann man dann eigentlich nur zuschauen.

Was man vielleicht noch dazu sagen muss,

ist, aufgrund dessen,

dass es immer mehr Biobauern gibt,

gibt es in letzter Zeit

vermehrt Aufkommen von Schädlingen,

die bereits mehr oder weniger

ausgerottet gewesen sind.

Und auch von Parasiten

und so, die

durch die Spritzen, die intensiv

betrieben waren, bis der Bioboom

gekommen ist, hat es die Dinge

eigentlich gar nicht mehr gegeben.

Und jetzt treten gewisse Sachen wie

zum Beispiel Gläseide habe ich nie

gekannt, gibt es jetzt wieder

im Glä. Oder

andere Schädlinge, die treten jetzt

vermehrt auf, weil auf die

Föder immer so viele Spritzmittel

ausgebracht werden, wie es mal gewesen ist.

Speziell in unserer Gegend. Wir sind da

in der Gegend, da gibt es, ich glaube, wir sind bei

50 Prozent Bio-Anteil bei uns,

oder vielleicht sogar in unserer Gegend.

Wir sind eine absolute Bio-Gegend.

Und

da kann man das halt schaubi

beobachten. Das heißt, bös gesagt, ihr bringt jetzt die

Schädlinge wieder retour, oder wie?

Wir bringen sie nicht retour, sie können

sich irgendwo entwickeln, weil sie nicht mehr

vernichtet werden oder so.

Wir haben bei uns auch ein Problem,

deswegen sind die Spritzen

gerade genannt worden.

Wir haben

ein Kicherbsen angebaut. Im ersten Jahr

ist das wunderbar geglückt.

Da gleich in der Halle im zweiten Jahr

haben wir eigentlich nicht gewusst, warum es nicht

gescheit gewachsen ist. Und im dritten Jahr haben wir einen

traumhaften Aufgang gehabt. Wunderschönen

Bestand. Bis wir draufgekommen sind,

dass die ganzen Schadeln oder

Taschen, glaube ich heißt das bei den Kicherbsen,

ein Loch gehabt haben und drinnen kein Kicherbsen

ist. Und da sind wir mal hergegangen

und haben mal geschaut, wo ist denn da überhaupt

schuld und sind wir draufgekommen, dass das der sogenannten

Baumwollkapselfalter ist.

Und dann kann man

mit den und den Mitteln

bekämpfen. Wir haben uns dann über Biohelp

ein Mittel besorgt, waren aber

viel zu spät dran auf dem Feld. Also

die Schadspelte war bereits zu längst

überschritten. Was dazu geführt hat,

dass wir keine Ernte gehabt haben. Das war ein 3 Hektar

großes Feld mit einem traumhaften Bestand

und trotzdem keine Ernte.

Weil dieser Rüsseler uns das ganze Feld

mehr oder weniger zunichte gemacht hat.

Der frisst das ganze Feld.

Alles weggefressen?

Das war ein Bestand.

Der Martin hat gesagt, heute kriegen wir

zwei Tonnen Kicherbsen pro Hektar.

Da habe ich gesagt, na ja, schauen wir mal. Schlecht war es nicht.

Und geerntet haben wir letztendlich nichts.

Das kann aber

sein im Biobereich. Das ist immer so, wir

wollen heute wieder Kicherbsen bauen und wir werden uns

das anschauen, ob das

Auftreten wieder da ist von dem

Baumwollkapselfalter.

Und wenn das ist, werden wir hoffentlich

heuer versuchen

rechtzeitig da einzugreifen. Aber immer nur zuschauen,

werden wir nicht geben.

Man kann den sogenannten Bacillus

Turinkeensis, das ist ein ganz bekannter

Bakterienstamm, der vielfältig

eingesetzt wurde in der Landwirtschaft,

ausbringen.

Und

der

wäre sozusagen der Gegenspieler, kann man sagen.

Der würde den befallen,

diesen Baumwollkapsel

Wurm dann, wenn er noch ein Wurm ist.

Und

so könnte man dem entgegenwirken. Aber

hat jetzt keine Gifte, die man einsetzen

kann, oder chemisch-synthetische

Pflanzenschutzmittel.

Natürlich.

Und wenn der nicht funktioniert,

hat der Bacillus dann selber wieder ein Problem,

das er verursacht.

Man muss da mal eine Witterung haben,

die passt. Wenn du das ausbringst,

das ist viel zu trocken,

dann ist der Bevor er überhaupt

sich auf der Pflanze, sage ich mal,

wohlfühlt und

seine Arbeit verrichten kann, ist er schon vertrocknet und

es gibt gar nicht erst.

So ist das mit ganz viel

biologisch zugelassenen Mitteln, dass die Witterung

passen muss, dass du den Termin genau

erwischen musst. Du brauchst viel Klick,

du brauchst viel No-How. Und das ist einfach

in Summe schwieriger.

Es ist definitiv schwieriger.

Was ich

Bianco vorher noch gesagt habe, du hast das

Ungraut auch erwähnt.

Der Ungraut ist so,

man lernt immer dazu. Ich mag das

seit zwei Jahrzehnten, den Biobau.

Im Biobau ist es so,

dass man in Anbauzeitpunkt ganz anders wählt,

als wir konventioneller Landwirte.

Ich war gestern im Südburgenland, wir haben gestern

Kernroll gepresst, also haben es

pressen lassen, ich habe das abgeholt.

Und da habe ich gesehen, dass die Sojabohne

schon 5 cm hoch ist.

Das sind aber dort leider konventionelle Betriebe,

die dann eingreifen können.

Wir machen es im Biobau so, der

Anbauzeitpunkt bei uns, bei der Sojabohne ist Ende

Mai, Anfang Juni, also jetzt dann.

Wir sind jetzt gerade dabei, die Felder

zu bestellen, die wir nächste Woche wieder anbauen.

Der ideale Anbauzeitpunkt

ist aber Mitte bis Ende April für die Sojabohne.

Also wir sind da um mehrere Wochen später dran.

Ertraglich wirkt es sich

unserer Meinung nach überhaupt nicht aus.

Also es funktioniert sehr gut,

wir erwirtschaften sehr gute Erträge.

Was wir aber können mit der Sojabohne,

das ist bei uns

eine Säuberungsfrucht.

Heuer haben wir das Glück,

dass es immer wieder Niederschläge gibt

und auf die Felder eine Ungrautwelle

aufwächst. Dann fahren wir mit der Ecke drüber

und vernichten sie. Und das machen wir zwei,

drei Mal. Und das bewirkt

natürlich, dass dann in der Keimschicht,

das sind die ersten paar Zentimeter, die Ungreiter

so weit minimiert werden, dass wir nachher,

wenn wir die Sojabohne so spät anbauen,

relativ wenig Probleme mit Ungreiter haben.

Also wenn ich die Sojabohne so

Mitte, Ende April anbauen würde, da ist

noch kälter draußen, da haben wir das Wachstum

nicht, da sind die Ungrautwelle noch nicht

gekommen und auch nicht

vernichtet worden für uns sozusagen,

da hätten wir massive Probleme, dass wir

die Sojaungraut freihalten. Aber durch

den späten Anbauzeitpunkt

bewirkt es natürlich auch, dass

wir die Ungreiter in der

Keimschicht, die meisten schon, vernichtet

haben. Das ist im Vorjahr

nicht gegangen. Voriges Jahr war es

April, Mai so trocken, dass

bis Ende Mai praktisch nichts

geregnet hat. Da ist aus der Keimschicht

nichts aufgewachsen. Und dann haben wir

Sojabohnen angebaut nach dem ersten

Niederschlag. Und da haben wir so

massiven Ungrautdruck gehabt, dass wir im

Vorjahr malche Förder wieder ein bisschen

wegreißen und neu anbauen.

Weil das Wasser

gleichzeitig gekommen ist mit dem Anbau

und deshalb alles wachsen ist. Genau, da ist alles

wachsen. Da ist dann die Sojabohne, aber auch das Ungraut

wachsen. Wir haben teilweise jeden

zweiten Tag gestriegelt und sind den Ungraut

nicht hergegangen. Also das funktioniert

heuer ganz sicher, ganz anders,

viel besser, weil ja Niederschläge

waren und in der Keimschicht die Ungreiter

aufgewachsen sind, die haben wir vernichtet. Jetzt

werden wir sie heuer mit den Sojabohnen nicht

so viel beschäftigen müssen wie im Vorjahr. Das wird

heuer, würde ich mal sagen,

relativ gut funktionieren. Also das ist bei der

Sojabohne so und bei anderen Sachen

verholt es sich endlich. Also da an

Anbauzeitpunkt wählen wir ganz anders als

wir konventionelle Landwirte. Weil wir,

wenn wir anbauen, das ist endlich.

Ich kann da nicht mehr,

wir können nicht eingreifen. Also ein

konventioneller Landwirt, der baut sein Mais an,

egal was du isst, der kommt mit der Spritzen,

fährt rüber und die ganze Sache ist erledigt.

Aber bei uns ist das ganz anders. Also bei mir

müssen wir den Zeitpunkt ganz genau auswählen,

weil wir ja auch bedingte Mittel haben

zum Eingreifen.

Da muss man besonders auf die Wurzelung

und gewisse Problemreiter genau

aufpassen.

Wir haben auch unsere Community quasi gefragt,

was sie euch gerne fragen würden und

immer wieder ist gekommen, wie macht es denn

mit dem Wasser? Also

bewässert ihr oder du hast gesagt,

dieses Jahr ist eigentlich gut, weil es hat viel

geregnet. Wie läuft es

sonst? Weil es ändert sich ja auch viel im Klima.

Also anfangs habe ich erwähnt,

dass wir so um die 600 Liter

Niederschlag haben. Das schwankt aber vor

500 bis 800 die letzten 10 Jahre.

Und es reicht aber bei uns

noch, dass wir nicht bewässern müssen.

Und wir hätten jetzt auch gar nicht die Möglichkeit,

also im Machfeld zum Beispiel gibt es

einige Unterwasserreserven.

Das gäbe es

bei uns da jetzt gar nicht

in dem Ausmaß, dass wir überhaupt

bewässern könnten. Das heißt, wir sind auf den Regen

von oben angewiesen. Und natürlich

kann ich meine Böden

soweit in Schuss fallen,

dass die zumindest das Wasser, das kommt,

aufnehmen können und auch wieder

zur Verfügung stellen. Weil wenn es abbringt,

oberflächlich, dann habe ich nichts davon.

Und das hängt aber von meiner Bewirtschaftungsweise ab.

Und das kann ich

beeinflussen. Das heißt, die Möglichkeit zu

bewässern gibt es einfach nicht. Das heißt, wenn eure Böden das nicht

halten, ist es einfach nicht da. Genau. Und wenn es

wirklich zu trocken ist, weil irgendwann ist natürlich immer

das Gas aus,

dann hat man eine schlechte Ernte.

Das ist halt einmal so.

Ja.

Hast du zu dem Thema noch? Weil ich würde gerne zu

Soja was fragen. Weil Soja ist so quasi die Pflanzen

jetzt irgendwie. Habe ich das Gefühl,

jetzt war ja vor kurzem wieder das Thema

bezüglich der Schweinehaltung,

dass man verstärkt

auch europäische Soja oder dass man

den Import von ausländischen, von

Gensoja irgendwie verbieten möchte.

Erzählt ihr ein bisschen was zu Soja?

Merkt ihr das? Ist das auch etwas,

was ihr dann schon im Hintergrund habt, so für die nächsten

10 Jahre, dass

ihr noch mehr auf Soja setzen werdet?

Was ist das Besondere

an Soja und warum kommt das jetzt so stark?

Also ich glaube,

dass wir unser eigenes Süppchen kochen,

wir bio bauen.

Und ich glaube, dass dieser Gedanke

vegane, vegetarische

Ernährung und

Bio, das ist oft das gleiche Klientel.

Habe ich das Gefühl.

Und das heißt, die Bio-Sojabohne

landet ganz oft direkt

beim menschlichen Konsum.

Vor allem von Tofu oder

Sojamilch oder anderen

Fleischersatzprodukten, da ist überall

die Sojabohne drinnen. Und das ist

das, wo die Bio-Sojabohne hingeht.

Das andere, da kommen die Leute jetzt gerade drauf,

oder es wird populär,

dass die konventionelle

Nutztierhaltung sehr stark von Überseesoja

ernährt wird und nicht von heimischer Soja.

Und da kommt man gerade drauf.

Aber das sind zwei ganz unterschiedliche Themen.

Bio-Sojabohne ist sehr gefragt,

aber eher

für die menschliche Ernährung, auch für die

Tierernährung, weil man viele Proteine

in der Sojabohne hat. Aber

das, was du jetzt machst,

dieses Boom oder dieses

Populärwerden von der Sojabohne in Österreich, das ist eher

ein Thema der konventionellen Tierernährung

mit Sojabohnen.

Weil man darf nicht vergessen,

dass fast

ausschließlich alle

Schweine, die in Österreich mit

Soja gefüttert werden, mit Sojabohnen

gefüttert werden, die aus Brasilien

kommen. Also 90% der Sojabohne

weltweit kommen

aus Brasilien. Und das ist

ausgehend manipuliert. Also wenn hier ein

Schweineschnitzel, wo in einem Gosthaus ist,

ist ziemlich sicher

eine Sojabohne in dem Futter enthalten gewesen

aus Brasilien. Ergehend manipuliert.

Das ist auch bei jeder Schokolade so.

Überall was Sojalezidin drauf steht,

ist fast sicher,

geben wir eine komplette Sojabohne drin.

Das versuchen wir jetzt irgendwie

herauszubekommen, mit den Sojabohnen,

die du da gewinnt hast.

Das ist dann konventionelles Soja, weil der Preis

wahrscheinlich auch von einem Bio-Soja

noch mal so weit höher ist, dass der sowieso nicht

in Frage kommen würde.

Also wenn du den

Bio-Soja in ein

österreichisches Schwein reinkippst,

dann hast du Goldpreise.

Kannst du machen.

Was ist denn ein Tonnen Bio-Soja,

ein tonnen konventioneller Soja?

Also so viel ich weiß, bei den

konventionellen Sojas sind wir bei 350-400

Euro pro Tonne und bei den Bio-Sojas

sind wir momentan bei 670-700 Euro

pro Tonne.

Das ist doppelt.

Wobei man halt sagen muss,

unsere Bio-Schweine, die da

in Österreich gezüchtet werden,

sind natürlich mit dieser Sojabohne gefüttert.

Es ist auch der Schweinepreis

für Mastbetriebe im Bio-Bereich

liegt, wo sie war,

momentan bei 3,20 Euro.

Was man da für das Kilo Schweinefleisch kriegt,

wobei die konventionellen Soja

herunpendelt zwischen 1,10 Euro

und 1,40 Euro.

Also da ist schon gewaltiger Unterschied.

Da wirkt sich natürlich der

Futterpreis auf den Fleischpreis auch aus.

Du hast erklärt, warum es so wenig Bio-Schwein

gibt, glaube ich, oder?

Es gibt auch keinen Markt, aber das ist wieder eine andere Diskussion.

Das zahlt keiner.

Wenn die Futterpreise schon

quasi so...

Wenn du den teuren Bio-Soja

ins Bio-Schwein reinschüttest,

dann kostet das Bio-Schwein extrem viel Geld.

Da spielen noch andere Sachen mit rein

und das ist noch nicht...

Das sind noch nicht viele Leute bereit

zu zahlen und deshalb gibt es auch keinen Markt

für Bio-Schweinefleisch. Danke für das Stichwort

Markt.

Marktfrucht und wir waren am Anfang,

bevor wir dann 45 mal abgebogen sind,

so wie es eh immer ist,

immer noch bei der Frage, was produziert sie jetzt?

Da trifft sie die Auswahl

und da sind wir dann schön abgebogen.

Ich habe sie dann gesagt,

wir schauen ja auf die Böden,

wir schauen auf die Nachhaltigkeit, etc.

Jetzt ist es so, jetzt baut sie aber was an.

Sie treffen eine Entscheidung für das,

was sie anbaut und dann

ist dieser Schritt,

dann bringt sie es wohin.

Machen wir es in zwei Teilen.

Warum baut sie jetzt genau das an,

was sie anbaut? Was bestimmt

wirklich die Auswahl?

Das sind die Folgegedanken,

Nachhaltigkeitsgedanken.

Und wenn ihr es dann habt, geerntet habt,

was passiert dann damit?

Wo bringt ihr es dann hin?

Wer sind eure Kunden?

Nicht in der Direktvermarkten, sondern für die anderen 75%.

Okay, nicht in der Direktvermarkten.

Also,

wir haben zum Beispiel

ja diesen Klee

in der Fruchtfolge. Den bringen wir überhaupt

gar nicht hin. Der hat eigentlich keinen

Deckungsbeitrag in dem Sinn. Zwischenfrucht.

Der wird getauscht mit anderen, damit man Mist kriegt.

Das heißt, der hat eigentlich nur

Nachhaltigkeitsgedanken und überhaupt

keinen Gedanken bezüglich Deckungsbeitrag.

Das kriegt man einfach gar nichts.

Das heißt, diese Felder, für die zahlen wir jährlich ab 8

und verdienen nichts dabei.

Das ist eigentlich ziemlich fatal, deswegen machen das auch so wenige.

Dann

gibt es natürlich Kulturen, die man

anbaut als Cash Cow. Das ist

unter anderem eine Sojabohne.

Das ist ein gewisser Anteil

der Fläche. Wie viel ist das momentan ungefähr?

So viel, wie unserer Meinung nach tragbar ist.

Ein Drittel.

Das schwankt aber.

Das kann man jetzt nicht sagen, dass

jedes so und so viel Prozent.

Aber immer andere Flächen, wo es mit der Sojabohne draus geht.

Die wandert.

Manchmal ist es ein Fünftel, manchmal

ist es ein Drittel. Je nachdem.

Dann werden natürlich

alle Kulturen, die wir für die Direktvermarktung

brauchen, die haben Priorität.

Da bauen wir eher Kürbis,

Leinsamen, Schwarzkümmel, Kichererbse,

Popcorn, Mais.

Was haben wir noch?

Leinsamen hast du schon gesagt, Sonnenblumen.

Hanf.

Hanf.

Hanf.

Die bösen Hippie-Bierbahnen.

Da wird ein Hanföl draus gemacht.

Das ist kein THC Hanf.

Hanf.

Dann sind noch Kulturen,

die ein

Mittelding aus

Was bringt man jetzt an Deckungspeitrag?

Was kommt auf meine Felder?

Was könnte da noch gut gedeihen?

Und was passt vor allem jetzt in meine Fruchtfolge?

Das ist jetzt in diesem Jahr zum Beispiel

relativ viel Dinkel.

Das sind 30 Hektar Dinkel zum Beispiel.

Also ein Fünftel.

Das ist variiert.

Das könnte das nächste Jahr Mais sein.

Letztes Jahr haben wir auch einen Hektar Dinkel gehabt.

Drei Jahre davor haben wir 20 Hektar

Sonnenblumen gehabt.

Das heißt, ihr baut es nicht immer.

Für euch ist es wahrscheinlich klar,

ihr baut es nicht immer die gleichen 5 Sachen.

Überhaupt nicht.

Also erstens einmal,

meine Mutter ist ja

sehr kreativ.

Und versucht natürlich in der Direktvermarktung

immer wieder Neues zu finden,

zu kreieren, zu schauen,

wo geht die Reise hin.

Wir bleiben ja nicht stehen.

Jedes Jahr gibt es ein neues Produkt oder was.

Und man versucht natürlich dann,

das, was immer hin ist,

eine Wünsche erfüllen.

Wir haben auch die Dinge, die

sie glaubt, dass sie fragen kann, anzubauen.

Und so ist Schwarzkümmel, so ist Alleinsamen.

So ist der Hanf zum Beispiel

in die Fruchtfolge gelangt.

Das war vorher nie da.

Das ist wirklich wichtig, glaube ich,

weil für mich,

ich kenne mich echt nicht aus,

ich habe mir wirklich gedacht,

als Bauer hat man so seine 5 Sachen,

die baut man halt dort an, die baut man immer wieder

mehr oder weniger an.

Das wird bei den meisten anderen Bauern zutreffen.

Wir haben 15 verschiedene Früchte jedes Jahr.

Das ist einerseits

eine Herausforderung natürlich.

Das ist eh hin und wieder so, wie man denkt,

aber bei euch heute gerade nicht.

Es geht auch so.

Wir versuchen halt in der Direktvermarktung

Dinge anzubieten, die nicht jeder hat.

Was natürlich für uns,

die jetzt die Landwirtschaft betreiben,

totales Neuland ist.

Was jedes Jahr eine Herausforderung ist,

was jedes Jahr ein großes Risiko ist,

dass man überhaupt etwas erntet.

Zum Beispiel Kikarpsen,

oder Linsen,

Schwarzkümmel, also das sind alles Sachen.

Ein Dinkel kann ich anbauen,

der wächst, das funktioniert.

Da muss ich nicht viel wissen, da muss ich nicht viel Erfahrung haben.

Aber diese Spezialkulturen,

die vielleicht aus anderen Regionen dieser Welt

eigentlich kommen und die es da

nicht optimal haben von den Klimaverhältnissen her,

da muss ich erstmal drauf kommen,

wie funktioniert das da bei uns

in dem Klimabereich jetzt?

Was braucht ihr als Vorfrucht?

Was braucht ihr für eine Anbauzeitpunkt?

Und jedes Jahr habe ich eine Chance.

Das heißt, bei diesen ganzen Spezialkulturen

haben wir eine große

Wahrscheinlichkeit von Ausfall.

Da wird dann einfach nix.

Oft gelingt es uns dann auch.

Seid ihr ein bisschen speziell?

Naaaah!

Beispielsweise habe ich

den kühlen Frühling,

wo es nicht mehr ein Frühling ist.

Wir haben ein Schwarzkümmel gebaut,

Ende März, Anbauzeitpunkt so früh wie möglich

bei Schwarzkümmel, laut Anbauanleitungen.

Wir haben das gemacht.

Heuer ist der Schwarzkümmel,

ich war gestern mit der Hocken draus,

ich habe den gehockt, mit einer Geschwindigkeit

860 Meter in der Stunde.

Ich bin unter dem AKMA gefahren

und habe ihn trotzdem

teilweise verschüttet.

Der Schwarzkümmel ist jetzt nach

10 Wochen 13 Meter hoch.

Das muss man sich vorstellen.

Die Pflanzen sind 13 Meter hoch.

Der Pflanzen ist momentan 13 Meter hoch.

Der wächst.

Wir verrecken heuer nicht,

weil es so kühl ist und regnerisch.

Der Akte ist da überhaupt nicht.

Die Aussortbedingungen waren nicht schlecht.

Die Föder, die wir rausgeholt haben,

sind super.

Nur die Kultur, die da drauf steht,

betreitet uns die meisten Sorgen.

Wir wissen nicht,

was wir mit dem Obenstein lassen sollen.

Ich habe da eine Strategie gemacht.

Und wir haben auf der anderen Seite

hier zur Kultur dort stehen, wo wir wahrscheinlich

schon von gewissen anderen Berufskollegengesprächsthemen

sind. Schaut euch das an, was die da

aufführen.

Das ist keine Kultur.

Der Herr Diplom-Ingenieur sozusagen

schaut, was er da macht.

Bei was haben wir den studieren müssen?

So ungefähr.

Da wird sicher einige geben,

die etwas vorbeifahren und sie denken,

um Gottes Willen, wie schaut es denn da aus?

Ich habe immer verrechnet,

dass wir zum Schluss schauen.

Wir haben momentan noch ein bisschen Zeit,

bis die Soja-Anbauzeit vorbei ist.

Dann geht nichts mehr.

Aber wir reden jeden Tag,

was machen wir da?

Wir lassen jetzt noch einmal den Schwarzkümmel

und schauen mal,

wenn es wärmer wird, wie er sich entwickelt.

Wenn er halbwegs kommt, dass man da ein bisschen

eingreifen kann mit einer Hocke,

wir haben ihn im 45er rein angebaut,

dann schauen wir, dass wir ihm irgendwie

den Schwarzkümmel machen.

Jetzt habt ihr gesagt,

die ganzen mühsamen Kulturen,

die innovativen,

die ein bisschen argen,

arbeits- und lernintensiven,

da ist eigentlich die Martina die Mama schuld.

Warum?

Und wie seid ihr darauf gekommen,

ihr habt sie nicht immer direkt vermarktet?

Warum tut ihr das?

Ursprünglich war es so,

die Kinder waren klein

und wir haben liebe Freunde gehabt.

Die Susan sagt zu mir,

Martina, mach einmal in deinem Leben

was, was unabhängig von den Kindern ist.

Ich war zu Hause,

hab in Betrieb gehabt

und tue jetzt schon was,

wenn die Kinder mal größer werden,

dass du was für dich hast.

Zuerst haben wir gedacht,

ich weiß nicht, was die Susan sagt,

mit der Zeit bin ich draufgekommen

und haben gedacht,

ich will meinen Bereich in der Landwirtschaft haben.

Ich habe Kurse besucht,

die die Landwirtschaftskammer angeboten hat.

Von PC,

über Seminarbäuerin,

über Urlaub am Bauernhof,

bis hin zu Feng Shui

und ich weiß nicht, wo ist alles.

Aus jedem Kurs habe ich etwas mitgenommen

und im Endeffekt ist es eigentlich

das einfachste geworden,

nämlich den Konsumenten

die Lebensmittel anzubieten,

die vor Ort wachsen

und nicht über Wege,

weil wir nicht wissen,

wo unsere Lebensmittel, unsere Wertfallen,

wo wir auf dem Boden so viel Wert legen,

wo die landen.

Und ich habe mir gedacht,

man kann diesen Zwischenhandel ausspannen

und den Kunden,

die, die das so gern haben wie ich,

nämlich zu wissen,

wo mein Lebensmittel herkommt

und wie es produziert worden ist,

anzubieten.

Diese Direktvermarktung

ist dann ganz spontan entstanden,

weil wir haben gern einen Popkorn aufgepappt

und beim Fernsehabend

sagt einmal der Martin,

warum könnten wir den nicht selber bauen?

Der kommt ja meistens aus Amerika,

er ist genmanipuliert,

dieser Popkorn, wenn bei uns der Mais wächst,

muss der Popkorn wachsen.

Und so habe ich mich dann auf den Weg gemacht,

aber ich dachte, genau, das probiere ich jetzt.

Ich suche mir jetzt einmal einen Popkorn

und war aber so eifrig,

nachdem Mais meistens

ein Hybrid-Sort ist

und diese nicht-Hybriden

ja kaum mehr vorhanden sind.

Da war ich gleich so eifrig

und habe mir gedacht, okay,

jetzt einen nicht-Hybriden Popkorn suche ich mir jetzt.

Aber ich habe drei, vier Monate gesucht

und bin erst fündig geworden danach,

bei Rheinsart mit zwei Handfüßen

habe ich gekriegt, mehr war nicht mehr vorhanden,

von einer Sorte, die heißt Cremgolio,

die vermehren wir uns

seither Jahr für Jahr selbst.

Weil es eben nicht-hybrid ist,

kann man es vermehren.

Und drei Jahre haben wir gebraucht,

bis wir eine größere Menge gehabt haben.

Mit der sind wir dann am Markt

und dann habe ich mir gedacht, ja,

wer kauft jetzt einmal den Popkorn

und haben dann viele Maschinen zugekauft,

die habe ich damals um 15 Euro gekriegt,

waren im Angebot Popkorn-Maschinen,

die mit Luft funktionieren.

Dann gibst du es ein,

steckst an und ein paar Sekunden drauf

hast du den Popkorn da draußen

und dann brauchst du ihn nur, wenn du es

noch mit Fett ansprühen, mit kalt gepressten

und dann hast du einen hochwertigen Popkorn

und ein wenig Salz drauf,

in meinem Fall war es Kräutersalz.

Das habe ich einem Set angeboten,

es war mir dann irgendwann klar,

mit der Maschine,

also die habe ich um 15 Euro weiter verkauft,

wer es will und wer nicht,

dann halt nur Popkorn.

Das haben wir dann im ersten Jahr verkauft

und das waren wir, aber dann irgendwie

haben wir gedacht, okay, das ist jetzt eigentlich

der Beginn der Direktvermarktung.

Popkorn werden wir aber sicher nicht

und das kann man kaufen, die die dritten Zähne im Mund hat,

weil das bleibt irgendwie hängen,

also das Publikum ist da beschränkt,

dass man das ankauft,

also ich muss aber ein anderes Produkt ausweiten

und so sind wir eigentlich

zum Kürbiskern gekommen,

das war dann unser nächstes Produkt,

vom Kürbiskern

halt in weiterer Folge zu

Öl und zu den anderen Produkten,

die man mit Kürbiskerne anbieten wie Pesto

bis hin zur Schokolade,

die uns der Zotter macht

mit unseren Kernen und Öl.

Die stehen da vor mir gerade

und ich habe schon ganz schokoladige Finger

von den Kernen.

Ja, offensichtlich schmeckt das, das würde mich freuen.

Ich darf als Einziger nämlich essen,

weil ich kein Mikro direkt im Mund habe.

Und in weiterer Folge war es

einfach dann die Direktvermarktung

auszuweiten, das haben wir dann gemacht

mit unseren, zuerst einmal von unserem Haus

und dann eben über diesen

Hallenbau und der Direktvermarktung

mit dem Seminarraum, mit dem Logeraum,

es bietet sich da an, dass wir

Betriebsbesichtigungen machen, dass wir

Produktverkostungen machen, dass wir Events

machen, ein großes davon ist

die Weihnachtsstimmung bei uns.

Und so ist diese

Produktpaletten gewachsen.

Es ist halt sehr eigenartig,

wir haben nicht nur in einer Richtung

ein Produkt, jetzt zum Beispiel nur

Öle oder nur Kerlen.

Ich möchte das anbieten,

was bei uns am Hof wächst,

was zu unseren Kulturen passt,

was zu unserer Landschaft passt,

zu unseren Böden passt.

Und alles, was wir draus ernten,

eben dementsprechend weiterverarbeiten

und dann entstehen so Geschichten

wie Kichererbsnudeln

oder

Kübiskernschokolade in Verbindung

mit einer Kooperation mit

Zotta,

bis hin zum Kräutersalz, weil ich ja

Kräuterpädagogin bin, es hat auch

schon Kräutersirup gegeben, es hat schon bei uns

mal Rosenblütenlikör gegeben.

Wir haben

rundherum von unserer Halle

einen Garten mit 4500 Quadratmeter,

da wächst alles Mögliche, da kann

durchaus sein, dass ich jetzt zu Weihnachten,

weil gerade die Ringelblumen im Garten

so gut wachsen, eine Ringelblume

zu allem selber mache und meinen Kunden zu Weihnachten

als Geschenk gebe.

Du testest quasi, wenn es dann funktioniert

und dann wird es großzügig ausgebaut?

Ja, gewisse Dinge habe ich halt

als Kräuterpädagogin jetzt schon

gelernt

beziehungsweise verwendet und

heuer möchte ich

was machen mit

wir haben einen Honig, wir haben eine Bienen,

ich habe auch eine Imkau-Ausbildung gemacht

und diese Biobienen, die

auf unseren Kürbisfeldern,

die Bienen, die wir dann auf unsere Kürbisfelder bringen,

die haben heuer, also

das letzte Jahr extrem viel

Ertrag gebracht, das Jahr eigentlich davor

gar nichts, da waren sie so schwach, da hat man es dann

lassen. Kürbishonig?

Ja, man darf nur bezeichnen, wenn er

über 90, irgendein Prozentanteil

über 90 nur Kürbis hat,

das lasse ich natürlich nicht überprüfen,

weil es kostet wieder was und wir nennen

den einfach so wie man darf, Blütenhonig

ist aber zum größten Teil

die Bienen auf unseren Kürbis

oder rund um die Halle, wenn die Kürbis gerade nicht werden.

Ist das dann ein Bio?

Das ist Bio, natürlich, aber du

kennst jetzt die Sorten,

wenn sie es überprüfen lässt

und ein sehr hoher Anteil dieser Sorte drin ist,

zum Beispiel Kürbisblütenhonig,

darfst du ihn dann so bezeichnen,

oder wo halt

die Bienen stehen und

heuer ist die Idee geboren, nachdem

viel Spitzwegerich rund herum wächst

und die Maievipferl

und wir so viel Honig haben,

kriegen wahrscheinlich heuer

einen,

ich habe ihn gestern schon gemacht, deswegen

der wird es verraten, zu Weihnachten,

der muss jetzt nämlich sechs Monate noch stehen.

Schon auf Weihnachten, ja, bitte.

Eine Maievipferl

und Spitzwegerich-Honig,

das ist dann gut, wenn man

husten tut im Herbst.

Meine Mutter hat das immer Hexensaft genannt.

Okay, einen Namen muss ich mir noch dazu

einfallen lassen, weil Salbe

oder solche Dinge,

die darf ich natürlich nicht nennen,

auch wenn ich es her schenke, weil ich keine

pharmazeutische Ausbildung habe. Also die

rechtlichen Dinge werden dann natürlich immer

eingehalten, aber solche Spezialgeschichten

werden dann zu Weihnachten verschenkt.

Wie vertreibt ihr das jetzt?

Was in meinem Kopf

halt noch nicht zusammen geht, aber

nur in meinem.

160 Hektar auf der einen Seite und Direktvermarkten

auf der anderen Seite. Du denkst immer bei Direktvermarkten,

du denkst immer klar, klar, klar, klar, klar, direkt, direkt, direkt.

Bei 160 Hektar denkst du

viel, viel, viel, viel, viel.

Wie geht das aber zusammen?

Na ja, einen Großteil verkaufen wir ja direkt

vom Feld weg. Kommt nicht in die Direktvermarkten

und die Spezialkulturen

werden wieder nicht vom Feld

verkauft, sondern die werden alle aufbereitet.

Das heißt, gereinigt,

getrocknet, in Säcke abgefüllt,

im kühlen Raum gelagert.

Und die haben dann eine

Weiterverarbeitung in der Direktvermarkten.

Nicht nur bei uns

ab Hof. Wir haben

sehr viele Wiederverkäufer.

Das ist von Bauernläden, Reformheiser

bis hin

zu REWE-Konzernen,

die da in der Regionalschiene

unsere Produkte haben. Oder Spar.

Natürlich, das sind die größeren.

Aber es ist vom Weinwerk

Neissiedl über

in große

Fleien, in Antau,

im Bauernläden, in Eisenstadt.

Also da gibt es sehr viele Wiederverkäufer.

Wahnsinn. Das fängt sich aber schon noch relativ viel

Arbeit an, oder? Und nicht wenig.

Was, was, was, was sie da

produziert, oder? Ja, zwischen wenig

und viel. Ich weiß da das Maß nicht.

Wie mich beschäftigt da.

Wir fragen immer selber nicht, was wenig und was viel ist.

Ich gehe da mit schlafen

und werde vielleicht in der

Frühmutter und denke, das muss ich morgen machen.

Manchmal komme ich mit Ideen.

Da sagen die Kinder und der Mann,

nicht schon wieder eine eigene Idee. Das wird nichts.

Bei manchen Dingen

lasse ich mich aufhalten.

Da denke ich mir, ah, das ist wirklich ein Blödsinn.

Und bei manchen Dingen,

die entstehen ganz spontan.

Und meistens die ich dann selber umsetzen kann.

Ich probiere dann meistens selber aus,

wie ich davon bin, dass ich das

noch ein Jahr warten muss, bis das angebaut ist

und bis das geerntet ist und ob es überhaupt

geerntet wird und so weiter.

Es ist ja noch ein sehr

langer Prozess, bis das eben

die Biokontrollstelle, bis das

alles genehmigt ist, bis die Etiketten passen,

die müssen gesetzliche

Sachen einhalten.

Bis das Produkt dann so,

wie es mir passt, auch da ist.

Weil manchmal ist das in der Praxis auch nicht so

leicht umsetzbar. Zum Beispiel das

Kochen von Kichererbsen.

Das war sehr aufwendig. Mittlerweile gibt es

einen Autoklaven.

Ab und zu leiste ich mir was. Neben dem bunten

Eisenhaufen gibt es bei mir dann ab und zu

ein kleines anderes Sch.

Eine Direktverpackung.

Einen Autosklaven?

Nein.

Wir haben

oder ich, wir haben

eine Mitarbeiterin, die

ist Freitag und Samstag geringfügig bei uns

ein absoluter Schatz.

Ich bin froh, dass ich sie habe.

Die einzige Mitarbeiterin?

Nein, die einzige.

Ansonsten muss die Familie herhalten.

Die Mitarbeiter.

Du hast zwei Mitarbeiter,

und die Kollegin.

Ich habe vier.

Großartig.

Ihr habt euch gegenseitig.

Aber jetzt

sagen wir mal, ihr habt 20%

von der Ernte, die ihr direkt

vermarktet.

Ihr habt jetzt vorher von Deckungsbeiträgen geredet.

Wie viel kommt eine bei der Direktvermarktung

und wie viel vom Rest?

Na ja, in etwa gleich viel

muss man sagen, im finanziellen

Bereich.

Die Direktvermarktung,

das war so mein absoluter Wunsch,

dass wir 50 zu 50

aufgestellt sind. Weil ich bezeichne

immer die Schiene, die wir direkt vom

Feld wegliefern, die A-Schiene

und das andere ist die B-Schiene.

In der A-Schiene,

wo sie abliefert, da kriege ich immer

Verträge, wo

vom

Kuchen das größere Stück der

andere haben will. Irgendwer anderen

haben will. Das heißt,

ich kriege immer nur so viel Zeit, dass man das Wasser

bis zur Nose steht, dass ich noch atmen kann,

wenn den großen Stück unten über

andere haben. Genau,

die A, die Atemschiene.

Da kann man noch gerade duft schnappen

und da kriegt man noch gerade das Zeit,

dass man überlebt.

Wir brauchen.

Und B ist eigentlich

noch der nächste

Buchstabe im Alphabet.

Das ist für die Direktvermarktung, ich könnte es A-T-Schiene

nennen.

Da bestimme ich den Preis.

Aber jetzt muss man sich vorstellen, so wie der Martin

sagt, wo man jetzt vor 20 oder 25

Prozent ausgeht, sind 3

Hektar Kicherjapsen angebaut worden.

Und ich habe keine gekriegt.

Weil sie nicht

gebrauchen sind.

Ist zwar für die Direktvermarktung

geplant gewesen, aber

bei diesen Sonderkulturen

hat man auch nicht diesen Riesenerdruck,

hat man auch viel mehr

Ausfall, weil es viel mehr

Sondergeschichten sind.

Das ist was anderes, wie beim

Dinkel, den baut er an, in der

A-Schiene jetzt, und der wird weggebracht

und das war's.

Ist auch

einfacher zum Kalkulieren, ist auch

einfacher in der Hand habe.

Und ja, da hätte ich das gern, so

wie man sich das bildlich vorstellt,

auf zwei Vier zum Stehen.

Wenn bei den einen vielleicht ein bisschen mehr in die Hosen

geht, als wie bei den anderen, dass man

sich da ein bisschen auffängt.

Bei der Vielfalt waren wir da wieder, nicht?

Ja, und

darf ich mir mal vorschweben, dass

man dort eher selbst bestimmen

in der Direktvermarktung,

wie es mit dem Preis und auch

mit dem Obnehmer.

Wir haben jetzt in der A-Schiene, sage ich jetzt

einmal, zwei

oder drei abnehmen, die uns

das abnehmen. Und in der

Direktvermarktung sind es sehr viele

verschiedene. Und dort möchte ich auch nicht

abhängig werden von einem. Also jetzt ein

Großkonzern, der mir

meine Produkte annimmt. Also da würde ich genau

das Gegenteil machen. Und

da würde mir das gefallen, wenn man das halt so ein bisschen

heben könnte. Ja, da wollte ich fragen, das heißt,

in der Direktvermarktung geht das schon von

euch oder ist das euer

Idee? Das machen wir jetzt und dann schauen wir,

ob es irgendwer braucht.

Und ob es irgendwer kauft.

Nein, es wird schon überlegt.

Also die neigen Produkte sind jetzt

zum Beispiel, neben den

Kichererbsen, werden auch Bohnen und Linsen

eingekocht im Glas.

Weil wir glauben, dass der

Trend zu veganem Essen oder

zu einem Fleischersatz, sprich

eiweißhältige Pflanzenprodukte

und das für Leute,

die eigentlich

schauen, die hauptsächlich arbeiten und ganz

schnelle Küche machen, dass man das im Glas

lieber hat, als wenn ich jetzt die Linsen

oder die Bohnen in einem

Backerl anbiete, über Nacht einbacken muss

und nächsten Tag koche. Das ist zu aufwendig.

Das ist zu aufwendig für jemanden.

Also die Überlegung ist schon da, man braucht

eiweißhältige Produkte. Also wir

glauben, dass

die Leute das eher verlangen

und dann wird es natürlich

probiert und an den Markt gebracht.

Ja, schauen, dass es für uns

das optimale Produkt ist,

mit einer hohen Qualität.

Jetzt muss das nicht unbedingt

das Billigste sein. Das kann

durchweg sein, dass wir da teurer sind

oder auch billiger, wir andere.

Wir kalkulieren das für uns

und dann bringen wir das einmal am Markt.

Es gibt natürlich immer wieder

Produkte, die wahnsinnig gut plötzlich

gehen. Und dann gibt es auch immer

wieder Produkte, die wir sagen, na ja,

das haben wir halt um die Vielfalt da,

aber das behalten wir bei. Aber die Initiative ist

für euch, oder? Die kommt von uns.

Es kommt nicht wer zu euch und sagt, ich hätte jetzt gern

für den Markt XY das und das Produkt,

sondern ihr sagt, das probieren wir jetzt,

auf das haben wir Lust. Genau.

Das bauen wir an, das testen wir und dann schaut

wer es brauchen kann, ob sie es verkauft oder nicht.

Genau, und da gibt es natürlich eine Meinung,

wir bereden das und dann sagen,

nein, das können wir nicht anbauen,

wo tun wir das hin, das geht nicht,

das passt gerade nicht ein. Vielleicht nächstes Jahr

probieren wir heuer, wenn ich jetzt mit

zwei, drei Wünschen komme, was zum

Wünschen ist. Das war heuer so,

haben wir gesagt, nein, das einen probieren wir,

aber das andere probieren wir nächstes Jahr,

weil wir können nicht drei, vier Sachen

probieren und wer weiß, ob das was wird,

weil du musst immer die Wirtschaftlichkeit

auch im Auge behalten. Apropos,

da würde ich jetzt gerne ein Thema

ansprechen, das vielen gar nicht so

bewusst ist, gerade vielleicht auf

der Seite der Konsumenten. Landwirtschaft

ist in Europa auf Förderungen aufgebaut.

Wie schaut es im Ackerbau

aus und wäre eure Arbeit

zum jetzigen Zeitpunkt auch ohne diese

Förderungen machbar? Mit einem anderen

Preis

wäre es machbar. Das müsste

dann der Konsument zahlen.

Ich glaube, was ich jetzt

so grob im Kopf habe, in der Direktvermarktung,

brauche ich ungefähr das

Doppelte am Preis,

damit das genau

um den gleichen Lohn produzieren

kann. In der Direktvermarktung?

In der Direktvermarktung. Also ich muss

sagen, es gibt Früchte am Feld draußen,

wo sie sich ausgehen würde,

bei entsprechender Ernte. Und es gibt

Früchte, bei einer Deanbau

kann ich ohne Förderung nicht

kostendeckend produzieren. Beispiel,

Biogerste im Vorjahr

war auf 160 Euro die Donne.

Wir haben aufgrund der Trockenheit

1500 Kilo Gerste

geerntet.

Das entspricht 250 Euro,

sagen wir da nochmal.

Und die Pacht beträgt

350 Euro. Da rede ich nicht

für einen Saatgut, da rede ich von keiner

Bearbeitung, von keiner Baunkragenkasse,

von den ganzen Ausgaben, die es so gibt.

Also ich habe PIX-Ausgaben, sage ich mal,

zwischen 700, 800 bis 1200 Euro pro Hektar.

Wenn ich das nicht über das Produkt

hinein kriege, dann kann ich nicht kostendeckend

arbeiten. Das ist bei wenigen Produkten

der Fall. Da würde es sich ausgehen.

Aber ich sage mal, bei 50% von dem,

was wir anbauen, gehen sie sich nicht mehr aus.

Ein Rocken habe ich gestern erfahren.

Gestern war ein Biobauer bei uns,

aus der Nachbarschaft,

der hat gesagt,

eine freie Firma will momentan einen Rocken

verkaufen, einen Bio-Rocken,

um 115 Euro die Tanne. Und da kriegt

ihn nicht weg. Im Vorjahr

hätte er als Marktflucht 160

gekostet. Anscheinend gibt es da einen

massiven Preisverfall.

Was man dazu sagen muss, ist es jetzt so,

die Preise waren vor 5, 7

Jahren im Biobereich ganz anders

als jetzt. Also damals war der Weizen

450 Euro die Tanne gekostet,

Qualitätsweizen jetzt sind wir bei 300.

5 Jahre später. Aus dem Grund,

die vielen Betriebe, die auf Bio

umgestellt haben. Jetzt kommt

wesentlich mehr Getreide am Markt,

wo es zu einem Angebot Nachfrage, Preisverfall

führt. Wir kochen, hat der Martin

nicht gesagt, im Biobereich unsere eigene

Suppe. Unser Soja belastet

den Weltmarkt nicht. Die brauchen wir in Österreich

selber. Da haben wir einen Preis,

aber beim Weizen ist es so, dass wir da

irgendwo ansteigen und auch bei der Gerste

und bei den Rocken, wo es

nicht mehr geht, wo anscheinend ein

Biobereich aufgebaut wird, wo es zu einem Preisverfall führt.

Also

zurückzukommen auf die Frage,

es gibt Früchte, wo es sich ausgehen würde,

aber ich sage mal, beim Großteil

ging es sich nicht mehr aus.

Und im Kommissionellbereich sind wir überhaupt

ganz wenige Sachen, wo es sich ausgehen würde,

ohne Förderung zu überleben.

Also das mit der Förderung,

da muss man ja dazusagen, der Konsument

zahlt ja über die Steuern irgendwo

die Förderung für den Landwirt und erkennt

das genauso gut, die Steuern weglassen

für die Förderung und dann halt mehr fürs Produkt zahlen.

Das wäre die eine Möglichkeit. Nur, wenn du jetzt

was im Regal liegen hast,

aus internationaler Produktion

und es kostet die Hälfte von dem, was das Österreichische

kostet, wohin werden die meisten Konsumenten

greifen? Wenn du das fragst,

zum Österreichischen, dir kommt das verrückt.

Und wenn du in das Kerl schaust oder ins Wagerl,

das ist genau das Gegenteil.

Das heißt, die heimische

Landwirtschaft würde aussterben,

weil wir einfach höhere Produktionskosten haben.

Das Leben kostet mehr bei uns

und wir müssen einfach mehr verdienen,

damit wir überhaupt leben können.

Es kosten sämtliche Betriebsmittel mehr

und wir haben kleinere Strukturen.

Das geht ja nicht aus. Was ich mir wünschen würde

bei Förderungen wäre,

dass es an Umweltmaßnahmen gekoppelt ist.

Weil

dann würde das bedeuten,

dass jeder Landwirt auch

wenn er

Förderungen haben will, dann muss er sehr nachhaltig

arbeiten und das fände ich

sehr sinnvoll. Das hätte einen

positiven Effekt für alle.

Und das ist

zum Teil schon so. Manche

Förderungen sind schon an Umweltmaßnahmen

gekoppelt, aber das könnte noch ausgebaut

werden, meiner Meinung nach. Aber ist es vor den

Mengen her nicht Kosmetik? Im Vergleich

zu der Säule 1, glaube ich, was heißt die

Flächenförderungen, die einfach pauschal für Flächen

vergeben werden. Und dann gibt es die Säule 2,

wo das Ölpuller drin ist.

Das sind

10% von dieser Gesamtsumme.

Und die werden dann eher selektiv vergeben?

10% sind es nicht, das ist schon der Prozent.

Wie hoch ist das?

Ich weiß nicht ganz genau die Zahlen,

aber ich schätze, dass wir bei 400 Euro

Flächenförderung sind und bei 150 Euro

für das Ölpuller.

Also doch ein Fünftel ungefähr?

Ja.

Wobei man schon sagen muss, der Martin

erklärt bei den Zwischenfrüchten, also bei uns

geht es mit den 150 Euro

wahrscheinlich gar nicht aus.

Wir haben so eine Vielfalt, was wir da aussehen.

Wir machen das, wie wenn wir Hauptfrucht bauen würden,

so betreiben wir das mit den Zwischenfrüchten.

Das muss perfekt werden. Und dann haben wir natürlich

nachher noch ein, zwei Arbeitsgänge, bis wir das

wieder irgendwie fachgerecht

im Boden hineinbringen.

Also das ist schon ein enormer

Arbeitsaufwand, damit wir das Ganze wieder so machen,

damit wir nachher mit uns einen Striegel fahren können.

Weil zu viele Ernträgstände dürfen wir auch

nicht haben im Biobereich, sonst können wir nicht

striegeln oder auch nicht hocken.

Das ist auch immer so eine Sache, das müssen wir

alles in Auge behalten.

Es gibt ein paar Früchte, wo es kostendeckend

möglich wäre. Meine Frage, warum

macht ihr da einfach nur die?

Weil dann die Vielfalt leidet.

Ich wusste, dass du das sagst.

Es braucht eine ökologische Vielfalt

und eine ökonomische Vielfalt.

Und ich werde immer gefragt, warum

studierst du das überhaupt? Kann man das ja

machen, ohne dass man studiert?

Naja, jeder

Depp kann

einen Samen im Boden schmeißen und wachsen lassen.

Der Samen wächst voll auch nicht, da brauche ich

eine Studie. Aber

was ich dann immer als

meiner Meinung nach sehr

sinnvolle Antwort gebe, ist, du kannst

entweder

nur finanziell sehr

gewinnbringend arbeiten, ohne

die Nachhaltigkeit zu beachten. Dann ist

es eher einfach. Und wenn du nur

nachhaltig arbeitest, ist es auch eher einfach.

Aber dann wirst du nicht lange leben, weil dann kommt kein Geld

rein. Und wenn du beide

Dinge unterbringen willst,

sodass du halbwegs gut leben kannst und nachhaltig

arbeiten willst, dann brauchst du verdammt viel

Wissen. Da wird es wahnsinnig

komplex. Und

für das habe ich studiert.

Amen.

Ja, ich habe noch eine

Zukunftsfrage.

Ich möchte schon abwarten.

Wie geht's weiter?

Glaubt ihr generell im Ackerbau,

in der Landwirtschaft und bei euch

in Zukunft? Wie wird das

aufgeschaut sein in den nächsten 20,

30 Jahren? Was ändert sich da?

Also ich glaube,

wir sind nochmal schon auf einem

guten Weg mit dem, wo wir unseren

Fokus hinlegen und

mit dem, dass wir schon längst angefangen haben,

eine Direktvermarktung zu betreiben. Man sieht derzeit, dass das immer

mehr wird, vor allem in Österreich.

Es gibt Gott sei Dank das Klientel,

das wichtig findet

und das drauf schaut und das leibernd findet,

wenn Dinge direkt vom Bauern

gekauft werden können.

Auf dem Zug sind wir schon

länger als die meisten anderen, sage ich mal.

Und ja,

ich glaube, dass das noch mehr wird. Ich glaube, dass

die Bauern mehr sich auf die eigenen Beine stellen und

den Handel umgehen

werden. Das ist das eine.

Auf der ökonomischen Schiene und bei der

ökologischen Schiene werden viele, glaube ich, draufkommen,

dass diese Vielfalt gebraucht wird

und dass man

ein bisschen weniger auf

Deckungsbeitrag schauen muss und ein bisschen mehr

auf Nachhaltigkeit, damit wir auch in Zukunft

noch Ernten haben und

Erträge erwirtschaften können.

Glaubst du, dass das andere Leute auch so sehen oder

seid ihr da auch speziell in dem Punkt?

Also,

man kennt sich untereinander

in der Bauernwelt,

in der Region und ich weiß,

dass viele junge Leute, die in

der Bauernwelt weiter sind, ähnlich denken wie ich.

Und

eher die Älteren, die jetzt so eine Bauernwelt aufhören,

die interessiert das weniger.

Aber die jüngere Generation,

die denkt, glaube ich, eher ähnlich wie ich.

Es ist natürlich, es gibt immer

verschieden färbige Schafe, sage ich mal.

Und es ist nicht

jeder gleich, aber ich glaube schon,

dass das in die Richtung geht und ich würde mir einfach

wünschen, so wie ich schon vorher gesagt habe, dass

Förderungen an Umweltmaßnahmen

gekoppelt werden, weil dann

man versteht das auch nicht mehr so in einem schlechten Licht,

wie es jetzt gerade ist.

Vielleicht auch für den konventionellen Bereich

überdenken, weil da gibt es auch ganz verschiedene

Ansätze und alles ist im Rahmen

noch nicht. Und dass man vielleicht auch

die, die im konventionellen Bereich, das eine oder

andere, vielleicht nicht ganz in der

Bio-Schiene sind, aber trotzdem sehr viel für die

Umwelt machen und die dann

oft irgendwie im Schotten stängen,

nur weil sie den Bio-Stempel nicht drauf haben.

Ja, und die aber auch

sehr gut arbeiten und da gibt es natürlich

auch wieder verschiedene

gute Schale.

Vielleicht sollte man

in die Richtung auch eher gehen, dass man

zu schaut, wer

tut was für unsere Umwelt und

ich glaube, das hätte mehr Sinn.

Das vielleicht noch abschließend.

Achso, hören wir auf.

Du musst schon weiter.

Willi hört den Pfeifen.

Also, du hast das richtig

gesagt, Martina.

Yes, das ist Maria.

Konventionelle Landwirtschaft

ist teilweise

ungerechterweise

unter einem schlechten Licht. Es gibt da ganz viele, die

super arbeiten und die nachhaltig

konventionell arbeiten.

Und umgekehrt gibt es

auch Bio-Bauern, die nicht so

wahnsinnig nachhaltig arbeiten. Das braucht eigentlich

den Stempel

nachhaltige Landwirtschaft und nicht

konventionell oder bio.

Das könnte etwas sein, was in Zukunft

neu entwickelt und das würde ich mir wünschen.

Das ist schon wieder so ein Schlusswort.

Das wäre ja auch die Antwort auf unsere letzte

Frage.

Ich wollte vorher die ganze Zeit, weil du gesagt hast,

ist die Direktvermarktung

weiblich?

Wie ich mit der Direktvermarktung begonnen habe,

habe ich mir von

einer Grafikerin

einmal sagen lassen, wie wir uns

bezeichnen, ob wir uns jetzt Biohof

Schmidt bezeichnen oder Biohof

Martinaschmidt. Der Betrieb

ist immer auf mich gelaufen.

Und die hat da über

einen größeren Bericht

festgestellt, dass

über 90

Prozent der Kunden weiblich

sind. Die meisten Frauen

gehen einkaufen für den Haushalt.

Das sind aber die meisten.

Dann hat sie

gesagt, eine Frau in der

Landwirtschaft ist ein bisschen exklusiver

als ein Mann.

Und das Image einer

Frau

ist beim Kunden ein anderes

als beim Mann.

So hat sie das damals

beschrieben, ein Mann

stellt man sich

eher vor

als Bauer, dass er in einem Stall

mit Gummistiefeln vielleicht ein bisschen

dreckig ist.

Und die Frau stellt man sich eher vor, die am

Markt steht, ganz

wertvolle, traditionelle

Lebensmittel hat, als

Kunde. Das stellt man sich bei einer

Bayerin, die die Traditionen festhält

und Sachen noch weiß, die wir

schon alle nicht mehr wissen.

Das ist so das Image.

Und deswegen würde sie uns empfehlen,

dass

wir den Vornamen

meinen mitführen.

Also nicht Biohof Schmidt, sondern

Dienerschmitt heißt unser Betrieb.

Ich war

eine Zeit lang als Kammerrettin in der

Landwirtschaftskammer tätig.

Und

ich kann mich erinnern, in der Landwirtschaftskammer

ist jetzt ein bisschen länger her, weil den Job

habe ich da nicht allzu lange gemacht.

Da ist das

noch hingestellt worden.

Die Direktvermarktung

ist das Groschallgeschäft der

Weiber,

denen das Fahrrad ist. Daheim.

Ja, also die nicht

gerade zum Pflegen haben oder sonst dem Bauern

nicht so anstehen.

Die fangen sich da irgendwas an.

Und das ist das Groschallgeschäft.

Das muss man jetzt nicht wertelegen.

Mittlerweile erfahre ich,

dass die Direktvermarktung überhaupt

jetzt nach Corona und auch aus den ganzen

Landwirtschaftskammer hefteln und so weiter

sehr im Fokus steht. Die Frau wird sehr

nach vorne gepusht,

also die Bayerin.

Und die

Lebensmittel von den

Bayerinnen als

ich sage jetzt einmal sehr geschätzt werden,

als sehr wertvoll

bezeichnet werden.

Und ja,

ich glaube, dass

die Bayerin selber

sehr viel

zu erfüllen hat.

Jetzt nicht nur in den Lebensmittelbereich,

wo sie sozusagen

von der Wurzel bis hin zum

Konsum ja sehr viel in der Hand hat.

Auch

im sozialen Aspekt in der

Familie selber jetzt drinnen, weil oft

sind es mehr Generationen Haushalt

und pflegebedürftige Leute

und Kinder und

teilweise Stoi oder kommt halt drauf an,

was man hat.

Und die Frau eigentlich sozusagen

da in der Mitte ist, diese Rode

Foden in einer Landwirtschaft.

Und ich kenne einige Landwirte,

die nie geheiratet haben, aus denen ich es

nicht wirklich viel war. Ich kenne auch nicht viele,

die jetzt da sehr erfolgreich

sind, ohne Frau.

Ich glaube,

dass wir Bayerinnen

eine ganz große Aufgabe

zu erfüllen haben.

Und zwar die

Lebensmittelproduktion ist nicht

irgendwas.

Die ist

sehr wertvoll und ich kenne da

einen Spruch, den ich sehr gern

verwende. Alles

was sich wertvolle lässt sich nicht kaufen,

es wird einem geschenkt.

Ich glaube, die Bayerinnen sind ein Geschenk

und ich glaube, sie sind wichtig für

unsere Lebensmittel.

Ihr seid hauptsächlich abgesprochen.

Mit den Schlussworten.

Wieder das nächste Schlusswort.

Schön.

Was hast du vorbereitet?

Ich kann mit deiner auflesen.

Nein, aber ich kenne

natürlich, wenn ihr was

wissen wollt, das war jetzt Zufall

mit diesen Schlusswörtern.

Das war schlicht so schön.

Machen wir

Schluss? Bianca,

wie machst du Schluss?

Außer.

Das andere Schluss.

Ich würde euch

gerne fragen, weil wir das immer fragen

und weil es uns einfach auch ein Anliegen

ist. Wenn ihr könntet, in einer

utopischen Welt, was würdet ihr

an unserem Lebensmittelsystem

ändern?

Das kann ich schnell beantworten.

Ich glaube,

jedes Land auf dieser Welt

könnte sich größtenteils selbst ernähren.

Das war mein erster Schritt, dass man

nicht quer durch die Welt schiebt.

Das muss nicht sein.

Regionalität ist ganz wichtig.

Bei Lebensmitteln oder generell?

Generell wird es vielleicht

ein bisschen schwieriger.

Aber wäre vielleicht generell auch

ein Ansatz, der nicht so schlecht ist.

Bei den Lebensmitteln

ist es relativ einfach.

Das ist nur eine Frage

des Willens.

Das kann man umsetzen.

Dann würde ich mir wünschen,

dass es realistisch

weltweit

auf Zwischenfrüchte gesetzt wird.

Ganz oft ist das nicht einmal

in den Köpfen der Landwirte drinnen.

Da ist so viel Potenzial

für Boden und Klima.

Das kann man sich gar nicht vorstellen.

Das ist eigentlich nur

einer Wunsch,

der für alle locker umsetzbar ist.

Und das, wenn er lange nicht

in der Realität ist, würde ich mir wünschen.

Und die geistig und körperlich

noch vollfitte Elterngeneration,

was würdet ihr euch wünschen?

Ich muss ehrlich gestehen,

dass die noch

keine Droschen hat.

Wir haben Drescher da.

Lohndrescher.

Also,

wenn ich in meine

Bienenvölker reinschaue,

dann denke ich mir, wie genial

sind diese kleinen Insekten

eigentlich ohne Hirn

oder viel weniger wie wir?

Und

haben so ein komplexes

System, wo es

eine Symbiose wünscht.

Efter stehe ich davor und denke mir,

ich darf mir das für uns Menschheit wünschen.

Dass wir so an einem Strang

ziehen, so zusammenhalten

wie so ein Bienenvolk,

das eigentlich

nur auf sich bedacht ist, um sich

zu überleben, aber dabei

sozusagen die

uns bereitet die ganzen Grundnahrungsmitteln,

die man hat, eigentlich die ganze Arbeit

für uns macht, dass wir noch zu Lebensmitteln

kommen und wo eine

ihr Leben geben würde für

das ganze Volk. Und

manchmal stehe ich davor und denke

mir, wie schön wäre es, wenn wir Menschen

ein bisschen mehr zusammenhalten, denn ähnlich

den Bienen, diesen Insekten und

mehr für diese Erde tun würden,

mehr für diese Ökologie tun würden,

weil letztendlich haben wir

keinen Ausweg, keinen anderen Planeten,

keine andere Perspektive,

außer hier auf dieser wunderbaren

Erden sozusagen

das Beste draus zu machen und

ein bisschen mehr zusammenhalten als

so gegeneinander, so habe ich

im Augenblick das Gefühl, das war so

ein bisschen Bienenvölkchen mehr

bei den Menschen. Bisschen mehr

wie die Bienen sein.

Ja, ich würde mir auch wünschen, dass da

ein großes Umdenken in unserem ganzen

Konsumverhalten stattfindet,

weil

was die Landwirtschaft betrifft, es ist

ja absurd, wenn man in Holland

ein Kalb auf die Welt bringt,

das auf Italien bringt, dort wird es

geschlachtet und ein Land in Österreich,

teilweise in der Spitzen Gastronomie auf dem

Norden, es wird nicht gekennzeichnet, wo es her ist,

ich würde mir vielleicht wünschen, dass man dort

mal anfängt, wo kommt das überhaupt her,

was ich da am Teller habe, weil das in groß

für die Tiere, das bringt niemanden was,

am meisten leiden die Tiere darunter,

meiner Meinung nach, und

das Konsumverhalten in Allgemeinen,

es ist ja absurd, dass in Vieren

so viel

Brot und Gebäck weggeschmissen wird, dass man

das dort gerade in der Mitte ernähren kann, das ist mittlerweile

schon überall bekannt und

es muss ja nicht sein, wenn ich

ein 5er 7er oder ein 5er 7er in einen Biller gehe, dass alles

frisch dort im Laden liegt und das,

was überbleibt, wird weggeschmissen,

oder es muss ja nicht sein, wenn eine Paprika einen kleinen

Stipfel hat, dass ich den weggeschmeiß,

da gehört meiner Meinung nach ein Umdenken,

das sind Lebensmittel,

das sind Essen, das sind nicht so

weggeschmeißen und wenn ich heute als Gemüseproduzent

irgendwo was hinliefe, wo es nicht

hundertprozentig gerade ist oder in gewissen

Normen spricht, so wie das entzorgt

und wo das tadellos zu verzehren wäre,

da gehört meiner Meinung nach

ein großes Umdenken her, dann hätten alle was davon.

Und man muss auch noch dazu sagen,

das Wegschmeißen dieser Semmel und

dieses Brotes, das zählen wir mit,

das ist wieder einkalkuliert in dem Preis.

Da hätten alle was davon, wenn wir da ein bisschen umdenken würden.

Mittel zum Leben, Lebensmittel.

Lebensmittel, Punkt.

Willi, was wolltest du noch sagen?

Wir bleiben gerade beim Thema sein.

Ihr seid es auch so,

ihr könnt jetzt auch eine Kühlhose daheim haben,

vielleicht frage ich mal die Kühlschrankfrage,

wann ich jetzt zu euch rüberrenne,

in den Kühlschrank aufmache,

ich weiß es jetzt nicht,

wahrscheinlich getrennt die Haushalte,

und was findet ihr denn im Kühlschrank bei euch?

Ich brauche sehr wenig,

bei mir ist es dann nur zu zweit.

Ich bin jetzt meist weg,

unsere Kinder sind ja schon erwachsen.

Wir essen einmal

ca. in der Woche

Fleisch.

Fleisch von Produzenten,

die wir kennen.

Da essen wir es ganz ruhig,

ich zumindest,

so wie das meine Eltern früher mal gehabt haben.

Fleisch gibt es am Sonntag.

Ab und zu gibt es vielleicht,

ich weiß nicht,

in einer Speise ein bisschen Speck drin,

aber das gehört auch schon

einmal in der Woche zum Fleisch.

Wir essen nicht nur Sonntag Fleisch,

wir essen auch vegetarisch am Sonntag.

Aber es gibt

im Kühlschrank relativ wenig,

muss ich ganz ehrlich gestehen im Augenblick,

und daneben haben wir,

das sollte eigentlich

eine zweite Abwasch sein,

nehmen wir einen Herd,

und das ist so eine Mulde,

und diese Mulde ist meistens gefüllt

mit wahnsinnig viel Gemüse.

Dort kannst du aussuchen, was du willst

und alles, was da vorhanden ist,

wird meistens verkocht,

und wenn es eine Speise gibt,

die schmeckt, dann gibt es schon

von meinen Männern,

das magst du wieder,

und dann lachen sie sich schon an und sagen,

ein zweites Mal gibt es wahrscheinlich nicht,

weil das ist eine kreative Sache

für den einen Tag,

und es gibt ein zweites Mal das Gleiche,

weil immer das verwendet wird,

was gerade da ist.

Was in der Mulde gerade ist.

Also im Kühlschrank haben wir ein bisschen Milch,

ein bisschen Butter,

irgendeinen veganen Aufstrich,

solche Geschichten sind bei uns,

ein Gurkalklaasl vielleicht,

ein Ofen,

eine Marmeladeglasl,

solche Dinge sind bei uns, also wurscht,

überhaupt nicht,

und Käse ist der Roma nicht,

wenn ich einen Käse bringe, dann vielleicht für Martin

und für mich, der Käse ist auch kein,

und ja,

ansonsten, Kühlschrank

ist relativ lau,

ein paar Karotten

oder sonst was, was wir in den Kühlschrank

mit dem Gemüse lagern.

Also eher die Mulde, und bei dir daheim?

Ja, also wenn ich

einkauf, dann schau ich zuerst

auf Regionalität, also ich kauf mir lieber

was aus Österreich

als was Biologisches

aus Spanien oder Italien

oder Übersee,

und ja, ich ernähre mich halt auch

vegetarisch und so gesund

als möglich, und was wir alle, glaube ich,

nicht kaufen, sind verarbeitete

fertige Lebensmittel, also

sage ich mal, tief gefrorene

fertige Lebensmittel, oder irgendwas,

was halt schon irgendwie

zubereitet ist, sondern es wird nur

Zeig gekauft, das so ursprünglich

ist, und dann wird's halt verkocht.

Da seid ihr konsequent.

Man darf nicht vergessen, wenn man

Geschmack kauft, die gute biologische

Lebensmittel kauft, dann kann ein gutes Produkt

daraus werden, also wenn ich gute Zutaten

reingebe, was ich rauskomme.

Wart ihr immer so, oder ist das dann erst

so, weil jetzt seid ihr euch irgendwie einig

in dem Punkt, oder? So wie jetzt war's nicht immer,

das ist natürlich gewachsen mit dem,

dass die Kinder auf die Welt kommen,

ich dann unbedingt auf Bio umsteigen,

wo ich mir Bio-Landwirte geworden

ist, ist das natürlich auch

dann sukzessive

anders geworden, dann natürlich

der Zugang von den Kindern,

unser Teresa ist Ernährungswissenschaftlerin

und Sportwissenschaftlerin,

die tut auch noch mit den

Fingern wacheln, man muss kaufen,

wie verarbeitet ist,

und

die hat zwar nicht mit

Landwirtschaft zu führen,

aber sehr wohl mit Lebensmitteln,

und die sagt natürlich,

wenn du ein Erdbeer-Yoghurt

essen willst, dann kauf der Erdbeeren

so sein Sohn und ein Joghurt.

Und wenn du

ein Erdbeer-Yoghurt kaufst, da ist

nicht nur Erdbeer und

Joghurt drin, sondern auch Sachen,

die wir nicht so gerne

frei haben, und deswegen schauen wir,

dass wir das nicht kaufen.

Und wohnen dann halt regional,

wir haben mittlerweile

diese regionale Schiene, ist bei uns

in der Umgebung so toll, von Bio-Gemüse

oder Bio-Schwammerl, die wir jetzt heute

zu Mittag kriegen, mit Erdäpfel

vom nächsten

Bauern, Bio-Bauern,

also da ist es wirklich nicht

schwer, dass man jetzt sagt, man

nimmt einen Tag, wo die meisten

meiner sozusagen Lieferanten,

Produzenten offen haben, und da gehe ich

auch mal den Weg einkaufen und

ja, da hat man dann.

Und das wird verarbeitet, was es gerade gibt.

Und Martin, hast du auch eine Mulde

daheim?

Das ist eine Holzschüssel.

Eine Holzschüssel.

Das ist Gemüse drin.

So, jetzt sind wir fertig,

aber ihr seid so gut.

Ich will noch irgendwas Schweres

zum Schluss sagen.

Ja, da fällt mir was ein.

Ja, tschau, ich hab's gewusst.

Vor Corona haben wir

immer wieder Betriebsbesichtigungen gemacht

und ich hab da immer wieder

gerne die Frage gestellt, wenn sich

entscheiden wir's zwischen einer Handvoll

Gold, einer Handvoll

fossilem Energieträger

und einer Handvoll Erde.

Fruchtbarer Erde.

Was würdet ihr nehmen? Gold.

So ein Golde.

Es ist natürlich das,

für das man am meisten Geld kriegt,

wenn man's jetzt verkaufen würde, aber es ist das,

mit dem man am wenigsten anfangen kann.

Am zweitwenigsten kannst du

anfangen mit dem fossilen Energieträger

und am allermeisten kannst du eigentlich

mit der Handvoll fruchtbarer Erde

anfangen.

Und

wir wissen noch nicht,

oder wir wissen noch immer nicht, wie man

künstlich Humus herstellt.

Also wir können fruchtbaren Boden

nicht künstlich herstellen

oder nachstellen oder nachbauen.

Soweit ist der Mensch noch nicht. Bei allem, was wir können,

das wissen wir nicht.

Das heißt, das gehört bewahrt

und das gehört ganz, ganz, ganz,

ganz viel

darauf geschaut.

Das ist das, was ich machen darf, als Landwirt,

als Ockerbauer.

Und deswegen taugt man das so.

Danke.

Vielen Dank.

Schreibt mit in die Kommentare.

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